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    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Post Comic-Stammtisch: Die grosse Macht des kleinen Schninkel

    Die grosse Macht des kleinen
    SCHNINKEL




    Orginaltitel: Le grand pouvoir du Chninkel - 04/1988 - Casterman

    Deutsche Veröffentlichung: Februar 1989 S/W - Gesamtausgabe
    Verlag: Carlsen
    Autor : Jean van Hamme
    Zeichner: Grzegorz Rosinski



    Der Zyklus wurde von November 2001 - Mai 2002 in einer dreiteiligen Albenserie nochmals von Carlsen in Farbe veröffentlicht.
    Hierzu diente die Neuveröffentlichung im Original von 06/2001 – 01/2002 als Vorlage.


    Autor: Jean van Hamme

    Jean van Hamme ist einer der, wenn nicht sogar der Starszenarist der frankobelgischen Comicszene. Er hat den Spitznamen Mister 10%, da angeblich genau diese Prozentzahl der am Markt verkauften Comics von ihm geschrieben wurden.
    Am 16. Januar 1939 kam Jean Van Hamme in Brüssel zur Welt. Schon relativ früh begann er sich für Comics zu interessieren, insbesondere die Magazine Spirou und vor allem Tintin konnten ihn begeistern und ließen den Wunsch in ihm reifen selbst Comics zu schreiben und zu zeichnen.
    Vor seiner Karriere als Comicszenarist absolvierte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und war bis 1976 unter anderem für den Konzern Phillips als Marketing-Berater tätig. Schon 1966 übersetze er nebenberuflich diverse amerikanische Comic-Strips, unter anderem die Peanuts. Hier entstanden erste Kontakte mit dem Hause Dupuis.
    1966 hatte er eine einschneidende Begegnung: Jean van Hamme lernte Paul Cuvelier kennen und vor allem eines seiner Modelle, die er dann ehelichte. Scherzhaft soll er Cuvelier angeboten haben als Austausch für sein Modell ihm ein Szenario anzubieten, was Paul Cuvelier überraschend annahm, so entstand Epoxy, welches 1968 veröffentlicht wurde. Die Geschichte ist in der griechischen Mythologie angesiedelt um Cuvelier die Möglichkeit zu geben, möglichst viel nackte Menschen zu zeichnen, so Van Hamme in einem Interview.
    Aus dieser ersten Zusammenarbeit entstanden in der Folge noch zwei Geschichten für Cuvliers Corentin.
    Der große Greg förderte Van Hamme indem er ihm die Möglichkeit bot für verschiedene Zeichner Szenarios anzufertigen. So entstand Mr. Magellan für den Zeichner Géri, sowie 26 Folgen für Modest et Pompon ( Mausi und Pauli) von Dino Attanasio, Van Hamme selbst sieht sich selbst aber nicht als begnadeten Humoristen.
    1975 wurde Historie sans héros im Magazin Tintin veröffentlicht, diese erste Zusammenarbeit mit Dany wurde später als Album für sein Szenario ausgezeichnet, der Kontakt zu Dany wurde wieder von Greg initiiert.
    Nach Abenteuer ohne Helden folgten zwei weniger erfolgreiche Arbeiten, zumindest unter kommerziellen Gesichtspunkten. Für den Zeichner André Beuatemps entstanden vier Szenarios zu dessen Serie Michael Logan und für André Chéret (er zeichnete unter anderem Rahan) entstand Domino. Eine Serie um einen nicht geraden geschickten Geheimagenten im 17. Jahrhundert.
    1976 kündigte Van Hamme bei Phillips um sich fortan ganz dem Schreiben zu widmen. So entstand zuerst eine Romanserie um eine jungen Millardär der ein abenteuerliches Leben führt, sein Name: Largo Winch. Mehr als zehn Jahre später sollten diese wenig erfolgreichen Romane in Comicform umgesetzt werden.
    Auch mit Edouard Aidans arbeitete Van Hamme zusammen, er schrieb fünf Geschichten der Serie Tony Stark. Ebenfalls Ende der 70er Jahre kam es zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Dany, Arlequin bei uns besser als Joker bekannt entstand.
    1977 kam es zur ersten Arbeit mit Rosinski. Der polnische Zeichner wollte keine Serie zeichnen die in der Gegenwart spielte, so entstand die Saga um Thorgal, dem Sternenwaisen der sich in der Welt der Wikinger behauptet.
    Wiederum durch Greg lernte Van Hamme William von Cutsem besser bekannt als Vance kennen. Mit ihm veröffentlichte er 1984 die Serie XIII. Die Geschichte um den an Amnesie leidenden Mann mit der Tätowierung XIII am Hals ist deutlich von R. Ludlums Roman The Bourne Identity beeinflusst. Die recht komplexe Story wurde ein absoluter Publikumserfolg und wird wie Thorgal bis heute regelmäßig fortgesetzt. Zwischenzeitlich hatte Van Hamme auch den Posten des Chefredakteurs bei Spirou übernommen, welchen er 1987 aber wieder aufgab um sich auf seine Geschichten zu konzentrieren.
    1986 schließlich kam es zum Abdruck des Albums Le grand Pouvoir du Chninkel, die in den Folgejahren auch mehrfach ausgezeichnet wurde. Rosinsiki steuerte die Zeichnungen zu der ursprünglich nur schwarz-weiß gehaltenen Geschichte bei.
    Seit 1984 arbeitete Van Hamme mit Griffo an der Gesellschaftsutopie S.O.S. Bonheur ( Das verbotene Glück) welches nach drei Alben 1987 abgeschlossen wurde.
    Danach griff Van Hamme seine alte Romanserie Largo Winch auf und verwandelte sie mit Hilfe des Zeichners Phillipe Francq zu Bestsellern in Comicform. Die Mischung Abenteuer, Finanzwelt, exotische Orte und immer eine gehörige Prise Erotik garantieren den Erfolg.
    Die originär als Fernsehserie vorgesehene Geschichte Les maitres de l’orge (Hopfen und Malz) wurde durch Francis Vallés graphisch umgesetzt.
    Mitte der 90er trug Van Hamme wesentlich zur Fortführung von E.P. Jacobs Serie Blake und Mortimer und lieferte gemeinsam mit Ted Benoit auch einen klassischen Agenten-Thriller ab. 2001 waren die beiden wieder als Team unterwegs und steuerten mit L’etrange rendez-vous ein weiteren Band zum Mythos Blake und Mortimer bei.
    Eine Fortführung von Abenteuer ohne Helden mit Dany unter dem Titel Vingt ans apres (20Jahre danach) folgte im Jahr 1997, danach trafen sich zwei Legenden der belgischen Szene: Van Hamme und Herrmann erarbeiteten dass eher durchschnittliche Album Lune de Guerre (Bluthochzeit) welches zwischenzeitlich verfilmt wurde.
    Im Jahr 2001 gab es zwei Veröffentlichungen, zum einen der One-Shot Western mit Rosinski und der Beginn der Serie Wayne Shelton mit C. Denayer.
    Bis heute hat Van Hamme vor allem die Serien Largo Winch, XIII und Thorgal fortgesetzt. Wobei er bei letzteren für den kommenden Band 29 seinen Ausstieg beschlossen hat.

    Bibliographie der noch nicht ins deutsch übersetzten Titel:

    - Corentin
    - Domino
    - Mr. Magellan
    - Michael Logan
    - Lady S.



