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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Sprechblase - Abenteuer Pur



hipgnosis
11.04.2010, 18:14
Ich glaube, nicht jeder der Forenuser hier weiss überhaupt was "Die Sprechblase" ist, bzw. welche Konzeptionen, Ideen oder Träume sich sowohl der Herausgeber wünscht, oder bisher umsetzen konnte.

Ich möchte den Thread hier gerne mal eröffnen, in der Hoffnung die Insider - allen voran natürlich Gerhard Förster - können mal etwas "Licht ins Dunkel" bringen - und vielleicht den interessierten Neulingen das Magazin etwas näherbringen.

Ich selbst bin nicht der grosse Kenner der Sprechblase - habe bisher nur vereinzelt die alten, aber auch ein paar Ausgaben der neuen Sprechblase goutieren können.

Früher gefiel mir oftmals nicht die "Hethke-Lastigkeit", sodaß - obwohl mir selbstverständlich die verlegerische Heimat der "alten Sprechblase" bewusst war, die Dominanz das Lesen etwas verleidete.
Auch gab es für mich so eine Art gefühltes "Wäscher-Ungleichgewicht", die mir als "Nicht-Kenner" aller Sprechblasen und kein ausgesprochener Fan von Hans Rudi Wäscher, auch den Zugang zu vielen alten Ausgaben versperrte.

Damit möchte ich in keinsterweise irgendwelche Verdienste schmälern - sowohl Hans Rudi Wäscher, als auch der Hethke Verlag, rund um den viel zu früh verstorbenen Norbert Hethke, haben grossen Anteil an der deutschen Comicszene - also bitte das hier nicht als Kritik an diesen Personen missverstehen! :)


Nein, vielmehr war mir das Konzept etwas zu "altbacken" - und viele abgebildeten Comics interessierten mich schlicht wenig bis gar nicht.


Nun hatte ich mit dem "Neustart" auch ein bisschen die Hoffnung, daß sich das Gesicht der Sprechblase deutlich verändert - zumal ich auch Gerhard Försters grosses Interesse an "anderen" Comics kenne.

Ist denn dieser Schritt gelungen?

Ich weiss z.b. das bisher der "rote Ritter" von Wick Comics prominent in der neuen Sprechblase vertreten ist oder war.
Keine schlechte Wahl - bedient es doch sicherlich die alte Käufergeneration.

Doch wie sieht es nun wirklich mit Veränderungen aus - oder mit dem "Abenteuer pur" wie die Sprechblase z.b. beim Vertrieb beworben wird?

Gibt es Hoffnung zumindest klassische Comics aus franko-belgischen Beständen zu goutieren - denn hier gäbe es natürlich noch jede Menge brachliegendes.
Sollen auch "neuere" Comics mal eine Plattform bekommen - damit auch andere wie die bestehende Klientel bedient wird?
Da ich im anderen Thread die Frage nach den Saar-Legenden las.

Warum sollten diese One/Two-Pager denn nicht weiterhin im Magazin Platz finden? Gerade diese Comicform macht es doch leicht, sie immer "mal" wieder zu veröffentlichen - es darf halt keine Überhand nehmen.

Auch VR hunter's Kritik ist berechtigt. Wie gross darf eine Strecke zu einem best. Thema (z.b. Mecki) in einem einzigen Heft sein, ohne das sie den Leser langweilt!



Eigentlich gibt es viele derer Fragen - gerade was das Konzeptionelle des Magazins beträfe.

Ich wollte hier einfach mal in einem Extra-Thread dazu animieren - vielleicht kommt man dann etwas besser in den Small-Talk rein, auch wenn man nicht der grosse Insider ist und die einzelnen Ausgaben bewerten kann! ;)

zaktuell
11.04.2010, 21:56
Ui, das is ja ne ganze Menge... Ich fang mal hiermit an:


Ich glaube, nicht jeder der Forenuser hier weiss überhaupt was "Die Sprechblase" ist, bzw. welche Konzeptionen, Ideen oder Träume sich sowohl der Herausgeber wünscht, oder bisher umsetzen konnte.

