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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Franko-belgische Alben in D am Ende ???



Donovan
07.05.2005, 21:39
Hallo Fans und Verlage !
Wenn man sich das Programm von Verlagen wie Carlsen und Egmont so anschaut, so wird einem um die Zukunft der Franko-Belgier Angst und Bange. Wie efwe Tempel selbst schreibt, wird das Programm bei ECC fast gänzlich zurückgefahren - mal abgesehen von Asterix & Co und einige wenige Ausnahmen. Offensichtlich laufen die Verkaufszahlen sehr schlecht. Auch bei den Kleinverlagen kommen nur noch sehr wenige Neuveröffentlichungen heraus. Epsilon hat in diesem Jahr fast noch nichts veröffentlicht, obwohl pro Monat ca. 11 Bände (!) angekündigt waren. Für den Fan dieser Alben entwickelt sich die Lage recht trostlos. Andere Kleinverleger verschieben und verschieben ...
Gut, nimmt man alle Verlage zusammen, die in dem Segment produzieren, so ist das Angebot noch recht annehmbar.
Woran liegt es? An den doch inzwischen fast durchgehend sehr hohen Preisen je Band? 12,-- Euro sind ja schon beinahe Standard. HC kosten in der Regel sogar deutlich mehr. Wer hätte zu DM-Zeiten z. B. für eine Hall of Fame rund 34 DM gezahlt? Sehr wenige bis Niemand. Sicher kosten die Produktion und die Rechte Geld. Außerdem will man auch Gewinne erzielen. Völlig normal. Dennoch: Der aktuelle Weg dürfte unweigerlich ins Abseits führen.
Das wirtschaftliche Umfeld tut das Übrige. Andere Dinge werden wichtiger als das geliebte Hobby Comics.
Ich würde mich freuen, wenn neben den Fans, auch der eine oder andere Verlagsvertreter seine Zukunftsvisionen hier abgeben würde.
comic-fan

07.05.2005, 21:54
Wir produzieren bei comicplus+ doch fast ausschließlich Frankobelgisches. Regelmäßig. Und nicht das Schlechteste. Und wenn ihr zukünftig doppelt soviel kauft wie bisher, kann man auch über den Preis reden.

Im Ernst: Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht klagen. Wir haben allerdings auch gut gewirtschaftet und uns nicht übernommen. Für die öffentliche Meinung ist der Rückzug von Carlsen und Ehapa aber schlimm. Das Bild des Comic in der Öffentlichkeit wird einseitiger werden.

eck:)rt

Kaschi
08.05.2005, 00:13
Die Mangamanie zeigt, daß heutzutage Comicserien nur über Printmedien allein, egal ob Heft oder Album, nicht mehr populär zu machen sind. Dazu ist es inzwischen vonnöten, sie auch im TV oder gar im Kino unterzubringen. Das mag man vielleicht bedauern - doch der Weg zurück in die Medienlandschaft der 60er/70er Jahre ist wohl ein für allemal verbaut. Lucky Luke, Asterix, das Marsupilami und die Schlümpfe kennen die Kiddies heute auch noch - weil sie allesamt in der Glotze präsent sind. Aber Sonstiges aus Frankobelgien?

BobCramer
08.05.2005, 11:35
Viele populäre Comics scheinen wirklich nur noch als Teil einer multimedialen Vermarktungsstrategie zu funktionieren - TV, Kino, DVD, Computerspiele, Pokemon-Karten, Klingeltöne... Und die entsprechenden Hypes zielen eindeutig auf ein junges Zielpublikum ab. Gesetzte Mitbürger über 30 - also Leute, die Frankobelgisches lesen - sind für sowas kaum noch zu gewinnen. Bei den Minimalauflagen der frankobelgischen Serien interessieren sich außerdem eh keine Lizenznehmer für eine multimediale Vermarktung. Und werden dann mal Filme gedreht, die auf FB-Material basieren, sind sie so grottenübel (Blueberry, Vaillant), dass es keinen positiven Effekt auf die Albenverkäufe hat.

Gruß
Jürgen

Mark O. Fischer
08.05.2005, 13:38
Wenn Verlage wie Carlsen und Egmont das frankobelgische Programm fast gänzlich zurückfahren, so muss einem um die Zukunft der Franko-Belgier nicht Angst und Bange werden. Die Verkaufszahlen sind so schlecht nicht. Immerhin haben wir von bisher 11 Titeln mehr als 2000 Exemplare pro Titel verkauft.
Dass jetzt alle nach den sogenannten Küchentischverlagen schreien, die sich bekannter und neuer Serien annehmen sollen, geht schon in die richtige Richtung. Der Vorteil der Kleinverlage mit geringeren Personalkosten ist aber auch gleichzeitig deren Dilemma. Als 1-Mann-Betrieb stößt man schnell an seine Grenzen, wenn man einerseits expandieren will, der Umsatz aber keine Investitionen in Personal ermöglicht, dass man braucht um die angestrebten zehn Titel pro Monat produzieren und auch vermarkten zu können. Mit einem Titel pro Monat kann man gut wirtschaften, kommt aber nicht weit.
Es ist leider nicht so, dass alle Fans frankobelgischer Alben auch alle frankobelgischen Alben kaufen. Auch in dem Bereich gibt es Best- und Worstseller. Das liegt nicht an der Qualität, sondern an persönlichen Vorlieben. Man braucht sich nur die unterschiedlichen Bewertungen der Serien in ZACK anzuschauen. Würden alle ZACK-Leser alle Alben der ZACK-Serien kaufen, hätten wir kein Problem. Doch selbst ein Vorabdruck oder Anzeigen in ZACK schützt nicht vor der Gefahr der Einstellung einer Serie. Wenn man von manchen Titeln nur noch dreistellige Mengen absetzen kann, rechnet sich das selbst für Kleinverlage nicht mehr.
Eine Preissenkung wäre sicher ein richtiger Schritt, rechnet sich aber nur im Comicfachhandel nicht. Die Erfahrungen der Großverlage zeigen, dass die Präsenz eines großen Angebots im Buchhandel auch nicht mehr ausreicht um mehr zu verkaufen. Auf sinkende Nachfrage mit Preiserhöhungen oder Abbau der Comic-Ständer zu reagieren, waren sicher die falschen Schritte, die die Situation verschlimmert haben.
Das wichtigste ist im Grunde die Mundpropaganda. Wenn die nicht funktioniert, nützen auch teure Werbeaktionen nichts. Denn nur was in ist, ist auch erfolgreich. Wenn zu wenige Fans zu viele Wünsche haben, lassen sich die nur schwer erfüllen.
Für den Fan dieser Alben entwickelt sich die Lage aber nicht so trostlos, wie die derzeitige Ausbeute es vielleicht erscheinen lassen mag. Hinter den Kulissen tut sich einiges. Neue Finanzierungsmodelle, günstigere Produktionsmöglichkeiten und eine Vertreterin lassen mich optimistisch in die Zukunft sehen.

BobCramer
08.05.2005, 14:02
Es ist leider nicht so, dass alle Fans frankobelgischer Alben auch alle frankobelgischen Alben kaufen.

