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Alt 19.06.2009, 11:01   #1
Ollih
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Stern von Afrika

Die Geschichte des ersten Bandes ist nun abgeschlossen und damit hat der Leser einen Gesamteindruck gewonnen.

Zunächst ein Einwurf zum Diskurs Fliegercomics im Kriegseinsatz.
Es ist sicher Geschmackssache, ob ich den Luftkampf als Stilmittel einsetze, um Flugzeuge in all seinen Facetten zeigen zu wollen. Könnte man auch in Form von Flugschauen zeigen, aber Kriege und Gewalt sind Teil vieler Comicserien.
Warum wird dann ab S. 60f. eigentlich so viel Wert darauf gelegt, dass Ali seine Gegner zwar in der Luft besiegt, sie aber alle überleben? Im Grunde ist die Geschichte gleich in doppelter Hinsicht naiv.
Einerseits verlege ich eine "unpolitische Story" in eine hochproblematische geschichtliche Phase und erwarte von einem Teil der Leserschaft eine neutrales Überlesen des politischen Backgrounds, andererseits wähle ich den Krieg als Stilmittel um mein Hauptprotagonisten - die Flugzeuge - am besten in Szene zu setzen und versuche gleichzeitig den Leser nicht zu sehr mit den Folgeerscheinungen (Tod/Verletzungen) zu belasten. Dies dann damit zu erklären, dass die Soldaten im Grunde "Gutmenschen" sind und im Kampf stetig darauf hoffen, dass man den Gegner nicht töten muss hat etwas von purem Sozialromantik-Kitsch. Soviel Reflektion sollte man dem Leser schon zutrauen, dass er erkennt, dass viele Soldaten im Krieg auch ein Gewissen haben, aber aufgrund der lebensbedrohlichen Situationen an ihre persönlichen Grenzen stoßen. Das muss man mir nicht platt auf die Nase binden.

Nun einige frühere Zitate:
"Denn selbst wenn der Beginn der Geschichte glorifizierend erscheinen mag, sollte man die Entwicklung der Geschichte erst mal abwarten, bevor man
darüber urteilt". vom 2.4.09

"Abwarten! Jegliche Bewertungen positiver oder negativer Art über den Anfang der Geschichte sind Vorurteile. Ich kann nur jedem raten dranzubleiben. Die Entwicklung der Geschichte und auch der Kritiken dazu wird sehr spannend. Da wird sich noch so mancher wundern". vom 6.4.09

"Wir rechnen damit, dass alle neuen Leser, die jetzt Alis Begeisterung teilen, im Laufe des Lesens der nächsten Episoden dieselbe Entwicklung wie Ali durchmachen werden. Am Ende werden auch die Kritiker, die uns jetzt empört Naivität unterstellen, erkennen, dass die Geschichte in ZACK, der Aufbau, die Aufteilung und die Aufmerksamkeit die beste Erziehungsarbeit in dieser Richtung darstellen, die Deutschland jemals gesehen hat". vom 7.4.09

zum ersten Zitat:
Ob die Zeichnungen glorifizierend erscheinen mögen, muss jeder nach seinem Geschmack entscheiden. Die Darstellung der Figuren in Profil und Gestik hinterlässt bei mir persönlich zumindest einen faden Beigeschmack. Und auch andere Zeichnungen hinterlassen romantisierende Eindrücke, so staubt beispielsweise keines der Fahrzeuge beim Fahren im Wüstensand (Ausnahme die Panzer S. 52), gleichzeitig fährt ein Militärfahrzeug mit den Hauptprotagonisten an Bord dem Sonnenuntergang entgegen. Vieles in den Panels wirkt auf mich nicht unbedingt glorifizierend, naiv romantisierend aber allemal.

zum zweiten Zitat:
Ich wundere mich nur über diese Aussage. Im großen und ganzen hat sich der Tenor der Geschichte in Bild und Text überhaupt nicht verändert.

zum dritten Zitat:

Ja, es gibt sie die "kritischen und selbstreflektierenden" Untertöne des Soldaten Marseilles. S. 55 unteres Drittel bis S. 57 oberes Drittel.
Es geht um die Konfrontation Alis mit dem Tod seiner Gegner und die Angst selbst getötet zu werden. Und in zwei! Panels kommt sogar eine leichte Systemkritik Marseilles zum tragen die geradezu hellseherische Fähigkeiten mit einschließt.
Mal davon abgesehen, dass es immer problematisch ist historischen Personen, seine eigene Sicht der Dinge in den Mund zu legen, deren Geisteshaltung ich nicht kenne, jedenfalls betreibe ich so eine Art der Geschichtskittung die weder authentisch ist noch in irgendeiner Form pädagogischen Ansprüchen genügt.
Zudem sprechen wir von dürftigen zwei Panels im ganzen Album, da kann man nicht gerade von einem gewollten reflektierenden Anspruch reden mit diesem Album historische oder politische Diskurse anzustossen, oder?
Die Auseinandersetzung, dass dem Krieg auch Schrecken und Tod inne wohnt wird dann auf gerade mal auf einer Seite thematisiert. Der Autor hat dann die Worte seiner Protagonisten daraufhin so verinnerlicht, dass er auf den folgenden Seiten, trotz Kampfhandlungen, auf den Tod ganz verzichtet. Alles weitere dazu habe ich schon weiter oben dargelegt.

Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Umgang der Redaktion mit der Serie:

Dass man sich, nach Abdruck einer Erklärung des Autors/Zeichners zum zweiten Teil, zu keinem weiteren offiziellen redaktionellen Statement durchringen konnte ist bedauerlich.

Nun hat man es immerhin inoffiziell getan (unter der Rubrik Aktuelles) :

In Ermangelung eines angemessenen Smileys:

Sarkasmus-Modus an:

Ich zitiere wörtlich: "Während die Deutschen noch darüber diskutieren, ob es so etwas wie Fliegerromantik mit Deutschen überhaupt geben darf, haben die Franzosen die Qualitäten der Arbeit von Franz Zumstein längst erkannt. So wird der erste Band von L`Etoile d`Afrique schon in Kürze bei Delcourt erscheinen." Aus: Zack Nr. 121. S. 16.

Danke für diese klärenden Worte....

Sarkasmus-Modus aus.

Geändert von Ollih (19.06.2009 um 13:44 Uhr)
Ollih ist offline   Nach oben
Alt 19.06.2009, 11:22   #2
moebius1900
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Beiträge: 179
Danke, Ollih, für diesen guten Beitrag. Jene vielen, die meinten, man müsse abwarten bis zum Ende des Zumwinkel’schen Opus, sollten nun ihre erwartete Meinung äußern.

Links:

http://www.comicforum.de/showthread.php?t=101197

http://www.comicforum.de/showthread.php?t=100759

Das Zitat am Ende deines Beitrages finde ich grauenvoll. Wer kann so was schreiben?
moebius1900 ist offline   Nach oben
Alt 19.06.2009, 13:27   #3
Schninkel
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Olli hat es genauso sachlich, pointiert und in nur jeder Hinsicht richtig dargestellt, wie es die Redaktion in jeder nur erdenklichen Hinsicht falsch gemacht hat, seien es die Auswahl des Comics als auch die anschließenden Rechtfertigungsversuche -vom Umgang mit kritischen Lesern mal ganz abgesehen.

Wer so etwas von sich gibt:

"Wir rechnen damit, dass alle neuen Leser, die jetzt Alis Begeisterung teilen, im Laufe des Lesens der nächsten Episoden dieselbe Entwicklung wie Ali durchmachen werden. Am Ende werden auch die Kritiker, die uns jetzt empört Naivität unterstellen, erkennen, dass die Geschichte in ZACK, der Aufbau, die Aufteilung und die Aufmerksamkeit die beste Erziehungsarbeit in dieser Richtung darstellen, die Deutschland jemals gesehen hat".

kann sich angesichts dessen, was es im Vergleich dazu an Auseinandersetzung in Film und Literatur gibt, nur schämen angesichts der eigenen ungeheuerlichen Ver(w)irrung. Naivität ist da eigentlich noch der harmloseste Begriff den man wählen kann.

Man kann nur hoffen, das sich so etwas nie wiederholt.

Geändert von Schninkel (19.06.2009 um 15:15 Uhr)
Schninkel ist offline   Nach oben
Alt 19.06.2009, 13:32   #4
felix da cat
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Zitat:
Zitat von moebius1900:
Das Zitat am Ende deines Beitrages finde ich grauenvoll. Wer kann so was schreiben?
Das Zitat zeigt vor allem, dass der Zitierte überhaupt nicht, nicht mal ansatzweise verstanden hat, um was es den Kritikern von Stern von Afrika geht.

