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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Comicademy Scribble Club im Januar 2013: Kulleraugen vs. Knollennase - Stilrichtungen



Comicademy
06.01.2013, 14:56
Zu Beginn des neuen Jahres wollen wir einen Blick auf verschiedene Stilrichtungen des Comics werfen. Dies soll dabei helfen, zumindest einige Orientierungspunkte im großen Dschungel der Veröffentlichungen, Formate, Storys, Figuren und Genres zu finden. Dies kann und soll Euch bei Euren eigenen Arbeiten und Schritten in die Comic-Welt ein wenig Hilfe bieten. Für die vier Comicademy Scribble Club Termine im Januar 2013 haben wir uns folgende Stilrichtungen vorgenommen: Amerikanische Comics, Franko-Belgische Comics, Manga und Independent Comics.

Da die Comicademy Trainer, wie alle anderen Comic-Zeichner und Leser auch, verschiedene Vorlieben und Arbeitsweisen haben, wird ausnahmsweise jede Live-Videosession von einem anderen Trainer betreut.

Natürlich gibt es bestimmte zeichnerische Charakteristika, die jedem sofort in den Sinn kommen, wenn von Comic-Stilen die Rede ist, wie z.B. die muskelbepackten Körper der amerikanischen Superhelden oder die großen Kulleraugen von Mangafiguren. Diese offensichtlichen Unterschiede in der zeichnerischen Darstellung sollen mit einbezogen werden, dabei wollen wir es allerdings nicht belassen.

Neben Unterschieden in der technischen Umsetzung, wollen wir vor allem auch auf Besonderheiten in Paneling, Layout und Storytelling eingehen, denn gerade hier offenbaren sich vielfältige, unterschiedliche Herangehensweisen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es diverse Variationen und Gratwanderungen zwischen den Stilen gibt und wir daher nur über die "Archetypen", also Klischees im besten Sinne, sprechen werden, die nicht zu einhundert Prozent auf jeden Vertreter angewandt werden können.

06.01.2013 - Durchtrainierte Weltverbesserer

Sie sind durchtrainiert, willensstark und stehen immer auf der Seite des Guten. Ihre Kleidung liegt hauteng an muskelbepackten Körpern oder besteht aus Rüstungen. Sie sind ohne Fehl und Tadel. Aber halt, so einfach geht es selbst in der Welt der Superhelden nicht mehr zu. Und doch helfen uns diese Klischees bei einem kleinen Spaziergang durch die Helden-Universen. Dabei begleitet Euch Comicademy Trainer Thomas Leopold alias Tomppa in dieser ersten Live-Videosession.

13.01.2013 - Comic auf Französisch

In der zweiten Session werden franko-belgische Comics im Mittelpunkt stehen. Fast jeder kennt Klassiker wie Asterix oder Tim und Struppi. Neidisch schauen wir gerade aus dem deutschsprachigen Raum zu unseren Nachbarn, wo Comics ein echtes Massenphänomen sind. Knollennasen, Ligne Claire und das Comic-Album - schon anhand dieser Schlagworte erkennen die meisten, worum es gehen soll. Michael Weißhaupt steht Euch in dieser Session als Trainer zur Seite.

20. Januar 2013 - Comic-Stile III: Abseits der Klischees

Abseits der „großen“ Stile mit ihren etablierten Verlagen und Vertriebswegen gibt es seit Jahrzehnten auch Comics, die sich bewusst keinem Stil verpflichtet fühlen und sich der reinen Verwertungslogik des Comic-Marktes widersetzen. Allerdings finden sich gerade hier viele Storys, die innerhalb der herkömmlichen Stilgrenzen eher keinen Platz finden. Ob „undergroundig“ wie Robert Crumb, schockierend wie Art Spiegelman oder trashig wie die Hefte des Weissblech Verlags - dieser Bereich ist eine hervorragende Spielwiese zum Experimentieren. Beim Entdecken steht Euch in dieser Live-Videosession Comicademy Trainer Michael Weißhaupt zur Verfügung.

27.01.2013 - Kulleraugen und Stupsnasen

Die letzte Sitzung wird sich mit Manga befassen. Gerade in Deutschland hat Manga mit vielen Vorurteilen zu kämpfen: Die Charaktere haben überdimensionierte Augen und winzige Stupsnasen und die weiblichen Figuren haben alle Traummaße - außerdem sehen sowieso alle Figuren gleich aus. Besonders hartnäckig hielt sich auch der Glaube, dass Mangas grundsätzlich pornographischen Inhaltes sind. Sicherlich gibt es bestimmte Strömungen, auf die diese Behauptungen zutreffen, doch Manga hat wesentlich mehr zu bieten, denn die thematische Vielfalt ist mindestens genauso groß wie bei europäischen oder amerikanischen Produktionen. Außerdem verwendet Manga häufig eine eigene Art der "Kameraführung" und des erzählerischen Fokus, was ihn stark von westlichen Varianten unterscheidet. Eine genauere Betrachtung eröffnet viele Möglichkeiten, diese Vorgehensweisen selbst zu verwenden und so interessante Mischstile zu entwickeln, auch, wenn man kein Fan japanischer Zeichnungen ist.

Zur ersten Session am Sonntag, dem 06.01.2013, seid Ihr wieder herzlich zum Reinschnuppern eingeladen. Folgt einfach dem unten stehenden Link, loggt Euch als Gast unter einem gewünschten Namen ein und schon geht's los! Die Live-Videosession beginnt um 19.00 Uhr (Einlass ab 18.50 Uhr). Wir freuen uns auf Euch!

Link: http://comicademy.adobeconnect.com/csc_13-01-06/