Ich möchte den Thread hier gerne mal eröffnen, in der Hoffnung die Insider - allen voran natürlich Gerhard Förster - können mal etwas "Licht ins Dunkel" bringen - und vielleicht den interessierten Neulingen das Magazin etwas näherbringen. (...)

In aller Kürze und aus meiner persönlichen Blickrichtung: Die Sprechblase ist das langlebigste, deutsche... - ja, was?, da fängt's schon an. Für mich war es immer ein Comic-Sekundär-Magazin, aber es hatte zumindest früher auch einen relativ hohen Comic-Anteil (u.A. wurde hier Storm vorveröffentlicht, der ja heute in mustergültiger Ausgabe bei Splitter erscheint) und je nach eigenen Prioritäten mag es durchaus Leute gegeben haben, für die der Comic-Teil der wichtigere war, für die war es dann wohl eher ein Comic-Magazin.

Die Sprechblase entstand in den 70er Jahren, etwa zeitgleich mit der Comixene und erschien bis zur Ausgabe 210 im Norbert Hethke-Verlag. Mit dem Tod von Norbert Hethke war sie 'verwaist' und Gerhard Förster, seines Zeichens langjähriger Autor der Sprechblase, 'adoptierte' sie. 2008 erschien mit der Ausgabe 211 im eigens zu diesem Zweck gegründeten Verlag 'Abenteuer pur' die erste 'neue' Sprechblase, bei der nun wohl -trotz weiterhin enthaltener Comics- kein Zweifel mehr besteht, dass es nun eher ein Comic-Sekundär-Magazin ist.

Seit Ausgabe 212 liegt der Abo-Versand und die dazugehörige Adress-Verwaltung in meinen Händen, für Fragen zum Versand bin ich daher der richtige Ansprechpartner, während Gerhard für redaktionelle und inhaltliche Belange die erste Adresse ist. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, war Die Sprechblase nie das 'Wäscher-pur'-Magazin als das sie wohl immer noch in vielen Köpfen abgespeichert ist (wie es wohl auch immer noch Leute gibt, die noch nicht wirklich ernsthaft in das 'neue' ZACK geguckt haben, und weiterhin glauben, dass das noch das Magazin der 70er ist), aber seit der 211 ist es das weniger denn je.

Natürlich enthält es auch weiterhin alle nötigen Informationen für die 'alte Hethke-Klientel', die in erster Linie an den 'klassischen Comics' interessiert ist. Aber es beschränkt sich nicht darauf, sondern blickt in alle Richtungen über den Tellerrand hinaus: Sowohl in Bezug aufs Medium selbst (so gibt es immer auch interessante Beiträge zu Roman- und Film/Fernseh-Themen) als auch in Bezug auf die unterschiedlichen Comic-Fan- und -Sammler-Kreise. Grade die aktuelle Ausgabe spannt da einen weiten Bogen von 'klassisch' (Helmut Nickel) über franko-belgisch (Christian Rossi), amerikanisch (Die EC-Story, Green Lantern) bis zu Underground/Independent (Robert Crumb) u.v.a.m., so dass eigentlich für jeden was interessantes dabei sein dürfte.

Soweit mal für's Erste heute. Lest einfach mal beim nächsten Besuch im Comic-Laden in die aktuelle Ausgabe rein... - ich wette, ihr werdet Euch 'festlesen' und das Heft mitnehmen, um zuhause in Ruhe weiterlesen zu können... ;)

hipgnosis
12.04.2010, 10:15
2008 erschien mit der Ausgabe 211 im eigens zu diesem Zweck gegründeten Verlag 'Abenteuer pur' die erste 'neue' Sprechblase, bei der nun wohl -trotz weiterhin enthaltener Comics- kein Zweifel mehr besteht, dass es nun eher ein Comic-Sekundär-Magazin ist.