Das kann man realistischerweise wohl auch nicht erwarten, denke ich. Jeder holt sich halt das, was er (oder sie) mag. Ich kaufe auch nicht wahllos FB-Comics, sondern schaue mir genau an, wofür ich mein sauer verdientes Geld ausgebe. Alle frankobelgischen Neuerscheinungen zu erwerben, bloß um den schwächelnden Markt zu stützen, dazu ist wohl niemand bereit.

Gruß
Jürgen

eis
08.05.2005, 22:32
@ echart: Das Bild des Comic in der Öffentlichkeit wird durch die Presse und imho durch den Buchandel und die dortige Präsentation bestimmt. Da ist es fast schon egal, ob Ehapa sein Programm runterfährt, wenn es bisher ohnehin nicht sichtbar war.

Das sich Themen mit TV Unterstützung besser verkaufen als ohne ist eine altbekannte Tatsache, das ist kein neues Phänomen. Dennoch haben sich früher die Superhelden gut verkauft. Warum verkaufen sich heute Mangas besser als Superhelden? Vielleicht weil Mangas einfach die aktuellere Erzählweise haben. Mehr Herz und Unterhaltung mit alltäglichen Themen finden wir heute auch im Fernsehen häufiger als vor zwanzig Jahren. Da würde ich noch nicht einmal von seichterer Unterhaltung als früher sprechen. So richtig tiefgründig waren die guten alten Supie Stories ja auch nicht. Aber Themen wie Schulangst und Beziehungsstress finden in den anderen Comics als den Mangas nun mal nicht so unterhaltsam aufbereitet statt. Und die "anspruchsvollen" Comics wurden sicher noch nie von der breiten Masse verschlungen. Die hat sich Carlsen auch nur eine Zeit lang leisten können *wehmütig daran zurückdenk*.

Und immer wieder muss ich Epsilon bzw. Mark O. Fischer für sein zu Beginn auch heftig kritisiertes Preis-Experiment loben. Und nun die Aktionen von Bild, Weltbild und FAZ. Wenn das nichts hilft ist es schon fast egal, das die wenigsten Comic-Verlage aus der Kinopräsenz ihrer Helden Marketing teschnisch etwas gewagt haben. Amigo mit dem
Hellboy Promo-Heftchen war da die Aussnahme.

Solange die verkauften Auflagen für die Kleinverlage noch lukrativ sind, brauchen sich die wenigen Fans keine Gedanken um ihre Serien zu machen. Es lebe der deutsche Küchentisch!

efwe
08.05.2005, 22:33
"Die Verkaufszahlen sind so schlecht nicht. Immerhin haben wir von bisher 11 Titeln mehr als 2000 Exemplare pro Titel verkauft."
und genau das ist die crux. wenn eine serie, die noch vor knapp 5 jahren 10.000 ex. verkauft hat, jetzt nur noch 2.000 oder 4.000 exemplaare verkauft, dann ist das für größere verlage wie egmont oder carlsen nicht mehr rentabel.
so frage ich mich z.b., wo die 4.000 käufer der "peter pan"-serie geblieben sind, die sich seit erscheinen der ersten 3 bände anscheinend in luft aufgelöst haben.
dieser marktentwicklung müssen große verlage einfach rechnung tragen.

efwe

navigator
08.05.2005, 22:55
Vielleicht ist dies auch eine gute Chance für kleine Verlage.
Wenn manche Serie von den großen Verlage aufgegeben werden,
kann man vielleicht mit etwas Geschick den Wert der Lizenzen
runterhandeln, und ein kleiner Verlag kann dann die Lizenz für
paar Euros ans Land ziehen. Dann durch harte Arbeit, die Leute
für die Serie gewinnen und die Stammleser an sich binden etc.
Und vielleicht steigt dann auch die Nachfrage durch einen neuen Verlag und neuer Vermarktung.

Es ist eine Chance.

Wäre auch nett, wenn ein großer Verlag ein Label für kleinere Auflagen zu entwickeln, damit manche schöne Serien einfach nicht verschwinden.
Mit etwas Überlegen, Fantasie und Geschick für Marketing kann so ein label auch profitabel für einen großen Verlag sein.

L.N. Muhr
08.05.2005, 23:39
"
so frage ich mich z.b., wo die 4.000 käufer der "peter pan"-serie geblieben sind, die sich seit erscheinen der ersten 3 bände anscheinend in luft aufgelöst haben.

öhm... weggestorben? ich meine, bei den wartezeiten...

Kaschi
09.05.2005, 00:12
Das sich Themen mit TV Unterstützung besser verkaufen als ohne ist eine altbekannte Tatsache, das ist kein neues Phänomen.

Natürlich. Aber neu ist (seitdem es bei uns Privat-TV gibt), daß das Angebot an Comic-Serien im TV so groß geworden ist, daß sie ohne TV-Präsenz kaum noch wahrgenommen werden von den Kiddies. Das war noch ganz anders, als Lucky Luke, Asterix, Spirou (bzw. Pit und Pikkolo) und die Schlümpfe hierzulande auf den Plan traten. Ähnlich war es bei den ZACK-Serien. Da reichte ein gutes Heft- oder Album-Konzept aus, um diese Serien populär zu machen.

hollandshoffnung
09.05.2005, 00:12
öhm... weggestorben? ich meine, bei den wartezeiten...

gar nicht so unwahrscheinlich...

09.05.2005, 09:00
@ echart: Das Bild des Comic in der Öffentlichkeit wird durch die Presse und imho durch den Buchandel und die dortige Präsentation bestimmt. Da ist es fast schon egal, ob Ehapa sein Programm runterfährt, wenn es bisher ohnehin nicht sichtbar war.

Ich meinte den Buchhandel. Wenn im traditionellen Buchhandel (zu dem kein KTV zugelassen ist) keine frankobelgischen Alben mehr zu sehen sind, werden die Besucher der Buchhandlungen diese Art von Comic aus den Augen verlieren. Ich halte das für dramatisch.

eck:)rt

Sillage87
09.05.2005, 16:55
Ich glaube das auch gute frankobelgische Comicverfilmungen keine große Steigerung der Comicverkaufszahlen bewirken würden. Es kaufen ja auch sicher relativ wenig Leute Bücher, nur weil sie gerade eine gute Literaturverfilmung gesehen haben.
Was bleibt ist ein guter Film - nach welcher Vorlage er gedreht wurde ist für die meisten wahrscheinlich nicht wirklich interessant.
Um zu den Comicverlagen zurückzukommen - ich bin froh das es neben den großen Verlagen wie Carlsen (vor ein paar Jahren noch mein absoluter Lieblingsverlag; jetzt nicht mehr) und Ehapa auch Verlage wie Kult Editionen, Epsilon, Salleck, Comicplus und auch Wick gibt. Diese kleineren Verlage geben mir im Moment etwas Hoffnung für die Zukunft.
Gibt es eigentlich irgendwelche Möglichkeiten (im digitalen Zeitalter) kleinere Verlage arbeitsmäßig zu unterstützen? Vielleicht wäre das eine Möglichkeit das wirkliche Comicliebhaber nicht nur auf das Erscheinen von neuen Comics warten sondern auch in irgendeiner Form mithelfen können das ein solches Erscheinen überhaupt erst möglich ist. Es wäre überhaupt sehr interessant wie der Arbeitsablauf von einem 1-Mann Betrieb aussieht.