    Zeichner: Grzegorz Rosinski

    Rosinski wurde am 3. August 1941 in Stalowa Wola in Polen geboren. 1967 schloss er sein Grafikstudium in Warschau erfolgreich ab. In Folge dessen war er vor allem als Illustrator für Schul- und Kinderbücher tätig. Seine ersten Comicveröffentlichung war eine Reihe um einen Polizisten. 1976 wurde Rosinski nach Belgien eingeladen, nachdem man auf ihn aufmerksam wurde und er fertigte für Spirou erste Arbeiten an, unter anderem La Croisére fantastique nach einem Szenario von Mythic. Dort lernte er Jean Van Hamme kennen, welcher sein Talent erkannte und ihm schließlich Thorgal anbot.
    Rosinski wollte keinen Comic zeichnen der in der Gegenwart spielte und so konnte Van Hamme seine schon bestehende Grundidee zu Thorgal kongenial umsetzen lassen. Die Saga um den Jungen von den Sternen, der sich in der rauen Welt der Wikinger behaupten muss, wurde rasch zu einem Publikumserfolg und hat es auf heute 28 Albenlange Geschichten gebracht. In diesem Monat erscheint bei unseren Nachbarn der aktuellste Band.
    Die Serie wird von den Autoren nicht als historische Serie angesehen, sondern als Phantastische Serie, die auf den ausdrücklichen Wunsch Rosinskis hin, diesem die Möglichkeit bietet möglichst unterschiedliche Hintergründe, Landschaften, Gegenstände und Atmosphären zu zeichnen. Die Abenteuer um Thorgal Ägirson wurden mehrfach ausgezeichnet.
    Ab 1983 zeichnete Rosinski noch mehrere Bände der Science Fiction Serie Hans, nach A.P. Duchateau. Mitte der 80er veröffentlichte das Gespann Van Hamme Rosinsiki den zu besprechenden Band - Die große Macht des kleinen Schninkel. Rosinsikis Wunsch schwarz-weiß zu zeichnen wurde entsprochen, wenn es auch später eine kolorierte Fassung zu kaufen gab.
    Gemeinsam mit Jean Dufaux entstanden die ursprünglich nur auf ein Album angelegten Abenteuer um Sioban die in der Serie Complainte des Landes perdues (Das verlorene Land) mündete. Eine düstere Fantasy Saga voller Intrigen und Machtkämpfe mit ungewöhnlichen Helden.
    2001 entstand mit Van Hamme der Einzelband Western mit den Abenteuern des Nathan Chisum.
    Rosinski arbeitet gerne mit Ölfarben, so entstanden manche Titel- als Ölbilder. Diese Leidenschaft setze er in den beiden Bänden um Comte Skarbek nach einem Szenario von Yves Sente um.

    Sein in Polen veröffentlichtes Frühwerk hat noch keinen internationalen Verleger gefunden.

    [Quellen: Reddition, Bdgest, Diverse Boi Doi]





    Hier noch Links für weitere Informationen:
    Jean van Hamme
    Grzegorz Rosinski




    J´ON


    Seit ewigen Zeiten herrscht Krieg auf dem Planeten Daar.
    Barr-Find Schwarzhand, Jargoth der Wohlduftende und Zembria, die Zyklopin, jeder von Ihnen ein Unsterblicher, bekämpfen sich unablässig und mit grausamer Härte.
    In diesem bedingungslosen Kampf ohne Waffenruhe gibt es weder Sieger - noch werden Gefange gemacht.
    Immer wenn sich die beiden Sonnen des Planeten kreuzen, ertönt erneut das Waffengeklirr aus allen Himmelsrichtungen.

    Eines Tages, überdrüssig der sinnlosen Vernichtung, verleiht U´n, der Herr und Schöpfer der Welten, ausgerechnet dem kleinsten und schwächsten Geschöpf auf Daar – dem versklavten Schninkel J´on – die grosse Macht und erteilt ihm den Auftrag, den Frieden auf dem Planeten wieder herzustellen.



    BUM - BUM


    In der weiten Ebene des Planeten trifft J´on auf den Tawal Bum-Bum, einem Gorilla-ähnlichen Geschöpf, welcher von drei Kriegerinnen Zembria´s gejagt und gestellt wird.
    J´on, unmittelbarer Augenzeuge der Verfolgung kann sich nicht mehr entziehen, da sich die Treibjagd direkt auf ihn zu bewegt.
    Die Anführerin der Amazonen behaart darauf beide sofort umzubringen, sodaß J´on keine andere Wahl bleibt seine neu erworbene Macht an Ihr anzuwenden.
    Und es grenzt an ein Wunder, denn in dem Moment als die Kriegerin ihr Schwert auf den wehrlosen niedersausen lässt, trifft sie scheinbar aus dem Nichts eine gewaltige Macht, der sie wie vom Blitz getroffen leblos zu Boden fallen lässt.
    Völlig verblüfft und Ihres Selbstvertrauen beraubt, fliehen die beiden verbliebenen Amazonen, um ihrer Königin Bericht zu erstatten.
    J´on kann es kaum glauben, ist aber überzeugt in Besitz unglaublicher Kräfte zu sein, von denen er zuvor nur zu träumen wagte.
    Was keiner der Anwesenden bemerkte ist, dass eigentlich ein vergifteter Pfeil – abgeschossen aus dem Bogen eines Androgymen aus den Reihen Jargoth´s – das Leben der Amazone beendete.
    J´on und Bum-Bum nutzen zumindest die Gelegenheit der gemeinsamen Flucht und geniessen ihre neu gewonnene Freiheit, zur Suche nach einem sicherern Versteck für die Nacht.



    G´WEL


    Die Höhle in der beide Unterschlupf fanden, liegt ausgerechnet inmitten eines Kold-Steinbruches. Diese hartgesottenen Raufbolde liefern den zerstrittenen Kriegsparteien Waffen, um im Gegenzug bewusstseinserweiternde Drogen und Schninkel als Sklaven zu erhalten.
    Unter diesen befindet sich auch die junge G´Wel, die vor kurzem erst gefangen wurde und bis dahin in der letzten noch verbliebenen freien Kolonie der Schninkel – Maelar – ihr zuhause hatte.
    Nun wird ihr ausgerechnet die Hilfe gegenüber einer alten, zerbrechlichen Sklavin zum Unglück. Weil sie sich mit einem Kold-Wächter anlegt und ihm einen Stein an den Kopf wirft, ergreifen sei zwei weitere Wachen und zu dritt zerren sie G´Wel in die Höhle um sich an ihr zu verdingen.
    Ohne jede Ausweichmöglichkeit und voller Zorn gegenüber den Peinigern, ergreift J´on die Offensive und will seine Macht einsetzen – doch nichts geschieht!
    Bum-Bum kann gerade noch rechtzeitig eingreifen und Schlimmeres verhindern. Mittlerweile sind auch die anderen Kolds der Szenerie aufmerksam geworden und greifen in den Kampf ein. Mutig stellt sich Bum-Bum ihnen entgegen und kann so J´on und G´Wel die nötige Zeit zur Flucht verschaffen.
    Völlig deprimiert aufgrund der Ereignisse, beginnt J´on wieder seiner Bestimmung zu zweifeln, wird jedoch von G´Wel an eine uralte Prophezeihung erinnert, nach der eines Tages ein Auserwählter erscheinen wird, um das Volk der Schninkel aus ihrer Versklavung zu befreien und dem Planeten den lang ersehnten Frieden zu bringen



    MAELAR


    G´Wel und J´on ziehen weiter nach Maelar, wo sie herzlich empfangen werden.
    Als J´on jedoch vor den Rat der Dorfältesten tritt und von seiner Vorsehung schildert fürchten diese, er könne grosses Unheil über ihre Siedlung bringen und verweisen ihn ihrer Gemeinschaft.
    Sein einsamer Weg führt ihn ans grosse Meer – doch bleibt er dort nicht lange allein.
    Denn eine Gruppe Schninkel unter Führung G´Wels trifft ein. Sie glauben an seine göttliche Berufung und wollen ihm dienen.
    Sie bauen für ihn ein Floss, mit welchem er das grosse Meer überqueren soll, um zur Insel des weisen Sualtam zu gelangen – den man das Weltengedächtnis nennt - und seinen Rat zu erbitten.
    Obwohl J´on wenig von der langen und schwierigen Reise begeistert ist, bleibt ihm wohl keine andere Wahl, als diese in Begleitung G´Wels in Angriff zu nehmen.



    SUALTAM


    Auf der beschwerlichen Reise über die offene See beschleichen J´on immer grössere Zweifel an seiner Mission.
    Getrieben von Hunger, Durst und einem immer stärker werdenen verlangen nach fleischlichen Gelüsten gegenüber G´Wel, verfällt er in tiefe Depressionen.
    Doch wieder einmal wie durch ein Wunder, ändert sich plötzlich die Lage. Es kommt ein wahrer Sturm auf, welcher das kleine zerbrechliche Floss unaufhaltsam der Insel Sualtams entgegensteuern lässt.
    Völlig am Ende ihrer Kräfte stranden sie auf der Insel, wo sie von kleinen, fliegenden Feenwesen geneckt werden. Nachdem diese unsichtbar ihre Spässe mit beiden treiben, erbarmen sie sich doch und zeigen J´on den Weg zu Sualtam.
    Dieser stellt sich als uralter und riesiger Baum heraus, dessen Wurzeln tief ins Innere Daar´s reichen und der seit Äonen das Schicksal des Planeten begleitet. Nur durch telepathischen Gedankenaustausch kann J´on mit ihm Verbindung aufnehmen.
    Er erfährt vom Ursprung des Konfliktes, dem Zorn Gott U´ns, welcher die drei Unsterblichen als Strafe für den ungläubigen König der Schninkel - N´om - nach Daar aussandte, woraus eine jahrtausende überdauernde Knechtschaft der freien Schninkel erfolgte.
    Doch kann Sualtam nur von der Vergangenheit berichten – um einen Blick in die Zukunft zu erhalten verweist er J´on an die Seherin Volga.


