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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlumpfige Unlogik: Gibt es noch andere Schlümpfe?



Chikorita
04.05.2012, 15:28
Ich weiss nicht, vielleicht denke ich ja einfach nur zu sehr über die Schlümpfe nach - auf jeden Fall schlumpfen mir seit einiger Zeit folgende Gedanken durch den Kopf.

Der Grosse Schlumpf ist 542 Jahre alt, wie er in "Die Schlümpfe und die Zauberflöte" verrät, und die normalen Schlümpfe zählen rund 100 Lenze. So weit, so schlumpfig, nur: Was war in den 442 Jahren zwischen der Geburt des Grossen Schlumpfs und der Geburt der übrigen Schlümpfe? War der Grosse Schlumpf in dieser Zeit ganz allein? Und als die Schlümpfe dann eines schönen Tages vom Storch gebracht wurden, hat der Grosse Schlumpf dann im Alleingang die 99 Baby-Schlümpfe groß gezogen? (Laut der TV-Folge "Papas Familienalbum" hat er das übrigens tatsächlich getan!)

Ebenfalls TV-Serie: Dort werden in späteren Staffeln Opa Schlumpf und Oma Schlumpf eingeführt (und es wird auch halbwegs sinnvoll erklärt, warum man sie vorher nie gesehen hat - Opa Schlumpf hat die vier Elemente für den Stein des langen Lebens gesucht, und Oma Schlumpf war 500 Jahre lang gefangen).

Man könnte sich nun damit zufrieden geben, es damals Opa Schlumpf und Oma Schlumpf sowie den Grossen Schlumpf als ihren Sohn gab, also eine kleine Zwergenfamilie, wie sie in Fantasy-Geschichten gar nicht so selten sind.

Dann kommt aber der Comic "Die Schlümpfe und der goldene Baum" (Band 29). Darin erzählt der Grosse Schlumpf die Geschichte des goldenen Baumes und spricht an, dass das alles vor seiner Zeit war. Es muss also auch früher schon eine grössere Schlumpf-Population gegeben haben. Was ist aus diesen Schlümpfen geworden? Sind sie alle umgekommen (bzw. nur Opa Schlumpf als ihr damaligen Grosser Schlumpf hat überlebt)?
Nun, wenn es tatsächlich so war, dann ist es klar, dass man das niemals in einer Geschichte angesprochen hat, da diese ja auch von Kindern gelesen werden.

Es könnte aber auch sein, dass sich der Grosse Schlumpf (sei es im Streit oder in jugendlicher Abenteuerlust) von den anderen Schlümpfen getrennt hat, um weit fort ein neues Schlumpfvolk zu gründen - eben genau das, welches wir heute aus den Geschichten kennen. Für diese Theorie spricht der Comic "Das Schlumpfbaby" (Band 12), in dem die Schlümpfe fälschlicherweise ein Baby geliefert bekommen, das eigentlich gar nicht für sie gedacht war. Für wen ausser für Schlümpfe könnte ein Schlumpfbaby noch gedacht sein? Eben höchstens für ein anderes Schlumpfvolk!

Zwar betont der Grosse Schlumpf immer wieder (u.a. in Band 20, "Die Schlümpfe in Gefahr"), dass es keine anderen Schlümpfe gibt, aber wenn er sich im Streit von den anderen Schlümpfen gelöst hat und sie nun endgülig hinter sich lassen will, dann ist es verständlich, dass er ihre Existenz verschweigt.

Sorry für den langen Text! Wie gesagt, wahrscheinlich denke ich einfach nur viel zu viel über die Serie nach und begehe ausserdem den Fehler, Geschichten von verschiedenen Autoren (die Original von Peyo, die neuen Comics von Peyos Erben und sogar die amerikanische Trickserie) miteinander zu mischen. Trotzdem würde mich eure Meinung dazu interessieren. ;)

schlampischlumpf
04.05.2012, 21:30
Die TV Serie ist ein anderes Universum. Also die Dinge die dort passieren haben nur manchmal etwas mit den Comics gemein. Auch die Heftchenseriencomics gehören eher zur Serie. In den Comics gibt es diesen OPA /Oma Kram nicht.

Wenn Du von den klassischen Alben ausgehst (Mit J+P) dann gibt es bei den neueren Bänden ja diese Tarzangeschichte, die ja vom TV übernommen wurde.

Ansonsten ist diese Frage müßig, weil es sich bei den Schlümpfen letztlich um ein Art Märchen handelt. Da macht es keinen Sinn nach logik zu suchen. Es macht die Geschichten eher kaputt, wenn man da unbedingt kohärenz suchen will.

Sie sind einfach da! Ich denke nicht das Peyo sich über sowas Gedanken gemacht hat und die ganz neuen Alben sind ja nicht von Peyo selbst.

Kaschi
05.05.2012, 12:55
Dennoch kann es schlumpfen, darüber zu schlumpfen.

Wenn der Große Schlumpf zur Zeit der "Zauberflöte" 542 Jahre alt war, wann ist er dann wohl geboren? Bzw. wann sind Johann und Pfiffikus durch die mittelalterlichen Wälder gestromert?

Ich vermute ja, dass der Große Schlumpf nach einem Zeitgenossen, nämlich Karl dem Großen, bekanntlich selber ein richtig großer Schlumpf, benannt worden ist.

schlampischlumpf
05.05.2012, 17:41
Dennoch kann es schlumpfen, darüber zu schlumpfen.

Wenn der Große Schlumpf zur Zeit der "Zauberflöte" 542 Jahre alt war, wann ist er dann wohl geboren? Bzw. wann sind Johann und Pfiffikus durch die mittelalterlichen Wälder gestromert?

