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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf Splashcomics: DC Premium 70: Justice League: Cry for Justice [Splashcomics - Rezensionen]



Bernd Glasstetter
24.12.2010, 00:20
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Darf man das angesichts wöchentlich erscheinender Superheldengeschichten wirklich sagen? Justice League: Cry for Justice ist eines der besten Superheldenabenteuer überhaupt. Starautor James Robinson schickt viele Helden in ein wahres Martyrium. Das Abenteuer ist düster, brutal und blutig. Manche Helden werden psychisch geschädigt daraus hervorgehen, manche physisch. Die Gegner werden brutaler und der starke Kodex der Helden ist veraltet. Ausgerechnet einer derjenigen, der den Kodex hoch hält wird am Ende dazu genötigt einen drastischen Schnitt zu begehen. Wer, sei hier nicht verraten. Die Leser und Fans werden sich von einigen Charakteren verabschieden müssen. Robinson kann man aber auch nicht hoch genug loben, dass einige fast vergessene Helden wie etwa Congorilla wiederbelebt werden. Auch die Dialoge sind hervorragend. Wie sich die beiden Grünen Legionäre bekabbeln ist herrlich. Auch wie Supergirls Hormone im Angesicht eines Helden langsam in Wallung geraten, ist köstlich. Dabei ist das ganze Album nicht nur auf den Effekt ausgerichtet, sondern auch psychologisch stimmig. Wie sich die Charaktere im Laufe der Storyline ändern (und damit auch das DC Universum) ist glaubwürdig und nachvollziehbar. Keiner kommt hier ungeschoren davon. Es werden viele Verluste besonders psychischer Art auftreten.

Die Zeichnungen sind wahre fotorealistische Gemälde, die dazu einladen jedes einzelne Panel länger zu betrachten. Die Frauen sind sexy wie nie, die Städte selten abseits von Batman in so düsteres Licht getaucht und die vielen Perspektivenwechsel geben ein hohes Tempo vor. Manchmal sind etwas viele Panel auf einer Seite, welches die Übersichtlichkeit erschwert. Auch das Format ist an manchen Stellen von Nachteil, denn einige Panel greifen auf die andere Seite über und sind wegen der Bindung kaum zu erkennen. Trotzdem ist jedes Bild von Mauro Cascioli ein kleines Meisterwerk.


Zu fast jedem Kapitel gibt es einen Kommentar von James Robinson über seine Motive, Herangehensweise und Informationen zu einigen Helden und Schurken, welche sehr sinnvoll sind. Einige sind schließlich neu (wie Batwoman) und andere kaum bekannt (Starman) oder fast vergessen (Congorilla). Getreu der Originalveröffentlichung sind die Anmerkungen an jedem Kapitelende platziert. Leider stören sie dadurch in gesammelter Form etwas den Lesefluss. Dennoch sind sie aufgrund der Fakten, der Selbstkritik und der Selbstironie unverzichtbar. Aber auch Leser, die nicht die letzten Dauerkrisen der Helden verfolgt
haben, können mit diesem Band etwas anfangen. Außerdem bieten sie auf zwei Seiten neue Originstories, verfasst von Lein Wein. Eine Frage stellt sich aber, wenn man die Ereignisse in dem Band betrachtet: wo ist Superman? Aber mit ihm hätte das ganze wohl nicht funktioniert. Es wäre aber interessant gewesen ihn psychisch brechen zu sehen.



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