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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : psychotherapie & -analyse in entenhausen



YasminD
11.03.2007, 10:55
hallo,
ich suche alles zu psychotherapie & -analyse in entenhausen - publikationen? bücherkapitel? artikel im donaldisten? primärliteratur? analysen der figuren (kenne nur den grobian gans-klassiker)
vielen dank für eure hilfe.

mit donaldistischem gruß
yasmin

Plattnase
11.03.2007, 12:37
Auf dem Gebiet der Sekundärliteratur hat sich hier eigentlich nur der Autor Hans-Jürgen Kagelmann hervorgetan. In seinem Buch "Comics - Aspekte zu Inhalt und Wirkung" untersucht er u.a. das Auftreten von Wissenschaftlern in Entenhausen.

Hervorzuheben ist auch sein Fachartikel:

Guten Tag! Wer von Ihnen ist Napoleon? Psychologen, Psychiater und "Irre" in Comics. In: Psychologie heute, Heft 12/1975.


Ansonsten kommen in den Geschichten aus Entenhausen natürlich relativ oft Psychiater vor, die meist karikierende Namen tragen, etwa Dr. Sigmund Streub (LT 152, S.108ff), Dr. med. von Sinnen (MV 4/82, S.4) oder Dr. Kurt Komplex (LT 110, S.246). Am häufigsten wird dabei der Österreicher Sigmund Freud auf's Korn genommen: Namen wie Prof. Freund (ODT 11, S.8ff), Prof. Freudlos (MM 27/91) oder Dr. Sigismund Leid (MV 23/92, S.5) lassen dies deutlich werden. Selbst unter Goofys zahlreicher Verwandtschaft gibt es den renommierten Psychologen Sigmund Goof (DDT 523, S.36ff).
Und auch eine Standardfigur aus Entenhausen bezeichnet sich - unter seinen zahlreichen Berufstiteln - als "Diplom-Psychologe": [B]Primus von Quack.

Außerdem ist bekannt, daß Dagobert Duck jeden Dienstag seinen Psychiater [Dr. Zwiespalt] aufsucht (DDT 147, S.87).

Und natürlich sind Psychologen - wie alle ärztlichen Berufe in Entenhausen - bekannt für ihre exorbitanten Honorarforderungen; eine Art "Running Gag", der wohl mehr in der anglo-amerikanischen Kultur verstanden wird...

La Didah
11.03.2007, 18:48
Der Laie staunt mal wieder. Aber dass du selbst mit "Psychologie heute, Heft 12/1975" aufwarten kannst, übertrifft sämtliche Erwartungen.
Ich wüsste wirklich gern wie du das machst. ;)

Plattnase
11.03.2007, 20:23
Ich habe den Vorteil, daß ich auf einen Fundus von knapp dreißig Jahren donaldistischer Forschungsarbeit zurückgreifen kann. Da brauche ich manches nur aus meinen früheren Beiträgen abzuschreiben - wie auch in diesem Fall: eine umfangreiche Aufstellung donaldistisch relevanter Sekundärliteratur hatte ich ja bereits im DD 61 [1987] veröffentlicht.

Und wen's interessiert: jener Fachartikel von H.-J. Kagelmann bezieht sich vom Titel auf eine bekannte Taschenbuch-Geschichte, nämlich "Der Gespensterschatz" aus dem allerersten LTB, wo Dagobert mit der schottischen Psychiatrie konfrontiert wird... ;)

Zorngiebel
11.03.2007, 22:11
Und auch eine Standardfigur aus Entenhausen bezeichnet sich - unter seinen zahlreichen Berufstiteln - als "Diplom-Psychologe": Primus von Quack.

Wobei der selbst bei einem Kollegen in psychiatrischer Behandlung ist. Auf Donalds Frage, warum sich Primus nicht einfach selbst analysiert, antwortet der , er könne sich seine eigenen hohen Honorare nicht leisten.

Brook Smargin
23.03.2007, 07:03
Dr. med. von Sinnen (MV 4/82, S.4) Aha! Jetzt wissen wir, wie Hella von Sinnen (überzeugter Donald-Fan) auf ihren Künstlernamen gekommen ist! :nod: War also doch mal wieder das Disney-Universum schuld.

Plattnase
23.03.2007, 20:17
Wundert mich schon etwas, daß "Psychologie heute" so schwer zu bekommen ist; müßte doch eigentlich in jeder Universitätsbibliothek vorhanden sein. :kratz:

Bei der Darstellung von Psychologen in Entenhausen fällt im übrigen ein Klischee auf, das auch in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet ist: daß nämlich Psychologen selber therapiebedürftig sind! Da haben wir etwa Professor Schluri vom Institut für angewandte Psychologie, der Spezialkurse zum Thema "Zerstreutheit" anbietet und selbst in Nachtjacke, mit heruntergelassenen Hosenträgern und ungleichen Schuhen am Rednerpult steht (MM 8/66, S.16). Und als Micky Maus sich telefonisch mit verschiedenen Psychiatern in Verbindung setzt, sieht man am anderen Ende der Leitung einen, der mit Napoleonkostüm auf dem Schaukelpferd sitzt, und einen zweiten, der wie ein Waldschratt aussieht. Ein gewisser Dr. Vurgt hat sich gar in einem Anfall von Phobie unter seine eigene Couch verkrochen (MM 5/06, S.24). Und auch der schon erwähnte Primus von Quack leidet selbst unter "Spinneritis", einer Geisteskrankheit, die sich in Selbstgesprächen äußert (MM 51/64, S.15).

"Psychologie" nimmt in Entenhausen gar sehr differenzierte Erscheinungsformen an: es gibt neben den "normalen" Psychologen auch Tierpsychologen wie Dr. Anni Mal (DDT 124, S.63) oder den Hundepsychologen Prof. Teckel (MM 19/92). Doch das ist noch gar nichts: es gibt sogar den Beruf des "Münzpsychologen". Als Dagoberts "Nummer eins" einmal schwer erkrankt ist, wird eine Münzpsychologin in den Geldspeicher gerufen, die nicht nur die richtige Diagnose stellt, sondern auch noch Donalds Sinne völlig verwirrt (ODT 81, S.16ff).