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Bernd Glasstetter
07.12.2010, 02:24
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Wer Wind sät ist das dritte Album in der Edition Solitaire von Finix Comics. In ihrer Reihe sind bisher schon Mit fremder Feder und Quintos erschienen, wobei der erste Titel einen angenehmen Eindruck hinterließ, aber inhaltlich etwas hinter seinem Potential zurückblieb, und der zweite dann voll und ganz überzeugen konnte.

Alle zusammen erscheinen im Hardcover-Überformat mit Spotlack. Finix grenzt diese abgeschlossenen Titel damit vom Restprogramm allein schon durch das Format und Erscheinungsweise ab. Und auch inhaltlich können die Edition Solitaire-Titel eher zu Graphic Novels gezählt werden, als die restlichen franko-belgischen Genrecomics aus dem Finix-Programm.


Der bemerkenswerte Zeichner Cyril Bonin konnte bereits zusammen mit dem Autor Roger Seiter durch die Mystery-Thriller-Serie Fog oder durch seine Arbeit mit Frank Giroud in Quintett (beide comicplus+) aufmerksam machen. In Wer Wind sät pflegt er erneut seinen unverwechselbaren Stil, der sich aus einem leicht karikierenden Strich und einer atmosphärisch unnachahmlichen, dichten Kolorierung auszeichnet.


Der talentierte Szenarist Laurent Galandon ist hierzulande leider noch unbekannt, obwohl er im franko-belgischen Gebiet erste Akzente durch L'enfant maudit, wo er die 68er Bewegung in Frankreich thematisiert, oder seinem Debüt Le cahier à fleurs, einer Arbeit mit der Zeichnerin Viviane Nicaise über den Genozid 1915 am armenischen Volk, setzen konnte. In Wer Wind sät vermischt er gekonnt historische Arbeiterkultur (Bergbau) mit der Kultur der Roma und einem leicht phantastischen Einschlag (Geister).


Wie die anderen Edition Solitaire-Titel auch, enthält Wer Wind sät ein üppiges Bonusmaterial: Neben einer Vorstellung der beiden Comicschaffenden gibt es noch einen ausführlichen redaktionellen Teil über den Bergbau des 20. Jahrhunderts und die Kultur der Sinti und Roma. Abgerundet werden die sehr interessanten und reich illustrierten Texte durch Skizzen Bonins.





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