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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sprechblase 221



Lola65
27.04.2011, 16:51
Heute im Comicladen bekommen, nachmittags auf dem Balkon gelesen :)

eine klasse Ausgabe

Lola65
28.04.2011, 21:12
Die gute Nachricht

SPRECHBLASE 221 ist fertig – ein Heft mit vielen Highlights!

Eddy Paape – Von Lüttich nach Terrango
Auf 17 Seiten erfahrt Ihr alles über den Zeichner von LUC ORIENT und VALHARDI! Viele tolle Abbildungen und eine ganz besondere Checkliste!! (Errata: Auf Seite 20 ist ein kleines Preisrätsel, bei dem leider der falsche Einsendeschluss angegeben ist. Der Richtige ist: 30. Mai.)

"Seit wie vielen Jahren hat Lucky Luke keine Kuh mehr gesehen?"
Ein offenherziges Interview mit LUCKY LUKE-Zeichner Achdé

Vandersteens dunkles Geheimnis
Der große Flame Willy Vandersteen (SUSKE & WISKE, BESSY) hat während des Krieges antisemitische Karikaturen für die Nazis gezåeichnet.

Andreas C. Knigges Buch über Hansrudi Wäscher
Knigge hat tatsächlich ein dickes Buch über HRW und seine Serien verfasst. Wir bringen ein Interview mit dem Autor, einen Buchauszug und als Zugabe zum Thema, den ersten Teil eines spannenden und weitgehend unbekannten Podiumsgespräch mit HRW (von München 2009).

Zorro reitet wieder
Der Kleinverleger Thorsten Lehmann sorgt dafür, dass der maskierte Rächer gleich in mehrfacher Weise wiederkehrt. Mit vielen interessanten Backgroundinfos!

PETERS SELTSAME REISEN kommt als Gesamtausgabe
Seit Monaten wird an einem wunderschönen, umfangreichen Buch gearbeitet, das Helmut Nickels ungewöhnlichsten Comic erstmals in einem Band und vollständig koloriert präsentieren wird. Anfang Juni wird es in München vorgestellt, wenn Helmut Nickel den Peng!-Preis für sein Lebenswerk entgegennimmt und mit einer Ausstellung geehrt wird. Unsere Beiträge bieten interessante Hintergundinfos und bemerkenswerte Abbildungen sowie die Geschichte des Magazins "Harry, die bunte Jugendzeitung".

Die LURCHI-Chronik Teil 3
Diesmal geht´s um die Übergangszeichner, die Heinz Schubel folgten. Sie waren zwar nur kurzzeitig für LURCHI aktiv, jedoch sehr interessante Charaktere.

MECKI-News
Reinhold Eschers Tochter Regine Mosimann im Interview und einiges mehr.

Romanecke: "Die Standardwerke zu Jerry und Perry"

Zeitungsstrip: "JANE – Striptease für den Sieg"

Die "DC Comics Chronik" in Auszügen

WARLORD: Der Fantasy-Klassiker erscheint erstmals ungekürzt.

Und im beliebten HARRY-Magazin gibt´s wieder Rezensionen, News und die "Generation Lehning".



Die schlechte Nachricht

Da die Situation erst gestern abends endgültig geklärt werden konnte, können wie Euch erst jetzt informieren: Unsere Spedition hat die Lieferung an Oliver Manstein, unseren Abonnenten-Betreuer, im Zuge der enormen Hektik in den Tagen vor Ostern beschädigt.

Nachdem wir die Hiobsbotschaft erfahren haben, ging es darum, die Anzahl der beschädigten Exemplare herauszufinden. Auch hier standen uns die Osterfeiertage im Wege. Als wir endlich Bescheid wussten, konnten wir eine zusätzliche Lieferung an Oliver veranlassen, was natürlich auch wieder eine Menge Zeit verschlang, bzw. noch verschlingt.

Ein Angebot an die Abonnenten von Oliver Manstein:

"Aufgrund von speditionsseitigen Problemen konnte diesmal nicht verhindert werden, dass die neue Ausgabe der Sprechblase deutlich vor dem Abonnenten-Versand in den Läden sein wird, bzw. jetzt bereits in den Läden ist, der Abo-Versand aber frühestens am 3. Mai, wahrscheinlich jedoch erst am 9. Mai erfolgen kann. Bald danach wird das Heft dann bei Euch eintreffen.

Daher ergeht an alle Abonnenten das Angebot: Wer einen Laden in der Nähe hat, kann sich die neue Ausgabe dort kaufen und bis Sonntag, 1. Mai, 20 Uhr, eine Mail an mich schicken, dass er die 221 NICHT im Rahmen seines Abos zugeschickt bekommen möchte.

Ich nehme Euch dann für diesmal aus dem 221-Verteiler heraus. Euer Abo verlängert sich dadurch automatisch um eine Ausgabe."


Ein Angebot an die Besucher der Kölner Comicbörse

Abonnenten, die in Köln sind und nicht mehr einige wenige Tage warten wollen, bis die neue Sprechblase bei ihnen auf dem Postwege eingelangt ist, können das Heft am Sprechblase-Stand kaufen und stattdessen das Abo aussetzen, bzw. für eine Nummer verlängern. Einschränkend möchte ich anmerken, dass wir aus Transportgründen nur eine begrenzte Anzahl an Sprechblase-Ausgaben mitnehmen können.


Für die durch "Höhere Gewalt" entstandene Verspätung möchten wir uns aufrichtig entschuldigen! Als kleines Trostpflaster für den entstandenen Ärger legten wir den Abonnenten eine Wäscher-Postkarte bei.

Betonen möchte ich noch, dass es genausogut den Händlervertrieb hätte treffen können! Tragisch ist es in jedem Fall.

Sollten trotz aller Sorgfalt doch noch beschädigte Hefte mit in die Aussendung gerutscht sein: bitte kurz melden, wir sind um eine komplikationslose Lösung bemüht.

Dann hoffe ich, dass Ihr – wenn auch verspätet – viel Freude mit der neuen SPRECHBLASE habt, in der diesmal ganz besonders viel Liebe und Arbeit steckt.

Herzliche Grüße aus Wien

Gerhard Förster

ff

Francis
28.04.2011, 23:10
Ganz besonders freue ich mich auf den Eddy Paape-Artikel. Mal sehen, was das für eine Checkliste ist!

Am besten gleich hier weitermachen. Deshalb ein Vorschlag/Wunsch für die nächste Ausgabe: Buck Danny-Artikel (oder noch besser als Anreiz Dan Cooper, damit der endlich mal als GA kommt).

Welcher Comic ist denn enthalten? Hoffentlich der Rote Ritter!

Lola65
29.04.2011, 10:49
Comic: Auf jeden Fall Fenrir

Tommeltom
30.04.2011, 00:57
Ist wohl leider unvermeidlich.

ELDORADO
30.04.2011, 03:59
"Fenrir" ist aber diesmal tatsächlich der einzige Comic im Heft und auch nur 5 Seiten lang.
Der "Rote Ritter" muss dagegen aussetzen.

Das Besondere an der Eddy Paape-Checkliste ist,
dass zu den einzelnen Geschichten auch jeweils die alten
Tintin- und Zack-Cover abgebildet werden, was mir außerordentlich gut gefällt.

Mr.Hyde
30.04.2011, 06:00
Nutzt sich aber langsam auch etwas ab (bei Jacques Martin wurd die "Covergalerie" dann schon sehr stereotyp)...und ehrlich gesagt, Cover googeln kann ich selber.

Bei den Comics fehlt mir generell immer noch ein bißchen der Bezug zu den Artikeln. Toll wär bei Eddy Paape zum Beispiel "Carol Detective" geweßen. Prima Ergänzung zur Luc Orient-Gesamtausgabe....und ein Grund für alle Paape-Fans die nur mal wegen der Titelstory in die Sprechblase reinschnuppern, auch an den nächsten Ausgaben mit den Fortsetzungen hängen zu bleiben. Zwar bestimmt etwas aufwändiger und auch teurer als der Rote Ritter oder Fenrir, aber sicher eine gute Investition.

Francis
30.04.2011, 10:09
"Fenrir" ist aber diesmal tatsächlich der einzige Comic ...
Der "Rote Ritter" muss dagegen aussetzen.

...

Schade, dass der Rote Ritter schon wieder unterbrochen wird. Kein guter Stil. Gibt es wenigstens einen Hinweis oder vielleicht sogar eine Begründung?

Bad Company
30.04.2011, 10:46
"Fenrir" ist aber diesmal tatsächlich der einzige Comic im Heft und auch nur 5 Seiten lang.
Der "Rote Ritter" muss dagegen aussetzen.
Auch kein Verlust, da hatte Gerhard wohl Platzprobleme. Super, gibt also reichlich was zu lesen.

ELDORADO
30.04.2011, 17:03
Gibt es wenigstens einen Hinweis oder vielleicht sogar eine Begründung?

Ja, wird im Vorwort begründet.
Aber welche andere Begründung als "Platzprobleme" kann es da schon geben?
;)

Francis
30.04.2011, 20:36
...
Aber welche andere Begründung als "Platzprobleme" kann es da schon geben?
;)

Keine Ahnung, ich habe das Heft ja noch nicht. Sage du es uns!

Bad Company
02.05.2011, 16:34
Neben dem aus Platzgründen gecancelten "Roten Ritter" wurde ja auch "Fenrir" gekürzt. Kuriose Begründung auf Seite 78: In letzter Minute musste trotz bereits stark verspätetem Drucktermin ein Artikel (Vandersteen) noch unbedingt rein.
Ganz ehrlich: Der Artikel hätte auch in die nächste SB gepasst, so wichtig war das nun wirklich nicht.
Aber da nach aktuellem Trend die nächsten beiden SB-Ausgaben auch "leichte" Verspätungen haben (könnten), bietet sich dem Herausgeber für die im Dezember vierte des Jahres geplante Ausgabe ein interessantes Konzept an:Vorgefertigte Artikel, etwas weniger aktuelle Meldungen und Rezensionen und dafür umfangreiches Comicmaterial (30 Seiten).Damit gleicht sich dann auf vier Ausgaben in 2011 der Text -und Comicanteil wieder aus.

Klassikfreund
02.05.2011, 16:44
Nutzt sich aber langsam auch etwas ab (bei Jacques Martin wurd die "Covergalerie" dann schon sehr stereotyp)...und ehrlich gesagt, Cover googeln kann ich selber.


Da möchte ich aus Sicht eines lebensälteren Comic Freundes doch mal widersprechen: Gerade die Möglichkeit, viele schöe Titelbilder auf einen Blick und auf Papier zu sehen, wertet solche Artikel für mich ungemein auf.

Zyklotrop
02.05.2011, 22:21
Kuriose Begründung auf Seite 78:

Nein, so kurios ist die Begründung nicht. Der Artikel wird ja auf dem Titelbild angekündigt - das wäre die Peinlichkeit des Jahrhunderts gewesen, wenn der gefehlt hätte. Außerdem berichten andere europäische Comicfachmagazine auch aktuell über die Vandersteen-Geschichte, es wäre ärgerlich, wenn das deutsche Publikum ein halbes Jahr später "dran" ist. So gut wie alle Artikel sind ziemlich aktuell, was ich gut finde.
Gut finde ich auch Gerhards entwaffnende Ehrlichkeit. Andere hätten sich vielleicht hinter Floskeln wie "aus technischen Gründen..." versteckt, er erzählt die Wahrheit, auch wenn sie ein wenig peinlich ist. Transparenz und Offenheit sind selten falsch, glaub ich.

Das Titelbildmotiv haut mich aber leider nicht vom Hocker - der Entwurf von zaktuell war viel schöner. :(

zaktuell
05.05.2011, 19:37
Ein Angebot an die Besucher der Kölner Comicbörse

Abonnenten, die in Köln sind und nicht mehr einige wenige Tage warten wollen, bis die neue Sprechblase bei ihnen auf dem Postwege eingelangt ist, können das Heft am Sprechblase-Stand kaufen und stattdessen das Abo aussetzen, bzw. für eine Nummer verlängern. Einschränkend möchte ich anmerken, dass wir aus Transportgründen nur eine begrenzte Anzahl an Sprechblase-Ausgaben mitnehmen können.


Dieses Angebot ist nun natürlich hinfällig weil die 221 gestern zur Post ging und Freitag im Regelfall ankommen sollte. Jedenfalls sind die Hefte unterwegs und jetzt kann ich sie natürlich nicht mehr aus dem Versand rausnehmen, selbst wenn die Post schlurig ist und einzelne Exemplare erst nach der Köln-Messe nachzüglerisch eintreffen sollten. Was ich nicht hoffe.

Gerhard Förster
06.05.2011, 08:32
Schade, dass der Rote Ritter schon wieder unterbrochen wird. Kein guter Stil. Gibt es wenigstens einen Hinweis oder vielleicht sogar eine Begründung?

Die Begründung steht im Heft und hat natürlich wieder mal mit Platzmangel zu tun. Aber es ist ist schon klar, dass so eine Unterbrechung kein Ruhmesblatt ist. Und inzwischen ist mir auch klar geworden, dass zwei Fortsetzungscomics bei einem Magazin das relativ selten erscheint, keine gute Idee ist. In Zukunft will ich verstärkt auf thematisch passende Kurzcomics setzen. Und lasst Euch überraschen, wie ich das Rote Ritter-Problem löse. Ich denke, Ihr werdet zufrieden sein. Doch mehr will ich dazu nicht sagen, denn es kann ja noch was dazwischen kommen, das die Pläne ändert.

Lola65
06.05.2011, 13:58
kommt eine EXTRA SB nur mit dem Roten Ritter? :D

Manx cat
07.05.2011, 20:00
1. Das Interview mit Andreas C. Knigge war ja diesmal ein echtes Glanzlicht.

Falls jemals eine Wäscher-Gesamtausgabe (oder Best-of-Reihe) gestartet werden sollte, hoffe ich aber, dass
- entweder neu koloriert
oder, besser noch
- alles schwarzweiß belassen wird.
Die rosa Burgen sind weiß Gott schon oft genug nachgedruckt worden.


2. Sonderthema: Plagiat
Auch wenn ich Gary Gianni wohlwollend gegenüberstehe, kann ich doch verstehen, weshalb viele seinen Eisenherz als minderwertig einstufen.

Weshalb John Cullen Murphys Eisenherz hingegen von Gerhard (und vielen anderen) als dürftig und respektlos gesehen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Auch BoCoLa erwecken ja den Eindruck, als wäre Murphy nur gut gewesen, solange Foster noch an den Geschichten beteiligt war, dabei war Foster damals schon lange in immer wiederkehrenden Handlungsmustern gefangen.

Erst als Murphy selbst schreiben durfte, wehte wieder etwas frischer Wind in der Handlung. Erst Murphy nutzte das Potential der Figur Mordred, brachte mit Maeve Spannung in das (Liebes-)Leben Prinz Arns und ließ einige wohl dosierte mystische Elemente wieder zu, ohne mit dem Original zu brechen.

Dass auch Murphy sein hohes Niveau nicht ewig durchhielt, kann man ihm fast nicht vorwerfen. Routine hatte sich aber auch bei Foster zumindest in der zweiten Hälfte seines Schaffens eingeschlichen.

Un ob Wally Wood wirklich der bessere Eisenherz-Zeichner gewesen wäre? Ich mag die Frage nicht beantworten. Auch er hätte mit Routine zu kämpfen gehabt. Allerdings wäre ihm vielleicht sein Selbstmord erspart geblieben, wer weiß?

MAQZ
07.05.2011, 22:56
Eddy Paape – Von Lüttich nach Terango
http://www.comicradioshow.com/Article3564.html

Vandersteens dunkles Geheimnis
http://www.comicradioshow.com/Article3566.html

Die LURCHI-Chronik - Teil 3: Die Übergangszeichner
http://www.comicradioshow.com/Article3568.html

Klassikfreund
09.05.2011, 16:18
Der Paape Luc Orient Artikel ist auch und vor allem aus grafischer Sichtweise ganz wunderbar ! Ebenso waren Knigge Artikel und Interview hochinteressant.

Kritik: Warum wird das Magazin KULT immer so hochgelobt ? Weil es ein Anzeigenkunde ist? Man kann ruhig mal erwähnen, daß viele Fakten in den darin enthaltenen Artikeln falsch sind. (Siehe z.B. den über die 70er Jahre Marvel Comics).
Als Comicsammler habe ich nach dem ersten Lesen nur den Kopf schütteln können.

Und bitte: Wo ist Romankenner H.J.Galle geblieben? Nichts gegen den Mitherausgeber, aber der muss nicht über alles schreiben... Ich lese lieber fundierte Berichte von Kennern.

Zyklotrop
09.05.2011, 21:25
Kritik: Warum wird das Magazin KULT immer so hochgelobt ? Weil es ein Anzeigenkunde ist?

Diese Unterstellung ist beleidigend. Insbesondere, da ich (leider) weder in irgend einer Weise an den Anzeigen "mitnasche", oder auch nur mit einem Freiexemplar bestochen wurde (das rezensierte Heft gehört Gerhard, und der will's zurück). ;) Weiters bin ich auch kein stinkreicher Mitherausgeber-Verlagsbonze, sondern nur ein armer Schreiberling.
Du wirst immer wieder mal erleben, daß ein Rezensent einen Titel toll findet, den Du schlecht findest und umgekehrt. Geschmäcker sind eben verschieden. Ich finde, das Kult-Magazin ist sehr lesenswert, bei der Themenvielfalt mit abertausenden Details können sich natürlich immer mal Fehler einschleichen (auch die Sprechblase ist leider nicht unfehlbar). Aber man muß auch bedenken, daß die Zielgruppe keineswegs die Comic-Experten sind, Comics sind nur ein Randthema. Und im Rahmen einer Kurzrezension von wenigen Zeilen auf alle Details einzugehen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Meiner Meinung nach überwiegen die positiven Aspekte bei weitem.
Anhand der Leseproben (http://www.goodtimes-magazin.de/kult.php)auf der Verlagsseite kann sich aber jedermann kostenlos ein Bild machen.

Klassikfreund
09.05.2011, 23:07
Aber man muß auch bedenken, daß die Zielgruppe keineswegs die Comic-Experten sind, Comics sind nur ein Randthema.

Man wird ja wohl noch erwarten dürfen, daß wenigstens die seit Jahrzehnten zum Comic Allgemeinwissen zählenden Grunddaten zu beispielsweise Erscheinungsjahren der Williams Marvel Serien korrekt angegeben werden.
Auch eine comicfremde Zielgruppe sollte richtig informiert werden.

Zu den ganzen anderen KULT Themen rund um Musik, TV etc. kann ich die Faktensicherheit nicht beurteilen. Aber statistisch wäre es schon sehr unwahrscheinlich, wenn ich da gerade auf die einzigen Fehler gestossen wäre.

beatleswerner
09.05.2011, 23:28
Kult ist eine noch sehr junge Zeitschrift und der Herausgeber Fabian Leibfried muß sicherlich noch einige Kontakte knüpfen und allen Spezialgebieten gerecht werden zu können. Es wäre sicherlich vom Vorteil wenn du dich mit deiner Kritik an Fabian wendest und ihm deine Mitarbeit anbietest.

zaktuell
10.05.2011, 01:39
@Klassikfreund: Auch wenn Du mit Deiner Kritik Recht hast: Aber ich seh in KULT! weniger ne 'Info-Zeitschrift' als mehr so ne nostalgische Rückbesinnung für Leute, die die 70er erlebt haben. Wo eher Erinnerungen wach gerufen und/oder aufgefrischt werden. Wenn bei sowas die Artikel etwas oberflächlich bleiben oder in dem ein- oder anderen Detail nicht stimmen, find ich das jetzt nicht sooo tragisch.

cubbie
10.05.2011, 11:50
Hatte die neueste Ausgabe am Wochenende im Briefkasten.

Ich bin grundsätzlich mal sehr froh darüber, wie die Sprechblase von Gerhard weitergeführt wird. Nahezu als One-Man-Show, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wieviel Zeit und Mühe da jedesmal draufgeht. Und eben auch mal in letzter Minute Fenrir die letzten Seiten füllen darf, weil etwas anderes dazwischenkam oder schlicht auch ganz menschlich etwas vergessen wurde.

Natürlich kann man es nie allen Recht machen. Ich finde auch das neue Heft nach dem ersten kurzen Durchblättern wieder prima.

Obwohl ich kein Luc Orient Fan bin, ist das ein toller Artikel geworden, auch der Knigge Bericht ist interessant, an HRW schieden sich die Geister ja immer. Selbst mit Artikeln aus der Romanecke kann ich gut leben - warum nicht mal über den Comic-Horizont hinausblicken ?

Warum wird aber hier das Magazin KULT so heftig kritisiert ? Ich habe mal in die Leseprobe reingestöbert und werde mir mal die neueste Ausgabe zulegen - dann kann ich vielleicht mitreden. Schätze das aber schon mal so wie Oliver ein - reine Nostalgie, mit der ich wahrscheinlich einiges anfangen kann.

Gerhard erwähnt im Vorwort, dass es wegen der Goodies für die Abonnenten wohl etwas "Wirbel" gab - auch das kann ich nicht nachvollziehen. Sowas bekomme ich doch bei anderen Abos auch - was ist daran falsch oder zu kritisieren? Ich hatte mich über die letzte Beilage sehr gefreut (was auch unter den Leserbriefen erwähnt ist !;) ).

Also aus Frankfurt ein "Daumen hoch" und weiter so.

zwilling
10.05.2011, 15:41
In allen wesentlichen Punkten: dito! Wieder ein sehr gelungenes Magazin!

Gerhard Förster
12.05.2011, 06:17
2. Sonderthema: Plagiat
Auch wenn ich Gary Gianni wohlwollend gegenüberstehe, kann ich doch verstehen, weshalb viele seinen Eisenherz als minderwertig einstufen.