Arm.

Und einer der Hauptgründe meiner ZACK-Pause: Die schon an Realsatire grenzenden redaktionellen Beiträge.

Geändert von felix da cat (19.06.2009 um 13:44 Uhr)
felix da cat ist offline   Nach oben
Alt 19.06.2009, 20:08   #5
zaktuell
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Tja, nun liegt er also vor, der erste Band. Was passiert? - Wir lernen die Figuren kennen und ihre Beziehung zueinander. Das war's dann aber auch schon fast. Denn obwohl die Duplizität von erster und letzter Seite suggeriert, dass sich ein Kreis schlösse, weist das 'Ende des ersten Teils' doch eher darauf hin, dass weitere Bände folgen sollen, in denen dann sowas wie eine Geschichte überhaupt erst ablaufen kann. D.h. im Grunde sind wir jetzt auch nicht schlauer als nach den ersten 8 Seiten: Wirklich Beurteilbares (im Sinne der hier heiss geführten Diskussion) liegt eigentlich immer noch nicht vor.
Das, was vorliegt, bestätigt allerdings meine Befürchtung, die ich von Beginn an hatte: Es ist weder zeichnerisch noch inhaltlich so bemerkenswert, dass es der ganzen Aufregung wert wäre...
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Geändert von zaktuell (22.06.2009 um 23:53 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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Alt 20.06.2009, 03:05   #6
Kerstin
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Beiträge: 849
"Wir rechnen damit, dass alle neuen Leser, die jetzt Alis Begeisterung teilen, im Laufe des Lesens der nächsten Episoden dieselbe Entwicklung wie Ali durchmachen werden. Am Ende werden auch die Kritiker, die uns jetzt empört Naivität unterstellen, erkennen, dass die Geschichte in ZACK, der Aufbau, die Aufteilung und die Aufmerksamkeit die beste Erziehungsarbeit in dieser Richtung darstellen, die Deutschland jemals gesehen hat" (Zitat von Mark vom 07.04.09)

Mal davon abgesehen, dass Zack zu meiner Unterhaltung und nicht zu meiner Erziehung dient (bin schon erwachsen ), kann ich, selbst bei gutwilligster Betrachtung, die angekündigte Erziehungsarbeit nicht erkennen. Oder müssen wir dazu erst diverse Bände abwarten? Das wäre allerdings eine interessante Idee: Dann kann man den Kritikern auf alle Ewigkeit vorwerfen, sie würden eine unfertige Geschichte beurteilen und die Wendung der Geschichte, welche natürlich alle Kritiker widerlegen würde, käme schon noch ...... irgendwann.

So weit wird es aber hoffentlich nicht kommen. Denn wie Zaktuell schon beschrieben hat, lohnt sich eine Fortsetzung schon aus qualitativen Gründen nicht.
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Alt 20.06.2009, 03:15   #7
L.N. Muhr
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Zitat:
Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
D.h. im Grunde sind wir jetzt auch nicht schlauer als nach den ersten 8 Seiten
man könnte also theoretisch das album nach kenntnis dieser acht seiten beurteilen? (wobei zum glück niemand auf diese idee kam, ein ganzes album nach acht seiten zu beurteilen, also mal rein hypothetisch gefragt ...)
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Alt 20.06.2009, 07:09   #8
Dirk Vormann
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Zitat:
Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
weisst das 'Ende des ersten Teils' doch eher darauf hin, dass weitere Bände folgen sollen,
Erfahrungsgemäß folgen weitere Bände nur wenn Band 1 als Album veröffentlicht wird. Angesichts der Diskussionen hier dürfte dem Album ein nennenswertes Risiko der unverkäuflichkeit anhaften. Nicht nur deshalb:

Zitat:
Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
Es ist weder zeichnerisch noch inhaltlich so bemerkenswert, dass es der ganzen Aufregung wert wäre...
Ist ein Verlag für das Deutsche Album in Sicht?

Zitat:
Zitat von Kerstin Beitrag anzeigen
... lohnt sich eine Fortsetzung schon aus qualitativen Gründen nicht.
Eigentlich lohnt sich ein Album von Band 1 nicht.

Irgendwie hoffe ich, dass "Stern von Afrika" für immer "exklusiv in Zack" bleiben wird.