    VOLGA


    Diese lebt tief im Wirrwarr des Geästes von Sualtam.
    Sie erwartet bereits J´on Ankunft und lässt ihn von ihrem blechernen Diener – Dschum Dschum, einem Lachjagul, zu ihr begleiten.
    Volga ist ein Wesen aus vielen Augen, die Zyklopenähnlich aus unzähligen Tentakeln aus ihr herausragen.
    Sie erklärt J´on die unerhebliche Rolle Daar´s in Bezug auf die unermesslichen Weiten des gesamten Universums, willigt jedoch ein, eine Prophezeihung für ihn zu erstellen mit der J´on den Krieg auf dem Planten beenden kann.
    Dazu benötigt sie aber den Zustand höchster Lust – den J´on ihr in Form sexueller Stimulanz verschaffen soll.
    Machtlos sich diesem Wunsch zu verweigern, gibt J´on sich Ihrer Begierde hin und erhält einen einzigen Satz der Vorhersehung:


    „ Der Friede tritt ein – wenn die drei Unsterblichen vereint! “


    JARGOTH


    Kaum zurück auf dem Festland Daar´s, werden J´on und G´Wel von Bogenschützen Jargoth´s gefangen genommen.
    J´on wandert ins Verlies zu anderen Schninkel, die alle am nächsten Tage einer wilden Horde Tawals geopfert werden sollen.
    Einer der Gefangenen ist Ar´th, ein Mitglied der Gruppe die J´ons Floss baute und ihn auf die Reise zu Sualtam schickten. Ar´th versucht die anderen Gefangenen von der Prophezeihung und dem Auserwählten einzunehmen – doch wieder kann erst ein Wunder die Menge überzeugen. Mit Hilfe eines Amuletts aus Volga´s Besitz kann J´on die teils verstümmelten Schninkel heilen und ihnen sogar ihre Gliedmassen wieder nachwachsen lassen.
    So treten sie selbstbewusst und frohen Mutes am nächsten Tag in die Arena, wo J´on, Bum-Bum als einen Anführer der Tawals ausmacht. Dieser erkennt ebenfalls die Lage und gemeinsam bereiten Schninkel und Tawals einen Fluchtversuch vor, der allerdings von den Bogenschützen Jargoth´s blutig unterbunden werden kann.
    Lediglich J´on, Ar´th und Bum-Bum gelingt die Flucht aus Jagorth´s Festung.



    ZEMBRIA


    Nach einer ruhigen Nacht fehlt plötzlich jede Spur von Ar´th.
    J´on liegt noch in Tagträumen, als ihn eine Kolds-Patrouille aufbringt und zur Zyklopin Zembria verschleppt. Auch Ar´th ist ihr Gefangener – ihm wurde für sein Verrat an J´on zwar Reichtum und Freiheit versprochen – doch auch diese Schwüre wurden nicht eingehalten.
    Zembria möchte einen Beweis für J´ons Macht. Er soll über eine Becken voller Säure gehen, in das zuerst Ar´th als Demonstration geworfen wird.
    Immer noch im Besitz des magischen Amuletts kann J´on sich der Prüfung stellen und unversehrt über die Säure wandeln.
    Überzeugt durch diesen Machtbeweis fordert Zembria ihn auf, ihre verunstaltete Gesichtshälfte zu heilen. Doch selbst wenn er wollte, könnte er ihr diesen Gefallen nicht erbringen, ging ihm doch durch den Zugriff der Amazonen Zembrias, zuvor das magische Amulett verloren.
    Außer sich vor Zorn öffnet Zembria ein Tor zur Zwischenwelt, in das sie die ebenfalls gefangene G´Wel wirft um Rache an J´on für dessen Weigerung zu nehmen.
    Getrieben aus Liebe, zögert J´on keine Sekunde und springt ebenfalls durch das Tor in die andere Dimension.



    BARR - FIND


    In der Zwischenwelt treffen beide auf N´om, den ehemaligen König des Schninkelvolkes, der als Ketzer in diese Dimension verbannt wurde.
    Seine Ungläubigkeit gab vor langer Zeit den Anlass für die Rache U´ns.
    Seither darben die Schninkel einem Sklavendasein unter der Knute ihrer Peiniger – den drei Unsterblichen.
    Zurück aus der Zwischenwelt, befinden sich J´on und G´Wel in Barr-Find´s Festung wieder.
    Sie werden unverzüglich gefangen genommen, getrennt und J´on wird dem Herrscher vorgebracht.
    Zu seiner Überraschung befinden sich Jargoth und Zembria an der Seite Barr-Find´s.
    Vereint halten sie den Vorsitz über ein Gericht bestehend aus Schninkel, die über J´ons Strafe beraten und ihn seiner Hinrichtung verurteilen.
    Sollte also doch die Prophezeihung Volga´s, auf makabre Art und Weise ihre Gültigkeit erhalten?



    U´N


    Es folgt die Hinrichtung J´ons, indem er an ein steineres Monument gefesselt durch die Unsterblichen gemartet wird.
    Doch zum Zeitpunkt seines Ablebens verschwinden die drei Herrscher und an Ihrer Stelle tritt N´om zurück auf diese Welt.
    Nun haben sich endgültig die Wege der Unsterblichen vereint und die Vorsehung tritt in Kraft. Allerdings nicht als der Friede den sich das Volk wohl wünschte, sondern als Heimsuchung U´ns des Schöpfers, der den ganzen Planeten in einem Feuerhagel, brennend dem Erdboden gleichmacht.
    Doch dies ist nicht die Zerstörung des Planeten Daar´s, sondern vielmehr das Auslöschen fast allen Lebens auf ihm und der Beginn einer neuen Evolution.
    Denn eine kleine Gruppe Tawals – unter Führung Bum-Bum´s konnte sich der göttlichen Rache entziehen und so den Grundstein für eine neue Generation intelligenten Lebens legen.
    Allerdings sollten noch Jahrtausende vergehen – und niemals sollte wieder eine ähnliche Entwicklung diesem Planeten beschieden sein, sodaß nun die letzten Nachfahren Bum-Bums vor der bitteren Erkenntnis stehen, dass der Auserwählte J´on scheinbar völlig umsonst gestorben ist ….


    ... denn diese Welt hat keine Zukunft




    [Künstler-Biografie:lucien]




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  2. #2
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Bevor es hier richtig losgeht mit dem Titel möchte ich Dir - lucien - nochmal ein herzliches Dankeschön, für die tolle und ausführliche Künstlerinfo aussprechen.

    Ich weiss sehr genau was das immer für eine Arbeit bedeutet - und sei es teilweise nur für eine Übersetzung aus einer Sprache, die man nicht ganz unfallfrei beherrscht. Nicht immer hat man einen großen Fundus Sekundärliteratur zur Hand - und selbst wenn - dauert es, bis man alle relevanten Infos zusammengetragen hat.

    In diesem Falle hast Du mir persönlich sehr weitergeholfen - denn ich hätte aufgrund vieler Arbeit kaum noch Zeit für die Intro gehabt - habe heute noch den 3. Teil zu Ende gelesen und nochmals 4 Stunden benötigt um alles sauber hier aufzusetzen, obwohl ich schon 3/4 der Inhaltsangabe handschriftlich notiert hatte.

    In diesem Sinne danke an alle die schon ähnliche Hilfestellung bei anderen Titeln gegeben haben und in Zukunft geben werden - das erleichtert mir die Arbeit enorm!




  3. #3
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    Auch von mir Lob für Euren Einsatz.

    Schade, dass ich aufgrund meines Kurzurlaubs bei diesem Titel allenfalls nachträglich aktiv werden könnte.
    Daher habe ich auch meine "Hausaufgaben" (nochmaliges Lesen des Albums/der Alben) nicht gemacht.

    Nur soviel: Der Schninkel gehört zu meinen, na sagen wir mal 20 Lieblingscomics.
    Wenige Titel eignen sich mMn so gut wie dieser für eine Besprechung am/im Stammtisch. Es wimmelt von intelligent platzierten Anspielungen, dass es eine Freude ist.

    So tummelt Euch und habt Spaß dabei!

  4. #4
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Exclamation

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Auch von mir Lob für Euren Einsatz.