Weshalb John Cullen Murphys Eisenherz hingegen von Gerhard (und vielen anderen) als dürftig und respektlos gesehen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Auch BoCoLa erwecken ja den Eindruck, als wäre Murphy nur gut gewesen, solange Foster noch an den Geschichten beteiligt war, dabei war Foster damals schon lange in immer wiederkehrenden Handlungsmustern gefangen.

Erst als Murphy selbst schreiben durfte, wehte wieder etwas frischer Wind in der Handlung. Erst Murphy nutzte das Potential der Figur Mordred, brachte mit Maeve Spannung in das (Liebes-)Leben Prinz Arns und ließ einige wohl dosierte mystische Elemente wieder zu, ohne mit dem Original zu brechen.

Dass auch Murphy sein hohes Niveau nicht ewig durchhielt, kann man ihm fast nicht vorwerfen. Routine hatte sich aber auch bei Foster zumindest in der zweiten Hälfte seines Schaffens eingeschlichen.

Un ob Wally Wood wirklich der bessere Eisenherz-Zeichner gewesen wäre? Ich mag die Frage nicht beantworten. Auch er hätte mit Routine zu kämpfen gehabt. Allerdings wäre ihm vielleicht sein Selbstmord erspart geblieben, wer weiß?

Das finde ich ja ein interessantes Statement. Zunächst mal zu Gianni: Was ich schätze an ihm, sind seine früheren Arbeiten, soweit ich sie kenne (z.B. seine "20.000 Meilen unter dem Meer"-Fassung, die ich für die beste der vielen Comicadaptionen dieses Klassiker halte). Warum er beim Eisenherz so nachließ, kann ich nicht nachvollziehen. Auch den Storys von Schulz stehe ich kritisch gegenüber. Soweit ich sie kenne, sind sie weder besonders gut, noch wirklich zur Serie passend.

Und nun zu Murphy: Warum schrieb ich "respektlos"? Weil er über einen sehr langen Zeitraum nichtssagendes, sehr reduziertes Artwork lieferte. Wie das letzte Interview mit Hal Foster zeigt, war dieser auch längst nicht mehr zufrieden mit Murphy. Ich glaube, dass ich mit Bocola übereinstimme, dass Murphy nur in der Ära interessant ist, wo Foster noch mitarbeitete (falls der Bocola Verlag so denkt). Da gab er sich noch Mühe, da profitierte er auch lange Zeit von den tollen Scribbles Hal Fosters. Die Storys nach der Foster-Ära stammen übrigens nicht von Murphy, sondern von seinem Sohn Cullen Murphy. Und hier teile ich nicht die positive Wertung. Cullen passte sich stilistisch zwar an Foster an, doch er war kein guter Storyteller, auch wenn er manchmal interessante Ideen hatte. Beispiel: Was hätte man nicht alles aus der Idee machen können, dass König Arthur seine Burg verliert? Cullen hat die Chancen nicht genutzt, die Geschichte ist nicht besser als seine anderen.

Auf jeden Fall freut´s mich, dass diesmal zumindest zum Teil über interessante Themen debattiert wird, anstatt über des Kaisers Bart gestritten oder nur sauertöpfisch über irgendwelchen kleinkarierten Kram rumgemosert wird! Man muss ja keineswegs immer der gleichen Meinung sein. So eine lebendige Diskussion über gehaltvolle Themen ist schon was Feines!

G.Nem.
12.05.2011, 17:36
Ich finde Wally Wood wäre auf Dauer sicher der
bessere Zeichner für Prince Vaillant gewesen.
Wie groß die Bandbreite von Kollege Wood war,
kann man schön in diesem Blog eines Sammlers
verfolgen > http://wallywoodart.blogspot.com/

Manx cat
12.05.2011, 20:52
Die Storys nach der Foster-Ära stammen übrigens nicht von Murphy, sondern von seinem Sohn Cullen Murphy. Und hier teile ich nicht die positive Wertung. Cullen passte sich stilistisch zwar an Foster an, doch er war kein guter Storyteller, auch wenn er manchmal interessante Ideen hatte. Beispiel: Was hätte man nicht alles aus der Idee machen können, dass König Arthur seine Burg verliert? Cullen hat die Chancen nicht genutzt, die Geschichte ist nicht besser als seine anderen.


Der Verlust der Burg ist doch der lang vorbereitete Höhepunkt der Murphy-Ära, breit angelegt mit spannenden Nebenhandlungen. Natürlich, der Endfight mit Mordred blieb letztlich aus und die Chance, einen Schlusspunkt unter die Saga zu setzen, wurde versemmelt. Letztlich wurde wieder nur der Status Quo hergestellt, wie es der Tradition von Endlos-Fortsetzungsgeschichten oft entspricht.

Danach kamen dann auch wirklich keine richtigen Höhepunkte mehr, aber in seinen Anfangsjahren hat das Team Murphy/Murphy alles richtig gemacht.

Was den Gesamteindruck des "Untergangs" von Camelot auch etwas schwächt, ist der Umstand, dass es sich um eine ziemlich exakte Umkehrung der Exilsituation Aguars ganz zu Anfang der Eisenherz-Saga handelt.

(Und vielleicht spielt in meine Begeisterung auch hinein, dass ich die Pollischansky-Alben Nr. 48 bis Nr.50 im Alter von 13, 14 Jahren gelesen habe.:p)

Gerhard Förster
13.05.2011, 07:05
Der Verlust der Burg ist doch der lang vorbereitete Höhepunkt der Murphy-Ära, breit angelegt mit spannenden Nebenhandlungen. Natürlich, der Endfight mit Mordred blieb letztlich aus und die Chance, einen Schlusspunkt unter die Saga zu setzen, wurde versemmelt. Letztlich wurde wieder nur der Status Quo hergestellt, wie es der Tradition von Endlos-Fortsetzungsgeschichten oft entspricht.

(Und vielleicht spielt in meine Begeisterung auch hinein, dass ich die Pollischansky-Alben Nr. 48 bis Nr.50 im Alter von 13, 14 Jahren gelesen habe.:p)

Also das stört mich nicht mal so, dass der alte Status Quo wiederhergestellt wurde (obwohl´s natürlich schön wäre, wenn das nicht der Fall wäre), da gibt´s vermutlich wirtschaftliche Zwänge (zumindest könnte sie das Syndikat befürchten). Mir geht´s um die Art und Weise, wie Cullen die Story erzählte – so eindimensional. Als Autor sollte man sich in so eine einschneidende Situation wie den Sturz eines berühmten Königs hineinversetzen. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Es ist typisch für einen schlechten Autor, dass er das nicht tut. Foster hätte auch nicht alle Konsequenzen berücksichtigt (das geht gar nicht), es aber sicher viel interessanter und lebendiger inszeniert. Doch ich habe die Story auch nicht mit 13, 14 Jahren gelesen. Vielleicht hätte ich sie in dem Alter auch anders beurteilt. Kinder können sich ja oft ganz toll in etwas hineinleben, ohne viel Erklärungen...

DER LETZTE APACHE
13.05.2011, 11:17
Auch wenn da mal zu einem Thema nicht alles 100%ig richtig recherchiert wurde, vermittelt das Blättern ein tolles Gefühl, der Geschmack von Nogger, Bluna und Sinalco lag mir auf der Zunge und ich meine damit nicht die aktuellen Vertreter dieser Marken, die mit dem Originalgeschmack gar nichts mehr zu tun haben.

Da hast Du wahr. Viele Sachen gibt es heute nicht mehr. Florida Boy gehört auch dazu. Die Bluna hatte einen charakteristischen Geschmack durch die Pommeranzen bekommen. An Süssigkeiten fallen mir nur spontan Nappo und Schoko-Rolli ein. Für so etwas müsste man mal einen eigenen Thread ins Leben rufen. ;)

zaktuell
13.05.2011, 20:03
Da hast Du wahr. Viele Sachen gibt es heute nicht mehr. Florida Boy gehört auch dazu. Die Bluna hatte einen charakteristischen Geschmack durch die Pommeranzen bekommen. An Süssigkeiten fallen mir nur spontan Nappo und Schoko-Rolli ein. Für so etwas müsste man mal einen eigenen Thread ins Leben rufen. ;)
Da würd ich dann aber eher ein anderes Forum empfehlen, bzw. mal nachgucken, ob es das da nicht schon gibt:
http://www.allesbonanza.net/forum/forumdisplay.php?f=8

(wen's interessiert: Nostalgiker, die nicht die 70er, sondern eher die Jahrzehnte davor oder danach interessieren: Dort hat jedes Jahrzehnt sein Forum:
http://www.alles-bonanza.de/ )

Zyklotrop
14.05.2011, 00:02
Das vierte KULT-Heft ist übrigens eben erschienen. Ich hab's erst durchgeblättert, aber ich fürchte, ich muß es schon wieder empfehlen. :p Auf jeden Fall ist es ein Augenschmaus mit Nonstop-Déjà-vu-Erlebnissen.
Aber ein wenig kränkt es mich doch, daß ihr das Sprechblase-Forum nutzt, um über andere Magazine zu schwärmen... ;)

Zyklotrop
15.05.2011, 01:52
Foster hätte auch nicht alle Konsequenzen berücksichtigt

Was mich seit langer Zeit beschäftigt: was wurde eigentlich aus Arn, dem Jugendfreund von Eisenherz? Während Eisenherz seinen Erstgeborenen Arn nennt, nennt der seinen Sohn Eisenherz. Was geschah weiter mit dem Original-Arn und Eisenherz junior?

Und: könnte Ilene noch am Leben sein, wenn Eisenherz nicht das Steuerruder von Thagnars Schiff kaputtgeschlagen hätte? ;)

Gerhard Förster
15.05.2011, 07:23
Das sind gute Fragen, Zyklotrop! Da gäbe es sicher auch noch einige mehr.

Ansonsten war ich gerade dabei, zu dem Thema noch mehr zu sagen, doch ich bremste mich ein, sonst habe ich nämlich in der nächsten SB nichts mehr zu Prinz Eisenherz zu erzählen, wo´s in einem kleinen Beitrag auch darum gehen soll.

Manx cat
15.05.2011, 09:35
Wie war das eigentlich mit der Geburt Galans? Aleta wird zum gefühlten hundertsten mal entführt und in der Nacht der Entscheidung bringt sie auf einmal Galan auf die Welt, obwohl nichts zuvor auf eine Schwangerschaft hingedeutet hat.

DER LETZTE APACHE
15.05.2011, 22:19
Aber ein wenig kränkt es mich doch, daß ihr das Sprechblase-Forum nutzt, um über andere Magazine zu schwärmen... ;)

Na, hör mal
Das fliesst doch alles in den Kindheitserinnerungen mit ein. Comics, Musik, Spielzeug, Fernsehserien - das es solche Zeitschriften gibt, ist doch klasse. Was sagt die Ansagerin im Fernsehen? Wir senden jetzt live aus...
Früher nannte man so etwas DIREKTÜBERTRAGUNG !
Ich bin in den fünfzigern aufgewachsen. Meine Eltern hatten damals, wie die meisten Leute, wenig Geld. Trotzdem konnten sie immer mal ein bisschen für mich abzweigen. Mit 50 Pfennig war man der König der Strasse. Was meine Kindheit anbelangt - ich möchte mit niemandem tauschen. :D

zaktuell
15.05.2011, 23:28
(...) Was sagt die Ansagerin im Fernsehen? Wir senden jetzt live aus...
Früher nannte man so etwas DIREKTÜBERTRAGUNG ! (...)

Ansagerin? Die gibts doch gar nicht mehr??? Ja, Früher gabs die noch, aber nachdem das Privat-Fernsehn vorgemacht hat, dass es auch ohne geht, wurden die im Öffentlich-rechtlichen dann in den 90ern auch eingespart.

G.Nem.
16.05.2011, 07:11
Wie war das eigentlich mit der Geburt Galans? Aleta wird zum gefühlten hundertsten mal entführt und in der Nacht der Entscheidung bringt sie auf einmal Galan auf die Welt, obwohl nichts zuvor auf eine Schwangerschaft hingedeutet hat.

Jetzt wird's kompliziert. :D Das könnte man textlich ein bisserl mit dem Marien-Mythos und den Wundern des heiligen Gral verquicken. So hätte man es hinbiegen können. Vielleicht wird die Story-Line ja noch mal aufgenommen.

Zyklotrop
16.05.2011, 18:18
Ein weiteres Rätsel stellt die rote Haarpracht der Eisenherz-Söhne Arn und Nathan dar, obwohl weder Eisenherz noch Aleta rote Haare haben. Honi soit qui mal y pense.

G.Nem.
17.05.2011, 09:38
Ein weiteres Rätsel stellt die rote Haarpracht der Eisenherz-Söhne Arn und Nathan dar (...)

Vermutlich Verlags-Sekretärinnen die damals in den Fifties in Heimarbeit Comic-Seiten coloriert haben. Wenn Mutti dann kochen musste, durften auch die Kinder mal was bunt ausmalen. ;)

Klassikfreund
17.05.2011, 16:17
Ich habe das Zitat heuer nicht mehr so präsent, aber zumindest in der guten alten Pollischansky Ausgabe war das so erklärt:
"Arn hat, wie es bei Kindern von Eltern ist, deren einer Elternteil schwarze und der andere blonde Haare hat, einen rote Haarpracht."
Ob das erbbiologisch wirklich so ist, habe ich mich immer gefragt.

felix da cat
18.05.2011, 08:00
Die Kinder meines Bruders widerlegen diese These (und dass es tatsächlich seine Kinder sind, lässt schon der erste Blick erkennen :D)

Gerhard Förster
20.05.2011, 21:42
Das ist doch der Thread über die SB 221. Habt Ihr nicht Lust, Euch mal dazu zu äußern?

1.) Wie findet Ihr das Cover? Und wie denkt Ihr generell über unsere Titelbilder? Hab ich dabei ein gutes Händchen oder etwa nicht? Gibt´s ein Lieblingscover?

2.) Wie steht Ihr zur Luc Orient-Checkliste? Seid Ihr auch der Meinung dieses einen Postingschreibers (ich weiß nicht mehr, wer das war), dass die vielen Coverabbildungen unnötig sind und wir uns die Arbeit ersparen können?

3.) Wie findet Ihr die inhaltliche Zusammenstellung? Die eigentliche Frage ist: bei welcher Ausgabe ist uns die Mischung am besten gelungen?

4.) Was sagt Ihr zum Artikel über Willy Vandersteens Nazi-Arbeiten? Das ist doch ein brisantes Thema.

5.) Wie steht Ihr zum Buch von Andreas Knigge über Wäscher und zur Gesamtausgabe von Nickels "Peters seltsame Reisen"? Sind diese Bände, die im Juni erscheinen sollen, auch für Leute interessant, die mit der Lehning-Nostalgie normalerweise nichts am Hut haben?

6.) Was meint Ihr zum "Sonderthema: Plagiat" (siehe Leserbriefe auf Seite 72, wo´s um Gary Gianni und Jens Harder geht)? Seid Ihr da streng oder seht Ihr das eher locker, bzw. wovon hängt Eure Haltung ab?

7.) Und wie seid Ihr inzwischen mit der Schriftgröße und der Größe der Abbildungen zufrieden? Ist das okay oder wäre mehr Größe angebracht (was natürlich zu Lasten des Inhalts ginge)?

Dies sind ein paar Fragen an euch, um ein bisschen Schwung in die Bude zu bringen. Über Reaktionen würde ich mich freuen!

Josias
20.05.2011, 23:52
5.) Wie steht Ihr zum Buch von Andreas Knigge über Wäscher und zur Gesamtausgabe von Nickels "Peters seltsame Reisen"? Sind diese Bände, die im Juni erscheinen sollen, auch für Leute interessant, die mit der Lehning-Nostalgie normalerweise nichts am Hut haben?

Teils, teils, was mich betrifft, als einen der erst nach der Lehning-Zeit zum Comiclesen kam. Für "Peters seltsame Reisen" kann ich mich sicher nicht erwärmen, für andere Serien von Nickel vielleicht schon. Das Buch von Andreas Knigge über Wäscher könnt mich schon interessieren. Ich hab mir ja schon öfter mit den Gedanken getragen, mal was von Wäscher zu lesen und der Artikel in der Sprechblase war der Anlass mir jetzt ein Sigurdbuch zuzulegen. Ich bin schon gespannt, wie es mir gefällt.

Josias
21.05.2011, 00:08
[QUOTE=Gerhard Förster;3027716]1.) Wie findet Ihr das Cover? Und wie denkt Ihr generell über unsere Titelbilder? Hab ich dabei ein gutes Händchen oder etwa nicht? Gibt´s ein Lieblingscover?/QUOTE]

Mir gefällt das die Titelbilder vielfältiger sind als bei der alten Sprechblase. Am besten gefallen haben mir bisher das Michel Vaillant-, das Mecki-, das Roland- und das Luc Orient-Cover.

Francis
21.05.2011, 00:13
... Über Reaktionen würde ich mich freuen!

Bitte den frankobelgischen Anteil erhöhen (der schon in SB 211 angekündigte Beitrag zu Fliegercomics a la Buck Danny-Dan Cooper ist leider immer noch nicht in Sicht). Gerne auch mehr zu alten TV-Serien und in der Romanecke.

Zum Layout: ärgerlich ist immer noch das nicht durchgängige Drucken von Seitenzahlen. Die Vielzahl von Abbildungen lockert das Ganze einerseits zwar auf, andererseits wirken einige Seiten dadurch jedoch sehr wirr und unstrukturiert!

Einige Themen (Mecki, Lurchi) scheinen endlos zu sein. Oder gehören die jetzt zum festen Repertoire?

Checkliste mit Coverabbildungen ist gut (Größe ausreichend).

Gerhard Förster
21.05.2011, 04:45
Bitte den frankobelgischen Anteil erhöhen (der schon in SB 211 angekündigte Beitrag zu Fliegercomics a la Buck Danny-Dan Cooper ist leider immer noch nicht in Sicht).

Zum Layout: ärgerlich ist immer noch das nicht durchgängige Drucken von Seitenzahlen. Die Vielzahl von Abbildungen lockert das Ganze einerseits zwar auf, andererseits wirken einige Seiten dadurch jedoch sehr wirr und unstrukturiert!

Einige Themen (Mecki, Lurchi) scheinen endlos zu sein. Oder gehören die jetzt zum festen Repertoire?

Checkliste mit Coverabbildungen ist gut (Größe ausreichend).

Der frankobelgische Anteil ist doch zur Zeit nicht schlecht. Bei der neuen Ausgabe haben wir 17 Seiten Eddy Paape, 2 Seiten Achdé und 4 Seiten Willy Vandersteen. Die Fliegercomics sind in Vorbereitung (Mick Tangy – für mich wird die Serie immer so heißen – hatten wir aber schon), aber noch nicht für die nächste Ausgabe.

Zu den Seitenzahlen: Was soll ich machen angesichts der Platzprobleme? Soll ich nur wegen der Seitenzahl ein Bild kleiner abdrucken? Dann heißt´s wieder, die Abbildungen sind zu klein.

Zu Mecki, Lurchi: Viele nostalgische Comics gehören halt zur "Familie". Über Mecki haben wir nach langer Zeit wieder mal was berichtet. Übrigens hatte ich drauf vergessen, die Fehlseite aus dem Esslinger-Band 1957 abzudrucken. Sie kommt das nächste Mal. Lurchi dürfte noch drei Folgen umfassen. Ich hatte mich seinerzeit von Werner Fleischer überzeugen lassen, weil er viele neue Infos aufgetrieben und Leute interviewt hat. Zum Glück gibt´s immer wieder positive Reaktionen drauf, so hoffe ich, dass es nicht zuviel ist.

Manx cat
21.05.2011, 08:22
1. Die Covers sind generell toll. Ich mag die klassischen Motive, die man in der Form sonst kaum noch zu sehen bekommt und die heute anders gestaltet werden würden. Außerdem sind sie ein Blickfang.
Lieblingscovers: Michel Vaillant, Roland, Luc Orient.

2. Die Luc Orient-Checkliste ist für mich der Höhepunkt des Artikels. Das Internet ersetzt gedruckte Checklisten und Artikel meiner Meinung nach nicht wirklich. Alte Cover-Abbildungen mag ich sehr.

3. Die Balance zwischen franko-belgisch und klassisch-deutsch passt optimal. Die Sprechblase sollte diese Wurzeln auch nicht kappen, solange es interessantes zu berichten gibt. Die beste Mischung gabs im ersten und im letzten Förster-Heft.

4. Vandersteen-Artikel: Sehr interessant.

5. Beide Veröffentlichungen stehen ganz oben auf meiner Wunschliste. Ich freu mich sehr auf das Knigge-Buch und habe jetzt schon vor, es ausgiebig zu kommentieren. Nickel-Fan bin ich zwar kein so großer, aber ich finde den Mann interessant und ich denke, dass "Peter's Reisen" ein ganz ungewöhnlicher Comic ist.

6. Plagiat? Ich muss zugeben, dass das Ansehen von Harders Buch für mich ein bißchen getrübt ist. Andererseits: Woher sollen die Bilder in Alpha auch sonst kommen? Er muss ja wohl mit Dokumentationen arbeiten.

7. Mehr ist mir ja generell lieber als weniger. Etwas unübersichtlich und unstrukturiert war der Beitrag zu Paninis DC-Buch.

beatleswerner
21.05.2011, 11:33
Der frankobelgische Anteil ist doch zur Zeit nicht schlecht. Bei der neuen Ausgabe haben wir 17 Seiten Eddy Paape, 2 Seiten Achdé und 4 Seiten Willy Vandersteen. Die Fliegercomics sind in Vorbereitung (Mick Tangy – für mich wird die Serie immer so heißen – hatten wir aber schon), aber noch nicht für die nächste Ausgabe.

