Stichwort "Zeitgeist":
Vielleicht bin ich ja tatsächlich blöd, begriffsstutzig, ignorant... - aber ich frage mich grade: Kann es sein, dass der 'Zeitgeist' heute so ist, dass das Problem darin besteht, dass heutzutage die Begriffe bedeutungsmässig überladen werden?
Beispiel: Wie oben erwähnt erschliesst sich mir das Konzept Geschlecht in der Differenzierung Sex/Gender nicht. Früher war Geschlecht schlicht biologisch definiert. Und es gab gewisse Eigenschaften, die man dem jeweiligen Geschlecht zugewiesen hat. ZB "ein echter Junge weint nicht" (ich simplifiziere, um zu verdeutlichen). Dann gab es Jungen, die weinen wollten und gemäß der 'männlichen Zuweisung', dass das nicht sein soll, den Schluß gezogen haben, nicht männlich zu sein, was in der Konsequenz dazu geführt hat, dass sie sich nicht mehr als Mann
identifizeren. - Das ist, simplifiziert, das Konzept von 'Gender', sowei ich es verstehe. - Ich frag mich nun, ob das der richtige Weg ist oder ob es nicht der zielführendere Weg wäre, stattdessen die Zuweisung, dass aus dem Geschlecht eine bestimmte Eigenschaft (gesellschaftliche Erwartung o.ä.) folgt, zu hinterfragen? Also nicht: Ich bin zwar biologisch männlich, entspreche aber nicht der männlichen Zuweisung, nicht zu weinen, deshalb änder ich meine Geschlechtsidentität - sondern: Ich bin biologisch männlich, weine aber trotzdem, habe aber weiterhin eine männliche Geschlechtsidentität, weil die Zuweisung "Männer weinen nicht" schlicht Quatsch ist.
Also abstahiert: Der Begriff 'Geschlecht' wird nicht mehr nur in seiner biologischen Bedeutung gesehen, sondern mit darüber hinaus gehenden Bedeutungen so weit überladen, dass Menschen, die zwar der 'eingeschränkten' Bedeutung entsprechen, der 'Bedeutungsüberladung' aber nicht entsprechen (wollen), ein Problem haben. Statt sich gegen die 'Bedeutungsüberladung' zu 'wehren', , was mMn die richtige Konsequenz wäre, 'akzeptieren' sie diese und ziehen die Konsequenz, sich mit dem Begriff nicht mehr zu identifizieren.
Und adäquat dazu auch bzgl. Rassismus, Sexismus u.ä.m.: An sich 'harmlose' Begriffe oder Darstellungen werden derart mit 'Bedeutungen' überladen, dass sie ihren eigentlich unproblematischen Charakter verlieren und als rassistisch, sexistisch o.ä.
gelesen und identifiziert werden.
Wie gesagt: Ich sag nicht, dass es so ist, vielleicht seh ich das alles komplett falsch, bin blöd, begriffsstutzig oder sonstwas. Ist halt 'nur so'n Gedanke', der mir grade gekommen ist und den ich als solches hier -auch für mich ergebnisoffen- zur Diskussion stelle (wobei ich nichtmal sicher bin, ob es mir gelungen ist, den Gedanken verständlich in Worte gefasst zu haben...)

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