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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf Splashcomics: Die Hardcore-Abenteuer von Kala 1 [Splashcomics - Rezensionen]



Bernd Glasstetter
08.01.2011, 00:30
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Der Druck war einfach zu groß. Die ersten Geschichten um die dralle, splitterfasernackte Blondine, die auf einem Tyrannosaurus Rex reitet, erschienen an obskuren Stellen, die längst in den Kisten der Liebhaber verschwunden sind. Und auf dem Sammlermarkt tauchen sie selten bis nie auf. Wer hat schon Hefte wie Schwarzweiss Comickult #1, wo 2002 Kala das Licht der Comic-Welt erblickte? Oder XXX-Comics #1, wo die Story Gefangen auf dem Schreckensfelsen erstmals erschien, in der Kala von Flugechsen entführt und von einem kräftigen, gut gebauten Urmenschen gerettet wird, dessen "fleischigen Schwanz" sie "hart und gross" macht und derlei anregende Dinge mehr? Nicht viele, also sah sich Levin Kurio, der Großmeister im Hause Weissblech, gezwungen, die alten Zeichnungen aus den Schubladen zu holen und diese Sammlung zu veröffentlichen.

Deswegen ist es auch zu verschmerzen, dass Die Hardcore-Abenteuer von Kala keine neuen Geschichten beinhaltet. Die versammelten Stories erschienen kreuz und quer durchs Weissblech-Programm, also auch in Heften, die nur für Erwachsene sind. Deshalb ist auch diese Collection nur für Leser ab einem Alter von 18 Jahren gedacht. Zwei der Stories haben es mächtig in sich, was den Porno-Level betrifft. Neben der bereits erwähnten Geschichte geht es auch in Die Kraft des OG kopuliertechnisch eindeutig zur Sache.

Kala ist inspiriert von den alten Dschungelcomics, wobei Kurio in seinem Artikel über die Entstehungsgeschichte der Serie sogar Frank Frazettas Thun'da nennt. Man muss aber weder Frazettas Dschungelserie, noch Sheena, Queen of the Jungle, noch Nyoka, Lorna, Rima oder Rulah kennen, um die Kala-Comics genießen zu können. Diese alten Comics, die teilweise aus dem Golden Age der US-Comics stammen, sind in ihrer Erotik und Exotik sehr dezent. Die knackigen, herben, teilweise brutalen und stellenweise etwas pornografischen Comics in diesem Weissblech-Heft kann man am ehesten mit Budd Roots Cavewoman vergleichen, dessen Heldin mitunter auch nackt porträtiert, aber deren Erotik vorwiegend über Pin-Up-Posen transportiert wird und die nicht so gewalttätig zur Sache schreitet wie Kala.

Die Zeichungen von Kurio und Wittek sind allesamt höchst gelungen. Die Lektüre macht mächtig Spaß, und wie schon bei Derber Trash, einer anderen Sammlung von alten Geschichten aus der Casa Weissblech, gibt es einen lobenswerten Zusatzartikel vom Maestro persönlich sowie eine doppelseitige Landkarte der Welt von Kala, auf der die Schauplätze der Geschichten von Kalas Wanderung in chronologischer Reihenfolge eingezeichnet sind.




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