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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Archiv der Dantes-Beiträge aus dem Panini-Forum



JRN
05.01.2020, 22:34
In den letzten zweieinhalb Jahren seines Bestehens (von Mitte 2017 bis Ende 2019) haben sich im Panini-Forum ein paar feine Beiträge zu Dantes-Produkten angesammelt, die irgendwann zu verlieren alles andere als schön wäre.
Damit sie uns und "der Nachwelt" erhalten bleiben, werden sie in diesem "Archiv"-Thread unverändert gespiegelt.

JRN
05.01.2020, 22:44
Der erste Beitrag stammt von El Duderino und bezieht sich auf die Ankündigungen zum GCT 2017 ...


7. Januar 2017

Sehr solide Titelauswahl!
Ich werde mir wohl Felix Leiter, Horrorschocker und Predator vs Judge Dredd vs Aliens gönnen.
Zu Slaine: Das Cover ist wirklich grausam, aber wenn man sich auf der HP des Verlags eine Leseprobe ansieht, erinnert mich das schwer an "Savage Sword of Conan". Sieht sogar richtig gut aus.
Interessantes Nebendetail bei dem neuen Verlag: Usagi Yojimbo wird dort fortgesetzt, in ein paar Wochen soll es schon losgehen!

EDIT: Ganz übersehen dass von Ralf König ja auch was dabei ist! Herbst in der Hose damit natürlich auch ein Pflichtding!

JRN
05.01.2020, 23:16
Dann die erste Rezi ... vom fleißigen Clawfinger1986 ... mit Antworten:


5. Juni 2017

Slaine, Band 1 - Morgendämmerung (Dantes Verlag)

Seit Jahrzehnten erscheinen die Abenteuer des britischen Barbaren Slaine im legendären 2000 AD-Magazin. Nach einigen halbherzigen Versuchen anderer Verlage, die allesamt zum Scheitern verurteilt waren, macht sich nun ein neuer Kleinstverlag daran, Slaine endlich vollständig und in anständiger Aufmachung nach Deutschland zu bringen. Da ich schon seit längerem darüber nachdachte, mir die englischen Sammelbände zuzulegen, habe ich nun einfach mal bei der neuen deutschen Version zugegriffen.
Inhaltlich und zeichnerisch hat mir der Band sehr gefallen. Wie bei den alten 2000 AD-Comics üblich kommen die Schwarzweiß-Zeichnungen hervorragend rüber. Auch die Aufmachung durch den Dantes Verlag ist ganz hervorragend. Tolle (fehlerfreie) Übersetzung, erklärende Artikel und Karten im Bonusbereich, ebenso erklärende Fußnoten in den eigentlichen Geschichten, perfekte Papierqualität. Der Band kommt in schützender Plastik-Hülle. Für knapp 130 Seiten im übergroßen Magazin-Format (21 x 28 cm) in dieser Qualität zahlt man gerne popelige 16 €.

Auch das weitere Programm des Verlags verdient eine Erwähnung: Neben der Gesamtausgabe zu Slaine erscheint auch eine Gesamtausgabe zu Usagi Yojimbo (ebenfalls mit Jahrzehnten Verspätung) und zu Warren Ellis' Kultwerk Gravel.

excelsior1166:


Notiert!

Heat Legend:


PinUp von Andreas Butzbach nicht vergessen.

Joe Kerr zu Clawfingers Erwähnung von Gravel:


Krass, da warte ich schon seit seeligen Speed/Tilsner Zeiten drauf.

El Duderino:


Zu Dantes Verlag:
Bisher hat der One Man Verlag ein paar sehr interessante Titel am Start, wobei ich bei Slaine überrascht bin, wie gut das eigentlich aussieht. Erinnert mich stellenweise an die alten Savage Sword of Conan Reihe.
Hoffentlich hat er Erfolg mit seinen Bänden, der erste Usagi Band war ja recht flott vergriffen(auch wenn die Auflage nur bei 300 Stück lag).
Und dass man hierzulande nochmals Gravel zu Gesicht bekommt, hätte ich auch nicht gedacht. Das war ja quasi die Actionreiche Variante des John Constantine...und bestand anfangs ja auch aus Storyideen zu der Figur.

JRN
05.01.2020, 23:27
Weiter geht's mit der nächsten Clawfinger-Rezi:


17. Juni 2017

Gravel Band 1: Strange Kiss, Stranger Kisses, Strange Killings (Dantes Verlag)

Vorab: Die Auslieferung an den Comic- und Buchhandel verzögert sich anscheinend bis in den Juli. Beim Verlag kann der Band allerdings jetzt schon bestellt werden.

Nachdem mich der erste Slaine-Band überzeugen konnte und das Konzept eines Kampfmagiers in der Gegenwart interessant klang, habe ich mir einfach mal Gravel gegönnt. Im Grunde handelt es sich dabei um Hellblazer auf Steroiden. Wo die Abenteuer von John Constantine eher ruhig ausfallen und einem auch zu Denken geben (zumindest in der Original-Reihe), ist Gravel da wesentlich direkter. Extrem brutal, vor allem aber auch extrem abgefuckt. Während die Plots selbst jetzt nicht unbedingt einen Geniestreich darstellen, hat Warren Ellis sich schon einige kranke Ideen einfallen lassen, die Mike Wolfer detailliert umsetzt. Tatsächlich finde ich den Hinweis "Ab 18" hier gerechtfertigt. Die Mischung ist jedenfalls interessant und ich werde mir auch den zweiten Band besorgen. Allerdings hoffe ich in Zukunft auf etwas mehr Tiefe, insbesondere bei der Hauptfigur.

Die Zeichnungen sind schwarzweiß, Übersetzung und Papierqualität wie bei Slaine ganz hervorragend. Für über 200 Seiten fallen 16,95 € an.

excelsior1166:


Gibt es da eine Fortsetzung?
Ich meine mich düster zu erinnern, die ersten beiden Geschichten (Strange Kiss, Stranger Kisses) vor Jahren mal gelesen zu haben (Speed, farbig, oder?!?) ...

Clawfinger1986:


Speed hat vor Jahren tatsächlich einen ersten Anlauf gewagt, der war allerdings ziemlich kurzlebig. Insgesamt soll die Gravel-Reihe beim Dantes Verlag soweit ich mich entsinne 7 Bände umfassen. Dieses Jahr erscheinen noch zwei weitere Bände. Ob der Comic eigentlich farbig ist, weiß ich allerdings nicht. Das Ganze kommt in schwarzweiß jedenfalls gut rüber.

Und darauf dann zum ersten Mal ich:


Moin, mein erster Beitrag hier ...

Da clawfinger sich so nett über meine Übersetzungen geäußert hat [in Beitrag 21.977 - danke, danke, danke], dachte ich, ich meld' mich mal an, um mich mit einer Antwort zu revanchieren ...

Sláine und Gravel werden beide irgendwann im Fortgang der Handlung farbig werden. Das bisher von Josch verlegte Material ist allerdings schwarzweiß - auch im englischen Original. Dass excelsior1166 sich an farbige Speed-Ausgaben zu erinnern meint, ist ein durchaus häufig anzutreffendes Phänomen. Doch auch die Speed-Ausgaben waren [abgesehen von der Cover-Illu] schwarzweiß.

Was die Plot-Tiefe von Gravel angeht, würde ich, nachdem ich jetzt die ersten sechs Storys übersetzt habe, mal sagen, dass "Stranger Kisses" den Tiefpunkt markiert. Ab der dritten Geschichte schreibt Mike Wolfer an den Skripten mit ... und das scheint der Serie gut zu tun, auch weil ab "Strange Killings" die Episoden aufeinander aufbauen. Ja, alles wird langsam komplexer, auch William Gravels Persönlichkeit. Und die "kranken Ideen" werden noch ein bisschen kränker. Band 2 ist definitiv "Ab 18".

So weit erst einmal ...

JRN
05.01.2020, 23:39
Hey, diesen Beitrag von Ahappyfreak hab' ich grad erst entdeckt:


6. Juli 2017

[...] in eigener sache: ich habe mich gestern mit josh vom dantes verlag in mannheim getroffen und wir haben eine stunde (bei bier und sonnenschein) über sein leben, seinen verlag und comics im allgemeinen gesprochen. kommt dann bald als special beim tele-stammtisch.

gruß
andi

Mit Antwort von Steffen_L:


Ich bin gespannt!

Und El Duderino:


Sehr schön, da freu ich mich drauf! Bin gespannt was wir in Zukunft noch von dem Ein Mann Verlag sehen werden, bisher hat Dantes ja schon ein paar interessante Comics auf Lager

Dann wieder Ahappyfreak:


9. Juli 2017

Hier ist nun unser Interview mit Josua Dantes vom Dantes Verlag. Vielen Dank an Josh, der ein wahnsinnig sympathischer Typ ist und viele Infos raus gehauen hat. Wem die doppelt gestellten Fragen und die Straßenbahnen auffallen, der darf beim nächsten Tele-Stammtisch kostenfrei teilnehmen^^ @JRN ist auch kurz Thema.

Wie immer könnt ihr alles auf Youtube oder/und im RSS-Feed (iTunes und Co.) finden.


https://youtu.be/0rMbOaXTlKk

gruß
andi

JRN
05.01.2020, 23:51
In diesem Beitrag bezieht sich Ahappyfreak teilweise auf recht weit zurückliegende Beiträge, in denen über Gravel sinniert worden ist:


6. Juli 2017

Zitat Joe Kerr:
"Gibt oder gab es schon mal Überlegungen eurerseits die Serie "Gravel" von Warren Ellis zu bringen bzw. fortzusetzen (einige Ausgaben liefen ja schon beim Speed Verlag: Strange Kiss etc.)?"

Zitat Bubi:
"Gravel steht nicht auf dem Plan."

ganz grober fehler! gravel habe ich vorgestern gelesen und finde es echt ganz gut. es gibt ganz klare parallelen zum hellblazer, ist aber nochma deutlich brutaler. durch wolfers mitwirken an der story, kann diese nur gewinnen und ich hoffe, dass gerade die handlung mit band 2 nochmal anzieht. und der wird definitv gekauft. vermutlich ist die serie aber zu brutal für paninis programm.

Zitat El Duderino:
"Und dass man hierzulande nochmals Gravel zu Gesicht bekommt, hätte ich auch nicht gedacht. Das war ja quasi die Actionreiche Variante des John Constantine...und bestand anfangs ja auch aus Storyideen zu der Figur."

ist definitv nicht zu übersehen.

Zitat clawfinger:
"Vorab: Die Auslieferung an den Comic- und Buchhandel verzögert sich anscheinend bis in den Juli. Beim Verlag kann der Band allerdings jetzt schon bestellt werden."

stimmt, hatte anscheinend mit einer internen umstellung des vertriebs zu tun. josh verschickt jedoch, wie bereits erwähnt, auch direkt.

Zitat clawfinger:
"Tatsächlich finde ich den Hinweis "Ab 18" hier gerechtfertigt."

yup! ist harter tobak. als bettlektüre ggf. ungeeignet.

JRN
06.01.2020, 00:23
Hier nun Beiträge zu Usagi #8. Den Anfang macht Pater Alf:


27. August 2017

Gestern gelesen:
Usagi Yojimbo 8: Im Schatten des Todes (Dantes Verlag)
Wie immer hervorragend. Die Turtles hätte es allerdings für die erste Geschichte nicht unbedingt gebraucht (die Story hätte auch mit anderen Figuren funktioniert), sie waren aber schön eingebunden und waren daher auch kein Störfaktor. Als Crossover daher durchaus willkommen und ich bin schon gespannt auf das Wiedersehen.
Die einzige Geschichte, die im Band etwas abfiel war für mich die Echsen-Story. War zwar interessant, die komplette Geschicht ohne Worte zu erzählen, für 20 Seiten passierte mir da jedoch zu wenig und es wurde im Grunde auch keine Spannung aufgebaut. Highlight war für mich der Rückblick in Usagis Kindheit. Ist immer wieder interessant etwas über seine Ausbildung zu erfahren und erklärt bestimmte Facetten seiner Persönlichkeit.
Freue mich schon auf den nächsten Band.

Kal-L:


6. September 2017

https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1820x1280:format=png/path/sd93fc6646455132a/image/i6f25134846d3e46e/version/1557173294/image.png

Usagi Yojimbo #8: Im Schatten des Todes (Dantes Verlag)

Eigentlich wollte ich immer schon mal was von diesem Hasen lesen, aber bisher bin ich nie dazu gekommen. Und da man beim Dantes Verlag noch mal eine Werkausgabe machen will (diesen Monat kommt auch Band #1 der Serie, bei der man sich an den Trades von Dark Horse orientiert) dachte ich mir greifst du mal zu.
In dem Band der sich auch zum Einstieg lohnt gibt es gleich mehrere Geschichten, zum einen ein Crossover mit den Teenage Mutant Ninja Turtles, was den Einstieg in die Samurai Welt von Usagi wesentlich erleichtert obwohl die Handlung nicht besonders herausragend ist lernt man den Hasen besser kennen.
Die stärksten Geschichten in diesem Band sind dann für mich Shi ein Zweiteiler in der Usagi ein kleines Dorf vor einer Truppe von Killern beschützt. Dann sind da noch die Geschichten Usagis Garten, Herbst & Schlachtfeld die einen Einblick geben in Usagis Kindheit und seine Lehrzeit. Also Eigentlich kann man auch hier sehr gut in die Samurai Saga einsteigen und man findet sich sehr gut zurecht.
Insgesamt ist das großartige Unterhaltung ob nun bei den eher Ernsten Geschichten, den anspruchslosen Crossover oder auch den Lustigen Kurzgeschichten (Die Echsen-Geschichte). Die Zeichnungen die sind zugegebenermaßen auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig aber sie passen ganz ausgezeichnet zur Geschichte.
8 von 10 Punkten

Darauf Vito:


Also ist Band #1 vom Dantes Verlag gar nicht der richtige Band #1? Die Rechte der ersten paar Bände liegen doch bei Fantagraphics, soviel ich weiß, und nicht Dark Horse.

Und clawfinger:


Doch. Der Dantes Verlag bringt das KOMPLETTE Usagi-Programm. Band 1 = Fantagraphics Band 1. Ab Band 8 handelt es sich um Material von Mirage/Dark Horse. Der Verlagswechsel führt bei den Trades nicht zu einer Neu-Nummerierung.

JRN
06.01.2020, 00:32
Die Sláine-#2-Rezi von clawfinger:


24. September 2017

Slaine Band 2 - Drachenbeute (Dantes Verlag)

Inhaltlich schließt der Band direkt an den Vorgänger an. Obwohl das hier präsentierte Material bereits Jahrzehnte auf dem Buckel hat, wirkt es in keiner Weise altmodisch oder lahm. Ich finde es immer wieder bewundernswert, welche Qualität 2000 AD durchgehend bei ihren Serien abliefert(e). Auch die deutsche Version ist mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Übersetzung, Papierqualität, Preis/Leistung (18 € für 130+ Seiten im großen 2000 AD-Überformat) - daran können andere Verlage sich ein Beispiel nehmen. Dazu die vielen erklärenden Anmerkungen des Übersetzers, die zeigen, wie viel Mühe sich hier gegeben wird. Als Judge-Dredd-Leser weiß ich außerdem, dass 2000 AD in den englischen Sammelbänden niemals eine komplette Covergalerie abbildet (wenn überhaupt). Ich bin mir daher ziemlich sicher, dass man nur in der deutschen Version von Slaine im zweiten Band auch noch die fehlenden Cover von Band 1 nachgeliefert bekommt. Hier ist ein echter Fan am Werk, genauso wie bei Gravel und Usagi Yojimbo.

Man kann die Reihen übrigens auch beim Verlag ganz einfach ins Abo nehmen. Keine zusätzlichen Kosten und man bezahlt immer nur die gelieferten Bände (also keine Vorauszahlung). Der Versand erfolgt in hochwertiger Verpackung. Bis jetzt ist bei mir alles in sehr gutem Zustand angekommen.

JRN
06.01.2020, 00:43
Nachdem Foxy-Lady angekündigt hatte, sich das Usagi-TMNT-Crossover in der US-Version geordert zu haben, antwortet Joe Kerr:


14. Oktober 2017
Kommt nächsten Monat bei Dantes Verlag in deutsch und ist wohl sogar günstiger als die US Version.

Darauf Comic-Republic:


Wissen wir...
Ich wollte eigentlich das lim. HC mit Cover von David Petersen... Leider waren in der US-Sammelkiste nur drei normale Editionen drin!
Habe aber schon zwei Exemplare beim Dantes-Verlag bestellt. Ein Freund bekommt das zweite...

Joe Kerr:


Bin halt nur überrascht das sich jemand die Us Version holt wenn es in ein paar Tagen die deutsche Version sogar noch günstiger gibt. Kommt ja nicht so oft vor und der Verlag hat ein so gutes Proramm das ein wenig Werbung hier nicht schadet.

Comic-Republic:


Wir bestellen immer aus dem Previews. Zu der Zeit wussten wir nix von einer deutschen Veröffentlichung... Und bei Stan Sakai, kaufe ich gerne doppelt.

Dann, an anderer Stelle, von sternenbrand:


26. Oktober 2017

Heute per Post angekommen:
Usagi Yojimbo / TMNT vom Dantes Verlag in bund und Farbe.
Mit 3 Aufklebern als Zugabe u.a. einen extra zu diesem Comic. Was bin ich froh, dass es mit dem Hasen weiter geht in Deutschand und das auch in solcher Qualität.

Darauf Ahappyfreak:


27. Oktober 2017

tmnt/usagi yojimbo - dantes verlag
ein nettes aufeinandertreffen zweier mir quasi unbekannter serien. man muss absolut nichts von den serien vorher gelesen haben und bekommt ein bisschen nettes gekloppe. erwartet einfach nicht zu viel. ist wohl am ehesten was für fans. details in der nächsten ausgabe der comic cookies.
gruß
andi

Comic-Republic:


5. November 2017

Mein US-Comic für diesen Monat und neuen Usagi/TMNT vom Dantes-Verlag!

https://uploads.tapatalk-cdn.com/20171105/7e8c3cce375d256c2a4be67ca6943632.jpg

JRN
06.01.2020, 00:47
Dann wieder clawfinger, diesmal zu Gravel #2:


17. Oktober 2017

Gravel Band 2: Die Körperplantage (Dantes Verlag)

Nach dem ersten Band war ich ja noch skeptisch, ob sich das Konzept rund um einen Sprüche klopfenden Kampfmagier auf Dauer halten kann. Nun geht man aber näher auf Gravels Vergangenheit ein und gibt ihm auch wenig mehr Persönlichkeit. Die Magie-Elemente werden weiter ausgebaut, während Warren Ellis und sein Co-Plotter und Zeichner Mike Wolffer regelmäßig zu überraschen wissen. Sicherlich wird Gravel niemals Preise für ausgefeilte Dialoge und geniale Charakterstudien gewinnen. Aber darauf ist das Ganze auch gar nicht ausgerichtet. Es unterhält schlicht hervorragend. Mein einziger echter Kritikpunkt wäre der doch ziemlich übermächtige Gravel an sich. Wirklich in Gefahr schwebt er mit seinen Fähigkeiten eigentlich nie.

Und Wolffer macht wirklich einen sehr guten Job. Seine Zeichnungen sind nicht nur detailliert, er beherrscht das Storytelling wirklich hervorragend. Der Ekelfaktor hat im Vergleich zum ersten Band meiner Meinung nach nachgelassen, dafür steigt im Gegenzug der Gewaltgrad. Der Ab-18-Hinweis ist gerechtfertigt.

JRN
06.01.2020, 01:09
Hier Ahappyfreak und sein Special von der 2. Luxor Fantastic in Bensheim.
Das Interview mit Josch geht von 18:12 bis 21:21 ...



https://youtu.be/OZKWSVOtyHI

JRN
06.01.2020, 01:27
Im "Der große Jahresrückblick 2017 - Tops und Flops"-Thread eröffnet ditko den Reigen mit:


19. Dezember 2017

Top
Es geht endlich weiter mit Usagi Yojimbo hierzulande. Danke Danke Danke und nochmals Danke. Auf dass die Reise des Ronin lange andauern möge.

Dann Joe Kerr:


Tops:
Ellis/Avatar/Gravel bei Dantes Verlag, hätte ich nie mehr mit gerechnet, da ging mir das Fanboy Herz auf.

