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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf Splashcomics: Klezmer 3: Diebe, alles Diebe! [Splashcomics - Rezensionen]



Bernd Glasstetter
30.12.2010, 00:40
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Joann Sfar und kein Ende. Der französische Autor und Zeichner unzähliger Serien wie Die Katze des Rabbiners (avant-verlag) und Projekten mit anderen Autoren wie Donjon mit Lewis Trondheim (Reprodukt) ist aus der Comicszene nicht mehr wegzudenken. Nun geht die absurd-historische Klezmer-Reihe (avant-verlag) in die dritte Runde: Diebe, alles Diebe! ist zugleich der siebte Teil der avant-verlag-Reihe Kollektion Levitation, in der Graphic Novels namhafter Autoren wie Gipi in einem handlichen Format erscheinen.

Man kann Diebe, alles Diebe! zwar auch ohne Vorkenntnisse der vorangegangenen Bände lesen, aber zum besseren Verständnis ist es doch empfehlenswert. Nachdem Sfar die absurde "Origin-Story" der Klezmer-Kombo im ersten Teil abgeliefert hatte, hat der Autor im zweiten Teil eine ausschweifende Geburtstagsfeier zelebriert. Die Gründung der Künstler-Republik die dann im dritten Teil vollzogen wird, wurde bereits am Ende des zweiten Bandes angedeutet.

In Diebe, alles Diebe! konzentriert sich Sfar zunächst ganz auf die Kommune und fabuliert rund herum erneut absurd-aberwitzige Episoden einzelner Figuren, die abwechselnd in verschiedenen Konstellationen oder allein Abenteuer erleben. Sfar erweist einmal mehr als fabulierfreudiger Erzähler. Was man als Leser eventuell vermissen könnte, ist ein Tiefgang: Die Erzählung bleibt doch banal und bietet abgesehen von der historischen Kulisse und den Einblicken in die jüdische Kultur kein "food for thought".

Sfars skizzenhafter Strich, der oft nur andeutet und vieles ausdrucksstark widergibt ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Die krakeligen Striche und die "unplatzierte" Kolorierungstechnik durch nuancenreiche Aquarellfarben sind vielleicht für den einen oder anderen Comicleser gewöhnungsbedürftig. Insgesamt fügen sie sich aber dennoch passend zur Erzählung ein.

Im Anhang befinden sich neben Skizzen noch anekdotenhafte und/oder detailierte Reiseerlebnisse des Autors über Odessa. Die zum Teil illustrierten Eindrücke sind ganz nett, können aber nicht mit den interessanten Ausführungen Sfars über die Aquarellmalerei im Anhang von Band 2 Alles Gute zum Geburtstag, Scylla!. Besser sind dann schon die Anmerkungen über den Zionismus und das Judentum, die auf die Odessa-Erlebnisse folgen. Abschließend gibt es dann noch Auqarell-Bilder.





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