    Schade, dass ich aufgrund meines Kurzurlaubs bei diesem Titel allenfalls nachträglich aktiv werden könnte.
    Daher habe ich auch meine "Hausaufgaben" (nochmaliges Lesen des Albums/der Alben) nicht gemacht.

    Nur soviel: Der Schninkel gehört zu meinen, na sagen wir mal 20 Lieblingscomics.
    Wenige Titel eignen sich mMn so gut wie dieser für eine Besprechung am/im Stammtisch. Es wimmelt von intelligent platzierten Anspielungen, dass es eine Freude ist.

    So tummelt Euch und habt Spaß dabei!
    Dir einen schönen Kurzurlaub - und ich würde mich freuen, wenn du nach deiner Rückkehr dennoch in den Thread eingreifen könntest, um deine Empfindungen + Gedanken bezgl. des Zyklus hier mitzuteilen.
    Ich denke schon das auch dieser Thread - unabhängig vom kommenden am nächsten Wochenende, durchaus auch danach noch weiter besprochen werden könnte.

    Zumindest würde mich dann eine Kurzeinschätzung und eine persönliche Bewertung von dir freuen - denn es wäre ja schade in Angesicht der Tatsache, daß es sich um einen deiner Lieblingstitel handelt.

  5. #5
    Mitglied Avatar von lucien
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    @Hip
    Danke für das Lob, welches ich sehr gerne an dich zurückgebe. Ohne deinen Einsatz würden wir uns hier nicht so intensiv und meist auch konstruktiv mit unserem Hobby (zumindest einem von den Hobbys) auseinandersetzen.
    Und ich muss gestehen, es macht ja auch ein wenig Spaß mal was zu Schreiben was einen ausschließlich privaten Rahmen hat.

    Bei den obigen Biographischen Angaben konnte ich ausgiebig auf eine Reddition Ausgabe zurückgreifen, das hat mir vieles erleichtert....

  6. #6
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    Das Ding hier hat mich ja echt überrascht. Erst dachte ich: "Schninkel? Was für ein lächerlicher Name!" Die Cover haben mich auch nicht gerade vom Hocker gehauen. Das komische Vieh da vorn drauf sah irgendwie doof aus. Aber dann habe ich angefangen, zu lesen...
    Der Schninkel ist eine wirklich geniale Parodie auf die Bibel und ähnliche Propheten Storys. Gleichzeitig entführt er in eine ziemlich coole Fantasy-Welt, in der so einiges richtig gemacht wurde. An Tolkien (der laut Vorwort wohl zummindest ein Vorbild war) kommt das zwar nicht heran, schon allein wegen der Namen. Spaß macht es aber trotzdem eine Menge.
    Was allerdings überflüssig ist, sind die ganzen T1tten überall. Besonders erotisch ist das nicht, der Hintergedanke "Sex sells" (der ja laut Biografie van Hammes Lebensmotto zu sein scheint) ist da etwas zu leicht zu durchschauen.

  7. #7
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Stolper hier grade mal nur zufällig rein. Schninkel? - Ewig her, dass ich den gelesen hab. Muss zu der Zeit gewesen sein, als ihn Carlsen erstmalig veröffentlichte. Wann war das? Feb. 89? - So, nagut. Da war ich Mitte 20. Fantasy war damals schon nicht mein Metier, auch die Hobbit/Herr der Ringe-Mode ging spurlos an mir vorbei. Aber den Schninkel fand ich damals ganz grossartig. Wär mal n Anlass, das wieder zu lesen. Wenn ich da die Tage zu komme, misch ich mich noch mal dazwischen. Jedenfalls: Fröhliches Weitermachen. Zuweilen bedaure ich echt, dass ich zuwenig Zeit hab, mich mehr (oder überhaupt) um den Stammtisch zu kümmern. Scheinen hier -abseits von Frage/Antwort/Aktuellen Infos- die interessantesten (aber eben auch zeitintensivsten) Threads zu sein. Naja.
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  8. #8
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    @zaktuell

    Danke für die Blumen - würde Dich auch gerne desöfteren bei unseren Threads lesen!

    Schninkel - bis ich das mal gerafft hatte, daß es nicht Schinkel heisst - es dauerte bis zum Erwerb der drei farbigen Carlsen -Alben.

    Wenn es um einen direkten Vergleich zwischen diesen und der S/W Gesamtausgabe geht, kann ich wenig beisteuern - deshalb müsste man sich beim Erwähnen einer bestimmten Szene auf eine kleine Erklärung derselben einigen - damit alle Parteien hier mitdiskutieren können.

    Ich möchte an dieser Stelle auch nur meinen ersten Eindruck vom Fantasy-Zyklus einbringen.

    Meiner Meinung ist dieses Werk ganz große Fantasy-Comickunst, die ihresgleichen sucht und sicherlich unter den TOP TEN des Genres anzusiedeln sein dürfte.
    Lediglich der Abschluss der Saga bringt einige leicht holprige Handlungselemente mit sich und ich bin noch sehr zwiespältig ob mir die auflösende Symbolik mit der Kreuzigung und anschliessendem Armageddon, gefolgt von neuer Evolution nun wirklich gefällt - oder er mir doch viel zu schwülstig geraten ist. Ich lasse mich da mal überraschen, was unsere Diskussion hier für Ergüsse beisteuert.

    Noch eine Anmerkung zu Ortwins Coverschelte.

    Ich fand gerade die ersten beiden Cover der farbigen Trilogie absolute Spitzenklasse - mit das beste was ich je im Fantasygenre gesehen habe. Das erinnert schon stark an die großen Werke der alten Meister und vermittelt einen schönen Eindruck von "himmlischen Heerscharen" - oder in Band 2 "Eva´s Versuchung"
    Das past prima zum Kontext der biblischen Aspekte - hervoragende Arbeit!

    Band 3 finde ich sehr abfallend in der Qualität und einfach nur triviale Fantasy - gerade der Abschluss der Saga sollte eigentlich noch ein besonderes Artwork erhalten - aber nach erstem Lesen empfand ich den 3. Band auch in der Storyline als Schwächsten der drei Teile - insofern passt sich das Cover dann doch dem Inhalt an!

  9. #9
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    Naja, die Cover sind schon in Ordnung. Nur haben sie mich nicht unbedingt eine gute Geschichte erwarten lassen. Und vor allem der Schninkel, wenn er auch sehr gut in die Rolle in seiner Geschichte passt, hat mir erst mal gar nicht gefallen. Wenn ich mir die Cover jetzt angucke, finde ich sie vielleicht etwas übertrieben. Geiles Artwork, aber es tut irgendwie nicht seinen Job, nämlich auf die enthaltene Geschichte hinzuweisen.
    Und zum Ende... Das ist in der Tat schwülstig, aber es passt doch eigentlich ziemlich gut zum Rest der Story. Es ist eine Parodie der alten Fantasy Klassiker, hauptsächlich der Bibel und des Herrn der Ringe, und dazu passt dieses Ende doch perfekt.

  10. #10
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Ortwin Beitrag anzeigen
    Naja, die Cover sind schon in Ordnung. Nur haben sie mich nicht unbedingt eine gute Geschichte erwarten lassen. Und vor allem der Schninkel, wenn er auch sehr gut in die Rolle in seiner Geschichte passt, hat mir erst mal gar nicht gefallen. Wenn ich mir die Cover jetzt angucke, finde ich sie vielleicht etwas übertrieben. Geiles Artwork, aber es tut irgendwie nicht seinen Job, nämlich auf die enthaltene Geschichte hinzuweisen.
    Und zum Ende... Das ist in der Tat schwülstig, aber es passt doch eigentlich ziemlich gut zum Rest der Story. Es ist eine Parodie der alten Fantasy Klassiker, hauptsächlich der Bibel und des Herrn der Ringe, und dazu passt dieses Ende doch perfekt.
    Soso - die Bibel ist der alte Fantasy-Klassiker - da sollte ich sie in der Tat vielleicht doch mal lesen!

    Ich weiss noch nicht mal ob der Schninkel bzw. der Zyklus so sehr als Parodie zu verstehen ist, als vielmehr eine Art Gleichnis oder Bildnis bezgl. der Bibelgeschichte?
    Genauso schwer tue ich mich mit einem Bezug auf den Herrn der Ringe - sicherlich wird man in jedem Fantasy-Epos irgendwelche Anleihen auf diese grossartige Geschichte finden - aber ich weigere mich strikt immer und alles nachfolgende in direkten Bezug auf die Tolkien-Saga zu reduzieren.