JRN
06.01.2020, 01:33
Und noch ein Joe Kerr, diesmal an Heiligabend:


24. Dezember 2017

Gravel 1+2 Dantes Verlag
Mit Strange Kiss/Kisses/Killings hatte ich schon immer Probleme. Zu sehr wirft einen Ellis da ins kalte Wasser und die stoischen Zeichnungen von Wolfer sind halt auch nicht so meins. Bill Gravel, Kampf Magier watet durch Gedärm und splattrige Szenarien und stellt sich dem Unerklärlichem. So und nicht viel anders kann man Band eins beschreiben.
Band zwei wartet mit einer recht langen Story auf und wieder einer knackig kurzen. Kann aber wesentlich mehr überzeugen, zumal man nach Band eins weiß wie der Hase läuft und stirbt. Besser, viel besser auch wenn Gravel manchmal an McClane erinnert, erstmal voll aufs Maul bekommen und sich dann irgendwie rauswinden.
Nicht unbedingt die genialste Arbeit von Ellis, gerade am Beginn in Band eins, aber mit einer deutlichen Steigerung, die Kurve geht streng nach oben. Ein wenig Blut und Gedärm sollte der Leser aber schon verkraften.
Freu mich auf Band drei, der afaik auch der letzte in s/w sein sollte.

Parker's Paul:


24. Dezember 2017

@Joe: danke für Deine Meinung zu Gravel! Dann ist der jetzt im neuen Jahr auch bei mir fällig. Bin gespannt drauf.

JRN
06.01.2020, 01:38
ditko zum Jahresende:


30. Dezember 2017

Dann sehen wir mal was aus dem Wünsch dir was vom letzten Jahr geworden ist :
Comics : [...]

2. Bitte Bitte endlich mal weiter machen mit Usagi Yojimbo. Ich weigere mich einfach zu glauben, dass so eine geniale Serie hierzulande kein Erfolg sein kann.
YES Ein fettes Danke an den Dantes Verlag! [...]

6. Dass es mit den Turtles weitergeht, und auch mal klassiches Material rauskommt.
Hm das Usagi Crossover lassen wir mal gelten ... [...]

Das war das Jahr 2017.
Morgen geht's weiter mit den Beiträgen aus 2018 ...

Mit 1000 Grüßen,
JRN

joe ker
06.01.2020, 11:14
Sorry das ich jetzt so einfach dazwischen hau, aber Hut ab für deine Arbeit! Da durchforstet einer aber so richtig das PF:D
BtW warum noch Mitglied und nicht Unterforenmoderator, eine Beförderung wäre mehr als verdient!

JRN
06.01.2020, 15:07
Das scheint jemand gehört zu haben ...
Bin offensichtlich "befördert" worden.

Mal sehen, wann ich dazu komm', all die neuen Möglichkeiten als Mod auszuprobieren - die ich im Augenblick noch nicht mal kenne.
Was es da wohl noch zu entdecken gibt?

:eek3:

Das "Durchforsten" geht übrigens leichter als befürchtet. Die ganzen Such- und Querverweismöglichkeiten im PaFo funktionieren einwandfrei. Ich hab' jetzt also 'ne Reihe von zeitlich sortierten Verzeichnissen erstellt, die ich parallel abarbeite.
Der Zeitraum, in dem ich selbst im PaFo nicht aktiv war, ist zwar ein bisschen anstrengender [weil ich später dann alles geliked habe, was mit dem Dantes Verlag zu tun hat], dafür entdecke ich aber auch ab und zu noch etwas für mich Neues.
Und 'ne kleine Reise in 'ner virtuellen Zeitmaschine ist es auch noch.

Mit 1000 Grüßen,
JRN [jetzt mit Sternchen]

JRN
06.01.2020, 15:24
So. Wagen wir uns mal in das Jahr 2018 vor ...

Es beginnt - und das kommt jetzt nicht wirklich überraschend - mit einer clawfinger-Kurzrezi:


28. Januar 2018

Slaine, Band 3: Der Zeitenkiller (Dantes Verlag)

Offenbar waren die Verkaufszahlen der ersten beiden Bände zu niedrig, um sie im Softcover fortzuführen. Deswegen erscheint Slaine ab sofort als schickes Hardcover. Dafür muss man zwar ein paar Euro mehr zahlen, dafür verschont man uns vor einer weiteren eingestellten Reihe. Alle Käufer der ersten beiden Bände können diese beim Verlag gegen Hardcover-Versionen eintauschen. Man zahlt dann nur den Aufpreis (8 Euro).

Druckqualität und Übersetzung sind wie immer hervorragend. Da die erklärenden Fußnoten offenbar nicht mehr ausreichen, findet sich am Ende des Bandes nun sogar ein eigener deutscher Glossar. Hier zeigt sich einmal mehr, wie viel Arbeit man sich mit der Übersetzung macht.

Glenn Fabry und David Pugh (mit einem kurzen Gastspiel von Bryan Talbot) sind für die Zeichnungen in Band 3 zuständig. Ihre Bilder platzen teilweise regelrecht vor Details. Auch die Designs von Figuren und Monstern sind wirklich beachtlich. Die Story hat mir in den ersten beiden Bänden jedoch etwas besser gefallen. Pat Mills ballert einem dermaßen viele Konzepte und Figuren um die Ohren, dass man als Leser kaum mitkommt. Dadurch wirkt die Story ein wenig unruhig. Abgesehen davon ist Der Zeitenkiller seine 25 € Kaufpreis aber absolut wert.

clawfinger vermutet hier übrigens richtig:
Seit Nest in "Drachenbeute" [am Ende von Band 2] erstmals auftaucht, begnügt Pat Mills sich nicht mehr nur mit Namedropping und einfachen Anspielungen auf historische Quellen, sondern fängt an, diese massiv auszuschlachten und dabei auch ironisch zu kommentieren.
Das hat er in Band 3 zwar noch nicht vollständig im Griff, ist aber trotzdem schon hier nicht mehr in Fußnoten zu dokumentieren. Das erste meiner Glossare war die logische Konsequenz. [Stan schreibt seine ja zum Glück selbst.]

Dass die Glossare inzwischen so eine Art "Markenzeichen" für Dantes-Comics geworden sind, war nicht geplant ... und ich bin gespannt, ob mir eines Tages mal wieder etwas auf den Tisch kommt, was einfach nur "selbsterklärend" ist ...

JRN
06.01.2020, 15:35
Am 5. Februar teilt Kal-L mit, dass er Usagi #9 erworben hat.

Der nächste ist sternenbrand:


19. Februar 2018

Bestellt und bezahlt: der nächste Usagi Yojimbo (Band 2) von Dantes Verlag. Ich freue mich.
Und die nächsten sind angekündigt.

JRN
06.01.2020, 15:38
clawfinger über Gravel #3:


3. März 2018

Gravel Band 3: Der Nekromant (Dantes Verlag)

Kampfmagier William Gravel wird von der britischen Regierung auf eine unbewohnte Insel geschickt, um dort eine investigative Journalistin zu töten. Denn die kommt der Entwicklung einer Massenvernichtungswaffe der Briten zu nahe. Vor Ort erwarten Gravel dann jede Menge Zombies und SAS-Truppen, durch die er sich kämpfen muss.

Das ist so ziemlich die gesamte Story der 6-teiligen Mini-Serie, welche Band 3 enthält. Klingt nicht nur wie ein B-Movie, liest sich auch so, inklusive entsprechender Dialoge, extremer Gewalt und viel nackter Haut. Wer mit solch simplen Storys und Figuren nichts anfangen kann, sollte Gravel auch weiterhin fernbleiben. Alle anderen werden gut unterhalten. Die Zeichnungen von Mike Wolfer sind wie gewohnt sehr detailliert. Auch seine Storytelling-Qualitäten sind unübersehbar.

Ab Band 4 gibt es Gravel übrigens endlich in Farbe. Überrascht hat mich die Preisentwicklung der Reihe (im Positiven): Band 4 kostet mit seinen knapp 200 Seiten in Farbe 19,95. Zum Vergleich: der aktuelle Band 3 mit knapp 150 Seiten in Schwarzweiß kostet 15,95. Sehr fair für einen Mini-Verlag.

JRN
06.01.2020, 15:47
Kal-L teilt am 13. April mit, dass er Usagi #2 erworben hat - und am 10. Juni dann Usagi #10.

Darauf antwortet sternenbrand am 12. Juni:


Usagi 3 ist auch schon gekauft! Und hoffentlich auch schon verschickt. Momentan die einzige Serie, die sofort gelesen wird. Genau mein Ding. Ich freu mich auf die nächsten 30 (?!?) Ausgaben!

JRN
06.01.2020, 15:54
clawfinger zu Sláine #4:


18. Juni 2018

Slaine Band 4: Die Gruft des Schreckens (Dantes Verlag)

Ein Band voll mit ganz klassischer Barbaren-Action. Slaine und seine Party kämpfen sich einen Raum nach dem nächsten durch die Titel gebende Gruft. Dabei fliegen ordentlich Körperteile durch die Gegend und auch der Slaine-typische schwarze Humor kommt nicht zu kurz. Besonders schön sind die Zeichnungen von Glenn Fabry, aber auch David Pugh macht einen sehr guten Job. Besonders witzig: Die Geschichte ist als klassisches Pen-and-Paper-Rollenspiel aufgebaut. Wer will, kann den Comic also parallel auch "spielen".

Wie üblich gibt es ein extradickes Lob für die deutsche Gesamtausgabe: Hier wird nämlich zum ersten Mal seit den 80ern das Slaine-Material aus den Diceman-Heften nachgedruckt. Das hat es bisher nirgends, auch nicht in der englischen Sammelband-Reihe, gegeben. Übersetzung, Papier und Aufmachung sind wie üblich über jeden Zweifel erhaben. Für 32 € gibt es hier einen sehr feinen 170-Seiten-HC-Band im Albenformat.

Die direkte Entgegnung von Daredevil 333:


Und wieder einmal neugierig auf Slaine, den ich aus früheren Zeiten kenne und auch sehr gemocht habe! Allerdings überzeugen mich die Dantes-Leseproben bislang überhaupt nicht und dann ist das Ganze auch noch schwarz weiss!?!? Slaine in Schwarz weiss??? Was ist mit den schönen farbigen Schottenröckchen?? Bin noch nicht überzeugt ...………………… und das obwohl ich dem keltischen Haudegen mit seinen überaus blutigen Wellenkrämpfen wieder einmal so richtig begegnen möchte

Heat Legend, zwei Tage später:


Josua nimmt die zugegeben verlegerisch riskante Aufgabe in Angriff, Slaine komplett und chronologisch zu bringen, und sich nicht nur die Rosinen rauszupicken.
Da gehören die nicht ganz so gefälligen Anfänge einfach dazu. Ein Liebhaberprojekt, sozusagen.

JRN
06.01.2020, 16:02
Am 23. Juni vermeldet Kal-L den Erwerb von Usagi #3. Darauf Comic-Republic:


USAGI YOJIMBO (yes)

... mit 'nem Like von ditko.

JRN
06.01.2020, 16:11
clawfinger sagt "Krokodil-T.itten":


10. August 2018

Gravel Band 4: Verdammte Lügner (Dantes Verlag)

Mit Band 4 geht Gravel in die zweite Phase über. Statt einzelner Mini-Serien gibt es jetzt eine Ongoing, statt Schwarzweiß gibt es Farbe. Auch zeichnerisch verändert sich die Reihe. War bisher ausschließlich Mike Wolfer für die Bilder zuständig, zeichnet er dieses Mal überhaupt nicht. Oscar Jiminez und Raulo Cáceres machen nicht bloß einen guten Job, tatsächlich gefallen mir ihre Zeichnungen sogar noch etwas besser als Wolfers. Die Story bleibt gewohnt geradlinig: Wir erfahren, dass Gravel nebenbei auch noch Mitglied der Minor Seven ist. Dabei handelt es sich um einen Zirkel von Magiern. Die anderen erklären ihn für tot und ersetzen ihn einfach. Daraufhin nimmt er sich einen nach dem anderen von ihnen vor und setzt nebenbei noch ein uraltes Manuskript wieder zusammen. Wie gewohnt sehr brutal, teilweise richtig abgefahren (ich sage nur Krokodil-T.itten ...) und mit viel schwarzem Humor/Onelinern. Ein paar Puzzleteile bezüglich Gravels Persönlichkeit/Vergangenheit gibt es nebenbei auch noch.

Druck, Papier und Übersetzung sind wie üblich tadellos. Spätestens mit Band 4 hat mich die Reihe endgültig von ihren (abgefahrenen) Qualitäten überzeugt.

JRN
06.01.2020, 16:15
Von sternenbrand:


9. November 2018

Gestern bekommen und gestern bereits gelesen: Usagi Yojimbo 4 vom Dantes Verlag.

Viele Comics kommen momentan auf den Lesestabel, der echt langsam zu gross wird. Usagi hat es noch nie geschaft in die Nähe dieses Stapels zu kommen.

Für mich ist Ausgabe 4 die erste lange Geschichte. Darin geht es um einen Gebietsfürsten der Machtgierig wird, der von Usagi und seinen Verbündeten aufgehalten werden soll. Ich persönlich mag lieber die kürzeren ruhigen Geschichten. Hier bekommt man 7 US Ausgaben in denen die Post abgeht. Klare Striche und sehr gutes Storytelling sind bei Stan Sakai so wie so gegeben.

Fazit: Für mich ein gutes aber nicht der beste Comic der Usagi Reihe. 8 von 10 schwertschwingenden Hasen.

JRN
06.01.2020, 16:20
Von Thias:


23. November 2018

https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1820x1280:format=png/path/sd93fc6646455132a/image/i3ea2db986ccb5406/version/1517351300/image.png

Inhalt:

Zwanzig Jahre nach ihrem letzten Zusammentreffen reisen die Teenage Mutant Ninja Turtles erneut in die Welt von Usagi Yojimbo. Aber … irgendetwas hat sich verändert. Usagi? Die Turtles? Die Welt?
Aus der Feder von Stan Sakai stammt diese brandneue Geschichte, in der Usagi versucht, Japan vor dem Untergang zu retten … das Auftauchen von Leonardo, Raphael, Donatello und Michelangelo, den vier Recken in Rückenpanzern aus fremder Kultur und ferner Zeit, kommt ihm dabei sehr zupass. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen einen alten Bekannten auf: den besessenen Jei, die „Klinge der Götter“.
„Ich hatte schon länger vor, Usagi und die Turtles wieder zusammenzubringen“, sagt Sakai, „aber dies sind nicht die Turtles, die wir kennen. Beziehungen müssen neu geschaffen und alte Vorurteile erneut überwunden werden. Vertrauen muss neu entstehen. Das Überleben Japans hängt davon ab, ob es den fünfen gelingt, zu einem Team zu werden.“
„Stan und ich haben unsere Karrieren im selben Jahr begonnen“, erinnert sich Kevin Eastman, einer der „Väter“ der Turtles, „das war 1984 – und seither leben wir beide unseren Traum, Geschichten mit unseren eigenen Figuren zu erzählen. Ich find’s klasse, dass unsere Schöpfungen von Anfang an miteinander verbunden waren. Dass Stan nun noch einmal seine und meine Figuren zusammenbringt, ist der Wahnsinn und ganz großes Kino!“

Handlung:

Der Ronin Usagi wird zur Hilfe gerufen um die Welt zu retten. Allein wird er aber nicht in der Lage dazu sein, so sagt es zumindest der Meister und Auftraggeber. Zur Unterstützung werden kurzerhand die Turtles beschwören. Diese waren bereits schon einmal zu Gast, können sich aber nicht mehr an ihren ehemaligen Besuch erinnern. Nach kurzen Startschwierigkeiten treten dann alle die Reise an und kämpfen zusammen um das Weiterbestehen der Welt von Usagi.

Meinung:

Eine schöne kurzweilige Story, verknüpft mit der fernöstlichen Mythologie. Es ist sicher nicht mit den bekannten Storys der großen Verlage vergleichbar, ist aber mal eine schöne Abwechslung. Die Parallelen zu den Turtles sind unverkennbar, vor allem die ähnlichen Eigenschaften von Usagi und Leonardo.

Wer also mal was anderes versuchen möchte und auch ein Fan der Schildkröten ist, sollte mal einen Abstecher wagen. Aber auch Usagi ist es Wert näher betrachtet zu werden.

Von Marvel Boy:


23. November 2018

Weder Schildkröten noch Usagi konnten mich bis jetzt begeistern, vieleicht schafft es die Kombination?
Ich befürchte ich werde es nie herausfinden.

Danach wieder Thias:


Man sollte zumindest für eine der Serien Begeisterung aufbringen können.

JRN
06.01.2020, 16:20
Von clawfinger:


10. Dezember 2018

Gravel Band 5 - Die Major-Seven (Dantes Verlag)

Nachdem er im letzten Band die Minor-Seven (eine Gruppierung mächtiger Magier) einen nach dem anderen platt gemacht hat, legt sich der Kampfmagier William Gravel nun mit den Major-Seven an. Allerdings sind die ihm zunächst gar nicht feindlich gesinnt. Stattdessen wollen sie ihn in die eigenen Reihen aufnehmen. Dafür soll er zwei Aufgaben erledigen: Er soll herausfinden, wer seine Vorgängerin bei den Major-Seven getötet hat. Und er soll die Minor-Seven neu besetzen und aufbauen...

Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden wirkt dieser insgesamt komplexer. Es laufen mehrere Handlungsstränge nebeneinander, Gravels innere Stimme wird stark ausgebaut und verrät uns so einiges über seine Vergangenheit und sein Denken, die Action fährt ein wenig zurück und macht einer Art Detektiv-Geschichte Platz. Dadurch wird Gravel zwar noch lange nicht zu einem philosophierenden Hellblazer, aber der moderate Tempowechsel gefällt mir. Vor allem weil Warren Ellis und sein Ko-Autor Mike Wolfer ganz tief in die britische Geschichte/Folklore eintauchen. Für deutsche Leser gibt es ausführliche Erklärungen am Ende des Bandes.

Die Zeichnungen stammen dieses Mal komplett von Wolfer, der im letzten Band ja pausierte. Somit sieht man den Gravel-Meister zum ersten Mal in Farbe. Kantig und detailliert wie üblich, gefällt mir Wolfers Stil auch in bunt.

Von mir also wieder eine klare Kaufempfehlung. (176 Seiten, 19,95 Euro)

JRN
06.01.2020, 16:45
Und schon wieder von clawfinger:


23. Dezember 2018

Slaine Band 5: Der König (Dantes Verlag), HC im Albenformat, 176 Seiten, 32 Euro

Mit diesem Band endet die erste Phase von Slaine. Vom ersten Band an steuert alles auf diesen Punkt hin. Slaine wird zum König seines Volkes ernannt. Zunächst gibt es erneut Material, das seit den 80ern nirgends auf der Welt mehr nachgedruckt wurde. Danach folgt die Story Anwnns Schätze, die leider ziemlich durchschnittlich daherkommt. Das Ganze erinnert in seiner überfrachteten Weise an Band 3 der Reihe. "Der König", die eigentliche Hauptstory, ist dafür umso gelungener. Zeichner Glenn Fabry zeigt hier einmal mehr, was er drauf hat.

Insgesamt ist Slaine auch weiterhin keine leichte Kost, aber das Lesen lohnt sich. Die Qualität der Geschichten schwankt, wobei es niemals wirklich schlecht wird. Und die Dialoge zwischen Slaine und Ukko sind teilweise wirklich zum Totlachen. Ich bleibe jedenfalls weiter am Ball. Die Qualität der deutschen Gesamtausgabe (Übersetzung, Verarbeitung, Bonusmaterial) ist weiterhin extrem hoch und lobenswert.

Alle, die direkt beim Verlag bestellen, bekommen übrigens einen Kunstdruck kostenlos dazu.

Ab Band 6 erscheint Slaine dann, passend zum Start von Phase 2, in Farbe. Pat Mills schreibt weiter die Stories, Simon Bisley zeichnet.

Damit hat er mich dann aus der "Deckung" gelockt:


25. Dezember 2018

Moin clawfinger,

vielen Dank für Deine stets wohlwollenden Besprechungen von Titeln aus dem Dantes Verlag.

Zu Sláine - Der König erlaube mir bitte eine inhaltliche Richtigstellung:
Auch wenn Sláine in diesem Band zum König der Sessair erhoben wird und obwohl es sich um den letzten Schwarzweißband der Serie handelt ... der erste Erzählzyklus endet nicht hier, sondern erst am Schluss von Band 6.
Erst dort werden alle seit Band 1 gesponnenen Handlungsfäden an ihr Ende gekommen sein, bevor es in Band 7 dann unter anderen Vorzeichen und in historischer Zeit neu losgehen wird.