L.N. Muhr
09.05.2005, 16:58
Ich glaube das auch gute frankobelgische Comicverfilmungen keine große Steigerung der Comicverkaufszahlen bewirken würden. Es kaufen ja auch sicher relativ wenig Leute Bücher, nur weil sie gerade eine gute Literaturverfilmung gesehen haben.

demnach rechnen sich die ganzen bücher zu filmen nicht? ja, warum publizieren die verlage sie denn dann?

doch, comicverfilmungen können dem verlag einiges einbringen, wenn die titel entsprechend verfügbar und vermarktet werden - stichwort hellboy/ league of extraordinary gentlemen, die beide durch filme hierzulande einen aussergewöhnlichen erfolg hatten.

09.05.2005, 18:04
Vielleicht wäre das eine Möglichkeit das wirkliche Comicliebhaber nicht nur auf das Erscheinen von neuen Comics warten sondern auch in irgendeiner Form mithelfen können das ein solches Erscheinen überhaupt erst möglich ist.

Die Kontonummer von comicplus+ bei der Sparkasse Hildesheim (BLZ 259 501 30) lautet 12421.

eck:Drt

Ist nur ein Witz. So schlecht geht es uns noch nicht.

Kai Schwarz
09.05.2005, 19:11
Meine Eindrücke vom aktuellen Markt für frankobelgische Comics in Deutschland:

"Den" frankobelgischen Comic gibt es nicht: dazu sind die Serien, Titel, Erzähl- und Zeichenstile zu verschieden. Bei Carlsen spüren wir, dass Leser und Handel auch nicht (mehr?) automatisch auf das altbekannte Albenformat zurückgreifen - die Leser wählen stärker aus, vermutlich weil sich altbekannte Erzählkonzepte und Darbietungsformen z.T. überholt haben - und sei es durch bessere Darstellung eines ähnlichen Konzepts auch in anderen Medien wie z.B. Fernsehen oder Kino.

Pauschalurteile sind m.E. unzureichend - außer vielleicht die miteintscheidende Tatsache, dass es heute weniger prominente Alben-Verkaufsstellen in Deutschland gibt als noch vor 5-10 Jahren.

Altgeliebte Klassiker (bei uns: TIM UND STRUPPI, SPIROU UND FANTASIO, BLAKE UND MORTIMER, YOKO TSUNO usw.) und auch "neuere Klassiker" (SILLAGE, TROY-Serien...) werden nach wie vor gerne gekauft, wenn ein neuer Band erscheint.

Was für Carlsen nicht mehr funktioniert (also nicht mehr genügend Expl. verkauft, damit es sich für uns rechnet), ist: eine neue Serie nach altbekanntem Schema im Albenformat. Beispiel: SLHOKA, qualitativ gutes Album, konzeptionell aber so ähnlich wie z.B. AQUABLUE.

Wenn ein frankobelgischer Comic erzählerisch, zeichnerisch und/oder oder vom Thema her wirklich interessant und originell ist, kann er sich gut verkaufen. Beispiele bei Carlsen: BLACKSAD, VINCENT UND VAN GOGH etc.

Eine Vision für frankobelgische Comics in Deutschland wäre: weiterhin Klassikerpflege, neue originelle Comic-Konzepte aus Frankreich/Belgien (denen "normale" Leser auch jenseits der Comic-Liebhaber etwas abgewinnen können), mehr Variabilität bei Formaten, weniger "Endlosserien" (die berühmten Fünfteiler, bei denen alle zwei Jahre ein neuer Band erscheint und wo wir schon im Jahr 2015 das Ende der Geschichte kennen lernen).

Für Carlsen spielt das Herkunftsland der Comics eigentlich keine Rolle - sie müssen nur gut sein, und Autoren wie Verlag müssen die Zielgruppe klar vor Augen haben. ;)

Josias
09.05.2005, 21:35
"so frage ich mich z.b., wo die 4.000 käufer der "peter pan"-serie geblieben sind, die sich seit erscheinen der ersten 3 bände anscheinend in luft aufgelöst haben.
efwe

Ich denke, dass viele früheren Leser von frankobelgischen Comics mittlerweile in einer Lebensphase sind, wo einfach weniger Zeit zum Comics lesen da ist, entweder weil Kinder aufzuziehen sind und/oder weil der Beruf zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Und jüngere Leser, die noch mehr Zeit haben, kommen zu wenig nach.

Grüße
Josias

L.N. Muhr
09.05.2005, 22:20
kein wunder bei den stoffen und dem preis-leistungs-verhältnis. wie viele albenserien sind denn wirklich noch teen-tauglich?

Mark O. Fischer
09.05.2005, 23:53
Ich glaube nicht, dass wir ein Format- oder Inhaltsproblem haben. Das früher einheitliche Carlsen-Albenformat war eher ein Vorteil für die Sammler und die Präsentation im Buchhandel. Und den frankobelgischen Comics Originalität abzusprechen erscheint mir angsichts ihrer Vielfalt (“dazu sind die Serien, Titel, Erzähl- und Zeichenstile zu verschieden") und den Mangas, die gerade deshalb so erfolgreich sind, weil sie alle in ein und demselben Stil gezeichnet sind, nicht plausibel.
Das Problem liegt eher im Marketing. Manga-Einheitsbrei, unterstützt durch Animes, lässt sich leichter promoten als "den" so nicht gebenden frankobelgischen Comic. Und für den einfacheren Mangastil lassen sich auch leichter "Nachwuchstalente" finden, die die Leserbindung durch Nachzeichnen und Hoffnung auf eine Zeichnerkarriere fördern.
Frankobelgische Serien muss man alle einzeln bewerben. Das ist wesentlich aufwendiger und deswegen gibt es in dem Bereich nur wenige Bestseller. Denn die Vielfalt macht es umso schwieriger, das Zielpublikum zu erreichen. Die Möglichkeiten Kataloge ohne zu große Streuverluste zu verteilen sind begrenzt. Zu Messen geht auch nicht jeder. Und wenn die Buchhandlungen angeblich nicht mal Platz haben Kataloge auszustellen, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Kundschaft mangels Kenntnis ausbleibt.
Aber selbst Präsenz im Buchhandel reicht nicht aus. Die hatten Carlsen und Ehapa ja reichlich und trotzdem sank die Nachfrage. Der Knackpunkt liegt in dem Wort "Nachfrage" selbst. Denn Comic-Fans mussten schon immer selbst aktiv werden, um an die Werbung überhaupt ranzukommen. Im Grunde ist auch eine Buchhandlung eine Art Fachgeschäft, wo man hingeht, wenn man etwas sucht. Laufkundschaft kann man da eigentlich nicht erwarten.
Wenn man auf das Comicangebot aufmerksam machen will, führt am Zeitschriftenhandel kein Weg vorbei. Aber welcher Verlag kann sich das schon leisten? Alle zusammen?