Wie ist denn prozentual das Verhältnis Comic:Sekundär?

Ich kann mich "dunkel" an alte Sprechblasen erinnern, wo ich geschätzte 80:20 pro Comics in Erinnerung habe.

Wenn es dann - wie mir zumindest so im Gedächtnis - sich auch noch grösstenteils um Wäscher-Sachen handelt, schrumpft die Anzahl der Interessenten naturgemäss auf die Wäscher-Fans + ein paar Andere.

Ich weiss aber auch noch das Prinz Eisenherz, Storm oder z.b. Batman usw. im Programm waren.

Das heute das Verhältnis zugunsten Sekundär ausfällt, ist mir persönlich sehr recht - denn Comics gibt es ja ohnehin reichlich.
Klasse fände ich - wenn z.b. die Comics in der "neuen Sprechblase" generell gar nicht anderswo auf dem deutschen Markt zu finden wären, sondern wirklich exklusiv in der Sprechblase.

Mir würde es gut gefallen, wenn da "Schätzchen aus der Vergangenheit" gehoben würden, die nie die Chance auf Veröffentlichung bekommen.

Das würde mir zumindest den Comicteil absolut schmackhaft machen.

Der Sekundärpart - zumindest wenn ich mir die Inhaltsangabe der Nr. 217 anschaue, scheint in der Tat sehr abwechslungsreich.
Das Heft werde ich auf alle Fälle mal wieder antesten - vielleicht besorge ich mir doch noch die mir fehlenden aus der Förster-Ära. :D

Troll40
12.04.2010, 13:03
Der Sekundärpart - zumindest wenn ich mir die Inhaltsangabe der Nr. 217 anschaue, scheint in der Tat sehr abwechslungsreich.
Das Heft werde ich auf alle Fälle mal wieder antesten - vielleicht besorge ich mir doch noch die mir fehlenden aus der Förster-Ära. :D

Mach das auf jeden Fall Marc ;)
Gerhard Förster bringt in seinen Sprechblasen unglaublich viel Begeisterung und Fachwissen über Comics rüber und hat die Fähigkeit die Leser mit Themen zu begeistern von denen man nicht einmal gewusst hat das einen das wirklich interessiert :D
Soll bedeuten das bisher wirklich jede Sprechblase unter seiner Regie "Abenteuer pur" war. Man muss sich natürlich auch auf unbekannte Comic-Themen einlassen können und darf da keine Berührungsängste haben.

zaktuell
12.04.2010, 14:12
Das von Troll40 kann man so gar nicht oft genug und laut genug sagen, vor allem das mit 'Begeisterung auslösen, für Sachen, von denen man vorher nicht gewusst hat, das einen das interessiert, wenn man sich denn drauf einlässt'.

Zu den Comics und ihrem Verhältnis: Ich hab das jetzt nicht konkret ausgezählt und es variiert auch von Ausgabe zu Ausgabe, aber ich glaub mehr als 25% Comics (also maximal. 20 von 80 Seiten) war noch nie. Andernfalls wär ja auch gar nicht genug Platz für die wirklich tiefgehenden Artikel in dieser Vielfalt und Fülle.
Und ja, das sind schon in der Regel Sachen, die nicht oder so nicht anderweitig erscheinen. So gab es zB alte Vaillant-Kurzgeschichten, bei denen bisher weit und breit nicht zu erwarten ist, dass das nochmal in ner Albenausgabe auf dt. erscheint. Oder von Hombre, der ja bei CC-Buchausgabe nicht in Farbe veröffentlicht wurde, gabs, quasi 'zum Vergleich' ne Geschichte in der Farbversion.

Mike Zahl
13.04.2010, 10:29
Moin Gemeinde :D

Zeit mal aus dem Hintergrund vorzukommen.....