Zu den Seitenzahlen: Was soll ich machen angesichts der Platzprobleme? Soll ich nur wegen der Seitenzahl ein Bild kleiner abdrucken? Dann heißt´s wieder, die Abbildungen sind zu klein.

Zu Mecki, Lurchi: Viele nostalgische Comics gehören halt zur "Familie". Über Mecki haben wir nach langer Zeit wieder mal was berichtet. Übrigens hatte ich drauf vergessen, die Fehlseite aus dem Esslinger-Band 1957 abzudrucken. Sie kommt das nächste Mal. Lurchi dürfte noch drei Folgen umfassen. Ich hatte mich seinerzeit von Werner Fleischer überzeugen lassen, weil er viele neue Infos aufgetrieben und Leute interviewt hat. Zum Glück gibt´s immer wieder positive Reaktionen drauf, so hoffe ich, dass es nicht zuviel ist.



Natürlich gibt es über Mecki im Moment sehr viel zu berichten, schließlich ist es dem Esslinger Verlag gelungen die komplizierte Rechtslage zu lösen, die es jahrzehntelang verhindert hat, das die Meckigeschichten aus der Hörzu abgedruckt werden konnten.
Bei Lurchi handelt es sich bei der Auflage um den erfolgreichsten Comic der in Deutschland in den letzten Jahren erschienen ist. Zwar hat Rene Granacher in der Vergangenheit sehr viel Material zu Heinz Schubel ausgegraben, jedoch die nachfolgenden Zeichner und Autoren blieben bislang weitestgehend unbekannt. Wir versuchen hier mit unserer Reihe Licht ins Dunkle zu bringen. Die Lurchireihe ist auf 5 Teile konzipiert. 3 dieser Teile sind bereits erschienen. Damit stehen noch folgende Teile aus:

4. Georg Nickel und Peter Krisp
5. Die drei Phasen des Dietwald Doblies

Der vierte Teil wird voraussichtlich ein Interview mit Peter Krisp enthalten, im 5 Teil wird sich Dietwald Doblies äußern, es gibt eine sehr schöne Checkliste und einen tollen Bonus über den wir an dieser Stelle noch nicht allzuviel verraten wollen.

Lola65
21.05.2011, 13:30
und ich hab gestern was zu den Zeichnern der Hefte im 60er Bereich gelesen, gehört - ?? gehört zum Thema Georg Nickel, nämlich das nich Georg gezeichnet hat sondern der Vater

beatleswerner
21.05.2011, 14:33
Hallo Kai Falke,

das ist durchaus nicht falsch, Friedrich Nickel, der Vater von Georg Nickel zeichnete die Hefte 61 - 63. Hierauf werde ich auch in einen kleinen Exkurs eingehen. Der Großteil des Artikels dürften jedoch Georg Nickel und Peter Krisp bestreiten. Mehr in Kürze in der Sprechblase.

DER LETZTE APACHE
21.05.2011, 17:33
Wie steht Ihr zum Buch von Andreas Knigge über Wäscher und zur Gesamtausgabe von Nickels "Peters seltsame Reisen"? Sind diese Bände, die im Juni erscheinen sollen, auch für Leute interessant, die mit der Lehning-Nostalgie normalerweise nichts am Hut haben

Anmerkung:
Buch von Knigge wird oder wurde in einen anderen Forum bereits abgehandelt. Er wird sicherlich ( aus rein finanziellen Interessen ) wohl eine eventuelle "Beweihräucherung" HRW's vornehmen. Vor 30 Jahren hat er die Auffassung vertreten, das Wäscher gar nicht zeichnen kann. Diesen neuzeitlichen Spagat nehme ich ihm nicht ab. Trotz allem werde ich mir das Buch zulegen. Auch das Nickel Buch. Die Geschichten kenne ich. Aber die teilweise Neukolorierung interessiert mich. ;)

Klassikfreund
21.05.2011, 23:37
3.) Wie findet Ihr die inhaltliche Zusammenstellung? Die eigentliche Frage ist: bei welcher Ausgabe ist uns die Mischung am besten gelungen?

Ich hätte gern mehr über die amerikanischen Klassiker: Foster, Raymond, Hogarth, Frazetta, Wrightson, Corben, Barks. Da war in früheren Ausgaben, der Stojetz/Förster Ära natürlich, doch einiges mehr drin.
Grundsätzlich finde ich die Sprechblase jedoch sehr vielseitig.
Am Rande erwähnt: Nachdem Frank Frazetta im Mai letzten Jahres verstarb, brachtet Ihr nur einen Miniartikel dessen wenige Fakten auch noch falsch waren. Da waren in den Klappentexten der Comic Forum Ausgaben von Thun`da,White Indian und Johnny Comet vor 20 Jahren schon bessere Informationen zu finden.



6.) Was meint Ihr zum "Sonderthema: Plagiat" (siehe Leserbriefe auf Seite 72, wo´s um Gary Gianni und Jens Harder geht)? Seid Ihr da streng oder seht Ihr das eher locker, bzw. wovon hängt Eure Haltung ab?

Da bereits das Titelmotiv mit dem Dino von einem Zdenek Burian, ein fantastischer Illlustrator ! , Buchcover abgezeichnet wurde, habe ich für das Jens Harder Buch nur Verachtung übrig!

ELDORADO
22.05.2011, 03:30
Auch wenn im Comicguide schon ausgiebig über das Knigge-Buch diskutiert wurde,
ist es damit sicher noch nicht "abgehandelt" und kann auch hier durchaus Thema sein.

Wer nach dem Studium von Artikel und Interview zum Thema in der aktuellen Sprechblase
immer noch eine Beweihräucherung erwartet, hat leider nicht besonders gut aufgepaßt.
Das Buch wird mit Sicherheit keines von Beiden sein, weder eine Glorifizierung, noch ein Verriß.

Und gerade weil es dadurch auch für wesentlich mehr Leute interessant wird als nur den üblichen harten Kern der Wäscher-Fans (siehe auch die Beiträge von Manx cat und Josias), kann ich die angeblichen "finanziellen Motive" für eine reine Lobhudelei auch gar nicht erkennen.

zwilling
22.05.2011, 08:21
@ letzter Apache:
Das ist mit Verlaub völliger Schwachsinn und läßt auf wenig Durchblick schliessen.
Auch wenn man auf einem kleinen Teilgebiet im Verlagswesen etwas Bescheid weiss, werter Apache, so ist man noch lange kein Durchblicker oder gar Überflieger!!
Mit welchem Recht erlaubst Du Dir diese diskriminierenden Äußerungen? Kennst Du das Buch bereits?
Wenn nicht, wäre es sinnvoll, wenn Du Dich erst nach Kenntnis des Inhalts des Buches wieder zu Wort meldest.

DER LETZTE APACHE
22.05.2011, 10:27
Was hat das mit Diskriminierung zu tun, wenn ich das, was Knigge vor Jahren von sich gab, hier noch einmal wiederhole?
Keine finanziellen Interessen? Na, warum schreibt er denn über Wäscher? Sind nicht schon genug Abhandlungen über ihn erschienen? Wird hier die Büchse der Pandora geöffnet? Sicherlich nicht. Es werden sich keine neue Erkenntnisse ergeben. Also,warum schreibt man, Naseweis Zwilling? :D

Eldorado,
ich schrieb doch, das Buch wird und wurde abgehandelt, d. h. das nach Erscheinen des Buches sicherlich der eine oder andere nochmals Stellung bezieht. ;)

Gerhard Förster
22.05.2011, 10:31
Lieblingscovers: Michel Vaillant, Roland, Luc Orient.

2. Die Luc Orient-Checkliste ist für mich der Höhepunkt des Artikels. Das Internet ersetzt gedruckte Checklisten und Artikel meiner Meinung nach nicht wirklich. Alte Cover-Abbildungen mag ich sehr.

3. Die Balance zwischen franko-belgisch und klassisch-deutsch passt optimal. Die Sprechblase sollte diese Wurzeln auch nicht kappen, solange es interessantes zu berichten gibt. Die beste Mischung gabs im ersten und im letzten Förster-Heft.

7. Mehr ist mir ja generell lieber als weniger. Etwas unübersichtlich und unstrukturiert war der Beitrag zu Paninis DC-Buch.

Ah, endlich wer, der das Roland-Cover gut findet! Noch schöner wäre es wohl gewesen, wenn man das vollständige Tintin-Poster (siehe Abb. auf Seite 3 in SB 218), nicht nur einen Ausschnitt, verwenden hätte können, doch das hätte thematisch nicht mehr gepasst.

Natürlich freut´s mich auch, wenn die Leser die vielen Coverabb. bei den Checklisten schätzen. Es ist sehr viel Arbeit, die vielen Titelbilder aufzutreiben (z.T. über´s Netz, z.T. aus Büchern, von anderen Sammlern und natürlich aus der eigenen Sammlung). Das hat nur Sinn, wenn es den Lesern etwas bedeutet.

Ich glaube auch, dass die Mischung im ersten und im letzten Heft am besten gelungen ist. Nur kann man das nicht immer erzwingen. Bei der 220 fiel mir selbst auf, dass wir gar keine Hammer-Themen haben, die die Leser anlocken. Und so machte ich dann im Vorwort die "faszinierenden Unbekannten" daraus (was sie doch auch tatsächlich sind, nicht?).

Stimmt, der Panini-Artikel ist diesmal etwas chaotisch, was wohl einerseits an der Materie dieser "DC Bibel" liegt, andererseits daran, dass die gezeigten Buchausschnitte aufgrund technischer Probleme Faksimileabbildungen sind. Leider ist beim Aquaman-Text was schief gegangen.

Gerhard Förster
22.05.2011, 10:41
Die Lurchireihe ist auf 5 Teile konzipiert. 3 dieser Teile sind bereits erschienen. Damit stehen noch folgende Teile aus:

4. Georg Nickel und Peter Krisp
5. Die drei Phasen des Dietwald Doblies


Es kommt auch noch ein sechster Teil (vielleicht ist dazwischen etwas Abstand), in dem Heiner Jahncke Top-Lurchi-Raritäten vorstellt.

Manx cat
22.05.2011, 11:04
Er wird sicherlich ( aus rein finanziellen Interessen ) wohl eine eventuelle "Beweihräucherung" HRW's vornehmen. Vor 30 Jahren hat er die Auffassung vertreten, das Wäscher gar nicht zeichnen kann. Diesen neuzeitlichen Spagat nehme ich ihm nicht ab. Trotz allem werde ich mir das Buch zulegen. ;)

Wieso sollte Knigge das wegen des Geldes machen? Da gäbe es doch lukrativere Themen. Knigge wird den gewagten Versuch unternehmen, Wäscher dem reinen Fandom zu entreißen und einen weiteren fundierten und gut geschriebenen Beitrag zum Thema beisteuern. Im übrigen war Knigge bereits im Buch "Fortsetzung folgt" vor 25 Jahren durchaus wohlwollend.

Zum neuzeitlichen Spagat: Andreas C. Knigge hat sich auch für Trivialcomics aus anderen Ländern stark gemacht, z.B. als er "Der Rote Korsar" oder "Valhardi" bei Carlsen ins Programm nahm. Diese Comics als anerkannte Klassiker zu fördern und gleichzeitig die deutschen Wurzeln völlig zu ignorieren war schon immer widersprüchlich und auch nicht völlig ehrlich. Das lässt sich nur damit erklären, dass Knigge sich damals nicht mit der Wäscher-Fanszene identifizieren wollte. Dass sich das mit der entsprechenden zeitlichen Distanz geändert hat, ist einfach normal.

Ich finde Knigges Selbstkritik nachvollziehbar und sympathisch. Der Mann schreibt gut über Comics und hat einen großen Horizont. Ich freu mich sehr auf das Buch.

Gerhard Förster
22.05.2011, 11:05
Zu Knigges Buch über Wäscher möchte ich sagen, dass ich bisher nur das Vorwort kenne, dieses aber ausgezeichnet finde. Da es in der SB teilweise abgedruckt ist, kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Für mich ist Knigge einer der besten Autoren der Comicszene. Was ich besonders an ihm schätze, ist seine Allgemeinbildung. Mehr als andere Autoren schildert er oft die gesellschaftliche Situation, in der ein Comic entstanden ist.

Dass Knigge im Laufe der Zeit verständnisvoller und interessierter in Sachen Wäscher-Comics wurde, kann man ihm doch nicht vorwerfen. Im Gegenteil, es zeigt, dass er sich nicht an seinen Vorurteilen festklammert. Ich finde auch sehr respektabel, dass er in einem wahren Marathon alle Wäscher-Hefte aus der Lehning-Ära und noch einige mehr durchackerte. So eine gründliche Vorbereitung findet man bei Journalisten wahrscheinlich nicht oft.

Zum "Peters seltsame Reisen"-Buch möchte ich noch erwähnen, dass der Band auch die 27 Seiten lange Farbstrecke aus Harry enthält. Sie hat mich besonders beeindruckt und ich war überrascht, dass Lehning so aufwendig kolorieren ließ (für Lehning-Verhältnisse. Ich will die Erwartungen jetzt nicht zu hoch schrauben), doch Harry lag ihm eben mehr am Herzen, als die gesellschaftlich diskriminierten "Schundheftchen".

Zu Frazetta: Fehler beim Nachruf in der 218 werden im nächsten Heft bei den Leserbriefen richtig gestellt. Ein Artikel ist im Moment nicht geplant. Ich dachte, über Frazetta ist in der Fachpresse eh schon genug geschrieben worden.

DER LETZTE APACHE
22.05.2011, 13:56
Zum "Peters seltsame Reisen"-Buch möchte ich noch erwähnen, dass der Band auch die 27 Seiten lange Farbstrecke aus Harry enthält. Sie hat mich besonders beeindruckt und ich war überrascht, dass Lehning so aufwendig kolorieren ließ (für Lehning-Verhältnisse. Ich will die Erwartungen jetzt nicht zu hoch schrauben), doch Harry lag ihm eben mehr am Herzen, als die gesellschaftlich diskriminierten "Schundheftchen".



Na ja,
aber zu 100% kann ich da nicht zustimmen ( was Harry lag ihm am Herzen betrifft). Hier hatte er dann später wieder auf bereits veröffentliches Material zurückgegriffen. So etwas geht immer nach hinten los. Gutes Beispiel: SergeantBill/Jim der Cowboy Grossband: Als er ab der Nummer 57 Harry der Grenzreiter ins Spiel brachte, wurde dadurch das Ende der Serie eingeläutet. Viele Leser kannten die Geschichten noch. ;)

ELDORADO
22.05.2011, 14:40
Wieso sollte Knigge das wegen des Geldes machen? Da gäbe es doch lukrativere Themen

Eben. Und Knigges (im Übrigen ganz ausgezeichnetes) Buch zu den Peanuts und deren Schöpfer Charles M. Schulz war da sicher eines dieser wesentlich lukrativeren Themen, mit ganz anderen Auflagenzhalen und einem sehr guten Abverkauf im Buchhandel (wie man den Marktzahlen des "Comic-Report" entnehmen kann).
Dagegen wirkt das Wäscher-Buch im Kleinverlag Comics etc. sogar eher wie ein Liebhaberprojekt, bei dem sich kaum jemand eine goldene Nase verdienen wird (Na gut, angesichts des Verkaufspreises von 50,- Euro aber vielleicht eine bronzene).

Gerhard Förster
22.05.2011, 14:55
Na ja,
aber zu 100% kann ich da nicht zustimmen ( was Harry lag ihm am Herzen betrifft). Hier hatte er dann später wieder auf bereits veröffentliches Material zurückgegriffen. So etwas geht immer nach hinten los.

So gesehen hast Du natürlich recht. Das ganze Harry-Magazin war letztlich billig gemacht und ist vielleicht genau deswegen gescheitert. Dennoch: Für einen Superknauser wie Lehning war es eine Ausnahme. Du hast doch den Artikel über Harry in der neuen SB gelesen. Charlie Bood wurde besser als andere Zeichner bezahlt, durfte in der Lehning Villa arbeiten, die Comics wurden aufwendiger als sonst koloriert etc... Für Lehning war Harry ein Prestigeprojekt.

Klassikfreund
22.05.2011, 17:22
Ganz schlimm fand ich aber, daß Lehning ihm Geld schuldig bleiben wollte, weil er glaubte, Bood würde seine Krankheit nicht überleben...
Ich weiß gar nicht, warum der olle Lehning heute von einigen Nostalgikern so verklärt wird. Er hat doch immer auf miese Weise versucht, alle zu übervorteilen.

DER LETZTE APACHE
22.05.2011, 17:35
Das ganze Harry-Magazin war letztlich billig gemacht und ist vielleicht genau deswegen gescheitert.

Nicht unbedingt. Als die ersten Coverzeichnungen wegfielen und durch Fotos ersetzt wurden, kam der erste Jab ( Schlaghandgerade ). Wesentlich trug die Krankheit Bood's natürlich zum Niedergang bei. Es lief ja bis Nr. 49 alles gut. Die schönen kolorierten Nick-Seiten konnten das Niveau nur bis Nr. 86 aufrecht halten. Mit der Umstellung auf das Kleinformat ab Nr. 87 kam dann der Leberhaken, Harry wurde bis Nr. 96 angezählt.

Bezüglich Sprechblase im allgemeinen habe ich mit vielen Sammlern unterschiedlichen Interessensgebieten fabuliert. Alle versicherten mir, das ihnen Harry der bunte Medienmix sehr gut gefallen würde. Gerhard, das sollte Dir dann wohl auch am Herzen liegen. ;)

Gerhard Förster
22.05.2011, 20:54
Alle versicherten mir, das ihnen Harry der bunte Medienmix sehr gut gefallen würde. Gerhard, das sollte Dir dann wohl auch am Herzen liegen. ;)

Offenbar ist es einigen Lesern aufgefallen, dass ich den Untertitel beim Harry-Magazin änderte. Das war längst fällig, der alte Untertitel war unpassend.

zaktuell
24.05.2011, 20:38
Wir unterbrechen unser Programm für einen kurzen Hinweis:

Der Inhalt der 221 ist nun auch in der gewohnt detailierten pingelig-genauen Auflistung online. Zu finden hier (http://www.die-neue-sprechblase.at/pages/index/spbl_221.html).

Eine Einarbeitung in den Gesamt-Index (http://www.die-neue-sprechblase.at/pages/index/sb_reg_kom.pdf) dauert noch n bissl, kommt aber auch noch.

[/Unterbrechung]

DER LETZTE APACHE
24.05.2011, 21:26
Wir unterbrechen unser Programm für einen kurzen Hinweis:

Der Inhalt der 221 ist nun auch in der gewohnt detailierten pingelig-genauen Auflistung online. Zu finden hier (http://www.die-neue-sprechblase.at/pages/index/spbl_221.html)

[/Unterbrechung]

Da fehlt noch was, da fehlt noch was!

Beilage: Falk-Postkarte (nur für Abonnenten) Hä Hä :D

zaktuell
24.05.2011, 22:03
Nee, das ist ja so nicht. Sondern: Es ist keine 'Beilage zur Sprechblase', sondern n 'Sorry-Präsent' für diejenigen, die aufgrund des Speditions-Maleurs ihr Heft später bekommen haben als 'normal'. Wer's aus anderen Gründen (aber trotzdem im Rahmen eines Abos) später erhält/erhalten hat, bekommt natürlich auch nicht das 'sorry'.

DER LETZTE APACHE
24.05.2011, 23:03
zaktuell,

Die Auflagenhöhe der Sprechblase ist ja kein Geheimnis. Aber mich würde bitte interessieren, wie viele Abonnenten es gibt. Oder andersherum: Wie viele Sammler kaufen sich die SB beim Comichändler (ihres Vertrauens) ?

P.S. Kann Gerhard, oder Du schon konkretisierende Angaben machen, was für SB 222 an Beiträgen geplant ist? ;)

zaktuell
24.05.2011, 23:10
@ DER LETZTE APACHE: Eins meiner Grundprinzipien lautet: Man darf alles fragen, man darf nur nicht erwarten, dass man auch auf alles eine Antwort bekommt. ;)

Insofern kann ich Dir nur sagen: Wieviele über den Handel weggehen und was Gerhard für die 222 plant, weiss ich auch nicht. :D

Gerhard Förster
24.05.2011, 23:13
Die Falk-Postkarte haben auch die Abonnenten in Österreich nicht erhalten. Sie bekamen das Heft früher, weil sie von der durch die Spedition verursachten Misere nicht betroffen waren.

Das ganze war ein Akt der Verzweiflung, weil uns nur allzu bewusst war, dass unsere Abonnenten diesmal viel zu lange warten mussten, während das Heft längst in den Läden auslag. Ein kleines Trostpflaster...

Gerhard Förster
24.05.2011, 23:28
Über die Abonnenten- und Händlerverkaufszahlen möchte ich nicht sprechen, vor allem deshalb, weil sie schwanken. Außerdem bin ich nicht über alles informiert, mit den geschäftlichen Dingen habe ich ja wenig zu tun.

Gut informiert bin ich natürlich, was den Inhalt der nächsten SB betrifft, doch darüber spreche ich auch ungern, da sich die Dinge ändern können (gerade jetzt sind aus Aktualitätsgründen zwei Beiträge dazugekommen, wegen denen natürlich etwas anderes ausfallen muss). Und glaubt mir, sich wieder mal entschuldigen zu müssen, weil etwas Angekündigtes nicht erscheinen kann, hätte mir weiß Gott keinen Spaß gemacht.

BobCramer
25.05.2011, 13:14
1.) Wie findet Ihr das Cover? Und wie denkt Ihr generell über unsere Titelbilder? Hab ich dabei ein gutes Händchen oder etwa nicht? Gibt´s ein Lieblingscover?

Die Cover finde ich immer sehr schön, so auch diesmal. Ich mochte besonders das Roland-Motiv.


2.) Wie steht Ihr zur Luc Orient-Checkliste? Seid Ihr auch der Meinung dieses einen Postingschreibers (ich weiß nicht mehr, wer das war), dass die vielen Coverabbildungen unnötig sind und wir uns die Arbeit ersparen können?

