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Bernd Glasstetter
04.01.2011, 00:50
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Mit Switch Girl!! kommt das Hauptwerk der noch jungen Mangaka Natsumi Aida nach Deutschland, die bislang hierzulande nicht groß in Erscheinung getreten ist. Die Serie erscheint seit 2007 im japanischen Manga-Magazin Margaret. Bereits mehr als zehn Sammelbände liegen im Original vor.

Schon das Cover verrät, dass man es hier mit einem interessanten Manga zu tun hat. Nika ist im Vordergrund im schönen On-Modus darstellt und im Hintergrund im Off-Modus-Jogging-Outfit, aus einem Topf schlabbernd am Boden sitzend. Befindet sie sich im Off-Modus, ist das 17-jährige Mädchen in einem reduzierten cartoonartigen Stil gezeichnet: eine Pudelmütze, eine Brille, die die Augen verdeckt, verfranzte Klamotten, speckig und unansehnlich. Ist sie hingegen im On-Modus, sieht sie perfekt aus, trägt reizende Kleidung und hat einen niedlichen Wimpernschlag.

Switch Girl!! ist ein Romance-Manga, der sich sichtbar von dem üblichen Liebeseinerlei abhebt. Insbesondere die Janusköpfigkeit der Protagonistin sorgt für mächtig viel Unterhaltung. In dem Verhalten von Nika, wenn sie zu Hause ist, dürfte sich so manches Mädchen (oder manche Frau und sicher auch so mancher Mann) wieder erkennen. Was manche nur an seltenen Sonntagen praktizieren, wenn sie den ganzen Tag im Schlafanzug herumrennen, sich nicht waschen oder rasieren, die Haare auch zum Abendessen noch in alle Richtungen von Kopf abstehen und man abends auf der Couch liegend denkt, man hätte doch die Socken wechseln sollen, das macht Nika täglich und so oft es geht. In ihrer Bude sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. Und das gilt nicht nur in puncto Unordnung, sondern auch für Müll. Da ist der Fußboden schon mal übersät von Porenpflastern, die es nicht bis zum Mülleimer geschafft haben, oder ein Duft von fischigem Fastfood schwängert die Luft.

Immer wieder schiebt die Zeichnerin sogenannte Begriffserklärungen à la Switch Girl!! ein. Da wird unter der Überschrift Aufbrauchen erklärt, wie man aus Zahnpasta-Tuben oder Plastik-Mayo-Flaschen den letzten Rest herausquetschen kann, um so Geld zu sparen. Oder das Outfit für zu Hause kann schon mal aus einem Pyjama bestehen, bei dem Ober- und Unterteil nicht zusammenpassen oder aus einem uralten Nachthemd, das vom vielen Waschen wie ein verblasster Sträflingsanzug aussieht. Vieles, was Natsumi Aida mit Nika darstellt und auslebt, ist direkt aus ihrem eigenen Leben gegriffen. Das gibt sie oft direkt zu erkennen, und das macht die Figur so sympathisch und realistisch.

Zur doppelbödigen Lebensweise gesellt sich die Liebesgeschichte mit Arata, der ebenfalls zwei "Gesichter" hat, nur dass es bei ihm fast andersrum ist. Er ist privat ein toller, schöner Typ und in der Schule macht er sich so hässlich wie möglich.

Dazu kommen jede Menge Nebenpersonen, die jedoch alle etwas blass bleiben. Nur die ebenso durchgeknallte Mutter Nikas bleibt länger im Gedächtnis haften. Jedenfalls wird im ersten Band der Grundstein gelegt für so manche heitere Episode aus dem Leben der sympathischen Schülerin. Man kann gespannt sein, wie es sich entwickelt.





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