Geändert von Dirk Vormann (20.06.2009 um 07:16 Uhr)
Dirk Vormann ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 08:03   #9
moebius1900
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Zitat:
Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
»Man könnte also theoretisch das Album nach Kenntnis dieser acht Seiten beurteilen?«
Nur wenn man zuvor mit den involvierten Pädagogen, also dem Autor und der Verlagsredaktion, gesprochen hat. “’scuse me while I kiss the sky…”
moebius1900 ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 08:16   #10
moebius1900
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Zitat:
Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
»Wirklich Beurteilbares (im Sinne der hier heiß geführten Diskussion) liegt eigentlich immer noch nicht vor. Das, was vorliegt, bestätigt allerdings meine Befürchtung, die ich von Beginn an hatte: Es ist weder zeichnerisch noch inhaltlich so bemerkenswert, dass es der ganzen Aufregung wert wäre …«
Den Konnex verstehe ich nicht: Etwas ist schlecht, und deshalb sollte man sich nicht darüber aufregen?
moebius1900 ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 09:07   #11
zaktuell
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Zitat:
Zitat von moebius1900 Beitrag anzeigen
Den Konnex verstehe ich nicht: Etwas ist schlecht, und deshalb sollte man sich nicht darüber aufregen?
Ich habe nicht gesagt, dass es schlecht ist. Ich sagte 'nicht so bemerkenswert'. Nimm es wörtlich: 'Der Bemerkung nicht wert', also auch keiner 'aufregenden Bemerkung' wert...
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Alt 20.06.2009, 10:05   #12
Ollih
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Zitat:
Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
man könnte also theoretisch das album nach kenntnis dieser acht seiten beurteilen? (wobei zum glück niemand auf diese idee kam, ein ganzes album nach acht seiten zu beurteilen, also mal rein hypothetisch gefragt ...)
Wenn Du wirklich so brillant wärst, wie Du uns gerade glauben machen möchtest, müsstest Du eigentlich schon eine Festanstellung im Feuilleton einer großen deutschen Zeitung haben.
Dazu würde u.a. eine professionelle Zusammenarbeit mit anderen Journalisten Deiner Online-Redaktion gehören und beinhalten alle dem Artikel beigefügten Bilderstrecken-Kommentare nochmals auf ihren seriösen Inhalt gegen zu checken.

Geändert von Ollih (20.06.2009 um 10:13 Uhr)
Ollih ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 12:38   #13
moebius1900
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Zitat:
Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
»Der Bemerkung nicht wert«, also auch keiner »aufregenden Bemerkung« wert …
Seltsame Position. Das Setting ist doch schon bemerkenswert, Zumwinkels Zugang zum Thema ebenso, die redaktionelle Reaktion gleichermaßen, und dann noch jede Menge User, die darüber diskutieren, und du sagst sinngemäß: »Leute, regt euch nicht auf, das ist der Comic nicht wert.« Verstehe ich das jetzt richtig?
moebius1900 ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 13:04   #14
zaktuell
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Joh. In kurz: Nach den 8 Seiten war meine Position: Leute, wartet doch erstmal ab, bevor ihr Euch aufregt, wie das nach den 8 Seiten weitergeht. Nach nun 46(?) Seiten ist meine Position: Belanglos. Also auch nicht der Aufregung wert. Der Vorab-Aufregung erst recht nicht. Aber natürlich: Meine Sicht. Wer sich darüber noch trefflich echauffieren möchte, soll das tun.
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Alt 20.06.2009, 13:41   #15
L.N. Muhr
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Zitat:
Zitat von Ollih Beitrag anzeigen
Wenn Du wirklich so brillant wärst, wie Du uns gerade glauben machen möchtest, müsstest Du eigentlich schon eine Festanstellung im Feuilleton einer großen deutschen Zeitung haben.
Dazu würde u.a. eine professionelle Zusammenarbeit mit anderen Journalisten Deiner Online-Redaktion gehören und beinhalten alle dem Artikel beigefügten Bilderstrecken-Kommentare nochmals auf ihren seriösen Inhalt gegen zu checken.
Um Schopenhauer zu zitieren:

Zitat:
Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob. Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man da verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgend wie angreift: man könnte es nennen argumentum ad personam, zum Unterschied vom argumentum ad hominem: dieses geht vom rein objektiven Gegenstand ab, um sich an das zu halten, was der Gegner darüber gesagt oder zugegeben hat. Beim Persönlichwerden aber verläßt man den Gegenstand ganz, und richtet seinen Angriff auf die Person des Gegners: man wird also kränkend, hämisch, beleidigend, grob. Es ist eine Appellation von den Kräften des Geistes an die des Leibes, oder an die Tierheit.
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xi...ist38#gb_found

Schopenhauer rät in diesem Falle zur Gelassenheit und der Feststellung, dass die Aussage nichts mit dem Thema zu tun habe. Und da hat er recht.