Ich vermute ja, dass der Große Schlumpf nach einem Zeitgenossen, nämlich Karl dem Großen, bekanntlich selber ein richtig großer Schlumpf, benannt worden ist.

Das Frühmittelalter geht von 500-1050 nach Christus. Die dargestellte Welt in Johann und Pfiffikus ist offensichtlich im zweiten Drittel des Frühmittelalters angelehnt, wenn man sich die dort dargestellte Welt anschaut. Ich schätze mal so 600-800 nach Christus. Da hier auch ein wenig Wikingeranteil drin ist, könnte das auch so etwa in der Mitte davon liegen. Sagen wir mal 700 nach Christus (+-50 Jahre). Von Wikingersturm kann man da ja noch nicht wirklich sprechen.

Der oben erwähnte Karl der Große ist nicht ganz falsch. Der Große Schlumpf wird also so 150 (+-50) Jahre nach Christus entstanden sein und ist somit ein Kind der antiken Welt. Worauf auch die Mützen hindeuten: http://de.wikipedia.org/wiki/Phrygische_M%C3%BCtze

Womit die Schümpfe womöglich in der Nähe der Türkei und in der antiken Sagenwelt ihre Wurzeln haben.

Möglicherweise gab es andere Schlümpfe zur Zeit des großen Schlumpfs. Die Verteilung im Dorf lässt aber eher darauf schließen, dass es mit ihm den Anfang genommen hat. Möglicherweise wurde er genau wie Schlumpfine mit Alchemie erschaffen und der Storch hat ihm dann nach und nach weitere Babys gebracht (Die weiteren Schlümpfe). Der Storch bringt ja denen, die sich etwas wünschen. Oder er hatte Geschwister, die mit der Zeit gestorben sind und er ist nun der Dorfälteste letzte. Diese Version finde ich aber unwahrscheinlich. Am schlüssigsten ist, dass die Schlümpfe mit einem Zauber angefangen haben. Und wenn man Zauber hinterfragt, macht man sich den Zauber kaputt.

Die Figur scheint mir mehr an Aristoteles oder Platon angelehnt zu sein. Eine Art Philosoph.

"Für wen ausser für Schlümpfe könnte ein Schlumpfbaby noch gedacht sein? Eben höchstens für ein anderes Schlumpfvolk!" Nur die Tatsache, dass ein Baby geliefert wurde. Die Schlümpfe haben ein Schlumpfbaby bekommen, weil es Schlümpfe sind. Man hat ihnen versehentlich etwas geliefert. Wäre das Baby an jemand anderen geliefert worden, wäre es kein Schlumpf.

Kaschi
05.05.2012, 23:30
Das Frühmittelalter geht von 500-1050 nach Christus. Die dargestellte Welt in Johann und Pfiffikus ist offensichtlich im zweiten Drittel des Frühmittelalters angelehnt, wenn man sich die dort dargestellte Welt anschaut. Ich schätze mal so 600-800 nach Christus. Da hier auch ein wenig Wikingeranteil drin ist, könnte das auch so etwa in der Mitte davon liegen. Sagen wir mal 700 nach Christus (+-50 Jahre). Von Wikingersturm kann man da ja noch nicht wirklich sprechen.
Johann himself gibt einen Hinweis, der uns dank des berühmten Quellenforschers Culliford erhalten geblieben ist (Gesamtausgabe Band 2, S. 89): "Ihre [die Wikinger, Anm.] Invasionen nahmen 911 ein Ende, als Karl der Einfältige einen Teil seines Landes an ihren Anführer Rollo abtrat! Aber ihren Hang zu ausgedehnten Raubzügen haben sie behalten."

Auf Seite 54 desselben Werkes ist deutlich eine Sanduhr zu sehen. Sanduhren sind etwa seit Anfang des 14. Jahrhunderts bekannt, sagt Tante Wiki.

Die Wikinger hingegen waren 1066 angeblich mit ihrem Latein am Ende.

Im Band "Die Wüstenrose" werden Kreuzer als Währung benannt, welche wieder laut Tante Wiki 1271 erstmalig auftraten. Johanns König war offenbar in früheren Zeiten als Kreuzzügler unterwegs.

Tja. Sind Johann und Pfiffikus - vielleicht mit Hilfe eines Serums von Homnibus - gar frühe Zeitreisende gewesen? :rolleyes:

schlampischlumpf
07.05.2012, 00:14
Johann himself gibt einen Hinweis, der uns dank des berühmten Quellenforschers Culliford erhalten geblieben ist (Gesamtausgabe Band 2, S. 89): "Ihre [die Wikinger, Anm.] Invasionen nahmen 911 ein Ende, als Karl der Einfältige einen Teil seines Landes an ihren Anführer Rollo abtrat! Aber ihren Hang zu ausgedehnten Raubzügen haben sie behalten."

Auf Seite 54 desselben Werkes ist deutlich eine Sanduhr zu sehen. Sanduhren sind etwa seit Anfang des 14. Jahrhunderts bekannt, sagt Tante Wiki.

Die Wikinger hingegen waren 1066 angeblich mit ihrem Latein am Ende.

Im Band "Die Wüstenrose" werden Kreuzer als Währung benannt, welche wieder laut Tante Wiki 1271 erstmalig auftraten. Johanns König war offenbar in früheren Zeiten als Kreuzzügler unterwegs.

Tja. Sind Johann und Pfiffikus - vielleicht mit Hilfe eines Serums von Homnibus - gar frühe Zeitreisende gewesen? :rolleyes:

Diese Dinge zeigen doch nur, dass sich Peyo und seine Nachfolger über Kohärenz keine Gedanken gemacht haben.