L.N. Muhr
10.05.2005, 00:08
Ich glaube nicht, dass wir ein Format- oder Inhaltsproblem haben. Das früher einheitliche Carlsen-Albenformat war eher ein Vorteil für die Sammler und die Präsentation im Buchhandel.

grade die konzentration auf die sammler dürfte einer der gründe für das schrumpfen des marktes sein.


Und den frankobelgischen Comics Originalität abzusprechen erscheint mir angsichts ihrer Vielfalt (“dazu sind die Serien, Titel, Erzähl- und Zeichenstile zu verschieden") und den Mangas, die gerade deshalb so erfolgreich sind, weil sie alle in ein und demselben Stil gezeichnet sind, nicht plausibel.

sorry, mark, aber DAS ist hanebüchen. mangas sehen alle genau so gleich aus wie superhelden-comics oder frankobelgische comics alle gleich aussehen.

der "einheitsbrei" ist sicher eine frage der sichtweise und der lesekompetenz. ich habe auch schon manga-fans getroffen, die einen herge nicht von einem franquin unterscheiden konnten oder wollten. und es wird wohl auch FB-leser geben, die einen kawaguchi nicht von einem otomo unterscheiden können oder wollen.

und wenn ich mich so umschaue: welche FB-alben-reihe beschäftigt sich denn derzeit wirklich mit aktuellen teenager-problemen, und sei es nur im subkontext?

Mark O. Fischer
10.05.2005, 11:45
und wenn ich mich so umschaue: welche FB-alben-reihe beschäftigt sich denn derzeit wirklich mit aktuellen teenager-problemen, und sei es nur im subkontext?Im Funny-Bereich gibt es da einige, bisher aber nur wenige auf deutsch. Aber wer sagt denn, dass Comics nur von Teenagern gelesen werden oder dass diese sich nur für Tennager-Probleme interessieren oder alle erfolgreichen Mangas sich mit sowas befassen? Es gibt ja auch junge Erwachsene, deren Probleme auch behandelt werden. Aber sind Comics jetzt Unterhaltung oder Therapie? Haben junge Leute keinen Sinn mehr für Abenteuer? Und müssen jetzt alle Helden Kinder sein, weil Comics nur noch von Kindern gelesen werden? Sind alle Versuche der letzten Jahrzehnte Comics als anerkannte Kunst- und Literaturform zu etablieren fruchtlos geblieben? Verfallen wir jetzt wieder in das alte Klischee, dass Comics nur Kinderkram sind?

L.N. Muhr
10.05.2005, 12:08
auch die abenteuer müssen zeitgemäss sein. und ein vaillant ode ein struppi spricht die jugend sicher nicht mehr in dem masse an wie noch vor 30 jahren.

und die mangas sind in deutschland hauptsächlich jugendlektüre derzeit. wer damit konkurrieren will, muss entsprechende stoffe auf den markt bringen. und dann schau mal, wer in den erfolgreichen mangas die hauptrollen gibt. kinder und jugendliche - identifikationsfiguren. grosse, tolle abenteuergeschichten mit figuren, die nebenher auch mal liebeskummer haben oder mit dem verlust eines elternteikls umgehen müssen. eine mischung aus soap und identifikationsfläche, die auf dem hiesigen albenmarkt so kaum existiert.

es geht nicht darum, dass comics nur kinderkram sind. aber woher soll denn bitteschön der lesernachwuchs kommen? mit 30 fängt kaum einer an, pltzlich comics zu lesen. comics müssen nun einmal auch kinderkram sein, sonst ist alles sinnlos. man kann nicht einfach sagen "unsere comics sind besser als eure einheitsbrei-mangas." wer kundschaft will, muss angebote schaffen.

Hate
10.05.2005, 12:29
und dann schau mal, wer in den erfolgreichen mangas die hauptrollen gibt. kinder und jugendliche - identifikationsfiguren. grosse, tolle abenteuergeschichten mit figuren, die nebenher auch mal liebeskummer haben oder mit dem verlust eines elternteikls umgehen müssen. eine mischung aus soap und identifikationsfläche, die auf dem hiesigen albenmarkt so kaum existiert.

Interessante Theorie. Müsste man näher untersuchen.

Ich habe als Jugendlicher lieber Comics mit erwachsenen Helden gelesen, aber vielleicht ist das heute anders?

Mikesch
10.05.2005, 13:07
Beim Thema Manga darf man auch die Abgrenzung nicht außer Acht lassen! Heutige Jugendliche wollen ihr eigenes Ding. Nicht die Comics, die Papa schon immer gelesen hat und die er "kulturell wertvoll" oder "spannend" findet. Was heute 30 oder 40jährige gut finden ist für Jugendliche absolut uncool - und muß es aus psychologischer Sicht wohl auch sein.
Wenn wir ehrlich sind, war das bei uns in dem Alter doch ganz genauso! Jede Generation braucht ihre eigene Identifikation und die wird sich immer drastisch von dem unterscheiden, womit die "Elterngeneration" sozialisiert wurde. Da hilft auch das beste missionieren und jammern nix.
Die Kernzielgruppe für frankobelgisches Material wird wohl weiterhin bei 30+ liegen.

L.N. Muhr
10.05.2005, 13:12
@hate: müsste man "erwachsen" definieren - figuren wie asterix, der duck-clan oder die abrafaxe sind sicher im geistigen sinne als erwachsene angelegt, wirken von der körpergrösse her aber ausgesprochen kindlich. tim ist an sich schon sehr jung. obelix ist ein geistiges kind. die schlümpfe sind nicht sonderlich erwachsen.

wie werden lucky luke oder spirou & fantasio wahrgenommen?

Huckybear
10.05.2005, 21:34
Interessante Theorie. Müsste man näher untersuchen.

Ich habe als Jugendlicher lieber Comics mit erwachsenen Helden gelesen, aber vielleicht ist das heute anders?

@Hate
hey,ging mir genauso !
Nebnbei haben mich aber auch im Kino und Fernsehen Kinder als nervige, oberschlaue Helden sehr gestört.
Aber lt. allen Umfrageergebnissen sah/sieht das die relevante Mehrheit ja immer genau anders herum.
Vielleicht war das ja auch unsere Art der Abgrenzung ? :p

Auch in den Auflagesteigernden Fernseh-Comics wie Enterprise,Mondbasis, aus ZACK) Kung-Fu, Heidi, Black Beauty usw. konnte ich bereits als Kind immer nur die oberflächliche Fließbandarbeit erkennen.
Hatte mich damals schon gefragt, warum z.B niemand die Unterschiede zu Comics von Hermann und Giraud erkennen oder wahrnehmen wollte.
Meine Vermutung : Das Interesse an Hintergrundinformationen ging bei vielen einfach nicht über reine Unterhaltung hinaus.
Aber (zum Glück ?) greift eine Hype-Zielgruppe dann halt immer nur solange saustark zu, bis Sie eine neue Vernügungs-Welle entdeckt.
Der hängengebliebene Fan bleibt nach dem Verkaufsspuk in seiner Special-Interesst-Ecke mit ein paar anderen Spinnern zurück, womit man wieder bei einer Abgrenzung angelangt ist. :D

Kai Schwarz
11.05.2005, 19:28
Zu Mikeschs letztem Satz: ...für bestimmte klassische Serien auf jeden Fall! Das meinte ich ja mit neuen Formaten und Konzepten: die sind, was jüngere/neue Leser angeht, auf jeden Fall gefragt.