Das war vielleicht ein kleiner Cover-Overkill, zumal ich auf der dritten Seite der Comicographie durcheinander kam und bei A12-A16 zunächst nicht genau wusste, welche Cover nun zu welcher Geschichte gehören.


3.) Wie findet Ihr die inhaltliche Zusammenstellung? Die eigentliche Frage ist: bei welcher Ausgabe ist uns die Mischung am besten gelungen?

Da kann ich nur ganz subjektiv sagen: Je weniger Wäscher, desto besser. Idealerweise sollten Wäscherianer ein eigenes monothematisches Magazin haben, wo sie sich dann ausgiebig und detailliert über den Themenkomplex Lehning/HRW austauschen können.

Und generell finde ich Ausgaben, die zu monothematisch angelegt sind (wie das Mecki-Heft), nicht so gut.


4.) Was sagt Ihr zum Artikel über Willy Vandersteens Nazi-Arbeiten? Das ist doch ein brisantes Thema.

Sowas sollte auf jeden Fall thematisiert werden. WV ist numal eine bedeutende Figur der Comichistorie, und wenn man sich mit jemandem wie ihm auseinandersetzen will, kann man diese widerwärtigen Hetzzeichnungen nicht aussparen. Ideal wäre es natürlich, wenn man mit dem Mann selbst darüber diskutieren könnte, aber das geht ja nun nicht mehr.


5.) Wie steht Ihr zum Buch von Andreas Knigge über Wäscher und zur Gesamtausgabe von Nickels "Peters seltsame Reisen"? Sind diese Bände, die im Juni erscheinen sollen, auch für Leute interessant, die mit der Lehning-Nostalgie normalerweise nichts am Hut haben?

Wenn jemand mit der Kompetenz von Knigge das Thema HRW in einen größeren comichistorischen/gesellschaftlichen Zusammenhang stellt, ist es vielleicht auch für Nicht-Wäscherianer interessant. Ich persönlich würde für ein Wäscher-Sekundärwerk allerdings kein Geld ausgeben.


6.) Was meint Ihr zum "Sonderthema: Plagiat" (siehe Leserbriefe auf Seite 72, wo´s um Gary Gianni und Jens Harder geht)? Seid Ihr da streng oder seht Ihr das eher locker, bzw. wovon hängt Eure Haltung ab?

Hab ich mir bisher zu wenig Gedanken drüber gemacht, um was dazu sagen zu können.


7.) Und wie seid Ihr inzwischen mit der Schriftgröße und der Größe der Abbildungen zufrieden? Ist das okay oder wäre mehr Größe angebracht (was natürlich zu Lasten des Inhalts ginge)?

Die Schriftgröße ist ok, aber noch kleiner sollte sie nicht sein. Viele schöne Farbabbildungen sind in einem Comicmagazin nun Mal wichtig, deshalb lieber eine etwas kleinere Schrift.

falkbingo
25.05.2011, 16:59
Fangt jetzt bitte nicht an, die evtl. Nazi Vergangenheit von Vandersteen zu beleuchten. Krieg ist immer Ausnahmezustand. Der zweite Weltkrieg war doppelter Ausnahmezustand.
Alle von uns die das nicht erleben mussten, können nur dankbar sein.
Und selbst wenn Vandersteen um seine Familie durchzubringen, mit den Nazi's zusammen gearbeitet hat, hat keiner von uns das Recht dies zu kritisieren.
Außer natürlich die "Berufsheuchler" die selbstverständlich lieber die Kinder verhungern ließen, und mit hoch erhobenem Kopf vor's Standgericht gezogen wären.

BobCramer
25.05.2011, 17:04
Fangt jetzt bitte nicht an, die evtl. Nazi Vergangenheit von Vandersteen zu beleuchten.

Sollte dann auch die Nazi-Vergangenheit von anderen nicht beleuchtet werden? Oder bloß die von Vandersteen nicht?


Außer natürlich die "Berufsheuchler" die selbstverständlich lieber die Kinder verhungern ließen, und mit hoch erhobenem Kopf vor's Standgericht gezogen wären.

Vielleicht solltest Du Dich im Ton etwas mäßigen. Oder nenne uns doch mal ein paar bekannte "Berufsheuchler"?

Zyklotrop
25.05.2011, 17:16
@falkbingo
Hast Du denn den Artikel überhaupt gelesen? Ulrich Wick berichtet wissenschaftlich seriös und wertet auch nicht, er zählt sicherlich nicht zu den Berufsheuchlern (von denen ich genau so wenig halte wie Du).

Im Artikel wird auch Paul Geerts zitiert: "Wir waren mal im Auto unterwegs und sprachen über den Krieg. Und Herr Vandersteen – für mich ist er ein Leben lang Herr Vandersteen geblieben – sagte zu mir: „Paul, du glaubst nicht, zu was du imstande bist, wenn du deine Kinder hungern siehst!“. Das sagt für mich alles. Anders habe ich das nie betrachtet; ein paar Cents hinzuverdienen, um den Kindern etwas zu Essen geben zu können."

affentanz
25.05.2011, 17:38
Außer natürlich die "Berufsheuchler" die selbstverständlich lieber die Kinder verhungern ließen, und mit hoch erhobenem Kopf vor's Standgericht gezogen wären.

Alle die nicht für die Nazis gearbeitet haben sind sofort erschossen worden? Alle Kinder derer die nicht kollaboriert haben sind verhungert?

Sehr vereinfachte Ansichten...

Der Artikel war tatsächlich sachlich und ich wüßte gerne mehr über die Akivitäten von Zeichnern im Dritten Reich, ganz egal ob diese zu meinen Lieblingszeichnern gehören oder nicht.

falkbingo
25.05.2011, 17:47
Natürlich habe ich den Bericht in der Sprechblase gelesen. Es war auch kein Angriff auf den Verfasser des Artikels, denn er war sehr sachlich.
Ich meine die lieben Leutchen, die sich bei so etwas zutiefst empören und aus allen Ecken kommen, um ihre Meinung zu verbreiten.

affentanz
25.05.2011, 17:50
Aus welchen Ecken kamen die denn? Gabs ne Sprechblase Berufsheuchler Sonderausgabe die mein Abo nicht umfasst?

BobCramer
25.05.2011, 17:57
Ich meine die lieben Leutchen, die sich bei so etwas zutiefst empören und aus allen Ecken kommen, um ihre Meinung zu verbreiten.

Wen meinst Du denn genau mit den "lieben Leutchen"? Werde doch mal konkret.

falkbingo
25.05.2011, 18:36
Alle die nicht für die Nazis gearbeitet haben sind sofort erschossen worden? Alle Kinder derer die nicht kollaboriert haben sind verhungert?

Natürlich nicht. Es geht hier nur um die Menschen, von denen die Nazi's etwas wollten. Die hatten keine Wahl. Da ging es nur um entweder - oder.

falkbingo
25.05.2011, 18:39
Wen meinst Du denn genau mit den "lieben Leutchen"? Werde doch mal konkret.
Ich glaube, Du willst es nicht verstehen. Es geht hier nicht um Namen, sondern um eine "Gattung" Mensch.

G.Nem.
25.05.2011, 19:24
Mal von dieser Diskussion hier abgesehen (denn keiner von uns Nachgeborenen kann sagen wie er sich in der Nazi-Diktatur wirklich verhalten hätte) finde ich es bewundernswert von Vandersteens Töchtern zur kompletten Aufklärung beigetragen und es dann auch publiziert zu haben.
Und vor Ulrick Wicks Schreibe ziehe ich sowieso den Hut, weil wirklich ein heisses Eisen.

BobCramer
25.05.2011, 19:51
Ich glaube, Du willst es nicht verstehen. Es geht hier nicht um Namen, sondern um eine "Gattung" Mensch.

Aber weder hier noch in der Sprechblase setzt sich die "Gattung Mensch" mit diesem Thema auseinander. Es sind vielmehr konkrete Personen, die das Thema diskutieren. Ulrich Wick zum Beispiel hat einen sachlichen, wohlabgewogenen Artikel zu der Thematik geschrieben, der offensichtlich auf einer sehr fundierten Recherche fusst.

Gehört er zu den ominösen "Berufsheuchlern"? Oder Leute aus dem Forum? Wenn ja, sag es doch konkret. Wenn nein, ist der Hinweise auf die Berufsheuchler, wer immer sie dann auch tatsächlich sein mögen, völlig unangebracht, da diese ja eh nicht in die Diskussion involviert sind.

Im übrigen wäre ich sehr vorsichtig beim Gebrauch von ehrabschneidenden Titulierungen wie "Berufsheuchler". Wenn Du solche Vorwürfe nicht mit konkreten Namen und Beispielen untermauern kannst oder willst, stehst Du argumentativ im Regen.

Zyklotrop
25.05.2011, 21:37
Ich meine die lieben Leutchen, die sich bei so etwas zutiefst empören und aus allen Ecken kommen, um ihre Meinung zu verbreiten.

Wie wärst Du mit dem Thema umgegangen? Totschweigen? Das wäre 1. wissenschaftlich und journalistisch unseriös (und heuchlerisch) und 2. sinnlos gewesen. Das Thema wird ja momentan in der europäischen Fachpresse breitgetreten. Früher oder später hätte sich auch bei uns ein geltungstriebiger Politkorrektling auf das Thema gestürzt und seine Tiraden über einen Künstler ausgeschüttet, der sich nicht mehr dagegen wehren kann. ("Collies - Die neue Herrenrasse" oder "Aufgedeckt: Bessy war in Wahrheit deutscher Schäferhund" oder "Arisches Ideal: Superkraftlackl Wastl")
Da ist es besser, es wird in der SB von einem Kenner sachlich und seriös behandelt, damit wird auch diesen "lieben Leutchen" der Wind aus den Segeln genommen. Ich versteh nicht, was Du willst. Der Artikel ist klasse.

Mick Baxter
26.05.2011, 01:25
Ich glaube, Du willst es nicht verstehen. Es geht hier nicht um Namen, sondern um eine "Gattung" Mensch.
Ich finde diese Verknüpfung von Schlagworten wie "Berufsheuchler" und "'Gattung' Mensch" und Unkenntnis über das Dritte Reich (fehlt nur noch die Legende, daß, wer sich weigerte an Exekution aktiv teilzunehmen, selber schossen wurde) äußerst unappetitlich.

Manx cat
26.05.2011, 07:44
dito

Besser kann man's nicht auf den Punkt bringen.

felix da cat
26.05.2011, 09:58
Fragt sich auch, warum falkbingo nicht genauso souverän mit der Angelegenheit umgehen kann wie die persönlich um einiges betroffeneren Töchter Vandersteens.

Zitat von falkbingo:
Fangt jetzt bitte nicht an, die evtl. Nazi Vergangenheit von Vandersteen zu beleuchten. Krieg ist immer Ausnahmezustand. Der zweite Weltkrieg war doppelter Ausnahmezustand.


Schöner kann man nicht demonstrieren wie Verdrängung und selektive Wahrnehmung funktionieren.
Nur mal angenommen, Vandersteen wäre im Widerstand gewesen. Wärst Du auch dagegen, dass darüber berichtet wird?

Manx cat
26.05.2011, 12:01
Vielleicht erklärt sich Vandersteens Werk ja sogar über seine Vergangenheit. Mir scheint, Vandersteens Werk ist weitgehend brav und auf familiäre Werte aufgebaut. Ob er damit nicht mehr oder weniger bewusst einen Gegenpol zum Werteverfall im Dritten Reich setzen wollte, der ja auch ihn berührt hat?

zaktuell
26.05.2011, 13:49
"Familiäre Werte" als Gegenpol zum "Werteverfall im dritten Reich"? Grade traditionelle, familiäre Werte (und die entsprechende Rollenverteilung) wurden im dritten Reich aufrecht erhalten, gefördert und propagiert. Und überhaupt passt der Begriff Werteverfall nicht ins dritte Reich. Da gab es jede Menge Tugenden und Werte, die hoch gehalten wurden: Ordnung, Disziplin, Ehre, Vaterlandsliebe, Treue, usw. Grade diese Überbetonung bestimmter Werte hat dann nach dem Krieg, speziell in der '68er-Generation' dafür gesorgt, dass diese Werte in Frage gestellt wurden, woraus dann erst ein gewisser Werteverfall entstanden ist (weil ja gern übers Ziel hinausgeschossen wird). Ein Grundpfeiler des Nazi-Regimes war ja zB die Autoritäts-Hörigkeit. Den Gegenpol dazu bildete dann die 'antiautoritäre Erziehung' der 68er.

Manx cat
26.05.2011, 15:21
"Familiäre Werte" als Gegenpol zum "Werteverfall im dritten Reich"? Grade traditionelle, familiäre Werte (und die entsprechende Rollenverteilung) wurden im dritten Reich aufrecht erhalten, gefördert und propagiert.

So gesehen hast du recht. Ich denke allerdings, dass die Verrohung der Sitten im Dritten Reich auch viele in die innere Emigration getrieben hat. Der Begriff Familie ist im 3. Reich politisch aufgeladen worden und hat sich damit vom sicheren Rückzugsort ein wenig entfernt.


Und überhaupt passt der Begriff Werteverfall nicht ins dritte Reich.

Aber schon. Bedenke mal, wie Schulen, Universitäten und Ämter nach 1933 umgekrempelt worden sind. Das hatte mit Sicherheit auch enorme Strahlkraft nach außen. Es dürfte ein hohes Maß an Korruption gegeben haben, nicht umsonst wurde über die Parteibonzen so gerne gelästert. Sehr aufschlussreich ist hier das Buch "Heil Hitler, das Schwein ist tot" über Witze im dritten Reich. (Witzerzähler wurden übrigens nicht erschossen, man fand politische Witze sogar systemstabilisierend. Erst zu Zeiten des Volkssturms wurde es wirklich gefährlich.)


Ordnung, Disziplin, Ehre, Vaterlandsliebe, Treue, usw. Grade diese Überbetonung bestimmter Werte hat dann nach dem Krieg, speziell in der '68er-Generation' dafür gesorgt, dass diese Werte in Frage gestellt wurden, woraus dann erst ein gewisser Werteverfall entstanden ist (weil ja gern übers Ziel hinausgeschossen wird).

Davor kam aber noch die Generation '45, die versuchte, die Pervertierung der Werte wieder geradezurücken. Diese vermeintliche Fortführung von Nazi-Tugenden - was es de facto nicht war - dürfte es unter anderem gewesen sein, die 1967 viele auf die Straße trieb.

zaktuell
26.05.2011, 15:47
Du schreibst selbst von 'Pervertierung der Werte': Wenn die Werte verfallen, können sie nicht pervertieren. Werteverfall ist Auflösung von Werten, nicht Missbrauch, Pervertierung o.Ä..

Nein, 'Werteverfall' passt definitiv nicht ins dritte Reich. Es mögen falsche Werte gewesen sein, man mag Werte instrumentalisiert, benutzt oder soweit übertrieben haben, dass ein ggf. positiver Wert ins Negative umschlug, aber von 'Werteverfall' zu reden ist definitiv Unsinn.

Ohne ein -wenn auch fragwürdiges- Werte-System wäre das dritte Reich überhaupt nicht funktionabel gewesen. Auch die gesamte Herrenmenschen-Ideologie basiert ja auf einem Werte-System (und dabei eben auch 'lebensunwertem Leben'). Vielleicht musst Du Dich einfach mal von dem Gedanken verabschieden, dass 'Werte' immer positiv sind, bzw. nicht mit 'Tugend' gleichzusetzen?! Werte kommt von Wertung/bewerten und ist als solches erstmal ein neutraler, deskriptiver Begriff.

G.Nem.
26.05.2011, 16:00
(...)Witzerzähler wurden übrigens nicht erschossen, man fand politische Witze sogar systemstabilisierend. (...)

Wo hast du denn das her?

Beispiel aus dem Film 'Humor unter dem Hakenkreuz' von Rudolph Herzog: "Im Witz machten sie sich Luft. Und riskierten zuweilen ihr Leben dafür. Herzog staunt, «wie offen viele diese Witze rissen.» Manche zahlten mit dem Leben dafür. Wie der katholische Pfarrer Josef Müller, der wegen eines Witzes als Volksverhetzer hingerichtet wurde. Allerdings: «Es wurde so etwas allerdings wohl auch oft als Vorwand gekommen, um sich politisch sowieso missliebiger Personen zu entledigen.»"

Klassikfreund
26.05.2011, 16:48
"Familiäre Werte" als Gegenpol zum "Werteverfall im dritten Reich"? Grade traditionelle, familiäre Werte (und die entsprechende Rollenverteilung) wurden im dritten Reich aufrecht erhalten, gefördert und propagiert. Und überhaupt passt der Begriff Werteverfall nicht ins dritte Reich. Da gab es jede Menge Tugenden und Werte, die hoch gehalten wurden: Ordnung, Disziplin, Ehre, Vaterlandsliebe, Treue, usw. Grade diese Überbetonung bestimmter Werte hat dann nach dem Krieg, speziell in der '68er-Generation' dafür gesorgt, dass diese Werte in Frage gestellt wurden, woraus dann erst ein gewisser Werteverfall entstanden ist (weil ja gern übers Ziel hinausgeschossen wird). Ein Grundpfeiler des Nazi-Regimes war ja zB die Autoritäts-Hörigkeit. Den Gegenpol dazu bildete dann die 'antiautoritäre Erziehung' der 68er.

Eine exzellente Zusammenfassung ! Genau so war es.
Mittlerweile ist herrschende Meinung, daß die Nazis die für sich vereinnahmten Werte eher pervertierten, aber das ändert nichts am oben gesagten.

Klassikfreund
26.05.2011, 16:51
Sehr aufschlussreich ist hier das Buch "Heil Hitler, das Schwein ist tot" über Witze im dritten Reich. (Witzerzähler wurden übrigens nicht erschossen, man fand politische Witze sogar systemstabilisierend. Erst zu Zeiten des Volkssturms wurde es wirklich gefährlich.)

Das Buch kenne ich leider nicht. Aber Beispiele für "Witzeerzähler" die auf dem Schafott endeten, gibt es ja leider zur Genüge. War nicht Erich Ohser auch ein Opfer?

Gerhard Förster
26.05.2011, 18:30
Also ich bin ja oft nicht der Meinung von Zaktuell, aber ich denke, dass er beim Nazi-Thema durchaus innovative Ansätze hat. Dass die Nazis sogar besonders viele Werte hatten, ist für mich ein spannender Gedanke. Genau... auf diese Weise können Greueltaten schließlich besser vor sich selbst gerechtfertigt werden. Da gab´s ja auch KZ-Personal, das Menschen zwar bedenkenlos umbrachte, aber hyperkorrekt jede Kleinigkeit auflistete, niemals sich selbst bereicherte etc... War der Eichmann nicht auch so ein "ganz korrekter" Typ?

Zum Thema "Berufsheuchler" möchte ich sagen, dass man da halt differenzieren muss. Mir geht es auch auf die Nerven, wenn z.B. irgendein Promi medial runtergemacht wird, bloß weil er ein Parteibuch der Nazis gehabt hat, um sich irgendwie durchzuwurschteln. Andererseits ist es sicher kritisierenswert, wenn jemand aus Karrieregründen seine jüdische Ehefrau wie eine heiße Kartoffel fallen ließ (auch da gibt´s prominente Beispiele) oder wenn Vandersteen derart diskriminierende, zu Gewalttaten auffordernde Karikaturen gezeichnet hat. Ich finde es einerseits sehr anständig von Ulrich Wick, dass er betont, dass wir Spätgeborene bequem andere verurteilen können und keiner von uns weiß, wie er sich selbst in dieser Zeit verhalten hätte, aber andererseits bleibt für mich schon ein Markel an Vandersteen hängen. Ich werde sein Werk allerdings trotzdem weiterhin lieben und ihn als großen Erzähler verehren. Der Mensch ist eben nicht gut oder schlecht, die Welt nicht schwarz oder weiß.

Manch einer meint ja, dass das Nazi-Thema nun endlich mal ad acta gelegt werden sollte. Ich sehe das nicht so. Dass so ein Grauen von unserer eigenen Volksgruppe verübt worden ist, soll uns ruhig immer ins Bewusssein gerufen werden und uns Bescheidenheit lehren. "Schwamm drüber" würde vermutlich heißen, dass ein, zwei Generationen lang Ruhe ist, die späteren Generationen aber die Lehre aus der Geschichte vergessen haben und von Neuem mit irgendeinem ähnlich gelagertem Mist beginnen. Natürlich gibt´s auch trotz all der Aufarbeitung eine Menge Leute, die rechtsaußen stehen und die Probleme gern sehr vereinfacht sehen.

zaktuell
26.05.2011, 18:58
Ad acta? Nee, ganz sicher nicht. Solange das Thema immer noch so behandelt wird, wie hier oder seinerzeit bei der 'Stern von Afrika'-Diskussion, solange sind wir noch weit davon entfernt, diese deutsche Vergangenheit adäquat bewältigt zu haben.

Manx cat
26.05.2011, 19:12
Andererseits ist es sicher kritisierenswert, wenn jemand aus Karrieregründen seine jüdische Ehefrau wie eine heiße Kartoffel fallen ließ (auch da gibt´s prominente Beispiele) oder wenn Vandersteen derart diskriminierende, zu Gewalttaten auffordernde Karikaturen gezeichnet hat.

Danke Gerhard, dass du es mir leicht machst, meine Formulierung zu rechtfertigen, denn genau diese beiden Beispiele belegen sehr gut einen Werteverfall. War die Ehe nicht ein Wert für sich, aber dann mit der jüdischen Ehefrau plötzlich nicht mehr? Ist es nicht Werteverfall, wenn Herr Vandersteen, der gerne für Geld zeichnet, auf einmal genötigt ist, Hetzmaterial zu zeichnen?