Wenn Du mit schwankender "Qualität der Geschichten" deren Unterhaltungswert meinst, stimme ich Dir zu. Der ist nämlich stark vom jeweiligen Vorwissen und von der Lektüreerwartung abhängig. Für mich als altem Robert-Graves-Fan war zum Beispiel "Danus Ring" [die erste Episode in Band 5] ein großes, intelligentes Vergnügen ... und "Anwnns Schätze" ist im Stil eines Taliesin-Gedichts erzählt ["Ich war da, dann war ich dort, dann ging ich dahin ..."] und sollte jeden über mittelalterlichen Handschriften brütenden Mediaevistik-Studierenden erfreuen [von praktizierenden Wiccas und Magickern ganz zu schweigen].
Sláine ist, Du sagst es, definitiv keine "leichte Kost". Mehrfaches Wiederlesen könnte angezeigt sein ... aber das ist ja nicht selten ein Kriterium für einen nicht ganz schlechten Comic.
Mich, den Übersetzer, hat die Serie ab der Mitte von Band 2 ob ihrer Vielschichtigkeit und ihres Anspruchs positiv überrascht [ich hab' in jungen Jahren die Bastei- und Feest-Ausgaben gelesen und hatte Sláine als "flach" abgespeichert]. Und dass Pat Mills immer wieder einen Haken schlägt, wenn es so aussieht, als laufe die Serie endlich "in geordneten Bahnen", hat mich nur kurz irritiert. Inzwischen trägt, finde ich, die Mills'sche Wandlungsfähigkeit mit zum Lektüregenuss bei. Die Qualität seiner Erzählkunst ist jedenfalls gleichbleibend hoch - auch wenn ein Game-Comic oder die Adaption eines mittelalterlichen Gedichts sicherlich erst einmal nicht jedermanns Sache ist ...

Noch einmal: Vielen Dank für die Besprechung. Ich hoffe, Du siehst mir meine "Korrektur" nach.

Am gleichen Tag clawfingers Antwort:


Vielen Dank für die Richtigstellung. Ich habe für meine kurze Besprechung nicht extra recherchiert, sondern mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Und für mich wirkte es so, als hätte die Slaine-Reihe hier ihren ersten Meilenstein erreicht. Nach deiner Korrektur in der Hinsicht freue ich mich natürlich nur noch umso mehr auf Band 6 und werde dann (falls die Zeit es erlaubt) nochmal die ersten 6 Bände am Stück lesen.

Was die Qualität angeht: Hier sind Geschmäcker eben unterschiedlich. Dass Mills ein guter Autor ist und ich den Großteil seiner Slaine-Geschichten wirklich sehr mag, ist klar. Ansonsten würde ich die Reihe nicht weiter kaufen. Aber sein Erzähl-Stil ist mir manchmal ein bisschen zu holprig, die Geschichten überfrachtet mit Ideen, man springt von einem Geschehen zum nächsten, ohne das Potential voll auszuschöpfen. Natürlich liegt das sicherlich auch an der Episodenstruktur, die er für 2000 AD einhalten muss. Das gleiche Problem hatte ich übrigens auch mit seinem Judge Dredd-Material. Es liegt also nicht an Slaine im Speziellen.

An dieser Stelle möchte ich dir noch einmal ausdrücklich für deine tolle Arbeit als Übersetzer danken. Ich wünschte andere Verlage würden ein ähnlich hohes Niveau erreichen. Auch die vielen Anmerkungen und Erläuterungen deinerseits sind wirklich lesenswert.

Danach Joe Kerr [der natürlich kein anderer ist als "unser" joe ker ]:


Zitat clawfinger:
"Dass Mills ein guter Autor ist und ich den Großteil seiner Slaine-Geschichten wirklich sehr mag, ist klar. Ansonsten würde ich die Reihe nicht weiter kaufen. Aber sein Erzähl-Stil ist mir manchmal ein bisschen zu holprig, die Geschichten überfrachtet mit Ideen, man springt von einem Geschehen zum nächsten, ohne das Potential voll auszuschöpfen. Natürlich liegt das sicherlich auch an der Episodenstruktur, die er für 2000 AD einhalten muss. Das gleiche Problem hatte ich übrigens auch mit seinem Judge Dredd-Material. Es liegt also nicht an Slaine im Speziellen."

Ja, Mills wirkt auch auf mich manchmal etwas sprunghaft im erzählen. Trotzdem mag ich seine Sachen sehr, nur im Bereich der Babaren fühl ich mich so gar nicht wohl und werd weder mit Slaine noch mit Conan warm. Dafür würde ich gern seinen Marshal Law mal komplett auf deutsch lesen ...... vielleicht beim Dantes Veralg nach dem Ende von Gravel?

Am 3. Januar dann von mir:


Was weitere Mills-Titel angeht, hängt natürlich alles von den Vorstellungen der Lizenzgeber ab. Insofern: Keine Versprechungen, aber möglich ist vieles ...

... und dann auch noch dies:


Zitat clawfinger:
"Vielen Dank für die Richtigstellung. Ich habe für meine kurze Besprechung nicht extra recherchiert, sondern mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Und für mich wirkte es so, als hätte die Slaine-Reihe hier ihren ersten Meilenstein erreicht. Nach deiner Korrektur in der Hinsicht freue ich mich natürlich nur noch umso mehr auf Band 6 und werde dann (falls die Zeit es erlaubt) nochmal die ersten 6 Bände am Stück lesen.
Was die Qualität angeht: Hier sind Geschmäcker eben unterschiedlich. Dass Mills ein guter Autor ist und ich den Großteil seiner Slaine-Geschichten wirklich sehr mag, ist klar. Ansonsten würde ich die Reihe nicht weiter kaufen. Aber sein Erzähl-Stil ist mir manchmal ein bisschen zu holprig, die Geschichten überfrachtet mit Ideen, man springt von einem Geschehen zum nächsten, ohne das Potential voll auszuschöpfen. Natürlich liegt das sicherlich auch an der Episodenstruktur, die er für 2000 AD einhalten muss. Das gleiche Problem hatte ich übrigens auch mit seinem Judge Dredd-Material. Es liegt also nicht an Slaine im Speziellen.
An dieser Stelle möchte ich dir noch einmal ausdrücklich für deine tolle Arbeit als Übersetzer danken. Ich wünschte andere Verlage würden ein ähnlich hohes Niveau erreichen. Auch die vielen Anmerkungen und Erläuterungen deinerseits sind wirklich lesenswert."

So ... entschuldige das krankheitsbedingte längere Ausbleiben einer Antwort.

"Überfrachtet mit Ideen" ... das charakterisiert die Mills'schen Sláine-Episoden recht gut. Ich würde wirklich gern wissen, was der Mann beim Schreiben alles geraucht und geschluckt hat. Ich halte ihn als Autor für zeittypisch. Solche Hardcore-Hippies gibt es heute einfach nicht mehr. Auch das [ein "Wiedereintauchen" in vergangene Zeiten] finde ich beim Lesen von Sláine nicht uninteressant.

Und vielen Dank für Dein Lob. Ich frage mich beim Übersetzen immer, ob heutige und hiesige Leserinnen und Leser mit einer bestimmten Aussage oder Anspielung [noch] etwas anfangen können. Ich war in den 80er und 90er Jahren häufiger in Britannien unterwegs und war immer wieder schwer beeindruckt, wie präsent nicht nur die alten Mythen und Sagen, sondern auch Teile des wissenschaftlichen Diskurses darüber auch den "ganz normalen Leuten" waren. Vieles von dem, was Mills in Sláine erzählt, war für ein britisches Publikum also ohne Weiteres verständlich oder doppeldeutig. Ich versuche, einem heutigen deutschen Publikum zumindest einen Eindruck davon zu geben, was britische Leserinnen und Leser damals angeregt haben mag. Und es freut mich, dass ich dabei offenbar nicht vollständig übers Ziel hinausgeschossen bin.

Der Dank für das "hohe Niveau" geht übrigens weniger an mich, sondern an Josch - denn er will dieses Niveau nicht nur, er bezahlt auch dafür [in Form angemessener Übersetzungsvergütung]. Das kann sich leider nicht jeder Verlag leisten. Das ist nicht schön, aber wohl angesichts des finanziellen Handlungsspielraums vieler Klein- und Kleinstverlage auch nicht zu ändern. Umso wichtiger ist der Applaus des Publikums für auffällig gute Leistungen - auch von Übersetzerinnen und Letterern. Danke.

JRN
06.01.2020, 16:46
Und das war es dann, das Jahr 2018.
Morgen geht's mit 2019 weiter ...

Mit 1000 Grüßen,
JRN

Comic_Republic
06.01.2020, 16:54
Dann ist bald das gesamte PF auf andere Foren übertragen! [emoji16]

Besonders ärgerlich für die, die einen ReRead kompletter Serien/Charaktere machen und soviel dazu schreiben...
Aber schön, dass sie das PF nicht einfach angeschaltet haben, sondern es ins Archivmodus gestellt haben!

C_R:zeitung:

JRN
06.01.2020, 17:33
Mir ist es bisher zweimal passiert - in Bereichen, die nichts mit Comics oder mit Illustration zu tun haben -, dass zehn, fünfzehn Jahre alte Foren [die Bestandteil größerer Websites waren] von einem Tag auf den anderen einfach verschwunden sind. Einmal hat ein Großfeuer den Server und das Backup-System gleich mit vernichtet hinterher rausgestellt], das andere Mal war der Forenbetreiber überschuldet ... und die Eigentümer der Serverfarm haben ihn erst in die Insolvenz getrieben und dann, als klar war, dass sie ihr Geld nicht kriegen, alles gelöscht. Auch hier: inklusive Back-Ups.
Auf den üblichen Archivseiten [Wayback-Machine etc.] findest du nur noch rudimentäre Spuren - gerade genug, um dich daran zu erinnern, dass es die Seiten mal gab.

Was da allein an Arbeitsstunden vernichtet worden ist ...
Verglichen damit halte ich den Aufwand für vertretbar, der in eine "Rettungskopie" investiert werden muss. Ärgerlich, ja, aber vertretbar.

Außerdem muss ich meinen Kopf leer kriegen, um mit dem dritten Teil von Outlaw Nation loslegen zu können. Da kommt so ein Copy-and-paste-Job bei lauter Musik gerade recht ...

:rock:

Mit 1000 Grüßen,
JRN

Clint Barton
06.01.2020, 18:44
Was da allein an Arbeitsstunden vernichtet worden ist ...

Ohja, ging mir auch bisher 2x so, wenn auch nicht mit Foren: coverscans.de und jetzt erst kürzlich comicbookdb. Was ich da an Arbeit reingesteckt habe, das war schon ärgerlich und traurig. Vorallem, weil ich meine komplette Comic-Sammlung dann jetzt bei collectorz.com eingeben "durfte". Hat mich knapp 3 Monate gekostet und die digitalen Sachen sind immer noch nicht komplett drin. :(

JRN
07.01.2020, 12:00
Ja. Es verläuft eine feine Grenzlinie zwischen "Hobby" bzw. "Spaß-Job" und "unvergüteter Arbeit" bzw. "Plackerei".
Durch "höhere Gewalt" kann das eine leicht in das andere überführt werden ...

So, nun aber weiter mit 2019 ... so lange das "Sichern" noch ein "Spaß-Job" ist ...

:hammer:

Mit 1000 Grüßen,
JRN

JRN
07.01.2020, 12:09
Den Reigen des dritten Dantes-Jahres eröffnet überraschenderweise diesmal nicht clawfinger, sondern Joe Kerr:


9. Januar 2019

Hui, Dantes Verlag bringt scheinbar die Apparat Ausgaben von Ellis.
Simon Spector werd ich dann mal antesten müssen.

Darauf postwendend ich:


@ Joe Kerr:

Nicht "scheinbar", aber anscheinend. :waving:
Mit "Äthermechanik" soll es losgehen. "Simon Spector" ist Bestandteil des dann folgenden "Vier Singles"-Sammelbands ...

JRN
07.01.2020, 12:09
Und dann schon wieder Joe Kerr:


28. März 2019

Dantes Verlag bringt nächste Woche die erste Ausgabe von Warren Ellis Apparat Serie. Als Ellis Fanboy möchte ich mir das schon zulegen, bin aber nicht so der Abenteuer Comics Fan ...
Kennt jemand die Original Ausgaben bzw die Serie?

Direkt im Anschluss excelsior1166:


Oh ja, da wüsste ich auch gerne mehr ...

Dann ders:


@ Joe Kerr:
Wenn du noch ein wenig warten kannst, kann ich dir was dazu sagen. Ich hab den Band nämlich einfach blind vorbestellt.

JRN
07.01.2020, 12:19
excelsior1166:


26. April 2019

GCT 2019: Simon Spector (Dantes Verlag)
Von Warren Ellis und Jacen Burrows (Avatar Press)
Ein One-Shot aus Ellis' "Apparat" mit erhellendem Vorwort und einem 4-seitigen Kommentar von Ellis, der alleine die Lektüre lohnt.
Das Heft erscheint als No. 1 einer neuen Reihe um den Pulp-Helden Simon Spector (angelehnt an Doc Savage & Co.), der sich selbstlos (und selbstzerstörerisch) den Belangen seiner Klienten annimmt - und dabei alles andere als zimperlich ist...
Tatsächlich wird es (so Ellis' "Apparat"-Konzept) bei eben diesem einen Heft bleiben.
Das Abenteuer an sich ist temporeich und eher archetypisch, von Burrows in klaren und recht expliziten s/w-Zeichnungen umgesetzt.
Zusammenfassend bleibt ein Stück guter, harter Unterhaltung, schnell zu lesen und Teil eines interessanten Konzepts, zudem in sich (ab-) geschlossen.
Dank an Autoren und Verlag, das war nett.
7/10 P.

Am gleichen Tag Joe Kerr:


Danke für die Rezi, hab mir nämlich die Tage blind den ersten Apparat Band bestellt und bin mir wegen der Thematik nicht so ganz sicher. Bin nicht so der Abenteuer Geschichten Leser, aber halt Ellis Fanboy ...
Überhaupt, ich merke, dass mir Autoren mit Doppel Buchstabenfolge im Nachnamen sehr zusagen: Ellis, Ennis, Moore, Morrison, Azzarello sieht nach nem Muster aus...

Dann ders:


28. April 2019

Ach stimmt, wollte ja was zu Apparat schreiben ... Sorry, der Band ist inzwischen hier, aber ich war mit Kindergeburtstag und so zu sehr beschäftigt ...
Aber dass Dantes auch "Narben" von Ellis bringt, hast du bestimmt auch schon gesehen, Joe Kerr? Hab ich mir auch einfach mal vorbestellt ... Kann eigentlich nicht schlecht sein. Hoffe ich.

JRN
07.01.2020, 12:19
Renes Nerd Cave:


11. Mai 2019

https://www.paniniforum.de/index.php?attachment/30728-img-20190511-164012-842-jpg

Meine Ausbeute.
Hab alles bekommen was ich haben wollte. Insgesamt einige sehr coole Sachen dabei.

Chrisionvision:


11. Mai 2019

Ich bin ja mal gespannt, was mir davon gefällt (auch wenn ich nur das genommen habe, was für mich interessant aussah, bzw. was mir empfohlen wurde) und ob ich davon, nachdem ich den Comic gelesen habe, auch etwas kaufe.
Meine Ausbeute:

28792


aldi404:


12. Mai 2019

Vermutlich auch wegen des schlechten Wetters gestern konnte ich bei Thalia und Osiander ordentlich was abstauben.

https://abload.de/img/20190511_172906qkjcc.jpg

18 Hefte dieses Jahr, keine schlechte Ausbeute.

El Duderino:


12. Mai 2019

Dieses Jahr ging ich es etwas ruhiger an, ansonsten schau ich immer, dass ich so 3-4 Läden abklappere. In Wien sind wir ja, was die Auswahl angeht, ein kleines Comic Mekka, am GCT nehmen meist 8 Läden teil.
Aus Zeitgründen gingen sich dieses Jahr aber leider nur 2 aus. Hat aber auch gepasst. :)

[...]

Meine GCT Ausbeute waren durch die Bilderbox genau die 5 Hefte, die ich wollte:
Tracht Man, Captain Berlin, Hilda, Simon Spector und Bouncer.

Insgesamt für mich eigentlich ein zufriedenstellender GCT. [...]

Und abschließend Waggl:


12. Mai 2019

Gestern mal wieder einen tollen Vormittag bei der Sammlerecke in Esslingen verbracht.
Wettervorhersage war ja nicht so berauschend, aber wir hatten Glück. Es schien die Sonne und es hat nicht geregnet gehabt.
Danach dann mit Frau und Kegel ins Kino und Endgame geschaut. Alles in allem war es ein toller GCT mit feinen Einkäufen.

https://www.paniniforum.de/index.php?attachment/30736-screenshot-20190512-150617-jpg

JRN
07.01.2020, 13:13
Weiter geht's mit einer Doppelrezi von clawfinger:


1. Mai 2019

Gravel, Band 6: Der letzte König von England (Dantes Verlag)

Nachdem Kampfmagier William Gravel die Minor Seven und die Major Seven in den letzten Bänden platt gemacht hat, ist er nun der König der Magier. Vor allem aufgrund mangelnder Alternativen. Doch trotz (oder gerade wegen?) seiner neuen Position bekommt er gleich eine Wagenladung neuer Probleme: Er muss die Minor Seven neu aufbauen, weil er sich nicht um alle magischen Probleme im Land alleine kümmern kann. Ein Serienkiller (genannt Bible-Jack), der gleichzeitig ebenfalls Magier ist, treibt sein Unwesen. Und dann geht ihm auch die britische Regierung mal wieder gehörig auf den Sack.

Auf 176 Seiten wird gezaubert, getötet und geflucht - und das auf sehr hohem Niveau. Genau wie man das von Gravel eben gewöhnt ist. Warren Ellis und Mike Wolfer ziehen für das Finale der Ongoing nochmal alle Register. Der Endkampf gehört dann auch definitiv zu den absoluten Highlights der Saga. Übersetzung, Anmerkungen und Druckqualität haben wie üblich beim Dantes Verlag Vorbild-Charakter. 19,95 Euro kostet der blutige Spaß, den ich wirklich nur weiterempfehlen kann.

Nun fehlt nur noch eine Mini-Serie zum Abschluss der Saga. Aber bis dahin ist es nicht mehr weit. Im Sommer folgt der letzte Band.

Aber schon bevor die eine Reihe geht, liefert der Verlag Nachschub für alle Warren-Ellis-Fanboys:

Apparat, Band 1: Äthermechanik (Dantes Verlag)

Hat mit Gravel wirklich nur den Autor gemeinsam. Ellis erschafft hier eine Alternativ-Welt mit ganz eigener Technologie, die unserer Welt aber trotzdem ziemlich ähnlich ist. Anstatt in dieser Welt nun eine große zusammenhängende Geschichte zu erzählen, erzählt er lieber diverse kleinere, in sich abgeschlossene Geschichten, die aber eben in derselben Welt angesiedelt sind. Dabei wechselt er offenbar auch fröhlich zwischen den Genres.

Äthermechanik ist nicht nur eine gelungene Einführung in diese Welt. Es ist vor allem ein klassischer Sherlock-Holmes-Krimi. Nur eben ohne Holmes und Watson, sondern mit ihren Apparat-Gegenstücken. Die Zeichnungen von Gianluca Pagliarani sind detailliert und kommen auch in Schwarzweiß sehr schön rüber. Das Ende kommt dann sehr überraschend. Sowohl die Wendung als auch die "Lösung" des Ganzen.

Der Band hat das gleiche Format wie Gravel, also ein wenig kleiner als das übliche Comic-Format. Übersetzung und Druckqualität überzeugen auch hier vollends. Wer tiefer in die Anspielungen von Ellis eintauchen will, wird dabei von den Anmerkungen des Übersetzers unterstützt.

Insgesamt ist Äthermechanik ein interessanter erster Blick in die Apparat-Welt. Er fällt aber auch zu kurz aus, um sich bereits ein Urteil über das Konzept erlauben zu können. Ich bin jedenfalls angefixt und werde mir auch den nächsten Band erlauben.

Dann ein gewisser JRN:


1. Mai 2019

@ clawfinger:
Vielen Dank für die lobenden Worte!

Die sieben "Apparat"-Geschicht[ch]en sind alle sehr unterschiedlich.
Was nicht heißt, das eine davon schlecht wäre - nur sind vielleicht nicht alle nach jedermanns Geschmack. In "Frank Ironwine" [aus Apparat - Vier Singles] zum Beispiel zeigt Ellis mal, dass er auch richtig witzig sein kann.
Die fünf Nachworte in Apparat - Vier Singles und vier weitere in Narben ergeben schon fast eine kleine Ellis-Autobiographie. Dabei hab' zumindest ich auch noch mal Einiges über die Figur William Gravel und über Ellis' Erzählabsicht in Gravel gelernt. Serienübergreifende Querverweise noch und nöcher.

