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Bernd Glasstetter
30.12.2010, 00:40
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Man nehme: ein Greenhorn im Wilden Westen (Johnny Hamilton), ein Halbblut-Schamane (Samuel), einen raubeinigen, aber kumpelhaften Trapper (Jim Bridger), verfrachte diese Mischung in eine unwirtliche, aber schöne Western-Landschaft und würze das Ganze mit einem mysteriösen Buch, einem alten Indianer-Fluch und einem Bösewichter-Trio Marke "Hand des Teufels". Und fertig ist Badlands.

Schon auf den ersten Seiten wird schnell klar, dass das Szenario von Axel Gonzalbo kein Klischee auslässt. Die gesamte Geschichte wirkt sehr gefällig und nicht sonderlich originell. Der Mix aus Western und Mystery/Horror/Okkultismus dürfte für viele dennoch eher neu und ungewöhnlich sein. Nicht jeder kennt Kult-Schriftsteller wie den Texaner Joe R. Lansdale, der auch im Medium Comic zu Hause ist (Jonah Hex, Lone Ranger).

Die Handlung ist für sich genommen ziemlich dünn, denn es passiert nicht sonderlich viel. Johnny Hamilton kommt nach Deadwood und wird verfolgt. Dazwischen kommen immer wieder seine Häscher, die schwarzen Reiter (Tolkien lässt grüßen), daher und versuchen ihm den Garaus zu machen. Hier muss man wissen, das Badlands eigentlich Band 7 der Serie Corpus Hermeticum ist. Eine Mystery-Serie, die in verschiedenen Epochen der Zeit spielt und als verbindendes Element eben jenes Buch hat, das Hamilton in der Hütte des Vaters findet. Der erste Band dieser Reihe ist 2008 bei Kult Editionen erschienen. Band 2 wurde übrigens auch von Axel Gonzalbo getextet. Keine Bange, man kann Badlands aber auch recht gut als eigenständiges Album lesen, aber bei der Ehapa-Präsentation geht ein gewisser übergreifender Aspekt verloren.

Die Zeichnungen von Cassini versöhnen jedoch. Er setzt sehr schön das um, was man unter einer dreckigen Westernatmosphäre versteht. Der Liebreiz liegt hier im Detail: Cassinis Deadwood ist wirklich ein kleiner Sündenpfuhl. Hier werden Abgeknallte in einem offenen Sarg zur Schau gestellt. In einem Panel kotzt ein Besoffener auf die staubige Straße. Ein paar Seiten weiter bekommr in einer Seitengasse ein Cowboy von einer Hure einen geblasen. Und die obligatorische Schlägerei im völlig verrauchten Saloon fehlen ebenfalls nicht. Darüber hinaus ist die unheimliche Atmosphäre der Geschichte treffend inszeniert und an den gezeichneten Figuren ist nichts auszusetzen. Lediglich die Computer-Kolorierung von Gonzalbo, die etwas steril und unpassend wirkt, trübt den positiven Gesamteindruck der Zeichnungen etwas.




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