    Vielmehr glaube ich das die beiden Künstler im vorliegenden Zyklus eine sehr eigene komplexe Storyline aufbauen, die in vielen Punkten uns Menschen einen Spiegel vorhalten soll - und im kleinen Schninkel vielleicht wirklich so eine Art "Jesus" symbolisiert.

    Eigentlich ist die Figur eine einfache graue Maus, die nun durch göttliche Fügung dazu auserkoren ist, die Menschheit auf dem Planeten Daar zu einigen. Das Daar dabei nur eine fiktive Adaption der Erde darstellen soll, ist schon relativ früh zu erkennen.

    J´on der sich seiner neuen Rolle gar nicht recht bewusst ist und auch keinerlei Ahnung hat wie er nun ausgerechnet der Messias sein soll, stolpert nun von Situation zu Situation und lernt einerseits neue Freunde kennen und andererseits erwirbt er sich durch seinen Ruf als Wunder- und Heilsbringer eine kleine Gefolgschaft - die man auch als seine Apostel bezeichnen könnte, obwohl sie nicht so aktiv predigend durch´s Land ziehen.
    Das seine Wunder nur auf reinen Zufällen basieren ist weder ihm bewusst, noch kann die einmal entstandene Maschinerie der Mundpropaganda gestoppt werden.
    So wird ihm eine Aufgabe angedacht, die jeden sterblichen komplett überfordern würde und trotzdem glauben oder fürchten die anderen Menschen/Wesen/Schninkel usw. ihn.
    Damit ist wieder der Bezug zu Jesus hergestellt.

    Das sein eigenes Volk zuerst versklavt und zerstritten und dann in der "Kreuzigung" vereint wird - ist nur ein weiteres Gleichnis mit der Bibelgeschichte.

    Was mir allerdings am Ende gefallen hat ist, daß die Autoren nun einen Schritt weiter gehen und im schon angesprochenen Armageddon die bekannte Welt untergehen lässt um danach eine darwin´sche Evolutionstheorie zu stricken.

    Hier trennt sich die Story deutlich von der Bibelvorgabe - obwohl genauer betrachtet, ja auch der Herr + Schöpfer Auslöser für die weitere Entwicklung der Welt verantwortlich ist, sowohl in der Bibel - als auch im Comic.

    Natürlich empfindet man heute als gebildeter und aufgeklärter Mensch viele Szenen schon als parodistische Anspielungen - und wahrscheinlich war das auch die Intention der Künstler - aber ich denke sie wollten auch eine wichtige Kernaussage geben mit ihrem Werk.
    Geändert von hipgnosis (26.09.2006 um 09:21 Uhr)

  11. #11
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Ortwin Beitrag anzeigen
    Naja, die Cover sind schon in Ordnung. Nur haben sie mich nicht unbedingt eine gute Geschichte erwarten lassen. Und vor allem der Schninkel, wenn er auch sehr gut in die Rolle in seiner Geschichte passt, hat mir erst mal gar nicht gefallen. Wenn ich mir die Cover jetzt angucke, finde ich sie vielleicht etwas übertrieben. Geiles Artwork, aber es tut irgendwie nicht seinen Job, nämlich auf die enthaltene Geschichte hinzuweisen.
    Hallo Ortwin!

    Irgendwie sind wir hier im Moment die einzigen - daher kann ich nochmal direkt auf Dein Posting bzgl. der Cover eingehen und dich von ihrer Brillianz versuchen zu überzeugen (in jedem steckt ein kleiner Matbs ) .

    Du schreibst selbst - Geiles Artwork - das möchte ich mal so stehen lassen.
    Dessen Meinung bin ich wie gesagt auch, zumindest was Band 1 + 2 der Farbausgabe betrifft.

    Desweiteren schreibst Du : " ...aber es tut irgendwie nicht seinen Job, nämlich auf die enthaltene Geschichte hinzuweisen. "

    Nun bin ich aber baff - gab es jemals schönere Cover und passendere Bezüge auf den Inhalt der besagten Alben?

    Gehen wir doch mal die Cover im Einzelnen durch:

    Band 1: http://www.comicguide.de/php/detail....h&display=long

    Wir sehen J´on den kleinen Schninkel und Hauptprotagonisten in einer sehr nachdenklichen Pose, die übrigens auf allen 3 Cover gleich sind!
    Alleine diese Haltung drückt doch schon einmal unwahrscheinlich viel über den Charakter aus - nicht nur optisch.
    Warum brütet er denn - und über was denkt er nach?

    Im gesamten ersten Band - aber auch noch in den nachfolgenden, zweifelt dieser kleine Kerl über seine Berufung. Er ist hin und her gerissen von Gefühlen - auf ihm lastet eine göttliche Prophezeihung, daß ausgerechnet er für Frieden auf der Welt sorgen soll. Welch´ enormer Druck und welche Unsicherheit und Gewissensbisse müssen ihn plagen!
    Alleine die dargestellte Haltung und Mimik drückt dies hervorragend aus.

    Desweiteren sehen wir einen Unheilsschwangeren (ach ich liebe dieses Wort ) Himmel.
    Der Leser weiss noch nicht genau wie er dies zu interpretieren hat - auf den ersten Blick ein fürchterliches Gemetzel. Im Laufe der Handlung erfährt man das ein nicht endenwollender jahrelanger Krieg auf Daar herrscht.
    Geht man noch auf das göttliche Element ein, könnte man gar die himmlischen Heerscharen rein interpretieren - aber ersteres reicht doch allemal aus, um das Spezifische Handlungselement des 1. Bandes darzustellen.


    Band 2: http://www.comicguide.de/php/detail....=1&lineIndex=1

    Wie gesagt wieder die nachdenkliche Haltung - und in der Tat ist noch lang nicht für J´on klar ersichtlich, daß er wirklich der Ausserwählte sein soll, der nun im Besitz göttlicher Macht weilt.

    Im Hintergrund sehen wir nun Zweierlei.
    a. Sualtam - den uralten Baumriesen, der die Vergangenheit Daars kennt und von dem sich J´on Rat holt.
    b. Im Geäst des Baumriesen finden wir die sinnliche Versuchung namens G´Wel - die im Zyklus die weibliche Begleiterin J´ons darstellt.
    Nun wissen wir nach Lesen des Bandes warum diese Szenerie so prägnant ist - denn im Laufe der Handlung empfindet J´on einen immer unstillbaren + leidenschaftlicheren Drang zur sexuellen Verbindung mit G´Wel.

    Mit dem Cover wird gleichzeitig die Versuchung und der körperliche Reiz ausgedrückt.


    Band 3: http://www.comicguide.de/php/detail....=2&lineIndex=2


    Für mich das schwächste der drei Coverabbildungen aber dennoch sehr weisend im Bezug auf den Inhalt.
    Wieder der Gedankenverlorene J´on im Vordergrund - und über ihm richtend die drei Unsterblichen - der böse Widerpart in der Storyline.

    Rufen wir uns doch mal zurück, was die Seherin Volga in ihrer Prophezeihung ausdrückte - die Lösung für J´ons Problem den Frieden auf Daar wieder herzustellen.

    Zitat Zitat von Volga
    „ Der Friede tritt ein – wenn die drei Unsterblichen vereint! “

    Nach einem grossen Dissens der Drei sieht doch das Coverbild nicht aus, oder!? Im Gegenteil - alle drei scheinen nun einen gemeinsamen Nenner zu haben und zwar J´on den Auserwählten.

    Hier wird schon die Lösung des Problems vorweggenommen.

    Alle drei Cover haben aber zum Glück gemein, das es eben nicht nur Bilder aus den jeweiligen Alben sind, die vergrößert und abgebildet wurden, sondern schon jeweils eine Anspielung auf den Handlungsinhalt verkünden - aber gleichzeitig so geheimnisvoll bleiben, das dem Leser nicht schon zuviel vorweg verraten wird.

    Ausserdem sind noch die Titel der jeweiligen Alben super in die jeweilige Storyline des betreffenden Bandes integriert.

    Band 1 - Der Auftrag
    Band 2 - Der Auserwählte
    Band 3 - Das Urteil

    Zudem sind die Zeichnungen wunderschön und erinnern wirklich in Band 1 + 2 an die Öl-Malerei alter Meister.

    Besser kann man doch nun wirklich kaum die Coverauswahl mit dem Inhalt verknüpfen und an der grafischen Qualität sind ja eh´ keinerlei Zweifel gegeben!

    Also da lasse ich keinen negativen Zweifler zu - solange ich nicht auch nur einen driftigen Grund genannt bekomme!