Die "neue" Sprechblase gefällt mir sehr gut. Ich finde das hat der Gerhard schön auf die Reihe gebracht. Natürlich wird man nie ein Magazin auf die Beine stellen das alle zufrieden stellt. Selbst wenn die Sprechblase wöchentlich erscheinen würde, wäre immer noch Platz für Kritik da......

Ganz bewußt möchte ich jetzt keine einzelnen Punkte herauspicken oder hervorheben. Ich bin mit der Sprechblase zufrieden und werde sie auch weiter beziehen. Bitte weiter so!! :D

Gerhard Förster
13.04.2010, 15:53
Klasse fände ich - wenn z.b. die Comics in der "neuen Sprechblase" generell gar nicht anderswo auf dem deutschen Markt zu finden wären, sondern wirklich exklusiv in der Sprechblase.

Mir würde es gut gefallen, wenn da "Schätzchen aus der Vergangenheit" gehoben würden, die nie die Chance auf Veröffentlichung bekommen.

Das würde mir zumindest den Comicteil absolut schmackhaft machen.
Für die nächste Nummer ist wieder ein unbekanntes Comic-Schätzchen aus der Vergangenheit geplant! Dennoch brauchen wir auch Serien wie Fenrir oder den Roten Ritter. Einerseits, weil sie beliebt sind, andererseits weil sie wenig Arbeit verursachen. Und das ist sehr wichtig, denn das pünktliche Erscheinen war ein großes Anliegen von der Leserschaft und es ist uns auch wegen der Kostenreduzierung beim Postversand sehr wichtig.

Gerhard Förster
21.04.2010, 02:35
Ich glaube, nicht jeder der Forenuser hier weiss überhaupt was "Die Sprechblase" ist, bzw. welche Konzeptionen, Ideen oder Träume sich sowohl der Herausgeber wünscht, oder bisher umsetzen konnte.

Ich möchte den Thread hier gerne mal eröffnen, in der Hoffnung die Insider - allen voran natürlich Gerhard Förster - können mal etwas "Licht ins Dunkel" bringen - und vielleicht den interessierten Neulingen das Magazin etwas näherbringen.
Die Frage, was denn eigentlich die Konzeption der SB ist, finde ich gut. Aber sie ist gar nicht so leicht zu beantworten. Deshalb habe ich mich eine Weile vor der Beantwortung gedrückt. Sissy fragte neulich: "Warum bringst Du eigentlich ständig was über alte TV-Serien, nichts aber über Trickfilme? Die sind doch mit den Comics viel mehr verwandt." Da wußte ich gar nicht so recht, was ich sagen sollte. Mir war das noch gar nicht bewusst. Vielleicht hatte ein Schreiber des alten Forums doch recht, als er schrieb: "Nostalgie ist das, wo der Förster sagt, dass es nostalgisch ist." Seufz... die Auswahl der Themen in der SB ist wohl ziemlich subjektiv, obwohl ich mich wirklich um Ausgewogenheit bemühe! Aber ich brauche ein gewisses Grundinteresse und * so seltsam es für einen Comicfan auch klingen mag * Trickfilme interessieren mich meistens nicht die Bohne (höchstens so ausgefallene, wie "Persepolis"). ** Vielleicht ist das ja auch besser so. Ich hab miterlebt, dass Norbert Hethke meistens dann die richtigen Entscheidungen traf, wenn es sich um Comics drehte, zu denen er eine Beziehung hatte. Wenn er etwas nur aus kommerziellen Erwägungen herausbrachte, wie damals das DC-Programm, ging es in die Hosen (der Dino Verlag kam nicht viel später mit den gleichen Superhelden groß raus, aber Max Müller und sein Team hatten eben eine echte Beziehung zu dem Produkt und verlegten es dementsprechend in der richtigen Art und Weise).

Die Grundintention ist sicherlich, Euch "die wunderbare Welt klassischer Comics" näher zu bringen (mein Großvater, den ich sehr liebte, war Lehrer aus Leidenschaft) und meine Überzeugung, dass es dazu noch sehr, sehr viel zu sagen und zu zeigen gibt. Nach rund 35 Jahren deutscher Comicszene sollte man ja meinen, dass das meiste abgehandelt wurde, doch dem ist nicht so. Und das möchte ich Euch mit jeder neuen SB beweisen!

