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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : LongPen - Signieren über den Atlantik



scribble
29.08.2007, 00:00
Margaret Atwood, eine der renommiertesten Schriftstellerinen im englischsprachigen Raum, war die Signiertouren leid: So schön es ist, die Fans einmal persönlich zu treffen, so anstrengend sind solche Reisen auch. Von Aufwand an Geld, Zeit und Umweltzerstörung wollen wir gar nicht reden ;) Also hat sie sich eine Möglichkeit ausgedacht, sozusagen "auf Entfernung" zu signieren:

http://www.splashbooks.de/php/aktuelles/news/18312

Was haltet Ihr davon? Kann eine Signierstunde mittels LongPen eine reale Begegnung mit einem Autor ersetzen? Werden wir in ein paar Jahren nur noch Signiertouren in dieser Form kennen, und Autoren, die noch persönlich reisen, werden milde belächelt? Oder wird der LongPen nach einem kurzen Hype wieder in der Versenkung verschwinden? Ist ein Autogramm, das von einer Maschine geschrieben wurde, so viel wert wie ein handgeschriebenes - emotional oder auch auf eBay?

Ich bin gespannt auf Eure Meinung :)

Bis dann,

scribble

Spong
30.08.2007, 09:30
"Begegnung" ist natürlich relativ bei einer größeren Lesung. Ich denke, ersetzen kann der LP eine Begegnung ebensowenig wie ein Chat oder ein Forum. Für viele Autoren ist es interessant und wichtig, ihren Lesern zu begegnen, und viele, wie Max Goldt und David Sedaris, nutzen die Gelegenheit, um neue Texte auszuprobieren. Und grade neuere Autoren sind auf "Touren" angewiesen. Margaret Atwood ist, was die Auftrittswut betrifft das Äquivalent zu einer alten Diva, während es sicher auch renommierte internationale Autoren gibt, die sich, wie die Stones oder B.B. King, auf jede Tour stürzen, die sich kriegen können.

Ich denke nicht, dass sich das Ding allzu stark durchsetzen wird. Grade bei einem Einsamkeits-Job wie Schreiben ist dieser Teil ihrer Arbeit für viele wichtig, weil sie so mal unter die Menschen kommen :-)