Noch einmal "Dankeschön". Ich hoffe, Du hast weiterhin genauso viel Spaß beim Lesen wie ich beim Übersetzen.

JRN
07.01.2020, 13:13
ders fragt am 13. Mai:


Find ich einfach keine deutsche Ausgabe von 47 Ronin oder gibt es da tatsächlich keine?

Antwort von JRN einen Tag später:


Sofern Du die Adaption des Stoffes von Stan Sakai meinst, davon gibt es tatsächlich noch keine Übersetzung ins Deutsche.
Ist aber in Planung. Behalt' einfach das Dantes-Verlagsprogramm im Auge.

Dann wieder ders:


Das wäre wunderbar... Selbstverständlich hab ich Dantes im Auge. Ist aber noch nicht "offiziell" angekündigt oder?

Antwort am 15., JRN:


Korrekt. Josch kündigt immer erst an, nachdem die Tinte auf den Lizenzverträgen trocken ist.
Usagi # 6 wird gerade druckfertig gemacht, dann fehlt noch # 7 und die Lücke ist geschlossen. Danach wäre der Time-Slot für die Sakai-Einzelausgaben frei, zu denen auch die 47 Ronin gehören.
Mehr weiß ich im Augenblick selbst nicht.

Kal-L:


Wie sieht es denn dann mit Stan Sakais Space Usagi aus? Das würdem mich sehr interessieren.

JRN:


47 Ronin, Space Usagi, Senzo, Yōkai und das Sakai-Artbook ... das sind die Titel, die ich in meinem vorigen Post etwas lax als "Einzelausgaben" bezeichnet habe.
In welcher Reihenfolge diese bei Dantes kommen werden, weiß im Augenblick wahrscheinlich noch nicht einmal Josch.

JRN
07.01.2020, 13:31
clawfinger:


30. Mai 2019

Slaine Band 6: Der gehörnte Gott (Dantes Verlag)

Nach viel Drama mit der Druckerei bekommen wir nun Band 6 der Reihe doch noch zu lesen, nachdem er ja eigentlich bereits Anfang des Jahres erscheinen sollte. Erfreulicherweise schiebt der Verlag Band 7 schon nach wenigen Tagen hinterher. Somit hat man die Verzögerung auf einen Schlag wieder aufgeholt.

"Der gehörnte Gott" gilt als eines der absoluten Meisterwerke aus der Schmiede 2000 AD. Häufig können mich die von Kritikern gefeierten Arbeiten ja am Ende nicht wirklich überzeugen. Aktuelles Beispiel wäre für mich Frank Millers Dark Knight, den ich im Rahmen der Batman-Graphic-Novel-Collection zum ersten Mal gelesen habe. Und auch zum letzten Mal. Doch Slaine wird seinem Ruf gerecht: "Der gehörnte Gott" überzeugt durchgehend mit seiner Story, den Dialogen, dem Humor und Pat Mills üblichen, komplett verrückten Ideen. Die Zeichnungen stammen allesamt von Simon Bisley, der mir als Lobo-Fan natürlich ganz besonders ans Herz gewachsen ist. Man räumt ihm auch immer wieder ausreichend Platz für große, epische Bilder ein. Zweifellos eine seiner besten Arbeiten.

Auf seinen über 200 Seiten bietet dieses Hardcover im Albenformat (für 39 Euro) aber noch mehr als hervorragende Fantasy. Vorwort und Anmerkungen von Pat Mills, Cover-Galerie, Sketchbook sowie ein exklusives Pin-Up von Andreas Butzbach für die deutsche Gesamtedition von Slaine.

Die Druckqualität und Übersetzung (inklusive vieler Fußnoten und ausführlichem Glossar) beim Dantes Verlag lobe ich, wann immer ich kann. Und das nicht ohne Grund. Mir ist kein anderer Verlag bekannt, der eine solche Sorgfalt an den Tag legt. Auch all diejenigen, die schon die alten Bastei-Ausgaben besitzen, sollten also dringend über einen Neukauf nachdenken.

Am 8. Juni meine späte Antwort:


So, nachdem ich mich gerade im Dantes-Thread des Comicforums für den allgemeinen Support bedankt habe, ist es nur recht und billig, auch clawfinger ein weiteres Mal für seine tollen, wirklich schön zu lesenden Besprechungen und Bewertungen unserer Arbeit zu danken. Ich hoffe, dass die Sláine-Bände 2 und 3 gerade nachgedruckt werden müssen, liegt auch an der bisher durchweg positiven Kritik, die uns insbesondere für die von clawfinger aufgezählten Punkte entgegengebracht worden ist.
Buschtrommeln sind was Feines ... wenn sie, wie von clawfinger [und einigen anderen hier im Forum], virtuos gespielt werden.

Darauf El Duderino:


Schön zu lesen, dass jetzt sogar schon Nachdrucke der Sage kommen müssen!

Habe vorhin das erste Kapitel des "gehörnten Gottes" gelesen und meine Fresse, saugt das Teil einen hinein! Optisch natürlich sofort durch die wunderschön hässlichen Zeichnungen von Simon Bisley und dazu noch Pat Mills, der schon einmal eine seitenlange, launische und unterhaltsame Diskussion über den Sinn des Krieges zwischen Sláine und seinem Druiden vom Zaun lässt.

Auch wenn einem Quereinsteiger wie mich einige Details, Namen und Bezeichnungen stellenweise etwas erschlagen, aber man spürt förmlich mit jedem Satz, welche Sorgfalt und Hingabe die Kreativen UND vor allem auch das Team vom Dantes Verlag in diesen Pracht Band gesteckt haben.

Leider habe ich in den nächsten Tage keine Zeit, die nächsten Kapitel zu lesen (hier wird einem nämlich keine leichte Kost geboten, man muss sich richtig viel Zeit nehmen für diese Welt!), aber ich berichte bestimmt wieder, wenn ich mit dem Band fertig bin!

JRN
07.01.2020, 13:42
Csar (der es HASST!) [auch der Klammerzusatz gehört zum Alias] schrieb:


29. Mai 2019

Ich war letzten Herbst in LA und dort im "Last Bookstore", ein wirklich beeindruckendes Labyrinth an Büchern, Magazinen - und siehe da, sie hatten auch Comics. Hab mit dort den Band "A Study in Emerald" von Neil Gaiman und Rafael Albuquerque geschnappt, der günstig (rund 18$ im Hardcover) und dazu noch von beiden signiert (!) war. Im Kern dreht es sich hier um eine Detektivgeschichte mit Sherlock Holmes und Watson, die sich sehr an Lovecraft'schen Einflüssen orientiert. Ein kurzweiliges, gehobenes Vergnügen, das richtig Spaß machte und optisch sehr ansprechend umgesetzt ist. Sollte man mal davorstehen und es nicht kennen - ist eine klare Empfehlung! 8/10

ComicJoe:


30. Mai 2019

Hört sich sehr interessant an. Hast mich neugierig gemacht ...
Weiß jemand, ob es schon Pläne gibt, dass der Comic von einem Verlag auf Deutsch veröffentlicht werden soll? Ansonsten würde ich mal in dem entsprechenden Beitag bei Panini nachfragen...
Ich komme zwar grundsätzlich mit meinen durchschnittlichen Englischkenntnissen ganz gut durch US-Comics durch, doch finde das Lesen auf Deutsch angenehmer.

"Pläne" gab es damals bereits:
Verlagsankündigung (https://www.dantes-verlag.de/gesamtprogramm/eine-studie-in-smaragdgrün/)
Die Lizenzverhandlungen haben sich dann ein wenig hingezogen ...

JRN
07.01.2020, 14:12
Joe Kerr fragt im Thread zum Comicfestival München:


11. Mai 2019

[...] weiß jemand, ob Jossh vom Dantes Verlag auch in München ist? Evtl. das fleißige Übersetzer Bienchen, JRN?

Darauf Fanboy [Trachtman] in bajuwarischer Weitschweifigkeit:


Ja ist er.

Dann ich am 26. Mai:


Sorry, dass ich erst so spät antworte ... dieses Unterforum frequentiere ich normalerweise nicht [nur wenn ich ohne Arbeit in einem Hotelzimmer sitze, noch nicht einschlafen kann, wie jetzt gerade, und dann ziellos durch dir Gegend surfe] ...

Ich kann Fanboys Antwort noch hinzufügen, dass möglicherweise ein Dantes-Zeichner in München auftauchen wird, der im Augenblick noch nicht angekündigt ist. Sollte dem so sein, ist Josch nicht allein da, dann hat er auch noch ein kleines Extra in Petto [das ebenfalls noch nirgendwo angekündigt ist].

Okay, das klingt jetzt kryptisch, ich weiß. Mehr gibt's hier, sobald ich einen Link zur einen oder anderen Ankündigung schalten kann. [Dann kann ich auch was zum "Übersetzer-Bienchen" sagen.]

... und am 3. Juni:


Soo ... die Ankündigung ist raus. Raulo Cáceres wird am Freitag und am Samstag am Dantes-Stand signieren. Dafür gibt's extra eine Variant-Cover-Ausgabe von Crécy und eine Hardcover-Variante von Captain Swing und die elektrischen Piraten von Cindery Island. [Beide Storys stammen aus der Feder von Warren Ellis.]

Die Captain-Swing-Übersetzung musste ich "mal eben" dazwischen schieben [der Titel erscheint regulär erst im November] - während ich gerade an zwei Vorträgen gearbeitet habe und auf Gremienreise war. Das war tendenziell ein Beitrag zum Bienchensterben. Ist aber alles gut gegangen. Ich hoffe, es hat sich gelohnt und ihr kauft das Teil.
Bzzz...

Am 24. Juni dann das [ausführliche] Fazit von Joe Kerr. Darin schreibt er über den Dantes Verlag Folgendes:


Hier mal ein kleiner Rundumschlag zu vier Tagen Münchner Comicfestival:
Es war wieder heiß, drinnen und draußen, bis abends der Regen einsetzte und man wenigstens etwas Abkühlung bekam. Aber der geübte (zahlende) Festivalgast hat ja dazu gelernt und hat deshalb immer einen Fächer dabei. [...]
Besonders möchte ich mal Josch und Co. vom Dantes Verlag hervorheben. Raulo machte den ganzen Tag großartige Sketche und irgendwie waren da alle mega entspannt und super freundlich. Sonntag wurden dann sogar noch
Prints gratis verteilt! BtW: Josch meinte, eine Veröffentlichung von Avartars Cinema Purgatorio bestünde irgendwann mal im Bereich des möglichen, ist zumindest in seiner Top 10 List.
Also unterstützt diesen Verlag, da steht nämlich noch viel Gutes an! [...]

Das mit Abstand ausführlichste "Festivaltagebuch" voller beeindruckender Widmungszeichnungen hat Kohlenwolle am 29. Juni online gestellt. Daraus den Dantes Verlag betreffend:


Anschließend ging es zum Dantes Stand an dem Raulo Cáaceres signierte. Ich muß zugeben das ich ihn noch nicht kannte, aber wie schnell und detailliert er zeichnete, war beeindruckend. Und seine Originalseiten die auf dem Tisch lagen, waren einfach überragend.

287932879428795


... und später legt er nochmal nach:


Mein persönliches Fazit für das Comicfestival:
Die Highlights waren die guten Bekannten wieder zu sehen, die tollen und erfrischenden Gespräche, die man während den Wartezeiten beim Anstehen führen konnte und dabei wieder sehr nette Sammlerkollegen kennenlernen durfte und das Ehepaar Giardino, das ich nie mehr vergessen werde.
Josch vom Dantes Verlag möchte ich auch noch erwähnen. Wenn man diesem sympatischen Punk auf der Straße begegnen sollte, würde man es sicher nicht für möglich halten, daß er voller Leidenschaft einen tollen Comicverlag auf die Beine gestellt hat.
Die beiden größten Überraschungen für mich waren Raulo Cáceres und Kim. Ich muss zugeben, dass mir beide vorher völlig unbekannt waren.

JRN
07.01.2020, 14:50
Am 6. Juni meldet Foxy-Lady den Erwerb von Äthermechanik. Darauf ich zwei Tage später:


Auch wenn das jetzt wenig überraschend kommt: Ich wäre sehr an einem Foxy-Lady-Lektürebericht zu Äthermechanik interessiert. Ellis scheint hier, wie auch in Apparat - Vier Singles, beim Schreiben nicht nur an ein männliches Publikum gedacht zu haben, im Gegensatz etwa zu Gravel oder Crécy.
Gelingt die "Kontaktaufnahme"?

Es fragt und grüßt:
Der Übersetzer

Foxy-Lady kommt meiner Bitte nach:


11. Juni 2019

Gestern endlich gelesen: Äthermechanik
Hat mich sofort an Sherlock Holmes erinnert und ich dachte *hmhmhm* nur mit veränderten Namen? Hat sich aber dann auch für mich aufgeklärt.
Sehr interessante Geschichte, mit vielen Überraschungen, einer unerfüllten Liebe und einem Ende mit dem ich so nicht gerechnet hätte (Ab und an hat mich die Darstellung von Sax stark an den Joker erinnert.)
Schöne klare Zeichnungen (cool wie Jonathan als "Springer" dargestellt wurde), das Glossar war sehr hilfreich. Hätte mir eine etwas grössere Schrift gewünscht, musste es tatsächlich im Tageslicht lesen, weil es doch recht pinzig ist.
Fazit: Hat mir sehr gut gefallen!!

Darauf wieder ich:


Moin, Foxy-Lady, vielen Dank für Deinen Bericht!

Auf die Sache mit der Schrift hatte ich Josch nach der Übersetzung der ersten Seite mit Blasentexten hingewiesen: Die sind schon im Original bis zum Rand hin vollgeschrieben - und da dann noch die zusätzlichen Buchstaben "reinzuquetschen", die bei einer Übersetzung ins Deutsche grundsätzlich anfallen, das ließ Augenpulver befürchten. Wir werden leider nicht jünger.
Sobald sich auch bei Josch "endlich" die ersten Augenprobleme einstellen, wird's sicherlich die eine oder andere Variant-Ausgabe im Großformat geben ... Motto: "Von führenden Gerontologen getestet."

Zur "unerfülten Liebe":

Hey, Sax Raker entscheidet sich, Großbritannien in Schutt und Asche legen zu lassen und seine Prinzipien über Bord zu werfen [vor allem das, dass er sich nicht in Kriege einmischen oder daran als Akteur partizipieren will], weil er sich "keine Welt ohne Inanna Meyer" vorstellen will ... hat es außerhalb Hollywoods je einen bombastischeren Antrag gegeben? Ich hätte gedacht, hier hat jemand [also: Warren Ellis] das romantisch-viktorianische Beziehungspathos ziemlich konsequent zu Ende gedacht.
Das lässt sich als typisches Chauvie-Balzgehabe bezeichnen und verwerfen ... aber "unerfüllt" wär' mir jetzt nicht eingefallen. Zumindest Sax und Inanna scheinen aus ihrer Beziehung eine ganze Menge "Erfüllung" zu ziehen.
Ich ahne aber, welche Art "Erfüllung" Dir vorschwebt ...

Ansonsten hat Ellis im Nachwort zu "Simon Spector" was zu Pulp-Heldenfiguren und ihren "gestörten" Beziehungen zu den weiblichen Charakteren geschrieben ...
Zu dem Thema gibt's auch was in "Angel trampelt Zukunft" und vor allem in "Stadt der Aussteiger" [aus Apparat - Vier Singles] und dann natürlich auch in Frankensteins Schoß, auf den ihr aber noch ein wenig warten müsst. Darin ist Mary Godwin [die spätere Mary Shelley] die Blickführerfigur ... und im Leben des Shelley-Byron-Kreises ist ja eine ganze Menge "unerfüllt" geblieben ...

Okay. Das interessiert Dich womöglich alles gar nicht. Entschuldige.
Freut' mich, dass Dir Äthermechanik gefallen hat. Und noch einmal danke, dass Du Dir Zeit genommen hast für einen Bericht.

Foxy-Lady, einen Tag später:


"Von führenden Gerontologen getestet" - das nehm ich! Bin ja nur froh, das es mir nicht alleine so geht.
Und danke für die Aufklärung (unerfüllte Liebe sieht von weiblicher und männlicher Seite halt anders aus) ...

JRN
07.01.2020, 15:07
Der unermüdliche clawfinger ...
Besonders gut gefällt mir darin der Hinweis auf Asterix. Ich hab ja schon öfter die Ansicht geäußert, Sláine sei weniger was für Conan-Fans [also Anhänger der Heroic Fantasy], sondern richte sich eher an "erwachsenere" Asterix- und Alix-Freunde...


12. Juni 2019

Slaine, Band 7: Die Hexenkönigin (Dantes Verlag)

Und schon geht's weiter mit Slaine. Der Kelten-König macht zur Abwechslung mal eben eine kleine Zeitreise und legt sich mit den Römern an. An dieser Stelle dürfte jedem klar sein, was das bedeutet. Neben jeder Menge eingeschlagenen Römer-Schädeln (im Grunde wie bei Asterix, nur mit mehr Blut und Gedärmen), gibt es auch noch die Rückkehr eines besonders gefährlichen Widersachers. Pat Mills übt im Vorwort von Band 6 ja schwere Selbstkritik und ist der Meinung, dass man nach "Der König" "Der gehörnte Gott" nie wieder auf das gleiche Niveau gefunden hat. Dem kann ich mich ehrlich nicht anschließen. "Die Hexenkönigin" hat mir fast noch mehr Spaß beim Lesen gemacht als der Vorgänger. Liegt vielleicht auch daran, dass ich Glenn Fabry sogar noch ein wenig besser finde als Simon Bisley (ja, Ketzerei, ich weiß...). Pat Mills liefert eine wirklich gelungene Haupt-Story. Als Bonus gibt es ein paar kürzere Geschichten, teilweise auch zum ersten Mal auf Deutsch. Und Ukko präsentiert sich in Band 7 wirklich in absoluter Bestform. Ein paarmal musste ich echt laut lachen. Hier zeigt sich auch nochmal die Qualität der Übersetzung. Selbst für eigentlich unübersetzbare Wortspiele und dergleichen findet sich immer eine gelungene deutsche Version.

Der Band erscheint eigentlich erst Ende Juni für 29,00 Euro (148 Seiten im Albenformat). Echte Kelten-Krieger besorgen sich aber schon vorher die streng limitierte und nummerierte Sonderedition (nur 50 Stück). Die kommt dann nämlich auch noch signiert von Glenn Fabry persönlich.

Meine Antwort vom gleichen Tag:


Heyhey, clawfinger ist seiner Zeit weit voraus - und dem Veröffentlichungstermin der regulären Sláine-7-Ausgabe.

Wieder einmal: Vielen Dank für die schöne Rezension [und die lobenden Worte in meine Richtung].
Eine sachliche Korrektur sei erlaubt: Der von Pat Mills in Band 6 als "Höhepunkt" angesprochene Band ist "Der gehörnte Gott", nicht "Der König". "Der König" ist nur mein persönlicher Favorit [soviel zum Thema "Bisley-Ketzerei"] ...

Daredevil 333:


13. Juni 2019

Zitat clawfinger:
"Der Band erscheint eigentlich erst Ende Juni für 29,00 Euro (148 Seiten im Albenformat). Echte Kelten-Krieger besorgen sich aber schon vorher die streng limitierte und nummerierte Sonderedition (nur 50 Stück). Die kommt dann nämlich auch noch signiert von Glenn Fabry persönlich."

Und wo kriegt man die???

... worauf ein Link auf die Dantes-Homepage geschaltet wurde.

JRN
07.01.2020, 15:16
Und damit wäre das halbe Jahr 2019 rum ... und der Copy-und-Paste-Rabe legt erstmal seine Siesta ein.

JRN
07.01.2020, 18:56
Soo ... auf zum Endspurt ... mit clawfinger:


14. Juli 2019

Apparat, Band 2: Vier Singles (Dantes Verlag)

Enthalten sind vier sehr unterschiedliche Geschichten:

"Angel trampelt Zukunft" ist reinster Cyberpunk (auch wenn der Begriff im gesamten Band kein einziges Mal fällt), wie ihn ein John Shirley nicht besser hätte hinbekommen können. Durchgedrehte Figuren, durchgedrehte Ideen und eine Handlung, die nicht nur seltsam anmutet, sondern auch genauso seltsam erzählt wird. Und das Ganze dann in einem Zukunftsszenario. Die Zeichnungen stammen von Juan José Ryp, den ich als Valiant-Fan schon lange ins Herz geschlossen habe.

