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  1. #1
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    Buchbindung bei Comics

    Es ist ein Thema das mir schon seit längerem im Kopf herumgeistert.

    Warum sind manche Comics so gebunden, dass bei Doppelseiten der komplette mittlere Bereich oft fehlt?

    Jetzt sind mir durch Zufall und durch Kauf eines Comics gleich 2 Beispiele in die Hände gefallen.
    Einmal komplett positiv (ein Buch vom Taschenverlag) und einmal komplett negativ (ein Comic von Panini)

    Hier die 2 Beispiele

    Die extrem tolle Bindung vom Taschenverlag hab ich so vorher überhaupt noch nie gesehen.






    und bei Shazam ist mir dieses eine Bild am Anfang gleich als Negativbeispiel ins Auge gestochen.
    (das Comic selbst war dann aber ohne solche Doppelseiten)





    Ich habe jetzt wirklich keine Ahnung, ob die erste Bindung um soviel teurer wäre als die schlechteren.
    Aber ehrlich gesagt, die richtig großen Doppelseiten kommen da schon um einiges besser zur Geltung.
    Geändert von robert 3000 (07.01.2020 um 18:20 Uhr)

  2. #2
    dani-books-SysOp mit Monsterallergie Avatar von Jano
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    Das Panini-Softcover wird Klebebindung haben, während der Taschenband Fadenheftung hat.

    Bei Klebebindung wirst du nie eine durchgehende Bildfläche haben, weil die Seiten hinten zusammengeleimt sind und sich das Buch daher nicht bis zum Seitenrand aufschlagen lässt.

    Bei Fadenheftung lässt sich das Buch je nach Verarbeitung so weit aufschlagen (ob man das bei Paperbacks machen sollte, ist eine andere Frage , bei Hardcovers ist das hingegen kein Problem), aber auch hier kann es durch den Seitenbeschnitt zu minimalen Abweichungen kommen. Das Bild mit dem Mädchen ist dafür keine Referenz, weil das genau die Mitte des einzelnen Hefts ist und dadurch eventuelle Beschnittungenauigkeiten entfallen. Schon auf der nächsten Doppelseite könnte das Ganze schon nicht mehr so ganz hundertprozentig passgenau sein. Aber es stimmt schon, bei Fadenheftung sind die Abweichungen bei doppelseitigen Bildern in der Regel minimal.
    Geändert von Jano (07.01.2020 um 18:36 Uhr)

  3. #3
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    @Jano

    Warum das so ist, ist mir schon bewußt.
    Aber es gibt anscheind auch andere Möglichkeiten außer eben nur Fadenbindung und Klebebindung.

    Der Taschenverlag hat hier ein eine Bindung gewählt, wo der Buchdeckel nicht komplett mit dem Innenteil verbunden ist.
    Dadurch sind die Seiten auch besser aufschlagbar.

    Der Carlsen Verlag hat bei Battle Angel Alita ja auch eine andere (bessere) Variante gewählt. Das hat mir bei so einem Mammutwerk
    auch sehr gut gefallen.

  4. #4
    dani-books-SysOp mit Monsterallergie Avatar von Jano
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    Zitat Zitat von robert 3000 Beitrag anzeigen
    Aber es gibt anscheind auch andere Möglichkeiten außer eben nur Fadenbindung und Klebebindung.
    Nein, dein Beispiel ist auch nur eine gewöhnliche Fadenheftung. Wenn du von unten oder oben auf den Buchblock schaust und so kleine Heftchen siehst, ist es Fadenheftung. Das von Taschen ist lediglich eine Abwandlung, bei der der fadengeheftete Buchblock nur an einer Seite angeklebt ist. "Extrem toll" ist da auch Ansichtssache. Wenn man extrem vorsichtig damit umgeht (wovon ich bei Käufern von Bildbänden allerdings auch mal ausgehe), kann das ganz nett sein, weil man's dann weiter aufschlagen kann, ohne den Buchrücken im Weg zu haben. Wenn man nicht ganz so extrem vorsichtig ist, kann das aber durch das einseitige Festkleben auch schnell ein- oder abreißen und dann guckt man doof.

  5. #5
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    @Jano

    Da hast du schon sehr viele Möglichkeitsformen drinnen in deinen Sätzen.

    Und das das eine Fadenbindung ist, sieht ein Blinder.

    Das diese Art der Bindung auch Nachteile hat, ist auch klar. Aber das die Bindungsart "Softcover - Klebebindung" bei vielen Doppelseiten im Comic einen massiven Verlust des
    Lesevergnügens darstellen kann ist auch ein Fakt. (siehe eben Foto oben)

  6. #6
    dani-books-SysOp mit Monsterallergie Avatar von Jano
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    Dem habe ich auch nicht widersprochen, daher sind meine Paperbacks ja auch schon immer mit Fadenheftung versehen.

  7. #7
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    Deine Comics sind eh alle sehr schön gemacht. Und ich hab ja auch einige hier bei mir.