Die Wertepervertierung von offizieller Seite mag sich mit dem Begriff Werteverfall nicht so recht decken, beim einzelnen mag die Sache anders aussehen. Da haben so einige das Wegsehen gelernt, wo Hilfsbereitschaft angebracht gewesen wäre. Das nenne ich Werteverfall. Und warum haben viele Professoren weggesehen, als jüdische Kollegen entlassen wurden? So etwas hätte man zur JAhrhundertwende wohl kaum für möglich gehalten.

Manx cat
26.05.2011, 20:36
Wo hast du denn das her?

Beispiel aus dem Film 'Humor unter dem Hakenkreuz' von Rudolph Herzog: "Im Witz machten sie sich Luft. Und riskierten zuweilen ihr Leben dafür. Herzog staunt, «wie offen viele diese Witze rissen.» Manche zahlten mit dem Leben dafür. Wie der katholische Pfarrer Josef Müller, der wegen eines Witzes als Volksverhetzer hingerichtet wurde. Allerdings: «Es wurde so etwas allerdings wohl auch oft als Vorwand gekommen, um sich politisch sowieso missliebiger Personen zu entledigen.»"



Zwei Zitate aus dem Buch "Heil Hitler, das Schwein ist tot!", ebenfalls von Rudolf Herzog:

"Die große Mehrheit der politischen Scherze aus den Hitlerjahren war aber im Kern unkritisch und eher auf die menschlichen Schwächen der Machthaber gemünzt als auf Ihre Verbrechen."Zahlreiche Witze gab es beispielsweise über Hermann Göring, dessen barockes Äußeres und dessen Vorliebe für Prunk und Orden die Phantasie der Menschen beflügelte. Nicht harte Kritik, sondern kindlich anmutende Zuneigung spricht aus vielen dieser Scherze."


und weiter


"Nun gab es auch andere Witze, aus denen blanker Hass und Ablehnung sprach. Es war jene Kategorie, die laut einem Zeitzeugen 'sichere Witze' genannt wurde - nicht etwa, weil diese Scherze die Menschen sicher zum LAchen bringen konnten, sondern weil sie den Witzbold 'sicher ins KZ' bringen würden. Doch gibt es Argumente, dass selbst die kritischsten Witze der Nazi-Zeit systemstabilisierend wirkten. Für diese These spricht vor allem deren Ton, ihr lähmender Fatalismus. Auch wenn diese Witze offen regimekritisch waren, schwang meist mit, man könne ja doch nichts gegen die Missstände unternehmen. [...]
Plakat des Winterhilfswerks im Winter 1943/44: 'Keiner darf hungern, keiner darf frieren.' Sagt ein Arbeiter zum anderen: 'Ach, das dürfen wir auch nicht?' " (Rudolf Herzog, Seite 12f)

Man kann sich wohl gut vorstellen, dass man einen aufmüpfigen Pfarrer aufgrund eines Witzes kaltstellte, bei einem frustrierten Arbeiter aber gerne mal fünf gerade sein ließ, zumal der Frust über die Obrigkeit ja oft nur zu nachvollziehbar war.

zaktuell
26.05.2011, 20:56
(...) Das nenne ich Werteverfall. (...)
Okay, darauf können wir uns einigen: Dass Du eben etwas 'Werteverfall' nennst, was der Begriff in seiner Bedeutung eigentlich nicht hergibt... :rolleyes:

Wobei ich natürlich zugestehe, dass zunehmendes Chaos und gesellschaftliche Ausnahmesituationen einen individuellen Werteverlust begünstigen oder verursachen können. Dies steht dann aber nur mittelbar in Zusammenhang mit dem dritten Reich, die eben den Krieg und die damit einhergehenden Kriegswirren und Ausnahmesituationen verursacht haben, welche wiederum ein fruchtbarer Nährboden für Werteverfall bilden. Aber 'systemimmanent' ist ein Werteverfall im dritten Reich nicht. Denn das fing ja nicht erst 1939 mit Kriegsbeginn an.

Und es war in der Folge eben auch kein gesellschaftlicher Werteverfall, sondern höchstens ein individueller: Es gab sicherlich KZ-Aufseher, bei denen ihre Machtposition dazu führte, dass sie ihre sadistischen Neigungen ungebremst ausgelebt haben und deren Blick für das menschliche Leben als 'Wert' verfallen ist. Aber es gab mit Sicherheit auch KZ-Aufseher, deren Wertesystem sich nicht drastisch geändert hat und die im Rahmen ihrer Möglichkeiten und der jeweiligen Gegebenheiten getan haben, was getan werden konnte, um auch die Menschenwürde der Häftlinge so gut es ging zu achten.

'Sone und solche' gibt es immer: Es gibt UNICEF-Mitarbeiter, die ihre Position in Krisengebieten für pädophile Aktivitäten missbrauchen, es gibt amerikanische Soldaten, die sich mit gefangenen islamischen Terroristen in entwürdigenden Situationen fotographieren lassen und dergleichen mehr. Das ist aber immer 'individueller Werteverfall in Ausnahmesituationen' und nicht regime- oder systemimmanenter oder allgemein-gesellschaftlicher Werteverfall.

Gerhard Förster
27.05.2011, 08:20
Werteverfall oder sogar Zunahme an Werten? Das ist ein typisches Beispiel einer Internetdiskussion, wo beide Seiten im Recht sind. Es kommt nur auf den Standpunkt an.

Ich finde es logisch, dass unter einem Unrechtsregime ein Werteverfall stattfindet. Stellt Euch mal vor, dass asoziales Verhalten, das bis gestern Tabu war, ab heute erlaubt ist, ja sogar gutgeheißen wird (natürlich muss dem eine lange Zeit vorausgehen, die den Tabubruch einleitete, ihm Nahrung gab). Das muss wie ein Dammbruch sein.

Andererseits gehören schon sehr viele Rechtfertigungen dazu, Menschen dazu zu bringen, ihre moralischen Schranken fallen zu lassen. So gesehen ist eine gleichzeitige Zunahme an Werten nicht verwunderlich. Werte werden bloß ausgetauscht und der Mensch fühlt sich nach wie vor im Recht.

Doch bei jedem funktionierte das Spielchen ja zum Glück nicht. Ich glaube nach wie vor an das Gute im Menschen – besonders natürlich an das der SB-Leser (räusper). Womit ich die Diskussion nun doch gern wieder in Richtung Comics und die SB lenken würde (aber es ist selbstverständlich auch interessant, wenn zum Nazi-Thema noch weitere Statements kommen!!!).

Gerhard Förster
27.05.2011, 08:24
Ich stelle gleich mal eine neue Frage: Mir fiel auf, dass das Georg Tempel-Interview in SB 220 besonders gut angekommen ist. Es kommt selten vor, dass wir Redakteure oder Verleger interviewen, noch seltener Comichändler und ganz selten wird mal ein interessanter Comicsammler interviewt. Der Grund ist, weil ich irgendwie drauf fixiert bin, Euch etwas außergewöhnliches zu bieten, wie z.B. unbekannte Infos über einen berühmte alte Serie oder ein Künstlerinterview mit jemanden, über den man schon lange etwas wissen wollte. Doch warum muss das so sein? Verleger oder ausgewählte Sammler können ja genausogut Interessantes zu sagen haben. Sollten wir in dieser Richtung mehr machen?

Troll40
27.05.2011, 16:13
In jedem Heft ein Bericht über einen Comichändler, Comicverleger oder eventuell Sammler würde mir sehr gut gefallen - schöne Idee.

ELDORADO
27.05.2011, 16:24
Mir auch. Sowas gabs ja früher öfter mal im "Treffer"und gehörte zu den interessanteren Beiträgen des Magazins.

Mervyn
27.05.2011, 22:37
Vor allem haben wir inzwischen doch Comicläden, die es seit 15, 25 oder mehr Jahren gibt. Da könnte man doch Jubiläumsinterviews mit Comicshopeignern führen, die so lange dabei sind. Da gibt es sicherlich tolle Geschichten zu erzählen. Gerade von den Pionieren des Fachhandels in den 80ern.

Klassikfreund
28.05.2011, 11:15
Interviews mit Comicsammlern, Vorstellung Ihrer Sammelgebiete mit ein wenig "Homestory" fände ich klasse. So wie im HRW-Magazin die Vorstellung der Comiczimmer.

beatleswerner
28.05.2011, 13:41
Wenn ich ein anspruchvolles Comicmagazin lese möchte ich etwas über Comics und ihre Macher erfahren.

ELDORADO
28.05.2011, 13:48
So, so, willst Du also. Und ich möchte darin bitte keine weiteren Lurchi-Artikel mehr finden. :o

Im Ernst:
iDie Sprechblase ist eben nicht nur ein "anspruchsvolles" Comicmagazin sondern eines, das sich auch ausdrücklich an Sammler und Nostalgiker wendet.
In der "Comixene" hätten solche Berichte sicher nichts zu suchen, in die Sprechblase passen sie aber sehr wohl rein.

Manfred G
28.05.2011, 14:30
Hallo!
Die Idee finde ich auch gut, mehr davon. Nur Artikel die über mehrere Sprechblasen laufen ( z.B.Foster ) finde icht nicht so toll,dafür erscheinen die Ausgaben einfach in einem zu großen Abstand.Nach 2 Ausgaben sollte der dann durch sein. Ansonsten finde ich die Blase sehr gut, vielleicht könntet ihr ( ähnlich wie in Zack aus dem Archiv ) Klassiker nochmals vorstellen.
Gruß
Manfred

beatleswerner
29.05.2011, 14:42
@eldorado, ich nehme an du bist genausowenig die Zielgruppe für Lurchi wie ich die Zielgruppe für Wäscher bin

DER LETZTE APACHE
29.05.2011, 15:08
@eldorado, ich nehme an du bist genausowenig die Zielgruppe für Lurchi wie ich die Zielgruppe für Wäscher bin

Auch die SB kann es nicht jedem Recht machen.
Wir konnten ja alle mitverfolgen, was passiert, wenn man unterschiedliche Interessen vertritt, aber für KEINE ÜBEREINKUNFT zugänglich ist - siehe HRWFCB Magazin und ein (nicht ganz) passendes Pendant das Sammlerherz.
Ich möchte alle drei Magazine nicht missen wollen. Aber alle drei ergänzen sich prima - finde ich zumindest. ;)

Zyklotrop
29.05.2011, 15:59
Das sehe ich ganz genau so.

Zauberland
01.06.2011, 14:17
.... vielleicht könntet ihr ( ähnlich wie in Zack aus dem Archiv ) Klassiker nochmals vorstellen .....

Dem will ich mich anschliessen. Es ist nicht so spannend den tausendsten Wäscher-Bericht zu lesen.
Viel spannender wäre es etwas über (alte) Serien, Alben und Hefte zu erfahren, die aus den verschiedensten Gründen nicht so im Blickpunkt der Sammler und Leser stehen (und standen).
Dann aber gebündelt auf 4-6 Seiten und nicht (wie bei Lurchi) über mehrere Ausgaben. Das wird nämlich spätestens dann zum Problem wenn einen die entsprechende Serie nicht interessiert.

beatleswerner
01.06.2011, 20:15
Der ursprüngliche Vorschlag für die Lurchireihe waren 2 Teile, aber Gerhard wollte lieber eine Fortsetzungserie daraus gestalten.

Den Hinweis das es noch sehr viel zu entdecken gibt ist durchaus richtig. Leider leben in vielen Fällen keine Zeitzeugen mehr die es zu befragen gilt. Im Falle der alten Sprechblase hat Norbert Hethke leider viel zu viel Wert auf Artikel über Wäscher, Titelbilder von Wäscher, Comics mit Wäscherhelden Wert gelegt ohne an eine große Vielseitigkeit für die Leser zu denken. Das Absacken der Auflage der alten Sprechblase hat meines Erachtens viel damit zu tun das viele Leser der Wäscherberichterstattung überdrüssig waren.

Gerhard Förster müht sich im Moment ab hier neue Leserschaften zu erreichen.

zaktuell
01.06.2011, 20:39
(...) Das Absacken der Auflage der alten Sprechblase (...) Hör ich hier zum ersten Mal, dass die abgesackt wäre!? :weissnix:

beatleswerner
01.06.2011, 20:41
In den besten Zeiten der Sprechblase so um 1985 bekamst du die Zeitschrift an jedem gut sortierten Bahnhof. Das läßt sich sicherlich nicht mit einer Auflage von 3000 - 5000.

Bad Company
01.06.2011, 20:49
nicht mit einer Auflage von 3000 - 5000.

Nicht? Ich dachte immer, dass die aktuell im Bahnhofszeitschriftenhandel erhältliche COMIXENE auch nur um die 5000 Auflage hat.

beatleswerner
01.06.2011, 21:00
Ich denke das die Sprechblase früher eine höhere Auflage hatte.

Gerhard Förster
01.06.2011, 21:16
Der ursprüngliche Vorschlag für die Lurchireihe waren 2 Teile, aber Gerhard wollte lieber eine Fortsetzungserie daraus gestalten.

Und das wiederum hat seinen Grund darin, dass in der 215 der Mecki-Beitrag sehr umfangreich geriet. Um die Vielfalt des Heftes zu gewährleisten, plädierte ich bei Lurchi deshalb für eine Serie mit kurzen Fortsetzungen. Bei Lurchi finde ich den Seriencharakter nicht problematisch, da jeder Teil in sich abgeschlossen ist. Dass über Lurchi überhaupt soviel erscheint, liegt daran, dass mich Werner seinerzeit davon überzeugte, da er besonders viele unbekannte Infos und interessante Interviewpartner auftrieb, aber das sagte ich schon mal.

Grundsätzlich empfange ich von Euch die Botschaft, dass ich in Zukunft mehr auf Abwechslung achten sollte. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Donovan
01.06.2011, 21:28
Die aktuelle Ausgabe bei PPM: http://www.ppm-vertrieb.de/ppm-news/637/sprechblase-221/

zaktuell
01.06.2011, 21:30
Ohne das jetzt zu wissen, welche Auflage man für den Bahnhof braucht, aber wenn man da präsent ist, braucht man natürlich allein schon wegen der Präsenz mehr Auflage. Hat aber auch viel mehr Remission. Ich dachte jetzt bei 'Auflage' vor allem an 'verkaufte', bzw. an die Leserschaft und da wüsst ich halt nicht, dass die SB ne absackende Auflage gehabt hätte... - Wobei, auch klar: Wenn Du bis 1985 zurück gehst, da gabs -ohne Internet-Konkurrenz- ja sowieso vermutlich generell höhere Auflagen... Bei sinkenden Auflagen wegen Wäscher-überdrüssigkeit hätt ich jetzt auch nicht unbedingt an die 'Anfangsphase' der SB zum Vergleich gedacht... ;)

Zyklotrop
01.06.2011, 22:37
In den besten Zeiten der Sprechblase so um 1985 bekamst du die Zeitschrift an jedem gut sortierten Bahnhof.

Wait and see.... ;)

DER LETZTE APACHE
01.06.2011, 23:02
In der Vergangenheit war es so, das Hethke die Zielgruppe, die er erreichen wollte auch erreicht hat. Bleibt eine messerscharfe Frage im Raum:
Was oder wen wollen die Macher der jetzigen Sprechblase erreichen? Was bewirkt eine Präsenz in den Bahnhofsbuchhandlungen? Kann und muß man das Themenspektrum noch weiter streuen? Wenn Leute so etwas fordern, sollten sie auch konkrete Vorschläge unterbreiten. ;)

zaktuell
01.06.2011, 23:05
??? Hier hat doch gar keiner was gefordert... - Es ging um die Frage einer tatsächlichen oder behaupteten Auflagen-Absackung der Hethke-Sprechblase wegen Wäscher-Überdruss. Das hat doch mit der heutigen Sprechblase überhaupt nix zu tun, geschweige denn, dass da irgendwer irgendwas gefordert hätte...

Zyklotrop
01.06.2011, 23:14
Es ging um die Frage einer tatsächlichen oder behaupteten Auflagen-Absackung der Hethke-Sprechblase wegen Wäscher-Überdruss.

Die von einem Wäscher-Basher gestellt wurde und von vornherein Quatsch war.
Die Auflage von so mancher Publikation ist nicht mit jener aus den 80er Jahren zu vergleichen, viele Magazine von damals existieren gar nicht mehr, darunter einige ganz ohne Wäscher-Anteil. Was war da der Grund? Frankobelgier-Überdruß?

DER LETZTE APACHE
01.06.2011, 23:26
Gefordert wohl mehr um die Ecke gedacht. Ich verstehe ja den beatleswerner, wenn er mehr Lurchi als Wäscher in der Sprechblase sehen möchte. Den "Wäscher - Überdruss" hätte er wohl gerne. Aber eine SB ohne Wäscher?
Habe es doch schon mal erwähnt: Man kann es keinen Recht machen. Warum bringt beatleswerner kein Lurchi-Fanzine heraus? :D

BobCramer
01.06.2011, 23:26
Was oder wen wollen die Macher der jetzigen Sprechblase erreichen? Was bewirkt eine Präsenz in den Bahnhofsbuchhandlungen?

Die paar Leute, die sich hierzulande für Comic-Sekundärmagazine interessieren, muss man glaube ich nicht über die Bahnhofsbuchhandlungen ansprechen. Die wissen eh, welche Magazine am Markt sind und wie sie sie kriegen. Neue Leser über die Laufkundschaft in den Bahnhofsbuchhandlungen zu rekrutieren, halte ich für nahezu ausgeschlossen.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die alte Sprechblase in den Bahnhofsbuchhandlungen, wenn sie dort tatsächlich präsent gewesen sein sollte, besonders gefragt war. Das war doch auch nur ein Special-Interest-Magazin für Comicläden.

Zyklotrop
01.06.2011, 23:33
Aber eine SB ohne Wäscher?

Eben, eben. Ich glaube, das, was die Intellektuellenfraktion Norbert Hethke nie verziehen hat, war in erster Linie sein Erfolg. Wo sind all die wäscherfreien Magazine wie Original-Comixene, Comic Forum, Comic Spiegel, Rrrah etc. etc. geblieben? Es gibt sie seit Jahren und Jahrzehnten nicht mehr.
Norbert Hethkes Flaggschiff aber erscheint immer noch. Ich glaube nicht, daß er so viel falsch gemacht hat, ganz im Gegenteil.

BobCramer
01.06.2011, 23:43
Der ursprüngliche Vorschlag für die Lurchireihe waren 2 Teile, aber Gerhard wollte lieber eine Fortsetzungserie daraus gestalten.

Finde ich auch gut so - nicht weil ich der große Lurchi-Fanatiker bin, sondern, weil diese Artikelreihe sehr ausführlich und detailliert die speziellen Produktionsbedingungen und Inhalte dieses Comics beleuchtet, die nicht nur unter comichistorischen Gesichtspunkten interessant sind - sondern eben auch etwas aussagen über Politk, Gesellschaft, Zeitgeist. Ich finde, genau solche fundierten und gut recherchierten Artikel und Artikelserien machen die Qualität der Sprechblase aus und binden die Leser (zumindest mich).

Und wenn die Autoren dann eben ein bißchen mehr Zeit brauchen, um die Fakten zu recherchieren und die Infos zusammenzutragen, ist das auch ok. Natürlich könnte man das Thema auch gern in zwei längeren Folgen abhandeln.

zaktuell
01.06.2011, 23:45
Die von einem Wäscher-Basher gestellt wurde und von vornherein Quatsch war.
Die Auflage von so mancher Publikation ist nicht mit jener aus den 80er Jahren zu vergleichen, viele Magazine von damals existieren gar nicht mehr, darunter einige ganz ohne Wäscher-Anteil. Was war da der Grund? Frankobelgier-Überdruß?Nee, die wurde von mir gestellt, nicht von nem 'Wäscher-Basher'. Der hat das höchstens behauptet. Infragegestellt hab ich das... ;)

Aber wenn die Frage Deiner Meinung nach sowieso Quatsch ist, wieso steigst Du dann noch drauf ein und bringst dabei wieder n Aspekt mit rein (aktuelle Magazine), der mit der Problematik (Hethke-Sprechblase) gar nix zu tun hat? Irgendwie geht hier einiges verquer und das wegen ner im Grunde nebensächlichen Randbemerkung, die nur mal wieder irgendwelche Empfindlichkeiten wäscheriger Art gepuncht hat.

Nehmen wir diese Empfindlichkeiten doch mal beiseite, dann bleibt im Kern doch vom ursprünglichen Posting die Tatsache übrig, dass die 'blase jetzt vielseitiger und gehaltvoller ist als zu Hethkes Zeiten. Und das dürfte doch wohl selbst bei denen unbestritten sein, denen durchaus klar ist, dass die 'blase faktisch auch unter Hethke nie so Wäscheronly war, wie sie einem in der Erinnerung 'gefühlt' vorkommt.

Insofern mahne ich einfach mal etwas mehr Gelassenheit an.
Und kann aus Sicht des Abo-Betreuers sagen: Die neue Qualität scheint sich nicht nur 'rumzusprechen, sondern auch das Vertrauen in die Zukunft der 'blase zuzunehmen. Sowie die Einsicht, dass diese Entwicklung unterstützenswert ist und ein Abo die beste Form der Unterstützung...

Wie nicht anders zu erwarten, liessen ja einige ihr Abo mit Auslaufen des Guthabens aus Hethke-Zeiten auch 'sterben'. Und ich denke, es gab auch viele 'Wäscherianer', die des Sammels im Grunde überdrüssig waren und denen das Ende des Hethke-Verlages ein willkommener Anlass war, ihre Sammlung als 'vollständig und abgeschlossen' zu betrachten. Bei denen ist mit der 'neuen' Sprechblase natürlich auch nix mehr zu gewinnen. Insofern war zu erwarten, dass die Abo-Zahlen erstmal sanken und die neu hinzukommenden diesen 'Hethke-Leser-Schwund' nicht auffangen könnten. Trat dann auch erwartungsgemäss ein.