"Frank Ironwine" handelt von eben diesem. Er ist Cop und soll einen Mord aufklären, ihm wird eine neue Partnerin an die Seite gestellt. Klingt nach Klischee und schon tausendmal gesehen/gehört/gelesen? Warren Ellis umschifft dieses Problem dadurch, dass er eine herrlich kaputte aber gleichzeitig sympathische Hauptfigur erschafft. Auch die Auflösung des Falles gefällt. Insgesamt wesentlich leichter zu verdauen als "Angel trampelt Zukunft". Den Zeichenstift schwang Carla Speed McNeil.

"Stadt der Aussteiger" erzählt von einer jungen Frau, die zum Militär ging und nun zurückkehrt ins Zivilleben. Eine ruhige Geschichte mit sehr ungewöhnlichen Bildern von Laurenn McCubbin. Ellis zeigt hier sein Gespür für gute Dialoge und interessante Charaktere.

Das komplette Gegenteil ist "Simon Spector". Der eine oder andere kennt die Story vielleicht schon vom Gratis-Comic-Tag. Spector schluckt Drogen, um Superkräfte zu entwickeln und damit Menschen in Not zu helfen. Dabei geht er äußerst brutal zur Sache. Hier kommt Ellis Vorliebe für klassische Pulps am deutlichsten durch, wie ich finde. Das ganze erinnert wirklich sehr an The Shadow oder The Spider, die ich auch selbst gerne lese. Gelungene Geradeaus-in-die-Fresse-Action ohne unnötige Schnörkel.

An Bonusmaterial mangelt es dem Band nicht. Für jede einzelne Story hat Ellis ein ausführliches Nachwort verfasst. Außerdem gibt es am Ende nochmal ein zusätzliches Nachwort für den Sammelband.

Ich persönlich mag sowohl breit erzählte Epen als auch Kurzgeschichten. Anthologien wie "Vier Singles" sind sehr selten geworden (vor allem im Comic-Bereich). Umso schöner sie nun auf deutsch zu lesen. 124 Seiten für 14 Euro in S/W.

Direkt im Anschluss ich:


Super. Wieder eine gelungene Rezension, über die ich mich sehr gefreut habe.
Dafür vielen Dank.

Ich nehme Deine Besprechung zum Anlass, noch eine grundsätzliche Bemerkung zu Vier Singles loszuwerden:

Heiner Lünstedt hatte in seiner Alfonz-Rezi ja so seine Probleme mit dem Artwork von "Frank Ironwine" und "Stadt der Aussteiger". Ich kann das zwar nachvollziehen [ich bin beim ersten Lesen mit diesen beiden Episoden selbst nicht warm geworden], aber inzwischen hoffe ich, dass jeder und vor allem jede gerade diesen beiden Storys eine zweite Chance gibt. Ich hab' erst beim Korrekturlesen auf dem großen Bildschirm gemerkt, wie clever McNeil und McCubbin ihre Zeichnungen angelegt haben [gerade wenn du dir anguckst, was und wie die beiden sonst zeichnen]. Das ist sicherlich kein Versuch, sich irgendeinem Mainstream anzubiedern, passt aber ausgezeichnet zu den Geschichten, die Ellis erzählen will. Und Ellis hat alle vier Geschichten fast schon beängstigend gut auf deren jeweilige Zeichner und vor allem die Zeichnerinnen hin angelegt.

"Frank Ironwine" ist dabei nicht nur eine "Columbo"-Hommage, sondern auch eine Parabel über LGBT - und zwar, wie ich finde, eine einfühlsame, durchaus gelungene [grade auch, weil der "bad cop" eine weibliche Figur ist]. Und was "Stadt der Aussteiger" angeht, bin ich mir inzwischen fast sicher, dass die eigentlich zentrale Figur in der Story nicht Emma, die Fliegerin, ist, sondern Kim, die Kneipenbesitzerin [oder besser: deren Vorbild im richtigen Leben]. Hier geht es um die echten Heldinnen des Alltags ... und die, die ihnen helfen, über die Runden zu kommen. Diese Story wär' was für unsere "Frauenthemen"-Autorinnen im Comic-Solidarity-Umfeld ... zum Inspirieren-lassen und zum Sich-dran-reiben. "Genre" und "Message" ... das kann funktionieren ...

Und: Das alles ist nicht das, was gewöhnlich mit dem Namen "Ellis" in Verbindung gebracht wird, oder?

JRN
07.01.2020, 19:14
sternenbrand:


16. Juli 2019

Gerade entdeckt und auch bestellt: zwei Drucke von Usagi Yojimbo sig. von Stan Sakai. Wo? Beim Dantes Verlag. Laut Vorschaubild sogar mit kleinem Doddle.
Sehr schön!
Vielleicht interessiert das hier noch jemand.

Comic-Republic:


Auf 55 Stück limitiert. Ich habe gleich je zwei bestellt!

ders:


Vermutlich sind schon alle weg, aber hat mal jemand nen Link dahin? Würde sie mir zumindest gerne mal ansehen.

Der Link wird nachgereicht. Darauf dann churchi:


auch 2 mitgenommen...
Hab gestern die Apparat Bände bestellt, vielleicht geht das dann ja noch unter einmal schicken?

Kal-L:


Danke für den Link, hab mir gleich mal von jedem Motiv eins bestellt, und zumindest scheinen noch Drucke vorhanden zu sein. Die sich in der Nähe meine Usagi Yojimbo Bände gut machen werden!

sternenbrand:


17. Juli 2019

Gerade Post vom Dantes Verlag bekommen. Beide Sakai-Drucke und ein Programmheft mit einem Usagi 1-Seiter. Das ging ja flott. Vorgestern bestellt und bereits da. Danke Josch!
Für manche wichtig: Beide Drucke haben die gleiche Nummer. 17

Comic-Republic:


Verrückt! Meine waren heute auch schon bei der Post! Ob Josch es selber vorbeigebracht hat?
Sehr hübsch, die Prints! Ein Satz geht dann zu nem Freund!

Kal-L:


Das schürt Erwartungen, gestern habe ich es ja bestellt aber noch bin ich auf dem Heimweg ... mal sehen ob was drin ist. Jetzt bin ich ganz hibbelig.
P.S.: Ja ist auch drin gewesen und sieht wunderbar aus (mit Nr. 16 drauf). Dafür wird das Geld auch gleich morgen überwiesen, für die schnelle Lieferung ohne jegliche Beschädigung.
Bild gibt es Morgen...

... und gleich nochmal:


18. Juli 2019

Die neuen Prints im Regalfach...

28797



churchi:


Eine Frage am Rande, verschickt Dantes eine Versandbestätigung?
Am Montag 3 Apparat Bände und am Dienstag die 2 Sakai Prints bestellt (auch sofort per paypal bezahlt).
Versand ist nach AT, also bin ich jetzt noch nicht nervös. Würde mich interessieren da es meine erste Bestellung dort war ...

sternenbrand:


Hi
Ich hab bis jetzt immer nur eine Bestell- und keine Versantbestätigung bekommen.
Nach AT dauert es doch immer ein bisschen länger, oder?

churchi:


Ja, unsere Post arbeitet im Schneckentempo. Deswegen mache ich mir (noch) keine Sorgen, mich hat nur interessiert wie das abläuft ...

Kal-L:


Habe auch erstmals bei Dantes bestellt und mehr als eine Bestätigung, dass die Bestellung eingegangen ist, habe ich nicht erhalten. Was bei der Dauer eigentlich nicht notwendig war.

JRN:


An churchi und alle:
Solche Fragen könnt ihr Josch auch gern direkt stellen ... entweder über die Verlagsseite oder über das Dantes-Unterforum im Comicforum.
Aber immer dran denken: Josch arbeitet in seinem Brotjob häufig nachts. Und wenn er dann tagsüber schläft, bleiben Mails auch mal ein paar Stunden liegen.

churchi:


Ist ja pille palle. Hat sich einfach ergeben, da einige hier gepostet haben und da geht einem die Frage ja leicht von der Hand.

JRN
07.01.2020, 19:37
churchi:


24. Juli 2019

CRÉCY
APPARAT 2007 / DANTES Verlag 2019

https://abload.de/img/cr1n6k2r.jpg https://abload.de/img/cr24zkhu.jpg

Warren Ellis & Raulo Cáceres

Eine Geschichtsstunde der etwas anderen Art. Während der ersten Phase des hundertjährigen Krieges im Jahre 1346 begleiten wir den englischen Langbogenschützen "William von Stonham" bis zu der Schlacht in Crécy.
Wobei William jetzt nicht der einfühlsame Geschichtsprofessor ist, sondern ein xenophober Hooligan, der uns erklärt, warum Engländer so einen Hass auf die „Scheiß Froschfresser“ haben.
Der derbe Ton wird von Ellis auf die Spitze getrieben man sollte sich schon mal an das Wort "Fotze" gewöhnen. Kann durchaus verstehen, wenn das jemandem zuviel wird.

Die Engländer marschieren plündernd durch Frankreich. Währenddessen erzählt William von historischen Ereignissen und zeigt auch die (schmutzige) Kriegsführung in dieser harten Zeit auf.
Hauptaugenmerk liegt auf dem Kampf mit dem Bogen und Verwendung der verschiedenen Pfeilaufsätzen.

„Kommt euch wahrscheinlich primitiv vor. Macht aber nich’ den Fehler uns für dämlich zu halten“.
Wir sind genauso schlau wie ihr. Wir haben nur nicht soviel Wissen angehäuft wie ihr. Unsere Schlauheit ist an unsere Mittel angepasst.“

Ellis verzichtet dabei meist auf Dialoge (sind dann eh nur gegenseitige Beschimpfungen) sondern lässt den Proll in direkter Ansprache an den Leser seine Sicht der Dinge darlegen.
William glänzt dabei mit Sprache und Wissen, das wohl erst hunderte Jahre später entwickelt wurde.

Die deutsche Ausgabe bietet viele Anmerkungen und einen Anhang die zur Verständlichkeit beitragen (aber dadurch auch ab und an aus dem Lesefluss reißen).
„Höhepunkt“ ist dann die namensgebende Schlacht um „Crécy“ bei der die beiden Heere aufeinanderprallen und eine neue Ära der Kriegsführung einleiten …

https://abload.de/img/cr36djgp.jpg

In Szene gesetzt wird die mittelalterliche Welt von dem spanischen Künstler Raulo Cáceres (Francisco Raúl Cáceres Anillo) in detaillierten schwarz/weiß Bildern.
Ein größeres Format hätte dem Artwork IMO gut getan und wirkt so manchmal etwas gedrungen.

Der Umfang ist mit 48 Seiten gerade richtig. Die Standardausgabe kostet faire 9,- Euro, die limitierte Variante (inkl. signiertem Print von Raulo) gibt es um 18,- Euro.
Wobei mir erstere mit dem Longbowman's Salute etwas besser gefällt ...

Als Überraschung hatte meine limitierte Ausgabe einen kleinen Pencil Sketch von Cáceres im Innenteil. Keine Ahnung ob das bei allen so ist …
Crécy ist wohl eher was für große Jungs die schon „300“ mochten und keine ernste Story erwarten. Oder halt Warren-Ellis-Fanboys.

Dafür gibt churchi 3,5 von 5 Sternen.

Marvel Boy, direkt im Anschluss:


Bei "Bogenschütze" hast du mich schon gehabt.
Schnell mal in die Leseprobe schauen, wenn die passt ist der beim nächsten Dealerbesuch gekauft.

Dann ich:


Vielen Dank für die Rezension, churchi ... und entschuldige, wenn Dich die eine oder andere Fußnote aus dem Lesefluss gerissen hat. Bei einem potenziell heiklen Thema fand ich es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Ellis im Text genug Hinweise versteckt hat, dass er von Stonehams Ansichten weder teilt noch für zeitgenössisch hält.
Ich gestehe aber, dass ich selten so viel Spaß beim Übersetzen hatte, wie bei den ersten vier Seiten von Crécy ...

Hier noch ein Fun Fact, den ich beim besten Willen nicht unterbringen konnte:
Dass die Briten den Langbogen im 14. Jahrhundert zum Rückgrat ihrer Militärmacht gemacht haben, hatte zwei Konsequenzen, mit denen wir es noch heute zu tun haben ...
Zum einen haben sie für die Bogen so viel Eibenholz benötigt, dass dieser sehr langsam wachsende Baum heute in ganz Europa nach wie vor ausgesprochen selten ist [er war mal nicht nur in ganz Europa verbreitet, sondern auch alles andere als selten];
zum anderen haben sie für den Ankauf des Eibenholzes ein den ganzen Kontinent umspannendes Handelsnetz benötigt [zu dem auch die Hanse gehört hat], das schließlich dazu geführt hat, dass sie im 17. Jahrhundert, als Elisabeth I. sich wegen akuten Eibenholzmangels genötigt sah, die Bogen durch die waffentechnisch diesen damals noch weit unterlegenen Feuerwaffen zu ersetzen, zur führenden Handelsnation des "alten" Kontinents aufgestiegen waren - einfach, weil sie die besten und am weitesten reichenden Kontakte hatten, die sie inzwischen natürlich auch für alle möglichen anderen Waren nutzten.

Dann wieder Marvel Boy:


An der Leseprobe haben mir die Fußnoten am besten gefallen.
Was mir an den Zeichnungen auffällt: Haben die Jungs damals ohne Habschutz geschossen? Die hatten am Langbogen ja keine Pfeilauflage.

churchi:


Meinst du einen Hand/Fingerschutz? Den sieht man tatsächlich nicht. Verschiedene Techniken im Umgang mit den Bogen ist aber ein Thema.

Zitat JRN:
"Vielen Dank für die Rezension, churchi ... und entschuldige, wenn Dich die eine oder andere Fußnote aus dem Lesefluss gerissen hat."

Sei dir verziehen.
Nee, die sind schon wirklich hilfreich. Die Fußnote, dass Ellis einmal den Bogen wie einen weiblichen Körper (Geliebte) beschreibt, hätte ich z.B. aber nicht gebraucht.

JRN:


@ Marvel Boy:

Gute Frage.
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass die Schützen ihre Hände nicht geschützt haben sollen ... allerdings hält sich Raulo hier an die recherchierbaren Vorlagen: Sowohl in den Illustrationen der gängigen "Waffenkunde"-Bücher als auch auf den Fotos mit Re-Enactors sind die Hände der Bogenschützen ungeschützt.
Zu Ellis' Aussage, dass die Bogenschützen armes Landvolk ohne große Ausrüstung gewesen sein sollen [eine zweifelhafte Aussage, übrigens], also "harte Jungs", passt es natürlich besser, wenn sie ohne Weicheier-Schutzvorrichtungen "arbeiten" ...

Übrigens:
Ich sollte vielleicht noch ergänzen, dass die reguläre Ausgabe noch gar nicht im Handel ist. Sie ist für nächsten Monat angekündigt, kann aber natürlich schon vorbestellt werden ...

Mit 1000 Grüßen,
JRN

Edit: Crossposting mit churchi

Marvel Boy:


24. Juli 2019

Zitat churchi:
"Meinst du einen Hand/Fingerschutz? Den sieht man tatsächlich nicht. Verschiedene Techniken im Umgang mit den Bogen ist aber ein Thema."

Ja, Hand und Fingerschutz.
Klar, ich kann den Bogen auch ohne spannen, nur hält man das eben nicht so lange durch.
Den Pfeil aber über die Hand bzw über den Daumen gleiten zu lassen geht bestimmt nich lange gut.
Beides wird ja in deinen beiden Bildern gezeigt, somit schonmal verschiedene Techniken.
Man benutzte damals schon Leder oder auch Ringe dafür.
Aber das ist jetzt kein Kaufkriterium.
Ich gehe mal davon aus, alles harte Kerle mit viel Hornhaut.

Zitat JRN:
"Ich sollte vielleicht noch ergänzen, dass die reguläre Ausgabe noch gar nicht im Handel ist. Sie ist für nächsten Monat angekündigt, kann aber natürlich schon vorbestellt werden ..."

Wenn der Normalband noch nicht draußen ist, finde ich aber den limitierten bei meinem Händler?

JRN:


Zitat churchi:
"Sei dir verziehen.
Nee, die sind schon wirklich hilfreich. Die Fußnote, dass Ellis einmal den Bogen wie einen weiblichen Körper (Geliebte) beschreibt, hätte ich z.B. aber nicht gebraucht."

Danke.
Ja, okay. Kann ich verstehen. Da geht der Übersetzerehrgeiz mit mir durch. Die "erotische" Konnotation fand' ich im Original deutlicher als in meiner Übersetzung ... und wollt' sie dann nicht einfach "stillschweigend kassiert haben".
Es gibt in den Band ja sonst auch eher wenig Erotik ...

... es folgt ein Link auf die Dantes-Homepage für Marvel Boy. Darauf er:


Schade, ich unterstütze immer gerne den Laden vor Ort.
Kannst du als Anreiz, das diesmal nicht zu tun, mal das Motiv vom Druck posten?

Edit:
Vergiss es, bin zu blöd.
Es ist das Bogenschützencover ohne Schrift.

JRN:


Genau.
Und was Josch da verkauft, das sind die Restexemplare der Vorzugsausgabe, die für Erfurt produziert worden ist.
Die waren halt nie für den Handel bestimmt. Und inzwischen gibt's natürlich auch gar nicht mehr genug Exemplare, um sie flächendeckend Händlern anzubieten ...

Support your local dealer, klar!
Aber hier handelt es sich um einen Sonderfall.

Marvel Boy:


Da ist was dran.

churchi:


Zitat Marvel Boy:
"Schade, ich unterstütze immer gerne den Laden vor Ort."

Ist ja kein Großverlag, da kann man auch ohne Zwischenhandel unterstützen. Die Preise sind wirklich in Ordnung, gerade gab es auch tolle Stan Sakai Prints (Usagi Yojimbo).

Zitat JRN:
"Ja, okay. Kann ich verstehen. Da geht der Übersetzerehrgeiz mit mir durch. Die 'erotische' Konnotation fand' ich im Original deutlicher als in meiner Übersetzung ... und wollt' sie dann nicht einfach 'stillschweigend kassiert haben'.
Es gibt in den Band ja sonst auch eher wenig Erotik ..."

Hatte ich auch in der Übersetzung so verstanden, deswegen fand ich die Anmerkung seltsam. Falls das falsch rüber kam ...

Daredevil 333:


25. Juli 2019

Zitat churchi:
"Meinst du einen Hand/Fingerschutz? Den sieht man tatsächlich nicht. Verschiedene Techniken im Umgang mit den Bogen ist aber ein Thema."

Was die Technik beim Bogenschiessen anbelangt, muss ich bei einigen Darstellungen von Zeichnern oft schmunzeln.

thepigeon:


Zitat churchi:
"Eine Geschichtsstunde der etwas anderen Art. [...]
Wobei William jetzt nicht der einfühlsame Geschichtsprofessor ist, sondern ein xenophober Hooligan der uns erklärt warum Engländer so einen Hass auf die „Scheiß Froschfresser“ haben."

Bei solchen Aussagen werde ich schon skeptisch. Das riecht nach Geschichtsbetrachtung aus heutiger Sicht und sowas finde ich in der Regel eher langweilig bis sinnfrei. Ein ausgeprägtes Nationalbewusstsein gab es zur Zeit des 100jährigen Krieges noch nicht. I.ü. war das englische Königshaus Plantagenet zu der Zeit selber stark französisch geprägt und man ist zur Hälfte unter französischer Flagge angetreten (was ja auch Hintergrund dieses Krieges war).

JRN:


@ thepigeon:

Genau um den von Dir angesprochenen Punkt geht's in Crécy. Also "Geschichtsstunde" nicht bezogen auf das 14. Jahrhundert, sondern auf die Gegenwart. IMHO macht sich Ellis über die "Geschichtsschreibung" in den Pulps lustig ... schließlich ist Crécy im Rahmen seines fiktiven "Apparat"-Verlags erschienen, in dem er versucht hat, bestimmte aus den Pulps bekannte Archetypen und Erzählmuster bis in die Gegenwart fortzuschreiben. Dazu würde dann natürlich auch ein xenophober Nationalist als Held passen, der mit alternativen Fakten nur so um sich wirft [in den Pulps wimmelte es geradezu von solchen Typen].
Ob und inwieweit Ellis die Umsetzung seines Vorhabens in Crécy gelungen ist, sollte natürlich jeder und jede selbst beurteilen ... aber bitte erst nach erfolgter Lektüre.
Danke.

