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Thema: Comic - Stammtisch: Lucky Luke - Die Daltons und der Psycho-Doc

  1. #76
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    Rin Tin Tin als TV-Serie (mit Lee Aaker als Rusty) lief zuletzt anno 1964 bei uns. Darüber hinaus gab es etliche Romane (Engelbert-Verlag), Comics ("Fernseh Abenteuer" ->Neuer Tessloff Verlag) und Bilderbücher (Delphin-Verlag, "Happy"-Bücher). Seit den 90ern läuft ab und zu eine Collage aus ca. 3 Serienepisoden als "Spielfilm": "Rin Tin Tin im Wilden Westen". Ist aber nur was für TV-Nostalgiker.

    Wen's interessiert:
    http://www.tv-nostalgie.de/Sound/Rintintin.htm
    http://www.tv-nostalgie.de/lassie_und_jeff.htm
    http://www.comicguide.de/php/detail....&display=short

    Dass perfekte deutsche Sprache Dummheit ausschließt, scheint mir eine sehr gewagte These zu sein!

  2. #77
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    Nicht, sollte jemals jemand einen durchschnittlichen Hunde-IQ ermitteln ...

  3. #78
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    Noch ein paar intelligenzschubfördernde Sitzungen bei von Himbeergeist und Rantanplan wäre der Richtige, um den durchschnittlichen Hunde-IQ zu ermitteln.

  4. #79
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    Also mir war unsere Diskussion entschieden zu oberflächlich. Ich empfehle daher die Lektüre folgender Standardwerke zur Serie
    (Vorsicht! Nur für Interläcktuelle!):

    - Roß und Reiter: Symbiotische Tier-Mensch-Beziehung zwischen Jolly Jumper und Lucky Luke

    - Phänomenologie der amerikanischen Großfamilie: Von den Daltons zu den Waltons

    - Die Daltons im Spannungsfeld elterlichen Erziehungsversagens – Wie sie zu denen wurden, die sie waren

    - Hormonell determinierte interfamiliäre Wachstumsdivergenzen am Beispiel der Brüder Joe und Averell Dalton

    - Gerontologische Befunde – demente Momente der Ma Dalton

    - Psychogramm eines Psychiaters: Husserls Kritik am Psychologismus des Professor von Himbeergeist

    Ich finde, erst die Kenntnis dieser grundlegenden und bahnbrechenden Werke kann uns zu einem halbwegs fundierten Umgang mit dem Thema befähigen.

  5. #80
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    Für unsere Tierfreunde fasst bezüglich symbiotischer Tier-Mensch-Beziehungen nach Waalkes immer noch der schlichte Satz den Forschungsstand treffend zusammen: "Wie Du mir, so do mi."

  6. #81
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Phänomenologie der amerikanischen Großfamilie: Von den Daltons zu den Waltons
    Statt dem ständig in den Sonnenuntergang stolpernden Cowboy könnte ein Abenteuer doch auch mal im Knast sein Schlussbild finden:
    "Gute Nacht, Averell!"
    "Gute Nacht, Jack!"
    "Gute Nacht, William!"
    "Gute Nacht, Joe!"

  7. #82
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    Zum Duo Lucky Luke + Jolly Jumper:

    Lucky Luke ist der Held der Serie (Loriot: "Ach was!").

    Aber: im Gegensatz zu vielen anderen Helden von Comicserien bleibt er vor lauter Edelmut, Zielstrebigkeit und Durchsetzungskraft nicht so farblos wie vergleichbare Charaktere (Asterix, Spirou, Tim, Großer Schlumpf, Johann, Jeff Jordan, Harry und Platte, zumeist Micky Maus, ...). Oft bleiben Titelhelden blass - die illustren Typen sind in Abenteuer-Serien meistens andere (Erzschurken, Sidekicks).

    Zwar hat Lucky Luke nicht ganz so viele Macken wie seine Kontrahenten (wär ja noch schöner!), aber so ganz von ironischen Seitenhieben bleibt auch er nicht verschont. In erster Linie sorgt dafür sein oft spöttisches Pferd Jolly Jumper (bei Kauka "Rosa" genannt), welches sich immer wieder über den selbstlosen Einsatz, den Gerechtigkeitsfimmel und die Abenteuerlust seines Cowboys mokiert. Jolly Jumper wäre offenbar etwas mehr Egoismus und Bequemlichkeit wesentlich lieber als die ständige Suche nach neuen Gelegenheiten, der guten Sache zum Durchbruch zu verhelfen. Doch Ehrungen und Belohnungen verabscheut der edle Cowboy genauso wie ein ruhiges, beschauliches Leben.