Amen!

FrankDrake
21.04.2010, 08:58
Bei jeder der "neuen" SB merkt man das Herzblut das da drin steckt und bis auf die Themenausgabe - Mecki - hast Du meinen Geschmack fast immer getroffen.

ELDORADO
21.04.2010, 18:11
Trickfilme interessieren mich meistens nicht die Bohne.

Dito. Geht mir z.B. bei den diversen Trickfilmserien zu den Marvel- und DC-Superhelden ähnlich, die finde ich vollkommen reizlos.



Wenn er (Hethke) etwas nur aus kommerziellen Erwägungen herausbrachte, wie damals das DC-Programm, ging es in die Hosen (der Dino Verlag ... verlegte es dementsprechend in der richtigen Art und Weise).


Wohl wahr.
Dein Mitarbeiter S.. Meduna sieht das allerdings vollkommen anders und fand ja auch die Hethkeschen DC-Veröffentlichungen "sehr schön"
und meine Kritik daran "haltlos".
Wir hatten da mal eine etwas ausführlichere Diskussion....:floet:

hipgnosis
21.04.2010, 19:43
@Gerhard

Dann halte ich mal für's erste fest - ein Thema muss für die Sprechblase nostalgisch sein, richtig!?

Dann frage ich gerade mal hinterher - wo ziehst du hier deine Grenze?
Gehst du nach Jahren oder nach Länge und Alter einer Serie - oder wie ich mir das bei dir vorstellen könnte, eher aus dem Bauch heraus? :D

Und heisst das im Umkehrschluss - daß es ausgeschlossen wäre, ein modernes Thema oder zumindest etwas aus den letzten Jahren in der Sprechblase zu lesen? Ich meine hauptsächlich auf sekundär bezogen?

Im Comicbereich beweisen ja die Saarlegenden eigentlich das es nicht auf das Alter des Comics ankommt, sondern mehr um die Thematik - und die handelt ja von nostalgische Themen.

hipgnosis
21.04.2010, 19:45
Fällt mir gerade ein Thema ein.

Wurden in der Sprechblase schon mal die Sheriff und/oder die Bildschirm Klassiker abgehandelt?

Ich denke über die Illustrierten Klassiker gab es sicherlich mal etwas, oder!?
Schliesslich hat die Hethke ja lange genug verramscht :lol:

zaktuell
21.04.2010, 19:53
(...) Dann halte ich mal für's erste fest - ein Thema muss für die Sprechblase nostalgisch sein, richtig!?

Dann frage ich gerade mal hinterher - wo ziehst du hier deine Grenze?
Gehst du nach Jahren oder nach Länge und Alter einer Serie - oder wie ich mir das bei dir vorstellen könnte, eher aus dem Bauch heraus? :D

Und heisst das im Umkehrschluss - daß es ausgeschlossen wäre, ein modernes Thema oder zumindest etwas aus den letzten Jahren in der Sprechblase zu lesen? Ich meine hauptsächlich auf sekundär bezogen? (...)

Hat Gerhard doch hiermit bereits beantwortet:
(...) Vielleicht hatte ein Schreiber des alten Forums doch recht, als er schrieb: "Nostalgie ist das, wo der Förster sagt, dass es nostalgisch ist." Seufz... die Auswahl der Themen in der SB ist wohl ziemlich subjektiv, obwohl ich mich wirklich um Ausgewogenheit bemühe! Aber ich brauche ein gewisses Grundinteresse (...)
Heisst: Wenn's Gerhard interessiert, kommt's ins Heft, was in's Heft kommt ist 'nostalgisch', also ist, wenn's ihn interessiert, auch das Neuste, Modernste, Aktuellste 'nostalgisch'.
Im Ernst: Die Sprechblase ist prinzipiell offen für alles. Der Untertitel 'Die wunderbare Welt klassischer Comics' wurde ja zB von Anfang an nicht als striktes Dogma und programmatische Einschränkung aufgefasst (denn es ging ja zB von Beginn an nicht nur um Comics (sondern auch Roman, TV,...)) sondern eher als Orintierung und grundlegende Ausrichtung. Die aber nichts a priori ausschliesst.