Das angesprochene »Alben-Formatproblem« hat auch nichts mit den älteren Lesern zu tun, die weiterhin Alben von Arboris, Carlsen, Comicplus+, Ehapa, Epsilon, Kult, Salleck usw. kaufen. Es ist vielmehr eine Frage im heutigen Buchandel, was die Regalflächen und Präsentationsmöglichkeiten angeht. Nicht umsonst bauen wir z.B. bei Carlsen gerade die Ralf König-Bände ins quadratische Format um - wir verkaufen von den Neuausgaben das Fünf- bis Zehnfache von dem, was die König-Alben zuletzt erreicht haben. Das ist aber eine Vorgehensweise, die bei den König-Titeln passt, bei anderen wieder nicht.

Elementar ist jenseits der Manga auch das Bedürfnis an Lesernachwuchs, um den sich die deutschen Verlage spätestens seit Dino Mitte der 90er-Jahre nur unzureichend gekümmert haben (also günstige Hefte o.ä. als Einstieg in die Comicwelt) - einmal abgesehen von Disney, ASTERIX, MOSAIK & Co.
Die letzten "Günstig"-Versuche dieser Art mit moderneren Stoffen wie MONSTER ALLERGY bei Carlsen oder KYLION bei Ehapa haben leider - zumindest als günstiges Heft - leider nicht funktioniert.

Über Manga möchte ich mich hier auch nicht pauschal auslassen, außer: die Bandbreite der Zeichenstile, Zielgruppen usw. wächst - und es gibt eine ganze Reihe von Manga, die trotz vermeintlich einfacher Bildsprache weitaus komplexer erzählt sind als die meisten frankobelgischen Comics. Manga haben einfach eine andere Bildsprache als die meisten europäischen Comics.

Woran wir generell weiter arbeiten müssen: wir brauchen auch einfach mehr kompetente Verkäufer(innen) für Comics und mehr Verkaufsstellen. Und der Comicfachhandel braucht neue Impulse - aber dazu an anderer Stelle vielleicht bald mehr.

Hate
11.05.2005, 19:51
Nicht umsonst bauen wir z.B. bei Carlsen gerade die Ralf König-Bände ins quadratische Format um - wir verkaufen von den Neuausgaben das Fünf- bis Zehnfache von dem, was die König-Alben zuletzt erreicht haben.
:eek8: Unglaublich! Nur durch die Formatänderung!

Hate
12.05.2005, 05:29
Zum Thema "Jugendliche Helden":
Jugendliche Helden sind eigentlich nur dann cool, wenn sie Superkräfte haben, zaubern können, sich in Elfen aus einer anderen Dimension verwandeln usw.

Und das sind keine Themen, die typisch für frankobelgische Comics sind. Zum Glück!

Kai Schwarz
12.05.2005, 09:53
@Hate: Verglichen sind bei Ralf König hier natürlich die Verkäufe der Neuedition zur bisherigen Alben-Backlist der KONRAD UND PAUL-Bände in den Vorjahren.

L.N. Muhr
12.05.2005, 11:04
man sollte mal schauen, ob ikea jüngst regale mit verkleinerten fächern herausgebracht hat - das könnte einiges erklären. :D

weiter vorne war nicht zwangsläufig von jugendlichen helden die rede - siehe posting 26.

Mikesch
12.05.2005, 11:25
Woran wir generell weiter arbeiten müssen: wir brauchen auch einfach mehr kompetente Verkäufer(innen) für Comics und mehr Verkaufsstellen. Und der Comicfachhandel braucht neue Impulse - aber dazu an anderer Stelle vielleicht bald mehr.

Wie wahr! Die legendären Ehapa-Comic-Seminare für Buchhändler waren überaus erfolgreich und haben sicher nicht unwesentlich zu Platzierung und Pflege von Comicabteilungen beitragen. Leider ist davon nicht mehr viel zu spüren! Vielleicht macht Carlsen mal wieder einen Neuanfang ?

Kai Schwarz
12.05.2005, 19:30
Wir machen seit Jahren Manga-Seminare für Händler und binden da mehr und mehr - und so weit wie möglich - auch die "klassischen" Comics mit ein. Damit allein ist es aber natürlich nicht getan. Weitere Dinge sind in Planung, und auch die Idee, den besten Comicladen zu prämieren (Buchmesse Frankfurt), ist ein weiterer richtiger Schritt - Positives sollte belohnt und zur Nachahmung empfohlen werden, statt rumzukritteln oder den Kopf in den Sand zu stecken. Andere Branchen machen es vor, da wird es Zeit, dass auch der Comic-Fachhandel von seinen Entfaltungsmöglichkeiten mehr Gebrwauch macht. ;)

Donovan
15.05.2005, 16:21
[QUOTE=Kai Schwarz]...für bestimmte klassische Serien auf jeden Fall! Das meinte ich ja mit neuen Formaten und Konzepten: die sind, was jüngere/neue Leser angeht, auf jeden Fall gefragt.
Das angesprochene »Alben-Formatproblem« hat auch nichts mit den älteren Lesern zu tun, die weiterhin Alben von Arboris, Carlsen, Comicplus+, Ehapa, Epsilon, Kult, Salleck usw. kaufen. Es ist vielmehr eine Frage im heutigen Buchandel, was die Regalflächen und Präsentationsmöglichkeiten angeht. Nicht umsonst bauen wir z.B. bei Carlsen gerade die Ralf König-Bände ins quadratische Format um - wir verkaufen von den Neuausgaben das Fünf- bis Zehnfache von dem, was die König-Alben zuletzt erreicht haben. Das ist aber eine Vorgehensweise, die bei den König-Titeln passt, bei anderen wieder nicht.

Ich denke, die Formatfrage ist schon ein wichtiger Ansatz. Obwohl ich auch zu den Ü 40 gehöre, fühle ich mich von den neuen Formaten eher angesprochen, als von den Alben. Ich habe in den Comicprogrammen sogar gezielt danach gesucht! Buchformat spricht mehr an und macht Comics ganz sicher für den Buchhandel interessanter. Geht man zu diesen Buchhandelsketten, findet man dort auch nur die sogenannten "Geschenkbücher" mit Cartoons, oder Werners und und und.
Ob das Buchformat nun die Comickrise löst, glaube ich wie Mark auch nicht. Aber es ist eine Idee, und wie Kai schreibt, ja auch durchaus erfolgreich.
Es sind aber bestimmte Stoffe, die dort erfolgreich sind. Ob Abenteuer, wie von JNK schon für die Blueberry-Kurzgeschichten probiert, sich ohne weiteres durchgehen auf Buchformat umbauen lassen, und auch erfolgreich sind, sei dahin gestellt. Sollte man mal versuchsweise testen.
So ein Versuch ist ja auch "Jenseits der Zeit" / Carlsen. Der Band soll ja in Kürze im Kleinformat erscheinen. Bin schon sehr gespannt, wie das wirkt.
Bücher sind im allgemeinen auch gesellschaftlich anerkannter. Und das ist auch in Deutschland noch immer ein wichtiger Punkt. Alben oder Heftchen werden immer noch als "Kinderkram" und pädagogisch nicht wertvoll eingestuft. Die Buchformate könnten das aufbrechen. Vielleicht gibt es dann auch mal "einen guten Comic" als Gastgeschenk. Manchmal spielen auch ganz einfache Gründe eine Rolle, die nichts mit Comics zu tun haben: Auch bei mir passen die Kleinformate viel besser in meine Bücherwand und sind auch noch ein schöner Blickfang ...