    Damit wird in dieser Serie auch die Titelfigur zur Satire. Lucky Luke ist die karikierte Version des edelmütigen Westernhelden, den wir aus unzähligen Romanen, TV-Serien und Filmen kennen. Dazu gehört auch die Schlussszene des einsam in den Sonnenuntergang reitenden Helden - fern der Heimat, fern jeglicher Bindungen.

    A pro pos Bindungen: in dem einen oder anderen Album, in dem junge Frauen eine Rolle spielen (z.B. in Eine Braut für Lucky Luke), zeigt sich, dass unser Held manchmal recht hilflos sein kann. Auch das ein augenzwinkernder Verweis, auf die Asexualität, die oft (nicht immer) den Western-Mythos begleitet.

    Desweiteren ist Lucky Luke für diverse Kabinettstückchen gut: vor allem mit dem Colt, manchmal auch mit dem Lasso vollführt er zirkusreife Darbietungen. Die Kunst im Umgang mit den Schießeisen gehört schließlich auch zu den Standards eines soliden Westerns!

    Im übrigen: nicht nur Lucky Luke schießt schneller als sein Schatten! Nein, JEDER Schütze schießt schneller als sein Schatten! Die Existenz der Lichtgeschwindigkeit macht's möglich ...

    Lucky Luke ist kein muskelbepackter Traumathlet mit Gesichtszügen eines jungen griechischen Gottes. Er ist vielmehr hager, hat ein längliches Gesicht, trägt oft ein leicht spöttisches Grinsen zur Schau und braucht ständig eine Fluppe bzw. einen Halm. Dennoch haut er, wenn's sein muss, jeden Banditen aus den Stiefeln!

    Jolly Jumper hat mehr zu bieten als schnöden Spott über seinen Herrn und Meister: nicht nur hilft er ihm oft mit erstaunlicher Intelligenz und Vorhersehungsgabe aus der Patsche - nein, er kann auch mit ihm Schach spielen, Konservenbüchsen öffnen, Seil springen, angeln ... Unter der Federführung von Achdé und Gerra entwickelt Jolly Jumper sogar erstmalig Gefühle gegenüber dem anderen Geschlecht!

    Ohne seinen treuen Klepper wäre Lucky Luke wirklich ein einsamer, sogar ein sehr einsamer Cowboy!

  8. #83
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    In Lucky Luke ist das Abenteuer selbst (bzw. seine spezifische Darstellung) bereits Ziel der Satire. Der Western-Mythos wird auf die Schippe genommen. In den meisten humoristischen Serien wird anderes karikiert, aber nicht das jeweilige Genre. Deshalb kann in LL die Titelfigur satirische Züge tragen.

  9. #84
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    (...) Unter der Federführung von Achdé und Gerra entwickelt Jolly Jumper sogar erstmalig Gefühle gegenüber dem anderen Geschlecht! (...)
    Nä, nich 'erstmalig'. Gabs schon unter der 'Federführung' von Greg...
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  10. #85
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Und: LL ist keine Satire. Ich mein mich zu erinnern, dargelegt gelesen zu haben, dass es nicht mal Parodie (sondern nur 'komischer Western', aber eben immer noch Western ohne parodierende Elemente) ist... - weiss grad nicht mehr wo, glaube, es war in nem Comic-Jahrbuch-Artikel. Wär aber vielleicht auch mal ne interessante Neben-Diskussion wert: Unterschiede zwischen Komödie, Parodie und Satire (am Beispiel von Western-Comics) und eine Zuordnung von Lucky Luke...
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  11. #86
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Parodie und Travestie sind Mittel der Satire, somit schwerlich als Nicht-Satire zu fassen.

  12. #87
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    MÜnzen und Scheine sind auch Zahlungsmittel, aber trotzdem keine Zahlung!? Mick manchmal verhedderst Du Dich aber auch in Deinen Spitzfindigkeiten...

    Oder klara: Wenn sich die Satire zuweilen dem Mittel der Parodie bedient, gilt nicht zwangsläufig der Umkehrschluss, dass jede Parodie auch Satire wäre. Unabhängig davon war die Aussage, dass LL keine Satire ist, vielleicht gar nicht mal Parodie. Für diese Klärung ist das Verhältnis von Parodie zur Satire relativ unbedeutend.
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  13. #88
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    Okay, Satire passt nicht zu Lucky Luke, stimmt. Bin kein Literatur-Experte.