Nach entsprechender Bereinigung stagnierten die Abo-Zahlen, in letzter Zeit steigen sie aber wieder. In absoluten Zahlen noch nicht so sehr, dass wir hier Kapriolen schlagen oder uns gar auf den Lorbeeren ausruhen könnten, aber doch deutlich genug, um wahrnehmbar zu sein. Und das ist -zumindest für mich- ein deutliches Zeichen dafür, dass alte (aus Hethke-Zeiten stammende) Vorbehalte gegen die Sprechblase langsam überwunden werden und sich rumspricht, dass die Sprechblase sich deutlich verändert und an Qualität gewonnen hat. Wenn ich bedenke, dass es immer noch Leute gibt, die glauben, das ZACK von heute wäre immer noch das der 70er, dann stehen der Sprechblase sicherlich noch viele Jahre der Überzeugungsarbeit bevor, aber der Anfang dieses Weges scheint gemacht.

Es geht voran.

Zyklotrop
01.06.2011, 23:53
Wenn ich bedenke, dass es immer noch Leute gibt, die glauben, das ZACK von heute wäre immer noch das der 70er,

Ich wünschte, dem wäre so. ;)

Und Deinen restlichen Worten ist eigentlich nichts hinzuzufügen. :p

BobCramer
01.06.2011, 23:56
Und das ist -zumindest für mich- ein deutliches Zeichen dafür, dass alte (aus Hethke-Zeiten stammende) Vorbehalte gegen die Sprechblase langsam überwunden werden und sich rumspricht, dass die Sprechblase sich deutlich verändert und an Qualität gewonnen hat.

Ich glaube, dass die Leser, die nach und nach neu gewonnen werden, auch dauerhaft dabei bleiben. Niemand kann ernsthaft bestreiten, dass Gerhard hier seit Jahren ein erstklassiges Magazin abliefert, das mit Herzblut und Kompetenz gestaltet wird. Natürlich kann auch er es nicht immer jedem Leser recht machen, aber den Chefredakteur, dem das jemals gelungen ist, möchte ich sehen.

zaktuell
02.06.2011, 00:05
Ich wünschte, dem wäre so. ;) (...)
In Bezug auf die Erscheinungsweise und Preis würd ich mich dem Wunsch anschliessen. Aber auf Bundeswehr-Werbung, unchronologische Veröffentlichung von Serien, Kürzungen, Retuschen, Fehlinformationen, 'Journal-Berichte', die mit Comics nix zu tun haben (ZACK 2000 fand ich immer nur dann akzeptabel, wenn der Beitrag im Zusammenhang zu den abgedruckten Comics stand, das spätere 'ZACK-Magazin' als Nachfolger der ZACK 2000-Seiten ging gar nicht...), Maschienenschrift in den Sprechblasen... - auf all das kann ich gut verzichten.

In den 70ern war ich ein Teen und ZACK war ein Magazin für Teens. Heute geh ich auf die 50 zu und find gut, dass das heutige ZACK KEIN Magazin für Teens mehr ist, sondern eins für diejenigen, die in den 70ern Teens waren. Und heut eben auf die 50 zugehen. - Die alten Koralle-Hefte sind ja nicht aus der Welt, die kann ich ja auch heute immer noch wieder zur Hand nehmen und drin lesen. Aber ich tu das natürlich immer seltener, denn wenn ich die Comics nochmal lesen will, dann mach ich das heute natürlich eher mit den entsprechenden Alben, die meist qualitativ besser sind und wo ich nur EIN Album in die Hand nehmen muss und nicht mehrere Hefte...

zaktuell
02.06.2011, 00:13
Ich glaube, dass die Leser, die nach und nach neu gewonnen werden, auch dauerhaft dabei bleiben. (...) Na, so ganz dauerhaft leider auch nicht. Ein Problem der Abo-Zahlen ist tatsächlich die oft flapsig formulierte, banale Erkenntnis, dass wir alle nicht jünger werden und irgendwann das Zeitliche segnen. Hier im Forum ist sicher nicht nur an einer Stelle zu lesen, dass die 'Wäscher-Klientel' langsam wegsterben wird. Und da sagt der Abo-Betreuer: Nicht nur die Neu-Abschlüsse (siehe oben) nehmen zu, auch die Abos, die wegen Todesfall beendet werden, werden mehr. Traurig und im Einzelfall sicher auch tragisch, aber so ist das eben.

BobCramer
02.06.2011, 01:33
Na, so ganz dauerhaft leider auch nicht. Ein Problem der Abo-Zahlen ist tatsächlich die oft flapsig formulierte, banale Erkenntnis, dass wir alle nicht jünger werden und irgendwann das Zeitliche segnen. Hier im Forum ist sicher nicht nur an einer Stelle zu lesen, dass die 'Wäscher-Klientel' langsam wegsterben wird. Und da sagt der Abo-Betreuer: Nicht nur die Neu-Abschlüsse (siehe oben) nehmen zu, auch die Abos, die wegen Todesfall beendet werden, werden mehr. Traurig und im Einzelfall sicher auch tragisch, aber so ist das eben.

Deswegen bezog ich mich ja auch auf die neu hinzugewonnen Leser - die sich wohl kaum aus dem Wäscher-Fandom rekrutieren.

Im übrigen denke ich - ohne herzlos wirken zu wollen - auch, dass die Wäscher-Klientel aus biologischen Gründen mehr und mehr und schrumpfen wird und das schon allein deshalb eine Neuausrichtung des Magazins vernünftigerweise geboten ist. In 20/25 Jahren sind dann wir Frankobelgier an der Reihe. Hauptsache, der nette Zivi liest uns dann immer die neue Sprechblase vor...

Zyklotrop
02.06.2011, 05:37
20 bis 25 Jahre zu warten ist gar nicht nötig - wie auch das Titelbild diskret andeutet, bietet bereits die aktuelle Ausgabe (wie die vorangegangenen zehn) jede Menge für die "Generation Zack", was diese aber offenbar noch gar nicht gemerkt hat. :fluch:

Zwischen dem Ende der Lehning-Ära und dem Beginn der ZACK-Ära liegen übrigens nur läppische vier Jahre. Man wird aus biologischen Gründen die komplette Leserschaft austauschen müssen. :kratz:

BobCramer
02.06.2011, 05:48
20 bis 25 Jahre zu warten ist gar nicht nötig - wie auch das Titelbild diskret andeutet, bietet bereits die aktuelle Ausgabe (wie die vorangegangenen zehn) jede Menge für die "Generation Zack", was diese aber offenbar noch gar nicht gemerkt hat. :fluch:

Doch, doch, es ist durchaus zu bemerken, dass Gerhard ungefähr einmal pro Heft ein großes frankobelgisches Theme unterbringt. Im übrigen soll die Sprechblase ja auch nicht zur Hauspostillie für gealterte ZACK-Leser werden, sondern ein breites Themenspektrum abdecken.

Manx cat
02.06.2011, 07:42
... beleuchtet, die nicht nur unter comichistorischen Gesichtspunkten interessant sind - sondern eben auch etwas aussagen über Politk, Gesellschaft, Zeitgeist. Ich finde, genau solche fundierten und gut recherchierten Artikel und Artikelserien machen die Qualität der Sprechblase aus und binden die Leser (zumindest mich).


Und mich. Mehr Lurchi, Jimmy und Mecki benötige ich zwar nicht, aber gute Artikel sollten auch ihre Chance bekommen. Den Harry-Artikel fand ich übrigens ebenfalls hervorragend.

Zur Wäscher-Diskussion: ISt es tatsächlich so, dass Wäscher-Fans überaltern? Ich bin 38 und arbeite gerade wieder an der Vervollständigung meiner Wäscher-Sammlung. Ich habe soeben zum ersten mal die Tibor-Piccolos 1-120 nahezu vollständig gelesen und fand sie äußerst unterhaltsam, teilweise auch genial. Wie kann es sein, dass Wäscher-Leser grundsätzlich als Rentner wahrgenommen werden, während überall Gesamtausgaben von Comics gefordert werden, die ebenfalls aus den 50ern stammen?

Es stimmt aber auch dass Norbert Hethke das Feld lange genug bearbeitet hat. Unter diesem Aspekt ist eine Abwendung von Wäscher natürlich kein Skandal.

Gerhard Förster
02.06.2011, 07:49
In 20/25 Jahren sind dann wir Frankobelgier an der Reihe. Hauptsache, der nette Zivi liest uns dann immer die neue Sprechblase vor...

Haha, eine erfrischende Bemerkung noch vor dem Frühstück... Im Übrigen hat Zyklotrop natürlich recht, dass zwischen dem Ende der Lehning-Ära und dem Beginn von Zack nur wenige Jahre liegen. Und die "Generation Lehning" ist längst noch nicht so tot, wie es gemeinhin angenommen wird. Eine einfache Rechnung:

Hab grad gegoogelt, dass die Lebenserwartung in Deutschland derzeit bei 75,6 Jahren liegt. Die meisten Wäscher/Lehning-Fans dürften um die 60 oder ein wenig drüber sein. Da klopft der Gevatter meist noch nicht an die Tür.

Kann schon sein, dass die Biologie auch die SB beeinflusst und sich die Themenschwerpunkte im Laufe der Zeit verlagern. Doch das sollte behutsam geschehen. Mir gefällt der integrative Gedanke bei der SB: Jede Gruppe hat ihr Plätzchen, jeder darf auf seine Weise rumspinnen, man respektiert und achtet den anderen und schaut auch öfters über den eigenen Tellerrand rüber. So stelle ich mir auch das Zusammenleben in der Gesellschaft vor.

Bad Company
02.06.2011, 11:50
In den besten Zeiten der Sprechblase so um 1985 bekamst du die Zeitschrift an jedem gut sortierten Bahnhof. Das läßt sich sicherlich nicht mit einer Auflage von 3000 - 5000.


"Borchert nennt 1.500 Exemplare Auflage für die Anfangszeit und 20.000 Exemplare für 1988.Hethke selbst spricht (Aussage von 1996)von gleichbleibend 10.000 Ex. für die letzten Jahre, die zumeist über Abos vertrieben wurden.Im Vergleich zu den bekannten Auflagen anderer Comic-Fachzeitschriften muss diese Angabe möglicherweise als zu hoch bewertet werden."

Zitat aus "Die deutschsprachige COMIC-Fachpresse" von Eckart Sackmann ,Seite 106

Zauberland
02.06.2011, 12:14
Grundsätzlich glaube ich nicht dass die Sprechblase-Hethke-Wäscher-Leser ihrem Abgott überdrüssig geworden sind. Die Lösung ist viel einfacher: Es werden einfach immer weniger!

Diese Fanfraktion ist inzwischen in einem Alter in dem die Natur schon kräftig aussiebt. Neue Wäscher-Jünger wird es nicht geben, da diese Comics weder in die Zeit passen, noch mit (vielen) heutigen Comics handwerklich mithalten können. Die Zeit läuft halt weiter ....

So wird die Wäschermania sich von selbt erledigen und die "neue" Sprechblase tut gut daran sich breiter aufzustellen, als das die "alte" getan hat.

Zyklotrop
03.06.2011, 02:29
Zur Wäscher-Diskussion: ISt es tatsächlich so, dass Wäscher-Fans überaltern? Ich bin 38 und arbeite gerade wieder an der Vervollständigung meiner Wäscher-Sammlung. Ich habe soeben zum ersten mal die Tibor-Piccolos 1-120 nahezu vollständig gelesen und fand sie äußerst unterhaltsam, teilweise auch genial. Wie kann es sein, dass Wäscher-Leser grundsätzlich als Rentner wahrgenommen werden, während überall Gesamtausgaben von Comics gefordert werden, die ebenfalls aus den 50ern stammen?

Frag mich nicht. Ich bin auch begeisterter Wäscher-Leser und -Komplettsammler, und ich wurde etliche Jährchen nach dem Ende des Lehning Verlags geboren. Wäscher ist einfach zeitlos genial. Es ist ganz einfach so, daß Vorurteile schwer auszurotten sind, weil sie pausenlos wiedergekäut werden.

DER LETZTE APACHE
03.06.2011, 10:45
Das en gros der Wäscherianer ist um 1945 bis 1950 geboren. Ich mit Mitte 50 bin hierbei ein Späteinsteiger. Habe 1960, da konnte ich noch nicht lesen, das erste mal Bekanntschaft mit einen Lehningheft gemacht. Es war ein Jan Maat Heft der Zweiten Serie. Später brachte mein älterer Bruder mal ein Jim der Cowboy oder Sergeant Billheft ausgeliehen von seinen Schulkameraden mit nach Hause. Erst 1965, nach den grossen Schulferien kam ich dann mit einem Sigurdheft in Berührung. Von da an war ich von Wäscher geimpft. Nach der Lehningpleite suchte ich nach Alternativen - Superman, Bessy, Illustrierte Klassiker. Auch ein Zackcomic fiel mir ins Auge: Nr. 17/1972. Hä? Habe ich da was verpasst? Erst später kam ich dahinter, das es die "Nr. 1" ist.
Auch habe ich damals begeistert Ivanhoe, Lancelot, Marco Polo und Brik gelesen.
Heute ist es so, das ich nicht nur nach wie vor von Wäscher infiziert bin, sondern versuche den Lehning Verlag zu komplettieren. Natürlich nur den Comicsektor. Wenn es so weiterläuft wie bisher, wird mir das auch bis zu der erreichten Rente gelingen. :D

Gerhard Förster
04.06.2011, 12:30
Was anderes: Wie schafft man es, dass ein Forum halbwegs übersichtlich bleibt, ohne dass Beschränkungen die Aktivitäten ersticken? Eigentlich sollte es in dem Thread ja um SB 221 gehen, doch wir kommen vom 100sten ins 1000e – was ja grundsätzlich überhaupt nicht schlimm ist, allerdings unübersichtlich, wenn man etwas suchen will oder nur Meinungen über das angegebene Thema lesen möchte.

Die andere Möglichkeit, dass man aus jedem Thema gleich einen eigenen Thread macht, finde ich auch nicht toll. Wenn man gerade beim Diskutieren voll in Fahrt ist und jemand sagt "Stop, wir müssen jetzt in einem anderen Thread weitermachen!", dann ist das irgendwie so, wie wenn man aus einem interessanten Traum aufgeweckt wird. Außerdem: Wer sollte sich drum kümmern? Und wer schaltet immer schnell genug?

Gibt´s eine Kompromisslösung? Ich hab keine Ahnung.

Und besteht die Möglichkeit, unter einem Stichwort etwas aufzufinden?

Zauberland
04.06.2011, 12:35
Man könnte zumindest eine Überschrift zu den Posts schreiben.

"Treffpunkt der Erbsenzähler & Rechthaber" :o

arno
04.06.2011, 12:35
Diese Fanfraktion ist inzwischen in einem Alter in dem die Natur schon kräftig aussiebt. Neue Wäscher-Jünger wird es nicht geben, da diese Comics weder in die Zeit passen, noch mit (vielen) heutigen Comics handwerklich mithalten können. .... So wird die Wäschermania sich von selbt erledigen und die "neue" Sprechblase tut gut daran sich breiter aufzustellen, als das die "alte" getan hat.

Natürlich, das Friedhofsgemüse der Wäscherianer hat sich zum Großteil schon von dieser Welt verabschiedet, und der Rest tut es bald sowieso!

Erstens ist die Sprechblase sowieso schon nur zum geringen Teil auf Hansrudi Wäscher ausgerichtet (was ich ebenfalls begrüße),

zweitens steht nirgendwo geschrieben, daß HRW bzw. seine Fans dessen Werke in Konkurrenz zur aktuellen Szene sehen wollen. Sie sind nicht mehr und nicht weniger als ein fester Bestandteil der Comic-Historie und zugegeben, zuweilen Gegenstand nostalgischer Verklärung.

(Ein bißchen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich ließe es sich damit leben! William Somerset Maugham)

Manx cat
04.06.2011, 12:36
Mit etwas Disziplin könnte man den thread übersichtlicher gestalten.
Man sollte einfach zu jedem Beitrag einen Betreff formulieren.

Zauberland
04.06.2011, 12:39
.... zweitens steht nirgendwo geschrieben, daß HRW bzw. seine Fans dessen Werke in Konkurrenz zur aktuellen Szene sehen wollen. ....

Mein Eindruck ist: Viele Wäscher-Fans sehen die Sprechblase als ihre "Hauspostille" an und sind deshalb über jeden "nicht-Wäscher-Artikel" in der Sprechblase (leicht übertrieben) "entrüstet". Insofern ist der Konkurrenzgedanke da schon vorhanden.

Gerhard Förster
04.06.2011, 12:45
Natürlich, das Friedhofsgemüse der Wäscherianer hat sich zum Großteil schon von dieser Welt verabschiedet, und der Rest tut es bald sowieso!

Das stimmt doch nicht. Ich zitere mich selber:

Eine einfache Rechnung: Hab grad gegoogelt, dass die Lebenserwartung in Deutschland derzeit bei 75,6 Jahren liegt. Die meisten Wäscher/Lehning-Fans dürften um die 60 oder ein wenig drüber sein. Da klopft der Gevatter meist noch nicht an die Tür.

Zauberland
04.06.2011, 12:48
Das stimmt doch nicht. Ich zitere mich selber:

Eine einfache Rechnung: Hab grad gegoogelt, dass die Lebenserwartung in Deutschland derzeit bei 75,6 Jahren liegt. Die meisten Wäscher/Lehning-Fans dürften um die 60 oder ein wenig drüber sein. Da klopft der Gevatter meist noch nicht an die Tür.

Ja. Aber Alzheimer schon .... :D;)

Gerhard Förster
04.06.2011, 12:52
Mein Eindruck ist: Viele Wäscher-Fans sehen die Sprechblase als ihre "Hauspostille" an und sind deshalb über jeden "nicht-Wäscher-Artikel" in der Sprechblase (leicht übertrieben) "entrüstet".

Intoleranz gibt´s auch von der anderen Seite ("Oh Gott, schon wiiiieder Wäscher..."). Andererseits habe ich den Eindruck, dass sich die Fraktionen in den letzten Jahren einander angenähert haben. Heute begegnen mir viel mehr Wäscher/Lehning-Fans als früher, die sich auch für andere Comics interessieren. Umgekehrt hat so mancher HRW-Ignorant festgestellt, dass Wäscher-Comics sehr wohl was taugen. Das beste Beispiel ist Andreas Knigge, der früher sicher kein Buch über HRW geschrieben hätte.

DER LETZTE APACHE
04.06.2011, 18:45
Ja. Aber Alzheimer schon .... :D;)

Da liegst du falsch. Alzheimer kann man schon mit 30 bekommen. :D
Üblich meistens zwischen 70 und 75 Jahren. ;)

Zyklotrop
05.06.2011, 00:37
Mein Eindruck ist: Viele Wäscher-Fans sehen die Sprechblase als ihre "Hauspostille" an und sind deshalb über jeden "nicht-Wäscher-Artikel" in der Sprechblase (leicht übertrieben) "entrüstet". Insofern ist der Konkurrenzgedanke da schon vorhanden.

Wäre mir noch nicht aufgefallen, im Gegenzug fallen mir einige fanatische "Frankobelgier" auf, die sich über jeden Wäscher-Artikel entrüsten, und deren geschmackvolle Diskussion über die Lebenserwartung der Wäscher-Fans einen neuen absoluten Tiefpunkt an gehässiger Primitivität und Infantilität darstellt.

Mal davon abgesehen, daß der Name Hansrudi Wäscher in der Tat unzweifelhaft seit jeher eng mit der Sprechblase verbunden ist - die 33jährige Erfolgsgeschichte spricht für sich.


Umgekehrt hat so mancher HRW-Ignorant festgestellt, dass Wäscher-Comics sehr wohl was taugen. Das beste Beispiel ist Andreas Knigge, der früher sicher kein Buch über HRW geschrieben hätte.

Wohl, wohl. Und jetzt ist es Deine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß es so viele werden, daß sich auch künftige Generationen keine Sorgen um Wäscher-Nachschub zu machen brauchen. ;)


Heute begegnen mir viel mehr Wäscher/Lehning-Fans als früher, die sich auch für andere Comics interessieren.

Wie viele Superhelden-Fans begegnen Dir, die nur Superhelden-Hefte lesen? Wie viele Manga-Fans, die nur Mangas lesen? Wie viele Frankobelgier-Fans, die nur frankobelgische Alben lesen? Es ist doch völlig normal, seine Vorlieben zu haben. Gerade die selbsternannten Toleranten sind meistens am schlimmsten (etliche "Frankobelgier" gebärden sich geradezu hysterisch, wenn es um Wäscher oder Mangas geht) - siehe übrigens auch Deine eigenen falschen Vorurteile gegenüber Mangas.

Mick Baxter
05.06.2011, 01:35
Wie viele Superhelden-Fans begegen Dir, die nur Superhelden-Hefte lesen? Wie viele Manga-Fans, die nur Mangas lesen? Wie viele Frankobelgier-Fans, die nur frankobelgische Alben lesen? Es ist doch völlig normal, seine Vorlieben zu haben. Gerade die selbsternannten Toleranten sind meistens am schlimmsten (etliche "Frankobelgier" gebärden sich geradezu hysterisch, wenn es um Wäscher oder Mangas geht) - siehe übrigens auch Deine eigenen falschen Vorurteile gegenüber Mangas.
Das ist doch ein alberner Vergleich! Es gibt Hunderte und Tausende Superhelden-, FB- oder Manga-Autoren. Und kaum einen Fan, der jeweils nur einen von ihnen liest.

Neander
05.06.2011, 01:51
Mein Eindruck ist: Viele Wäscher-Fans sehen die Sprechblase als ihre "Hauspostille" an und sind deshalb über jeden "nicht-Wäscher-Artikel" in der Sprechblase (leicht übertrieben) "entrüstet". Insofern ist der Konkurrenzgedanke da schon vorhanden.