    Vielleicht sollte ich noch etwas präzisieren, dass es mir eher darum ging ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Doppelseiten verlustfrei
    im Comic zu drucken.

  8. #8
    dani-books-SysOp mit Monsterallergie Avatar von Jano
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    Technisch bedingt nur auf diesen von dir oben gezeigten Mittelteilen der einzelnen Hefte, weil die direkt so als Doppelseite gedruckt werden. Alles andere kann immer minimal verrutschen, weil normalerweise ja zwei Einzelbögen nebeneinander zu sehen sind. Und da das nicht in 1000+ Exemplaren von Hand mit genauem Augenmaß gemacht wird, sondern maschinell automatisch, kann es da immer minimale Abweichungen geben, entweder seitlich ober nach oben/unten.

  9. #9
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Man kann natürlich auch bei Klebebindungen die Bilder so plazieren, daß wenig Bildteile im Bund verschwinden. Allerdings fallen dafür dann in der Regel andere außen weg, außer man vergrößert das Buchformat um ein paar Milimeter. Was nicht immer ohne enorme Verteuerung möglich ist, denn gelegentlich wird das Format bis an die Grenze ausgereizt, ein Milimeter mehr würde dann schon eine Verdoppelung der benötigten Druckplatten bedeuten. Das ist z.B. beim Format 17 X 24 der Fall, das einige Druckereien zum DIN-A5-Preis anbieten. 17,2 X 24 oder 17 X 24,2 würde dann schon von DIN A4 runtergeschnitten.

    Und um die Bilder so zu plazieren, daß keine Bildanteile in der Bindung verschwinden, muß man praktisch eine Testreihe machen, denn es ist auch ein Unterschied, ob das am Anfang oder in der Mitte des Buches passiert. Und man muß sich auch mal gegen die Druckerei durchsetzen, die den Versatz gelegentlich als Fehler moniert.

    Es ist also möglich, aber das Ergebnis ist oft vom Zufall abhängig und natürlich davon, wie weit der Leser das Buch aufschlägt. Im Panini-Beispiel ist es aber einfach schlecht gemacht.



    Das ist noch nicht gedruckt. Ich weiß also nicht, ob sich die Bildhälften ideal ergänzen oder es zu Doppelungen bzw. fehlenden Bildanteilen kommt.
    Geändert von Mick Baxter (08.01.2020 um 01:59 Uhr)
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  10. #10
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    Zitat Zitat von robert 3000 Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte ich noch etwas präzisieren, dass es mir eher darum ging ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Doppelseiten verlustfrei
    im Comic zu drucken.
    Der Versatz innerhalb verschiedener Bögen ist
    von mehreren Faktoren abhängig. Hauptsächlich
    der Buchgröße, der Seitenanzahl, der Grammatur,
    der Papiersorte, der Bindeart und natürlich
    den Toleranzen der verwendeten Maschinen.

    Da aber alle Parameter bekannt sind, kann man
    den Versatz problemlos "idealisiert" berechnen und
    Bruchteile eines Milimeters in den Bögen (bei faden-
    gebundenen Falzbögen von innen nach aussen
    weiter laufend) hinzugeben.

    ... jedoch das mehrstufige Verarbeiten von "lebendigen"
    Materialien, wie Deckpappe, Seitenpapier, Leim und
    Faden bedeutet halt auch Toleranzen und "mehrstufig"
    nur einen halben Millimeter Versatz - dieser aber "gegenläufig" -
    kann bei mehrmaligen Falzen zu einer Addition des
    Fehlers führen.

    In einer guten Produktion dürfte ein klassisches
    A4-Album im Rahmen von 1-2mm verbleiben.
    3-4mm würde ich als grenzlastig definieren.


    Wenn es darüber hinausgeht wurde - meiner Meinung
    nach - schlampig gearbeitet oder auch falsch geplant.
    Letzteres ist eigentlich häufiger der Fall. Nicht selten
    wird der einzuplanende Bildversatz einfach vergessen.

    Bei reinen Klebebindungen gibt es manchmal Klebeflächen
    von problemlos einem Zentimeter und mehr (z. B. unsere
    Katalogdecken). Dort muss natürlich dann auch ein ganzer
    Zentimeter Versatz (Bilddoppelung - siehe Micks Beispiel)
    hinzugegeben worden, sonst siehst das ganz sicher
    gruselig aus.

  11. #11
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    Danke euch drei für die Erklärungen.

    Dh - perfekte Doppelseiten sind anscheinend derzeit überhaupt nicht möglich.

  12. #12
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    Zitat Zitat von robert 3000 Beitrag anzeigen
    Danke euch drei für die Erklärungen.

    Dh - perfekte Doppelseiten sind anscheinend derzeit überhaupt nicht möglich.
    Doch ... "möglich" sind die schon!
    Aber das Bedarf guter Planung und
    guter Ausführung.

    Überlaufende Bildmotive legt man
    z. B. vorzugsweise auf die beiden
    innersten Seiten eines Druckbogens.

    Siehe z. B: Mantel und Degen. Dort sind
    die Altarbilder im Bund immer "perfekt"!

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