  12. #12
    Mitglied Avatar von Matbs
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    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    Irgendwie sind wir hier im Moment die einzigen
    Hmja, eigentlich hatte ich schon seit längerem vor, mir die Bände noch zu besorgen, aber das ist dann irgendwie in meiner kleinen Stammtisch-Pause untergegangen, und jetzt kann ich sie mir vor Oktober wohl auch nicht mehr leisten, im Zweifelsfall seid ihr also auf euch gestellt, sorry.

    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    (in jedem steckt ein kleiner Matbs ) .
    Humpf!!

    Wie darf man denn das verstehen?

  13. #13
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Matbs Beitrag anzeigen
    Hmja, eigentlich hatte ich schon seit längerem vor, mir die Bände noch zu besorgen, aber das ist dann irgendwie in meiner kleinen Stammtisch-Pause untergegangen, und jetzt kann ich sie mir vor Oktober wohl auch nicht mehr leisten, im Zweifelsfall seid ihr also auf euch gestellt, sorry.
    Also ich kann Dir den kleinen Schninkel nur ans Herz legen - wie felix ja auch schon vor seinem Kurzurlaub ausführte einer der besten Fantasy-Zyklen!

    Im übrigen bin ich es fast schon ein wenig gewohnt, daß manchmal gerade bei den herausragendsten Comics irgendwie die geringste Beteiligung herrscht.
    Das war bei Reisende im Wind so, oder auch bei Watchmen - schade, woran das liegen mag!?

    Schreckt vielleicht die Komplexität mancher Comics die Teilnehmer hier zum Mitmachen ab - oder kostet es zuviel Zeit sie noch einmal zu lesen?

    Keine Ahnung - leider kosten sie auch dementsprechend viel Zeit in der Vorbereitung - obwohl das hier noch einigermassen erträglich ausfiel, vor allem da lucien die Künstler-Bio beisteuerte.

    Na ja - ich hoffe das noch einige sich hier zu Wort melden, da es immer schwierig ist allein oder zu zweit alle Aspekte eines Comics offen zulegen.

    Ansonsten kommt ja vielleicht felix noch rechtzeitig von seinem Trip zurück um noch etwas beisteuern zu können.

  14. #14
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    Hip, du hast recht, der Schninkel bezieht sich nicht direkt auf den Herrn der Ringe oder die Bibel, sondern rechnet mit allen Büchern ähnlicher Machart gleichermaßen ab. (Schon in der Bibel gibt es mit Moses und Jesus auch mindestens zwei Personen, zu denen die Schninkel-Story deutliche Parallelen aufweist.) Insofern ist der Begriff Parodie vielleicht nicht ganz passend. Wie soll man es dann nennen?


    Zu den Covern: Das ist ja alles schön und gut und einzusehen, wenn man die Story schon gelesen hat. Aber: Zummindestens ich hatte keine Ahnung, was ich von der Story zu erwarten habe. Genau das aber soll mir das Cover mitteilen, wenn ich es im (Internet-)Buchladen im Regal sehe. Dazu wäre zum Beispiel die Szene der Erscheinung Gottes, die Kreuzigung etc. sinnvoller gewesen. Bei Band 2 und 3 sind die Cover dann auch schon eher ok, weil man ja in der Handlung drin steckt und versteht, was zu sehen ist. Aber gerade das erste Cover hilft wirklich nicht, (mir) den Schninkel zu verkaufen.
    Allerdings sehen die Cover wirklich verflucht schick aus.

    Interessant finde ich, dass die Bände original in schwarz/weiß waren. Ich bin zwar Manga-Leser, und damit in der Richtung viel gewöhnt. Den Schninkel kann ich mir ohne Farbe aber eigentlich nicht vorstellen. Die tolle Kolorierung gibt den Zeichnungen doch erst die Seele. Ohne muss das doch total öde aussehen, oder ist das eine Fehleinschätzung?

  15. #15
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    Zitat von hip
    Schreckt vielleicht die Komplexität mancher Comics die Teilnehmer hier zum Mitmachen ab
    Sicher schreckt die Komplexität ab, aber es braucht auch etwas Mut sich bei euch Meistern der Comic-Besprechung als Neuling einzubringen.
    Nicht desto trotz versuche ich einen Beitrag zu leisten, da ich jeden Stammtisch mit viel Freude und Interesse verfolge.

    Zitat von Ortwin
    Interessant finde ich, dass die Bände original in schwarz/weiß waren. Ich bin zwar Manga-Leser, und damit in der Richtung viel gewöhnt. Den Schninkel kann ich mir ohne Farbe aber eigentlich nicht vorstellen. Die tolle Kolorierung gibt den Zeichnungen doch erst die Seele. Ohne muss das doch total öde aussehen, oder ist das eine Fehleinschätzung?
    Aus meiner Sicht eine Fehleinschätzung Ich habe zwar nur die s/w Ausgabe und kann daher keinen Vergleich mit der kolorierten Fassung anstellen. Aber die s/w Fassung ginde ich (obwohl ich sonst farbige Comics viel lieber habe) sehr gelungen.
    Durch das Fehlen von Farbe wird das Düstere, die fehlende Zukunft und die scheinende Unveränderbarkeit dieser Welt noch verstärkt.
    Ganz genial in s/w finde ich die Szene in der Zwischenwelt. Ich könnte mir keine besser Darstellung von "Nichts" vorstellen.

    Zitat von Ortwin
    Hip, du hast recht, der Schninkel bezieht sich nicht direkt auf den Herrn der Ringe oder die Bibel, sondern rechnet mit allen Büchern ähnlicher Machart gleichermaßen ab. (Schon in der Bibel gibt es mit Moses und Jesus auch mindestens zwei Personen, zu denen die Schninkel-Story deutliche Parallelen aufweist.) Insofern ist der Begriff Parodie vielleicht nicht ganz passend. Wie soll man es dann nennen?
    Leider fällt mir auch kein bessere Begriff ein. Empfinde die Geschicht aber als sehr starke Kritik an den Glauben an das Göttliche (…denn diese Welt hat keine Zukunft)
    Wenn wir den Schninkel als Paradoie (mangels besserem Begriff verwende ich weiter diesen) auf Jesus betrachten, so war Jesus gemäss den Autoren überhaupt nicht göttlich. Ihm wurde seine Rolle aufgezwungen, seine Wunder waren "Zauber" und alles was er erreichte war durch Zufall! entstanden. Zudem genoss er die Situation genau in den Momenten in denen sie ihm Macht verlieh.
    Erst durch die Liebe zu G'wel wird er etwas heldenhafter und im Angesicht des unausweichlichen Todes habe ich das erstemal das Gefühl, dass er seiner Aufgabe gewachsen sei.
    Und dann werden sie alle von U'N niedergemetzelt obwohl er die Aufgabe erfüllt hat. (der barmherzige Gott!)

  16. #16
    Mitglied Avatar von lucien
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    Da ich mich mit den Biographien der beiden Autoren beschäftigt habe, blieb mir bisher keine Zeit "den Schninkel" nochmals zu lesen, deshalb tätige ich meine Aussagen aus dem Gedächtnis und kann sie zumindest zur Zeit nicht belegen.

    Zur Intention: Van Hamme ist ja ein großer, zugegebenermaßen überwiegend guter, Eklektiker. Auch bei diesem Stoff hat er sich wieder von verschiedenen Seiten inspirieren lassen und die ihm geeignet erscheinenden Bausteine verwendet und zu einem ihm passenden Muster zusammengesetzt.

    Der Verlag Casterman wollte auf der Fantasy Welle mitschwimmen und suchte einen geeigneten Titel und fragte wohl auch bei Jean Van Hamme an. Dieser verwirklichte dann eben Schninkel, welches schon eine deutliche Nähe zum neuen Testament innehat, durch viele Zitate aus Filmen und Literatur nochmals an Tragweite gewinnt.
    Allein die Darstellung Gottes als schwarzen Monolit, begeistert wohl nicht nur Kubrick Fans (oder stösst sie ab?), man könnte natürlich auch interpretieren dass Van Hamme und Rosinski etwaige Blasphemien vermeiden wollten.

    Beim ersten lesen war ich sehr angetan, was vielleicht auch am schwarz/weißen Artwork lag. Nachdem ich aber einige Zeit später die kolorierte Fassung nochmal las war ich von der Geschichte eher enttäuscht da sie mir doch zu sehr wie ein Patchwork aus Zitaten von Literatur und Film erschien, gute Unterhaltung aber kein Jota mehr!

    Noch kurz zur Diskussion schwarz/weiß vs. farbig, meinen Recherchen nach wurde die Geschichte nach ihrem überraschenden Erfolg nachträglich koloriert um weitere Abverkäufe zu erschließen.