    "Satire ... Ihr Ziel ist es, das öffentliche Leben zu beeinflussen, indem sie mit Witz und Schärfe Mißstände aufdeckt und verspottet. ... Er [der Satiriker, Anm. von mir] kennt die Welt und leidet unter ihr, weil er die phantastische Version einer besseren Welt vor Augen hat." Das passt wirklich nicht zu Lucky Luke.

    Aber als Parodie geht die Serie locker durch, zumindest, wenn mein literarisches Nachschlagewerk Recht behält: "Eine Parodie ist die spielerische Nachahmung eines Kunstwerks, wobei man Formales oder Inhaltliches übernimmt und so verändert, daß es lächerlich wirkt. ... Besonders erfolgreiche Werke unterliegen ihr, denn Voraussetzung ist, daß der Leser oder der Hörer das Original kennt. ... Die Parodie kann kritisch, polemisch oder einfach nur verspielt komisch sein."

    Beide Zitate aus "Fischer Kolleg Literatur", Frankfurt/Main 1979, S. 174 + 177.
    Geändert von Kaschi (25.01.2009 um 00:58 Uhr)

  14. #89
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    DAS:
    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    (...) Besonders erfolgreiche Werke unterliegen ihr, denn Voraussetzung ist, daß der Leser oder der Hörer das Original kennt. (...)
    ...würde GEGEN die Parodie bei Lucky Luke sprechen, denn der liesse sich durchaus auch dann als unterhaltsame Lektüre lesen, wenn man noch nie n Western gesehen/gelesen hat...
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  15. #90
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    Exkurs: Satire, Parodie, Pastiche

    So. Hatte das richtig in Erinnerung: Comic Jahrbuch 1990 - Dossier Western-Comics, Carlsen Verlag, Hamburg, Januar 1990. Darin ein Beitrag von Cuno Affolter und Urs Hangartner über Lucky Luke (Seite 76ff).

    Zunächst einmal: Morris selbst sieht es als Satire (Seite 82, linke Spalte), was aber ggf. auch an der Übersetzung aus dem frz. liegen könnte.

    Affolter und Hangartner hingegen führen aus (Seite 82, rechte Spalte):

    "Um zu erfassen, nach welchem Verfahren die Serie funktioniert, wird gerne auf den Begriff der Parodie zurückgegriffen. Dabei muß gesagt werden, daß <<Parodie>> hier alltagssprachliche Verwendung findet, genau besehen auf den Fall Lucky Luke jedoch nicht zutrifft. <<Parodie>> meint Nachahmung eines vorhandenen Werkes in verzerrender oder übertriebender Weise, wobei die als bekannt vorausgesetzte und also in der Verfremdung durch die Parodie noch erkennbar Form einen abgewandelten Inhalt bekommt, der mit der Form quasi in Konflikt tritt. Ziel der eigentlichen Parodie wäre es, das Original oder Vorbild herabzusetzen, eine Kritik etwa satirischer oder polemischer Ausprägung anzubringen.
    Mit Blick auf Lucky Luke scheint es nun angebracht, den gern bemühten Begriff der Parodie durch denjenigen des Pastiche zu ersetzen. Es ist die <<harmlosere>> und hier zutreffendere Art der Nachamung, die nicht wie die Parodie <<antithematisch auf ihre jeweilige Vorlage bezogen>> ist.", wobei sie sich auf eine Definition von Gunther Witting beziehen und dies im Folgenden weiter ausführen. Soweit ich's verstanden hab, ist der Kern-Schluss der, dass Lucky Luke bei allen komischen, witzigen, humoristischen Elementen doch immer innerhalb der Klischees, Werte und Regeln des Western-Genres verbleibt. Im Grunde also ein komischer Western ist, dem zur Parodie oder Satire die Distanz zum und die kritische Betrachtung des Sujets fehlt. Das gipfelt (auf Seite 83) dann in dem Vergleich zu Asterix, dem "wahre Satire" attestiert wird: "Historisch, sozial, politisch und kulturell steht Asterix in einem Kontext von Wirklichkeit, auf die mit komischer Wirkung Bezug genommen wird. Dagegen muß sich Lucky Luke - bei allen Scherzmomenten wie schwarzem Humor, Ironie, Persiflage oder Slapstick - gradezu harmlos ausnehmen. Lucky Luke erschöpft sich im puren Witz, so gut er auch im Detail inszeniert sein mag."