JRN
07.01.2020, 20:17
Fozzy mit seinem ersten Dantes-Post:


23. August 2019

https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1820x1280:format=png/path/sd93fc6646455132a/image/id0245e9b3e0c8d02/version/1551086735/image.png

In diesem Comic geht es um den Polizisten John Cain, dessen psychische Verfassung sich einerseits durch die Belastung seines Jobs, andererseits durch einen persönlichen Verlust immer weiter verschlechtert. So überrascht es wenig, dass er sich in den Fall eines ermordeten und gequälten Mädchens regelrecht festbiss und hineinsteigerte. Er versprach den Eltern, den Mörder ihres Kindes zu finden, koste es, was es wolle. Unterstützt wird er dabei von seinem Partner Pal, der wenigstens versucht, John vor dem totalen Absturz zu bewahren.

Zwischen den Kapiteln sind kurze Texte eingestreut, in denen der Autor Warren Ellis darauf eingeht, was er sich beim Schreiben von Narben gedacht hat. Dabei nimmt er immer wieder Bezug auf reale Verbrechen und Ermordungen. Weiterhin schreibt er, dass er sich beim Schreiben versuchte das schlimmste wiederzugeben, was er sich vorstellen kann; In seinem Fall die Entführung und Folter seiner eigenen Tochter. Ich finde, seine Bemühungen, eine wirklich widerliche Geschichte zu schreiben, lassen sich sehen. Ein wirklich schönes Gefühl hinterlässt der Comic nicht und es gab die ein oder andere Stelle, die mir glatt den Magen verdreht hat. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich an keinem Punkt der Story langweilte, ganz im Gegenteil. Obwohl man den Aufbau solch einer Geschichte zu genüge kennt, fieberte ich richtig mit John mit.

Bei den Zeichnungen schreckte mich das schwarz/weiß erst einmal ab, aber hier fand ich es nach einer kurzen Eingewöhnung nicht mehr störend. Irgendwie passte die Farblosigkeit dann sogar ganz gut und das erste mal kann ich so wirklich nachvollziehen, was Leute meinen wenn sie sagen, dass manche Geschichten in Farbe nicht wirken.

Also; Volle Empfehlung für Narben, welches vor kurzem für 17,00€ als Softcover im Dantes Verlag erschien.

JRN
07.01.2020, 20:25
El Duderino erwähnt den Dantes-Verlag in einem Beitrag, in dem es eigentlich um Ruins geht, also keinen Dantes-Comic:


26. August 2019

[...] Ich finde es übrigens spannend, dass momentan so etwas wie eine kleine Warren-Ellis-Renaissance hierzulande herrscht, da hat wohl der Dantes Verlag auch seinen Teil dazu beigetragen.
Wenn ich so meine Regale durchforste, muss ich auch sehen, dass ich einiges von Ellis angesammelt habe, was auf eine neuerliche Lesung wartet. Wenn ich da nur an Desolation Jones denke ... aber auch die Authority muss mal wieder sein ... hachja ...

Darauf Joe Kerr:


Ruins ist so ein Ding, das hab ich auch noch auf meiner Liste. Schade, dass da wohl nie eine deutsche Ausgabe erscheinen wird, trotz des Ellis-Revival via Dantes Verlag.

JRN
07.01.2020, 20:32
Und dann gab's da noch den Thread "Eure All-Time Top-Ten-Comics, die man gelesen haben sollte" ...
Ich kopier' hier mal die rein, die in ihren Beiträgen etwas von uns erwähnt haben [mit Hervorhebungen von mir] ... und mach' selbst den Anfang:


4. September 2019

Wenn ich mir meine spontane Liste [die wahrscheinlich in zwei Stunden schon wieder ganz anders aussehen würde] so angucke, bin ich selbst überrascht, dass darin kaum Farbe vorkommt. Ich lese Comics, weil ich mich von wohl konstruierten, anspielungsreichen Geschichten unterhalten lassen möchte, die aufgrund eines irgendwie gearteten Bezugs zur Realität auch die nicht-kontemplativen Hirnregionen anregen ... und weil ich mich für inspirierte Strichzeichnungen begeistern kann. Offensichtlich.

Alphabetisch sortiert [nach den Namen der Szenaristen]:

Cothias/Julliard: Les 7 viers de l'epervier [die ursprünglichen sieben Bände]
Franquin: Idées noirs [weil hier IMHO seine Zeichenkunst am besten zur Geltung kommt - und sein grandioser Humor]
Gaiman/diverse: Sandman [allerdings nur im Original]
Hoshino: 2001 Nights
Koike/Kojima: Lone Wulf & Cub
Miyazaki: Nausicaä of the Valley of Wind
Moore/Gibbons: Watchmen
Pratt: Corto Maltese [in der unkolorierten Version]
Sakai: Usagi Yojimbo [hier bin ich als Übersetzer natürlich interessierte Partei]
Spiegelman: MAUS

Mit 1000 Grüßen,
JRN

Comic-Republic:


5. September 2019+5

Ach du kacke! Das klappt mit 10 Serien ja gar nicht...

☆ Hellboy & B.P.R.D. (Cross Cult)
☆ The Goon (Cross Cult)
☆ Locke & Key (Panini)
☆ Civil War & Die Initiative (Panini)
☆ Asterios Polyp (Eichborn)
☆ Corto Maltese (schreiber & leser)
☆ Strangers in Paradise (schreiber & leser)
☆ Omni-Visibilis (Salleck)
☆ Sandman (Panini)
☆ Preacher (Panini)
☆ Rocketeer (Cross Cult)
☆ Azimut (Splitter)
☆ Die Katze des Rabbiners (Avant)
☆ Aldebaran/Betelgeuze/Antares (Splitter)
☆ BONE (Popcom/Tokyopop)
☆ Rembetiko (reprodukt)
☆ Usagi Yojimbo (Dantes Verlag)
☆ Das Gedächtnis des Meeres (Salleck)
☆ Essex County (Edition 52)

Karate Lothar:


7. September 2019

Alle Jahre wieder...
Altbekannter Thread mit altbekanntem Thema und noch älterbekanntem Inhalt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch unsere alteingesessene Forumstante mit ihrem obligatorischen Link auf eine höchst dubiose Internetseite. Und alles wäre wieder beim Alten.
Aber weil es ihr seid, hier mal die absoluten Basics ...

Paul Pope – 100%, Heavy Liquid, THB
Herge - Tintin
Veitch – Bratpack, Rare bit Fiends
Urasawa – Monster, Billy Bat, Pluto
Edgar P. Jacobs – Blake&Mortimer
Babrielle Bell – The Voyeurs
Aaron – Scalped, Southern Bastards
Carlos Sampayo – Alack Sinner
Kindt – 2 Sisters Superspy, Mind MGMT
Carol Swain - Gast
Manu Larcenet – Blast, Brodecks Bericht
Robinson - Starman
Darwyn Cooke – Parker
Lemire – Lost Dogs, Essex County, Sweet Tooth, Royal City
Woodring - Frank
McKeever – Plastic Forks, Eddy Current, Industrial Gothic
Joyce Farmer – Special Exits
Morisson – Invisibles, Animal Man, Doompatrol, Zenith
Busiek – Astro City
Ellis – Transmetropolitan, Planetary, Stormwatch
Katchor – Julius Knipl, Cheap Novelties
Delano – Outlaw Nation
Phoebe Gloeckner – A Childs Life, The Diary of a teenage Girl
Lapham – Stray Bullets, Murder me Dead
Crepax - Valentina
McKean – Cages
Boucq/Charyn - Teufelsmaul
Keiji Nakazawa – Barfuss durch Hiroshima
Gaiman – Sandman, Signal to Noise
Katshuiro Otomo – Akira
Graham – Prophet, King City
Jodorowsky – Weisser Lama, Meta Barone
Shelton – Freak Brothers
Goscinny – Asterix, Lucky Luke
Yokoyama – Garden
Wally Wood – div. EC, Weird Science
Sacco – Safe Area Goradzde, Footnotes in Gaza, Palestine
Wrightson – Freakshow
Jules Feiffer – Sick sick sick, Tantrum
Ennis – Preacher, Hitman, Hellblazer, div. War Stories, Punisher
Dufaux – Jessica Blandy
Rucka – Queens & County, Stumptown
Spiegelman – Maus
Campbell - Alec
Toppi - Sharaz-De
Pekar – American Splendor
Kyle Baker – I die at midnight, You are here, Why I hate Saturn
Jaime Hernandez – Love Bunglars, Love and Rockets
Gilbert Hernandez – High Soft Lips, Speak of the Devil
Vaughan – Y the last man
Lepage – Reise zum Kerguelen-Archipel
Mazzucchelli – Asterois Polyps, Rubber Blanket storys, Das erste Jahr
Blanquet – Toys in the Basement
Hogarth - Tarzan
Alan Moore – From Hell, Watchmen, Swamp Thing, Miracleman, V, Lost Girls, LGX, Killing Joke
Cothias – Die 7 Leben des Falken
Grunewald – Squadron Supreme
Carol Tyler – The Hannah Story
Talbot – Alice in Sunderland
Hermann – Sarajevo Tango, Türme von Bos-Maury, Comanche
Wagner – History of Violence
Wolverton – Spacehawk
Hankiewicz - Asthma
Griffith – Zippy the Pinnhead
Ba/Moon - Daytripper
Milligan- Skreemer, Skin, Shade
McCloud – Understanding Comics, Zot
Pat Mills – Accident Man
Guibert – The Photographer
Sokal – Inspektor Canardo
Franquin – Gaston, Spirou & Fantasio
Loisel – Das Nest, Vogel der Zeit
Loeb/Sale – The long Helloween
Schuiten/Peeters – Geheimnisvolle Städte
Eric Powell – Big Mans Plan, Goon: Chinatown, Chimichanga
Watterson – Calvin & Hobbes
Renee French – Grit Bath, Baby Bjornstrand
Eastman – Fugitoid, Gobbledygook, TMNT Vol.1
Auster/ Mazzucchelli - City of Glass
Christin/Mezieres – Valerian&Veronique
Joe Matt – Peepshow, The poor Bastard
Hino – Hino Horror
Jeff Smith – Bone
Bagge - Hate
Mathieu – Gefangener der Träume
Jason Karns - Fukitor
Barks – div. „Scrooge“
Lynd Ward – God´s Man
Chris Ware – Jimmy Corrigan, ACME Library
Tsumo Nihei - BLAME
Corben – diverse Creepy, Eerie
Dylan Horrocks - Hicksville
Andreas – Cromwell Stone
Sienkiewicz – Stray Toasters, Elektra Assassin
Pratt – Corto Maltese
Mattotti – Feuer
Azuma – Yotsuba&!
Druillet – Die Nacht, Lone Sloane
Schultheis – Die Wahrheit über Shelby, Kaputt in der City
Burns – Black Hole, X Trilogie
Seth – Ist a good Life if you dont weaken, Wimbledon Green
Serpieri – Druuna
Shaky Kane –Bulletproof Coffin
Oesterheld – Eternauta
Ito – Uzumaki, Gyo
Chester Brown – Luis Riel, Ed the happy Clown, Paying for it
Schulz – Peanuts
Lawrence – Trigan, Storm
Peterson – Mouse Guard
Vance – Kings in Disguise
Peter O`Donnell – Modesty Blaise
Thompson – Blankets
Koike/Kojima – Lone Wolf and Cub, Samurai Executioneer
Neil Adams - Green Lantern/Green Arrow
Josh Simmons – The Furry Trap
Mignola – Hellboy
Brinkman – Teratoid Heights
Satrapi - Persepolis
Moebius / Giraud – John Difool, Hermetische Garage, Blueberry
Kirby – Fourth World
David Beauchard - Epileptic
Tardi – Im Visier, Zum Abschuss freigegeben, Nestor Burma
Herriman – Krazy Kat
Baru – Autoroute de Soleil, Wut im Bauch, Hau die Bässe rein Bruno
Brubaker – Lowlife, Criminal
Crumb – Zap
Delisle - Pyongyang
Taniguchi – Gipfel der Götter, Der spazierende Mann, Vertraute Fremde
Thomas Ott – Greetings from Hellville, Dead End
Bourgeon – Reisend im Wind, Gefährten der Dämmerung
Dave Sim – Cerebus
Trondheim – Herrn Hases haarsträubende Abenteuer
Swolfs - Durango
Peyo – Johann und Pfiffikus, Smurfs
Bendis - Torso
Sakai – Usagi Yojimbo
Guarnido - Blacksad
Liberatore – Ranxeron Trilogie
Andersson – The Excavation, Pixy
Risso – 100 Bullets
Al Columbia – Pim&Francie
Terry Moore – Strangers in Paradise
Miller – Sin City, DKR, Martha Washington, Daredevil, Ronin
Manara – Ein indianischer Sommer, Bergmann
David Small - Stitches
Inio Asano – What a wonderful world, Gute Nacht Punpun
Kleist – Fucked 2000, Der Boxer
Eisner – Spirit, Contract with God
Daniel Clowes – Ice Heaven, The Death Ray, Ghostworld
Judie Doucet – My New York Diary
Bilal – Treibjagd, Nikopol Trilogie

... selbstverständlich so voll karatemäßig mit diversen Hochkaräter hochgezüchtet und aufgemotzt, die hier höchstwahrscheinlich wirklich nur die allerwenigsten kennen dürften – wenn überhaupt. Wohl bekomms, werte Gemeinde.

LaLe:


7. September 2019

Liebe Leute, welchen Teil von "10" versteht ihr alle nicht?

Sturm:


8. September 2019

Puuhh, ohne Reihenfolge:

Criminal
100 Bullets
Scalped
Calvin & Hobbes
Usagi Yojimbo
Blast
Alim der Gerber
Y - The Last Man
Hellboy Short Stories
Parker
Essex County

Wird irgendwann nochmal überarbeitet, mir fallen nämlich gerade zig Sachen ein, die ich eig. auch nennen möchte (habe mich schon extra verzählt).

Es gab in dem Thread insgesamt 62 Einträge, 32 davon enthielten Listen.

JRN
07.01.2020, 21:06
Am 5. September tritt Watermelon_Man etwas los:


Hi an alle!

Der heutige Besuch in meinem Stammladen, hat mich eher in die Grusel-Ecke entführt.
Zunächst die Vertigo-Enzyklopädie (stark vergünstigt, da betagt), dann die Locke&Key Master Edition (viel gutes drüber gehört, außerdem interessiert mich die Thematik sehr) und schließlich die Bernie Wrightson Gesamtausgabe (die mir der völlige Zufall in die Hände trieb).
Ich muss dazu sagen, dass Lovecraft, Poe und Konsorten mich schon immer faszininierten, hab sogar mal das Cthulhu-Rollenspiel gespielt.
Da die Providence-Reihe auch noch im Regal steht, kann ich in nächster Zeit wohl ausgiebig in dieses Genre eintauchen.

Grüße
Alexander

... worauf God_W. auf seinen Lovecraft-Thread verweist. Dann wieder Watermelon_Man:


Vielen Dank für den interessanten Link!
Jetzt kommt ja auch die rechte, atmosphärische Jahreszeit für solcherlei Lektüre.

Dann ich:


Merkt euch für Dezember schon mal vor:
Neil Gaiman: Eine Studie in Smaragdgrün bei Dantes.
Arthur Conan Doyle trifft H.P. Lovecraft, gezeichnet von Rafael Albuquerque.
Ein Link zur offiziellen Ankündigung folgt demnächst.

JRN
07.01.2020, 21:11
clawfinger:


7. September 2019

Der Dantes Verlag baut sein Warren-Ellis-Angebot beständig weiter aus. In den letzten Wochen sind gleich 3 Bände von ihm erschienen:

Gravel, Band 7: Kampf-Magier (124 Seiten, 15,95 Euro)
Okay, Ellis hat mit diesem Band im Grunde nichts mehr zu tun (außer natürlich, dass er die Hauptfigur erfunden und die vorigen 6 Bände verfasst hat). Sein Serien-Partner Mike Wolfer schreibt dieses Mal also auf sich alleine gestellt, die Zeichnungen übernimmt Gabriel Rearte. Inhaltlich erfahren wir, was mit Gravel passiert ist, nachdem er als König der Magier "zurückgetreten" ist. Es verschlägt ihn interessanterweise nach Japan, wo er es mit einem Amok laufenden britischen Soldaten aufnehmen muss. Der zufällig ebenfalls ein Kampf-Magier ist. Man kann den Band als eine Art erweiterten Epilog sehen. Jedenfalls tue ich das. Das doch sehr plötzliche Ende von Band 6 wäre als Serienabschluss einfach nicht ok gewesen. Die Zeichnungen der Reihe sind auch im Abschlussband sehr gut (und ziemlich brutal), Ellis' Abwesenheit fällt Script-mäßig nicht weiter auf. Wolfer hat die Figur und ihr Universum auch alleine im Griff. Viele Anspielungen und Verbindungen zu früheren Bänden inklusive. Klare Kaufempfehlung für alle Action-Freunde - nicht nur für diesen Finalband, sondern die ganze Reihe.

Apparat, Band 3: Crécy (48 Seiten, 9 Euro)
Die Apparat-Bände sind ja gerne mal etwas seltsam, aber mit Crécy hat sich Warren Ellis selbst übertroffen. Es handelt sich um einen Pseudo-Geschichts-Comic, der uns von einem der damaligen Soldaten erzählt wird. Er spricht direkt mit dem Leser, redet wie ein moderner Engländer (obwohl die Story 1346 spielt) und über weite Strecken werden einem Fakten über Bögen und Armbrüste um die Ohren geworfen. Trotzdem macht das Ganze sehr viel Spaß. Das liegt sicherlich auch an den fantastischen und vor Details geradezu überlaufenden Zeichnungen von Raulo Cáceres. Die Bilder bleiben übrigens schwarzweiß. Einziger Kritikpunkt ist für mich das scheußliche Cover der normalen Ausgabe. Wer das umgehen will, greift zum limitierten Variant-Cover. Davon gibt es nur 77 Stück und die sind auch noch alle von Raulo Cárceres persönlich signiert.

Narben (164 Seiten, 17 Euro)
Hierbei handelt es sich um einen abgeschlossenen Einzelband. Im Grunde ein klassischer Cop-Thriller, mit krassen Bildern und einem kaputten Ermittler als Hauptfigur. Ein Kinderschänder/-mörder macht die Stadt unsicher. Ausgerechnet der emotional instabile John Caine wird auf den Fall angesetzt. Starke Dialoge und Charakterisierung treffen auf die hervorragenden Bilder von Jacen Burrows, der mit Ellis ja auch bei Apparat zusammengearbeitet hat. Als Bonus gibt es ein Vorwort von Matt Fraction sowie für jedes der sechs Kapitel ein Nachwort von Ellis persönlich bzw. Steven Grant. Auch dieser Comic kommt in schwarzweiß, legt dabei aber besonders großen Wert auf Grautöne. Heraus kommt eine sehr ansprechende Optik, die ihn von anderen "normalen" S/W-Comics abhebt. Wer gute Thriller mit interessanten Figuren mag, ist hier richtig. Genau wie Gravel 7 und Apparat 3 überzeugen Papierqualität und Übersetzung mal wieder vollends.

Antwort von mir:


Unserem treuesten Fan [jedenfalls hier im Forum] wieder einmal ein herzliches Dankeschön für drei feine Kurzrezensionen.
Dass Dir das Cover zur Crécy-Normalausgabe nicht gefällt, kann ich verstehen. Wer bekommt schon gern zwei Stinkefinger [den "bowman's salute"] derart prominent in die Fresse gehalten?
Mir hat es genau wegen dieser Dreistigkeit den Lesern gegenüber gut gefallen. Es passt zum Inhalt.
Das Cover zur Vorzugsausgabe ist übrigens ein Rundumcover. [Auch diejenigen, die das Heft nicht kennen, können sich wahrscheinlich denken, was die Rückseite zeigt ...]

Von Ellis kommt in diesem Jahr nun noch Frankensteins Schoß ... und die "Normalausgabe" von Captain Swing und die elektrischen Piraten von Cindery Island.
Ansonsten geht's natürlich weiter mit Usagi [Band 15] und Sláine [Band 8] ... und zwei neuen Pferden im Dantes-Stall ...
Und dann sind wir schon im nächsten Jahr.