  17. #17
    Mitglied Avatar von Jerry Garcia
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    Ich liebe den Schninkel. Die Geschichte hat Tiefgang und regt zum Nachdenken an, etwas was den allermeisten Fantasy-Geschichten völlig abgeht. Ich liebe Rosinskis Zeichenkunst und ich liebe die Farbgebung.
    Obwohl sehr am Schninkel interessiert (wegen Rosinski) hab ich immer gezögert und gehofft dass das Ding doch mal in Farbe kommen möge. Und - voila - es hat sich gelohnt zu warten. Rosinski ohne Farbe, da fehlt mir ganz gewaltig etwas.

    Schninkel kann man nur jedem ans Herz legen, der gute Fantasy schätzt, die unterhält und dabei aber nicht platt bleibt. So etwas in der Art würde ich mir z.B. im neuen Splitter-Programm wünschen.

    Jerry

  18. #18
    Mitglied Avatar von PhoneyBone
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    Endlich komme Ich zu einem grösseren Beitrag!

    "Die grosse Macht des kleinen Schninkel" ist einer der größten Klassiker der modernen Comic-Geschichte! Auch nach 18 Jahren ist der Comic nicht veraltet und des Themas wegen wird dies auch die nächste Jahre nicht geschehen. Für mich ist "Die grosse Macht des kleinen Schninkel" der beste Comic, der je von Jean Van Hamme geschrieben wurde: Eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Drama und Humor mit menschlichen Personen, die nicht heroisch sind, aber alltägliche kleine Macken zeigen. Van Hamme läßt sich, wie auch einfach zu ersehen ist, vom alten Testament beeinflussen. Deswegen ist der Comic Uns an einigen Stellen auch sehr vertraut, da die Geschichten und "Gebräuche" des alten Testament unser westliches Leben auch noch heute beeinflussen.

    Mit der erneuten Publikation von "Die grosse Macht des kleinen Schninkel" in Farbe und 3 Bände von Casterman in Frankreich 15 jahre nach Erscheinen des Einzelband in schwarz-weiß, kann man geteilte Meinung sein. Mit dieser Entscheidung wollte Casterman diesen Comic zugänglicher für eine neue Generation machen. Schändigung eines Heiligtums oder ein logischer Schritt? Puristen und Altleser werden sicher dagegen sein, da dies ein Eingriff in die Authenzität der Arbeit ist (und das Comic ist ursprünglich schwarz-weiß konzipert gewesen). Ich finde jedoch, daß dies nicht immer so ist. Die Kolorierung von Graza Kazprak, der auch für Rosinskis den Thorgal koloriert, sind atemberaubend. Das dies Kazprak gelingt, spricht viel für ihn, da die ganze Geschichte schon detalliert von Rosinsky ausgezeichnet war. Ein weiteres Beispiel wo dies wirklich gut funktioniert hat, ist beim großen Hugo Pratt, einen Großmeister von "schwarz und weiß"-Zeichnungen. Pratt überwachte persönlich die Einfärbung seiner Alben und die farbige Version kommt problemlos an die schwarz-weiß Version heran. Jedoch finde ich die Entscheidung von Casterman diesen Klassiker an eine neue Generation von Comiclesern nobel, aber es gefällt mir nicht das die Entscheidung der Kolorierung nicht von Rosinski sondern von Casterman kam und der Band in 3 Bände aufgesplittet wurde und sich dadurch der Preis des Comic verdoppelt hat.
    Zurück zum Comic: "Die grosse Macht des kleinen Schninkel" ist mehr als eine Fantasy-Geschichte. Das universelle Thema des Comic ist meiner Ansicht folgendes: Der kleine Schninkel und alle anderen Personen meinen über ihr eigenes Leben zu bestimmen, sind jedoch nur Spielsteine in einem grossen Theaterstück, das durch Andere geleitet werden. Dies gilt für alle Personen und nicht nur J'on. Schlussendlich scheint keiner den totalen Untergang zu entkommen. Das Ganze wird beinahe zu einer nihilistischen Geschichte mit einigen komischen en rührseligen Szenen. Van Hamme läßt diese Messias-Geschichte in eine Welt ohne Helden und Gewinnern abspielen. All das kann natürlich nicht in ein Happy End münden und Van Hamme, als Realist, läßt dies auch nicht zu.
    Infos aus Belgien: www.stripspeciaalzaak.be

  19. #19
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Hey klasse - jetzt haben wir eine schöne Podiumsrunde!

    @baesch

    Bitte niemals von uns abschrecken lassen - immer mitreden - erstens machts mehr Spaß und man lernt auch eine Menge dabei und bekommt neue Tendenzen aufgezeigt, die man selbst vielleicht nie so empfunden hat - zumindest ergeht es mir immer so!

    @Jerry Garcia

    Ich habe mich auch spontan in diese Geschichte verliebt - und wünschte mir auch so etwas bei Splitter.
    Doch mal ehrlich - wieviel dieser Hochkaräter soll es denn geben? Selbst wenn ein Verlag wollte, müsste er erst mal Vergleichbares heutzutage finden.


    @PhoneyBone

    Zum Vergleich S/W - Farbe möchte ich mich ungern äussern - liegt mir auch nur die Farbversion vor - aber die ist sensationell gelungen. Ich bin auch der Meinung das dies van Hammes Meisterwerk ist - bzw. kenne ich ihn nicht besser!

    Ebenfalls bin ich ein grosser Fan von Hugo Pratt - und auch bei ihm finde ich sowohl die Original S/W aber auch die Neuauflagen in Farbe sehr gelungen.

    Allerdings muss ich grundsätzlich Ortwin zustimmen - ich kann mir den Schinkel in S/W auch nicht so 100% vorstellen - für mich gehört zu einer monumentalen Fantasy-Saga immer eine bestechende Optik und wunderschöne Kolorierung - das muss irgendwie aus einem Guss sein - wenn ein Teil fehlt, mangelt es der Fantasy-Story etwas.

    Nichtsdestotrotz ist gerade die Sequenz in der Zwischenwelt prädestiniert - wenn überhaupt - in S/W gut anzukommen - da sich hier alles auf den knappen Dialog reduziert - und da kennen wir ja von einigen Stammtischbesprechungen (Insekt, Sommerblond) - das gerade dann S/W nicht von der Storyline ablenkt.

  20. #20
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von PhoneyBone Beitrag anzeigen
    Jedoch finde ich die Entscheidung von Casterman diesen Klassiker an eine neue Generation von Comiclesern nobel, aber es gefällt mir nicht das die Entscheidung der Kolorierung nicht von Rosinski sondern von Casterman kam und der Band in 3 Bände aufgesplittet wurde und sich dadurch der Preis des Comic verdoppelt hat.
    Naja, teurer ist ja wohl in erster Linie durch die Farbe und die 15 Jahre Inflation geworden und nicht durch die Aufsplittung in drei Bände.

  21. #21
    Mitglied Avatar von PhoneyBone
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    Naja, teurer ist ja wohl in erster Linie durch die Farbe und die 15 Jahre Inflation geworden und nicht durch die Aufsplittung in drei Bände.
    Ich glaube wir können Uns einigen, dass alle drei Gründe zu einer Erhöhung des Comics geführt haben.

    zu hipgnosis: Falls Interesse von deiner Seite, komme ´mal nach Marburg/Lahn vorbei und schaue dir die Schwarz-weiß Version bei mir an.

    Gruss,
    PhoneyBone
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  22. #22
    Mitglied Avatar von lucien
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    Ich finde die Zeichnungen von Rosinski in schwarz/weisß schon sehr ausdrucksstark. Sein fester, aber doch feiner Strick für die Personen und die Hintergründe eher schraffierend spricht mich schon an. Die Kolorierung sehe ich nicht unbedingt als Verbesserung an.
    Leider krankt die Carlsen Originalausgabe ein wenig am zu matten Papier. Ein weniger absorbierendes, glatteres Papier hätte der opulenten Grafik Rosinskis besser zu Gesicht gestanden.

    Wer Rosinski und vor allem Thorgal kennt, erlebt häufiger "zeichnerische Deja-vous". Rosinski bedient sich bei den Hintergründen, insbesondere bei den Landschaften häufiger aus dem Thorgal-Zyklus, was zumindest mich aber nicht stört.
    Auch bei einigen Protagonisten erkennt man, sofern man möchte, doch manche Verwandschaft zur oben genannten Reihe. So erinnert mich Zembria doch an eine Rivalin Thorgals.