Mick Baxter
16.05.2005, 00:59
Ob Abenteuer, wie von JNK schon für die Blueberry-Kurzgeschichten probiert, sich ohne weiteres durchgehen auf Buchformat umbauen lassen, und auch erfolgreich sind, sei dahin gestellt.
Die Blueberry-Kurzgeschichten sind für Pilote-Pocket gezeichnet worden und mußten nicht umgebaut werden.

FilthyAssistant
16.05.2005, 11:06
tja, leider ist das dingens ja nur in minimal-auflage zu sammlerpreisen erschienen :(
dasselbe projekt bei ehapa, mit buchhandelspräsenz in großauflage für 6 - 10 €, dann hätte es ein testballon für neue franco-belgier-formate sein können :licht:

Asher
16.05.2005, 11:23
Georg Tempel hat Comicgate ein Interview gegeben, das seit ein paar Tagen online ist. Darin gehen wir auch ausführlich auf die Situation der Frankobelgier bei Egmont vgs ein.
Vielleicht interessiert's ja den ein oder anderen:
www.comicgate.de

Donovan
16.05.2005, 14:13
Die Blueberry-Kurzgeschichten sind für Pilote-Pocket gezeichnet worden und mußten nicht umgebaut werden.

Du hast schon recht, die wurden nur geringfügig verändert. Ich meinte dass so: Die wurden zunächst hier als Alben veröffentlicht, und dann wieder zurück auf das Buchformat geschoben.

Frank7
16.05.2005, 21:43
Das Interview mit Georg Tempel zeigt mir nur, was ich schon immer befürchtet habe:

Als Liebhaber francobelgischer Comic gehöre ich zu einer aussterbenden Gattung. :weinen:

Mark O. Fischer
16.05.2005, 23:51
"in Frankreich ein völlig anderes Vertriebssystem für Comics"?

MAQZ
19.05.2005, 01:51
ob Vertrieb, Format, oder Generationenwechsel: Francobelgier scheinen tendentiell eher schlechter verkäuflich.
Und obwohl es sogar einige Verfilmungen gibt (z.B. Blueberry, Bluthochzeit) wird und wird es nicht besser.
Vielleicht hilft ja eine massive Werbeaktion und die Verlage werfen in großer Zahl ihre älteren bzw unverkäuflichen francobelgischen Lagerbestände zu Biligpreisen (oder kostenlos) auf den Markt. Günstiges Lesematerial wirbt neue Leser! Gibts in Amerika als www.freecomicbookday.com/ jährlich.

deif
25.05.2005, 18:05
Mich lässt die Formatsthese nicht ganz in Ruhe.

Macht man einen Band niedriger, so wird er fetter. Sind die Mangaformate echt attraktiv? Ich finde es ärgerlich, wenn mit den knapp 20 Mangas, die ich besitze, mein Regal schon voll ist, während das herkömmliche Albenformat mir erlaubt, etwa 80 Stück reinzubringen...

Und die aussergewöhnlichen Formate (quadratisch, dreieckig, rund,... :D ) nerven mich ohnehin. Soll das echt attraktiver sein?

BobCramer
25.05.2005, 18:58
Mich lässt die Formatsthese nicht ganz in Ruhe.

Macht man einen Band niedriger, so wird er fetter. Sind die Mangaformate echt attraktiv? Ich finde es ärgerlich, wenn mit den knapp 20 Mangas, die ich besitze, mein Regal schon voll ist, während das herkömmliche Albenformat mir erlaubt, etwa 80 Stück reinzubringen...

Und die aussergewöhnlichen Formate (quadratisch, dreieckig, rund,... :D ) nerven mich ohnehin. Soll das echt attraktiver sein?

Ich mag auch das gute alte Standardformat. Und sicherlich würden sich die frankobelgischen Alben auch mit jedem anderen Format nicht besser verkaufen. Gibt einfach zuwenig Leute, die sie lesen wollen.

Gruß
Jürgen

Mark O. Fischer
25.05.2005, 19:02
Gibt einfach zu wenig Leute, die sie KENNEN.

L.N. Muhr
25.05.2005, 20:12
"jenseits der zeit" gefällt mir ausgesprochen gut.

zumindest für einige alben finde ich das format sehr praktisch.

Mick Baxter
25.05.2005, 20:47
Egmont hat "Auschwitz" von Crocis von einem A4-Überformat auf ein B5-Überformat gestaucht. Obs was hilft, weiß man natürlich nicht, weil der Vergleich fehlt.

deif
27.05.2005, 16:07
@Mark O. Fischer: Ich tendiere auch auf deine Seite. Würden die Leute die Dinger kennen, würden sie sie auch lesen. Würden sie sie in jeder herkömmlichen Buchhandlung antreffen, würden sie sie auch kaufen...

Mark O. Fischer
27.05.2005, 19:21
Große Präsenz von Comic-Alben im Buchhandel haben die großen Verlage mit ihren großen Programmen und ihren Vertretern ja früher gut hingekriegt und trotzdem gab es so große Umsatzeinbrüche, dass die Buchhändler ihre Comic-Ständer abbauten. Es reicht also leider nicht, wenn Comic-Alben in der Buchhandlung rumstehen und sich niemand dafür interessiert. Ein gutes Angebot ist nur die halbe Miete, für die Nachfrage muss man anderweitig sorgen, damit die Kundschaft in der Buchhandlung überhaupt nach sowas sucht oder beim dortigen Entdecken ein anlockender Wiedererkennungseffekt eintritt. Die heutigen Comic-Bestseller sind alle nur erfolgreich, weil sie in der Presse empfohlen wurden. Das ist aber leider immer noch die Ausnahme und hilft der Comic-Branche insgesamt wenig.

Lola65
27.05.2005, 20:56
:) :D du mußt halt einen Zeitungsjournalisten bestechen, jeden Tag in seiner Zeitung über Deinen Verlag und Deine Comics zu berichten und natürlich über alle frankobelgischen Comics.

Mark O. Fischer
27.05.2005, 23:09
Um das zu erreichen, müsste ich wohl eher den Zeitungsverlag aufkaufen. Springer als Tochterunternehmen des Epsilon-Konzerns, das hätte was...

Lola65
27.05.2005, 23:35
*lol*

Pats Reiseabenteuer
29.05.2005, 15:02
Ich halte es nicht für verwunderlich, warum Sillage und TRoy-Geschichten ganz hoch in der Beliebtheit stehen. Sie waren nämlich auch meine Favoriten im Magic Attack. Mit Shloka konnte ich nichts anfangen.

