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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf Splashcomics: Horrorschocker 24 [I] [Splashcomics - Rezensionen]



Bernd Glasstetter
13.01.2011, 00:10
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Auf der einen Seite sind Horror- und Gruselgeschichten von jeher am besten in Kurzgeschichten aufgehoben. Denn wer gruselt sich noch nach 150 Seiten? Somit schon mal ein eindeutiges Plus für die Heftreihe von Weissblech Comics, die seit Juni 2004 ihr Unwesen in deutschen Kiosken treibt. Andererseits tut sich das Medium Comic aus der Natur der Sache heraus sehr schwer mit Horrorthemen. Schließlich ist man über das Geschehen im wahrsten Sinne des Wortes bestens im Bilde. Und was man schon kommen sieht, davor fürchtet man sich schon nicht mehr. Das es den Horrorschocker-Heften dennoch gelingt auch hier manches Mal einen wohligen Grusel zu erzeugen, ist dann schon nicht mehr so selbstverständlich.

Nachdem die letzten beiden Bände eher durchwachsene Kost boten, weiß Horrorschocker 24 wieder mit allen Qualitäten der hammerharten Reihe aufzutrumpfen. Diesmal enthält das Heft zwar lediglich zwei Geschichten aus dem reichhaltigen Repertoire des Fährmannes Charon. Dafür ist gleich die allererste extra lang geworden. Nach Aussage von Herrn Kurio, wie sie auf dem Cover prangt, auch die längste bisher erschienene Horrorschocker-Geschichte.

Indem Autor und Zeichner Levin Kurio das Geschehen in das finstere Mittelalter Norddeutschlands versetzt, in eine Zeit voller Aberglauben, Furcht und Endzeiterwartung, entsteht fast automatisch ein stimmungsvoller Rahmen für die Zombiegeschichte. Auch die Verknüpfung mit den Marschen und Sumpfgebieten passt genauso hervorragend, wie die Einbindung fanatischer Flagellanten und so wird man bereits ab den ersten Seiten in die Erzählung gesogen. So entsteht eine schön düstere Mittelaltermär, bei der die Wiedergänger vorwiegend den Rahmen bilden, für die Konflikte der Zeit und der handelnden Personen. Damit steht Der Reiter der Apokalypse in der guten Tradition klassischer Zombiegeschichten und hat einen deutlichen sozialkritischen Zug, gerade was die Themen Fanatismus und Toleranz gegenüber Andersdenkenden angeht

Mit sieben Seiten etwas schmaler, aber dennoch nicht an den Rand gedrängt, ist die zweite von Kolja Schäfer und Levin Kurio kreierte Geschichte in Horrorschocker. Dabei ist der Name Programm. Gestrüpp gelingt es, nicht nur mit den Zeichnungen von Schäfer zu überzeugen, sondern auch durch ein guten Dreh beim Ende. Die Geschichte lässt den Grund für die Geschehnisse absolut offen und ist gerade deshalb so gut und überzeugend. Man bekommt allein ein paar versteckte Andeutungen geboten, den Rest muss der Leser für sich selbst ergründen. Mehr Erklärungen hätten die Erzählung dabei nur kaputt gemacht. So stellt sie aber die perfekte Ergänzung zur, allein durch den Umfang dominierenden, ersten Geschichte her.

Der Versuch auch mal eine längere Handlung in der Horrorschocker-Serie zu etablieren, kann als gelungen bezeichnet werden. Damit wird es in Zukunft wohl nicht immer nur "kurz-und-knackig" geben. Und wo gerade von Zukunft die Rede ist ... der Tusch für die nächste Ausgabe hat bereits begonnen, die eine satte Jubelnummer wird. In 2011 wird die Reihe auf respektable 25 Ausgaben zurückblicken können. Neben den üblichen Horrorgeschichten erwartet den Leser dann laut Ankündigung ein Blick hinter die Kulissen des kreativen Treibens von Weissblech Comics und der Serie Horrorschocker. Erwartungsvolle Spannung ... check!!!




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