  23. #23
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    @PhoneyBone

    Gegen einen Besuch hätte ich generell überhaupt nix einzuwenden, doch mangelt es mir einfach an der notwendigen Zeit.
    Leider musste ich auch schon lucien eine Absage erteilen - weil es einfach nicht in meinen Terminkalender passte. Sobald da mal wieder etwas mehr Normalität herrscht (Hausrenovierung) werde ich sowieso mal etwas einleiten!

    Ich wollte heute mal beginnen, etwas auf die Handlung des Zyklus einzugehen. Da ich nur die Farbausgabe besitze, richte ich mich auch nach dieser - das heisst ich werde mich immer an einem Band orientieren.

    Band 1 beginnt mit einem tollen Vorwort und wunderschönen Skizzen - so muss es sein!
    Ich habe eh´ nicht verstanden, warum Carlsen anstatt dem 3-Teiler nicht einen wunderschönen Luxus-Gesamtband im Schuber gestaltete - dazu noch eine Grafik und das Fan- und Sammlerherz wäre aufgeblüht!

    Die Comichandlung beginnt mit einer Art Endzeitszenario, bevor sie dann mit einem Paukenschlag in ein ungeheures Kampfgetümmel, riesigen Ausmasses, übergeht.
    Dazu hat sich Rosinski eine schöne Panelaufteilung einfallen lassen, indem er immer abwechselnd auf einer Seite - 3 Panel mit den jeweiligen Kriegsparteien darstellt.
    Auch sehr gelungen ist die Entwicklung der Kampfdynamik.
    Erlebt der Leser auf der ersten Seite noch die Ruhe vor dem Sturm und weiss somit noch gar nicht was auf ihn zukommt, erscheinen auf den folgenden Seiten die Matadoren zuerst klein am Horizont um immer größer ins Rampenlicht zu treten.
    Das hat etwas Cineastisches und verfehlt nicht seine Wirkung.

    Der Kampf selbst stellt dann ein regelrechtes Gemetzel dar - tausende Leiber schlachten einander ab - es wird regelrecht die Schlacht zelebriert - sicherlich nicht jedermanns Geschmack und nichts für sanfte Gemüter.

    Dazu kommt nun noch der Einsatz kurioser Fabelwesen, wie zum Beispiel die fliegenden fleischfressenden Pflanzen-Tiere, auf denen Jargoth´s Bogenschützen dahergleiten.
    Die gesamte Szenerie ähnelt hier dann doch dem Kampf bei Herr der Ringe in der entscheidenden Schlacht um Mittelerde, um diesen Vergleich nochmal zu bemühen. Nur das hier die Storyline einsetzt und nicht wie bei H.d.R. daraufhin gearbeitet wird.

    Hier startet die Handlung dann mit J´on dem einzigen Überlebenden der Schlacht - gleich Phönix aus der Asche auferstanden - und nun zurecht der göttlichen Vorsehung auserkoren - oder ist alles nur ein Traum?

    Der Schöpfer stellt sich J´on in einer Art gigantischem Monolithen dar, schwebend von einer Aura des Überirdischen umgeben - die Worte der Macht werden durch übergrosses Lettering gut betont. Ich habe mich beim Lesen an der Stelle gefragt, ob man Gott nicht anders, oder gar besser hätte darstellen können. Vielleicht gar keinen Gegenstand verwenden, sondern einfach als Stimme aus einem unheilschwangeren Himmel heraus.
    Gut ist vielleicht, daß hier keine Menschengestalt gewählt wurde - was dann wieder zu endlosen Diskussionen geführt hätte - warum ist er nicht schwarz oder eine Frau, warum trägt er einen Bart oder keinen usw.
    Das Ziel der Szene wurde jedenfalls erreicht und der Leser ist nun erstmal auf die kommende Handlung eingeschworen - und kann sich selbst seine Gedanken machen, wie genau denn nun der Storyverlauf weitergehen könnte.

    Es beginnt nun mit dem 2. Kapitel die eigentliche Odyssee J´ons, in dem ein weiterer Mosaikstein mit der Vostellung seines ersten Begleiters gelegt wird. So dient im nachfolgenden auch das 3. Kapitel demselben Zweck, sodas der gesamte 1. Band lediglich als Vorbereiter des Zykluses einleitend auf das große Fantasy-Abenteuer gestaltet ist.
    Wichtig an dieser Stelle ist schon die Bekanntmachung der verschiedenen Charaktere auch die der verfeindeten Parteien und eine erste große Kern-Aussage der Geschichte: Freundschaft

    An dieser Stelle muss ich unterbrechen - habe keine Zeit mehr - vielleicht möchte ja schon jemand übernehmen, weiterleiten oder auf verschiedene Aspekte in meinem Statement eingehen. Ich weiss nicht ob Euch die von mir vorgenommene Diskussions-Einteilung in die der 3 Farbalben passt - ich finde sie ganz praktisch, kann man so doch auch die Chronologie der Geschichte gleich mitbeleuchten.
    Geändert von hipgnosis (29.09.2006 um 09:06 Uhr)

  24. #24
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    Eigentlich finde ich die Darstellung des Gottes als großen schwarzen Klotz ziemlich effektiv... Alle anderen Lösungen, die ich mir vorstellen könnte, würden irgendwelche Probleme machen. Bei einem leeren Himmel hätte man nix zum drauf gucken, die Probleme mit einer menschlichen Gestalt hast du ja schon angesprochen.

  25. #25
    Mitglied Avatar von lucien
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    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    @PhoneyBone


    Der Schöpfer stellt sich J´on in einer Art gigantischem Monolithen dar, schwebend von einer Aura des Überirdischen umgeben - die Worte der Macht werden durch übergrosses Lettering gut betont. Ich habe mich beim Lesen an der Stelle gefragt, ob man Gott nicht anders, oder gar besser hätte darstellen können. Vielleicht gar keinen Gegenstand verwenden, sondern einfach als Stimme aus einem unheilschwangeren Himmel heraus.
    Gut ist vielleicht, daß hier keine Menschengestalt gewählt wurde - was dann wieder zu endlosen Diskussionen geführt hätte - warum ist er nicht schwarz oder eine Frau, warum trägt er einen Bart oder keinen usw.
    Das Ziel der Szene wurde jedenfalls erreicht und der Leser ist nun erstmal auf die kommende Handlung eingeschworen - und kann sich selbst seine Gedanken machen, wie genau denn nun der Storyverlauf weitergehen könnte.
    An dieser Szene macht sich wieder Van Hammes Eklektismus bemerkbar, wie ich ja schon in einem der vorigen Posts erwähnte wird jeder der Stanley Kubricks Film nach A.C. Clarkes Roman "2001 Odysee im Weltall" gesehen hat, sofort die Eingangssequenz des Filmes assozieren. Dort landet ebenfalls ein schwarzer Monolith in eindrucksvoller Manier bei, zumindest für Darwianer, unseren Vorfahren.

    Natürlich haben Van Hamme und letztlich auch Rosinski damit die äußerst schwierige Frage, wie den ein Gott auszusehen habe, elegant umgangen und werden sich auch keine Anfeindungen Seitens Religöser Menschen auszusetzen wissen. Kurzum ein gut gewähltes Stilmittel, aber leider nicht vom Autoren erfunden.
    ~~~~~
    @ Hip
    Natürlich finde ich deine Herangehensweise legitim und sie wird dem Werk wahrscheinlich am besten gerecht.

    Ich kann den Schninkel aber nicht so betrachten, für mich ist es eine, zugegebenermaßen, stringente Aneinanderreihung von Ereignissen die alle aus Film und Literatur (incl. Comics) bekannt sind.

    Für mich hätte eventuell nur das Szenario Sinn gemacht, aber in Verbindung mit den wirklich großartigen Bildern Rosinskis falle ich von einer Assoziation in die andere und fühle mich zwar unterhalten, kann aber den wohl durchaus vorhandenen Untertönen nichts abgewinnen, da ich nicht mehr in der Lage bin diese wahrzunehmen.

    So fühle ich mich bei der eigentlich gut gelungenen Szene um Volga, permanent an Moebius Difool und sein "Abenteuer" mit der Proto-Königin erinnert, dann noch eine Prise R. Corben und hmmm ich tippe mal auf Dany (was die Darstellung der Traumgestalt Volgas angeht) hinzu und fertig sind die Seiten. Wie gesagt amüsant aber eben für mich einfach mit diesen Bildern belegt.
    Geändert von lucien (30.09.2006 um 10:32 Uhr) Grund: Automatisch eingefügter Doppelbeitrag

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