Außerdem verlassen sie sich auf etwas, was eigentlich jedes erfolgreiche Comic haben soll: sympathische und interessante Titelfiguren.

deif
30.05.2005, 18:20
@ Mark: In den letzten Monaten scheint mir die Präsenz von Comics im Allgemeinen in den Medien etwas gestiegen zu sein - zumindest hierzulande (CH). Spürt ihr nix von Aufschwung?

Vielleicht ist auch nur die Präsenz der Ami-Comics gestiegen, dank der Kinofilme...?

@ Pat: Kenne nicht allzuviele francobelgische Comic-Alben, deren Protagonisten nicht auf deine Beschreibung passen

Mark O. Fischer
30.05.2005, 23:16
Die Schweiz ist zwar klein, aber viel näher am bis im französischsprachigen Raum und scheint dem Medium Comic gegenüber aufgeschlossener. In Deutschland herrscht immer noch Konsumflaute. Ob die Neuwahlen den Aufschwung bringen, wage ich zu bezweifeln. Die MAX-Comic-Ausgabe hat wohl kaum Auswirkungen auf die Comic-Nachfrage, ist eher ein Vorspiel auf die BILD- und FAZ-Editionen, die ja erst noch kommen müssen, um Auswirkungen haben zu können.

deif
31.05.2005, 12:43
Hoffen wir das Beste... Aber mal 'ne Frage von einem deutschlandpolitisch schlecht informierten Schweizer Burschen: Verspricht man sich tatsächlich von den Neuwahlen einen wirtschaftlichen Aufschwung? Und würde das dem Medium Comic kurzfristig etwas nützen?

Mark O. Fischer
31.05.2005, 14:18
Die Wirtschaft verspricht sich von einem Regierungswechsel bessere Investitionsbedingungen. Das bedeutet, dass noch mehr Kosten auf die Bürger abgewälzt werden, deren Kaufkraft somit weiter sinkt. Und wenn dann noch die Mehrwertsteuer erhöht und der ermäßigte Steuersatz abgeschafft wird, wir also statt 7 % dann 20 % Umsatzsteuer zahlen müssen, wird es überhaupt keine Comics mehr geben.

deif
31.05.2005, 16:53
Ich kenne deinen Humor nicht, aber ist das nicht etwas zu schwarzmalerisch?

bernd biestig
31.05.2005, 16:54
Die Wirtschaft verspricht sich von einem Regierungswechsel bessere Investitionsbedingungen. Das bedeutet, dass noch mehr Kosten auf die Bürger abgewälzt werden, deren Kaufkraft somit weiter sinkt. Und wenn dann noch die Mehrwertsteuer erhöht und der ermäßigte Steuersatz abgeschafft wird, wir also statt 7 % dann 20 % Umsatzsteuer zahlen müssen, wird es überhaupt keine Comics mehr geben.

So ist recht. Endlich weg mit dem Dreck.;)
Ich bin für 30 % Mehrwertsteuer.

Lola65
31.05.2005, 18:03
Die Wirtschaft verspricht sich von einem Regierungswechsel bessere Investitionsbedingungen. Das bedeutet, dass noch mehr Kosten auf die Bürger abgewälzt werden, deren Kaufkraft somit weiter sinkt. Und wenn dann noch die Mehrwertsteuer erhöht und der ermäßigte Steuersatz abgeschafft wird, wir also statt 7 % dann 20 % Umsatzsteuer zahlen müssen, wird es überhaupt keine Comics mehr geben.



danke Mark, genau meine Meinung

31.05.2005, 18:05
Ich bin für 30 % Mehrwertsteuer.

40%!

eck:fest:rt

Bücher werden wohl unter 10% bleiben, aber jedes % mehr als die gegenwärtigen 7% bedeutet Preiserhöhungen.

deif
31.05.2005, 18:12
Dann müsst ihr Jungs und Mädels halt wacker die SPD wählen... Sonst ist's um den Comic bald geschehen...

L.N. Muhr
31.05.2005, 18:17
...das ist es mit der SPD auch.

Dr.Tom
04.06.2005, 20:15
Nur so nebenbei: Das kleine Format von *Jenseits der Zeit* ist für die Ü-40er aber auch ein gewisses Problem - die Schrift ist zu winzig ;-)

Etwas ernster: Bei manchen der Panels wirkt das Format ganz gut, nämlich dort, wo die Zeichnung eher skizzenhaft und zusammen mit der Farbe impressionistisch wirkt. Insgesamt aber bedauere ich es, nicht mehr Fläche zu bestaunen zu können: Das südliche Licht ist mit der Farbe derart gut eingefangen und die italienische Flora und Landschaft so stimmungsvoll in Szene gesetzt, dass ich mir wünsche, mehr Raum zum Eintauchen zu haben. Ich weiß nicht, welches Format die Geschichte in Frankreich hat, aber die deutsche Ausgabe, so kompakt sie ist, erinnert mich immer an die verkleinerten Probeseiten aus Katalogen oder die Bildzitate in der Sekundärliteratur...

Es gab einmal eine Zeit, da hatten eher Überformate Konjunktur (wie im *Splitter*-Verlag). Ich persönlich würde, wenn gefragt, im Fall des Falles allemal diese den kleineren Formaten vorziehen. Comics sind Optik und die braucht ihren Raum... Das zeigt für mich sogar ein so nahe an der Manga-Kultur angesiedeltes Produkt wie *Kylion*: Die neue Veröffentlichung im Kleinformat nimmt den Panels und auch der Seitengestaltung (trotz identischem Layout) viel an Reiz, den diese in der Heftveröffentlichung noch hatten.

Wieder etwas unernster: Vielleicht ist diese Kleinheit ja auch der Manga-Kultur geschuldet. Hoffentlich gibt es dann nicht bald frankobelgische Comics in S/W-Reproduktion und umgekehrter Seitenfolge, da Manga überwiegend in Schwarz-Weiß gehalten sind und man so die *junge Generation* nicht mit allzuviel Kolorit befremden möchte?

Dr.Tom

deif
06.06.2005, 18:12
Für mich ist Kylion endlich mal ein Teenie-Comic für Jungs, der den Mangas die Stange halten kann, hinsichtlich des Formats, der Themen, der Protagonisten und des Preises. Würde mich dann interessieren, wie die Verkaufszahlen aussehen.

Zu "Jenseits der Zeit": Das ist etwas vom Schönsten, was ich seit langem gesehen habe. Für mich ist aber nicht das Format sondern der Preis abschreckend...

hollandshoffnung
06.06.2005, 18:25
40%!



50 % wären besser, das ließe sich einfacher rechnen...

Lola65
19.06.2005, 20:16
Wieder etwas unernster: Vielleicht ist diese Kleinheit ja auch der Manga-Kultur geschuldet. Hoffentlich gibt es dann nicht bald frankobelgische Comics in S/W-Reproduktion und umgekehrter Seitenfolge, da Manga überwiegend in Schwarz-Weiß gehalten sind und man so die *junge Generation* nicht mit allzuviel Kolorit befremden möchte?

Dr.Tom

es gibt bestimmt genug fb comics, für die s/w passender wäre als farbe.