So ein Eindruck trifft vielleicht nicht immer zu oder kann zuweilen auch täuschen. Die vielen (zumindest im HRW-Club befindlichen) "Wäscher-Fans" haben mit "ihrem" HRW-Magazin ja bereits eine Art "eigene Hauspostille". Wenn man sich mal die Infos zum Inhalt des HRW-Clubmagazins Nr. 33 beispielsweise in Perry Rhodan-Heftroman Nr. 2594 http://www.comicforum.de/showpost.php?p=3017790&postcount=35 anschaut oder sich das Inhaltsverzeichnis dieser momentan aktuellen Ausgabe 33 http://www.comicforum.de/showpost.php?p=3018052&postcount=36 durchliest, wird man feststellen, dass der Anteil des "Nur-Wäscher-Materials" von der Magazinredaktion zugunsten zahlreicher anderer interessanter Artikel etwas zurückgefahren bzw. anders portioniert wurde, um den inzwischen sehr vielfältigen Interessensgebieten der rund 150 Mitglieder - darunter ein Drittel z. T. "jüngere Neumitglieder" - Rechnung zu tragen bzw. für mehr Abwechslung und Auflockerung im Heft zu sorgen. Bei der überwältigenden Mehrheit - also auch bei den "älteren" Lesern und Clubmitgliedern - fand dieses Vorgehen einen sehr großen positiven Anklang, während umgekehrt die "jüngeren" Neumitglieder, die wegen der Interessenvielfalt und dem frischen Wind im Club beitraten, jetzt erst richtig anfangen, Wäscher und sein Werk für sich zu entdecken bzw. zu würdigen.

Den einen oder anderen "Alibi-Entrüsteten" mag es vielleicht noch geben, aber diese findet man sicherlich auch in anderen Comic-Stilrichtungen. Auch mit dem propagierten "Wegsterben der Wäscher-Fans und -Interessenten" wird es vorerst "sicherlich noch ein Weilchen dauern", weil ja viele "Neue", denen sich dieses Gebiet jetzt erst erschließt, aktuell nachrücken. ;)

Auch wenn die Mehrheit der "Wäscher-Fans" (zumindest im HRW-Club) sich inzwischen auch an anderen Comic-Spielarten und Genres erfreut, ist es ja kein Widerspruch bzw. durchaus tolerierbar, wenn das Werk des "Altmeisters", das damals für viele jugendliche Sammler prägend war, heutzutage von "alten" und "jüngeren" Interessenten eine entsprechende Würdigung erfährt. ;)

Zyklotrop
05.06.2011, 03:18
Ausgangspunkt der Diskussion war ja der Vergleich mit der seit den 80er Jahren doch sehr geschrumpften Auflage der Sprechblase und anderer Hethke-Publikationen.
Beunruhigend wäre das, wäre von diesem Abwärtstrend nicht der komplette Comicmarkt betroffen, wenn wir z.B. den Vergleich der verkauften Blueberry-Auflage von damals 60 000 (am Kiosk) zu aktuell 4000 heranziehen (Zahlen nach efwes Angaben im SB-Interview). Die 56 000 "fehlenden" Personen sind höchstwahrscheinlich auch noch nicht verblichen.
Das traurige Phänomen des Leserschwunds geht leider quer durch alle Comic-Interessensgruppen. Tatsache ist, daß weder ein Zack- noch ein Lehning-Fanzine, wie sich das offenbar einige wünschen, überlebensfähig wäre. Schon deswegen ist die ewige Stutenbeißerei kindisch, mal davon abgesehen, daß sie nervt.

Gerhard Förster
05.06.2011, 03:45
Wäre mir noch nicht aufgefallen, im Gegenzug fallen mir einige fanatische "Frankobelgier" auf, die sich über jeden Wäscher-Artikel entrüsten, und deren geschmackvolle Diskussion über die Lebenserwartung der Wäscher-Fans einen neuen absoluten Tiefpunkt an gehässiger Primitivität und Infantilität darstellt.

Mal davon abgesehen, daß der Name Hansrudi Wäscher in der Tat unzweifelhaft seit jeher eng mit der Sprechblase verbunden ist - die 33jährige Erfolgsgeschichte spricht für sich.

Ich muss sagen, das gefällt mir, was der Zyklotrop hier schreibt.

Manx cat
05.06.2011, 14:30
Ja, mach mal.

Ist im Parallelthread jetzt nachzulesen.

Gerhard Förster
05.06.2011, 22:50
Ist im Parallelthread jetzt nachzulesen.Wie auch alles andere zum Zensur- und Indizierungskomplex von hier jetzt in dem Parallelthread nachzulesen ist.

DER LETZTE APACHE
06.06.2011, 17:28
So wird die Wäschermania sich von selbt erledigen und die "neue" Sprechblase tut gut daran sich breiter aufzustellen, als das die "alte" getan hat.
Das wird die nächsten 20 Jahre nicht passieren...

Jetzt denk aber mal ganz scharf nach.
Von wem, bzw. durch welche Initiative ist denn bitteschön die SB überhaupt entstanden?
Nur weil du glaubst, die Wäscherianer werden bald einer nach dem anderen die Schlappen hochstellen, kannst du dich noch lange nicht ins gemachte Bett setzen.
Jetzt erwarte ich Deinerseits einen konstruktiven Vorschlag, wo wir alle mit leben können, denn kampflos gibt kein Wäscherfreak die Sprechblase her...:D

Zauberland
06.06.2011, 17:42
.... denn kampflos gibt kein Wäscherfreak die Sprechblase her...:D

Hab´ ich´s doch gewusst! :o;)

Das die alte Sprechblase Wäscherland war, hatte ja auch viel damit zu tun, dass Hethke von den Wäscher-Nachdrucken lebte. Jetzt ist er tot und GF muss (meines Wissens) keinen umfangreichen Backkatalog-Nachdruck-Lagerbestand verkaufen. Also ....

Wie auch immer: Auf einen Nenner werden wir da vermutlich nie kommen.

Zum aktuellen Heft:

- Der Artikel über "Harry" hat mir sehr gut gefallen, nur war er leider mindestens zwei Seiten zu kurz. Da hätten dann auch noch ein paar mehr Bildbeispiele reingepasst.
- Sehr gelungen auch der Artikel über Vandersteens dunkle Vergangenheit.
- Ist die Rubrik mit den alten TV-Serien eigentlich gestrichen worden? Das wäre wirklich sehr schade.
- GF schreibt im Vorwort, dass für den roten Ritter leider kein Platz mehr gewesen sei. Das finde ich sehr bedauerlich, zumal die momentan laufende Wäscher-Serie ja schon diverse Male in unterschiedlichen Formaten (bin kein HRW-Experte - aber mir kommt das alles sehr bekannt vor) veröffentlicht wurde. Wäre es da nicht besser gewesen das bislang unveröffentlichtes holländische Material erstmal abzudrucken?

:o

DER LETZTE APACHE
06.06.2011, 17:58
Zum aktuellen Heft:

- Der Artikel über "Harry" hat mir sehr gut gefallen, nur war er leider mindestens zwei Seiten zu kurz. Da hätten dann auch noch ein paar mehr Bildbeispiele reingepasst.
- Sehr gelungen auch der Artikel über Vandersteens dunkle Vergangenheit.
- Ist die Rubrik mit den alten TV-Serien eigentlich gestrichen worden? Das wäre wirklich sehr schade.
- GF schreibt im Vorwort, dass für den roten Ritter leider kein Platz mehr gewesen sei. Das finde ich sehr bedauerlich

:o

Na, siehst Du!
Da haben wir doch schon mal Gemeinsamkeiten. TV-Serien immer und gerne.
Ein absoluter Experte auf diesem Gebiet ist (Oje, mir graut's) ein Wäscherianer. ;)

Zauberland
06.06.2011, 18:06
Ein absoluter Experte auf diesem Gebiet ist (Oje, mir graut's) ein Wäscherianer. ;)

Na, dass würde ihn dann gleich auf bessere Gedanken bringen .... :D

Gerhard Förster
06.06.2011, 19:13
GF muss (meines Wissens) keinen umfangreichen Backkatalog-Nachdruck-Lagerbestand verkaufen.

Keine Sorge. Da gibt´s keinen Wäscher-Lagerbestand. Ich geh nach dem Gieskannenprinzip vor. Jedes Plänzchen wird liebevoll betreut und kriegt was ab. Darum ist die SB ja auch immer so gerammelt voll.

Prima, dass mal wieder wer auf die SB 221 eingeht!!!


Der Artikel über "Harry" hat mir sehr gut gefallen, nur war er leider mindestens zwei Seiten zu kurz. Da hätten dann auch noch ein paar mehr Bildbeispiele reingepasst.

Daran dachte ich nicht, da schon mehrmals Artikel über Harry erschienen sind. Meine Sorge war bloß, dass genügend unbekannte oder wenig bekannte Infos drinstehen. Das war gewissermaßen ein Artikel für Fortgeschrittene.


Ist die Rubrik mit den alten TV-Serien eigentlich gestrichen worden?

Die beliebte Rubrik kommt natürlich wieder. Es ist bloß so, dass für BEIDE SB-Randgebiete – Heftromane und TV-Serien – oft kein Platz ist.


GF schreibt im Vorwort, dass für den roten Ritter leider kein Platz mehr gewesen sei. Das finde ich sehr bedauerlich, zumal die momentan laufende Wäscher-Serie ja schon diverse Male in unterschiedlichen Formaten (bin kein HRW-Experte - aber mir kommt das alles sehr bekannt vor) veröffentlicht wurde.

Jetzt sag ich mal das konkret, was ich bisher nur angedeutet habe: In der kommenden SB soll die Rote Ritter-Story abgeschlossen werden (auf 20 Seiten). Das soll ein richtig saftiger Lesegenuss werden. Ich hab endlich eingesehen, dass es ein Unding ist, bei einem 3-4 Monate erscheinenden Heft zwei Fortsetzungscomics zu haben. Und beim Fenrir kommen ja diesmal zur neuen Folge noch die vier Seiten, die in der 221 entfallen mussten. In der nächsten Nummer haben wir also Altlasten abzutragen, was frei macht für spannende neue Dinge!!

Der Fenrir ist nur mehr drei Folgen lang. Wenn alles klappt, folgt danach etwas Besonderes, das garantiert noch niemand kennt! Lasst Euch überraschen!


Wäre es da nicht besser gewesen das bislang unveröffentlichtes holländische Material erstmal abzudrucken?

Welches unveröffentlichte holländische Material???

Zauberland
06.06.2011, 19:28
Welches unveröffentlichte holländische Material???

Der Ritter war gemeint. :o

Klassikfreund
06.06.2011, 22:40
Na, siehst Du!
Ein absoluter Experte auf diesem Gebiet ist (Oje, mir graut's) ein Wäscherianer. ;)

Wer von Mitte der Fünfziger bis Ende der Sechziger Jahr als Bub im lesefähigen Alter war, konnte nur Wäscherianer werden. Der Mann, von dem wir nicht mal den Namen wußten, hat uns alle in den Bann geschlagen.

Mick Baxter
07.06.2011, 00:32
Na, siehst Du!
Da haben wir doch schon mal Gemeinsamkeiten. TV-Serien immer und gerne.
Ein absoluter Experte auf diesem Gebiet ist (Oje, mir graut's) ein Wäscherianer. ;)
Wen wunderts, wurde ja nicht durchs Comiclesen ablenkt.

Neander
07.06.2011, 00:45
Wer von Mitte der Fünfziger bis Ende der Sechziger Jahr als Bub im lesefähigen Alter war, konnte nur Wäscherianer werden. Der Mann, von dem wir nicht mal den Namen wußten, hat uns alle in den Bann geschlagen.

Erstaunlich und rührend, aber so steht es tatsächlich geschrieben! Allerdings hat uns der gute Mann nicht geschlagen, sondern lediglich mit seinen spannend gezeichneten Geschichten in seinen Bann gezogen! :D

Um der Gefahr vorzubeugen, dass dieser Thread jetzt für den Einen oder Anderen langsam doch zu "wäscherlastig" werden könnte und Gerhard zu seinem Leidwesen deswegen noch genötigt wird, uns im Zuge der Ausgewogenheit die "Gelbe Karte" zeigen zu müssen, möchte ich sicherheitshalber vorsorglich darauf hinweisen, dass sich "Jungbrunnen", "Tummelplatz" und "Reservat" für den modernen (nicht modernden) "Wäscherianer" im "HRW-Ausweichquartier" eine Foren-Haustür weiter (Nr. 408) direkt neben der SB-Wohnung (Nr. 407) auf dem gleichen Grundstück des Doppelhauses befinden, das die Sprechblase und der HRW-Club seinerzeit gemeinsam bezogen haben: http://www.comicforum.de/forumdisplay.php?f=408 ;):D;)
.

Manx cat
07.06.2011, 06:53
Jetzt sag ich mal das konkret, was ich bisher nur angedeutet habe: In der kommenden SB soll die Rote Ritter-Story abgeschlossen werden (auf 20 Seiten). Das soll ein richtig saftiger Lesegenuss werden. Ich hab endlich eingesehen, dass es ein Unding ist, bei einem 3-4 Monate erscheinenden Heft zwei Fortsetzungscomics zu haben. Und beim Fenrir kommen ja diesmal zur neuen Folge noch die vier Seiten, die in der 221 entfallen mussten. In der nächsten Nummer haben wir also Altlasten abzutragen, was frei macht für spannende neue Dinge!!


Dann müsste die neue Sprechblase ja zügig erscheinen können, denn das meiste MAterial liegt ja schon vor. Mir ist das zwar zu viel Comic, aber ích werde die Gelegenheit dann wahrnehmen, endlich mal den Roten Ritter zu lesen.

Das mit der halben Fenrir-Folge fand ich schade. Jetzt hat die Serie schon so schöne cliffhanger, und dann wird doch willkürlich unterbrochen. Sollte nicht zur Regel werden. (Gibt aber auch schlimmeres.)

felix da cat
07.06.2011, 14:27
Zitat von Klassikfreund:
Wer von Mitte der Fünfziger bis Ende der Sechziger Jahr als Bub im lesefähigen Alter war, konnte nur Wäscherianer werden.
Oder Barksist oder Kaukasier oder Phantomista oder Foster-Ultra ... viele Wege führen ins Comicnirvana. :D

Zyklotrop
07.06.2011, 23:30
möchte ich sicherheitshalber vorsorglich darauf hinweisen, dass sich "Jungbrunnen", "Tummelplatz" und "Reservat" für den modernen (nicht modernden) "Wäscherianer" im "HRW-Ausweichquartier" eine Foren-Haustür weiter (Nr. 408) direkt neben der SB-Wohnung (Nr. 407) auf dem gleichen Grundstück des Doppelhauses befinden, das die Sprechblase und der HRW-Club seinerzeit gemeinsam bezogen haben: http://www.comicforum.de/forumdisplay.php?f=408 ;):D;)
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Aha, die mephistophelische Konkurrenz schläft nicht. Aber zwecklos, die Sprechblase bleibt die "Hauspostille" für Wäscher-Fans, die muß uns schon aus unseren kalten, toten Händen (um Charlton Heston zu zitieren) gerissen werden. :cool:

Auch Andreas C. Knigge empfiehlt übrigens hier (http://www.comic-report.de/cms/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=68&cntnt01returnid=15)eine Neuausgabe von Wäschers besten Werken als Einführung für jüngere Generationen.

Zauberland
08.06.2011, 13:55
Auch Andreas C. Knigge empfiehlt übrigens hier (http://www.comic-report.de/cms/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=68&cntnt01returnid=15)eine Neuausgabe von Wäschers besten Werken als Einführung für jüngere Generationen.

Der Knigge wird halt auch langsam alt. :o

Mervyn
08.06.2011, 21:58
Wer von Mitte der Fünfziger bis Ende der Sechziger Jahr als Bub im lesefähigen Alter war, konnte nur Wäscherianer werden. Der Mann, von dem wir nicht mal den Namen wußten, hat uns alle in den Bann geschlagen.

Man soll nicht von sich auf andere schliessen ;)
Also mich (Jahrgang 58) hat Wäscher kalt gelassen.
Wie Felix schon anmerkte, es gab genügend anderes Material. Bessy, Batman, Donald und Fix & Foxi prägten meine Kindertage.

Das Phänomen Hansrudi habe ich erst wahr genommen, als ich anfing in der Comicbranche zu arbeiten.

Mick Baxter
08.06.2011, 22:32
Selbst bei Lehning gab es ja (zumindest in den 60er Jahren) viel besser gezeichnete Comics: Die Sachen von Nickel, aber auch die frankobelgische Massenware wie "Ivanhoe", "Lancelot" und "Robin Hood".

G.Nem.
08.06.2011, 23:10
Wie Felix schon anmerkte, es gab genügend anderes Material. Bessy, Batman, Donald und Fix & Foxi prägten meine Kindertage.

So ging es wahrscheinlich sehr vielen. Unsere Jahrgänge ab 57 waren nicht mehr von Lehning-Heften geprägt. In meiner Volksschulklasse wurden hauptsächlich Bessy-Hefte mit den guten Vandersteen-Sachen gelesen. Die ersten Lehning-Hefte fand ich damals in Wundertüten und Tauschläden, nicht direkt am Kiosk.

Mervyn
08.06.2011, 23:40
Ich hatte einen älteren Nachbarsjungen, dessen Mutter all seine Comics in den Keller verbannt hatte. Und irgendwie kam er sich auch zu erwachsen für diesen Kinderkram vor.
Also lud er mich in seinen Keller ein und ich durfte mitnehmen, was ich tragen konnte.
Das war natürlich ein Fest für mich!
Nach meinem dritten Besuch war der Keller immer noch nicht leer, aber sie sind dann leider weggezogen.
Aber diese Großzügigkeit hat auch auf mich durchgeschlagen und ich habe dann mit etwa dreizehn fast alle meine Comichefte (bis auf die absoluten Lieblinge) meinerseits an einen jüngeren Nachbarsjungen weitergeschenkt.
Das waren schöne Zeiten damals, noch ziemlich ohne Sammlerwahn, hauptsache alle hatten was Feines zu lesen ;)

Zyklotrop
09.06.2011, 05:56
Selbst bei Lehning gab es ja (zumindest in den 60er Jahren) viel besser gezeichnete Comics: Die Sachen von Nickel, aber auch die frankobelgische Massenware wie "Ivanhoe", "Lancelot" und "Robin Hood".

Die alle von der Lesergunst her bei weitem nicht an die Wäscher-Titel rankamen (wohlgemerkt, ich schätze alle genannten Serien sehr!). Aber "besser gezeichnete Comics" sind nicht unbedingt bessere Comics.

DER LETZTE APACHE
09.06.2011, 16:53
Also mich (Jahrgang 58) hat Wäscher kalt gelassen.
Wie Felix schon anmerkte, es gab genügend anderes Material. Bessy, Batman, Donald und Fix & Foxi prägten meine Kindertage.


Tja, da haste Pech gehabt.
Ich (Jahrgang 55) bin da noch eben reingeruscht. Die anderen Comics wie Bessy usw haben mich wiederum kalt gelassen. Ich habe es irgendwo mal bemerkt: Die erste Lehning Generation ist etwa 60 bis 65 Jahre alt. Die Zweite (dazu zähle ich auch) ist Mitte 50. Jünger geht nicht (vielleicht noch ein Jahr, oder so). Wer die Zeit nicht erlebt hat, der hat, wie bei vielen Dingen, einfach keinen Bezug. Und das ist ausschlaggebend, um sich an die Dinge zu erinnern und zu erfreuen. Ich möchte meine Kindheit mit niemandem tauschen. ;)

DER LETZTE APACHE
09.06.2011, 16:56
Selbst bei Lehning gab es ja (zumindest in den 60er Jahren) viel besser gezeichnete Comics: Die Sachen von Nickel, aber auch die frankobelgische Massenware wie "Ivanhoe", "Lancelot" und "Robin Hood".

Als Massenware würde ich es nicht bezeichnen. Selbst im Heimatland Frankreich sind diese Hefte (guter Zustand vorrausgesetzt) nicht so einfach zu bekommen. :(

ELDORADO
09.06.2011, 19:08
Ich denke, mit "Massenware" bezog sich Mick eher auf die Herstellungs- und Produktionsbedingungen dieser Comics und
nicht auf deren heutige Seltenheit.

DER LETZTE APACHE
09.06.2011, 20:53
Ich habe Mick soweit schon verstanden.
Aber die Auflagenzahlen der genannten Serien war damals nicht besonders hoch. Als Pendant würde ich da die Micky Maus heranziehen. Wenn mir die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen würden, hätte ich nächste Woche eine Micky Maus Komplettsammlung im Hause. Das wird mir bei den Lehning Serien mit Sicherheit nicht gelingen. Da braucht man nicht nur Geld, sondern jede Menge Zeit und Geduld. Und den Kommissar Zufall. ;)

Manx cat
09.06.2011, 21:06
Mit Nickel bin ich bisher noch nicht richtig warm geworden. Karl May mag ich lieber in Buch und Film und von Robinson fand ich immer die Kellermann-Folgen am besten. Die waren schön derb.

Dazu hätte ich auch gleich ein paar Fragen. War Nickel bereits an den ersten Folgen von Robinson beteiligt, oder war das Kellermann alleine? Gab es eine Übergangsphase, während der beide an der Reihe gearbeitet haben? Und ab wann machte Nickel den Robinson alleine?

Ich werde mich demnächst mal wieder mit Nickel befassen. Als Kind der 70er habe ich ihn durch die unsäglichen Arotal-Nachdrucke kennengelernt. Die Comics hatten schon was. Definitiv kein Wäscher.