JRN
07.01.2020, 21:26
churchi:


11. September 2019

APPARAT – VIER SINGLES

(US Avatar/Apparat 2004)

28804

(dt. Dantes Verlag / 2019)

Warren Ellis


Die vier Apparat Titel sind inspiriert von Pulp Magazinen der 1930er und sind Ellis Vorstellung wie heute moderne Comics ohne den Einfluss von Superhelden aussehen würden.
Warren Ellis zieht dabei eine Analogie zu (Pop) Singles die sich mit einem Thema befassen, in knackigen 3 Minuten auf den Punkt kommen und ohne Vorwissen genossen werden können.
Willkommen im Singles Collector Club.

Angel trampelt Zukunft (Angel Stomp Future)
Artwork: Juan José Ryp

Ellis präsentiert uns hier eine surreale und morbide Cyberpunk Zukunft.
Der Kulturschock ist vorprogrammiert, wenn Angel (eine…ähhmm… Ärztin im knappen Latexfummel) über Mem-Komplexe philosophiert und nebenbei dem Leser erklärt, dass die Zukunft genauso abgefucked ist wie die Gegenwart.
Die menschliche Natur ändert sich nicht wegen modifizierten Bodyupgrades, bizarren Sex-Fetishen oder öffentlichen Abtreibungsvorrichtungen.
Die Gier bleibt immer dieselbe.

Die Darstellung ist verstörend, José Ryp ("Frank Miller's RoboCop", "Black Summer") ist die Geschichte auf dem Leib geschrieben.
Das Artwork ist überladen, wie das Wimmelbild eines hyperakitven Hirnes und ist manchmal schwer zu dechiffrieren.
Ellis geht als Autor zu seinen Wurzeln zurück, als er noch für britische Underground Magazine ("Lazarzus Chuchyard" & Co) schrieb.

Krankes, kleines Biest, bei dem die Idee von Sci-Fi ernst genommen wird, bis auf ein paar coole Einfälle verläuft es sich dann aber ins Leere.
Angel verschwindet, wie sie gekommen ist, und lässt den doof dreinblickenden Leser einfach zurück.

28800


Frank Ironwine
Artwork: Carla Speed McNeil

Die Handlung könnte genauso gut als eine Pilotfolge für das Fernsehen funktionieren.
Frank Ironwine ist ein schrulliger Detective (so eine Mischung aus Columbo und Sherlock Holmes), der wohl gerne mal einen säuft und dann im Müllcontainer übernachtet.
Der Schein trügt aber, im Oberstübchen läuft alles rund. Nur durch seinen ausgeprägten Spürsinn knackt er einen Mordfall. Dabei verlässt er sich alleine auf seine Beobachtungsgabe, verzichtet komplett auf die ihm verhasste Spurensicherung.

Die Story überrascht auf mehreren Ebenen und die Dialoge sind wirklich witzig geschrieben.
Ellis huldigt den Pulp Krimis allen voran Chandler und Hammett.

28801


Stadt der Aussteiger (Quit City)
Artwork: Laurenn McCubbin

Der Regel folgend Abenteuercomics neu zu interpretieren, sind dieses mal die Helden der Lüfte dran.
In der Zeit um den 2. Weltkrieg waren die Flying Aces hoch im Kurs und hatten ein eigenes Subgenre.
Allerdings stellt Ellis gleich mal die gewohnte Handlung auf den Kopf.

Anstatt eines großen Abenteuers kehrt Emma in ihre alte Heimat zurück und hängt ihren Pilotenhelm an den Nagel.
Sie muß sich hier ihrer Vergangenheit aus einem anderen Leben stellen um wieder nach vorne sehen zu können.

Wirkt fast wie ein Slice of Life Drama Happen, das Thema hat mich wie auch das Artwork am wenigsten abgeholt.

28802


Simon Spector
Artwork: Jacen Burrows

Das letzte Kapitel ist wieder eine Hommage an die Pulp Helden wie "Doc Savage" und "The Shadow".
Simon Spector ist wie Frank Ironwine ein erfahrener Detective. Damit hört es mit den Ähnlichkeiten aber auch schon auf. Im Gegensatz zu Frank bewohnt Simon ein riesiges Penthouse (inklusive hübscher Leibwächterin), liebt stilvolle Anzüge und ist hoch intelligent. An Geld mangelt es nicht, nebenbei beherrscht er natürlich noch meisterlich verschiedene Kampfsportarten.

Wenn seinen Klienten niemand mehr haben, an den sie sich wenden können, dann übernimmt er den Fall.
Sein letzter Einsatz bringt ihn dann zu einem alten Feind. Was niemand weiß: Um über die gesteigerten Kräfte zu verfügen, nimmt Simon Pillen, die ihm aber selber im Gegenzug stets eine Woche seines Lebens kosten …

Cooler Action Thriller zum Abschluss der vor allem durch die dynamische Arbeit von Burrows lebt.
Der Prototyp der Antihelden ist altbekannt und bringt doch frischen Wind.
Mark Millar hat wohl die Geschichte auch gelesen und sich dann an „Prodigy“ gesetzt …

28803


Interessant sind die auch Anhänge zu jeder Ausgabe bei denen Warren Ellis viel Raum für seine Ideen und Inspirationsquellen gegeben wird.

Das Konzept der „Singles“ wird konsequent umgesetzt und man bekommt viel Abwechslung geboten. Beim lesen wurde ich aber irgendwie das Gefühl nicht los, als hätte Ellis ein paar Entwürfe in seiner Schublade gefunden, mit denen er nicht recht was anfangen konnte und dann hier raus gehauen hat.

Seine Liebe für die Groschenheftchen und Pulphelden hat er ja unter anderem in „Planetary“ bewiesen, in „Transmetropolitan“ oder „City of Silence“ die zum Cyberpunk. Hier wirkt einiges wie eine Fingerübung die dann später mit „Black Summer“, „Doctor Sleepless“, „Fell“ oder „FreakAngels“ weitergeführt wurde.

Die Sammlung bietet aber trotzdem wunderbare Einblicke in die schräge Welt von Warren Ellis und zeigt, wie der Herr so tickt.

Dafür gibt es dann 3,5 von 5 Sternen ...
... und, natürlich, eine Antwort von JRN:


Super Rezi ... und trotz ausführlicher Handlungsbeschreibung die Pointen nicht verraten.
Danke und danke.

Nur Angel solltest Du noch eine zweite Chance geben. Sie verschwindet nämlich eben gerade nicht, wie sie gekommen ist, sondern wie Lavinia ...
Weil sie "die Zukunft", an deren Zustandekommen sie, ähem, nicht ganz unwesentlich beteiligt ist, schwer erträglich findet?
IMHO hat Ellis in "Angel trampelt Zukunft" die ziemlich düstere Botschaft 'rübergebracht, dass Technik in Verbindung mit irregeleiteten Gefühlen existenziell bedrohliche Konsequenten haben kann. Der Titel ist Programm.

Vier Singles, das sind nicht nur vier recht unterschiedliche Erzählabsichten und Zeichenstile, sondern auch vier auf unterschiedliche Weise einsame Charaktere ...

JRN
07.01.2020, 21:53
Comic-Republic:


11. September 2019

[...]Beim neusten Usagi ist sogar noch ein querformatiges Heft dabei! Joschua macht echt eine mega Arbeit!!! Und das als One-Man-Show! Okay, sein Übersetzter ist natürlich auch sehr gut eingebunden und macht eine richtig gute Arbeit!
Wer die Serie noch nicht kennt: Kaufen und lieben lernen!!!

https://uploads.tapatalk-cdn.com/20190911/ce724d52786a8de20927c6f7133c16e4.jpg



Einen Tag später Kal-L:


Noch habe ich den neuen Usagi nicht hier, aber liegt dem Band wirklich dieses Heft lose bei? Oder ist das nur deine US Ausgabe?

JRN:


@ Kal-L:

Ich vermute mal, Du findest die Antwort auf Deine Frage hier (http://www.comicforum.de/showthread.php?129086-Welche-Comics-habt-Ihr-euch-im-vergangenen-Monat-gekauft&p=5565241&viewfull=1#post5565241).

@ Comic-Republic:

Auch in diesem Forum noch einmal vielen Dank für den dreifachen, immer leicht variierten [und hier besonders lobpreisenden] Beitrag.

Mit 1000 Grüßen,
der errötete Übersetzer

Comic-Republic:


13. September 2019

Zitat Kal-L:
"Noch habe ich den neuen Usagi nicht hier, aber liegt dem Band wirklich dieses Heft lose bei? Oder ist das nur deine US Ausgabe?"

Liegt auf der Rückseite und ist mit eingeschweißt!

JRN
07.01.2020, 22:09
churchi:


13. September 2019

ÄTHERMECHANIK – Eine graphische Novelle
(Aetheric Mechanics – A Graphic Novella)
(US Avatar/Apparat 2008)

https://abload.de/img/ther19jlb.png

(Dantes Verlag / 2019)

Warren Ellis & Gianluca Pagliarani

Äthermechanik ist der sechste (und bis jetzt vorletzte) Band des Apparat Imprints von Warren Ellis.
Dem selbst auferlegten Dogma treu, entführt uns Ellis dieses mal auf eine Alternative Erde / Zeitebene.
Wir schreiben das Jahr 1907 und Brtiannien befindet sich mit dem (fiktiven) Land Ruritania im Krieg.
Durch eine Antigravtionstechnik (Apergy) wird die Schwerkraft ausgetrickst und selbst riesige Schlachtschiffe schweben über dem Himmel von London.
Ruritianias mächtige Flotte steht kurz davor in Britannien einzufallen und die Schlacht endgültig für sich zu entscheiden.

https://abload.de/img/am1yxkr6.jpg

In diesen turbulenten Zeiten lernen wir Captain Robert Watcham kennen, einen Arzt der gerade von der Front zurückgekehrt ist und als erstes seinen alten Freund Sax Raker aufsucht.
Raker ist ein sehr von sich überzeugter Detektiv, der unübersehbar an Sherlock Holmes angelehnt ist. Ach Quatsch. Das IST Sherlock Holmes, der gerade über einem seltsamen Fall brütet.
Und zwar über einem „Mann der nicht da war“ und für eine Mordserie an Wissenschaftlern verantwortlich ist. Also ein Mann der „flimmert“ und sich wohl teleportieren kann.
Mysteriös…

Kurz darauf werden die beiden von der Polizei um Hilfe gerufen. Eine Leiche wurde ans Ufer der Themse geschwemmt und wohl zum Schema des gesuchten Killers passt.
Mit einer Droschke macht sich nun Sherlock mit Watson… ähmm... Watcham auf den Weg um den Toten zu untersuchen. Die Spurensicherung könnte dann nicht theatralischer ausfallen.

https://abload.de/img/am2prks5.jpg

Um den Spaß nicht zu verderben, möchte ich dann auch gar nicht mehr vorwegnehmen, außer dass Ellis hier bis zum coolen Finale richtig abliefert.
Die Handlung ist dicht gepackt. Faszinierend wie viele Ideen in knapp 40 Seiten untergebracht werden können.
Die steampunkartige Welt wird detailliert von Pagliarani zu Leben erweckt. Ein ähnliches Konzept kennt man von Moore’s „League of Extraordinary Gentlemen“,
Ellis findet aber seinen eigenen Ton und setzt den perfekt um.

Die Dialoge sind witzig und füllen den Band richtig aus. Toll auch wieder die Anhänge mit den ganzen Anmerkungen.
Viele Anspielungen hätte ich sonst wohl übersehen.

Glaubt man Anfangs an eine Kriegsgeschichte, ändert die sich zu Murder Mystery und Ellis weiß bis zum Schluss zu überraschen.
Für mich der bisher beste Apparat Band, aber einer steht ja noch aus …

[Viereinhalb von fünf Sternen.]

Zitat JRN:
"Nur Angel solltest Du noch eine zweite Chance geben. Sie verschwindet nämlich eben gerade nicht, wie sie gekommen ist, sondern wie Lavinia ..."

Das Panel habe ich tatsächlich anders gedeutet. Meine Synapsen waren vermutlich noch von Juan José Ryp überflutet.

Zitat JRN:
"Vier Singles, das sind nicht nur vier recht unterschiedliche Erzählabsichten und Zeichenstile, sondern auch vier auf unterschiedliche Weise einsame Charaktere ..."

Ging mir auch durch den Kopf, anderseits sind IMO die wenigsten Figuren von Ellis gesellige Partykracher ...

PS: Die ersten 3 "Gravel" Bände und "Narben" sind nun auch bestellt ...

lop:


14. September 2019

Danke für die Rezi!
Wollte schon länger mal was aus der Apparat-Reihe ausprobieren und ich denke, es wird diese "Graphic Novella" - klingt einfach komplett cool!

JRN:


@ churchi:

Entschuldige die verspätete Antwort ... es war Börsen-Großkampftag ...

Ja. Äthermechanik hat mich als alten Sherlock-Holmes-Fan auch schwer angetörnt, schon beim Übersetzen.
Es freut mich zu hören, dass das offenbar 'rübergekommen ist.

Der letzte "Apparat"-Band, Frankensteins Schoß ist auch klasse, aber wieder ganz anders. Ich denke mal, der wäre sogar was für Anglistik-Studentinnen, die sonst um Comics einen Bogen machen [Shakespeare- und Shelley-Zitate inklusive].
Ich persönlich kann mich nicht entscheiden, welchen "Apparat"-Titel ich bevorzugen würde. Sie sind nicht wirklich vergleichbar, finde ich, und alle auf ihre Art großartig.
Das ist halt nur marketingtechnisch ein Problem, wenn jemand zum Beispiel mit Äthermechanik oder Crécy anfängt und dann denkt [oder hofft], die anderen "Apparat"-Titel seien alle genauso wie der erste.
Sind sie nicht. "Apparat" ist eine kleine Wundertüte dessen, was im Comic auch alles möglich ist. [Und das war ja irgendwie auch Ellis' erklärtes Ziel.]

Und es freut mich zu lesen, dass Du der bösen Doktor Antimony noch ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt hast ...

Viel Spaß und ein erbauliches Leseerlebnis auch mit Gravel und Narben. Narben ist ein klassischer Thriller mit einer persönlichen Note. Gravel zündet, wie an anderer Stelle schon gesagt, erst in Band 6. Dann aber richtig. Alles vorher ist unterhaltsam, scheint aber nirgendwohin zu führen. Aber das scheint nur so.
Für beide Geschichten nimmt Ellis sich deutlich mehr Zeit als in seinen "Apparat"-Kurzgeschichten und -Novellen.
Der Mann ist überraschend vielseitig und experimentierfreudig.

Ich bin gespannt auf weitere Rezensionen und Stimmungsberichte.
Vielen Dank.

JRN
07.01.2020, 22:31
Uuuund wieder churchi:


20. Oktober 2019

NARBEN
(US Scars # 01-06)
(US Avatar/ 2002-2003)

https://abload.de/img/scars00wk8g.png

(Dantes Verlag / 2019)

Warren Ellis & Jacen Burrows


Ellis macht hier gleich auf den ersten Seiten klar, wo die Reise hingehen soll …
Inspektor John Cain und sein Partner Pat Amersham von der Mordkommission werden zu einem Tatort gerufen. Bei einer abgelegenen Lagerhalle werden sie bereits von Kollegen erwartet.
Als sie die Halle betreten, blicken sie auf ein Massaker. Es gab eine Schiesserei (oder Hinrichtung) und ein gutes Dutzend blutüberströmter Leichen füllen mit ihrem Gestank den Raum.

https://abload.de/img/scars2mwkh6.jpg

Ein kurzer Blick zeigt, dass es wohl um einen Krieg unter Drogenbanden ging. Pässe, Flugtickets und die weiblichen Leichen deuten darauf hin, dass die Frauen als Kuriere dienten.
Während der Untersuchung macht John noch eine Entdeckung. Ein Fass voller bis auf die Knochen verbrannter Babyleichen. Zum schmuggeln werden tote Babies ausgeweidet, mit Drogen ausgestopft und anschliessend zugenäht. Während des Fluges fallen die „schlafenden“ Säuglinge nicht auf und am Zielort werden sie dann einfach entsorgt.

Der Fall ist was für die Sitte, aber das nächste grausame Verbrechen wartet schon. Vor einer Geschäftsstelle eines Kinderschutzvereines werden drei Pakete auf den Bordstein abgelegt. Die Mitarbeiterin geht von einer Spende aus. Als sie eines der Pakete öffnet, macht sie einen Horrorfund. Eine Leiche wurde zerstückelt und fein säuberlich auf die Pakete verteilt.

Wie sich später herausstellt, handelt es sich bei der Toten um ein 11-jähriges Mädchen. Tiffany Amber Payne verschwand auf dem nach Hauseweg vor 3 Monaten. Am hellichten Tage.
Sie musste in den Händen ihres Peinigers über die Zeit schreckliche Qualen durchleiden und fand ihr Ende in den drei Kartons.

Den Fall bekommen John und Pat zugewiesen. Wobei John selbst mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Bei einem Überfall wurde seine schwangere Frau erschossen und er wurde dabei auch verletzt. Dieses Trauma hat er nie überwunden und leidet seit dem an Psychosen.
Ob er der richtige für so einen an die Nieren gehenden Fall ist?

Die beiden überbringen den Eltern von Tiffany die traurige Nachricht und begraben damit die letzten Hoffnungen, die sie seit dem verschwinden ihrer Tochter noch hatten. John schwört ihnen, den Täter nicht davonkommen zu lassen.
Die Uhr tickt. Der Mörder könnte erst auf den Geschmack gekommen sein …

https://abload.de/img/scars3gikxx.jpg


Warren Ellis greift hier ein sehr heikles Thema an und kommt dabei gleich auf den Punkt.
NARBEN ist kein Wohlfühl-Thriller, sondern möchte dem Leser einen Schlag in die Magengrube verpassen.
Hier geht es nicht um die „schönen“ Artikel die wir in den Medien präsentiert bekommen, sondern Ellis will einen unverstellen Blick auf die Arbeit all derer, die sich tagtäglich mit dem Blut und dem Gestank der Scheiße herumschlagen müssen.

Eine Freundin von mir arbeitet für das Gericht, bei ihrer Tätigkeit musste sie unter anderem auch Tatorte abfotografieren.
Ab und an erzählt sie mir auch von den Grauslichkeiten, die sie da mitbekommen hat. Will nicht ins Detail gehen, aber aus diesem Blickwinkel wirkt NARBEN leider sehr realistisch.

Jeder kennt hierzu vermutlich eine Geschichte, Ellis wird es nicht anders ergangen sein.
Er vermengt hier reale Vorfälle und man merkt ihm an, dass er hier versucht, eigene Ängste zu verarbeiten.
Seine eigene Tochter war zu der Zeit 7 Jahre alt und bei jedem neuen Artikel über ein verschwundenes Kind muss neben der Wut auch in den Fingern gejuckt haben.

John Cain ist auf dern ersten Blick ein kaputter Charakter. Gegenüber den anderen Figuren ist er aber einer der wenigen, der noch zur Empathie fähig ist.
Die meisten Anderen sind von ihrer Arbeit schon so abgestumpft dass sie nur noch einen Fall sehen, aber nicht mehr, dass es sich hierbei um eine Person mit Namen und einer Geschichte handelt.
Abfällige und zynische Bemerkungen wirken erstmals befremdlich, sind aber nur eine Form des Selbstschutzes.
Seelische Narben, die sich über die Zeit bilden.
In den wirkliglich guten Momenten erinnern die Polizeiarbeit und Dialoge an David Simon’s HOMICIDE (das Buch wurde später Grundlage für die Fernsehserie THE WIRE).

Mit NARBEN präsentiert Warren Ellis ein sehr persönliches Werk. Am Ende jedes Kapitels (bzw. Ende jedes Heftes) ist ein kurzes Essay des Autors.
Die fand ich zum Teil interessanter als die Handlung. Mit Kapitel 5 übernimmt dann Steven Grant (u.a. PUNISHER). Ab hier hatte ich irgendwie das Gefühl, Ellis hatte in NARBEN auch schon alles erzählt, was er zu sagen hatte, und wollte nur mehr schnell zum Ende kommen.

Auf der künstlerischen Seite macht Jacen Burrows einen tollen Job.
Das Artwork in verschiedenen Graustufen fängt die drückende Stimmung gut ein (Farbe wäre IMO hier sogar unpassend).
Egal, ob John in einer vollen Polizeiinspektion oder in seiner leeren Wohung sitzt, die realistischen und schnörkellösen Zeichnungen passen sich der Gefühlslage immer an.
Auch bei stillen, emotionalen Szenen ist Burrows genau auf dem Punkt.

Harter Tobak und die 18+ Empfehlung kann man hier ernst nehmen.

[Vier von fünf Sternen.]

Aber Achtung: Der Konsum dieser Lektüre könnte Magenschmerzen verursachen.

