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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf Splashcomics: Agent Alpha 10: Fucking Patriot [Splashcomics - Rezensionen]



Bernd Glasstetter
11.12.2010, 02:24
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Die Geschichte des gebürtige Moskauers Juri Schigunow liest sich mindestens genauso abenteuerlich wie seine Comics. Seine Comiclaufbahn begann 1989, aber die Möglichkeiten der Veröffentlichung waren in der ehemaligen UdSSR, gelinde ausgedrückt, spärlich. 1993 entschied sich Schigunow dazu, sich bei westlichen Verlagen zu bewerben. Er ging volles Risiko ein, indem er ausgestattet mit geborgtem Geld und dem Comic Kriwtsows Briefe (comicplus+) nach Brüssel ging und dort bereitwillig von den Editions du Lombard als Zeichner angenommen wurde.

Nun ist bei comicplus+ der zehnte Band von Agent Alpha erschienen, der den Titel Fucking Patriot trägt. Damit beginnt der russische Zeichner einen zweiten Zyklus des fesselnden und hyperrealistischen Agententhrillers nach einem eigenen Szenario. In der Serie geht es um die Abgründe der Welt- und Innenpolitik sowie um den riskanten Alltag des Geheimdienstes. Komplexe Verstrickungen und eitle Persönlichkeiten sind auch in Fucking Patriot an der Tagesordnung. In einem Strudel aus Macht, Geld und Verschwörungen analysiert und kommentiert der Autor die Gegenwartpolitik und die internationalen Beziehungen.


Dabei erinnert der stoische, mit allen Wassern gewaschene und wohlhabende Titelheld unmittelbar an Largo Winch (Alles Gute!). Die Actionsequenzen sind spärlich und ebenfalls äußerst realitätsnah gehalten. Das Augenmerk liegt eindeutig auf "Thriller" und weniger auf "Action", was der Serie viel an Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht. "So oder ähnlich könnte es tatsächlich geschehen", mag man sich bei der Lektüre denken.


Die Zeichnungen fallen hyperrealistisch aus, was dem fest in der Realität verankerten Szenario entspricht und es zusätzlich unterstreicht. Vor allem die Gesichter sind beeindruckend gezeichnet. Auch die Farbgestaltung weist überaus realistische Elemente wie E-Mail- und PC-Design oder Lichteffekte auf. So erweist sich der Thriller gleichzeitig auch als Gegenwartscomic, der nebenher aufzeigt, wie unsere Alltagskultur aussieht.





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