    Wenn ich auch nicht jedem Satz des Beitrages von Cuno und Urs zustimmen würde und man natürlich im Detail über die Definitionen der Begriffe anderer Meinung sein kann, aber grade der Blick auf Asterix macht mMn sehr gut deutlich, was gemeint ist und wo der Unterschied beider Serien liegt. Der letztlich sicher auch der Grund dafür war, warum eben Asterix und nicht Lucky Luke im Zuge der 1968er in intellektuellen Kreisen populär wurde und infolgedessen eine breite gesellschafftliche Anerkennung ('Comics sind Schund, aber Asterix ist die Ausnahme von der Regel') erreichte.















    ...and now for something complete different:
    Im selben Artikel wird eine Lucky Luke-Story von Morris und Goscinny aus den 50er Jahren erwähnt, die nicht zuende geführt wurde: "Du raisine sur les Bafouilles", die in Le Hérisson abgedruckt worden sein soll. (Seite 79, rechte Spalte unten)
    Weiss jemand, ob die in der Gesamtausgabe enthalten ist, ob sie überhaupt auf dt. vorliegt, wenn ja unter welchem dt. Titel und wo und was es überhaupt damit auf sich hat?
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  16. #91
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    DAS: ...würde GEGEN die Parodie bei Lucky Luke sprechen, denn der liesse sich durchaus auch dann als unterhaltsame Lektüre lesen, wenn man noch nie n Western gesehen/gelesen hat...
    ... wobei die Western-Bezüge, die ein wesentlicher Bestandteil der Serie sind, beim Leser dann außen vor blieben.

    Soweit ich's verstanden hab, ist der Kern-Schluss der, dass Lucky Luke bei allen komischen, witzigen, humoristischen Elementen doch immer innerhalb der Klischees, Werte und Regeln des Western-Genres verbleibt. Im Grunde also ein komischer Western ist, dem zur Parodie oder Satire die Distanz zum und die kritische Betrachtung des Sujets fehlt. Das gipfelt (auf Seite 83) dann in dem Vergleich zu Asterix, dem "wahre Satire" attestiert wird: "Historisch, sozial, politisch und kulturell steht Asterix in einem Kontext von Wirklichkeit, auf die mit komischer Wirkung Bezug genommen wird. Dagegen muß sich Lucky Luke - bei allen Scherzmomenten wie schwarzem Humor, Ironie, Persiflage oder Slapstick - gradezu harmlos ausnehmen. Lucky Luke erschöpft sich im puren Witz, so gut er auch im Detail inszeniert sein mag."
    Gerade das hier besprochene Psycho-Doc-Album wie auch das "artverwandte" Die Daltons bewähren sich zeigen doch mit ihrer Thematik "überkandidelte Psychologisierung" bzw. "bürgerliche Doppelmoral", dass Lucky Luke zwar eine Western-Parodie* ist, aber längst nicht nur das!

    *Ich bleibe bei "Parodie", da der hierzulande weitgehend unbekannte Ausdruck "Pastiche" bei uns eher nach Pastete klingt als nach einer Literaturgattung ...

  17. #92
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Im selben Artikel wird eine Lucky Luke-Story von Morris und Goscinny aus den 50er Jahren erwähnt, die nicht zuende geführt wurde: "Du raisine sur les Bafouilles", die in Le Hérisson abgedruckt worden sein soll. (Seite 79, rechte Spalte unten)
    Weiss jemand, ob die in der Gesamtausgabe enthalten ist, ob sie überhaupt auf dt. vorliegt, wenn ja unter welchem dt. Titel und wo und was es überhaupt damit auf sich hat?
    Davon habe ich noch nie gehört. In der sehr ausführlichen fünfteiligen ZACK-Comicographie (Nr. 33, März 2002 bis Nr. 42, Dezember 2002) taucht diese Story nicht auf.