ELDORADO
21.04.2010, 21:45
Siehe im aktuellen Heft auch Gerhards mehrseitigen Beitrag zu Crumbs "Genesis".
Da ist ja nix nostalgisch und der hätte in der Tat auch in der Comixene stehen können.
Sach ich mal so...

zaktuell
21.04.2010, 21:58
Naja, die Bibel ist schon seeeehr alter Stuff ;)

Zyklotrop
22.04.2010, 05:10
Wobei jetzt die Frage ist, was nostalgisch ist und was modern. Die ZACK-Generation betrachtet "ihre" Serien meistens als modern, aber Mick Tang(u)y, Michel Vaillant, Blueberry, Rick Master & Co. sind keinen Tag jünger als etwa Falk oder Tibor.

Gerhard Förster
22.04.2010, 21:54
Fällt mir gerade ein Thema ein.

Wurden in der Sprechblase schon mal die Sheriff und/oder die Bildschirm Klassiker abgehandelt?

Ich denke über die Illustrierten Klassiker gab es sicherlich mal etwas, oder!?
Schliesslich hat die Hethke ja lange genug verramscht :lol:

Zum Thema Sheriff Klassiker empfehle ich Wolfgang J. Fuchs hochinteressanten Erfahrungsbericht über seine Arbeit für den Bildschriftenverlag in Sprechblase 213.

Was die Illustrierten Klassiker betrifft, so würde ich gern die überarbeitete Version eines Artikels bringen, den ich vor langer Zeit für die Comixene geschrieben habe. Dazu möchte ich gern sämtliche amerikanische Klassiker-Ausgaben abbilden, die auf Deutsch nicht erschienen sind (die Möglichkeit hätte ich). Mal sehen, wann ich dafür Zeit finde. Kann noch ein Weilchen dauern.

Gerhard Förster
22.04.2010, 23:09
Nochmal ein Wort zur Ausrichtung der Sprechblase. Klar, bring ich auch moderne Sachen – vor allem im Bereich Graphic Novels, Alltagscomics und ähnliches oder sogar Mangas für Erwachsene (Taniguchi). Das ist auch wichtig (von wegen "frischer Wind"), aber die grundsätzliche Ausrichtung ist nun mal nostalgisch – schon aus der Tradition des Magazins heraus. Ich bin natürlich offen für Leserwünsche, aber irgendeine persönliche Beziehung brauche ich zu einem Thema. Das ist sonst so, wie wenn man sich ohne Appetit zum Essen zwingt. Brrrr...

Jetzt verrate ich Euch mal ein Beispiel, wie sich der Geschmack auf die Sprechblase auswirkt (auch wenn ich mich dadurch angreifbar mache). Der Splitter Verlag gibt wunderschöne Alben heraus, und das in mustergültiger Aufmachung! Ich bewundere das sehr sympathische Verlagsteam, dass ihnen das so toll gelingt. Da auch der Erfolg dem Programm recht gibt, wäre es sicher für die Sprechblase von Vorteil, wenn wir Splitter mehr als bisher berücksichtigen würden.

