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Hate
09.05.2001, 08:40
Volksblatt Würzburg (http://www.volksblatt-wuerzburg.de/nl2view/?id=D3M9U), 8.5.2001, Wolfgang Oechsner
Die Ausstellung von Marlene Neckermann eröffnet in Markt Einersheim die Reihe „Kultur im Rathaus“.

Marlene Neckermann - die Boulevard-Presse in der Landeshauptstadt kürte sie einst zur „erotischen Malerin von München“. Zwei Mappen mit Zeitungsausschnitten zeugen von aufregenden Jahren; Arm in Arm mit Jet-Set und Bussi-Gesellschaft.

„Mein Name stand meist in den Klatschspalten“, sagt die gebürtige Würzburgerin - leider; „im Feuilleton wäre ich lieber aufgetaucht“. Marlene Neckermann ist anerkannte, vielseitige Künstlerin. Kinderbücher hat sie illustriert, Fix und Foxi Sprechblasen, Farbe und Zeichnung verliehen, Filmposter tragen ihre Handschrift, die Leser von Playboy, Lui und Penthouse kennen ihre erotischen Bilder.

Vor drei, vier Jahren hat die Enkelin des Versandhaus-Riesen Josef Neckermann der Glitzerwelt den Rücken gekehrt. Mit Lebensgefährten Dieter Heisig, Sohn Philipp und Hund Daisy zog sie nach Markt Einersheim. „Ich wollte aufs Land, in den Steigerwald“, sagt Marlene Neckermann und liefert den Grund gleich dazu: „Die Landschaft erinnert mich an die Toskana, und ich bin überrascht von der unheimlichen Freundlichkeit der Menschen, die hier leben“. Das ehemalige Gasthaus „Goldene Sonne“ mit seinem rustikalen Charme ist Lebensmittelpunkt des Quartetts geworden.

Zurück zu den Wurzeln, das hatte durchaus pragmatische Gründe. Großvater und Vater hatten in Würzburg eine namhafte Heizölfirma aufgebaut - J. C. Neckermann -; Marlene Neckermann und Dieter Heisig stiegen in die Geschäftsführung ein.

Damit schließt sich der Kreis, der vor drei Jahrzehnten geschlagen worden war: Die 19-jährige Marlene hatte frühzeitig ihre künstlerische Ader entdeckt, der Provinz den Rücken gekehrt und ihre Zukunft in München gesehen. An der „Akademie für das graphische Gewerbe“ erwarb sie das nötige Rüstzeug und den Titel Diplom-Designerin.

Die Arbeit in einer Werbeagentur „war damals für mich nicht das Richtige“, erinnert sich Marlene Neckermann. Sie wurde Freiberuflerin, illustrierte Kinderbücher. Der Vater der beiden lustigen Comic-Figuren „Fix und Foxi“, Rolf Kauka, baute auf das Talent der Neu-Münchnerin, die der beliebten Kinderlektüre Texte, Farbe und Zeichnung verlieh. „Langsam habe ich mich künstlerisch hoch gearbeitet,“ erzählt Neckermann, „ich habe begonnen zu malen“ - erfolgreich, mit einer Ausstellung im „Haus der Kunst“. Dem Mitglied des Berufsverbandes bildender Künstler war zudem der Weg zu Präsentationen im In- und Ausland geebnet.

Bei der „besten Illustratorin Deutschlands“ klopften in der Folge die Magazine Playboy, Lui und Penthouse an und der fantasievollen Gestaltung waren fortan keine Grenzen mehr gesetzt. Neckermann visualisierte die Inhalte erotischer Kurzgeschichten und -romane mit künstlerisch anspruchsvollen Illustrationen. „Männerträume“, die gut bezahlt wurden, der Künstlerin den Weg in die Klatschspalten ebneten und die fränkische Verwandtschaft Kopf stehen ließen. „Das war damals zu viel“, erinnert sich Neckermann, „heute würde man darüber lachen.“

Viele Jahre ist das her; die Hochglanz-Magazine haben die starken Auflagen hinter sich gelassen, die Prioritäten sind verschoben, das Feigenblatt künstlerischen Anspruches ist von der Scham gefallen. Zurück in der unterfränkischen Heimat hat sich auch Marlene Neckermann neu orientiert. Das Familien-Unternehmen bindet Kräfte, außerdem haben Dieter Heisig und seine Partnerin eine weitere Firma gegründet: „Visionen“ - eine Produktions-GmbH für Film, TV und alle Medien“, bei der es um Musik, Text und darstellende Kunst geht. „Ab und zu komme ich noch zum Malen“, sagt Neckermann. Das Atelier ist im Hause und die Muse hat das Küssen noch nicht verlernt.

Marlene Neckermann stellt zehn ihrer Ölgemälde - darunter zwei aus alten Playboy-Zeiten - bei „Kultur im Rathaus“ aus
(Eröffnung 12. Mai, 20 Uhr, im Rathaus Markt Einersheim, Ausstellungszeiten: 13., 20., 24 Mai, 11 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei).

XXXXXX
10.05.2001, 00:36
Ja, es stimmt wirklich:

Marlene Neckermann hatte für FF gezeichnet. Hintergründe etc. Aber nie Geschichten, also Comics.

Dadurch kam auch der Kontakt zum grossen FF / Neckermann Versand Preisausschreiben 1974/75 zustande.

Grüsse