JRN:


24. Oktober 2019

So. Mit zwei Forumsseiten Verspätung nun auch noch der obligatorische Dank an churchi für seine positive Rezi.
Ich kann noch ergänzen, dass Ellis, während er an Narben gearbeitet hat, fleißig Fotos seiner Tochter auf Flickr hochgeladen hat ... und zwar solche, die es einem Kinderficker leicht möglich gemacht hätten, herauszufinden, wo sie damals regelmäßig zum Reiten hingegangen ist.
Kein Wunder, irgendwie, dass er sich 'was von der Seele schreiben musste.
Geht mir dementsprechend auch so, dass ich die Essays anregender [und verstörender] fand als den eigentlichen Comic.
Ich hatte mir allerdings "zur Einstimmung" vorher auch mal wieder Finchers Se7en gegeben ... und danach sieht wahrscheinlich fast alles nicht mehr wirklich erbaulich aus ...
Nee, Narben ist vermutlich einfach ein grundsolider hard-boiled Krimi. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

JRN
07.01.2020, 22:42
Karate Lothar:


23. Oktober 2019

Es issst die H Ö L L E..., warum schickst Du mich in den WAAHANSINN!!111...

https://s17.directupload.net/images/191023/i3omgcio.jpg

WaHnSiNN. .

WAHN.s.i.n.n. .1

W A H N S I N N. ! ! !


Walk through Hell #1 - #12 (Aftershock) Garth Ennis, Goran Sudzuka

„Wolle Petry invers“ oder auch „die durch die Hölle gehen“...und zwar ein jeder durch seine ganz persönliche. Ein Ort, menschlicher Urängste, Abgründe und Hirngespinster. Ein Ort, des Fegefeuers. Ein Ort, sich seinen innersten Dämonen zu stellen, um letzten Endes Frieden mit sich selbst zu schließen...

Und so steht dieses verlassene Lagerhaus, in welches es eine Gruppe von Polizisten verschlägt, wohl nur rein symbolisch als Sinnbild der eigenen Psyche, des Seelenlebens, des Unterbewusstseins, eben genau jener verlorenen Seelen, in welches es immer weiter vorzudringen und herab zusteigen gilt.

Langsam schwindet nicht nur das Gefühl für Raum und Zeit, sondern auch jeglicher Bezug zur Wirklichkeit - - vom Verlust des Orientierungssinns, über die Aufhebung sämtlicher physikalischer Gesetze, bis hin zur vollständigen Auflösung aller Rationalität - und somit auch des menschlichen Seins.

Ob jetzt besagtes Warenlager auch nur ein einziger je wieder lebend verlassen wird, ist mehr als ungewiss. Sicher hingegen scheint jedoch, dass hier wirklich niemand rein zufällig gestrandet ist...

Denn, ganz egal, wie weit und schnell vor seiner eigenen Vergangenheit auch geflohen wird - sie holt einen ein,....irgendwann. Und ganz egal wie erfolgreich verdrängt, ja sogar komplett vergessen, emotionale Erlebnisse auch sein mögen - sie bahnen sich langsam den Weg an ihre Oberfläche, nur um dann noch schauderhafter und kälter den eigenen Nacken herab zu kriechen.

Die Katharsis der Endzeit, Läuterung und Erlösung zugleich, inszeniert als kammerspielartigen Psychothriller, der im selben Maße mit dem Verstand all seiner eigenen Protagonisten wie auch mit der Erwartungshaltung seiner Leser spielt und trotz einer - doch recht zweckmäßigen, simpel gestrickten Herangehensweise - seine Wirkung nicht verfehlt. Gekonnt ist eben gekonnt . Ennis und Sudzuka gehen hier wirklich Hand in Hand – auf einer rein professionell handwerklicher Ebene wohlgemerkt.

Zwar alles schon mal in exakt gleicher, zumindest aber ähnlicher, teils auch intelligenterer Form, Art und Weise gelesen, gesehen, gespielt - ein klein wenig „X-Files“ hier, ein bisschen „Silent Hill“ da und etwas an naturwissenschaftlicher Mystik ala Christophe Bec dort...

Aber, die Atmosphäre passt, die Spannungskurve stimmt und die wohl dosiert eingesetzten Momente der Suspense sitzen. Knappe 7/10

Darauf ich:


Ich nehm' den Beitrag von Karate Lothar mal ganz dreist zum Anlass, auf den Start von Outlaw Nation im Dezember beim Dantes Verlag hinzuweisen. Nach seinen Kurzgeschichten in Gespenster Geschichten [sic!] war das Goran Sudžukas erste internationale Serie - und zeichnerisch schon ein ziemlicher Knaller. [Es gibt ansonsten aus seiner Frühzeit noch haufenweise Zeug, das nur in seinem Geburtsland Kroatien erschienen ist.]
Die Story ist - im Anschluss an Karate Lothars Beitrag jetzt wenig überraschend - Wahnsinn. Ein irrer Ritt durch 200 Jahre US-Kulturgeschichte ...

Mit 1000 Grüßen,
JRN [der gerade das erste Drittel der Story zu Ende übersetzt hat]

Darauf dann wieder Karate Lothar:


25. Oktober 2019

Habs ja bereits letztens in irgendeiner Vorschau erspäht. Toller Neuzugang und Bereicherung eures bestehenden, eh schon feinen, Sortiments - kann man nur zu Gratulieren.

Ja, ja ... „Outlaw Nation“, ein Titel, der weit weniger an Aufmerksamkeit und Wertschätzung genießt, als er es eigentlich verdienen würde. Was letztenendes sicherlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass jener bis heute – weltweit - in keiner vernünftig gesammelter Form je vertrieben wurde bzw. erschienen ist.

Hab den Titel hier ja auch schon das eine oder andere mal lobend erwähnt, ja selbst in meiner „must reads“ Liste iss er enthalten ... Zwar kein Überknaller, deutlich im Fahrwasser von Preacher schwimmend, aber in jeder Pore den Flair und die Attitüde längst vergangener Vertigo Glanzzeiten atmend - Glenn Fabry Cover inklusive ....

… denn wennma all die großen Vertigo Klassiker durch hat, ist die Zeit halt aller-allerspätestens reif für Delanos „Outlaw Nation“ ... evtl. auch 2020 Visions, Hell Eternal, Cruel and Unusuel etc ...

Und nun die Frage aller Fragen. Wie schauts denn aktuell hinsichtlich rechtlicher Animositäten, Copyright Verletzungen, Lizenzen bezüglich des Titels aus? Ist der Hauptlizenzgeber immer noch Herr Sudzuka höchstselbst oder gab es mittlerweile eine Einigung?
Oder, auf den Punkt gebracht: Bringt ihr die Serie eigentlich in Farbe oder auch nur in schwarz-weiß??

Hier mal ein kleiner Print den Goran bei einem seiner letzten Deutschlandbesuche im Gepäck hatte - neben nen dicken Packken an Vertigo-Einzelheften....

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Gleiches Motiv ziert übrigens auch die einzige US TPB Veröffentlichung, welche allerdings nicht mehr über Vertigo, sondern über Desperado Publishing vertrieben wurde. Dies jedoch, aufgrund strittiger Urheberrechte und zum Leidwesen aller „Wartender“, lediglich in schwarz/weiß. Die Rechte an der Kolorierung dürften demnach höchstwahrscheinlich immer noch bei DC liegen, ebenso jene der Coverillustrationen aller 19 Ausgaben, für welche sich kein geringerer als Altmeister Glenn Fabry verantwortlich zeigte ...

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JRN:


"Rechteprobleme"? Die Rechte am Artwork [Story und Zeichnungen] liegen bei Goran und Jamie. Das ist zwar für 'nen US-Comic nicht selbstverständlich, aber auch nicht problematisch.
Die Rechte am Titelschriftzug [genauer gesagt: an den Titelschriftzügen] liegen bei den bisherigen Verlagshäusern, weswegen es für die Dantes-Ausgabe einen von Jamies Grafikdesigner-Bruder neu gestalteten Titelschriftzug geben wird.
Da wir Outlaw Nation nicht in einem Band bringen können [sonst wäre vor allem meine Arbeit nicht mal annähernd gegenfinanzierbar - und Outlaw Nation ist das heftigste Stück Arbeit, das ich bisher auf dem Tisch liegen hatte], zeichnet uns Goran zwei völlig neue, exklusive Titelbilder im Stil des Motivs, das Du als Druck hast und in Deinem Post zeigst.

Wegen der Glenn-Fabry-Cover hat Josch mit dem Meister persönlich Kontakt aufgenommen ... die beiden stehen ja seit der gemeinsam durchzechten Nacht in Erfurt auf gutem Fuß. Die kämen aber natürlich nur in Farbe richtig gut. Also: Mal sehen, ob da was geht und was da geht. Denn: Wir halten uns weitgehend an die Desperado-Ausgabe [ergänzen aber die darin fehlende, einleitende Episode "Nebenfiguren" (die übrigens vor 18 Jahren schon einmal bei Speed erschienen ist)]. Die Desperado-Ausgabe ist, wie Du ja weißt, schwarzweiß.
Und zwar, gemäß den mir vorliegenden Informationen, weil sowohl Goran als auch Jamie die Vertigo-Kolorierung uninspiriert und teilweise irreführend gefunden haben.
Ich kenne bloß zwei der 19,5 Episoden in Farbe ... und danach kann ich dieses Argument, ehrlich gesagt, nachvollziehen.
Selbst wenn die Rechte an der Kolorierung also nicht bei DC/Vertigo lägen, wäre damit nicht gesagt, dass es zu einem Nachdruck in Farbe kommen würde.
Persönlich vermisse ich die Farbe überhaupt nicht. Gorans Strichzeichnungen sind anbetungswürdig. Aber ich habe mich ja an anderer Stelle schon darüber gewundert, dass die Mehrzahl meiner Lieblingscomics ohne Farbe auskommt, bin also sicher nicht repräsentativ.

Outlaw Nation ist vom Konzept her geradezu verwegen ... kein Wunder, dass es die Entscheider bei Vertigo damals überfordert hat.
Abgesehen von den heutzutage altmodisch anmutenden Funktelefonen ist Outlaw Nation IMHO in der Trump-Gegenwart aktueller denn je.

Abschließend vielen Dank für die Gratulation zum Dantes-Programm. Ich kenne seit letzter Woche Joschs Editionsplan bis Dezember 2020. Er hat da noch so Einiges vor ...
[Mehr wird erstmal nicht verraten.]

Norrin Radd:


25. Oktober 2019

@ Karate Lothar: Nachdem ich ja schon länger, wie du schreibst, all die großen Vertigo-Klassiker durch habe, habe ich soeben Outlaw Nation beim Dantes Verlag als lim. Hardcover (übrigens S/W) vorbestellt. Ich freue mich schon auf Vertigo-ähnlichen Stoff. Von daher: Danke für den Tipp!
Edit: Da ist mir der gute JRN wegen der S/W-Info zuvorgekommen. Übrigens: Tolle Veröffentlichung, weiter so.

Karate Lothar:


27. Oktober 2019

Zitat JRN:
"... [ergänzen aber die darin fehlende, einleitende Episode "Nebenfiguren" (die übrigens vor 18 Jahren schon einmal bei Speed erschienen ist)] ..."

Das eigentlich Interessante an dieser ziemlich belanglosen Kurzgeschichte ist jedoch die verlagspolitisch forcierte Namensänderung der kompletten Reihe. Während „Nebenfiguren“ in der, von dir schon angesprochenen, deutschen Ausgabe bereits unter dem neuen, angepassten Titel „Outlaw Nation“ lief, erschien „Minor Characters“ in der US-Originalpublikation noch unter dem ursprünglichen, von Delano für die Serie angedachten Titel „The great Satan“ - und wurde so auch als monatlich erscheinende Ongoing angekündigt.

Eine Art Floskel, worunter aber weder der Hauptcharakter, noch sonst irgendeine einzelne Person zu verstehen ist, sondern ein ganzes Land, eine Nation, ein Staat, eine Regierung ... war für die Vertigo-Verantwortlichen dann aber wohl doch etwas zu viel des Guten.

JRN:


Das [und vieles mehr] beschreibt Jamie Delano ausführlich im Vorwort.
Wer oder was "der große Satan" ist, dürfte politisch halbwegs gebildeten Leserinnen und Lesern klar sein. Da ist es eher erstaunlich, dass die Vertigo-Entscheider sich 1999 zumindest für einen kurzen Moment offensichtlich vorstellen konnten, eine Serie unter einem aus 'nem von Chomeini geprägten Begriff bestehenden Titel auf den Markt zu bringen. Ich halte es durchaus für möglich, dass es die Vertriebsabteilung oder um ihre Fensterscheiben fürchtende Ladenbesitzer gewesen sind, die, nachdem sie erfahren hatten, dass eine "Der große Satan" betitelte Serie an den Start gehen soll, unbedingt einen weniger provokativen Titel haben wollten.

Auffällig ist allerdings, dass in der Serie die US-Politik in Vietnam thematisiert wird, außerdem die Machenschaften gegen die Ureinwohner, und dass das Auftreten der USA in Kuba, im Pazifik und in Afrika erwähnt werden, der Nahe Osten aber nur in Form des Zweiten Golfkriegs vorkommt. Der Iran dagegen: Fehlanzeige.

Und wie gesagt: "Nebenfiguren" ist keine Kurzgeschichte, sondern das erste Kapitel ["Heft 0"] von Outlaw Nation. Darin werden ein paar zentrale Handlungsmotive etabliert [zum Beispiel die Wirkung von Story Johnsons Erzähltalent auf andere Johnsons], ohne deren Kenntnis ein Einstieg in Outlaw Nation echt schwierig werden würde. [Mal abgesehen davon, dass auf einige der "Nebenfiguren" im weiteren Fortgang der Handlung nur mit kurzen Bildzitaten verwiesen wird, die ohne Kenntnis des Prologs nichtssagend bleiben würden.]

Abschließend noch die Info, dass Josch noch einmal bekräftigt hat, was ich oben bereits angedeutet hatte: Jamie und Goran haben die Erlaubnis, die DC-Kolorierung zu verwenden [also, in unserem Fall: zu lizenzieren], sie wollen aber nicht, dass sie weiterhin verwendet wird. Eine farbige Version von Outlaw Nation wird es demnach [wenn überhaupt] frühestens dann wieder geben, wenn die beiden eines Tages so reich sein werden, dass sie einen Koloristen oder eine Koloristin für eine neue Farbfassung bezahlen könnten.

JRN
07.01.2020, 23:14
Und von wem stammt die letzte Dantes-Rezi im PaFo? Richtig ... wieder von clawfinger:


2. November 2019

Apparat, Band 4: Frankensteins Schoß (Dantes Verlag)

Und damit schließt der Dantes Verlag nach Gravel dieses Jahr gleich die nächste Warren-Ellis-Reihe ab. Wie üblich bei Apparat handelt es sich um eine Einzelgeschichte. Dieses Mal nimmt sich Ellis (wie der Titel es bereits vermuten lässt) die Geschichte um Dr. Frankenstein und dessen Monster vor. Wobei er sich tatsächlich mehr auf die realen Geschehnisse drumherum und Autorin Mary Shelley konzentriert. Natürlich wird die Realität dabei wieder ordentlich verfremdet, was man auch sehr schön dem ausführlichen Glossar entnehmen kann.

Inhaltlich ist das Ganze wie alle Apparat-Geschichten ein interessanter Happen, der einen am Ende nach mehr schreien lässt. Für mich persönlich besteht das eigentliche Highlight hier aber aus den Zeichnungen von Marek Oleksicki. Schlicht meisterhaft und wunderschön, was der Mann hier abliefert. Wie üblich in Schwarzweiß, was bei dem schaurigen Thema natürlich nur noch umso besser passt. Der Band hat 48 Seiten und kostet 9 Euro.

Inzwischen wissen wir ja, dass es im Januar mit Slaine weitergeht, Usagi Yojimbo läuft ebenfalls weiter, Outlaw Nation kommt neu ins Programm, über Neil Gaiman-Comics wird gemunkelt - aber dürfen wir uns auch auf weiteres Ellis-Material freuen? Diesen Monat kommt ja noch der Einzelband "Captain Swing". Und im nächsten Jahr? Ich persönlich hoffe jedenfalls auf weitere Übersetzungen.

JRN:


Moin clawfinger, wieder ein positiver Lesebericht von Dir, wie schön.

Was das "Gemunkel" angeht: Eine Studie in Smaragdgrün liegt seit über einem Monat druckfertig auf dem Server. Es fehlt, aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen, die Freigabe des Lizenzgebers [also: eine Unterschrift unter dem Lizenzvertrag]. Erst war die verantwortliche Person krank, dann war Buchmesse, dann musste Liegengebliebenes abgearbeitet werden. Zu viele an dem Deal beteiligte Instanzen, offensichtlich.
Das Teil wird es auf jeden Fall geben [es ist, wie gesagt, fertig] - nur ob's noch vor Weihnachten kommt, hängt von den kommenden zehn Tagen ab. Den Amis scheint das Weihnachtsgeschäft in Germany nicht sehr wichtig zu sein.

Und ja, Du darfst Dich auf weiteres Ellis-Material freuen. Laut Editionsplan ab April. Und in Farbe. Außerdem: Alan Moore, Garth Ennis und noch ein paar andere. Und das ist erstmal nur das erste Halbjahr 2020.

Stay tuned.

Paco Pavlov:


Wo findet man denn die Vorschau des 1. Halbjahres?

JRN:


Noch nirgendwo. Josch bewirbt sein Programm ja immer eher konservativ - also nie, bevor die Verträge unterschrieben sind.
Übersetzt wird aber natürlich schon vorher ...

Sobald irgendetwas spruchreif ist, erfahrt ihr es auf der Verlags-Hompage [hier klicken (https://www.dantes-verlag.de) und ein bisschen scrollen] und dann auch sofort im Dantes-Thread des Comicforums ... oder in einem passenden Thread hier.

El Duderino:


4. November 2019

"Alan Moore, Garth Ennis und ein paar andere" ... das hört sich ja fast nach Cinema Purgatorio an ...

Bin schon sehr gespannt auf das neue Programm.
Bzgl. Ellis schaue ich gerade auf Wiki, was der Mann noch so alles für Avatar gemacht hat. Da gibt es ja noch mächtig viel Stoff.

Karate Lothar:


Leider aber halt nichts richtig nennenswertes mehr. Ellis farbiger Avatar Kram kommt halt nicht mal ansatzweise an seine s/w Arbeiten heran. Reicht vom absoluten Vollschrott wie „Anna Mercury“, „Blackgas“ bis hin zur einigermaßen unterhaltsamer Superheldenkost wie „Black Summer“ oder „No Hero“ – sofern man mit Herrn Jose Ryp nicht auf Kriegsfuß steht.

El Duderino:


Gerade die Arbeiten mit Jose Ryp habe ich vorhin gegoogelt. Ziemlich derbe Sachen da dabei.

JRN
07.01.2020, 23:36
Und das soll es dann gewesen sein ...

:winner:

Ein letztes Wort noch:
Die Qualität der Besprechungen und Rezensionen im PaFo war teilweise erstaunlich gut - und damit meine ich nicht nur die in diesem Unterforum dokumentierten.
War schön, solang's gedauert hat ... und findet hoffentlich auch hier im CoFo seine Fortsetzung ...

Mit 1000 Grüßen,
JRN

#churchi
08.01.2020, 08:09
Wow. Ordentlich in den Untiefen des PF rumgegraben. Toll das du dir die Mühe machst die Beiträge hier rüber zu retten (yes)

Sollen hier dann in Zukunft auch Besprechungen rein, oder in separaten Threads zu den Serien / Bänden?

JRN
08.01.2020, 10:13
churchi999 :

Moin! Neue Beiträge sollten besser auf die Thementhreads verteilt werden.
Das hätte ich natürlich auch mit den PaFo-Einträgen machen können ... allerdings nur theoretisch. Denn dann hätte ich auch den alten CoFo-Hauptthread "aufdröseln" und alle thematisch zusammenhängenden Beiträge aus beiden Foren zusammenführen und chronologisch anordnen müssen. Und das hätte zu viel Aufwand bedeutet - bei viel zu geringem Nutzwert.

Außerdem: Der PaFo-Thread und der alte Dantes-Thread im CoFo sind immer parallel nebeneinanderher gelaufen. Das fortzuführen, dazu besteht ja nun, wo jede Dantes-Veröffentlichung einen leicht anzusteuernden eigenen Thread haben kann, kein Grund mehr.

Im Gegensatz zu einem gewissen Smiley ...

:work:

... freu' ich mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.
Lass es Texte [und Original-Artwork] regnen!

Mit 1000 Grüßen,
JRN