Warum haben wir trotzdem bisher nur einmal einmal einen Artikel zu einem Splitter-Comic gebracht (Storm-Titelstory in Nr. 213)? Ganz einfach: 1.) die schiere Menge an neuen Comics überfordert mich. 2.) Ich hab mit Fantasy grundsätzlich wenig am Hut. – Aber mir ist bewusst, dass ich dadurch eine ganze Schiene an zumindest teilweise hochwertigen Comics ignoriere. Stattdessen habe ich mich z.B. gestern, nach getanener Arbeit, genussvoll den popeligen Tarkan-Heften gewidmet (erinnert Ihr Euch an diese fehlerhaft übersetzte türkische Reihe aus den 70ern?). Das Zeugs ist echter Trash, auch von der Druckqualität her, aber ich steh irgendwie drauf. Tarkan erinnert mich an die Fortsetzungsserien aus den alten Lehning-Tagen. Und so hab ich meine Sammlung entzückt betrachtet, ein bisschen darin gelesen, ein wenig recherchiert... Durchaus möglich, dass daraus einmal ein Artikel entsteht.

Ist das vernünftig? Nein, aber es macht Spaß. – Und Hand aufs Herz: bei den anderen Magazinen ist die Themenauswahl doch auch sehr subjektiv und von den Vorlieben der Redaktion abhängig (ich denke da vor allem an Reddition). Und so soll´s ja auch sein, denn Herzblut hat zwangsläufig etwas mit Subjektivität zu tun!

Doch selbst wenn ich noch so sehr um Ausgewogenheit und Vielfalt bemühe, es bleibt immer eine Menge auf der Strecke. Das Comicthema und und die verwandten Gebiete, die wir bearbeiten, sind einfach zu komplex.

hipgnosis
23.04.2010, 09:39
@Gerhard

Im Prinzip brauchst du Co-Autoren, die deine "Schwachstellen" ausgleichen - ich weiss nicht wie die Sprechblase hier aufgestellt ist!?

Wenn man wie du eben kein Faible für eine best. Richtung hat, dann muss man jemanden finden, der dieses Manko ausgleichen kann - denn selbstverständlich muss das auch in die Sprechblase, um dem von dir selbstgestellten Anspruch gerecht zu werden.

Du sagst ja selbst, daß du kein Genre ausschliessen möchtest - sogar moderne Stoffe durchaus angedacht sind.
Fantasy/Science Fiction ist natürlich ein ganz wichtiger Bereich - der muss auf jeden Fall beleuchtet werden!

Viel mehr noch als Graphic Novels - die ja mittlerweile doch sehr den "elitären und intellektuellen" Stempel aufgedrückt bekommen und eventuell dadurch für ein Magazin wie die Sprechblase nicht geeignet sein könnten.

Ausser du brichst mit der aktuell stattfindenen Kategorisierung und nimmst auch diese Geschichten mit auf, die es zu 100% verdient haben - aber aus unerklärlichen Gründen nicht in den Genuss des "Begriffes" kommen! :D

Als Beispiel fallen mir z.b. Bourgeon-Serien ein.

Gerhard Förster
27.04.2010, 08:33
@Gerhard

Du sagst ja selbst, daß du kein Genre ausschliessen möchtest - sogar moderne Stoffe durchaus angedacht sind.
Fantasy/Science Fiction ist natürlich ein ganz wichtiger Bereich - der muss auf jeden Fall beleuchtet werden!



Ich sagte zwar, dass ich die meisten Genres nicht ausschließen möchte, doch ich sagte auch, dass die SB nie alle Bereiche abdecken wird. Das ist unmöglich, selbst wenn das Heft monatlich erscheint. Und ich sagte, dass ich trotz Rücksichtnahme auf Leserwünsche und kommerzielle Aspekte, auch ein Produkt mit Herzblut fabriziere. Da gibt es dann halt persönliche Vorlieben. Das ist auch bei anderen Magazinen, wie Reddition, so. Da ich auch mit den Artikeln, die nicht von mir stammen, enorm viel Arbeit habe (wenn sie nicht gerade von den wenigen wirklichen Profiautoren der Szene geschrieben wurden), kann ich Comicgebiete mit denen ich nicht viel anfangen kann, nicht so einfach so von mir trennen. Und dann lege ich nun mal Wert auf Gründlichkeit. Diese kostet natürlich Platz, was die Möglichkeiten ebenfalls einschränkt.
Zeitschriften wie die SB, die schon aufgrund der Bezahlung viel Idealismus erfordern, sind nun mal keine Retortenprodukte wie Illustrierte in Massenauflage. Aber es gibt ja viele von Euch, die das auch gut finden.
Gegen einen Artikel über den von Dir erwähnten Bourgeon hätte ich aber gar nichts einzuwenden. "Reisende in Wind" gehört für mich zu den tollsten Leseerlebnissen! Und einen Fantasy-Boykott gibt´s bei der SB ganz bestimmt nicht, wie ja auch die STORM-Titelstory in SB 213 beweist.