  18. #93
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    Aus einem französischsprachigen Forum:
    filochard a écrit:
    Il me semble que Morris a fait unehistoire avec un autre héros que Lucky Luke, mais Je ne sais plus le nom.
    ...
    Otis:
    Il avait essayé de lancer une série policière (Du raisiné sur les bafouilles) avec Goscinny dans le Hérisson (hebdo satirique) en 1956.
    Morris change pour l'occasion de graphisme et adopte un trait beaucoup plus noir.
    La série avait été créée pour l'agence Edi-France (agence fondé par Charlier, Uderzo et Goscinny); cette histoire s'interrompit après seulement 13 demi-planches, l'agence Opera-Mundi (agence Française distribuant des séries us) responsable à l'époque de la partie illustrée de l'hérisson, ne voyait pas d'un bon oeil l'arrivé de ce concurrent et cela mit fin à cette série.
    http://74.125.77.132/search?q=cache:...ient=firefox-a

    Le saviez-vous ? "Du raisiné sur les bafouilles" est également le titre d’une (sporadique) bd de Morris et Goscinny publiée dans les années 50 dans le Hérisson racontant les aventures parodiques de gangsters très Tontons Flingueurs aux gueules d’acteurs alors en vogue. Jamais été réédité, intéressant car c’est la seule incursion de Morris hors de son western fétiche (si on omet l’illiustration de feuilletons type "le piano à bretelles")

    Commentaire par Roberto — 11 mars 2005 @ 18:38
    http://cameleon.yellis.net/josiane/?p=841

    Also keine Lucky-Luke-Story!

  19. #94
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    Aus einem Goscinny-Lebenslauf, 1956:
    Avec Morris, parallèllement á Lucky Luke, il signe une aventure de Fred le savant (pastiche de Jean Gabin) intitulée Du raisiné sur les bafouilles (reprise plus tard dans le journal Le Hérisson).
    http://nbjpr.free.fr/renegoscinny.htm

  20. #95
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    (...) *Ich bleibe bei "Parodie", da der hierzulande weitgehend unbekannte Ausdruck "Pastiche" bei uns eher nach Pastete klingt als nach einer Literaturgattung ...
    Unbenommen. Mir ist es auch ziemlich wurscht, welches Etikett man auf die Schublade klebt. Deshalb hab ich ja auch von Beginn an erwähnt, dass das nicht meine Erkenntnis is, sondern ichs mal so gelesen hatte...
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  21. #96
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    Noch ein Nachtrag zu Jolly Jumper:
    LUCKY LUKE ist eigentlich als Parodie auf die zahlreichen Westernserials der Vorkriegszeit entstanden, als Hopalong Cassidy, Tom Mix oder Roy Rogers singend über die Prärie galoppierten. Gemeinsames äußeres Kennzeichen dieser Banditenschrecks: Ein meist weißes Pferd, eine ebensolche Weste, ein reines Gewissen, ein schneller Colt und manchmal auch ein treues Tier. ... Das weiße Pferd (Jolly Jumper) hatte viele Vorbilder. Gene Autry ritt auf Champion, Roy Rogers hatte Trigger, Kit Carson ritt auf Cactus, Hopalong Cassidys Begleiter war Topper.
    Morris über seinen Titelhelden:
    Lucky Luke ist, nach herkömmlicher Auffassung, zweifellos ein Held - gleichzeitig aber das genaue Gegenteil davon. Das geht schon damit an, daß er nicht so aussieht. Er hat Normalgröße, ist eher schmächtig, bleibt immer bescheiden, das beste Mittel, ihn zu vertreiben, besteht darin, seine Verdienste zu loben. ... Trotzdem ist er keineswegs unvorsichtig. Wenn er es zum Beispiel mit Revolvervirtuosen wie Billy the Kid zu tun hat, nützt er lieber dessen kindische Sucht zur Angeberei aus, als sich auf einen echten Show-down einzulassen. Ganz abgesehen davon, daß Lucky Luke nie jemand tötet oder auch nur ernstlich verletzt. ... Unverdrossen und mutig jagt Lucky Luke auch weiterhin alle bekannten und unbekannten Banditen. Ich bewundere ihn deshalb, habe ihn aber auch im Verdacht, daß er, außer seinem Sinn für Gerechtigkeit, dafür noch einen weiteren Grund hat: er ahnt, daß er ein Comic-Strip-Held ist!
    Beide Zitate aus "Comic Forum" Nr. 21, Oktober 1983.

  22. #97
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    Um noch mal auf Eure Satire/Parodie/Pastiche-Diskussion zurückzukommen (hatte am WE keine Zeit meinen Senf dazu abzugeben):
    Der Begriff Satire kommt für LL überhaupt nicht in Betracht. Niemand würde nach Lesen eines Albums einen Satz sagen/denken wie "Die (Sheriffs, Soldaten, Indianer, Western-Autoren, Western-Filme, Wer-auch-immer) haben jetzt aber mächtig Fett abbekommen!" Bei einer Satire wäre eine solche Feststellung durchaus passend.