Freue mich auf "Peters Seltsame Reisen". Bei Salleck kann man wenigstens sicher sein, dass es eine gute Ausgabe wird.

beatleswerner
09.06.2011, 21:40
Nein Nickel ist beileibe kein Wäscher, sondern halt Nickel, der bessere Autor und Zeichner. Die Comics von Nickel haben das Schicksal erlitten immer nur von sehr kleinen verlagen veröffentlicht zu werden und somit in die Vergessenheit zu geraten.

Hätte jemand zu Beginn der 70er Jahre anstelle von Norbert Hethke ein
Fanzine und daraus wachsend ein Magazin mit dem Schwerpunkt Nickel geschaffen wäre das wohlmöglich anders.

Schade.

So haben wir das Problem das fast alle seine Werke nicht abgeschlossen sind oder in Vergessenheit zu geraten drohen. Leider ist derzeit keine historisch-kritische Nickelgesamtausgabe in Sicht, aber immerhin ein schöner Band im Sallek Verlag kündigt sich an.

Was soll eigentlich Kellermann mit Robinson zu tun haben? Außer Nickel und Kohlhoff haben meines Wissens nur Steinmann und Tasche an der Serie mitgearbeitet.

Zyklotrop
10.06.2011, 05:58
Ich nehme mal stark an, er meint mit "Kellermann" Kohlhoff. ;)

Ich schätze den Kohlhoff-Robinson auch beinahe mehr als den Nickel-Robinson... das hatte Pfeffer! Wurde dafür auch bald indiziert. Wenn jemand unterschätzt wird, dann Kohlhoff.
Kohlhoff machte den Robinson alleine, Nickel kam erst später als Tuschzeichner (für Kohlhoffs Bleistiftvorzeichnungen) zum Einsatz, so gesehen gab es die "Übergangsphase". Nickel zeichnete ab Nr. 22 alleine, wenn mich mein Gedächtnis jetzt nicht allzusehr trügt.

Wünschenswert wäre eine (vielleicht neu kolorierte?) Robinson-Gesamtausgabe in Hardcover. Salleck, übernehmen sie!

Manx cat
10.06.2011, 07:23
Ich hab mich schon gestern abend darüber geärgert, dass ich versehentlich Kellermann getippt hab, aber da war der Rechner schon aus.

Kohlhoff war natürlich gemeint.

(Mit den gleichen Initialen kann man die aber auch leicht verwechseln.)

beatleswerner
10.06.2011, 07:32
Kohlhoffs Robinson war sehr actiongeladen, das führt leider dazu das die Geschichten schnell langweilen, wenn sie hintereinandergelesen werden, dies ist bei Nickel nicht mehr der Fall.

Manx cat
10.06.2011, 15:59
Nickel zeichnete ab Nr. 22 alleine, wenn mich mein Gedächtnis jetzt nicht allzusehr trügt.


Und wer schrieb?
Und wann kam der inhaltliche Bruch? Schrieb Kohlhoff für Nickel oder schrieb Nickel für Kohlhoff? Ganz klar ist mir das noch nicht.

Gerhard Förster
11.06.2011, 00:45
Und wer schrieb?
Und wann kam der inhaltliche Bruch? Schrieb Kohlhoff für Nickel oder schrieb Nickel für Kohlhoff? Ganz klar ist mir das noch nicht.

Kohlhoff und Nickel schrieben ihre Geschichten jeweils selbst. Und hier noch ein Auszug aus unserem großen Nickel-Artikel in SB 217:

"Das finanziell erfolgreichste Produkt des Gerstmayer-Verlags war ohne jeden Zweifel die ROBINSON-Reihe, für die Nickel schon als Kohlhoffs Urlaubsvertretung zwei Hefte nach dessen Bleistiftzeichnungen fertiggestellt hatte (Nickel tuschte Nr. 8 und 19). Als nun im Herbst 1955 Kohlhoff wieder seine frühere Arbeit bei der Berliner Kriminalpolizei als Tatortzeichner aufnahm, legte Gerstmayer die Gestaltung der Reihe ab Nr. 22 ganz in Nickels Hände. Dieser verwandelte ROBINSON innerhalb kürzester Zeit in das einzige ernsthafte Konkurrenzangebot des von Wäscher dominierten Markt der Abenteuercomics. Nickel zeichnete die Serie von Nr. 22–102 (September 1955 – Juli 1959). 1960 folgten noch zwei Nachzügler-Hefte (124–125)."

Klassikfreund
11.06.2011, 16:45
Wann kommen denn mal wieder Beiträge über amerikanische Comics ? In den ersten neuen Sprechblasen gab es Hal Foster, später ein wenig EC. Und heute ? Ich würde gern noch was über Frazetta, Alex Raymond oder die Warren und Skywald Horror Magazine lesen. Diese Sachen werden doch mehr denn je gesammelt, weil sie über Ebay und teils sehr schöne Gesamtausgaben leicht verfügbar geworden sind.
Lurchi und Mecki, hatten die nicht schon genug Raum ?

Klassikfreund
11.06.2011, 16:49
Man soll nicht von sich auf andere schliessen ;)
Also mich (Jahrgang 58) hat Wäscher kalt gelassen.
Wie Felix schon anmerkte, es gab genügend anderes Material. Bessy, Batman, Donald und Fix & Foxi prägten meine Kindertage.


Ich bin in Wien aufgewachsen, im 5. Bezirk. Da wurden die Trafiken und Romanschwemmen von den Wäscher Heften beherrscht. Ich glaube, das die sich einfach so gut verkauften, dass die Händler ihnen auch den meisten Ausstellungsplatz gaben. Außerdem wurde in der Schule heimlich getauscht: Für einen Sigurd GB musste man 4 oder 5 andere Heften hinlegen, die nicht von Wäscher waren. (Wobei wir ja nicht mal wussten, wer Wäscher war.Aber sein Stil war unverwechselbar.)

Gerhard Förster
12.06.2011, 02:59
Wann kommen denn mal wieder Beiträge über amerikanische Comics ? In den ersten neuen Sprechblasen gab es Hal Foster, später ein wenig EC. Und heute ? Ich würde gern noch was über Frazetta, Alex Raymond oder die Warren und Skywald Horror Magazine lesen.

Also über US-Comics haben wir doch immer was drin, nur geht´s halt meistens um Superhelden. Doch wir haben ja jetzt auch die Zeitungsstrip-Seite (im Harry-Teil). Zum Thema Prinz Eisenherz wird´s in der nächsten Ausgabe einen kleinen Artikel geben. Zu den EC Comics ist ein 2. Teil des Artikels aus SB 217 geplant (die Rohfassung existiert bereits). Frazetta, Raymond, Horror-Magazine... warum nicht? Aber da ist noch nichts in Planung.

Gerhard Förster
14.06.2011, 21:02
Ausnahmsweise bringe ich hier ein Posting aus einem anderen Thread dieses Forums nochmal, da ich es wichtig finde. Soll aber die Ausnahme bleiben!


habt Ihr mal darüber nachgedacht, die SB mit weniger Seiten zu produzieren und dafür öfters im Jahr erscheinen zu lassen?

Oliver hatte die Idee mehrmals, aber ich tu mir damit schwer, da wir aufgrund der relativ hohen Auflage mehreren Zielgruppen etwas bieten müssen. Außerdem gibt es ziemlich viele fixe Seiten, die bei jeder Ausgabe drin sein sollten (z.B. der Harry-Block, Fenrir etc.) und schließlich könnten wir das Heft ohne Werbung, die natürlich auch ihren Platz verschlingt, nicht finanzieren.

Und dann gibt´s noch private Probleme. Ich muss mich um ein Familienmitglied ziemlich intensiv kümmern. Manchmal hab ich auch Zeichenjobs, die wichtig sind wegen der Kohle. Und zudem schreibe ich die Artikel für die Michel Vaillant Alben von Mosaik.


wenn ich mir das mal so laienhaft vorstelle (du alle diese Artikel irgendwie auf der Festplatte fast fix und fertig hast), könnte man doch am PC mehrere Ausgaben (fast) fertig erstellen - anhand der vielen Artikel die verschoben werden bzw. dazu kommen. So müßte es doch möglich sein z.b. 6 statt 4 Ausgaben zu produzieren

Wirklich fertig sind keine unveröffentlichten Artikel, doch einiges ist ziemlich fortgeschritten. Trotzdem ist noch viel zu tun, was auch mit meinen hohen Ansprüchen zu tun hat. Oft bleiben die Dinge liegen, weil andere Artikel im Moment wichtiger erscheinen oder Aktualitäten eine Rolle spielen.

Dennoch sage ich nicht, dass eine öfter erscheinende Sprechblase mit geringerem Umfang unmöglich ist. Schließlich schaffen das z.B. die Belgier mit ihrem schönen Brabant Strip-Magazin seit Jahren problemlos. Und auch das alte Raaah! von Sackmann und Hörndl erschien recht oft und mit wesentlich dünnerem Umfang.

Ich sage bloß (und das ganz entschieden), dass das MIR nicht möglich ist, z.T. wegen der Tradition und Eigendynamik, die eine 36 Jahre alte Zeitschrift wie die Sprechblase nun mal hat...

... z.T. aber auch, weil ich mit meinen bald 56 Jahren nun mal nur bis zu einem begrenzten Grad flexibel bin. Ein Beispiel: Für mich ist es seit unserer ersten Ausgabe unabdingbar, dass ich das Layout selbst mache. Nur ich kann mit den Platzproblemen zurecht kommen, nur ich weiß, welche Abbildungen größer und welche kleiner kommen sollen oder – falls nötig – rausfliegen dürfen. Wenn ich das auslagere, dauert es 3x solange, da ich dann alles umständlich erklären muss.

Ist doch gut nachvollziehbar, oder? Dennoch ist es bloß das "System Förster", denn z.B. Martin Jurgeit hat bei der Comixene die Grafik komplett ausgelagert und kommt bestens damit zurecht.

Also: Ich tu mein bestes und gehe auch auf eure Wünsche so gut wie möglich ein, doch ich kann nun mal nur nach dem "System Förster" arbeiten.

G.Nem.
15.06.2011, 00:27
:faga1::D

Mervyn
15.06.2011, 17:19
Das "System Förster" macht mir die Sprechblase gerade so sympathisch ;)

Neander
16.06.2011, 01:15
Und wenn dann "Systemsympathisanten" und "Systemkritiker" in Sachen "Ausgewogenheit der Sprechblase" weiterhin fleißig in harmonischen und konstruktiven Konsens miteinander treten, braucht einem um die "ultimate" Zufriedenheit der meisten SB-Leser in Zukunft nicht mehr bange zu sein. ;)

hipgnosis
16.06.2011, 11:08
Noch einen kleinen Nachgedanken zum Thema dünner aber öfter.

Man muss bei so einem Schritt auch wirklich den Mehraufwand von Zeit und Geld genauestens mitkalkulieren, zumal ja der Verkaufserfolg nicht automatisch mit Einzug hält.

Im Detail sieht das denn so aus:

- in der Produktion werden die Seitenpreise deutlich teurer, denn Mehrseiten sind nicht die grosse Sache.

- weiterhin sind 6 dünnere Ausagen ohnehin teurer wie 4 dickere - denn jeder neue Druckprozess bringt eben richtig viel Basiskosten mit (Einstellung der Druckmaschienen, Druckplatten-Erstellung, Kontrollverfahren-Proofs-Aushänger usw..)

alleine daraus würde sich in Summe schon ein höherer Ausgabepreis pro Magazin ergeben.

- hinzukommen würden die deutlich steigenden Versandkosten



auf der arbeitszeitaufwendigen Seite stehen dann eben auch noch,

- engere Produktionszeiträume

- mehr Mitarbeiter oder noch mehr Vorarbeit, gerade bei Rechercheaufwendigen Reportagen

- der Versender (Oliver für Deutschland) bekommt 50% Mehrarbeit


Das ganze würde ich nicht riskieren - ausser man hat wirklich einen derart hohen Abverkauf, daß sich der Aufwand und das Geld lohnt.
Dann lieber die Tradition halten - und auch mal an sich selbst (Gerhard) denken. ;)

zaktuell
16.06.2011, 20:10
Das stimmt aber so nicht ganz. In Bezug auf höhere Versandkosten, zB: Natürlich kosten 6 Ausgaben mehr als 4. Aber: Je mehr Ausgaben erscheinen, umso mehr verteilt sich die Jahresgebühr, so dass die Versandkosten je Ausgabe geringer werden. Ausserdem gehts auch nach Gewicht, so dass dünnere = leichtere Ausgaben weniger Porto kosten als dickere. Inwieweit das (6x dünnere Ausgabe) also unterm Strich tatsächlich mehr (als 4x dickere) Versandkosten wären und wieviel Unterschied das macht, müsste man erstmal genauer prüfen. Hinzu kommt: Wenn man 4x Dicke Ausgabe pro Jahr wiederholt nicht schafft, besteht die Gefahr, dass die Post den Vertrag irgendwann kündigt. Dann müsste anders (und dann deutlich teurer) versand werden. Schafft man bei 6x Dünn aber nur 5 Ausgaben im Jahr, wärs nicht wild, denn der Vertrag spricht von 'mindestens einmal pro Quartal', nach oben im Prinzip offen.

Zyklotrop
17.06.2011, 00:04
Diese nervenzerfetzenden ausführlichen Portokosten- und Erscheinungsrhythmus-Diskussionen aus dem alten Forum hatte ich schon schmerzlich vermisst. Wer will da schon über die im Vergleich stinklangweiligen Comics und Artikel diskutieren? :p
Der Pony-Express bietet meines Wissens die günstigsten Versandkonditionen. Auf 800 ausgelieferte Sprechblasen kommen lediglich zwei Sack Hafer für das Pferd und eine Dose Bohnen mit Speck für den Kurier.

Ich bin mit dem Status Quo ganz zufrieden, an zwischenzeitlichem Lesestoff mangelt's ja dank HRW-Magazin und Sammlerherz keineswegs.

Klassikfreund
17.06.2011, 16:51
wenn man die Sprechblase aufmerksam liest, auch die Artikel die nicht aus dem eigenen Fachgebiet stammen, hat man eine ganz Menge zu tun. Da fehlt es so schnell nicht an Lesestoff.

hipgnosis
17.06.2011, 17:00
Diese nervenzerfetzenden ausführlichen Portokosten- und Erscheinungsrhythmus-Diskussionen aus dem alten Forum hatte ich schon schmerzlich vermisst.

Stimmt du hast recht - sind schon fast genauso alt, wie die immer widerkehrenden Wäscher-Essays. :D:D

zaktuell
17.06.2011, 19:20
(...)
Der Pony-Express bietet meines Wissens die günstigsten Versandkonditionen. Auf 800 ausgelieferte Sprechblasen kommen lediglich zwei Sack Hafer für das Pferd und eine Dose Bohnen mit Speck für den Kurier. (...)

Das Problem dabei: Der Pony-Express liefert mWn nur in den USA. Da haben wir zwar auch ein paar Abonnenten, aber die allermeisten Sprechblasen verbleiben doch in der alten Welt...

Neander
17.06.2011, 21:15
Zurück zum Thema, bevor jetzt Jemanden gar noch der Hafer sticht ... :D

"Pony-Express" war in diesem Zusammenhang doch schon einmal ein gelungenes Stichwort. Ob Western von Gestern oder sonstwoher, das ist meiner Meinung nach ein Thema, das noch immer jede Menge Stoff hergibt. Die Infos und Artikel wie in der SB Nr. 221 über "Zorro" oder vorher über "Hombre" und "Lassiter" fand ich sehr gelungen und sicherlich gibt es bei diesem Genre noch etliche weitere "Äcker und Wiesen", die "bearbeitet bzw. abgegrast" werden wollen.

ELDORADO
17.06.2011, 22:18
Gab es eigentlich überhaupt schon mal einen umfangreichen und übergreifenden Artikel bzw. eine Artikelserie zu den gesammelten Bastei-Westernserien?

Bessy, Silberpfeil, Lasso, Buffalo Bill, Schwarzer Wolf, Bonanza, Jerry Spring, Flammender Speer...
Das Segment dürfte doch Mitte der 70er Jahre einige der hochauflagigsten Reihen überhaupt hervorgebracht haben.

Klassikfreund
17.06.2011, 22:27
Für meinen Geschmack wurden und werden solche Bastei Themen seit mehreren Jahren im Übermaß behandelt.
Die Nostalgie mag es erklären, aber die meisten Sachen waren nicht nur zeichnerisch Mittelmaß, sondern textlich auf Grundschulniveau.

FrankDrake
18.06.2011, 03:19
........aber die meisten Sachen waren nicht nur zeichnerisch Mittelmaß, sondern textlich auf Grundschulniveau.

Das war ja genau die Zielgruppe.

Zyklotrop
18.06.2011, 04:02
Wohl wahr. Trotzdem sind immer wieder trotz Bastei-Verstümmelungen Gustostücke zu entdecken, und damit meine ich keineswegs nur die frühen Vandersteen-Bessys. Auch die Spätphase (ca. 800er-Nummern) war interessant, da neue Nebencharaktere eingeführt wurden wie das Mädchen Kitty.

Über Schwarzer Wolf-Zeichner Kline ist meines Wissens ein separater Artikel in Vorbereitung, Flammender Speer wird höchstwahrscheinlich im Rahmen der Pif Gadget-Artikelreihe berücksichtigt. Sonst sind mir keine konkreten Pläne zu einer der genannten Serien bekannt.

Klassikfreund
18.06.2011, 08:24
Mir hat die Verstümmelung des Roten Korsaren und der Buck Danny sehr wehgetan. Bei letzterer waren die Abenteuer zwar nur bunt gemischt und nicht gekürzt, aber der Text war sehr schlicht gehalten.
Doch der Frank Drake hat auch recht. Man muss die Sache aus dem Blickwinkel der damaligen Zielgruppe sehen.

ELDORADO
18.06.2011, 14:13
Ich lese ja so ziemlich alles an Sekundärliteratur, aber auf das Klubmagazin der Bastei-Freunde hab ich bisher verzichtet,
da mich da immer nur einzelne Themen interessieren würden.

Kann denn jemand was zu Umfang und Qualität der Artikel sagen?
Die Hefte zu "Phantom" oder "Kung-Fu" etwa würden mich schon reizen,
da man zu diesen Serien sonst halt nicht viel findet.

Neander
18.06.2011, 15:25
Speziell als Kenner dieser beiden Serien etwas dazu sagen könnte Martin Hilland, den ich per Zufall gerade vor seiner Abreise gesprochen habe. Immerhin erhielt ich "zwischen Tür und Angel" noch die Information, dass "Phantom" in Bastei-Freunde-Clubmagazin Nr. 26 und "Kung Fu" in Magazin Nr. 30 abgehandelt wurde, was die Suche nach diesbezüglichen Artikeln zumindest schon einmal etwas eingrenzt. Mir liegen die o. g. Magazine leider auch nicht vor.

Klassikfreund
18.06.2011, 20:36
Ich lese ja so ziemlich alles an Sekundärliteratur, aber auf das Klubmagazin der Bastei-Freunde hab ich bisher verzichtet,
da mich da immer nur einzelne Themen interessieren würden.

Kann denn jemand was zu Umfang und Qualität der Artikel sagen?
Die Hefte zu "Phantom" oder "Kung-Fu" etwa würden mich schon reizen,
da man zu diesen Serien sonst halt nicht viel findet.

Ich habe mir einmal mehrere Hefte des Magazins gekauft, die zu meinen Interessen passten. U.a. das mit Rex Danny.
Sie waren alle eine Enttäuschung, grafisch bescheiden, inhaltlich total oberflächlich oder Nachdruck aus anderen Magazinen (Felix Artikel als Comixene, wenn mein Gedächtnis nicht trügt.) Schliesslich habe ich für mich das Fazit gezogen, dass diese Zeitschriften zum Niveau der Bastei Hefte passen und sie weggeworfen.

zaktuell
18.06.2011, 20:43
Vernichtender kann ein Urteil kaum sein...

Zyklotrop
18.06.2011, 21:19
Ganz so schlimm ist es nicht, man findet durchaus auch Namen, die für Qualität bürgen wie z.B. Ulrich Wick. Oder Romanexperten wie Helmut Rohde.
Bei vielen Artikeln ist es aber leider so, daß man sich endlos in Nebensächlichkeiten wie Titelkopf-Änderungen, Rätsel-/Witzseiten u.ä. verliert und der Leser letztlich zu wenig über die enthaltenen Comics erfährt. Der Vorwurf der Oberflächlichkeit trifft leider öfters zu. Trotzdem ist immer noch viel interessantes zu finden wie Interviews mit den damaligen Redakteuren, die Buffalo Bill-Ausgabe enthält z.B. einige Seiten einer BB-Story, die seinerzeit von Bastei weggelassen wurden.

Gerhard Förster
19.06.2011, 20:37
Ich hoffe, ich bin nicht zu leichtsinnig, wenn ich Euch verrate, dass ein großer Artikel über die französische Comiczeitschrift Vaillant, später Pif Gadget (dem Vorbild von Yps) in Vorbereitung ist. Vermutlich wird er in der übernächsten Nummer starten (kann ich aber nicht garantieren, es kann auch später werden!) und um die drei Teile haben. Beim Umfang des Themas ist ein Teil nicht möglich, aber ich möchte die einzelnen Teile in Phasen einteilen, so wie wir es bei der Lurchi-Serie auch machen, wo man jeden Teil problemlos für sich lesen kann.

Und warum ist das Thema interessant? Nicht nur wegen der spannenden Geschichte der Zeitschrift, die schon am Ende des Zweiten Weltkriegs begann, auch deshalb, weil viele Serien aus dem Magazin (z.B. Flammender Speer) auch bei uns erschienen sind. Auf die uns bekannten Reihen wird natürlich in besonderer Weise eingegangen.

FrankDrake
20.06.2011, 05:23
Hört sich gut an, vielleicht eine Ausgabe mit Gimmick?