hipgnosis
27.04.2010, 09:54
Nun - ausgerechnet von Bourgeon hatten wir ja schon ein tolles Reddition-Magazin, zudem ich auch einen kleinen bescheidenen Beitrag liefern konnte.

Ich denke es gibt halt im Genre Einiges was noch gar nicht richtig entdeckt wurde, oder eventuell vor so langer Zeit, daß die meisten das Heute vielleicht nicht mehr auf dem Radar haben, oder jüngere Leser eventuell noch gar nicht kennen.
Ich wollte das lediglich als Beispiel verstanden wissen, was es da für grossartige Künstler und/oder Werke gibt! ;)

Das mit der "Gündlichkeit" dem "Idealismus" usw. kann ich gut nachvollziehen - geht es mir da auch nicht anders.
Allerdings sprach ich schon in meinem letzten Posting genau solche Leute an - die eine gewisse Profession an den Tag legen und natürlich auch ein gewisses Talent zum Schreiben mitbringen - ich meinte nicht jemand der dir ein kleines Textlein verfasst! :D

Wie gesagt - sollte mehr eine Idee sein - und ob die überhaupt umsetzbar ist, weiss ich nicht.
Ich glaube es mangelt aber viel weniger an "dazu befähigten" Personen, sondern eher an deren Lust oder vielleicht am Budget?

Gerhard Förster
28.04.2010, 10:34
Der Bourgeon ist ein gutes Beispiel dafür, dass ich in der SB normalerweise kein Thema bringe, bei dem woanders schon in sehr kompetenter Weise berichtet wurde.

Worauf ich tatsächlich mehr achten könnte, ist, verstärkt Profi-Schreiber zu beschäftigen. Bei weniger erfahrenen Leuten ist halt immer sehr viel zu tun. Doch die Artikel entstehen oft, indem jemand, der sich auf einem Gebiet besonders gut auskennt, was darüber schreiben will. Oft sind die Leute auch gute Autoren und ich unterschätze erstmal, dass zur Profischreiberei noch ein Stückchen fehlt. Doch wenn der Artikel dann fertig ist und ich meinen gefürchteten Korrekturblick aufsetze, dann finde ich auf einmal 15 Haare in der Suppe und das Gemetzel geht los. Da vergeht dann viel Zeit für Details. Doch zur Zeit hab ich das Gefühl, dass ich die Situation eh halbwegs gut im Griff habe und eine Art Mittelweg fahre.

Kohlenwolle
28.04.2010, 20:20
Hallo Gerhard,

da ich hier im Forum neu eingestiegen bin möchte ich erst einmal sagen, das mir die neue Sprechblase außerordentlich gut gefällt.
Sicherlich trifft nicht jeder Beitrag meinen Geschmack ( z.B. Mecki ), aber es ist bewundernswert mit welchem Elan und Herzblut Du dieses Magazin gestaltest.
Persönlich würde ich mir Beiträge über ältere Francobelgier wünschen z.b Der rote Korsar oder ähnliches.
Ansonsten: mach weiter so wie bisher und laß Dich nicht durch Kritik an Kleinigkeiten von Deinem Weg abbringen, denn die Sprechblase ist immer lesenswert und ich freue mich immer auf jede neue Ausgabe.