MAQZ
18.04.2006, 17:51
Hier noch ein kleiner Nachtrag zu diesem Thema.
Editionspause für den Roten Korsar. http://www.comicradioshow.com/Article2266.html

"Seit mehr als 45 Jahren begeistert der „Rote Korsar“ Generationen von Lesern. Doch jetzt lässt Dargaud die Serie pausieren. Der Verlag glaubt, dass der „Rote Korsar“ zu sehr das Image eines Klassikers hat und daher die Zielgruppe der jungen Leser nicht mehr wie gewünscht anspricht. Später soll die Serie von einem neuen Team fortgesetzt werden."

Ein Beleg dafür, dass die Francobelgier es sogar im Mutterland schwer haben?

Groucho
18.04.2006, 18:50
Nö. Das ist der Beweis dass die Leute nicht einfach alles kaufen. Ich bin ein Freund der Frankobelgischen Comics, aber ich kaufe auch nicht mehr alles was es gibt. Der Rote Korsar wurde einfach Langweilig und uninteressant, so dass ich kurz nach den Hubinon Alben ausgestiegen bin. Zuerst haben die Zeichnungen und danach die Geschichten nachgelassen.

MAQZ
19.04.2006, 17:03
Klingt für mich wie der langsame Tod auf Raten einer altenbackenen Comicserie. Ob das bei "Rick Master" auch so sein wird?

Groucho
19.04.2006, 17:48
Bei der derzeitigen Qualität von Rick Master wäre eine Einstellung der Serie oder eine Änderung des Teams sinnvoll. Solange die Serie noch einen einigermaßen guten Ruf hat.

hollandshoffnung
19.04.2006, 18:19
Der Rote Korsar wurde einfach Langweilig und uninteressant, so dass ich kurz nach den Hubinon Alben ausgestiegen bin. Zuerst haben die Zeichnungen und danach die Geschichten nachgelassen.

die bände 32 -35 finde ich richtig klasse ! ich finde es schade das bourgne/perrissin nicht weiter machen durften. ich hätte gerne gewusst ob und wie der rote korsar wieder aus der versenkung auftaucht.

Lola65
19.04.2006, 18:30
ich auch!

BobCramer
19.04.2006, 19:14
Vermutlich wachsen bei den frankobelgischen Klassikern kaum noch neue Leserschichten nach. Größtenteils werden diese Serien wohl von Leuten gelesen, die das schon seit Jahrzehnten tun, weshalb man realistischerweise damit rechnen muss, dass manchen von ihnen (den Serien, nicht den Lesern) im Lauf der Zeit einfach die Luft ausgeht.

Lola65
19.04.2006, 19:15
wir sind dann wohl alles Singles :D die das Comicgen nicht an ihre kinder weitergeben können :D

Groucho
19.04.2006, 19:33
die bände 32 -35 finde ich richtig klasse ! ich finde es schade das bourgne/perrissin nicht weiter machen durften. ich hätte gerne gewusst ob und wie der rote korsar wieder aus der versenkung auftaucht.

Nur waren dazwischen sehr viele schlechte Alben. Und die Kunden die weg sind müssen erst wieder überzeugt werden dass so eine Serie wieder lesenswert ist. Bourgne/Perrissin haben der Serie gut getan, doch wie man sieht zu späht.
Kein Verlag stellt eine Serie bei guten Verkaufszahlen ein.
Wie man es richtig machen kann sieht man bei Blake und Mortimer.
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Vermutlich wachsen bei den frankobelgischen Klassikern kaum noch neue Leserschichten nach. Größtenteils werden diese Serien wohl von Leuten gelesen, die das schon seit Jahrzehnten tun, weshalb man realistischerweise damit rechnen muss, dass manchen von ihnen (den Serien, nicht den Lesern) im Lauf der Zeit einfach die Luft ausgeht.

So würde ich das nicht sehen. Es sind die Klassiker die immer noch für große Auflagen in Frankreich sorgen, Blake und Mortimer, Schlümpfe, Spirou, Die Blauen Boys usw. Und ich würde sagen die Leute die die Anfänge der Serien erlebt haben sind bei den Lesern auch schon in der Minderheit. Es gibt eigentlich nur einen Grund warum die Comics gekauft werden die Qualität (vielleicht mal Asterix ausgenommen, da wird immer nur die Hoffnung gekauft das es mal wieder besser wird)

BobCramer
19.04.2006, 19:59
So würde ich das nicht sehen. Es sind die Klassiker die immer noch für große Auflagen in Frankreich sorgen, Blake und Mortimer, Schlümpfe, Spirou, Die Blauen Boys usw. Und ich würde sagen die Leute die die Anfänge der Serien erlebt haben sind bei den Lesern auch schon in der Minderheit. Es gibt eigentlich nur einen Grund warum die Comics gekauft werden die Qualität (vielleicht mal Asterix ausgenommen, da wird immer nur die Hoffnung gekauft das es mal wieder besser wird)[/QUOTE]

Ja, ich grenze lieber nochmal ein. Frankobelgische Funnies scheinen in der Tat zeitlos zu sein und generieren immer wieder neue Lesergenerationen. Aber das gilt wohl nicht im selben Maße für den traditionellen frankobelgischen Abenteuercomic, ausgenommen B&M, der Kultstatus gewonnen hat.

Aber beim Tableau der alten Abenteuerserien gab und gibt es halt Abgänge. Und der "Rote Korsar" scheint sich inhaltlich/konzeptionell überlebt zu haben.

Groucho
19.04.2006, 20:39
Ja, ich grenze lieber nochmal ein. Frankobelgische Funnies scheinen in der Tat zeitlos zu sein und generieren immer wieder neue Lesergenerationen. Aber das gilt wohl nicht im selben Maße für den traditionellen frankobelgischen Abenteuercomic, ausgenommen B&M, der Kultstatus gewonnen hat.

Aber beim Tableau der alten Abenteuerserien gab und gibt es halt Abgänge. Und der "Rote Korsar" scheint sich inhaltlich/konzeptionell überlebt zu haben.


Da wären wir wieder bei der Qualität. Wenn ich heute Dan Cooper oder Michel Vaillant, anschaue so haben diese Serien textlich und was für einen Comic noch schlimmer ist Zeichnerisch nachgelassen. Das einzige was hier noch zeichnerisch gut dargestellt wird ist die Technik, aber damit bekommt man keine neuen Leser. Leider.
Bei Blake und Mortimer ist es immer noch die hervorragende zeichnerische und textliche Qualität die mich dazu bringt diese Serie auch ohne ihren Erfinder weiter zu lesen.

BobCramer
19.04.2006, 21:28
Blake und Mortimer profitiert natürlich sehr davon, dass Top-Leute wie Van Hamme oder Juillard an der Serie arbeiten. Und die tun das sicherlich deswegen, weil sie bei den riesigen Auflagen sehr gut verdienen. So bedingt sich hier beides gegenseitig: Top-Kreative erzeugen Top-Qualität, die sich in hohen Auflagen niederschlägt, was wiederum - wegen der Verdienstmöglichkeiten - andere Top-Kreative anzieht.

Dargaud hat den Mythos der Serie auf jeden Fall in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht optimal genutzt. Wäre interessant, zu sehen, was Leute wie Van Hamme oder Juillard mit Tim und Struppi machen würden, wenn da nicht der Bannfluch Hergés wäre...