    Pastiche ist gar kein so schlechter Begriff für LL, zumal wir ja schon festgestellt haben, dass der Humor der Serie eher gutartig ist.
    In gewisser Weise wird hier jedoch um des Kaisers Bart "gestritten", denn natürlich kann Kaschi bei seiner Parodie bleiben, denn der Pastiche ist eine Spielart der Parodie. Über Letztere steht in der Wikipedia:
    "Eine Parodie braucht nicht zwingend verspottenden Charakter zu haben, sie kann sogar mit einer Hommage einhergehen.
    Parodien benötigen jedoch nicht zwingend ein konkretes Original. Auch ein Genre als Ganzes kann parodiert werden, wenn seine Form gut wiedererkennbar ist. Literaturtheoretisch lässt sich die Parodie als eine spezifische Form des intertextuellen Schreibens begreifen. Es können literarische, theatralische, musikalische oder filmische Werke parodiert werden ..."

    Nimmt man die ganze Serie in Augenschein, fällt auf, dass sich deren Humor gewandelt hat. Insbesondere die Prägoscinnyzeit (hat keinen Sinn nachzuschauen, das Wort findet ihr garantiert in keinem Lexikon ) unterscheidet sich doch sehr vom Rest der Serie (auch wenn die Werke der Goscinny-Nachfolger von sehr unterschiedlicher Qualität sind, haben sie doch weitestgehend den "Ton" des Vorgängers getroffen).
    Zitat von Kaschi:
    Ich bleibe bei "Parodie", da der hierzulande weitgehend unbekannte Ausdruck "Pastiche" bei uns eher nach Pastete klingt ...
    Du bist ein intuitives Sprachtalent, denn Pastiche heißt Pastete - wie Du aus der Verlinkung erkennen kannst.
    Geändert von felix da cat (26.01.2009 um 10:37 Uhr)

  23. #98
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    Zitat aus dem Comic Forum, zitiert nach Kaschi:
    Lucky Luke ist, nach herkömmlicher Auffassung, zweifellos ein Held - gleichzeitig aber das genaue Gegenteil davon. Das geht schon damit an, daß er nicht so aussieht. Er hat Normalgröße, ist eher schmächtig, bleibt immer bescheiden, das beste Mittel, ihn zu vertreiben, besteht darin, seine Verdienste zu loben. ...
    Das letzte Attribut widerspricht dem herkömmlichen Heldenbild ja nicht unbedingt. Bescheidenheit ist auch für Heroen eine Tugend.

    Was die anderen Merkmale betrifft: Kommt drauf an, über welche Helden wir schreiben: Funny-Helden sind selten schön (übrigens auch kaum ein Comedian, der schön wäre, über schöne Menschen lässt sich's einfach schwerer lachen).
    Asterix ... Isnogud schon gar nicht ... auch nicht Harun al Pussah, die sind alle eher unansehlich.
    Tim ist kein Atlas und nach Spirou dreht sich auch nicht gerade jede Frau um, Durchschnitt.
    Auch wenn Harry und Platte oder Jeff Jordan elegant daher kommen, sind sie keine Beaus.
    Funny-"Schönheiten" sind fast immer weiblich (z.B. Natascha), meist Nebenfiguren (Falballa) und dann nicht immer ernst zu nehmen (also ohne heldenhaften Charakter) wie Schlumpfine, die eher für den spöttelnden bis spöttischen Gebrauch nutzbar gemacht werden ("Hach, wo ist meine Bürste, meine Haare sind ja ganz zerzaust!").

    Im Funny-Kontext ist LLs Aussehen für einen Helden also eher durchschnittlich, keineswegs ungewöhnlich.
    Geändert von felix da cat (26.01.2009 um 11:16 Uhr)

  24. #99
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    Alles richtig. Wobei ich aber vermute, dass Morris in obigem Zitat seinen Lucky Luke in die allgemeine Heldenschar einreihen und die Unterschiede zu Arbeitskollegen wie etwa Tarzan, Superman, Tom Mix bzw. John Wayne, Rock Hudson oder Gary Cooper herausstellen wollte.

  25. #100
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    Wenn es eine Prägoscinnyzeit gibt (und mit Sicherheit auch eine Postgoscinnyzeit), gibt es dann auch einen Goscinnyismus? Und einen Goscinnyismus-Uderzismus? Oder gar einen Vulgärgoscinnyismus?

    Wann endete die Prägoscinnyzeit? 1955? 1926? Oder gar 50 vor Christus?

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