Magst du noch etwas zum Thema beitragen?
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'nuff said.


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Alt 20.06.2009, 13:50   #16
hipgnosis
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Zitat:
Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen

Magst du noch etwas zum Thema beitragen?
Ich schon

Wenn man seinen eigenen Worten keine Wirkungskraft zutraut, bemühe man sich lieber Aussagen bekannter Denker und stelle sich somit über den Intellekt seines Mitdiskutanten.

Vereinfacht für dich:

"Man muss nicht selbst drauf kommen, sondern nur wissen wo es steht und man es nachlesen kann!"
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Alt 20.06.2009, 14:02   #17
Ollih
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@l.n.muhr
Ups , da habe ich wohl einen Nerv getroffen.

Ein kleiner Tipp: Es ist immer ratsam Geistesgrößen auch im richtigen Kontext zu zitieren.
Mein persönlicher "philosophischer" Ratschlag lautet daher: Begegne persönlicher Eitelkeit immer mit einem gesunden Maß an Ironie.
Ollih ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 14:11   #18
hipgnosis
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Zurück zum obigen Thema:

Ich denke die meisten hier Lesenden, haben schon nach den ersten Bildern befürchtet das es sich um eine "belanglose und geschichtsverzerrende" Storyline handeln würde. (da bedarf es keinen hellseherischen Fähigkeiten)

Im Gegensatz zum Kritik auslösenden Spiegel Online Artikel, haben sich doch viele nun zum Glück erst nach dem kompletten Abdruck ihre Meinung gebildet - das lässt mich zumindest an eine sowohl kritische als auch sehr bedachte Herangehensweise mit solchen Thematiken glauben.

Und darüber bin ich als Leser dieser Diskussionen hier wirklich erfreut.

Mir persönlich ist daher mehr der völlig unseriöse Umgang mit den kritischen Stimmen, als auch die schon fast "selbstbeweihräuchernde" Argumentation, seitens des aktuellen Chefredakteures aufgefallen, welcher mich auch nachhaltig entsetzte.

Selten habe ich einen unreflektierteren Umgang mit einer solch sensiblen Thematik vernommen und anstatt alles nur denkliche zutun, um ein bisschen die Wogen der anfänglichen Kritik zu glätten, wurden Kommentare und öffentliche Statements getätigt, deren man "kaum Worte" findet.


Insofern muss man gar der (m.E. zwar frühen und auch nicht in allen Belangen angebrachten) kritischen Reportage des Spiegel Online dankbar sein.

Denn auch wenn nicht die prophezeihende "Aufmerksamkeit die beste Erziehungsarbeit in dieser Richtung darstellen, die Deutschland jemals gesehen hat" aus dem Inhalt des Comics herauszulesen war, so wurde wieder einmal sehr deutlich, wie "verwirrt" manch einer sich eines solchen Themas bedient.

Daher geht meine Hoffnung nicht auf eine Fortführung der Serie - die es keinesfalls verdient hätte - sondern vielmehr auf eine nachhaltige Betrachtung der Ereignisse und der Besinnung einige schwerwiegende Fehler nicht wieder zu machen.

Und das gilt dann sowohl für den Diskussionsauslösenden Aspekt "Nationalsozialismus" - als auch für den Umgang mit solch einem hochsensiblen Thema!

Geändert von hipgnosis (20.06.2009 um 14:14 Uhr)
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Alt 20.06.2009, 14:26   #19
L.N. Muhr
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@ollih: nein, und das hat auch weiterhin nichts mit dem thema zu tun. ich bin ansonsten bereit, persönliche ressentiments mit dir unter vier augen zu klären.

Zitat:
Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
Ich schon

Wenn man seinen eigenen Worten keine Wirkungskraft zutraut, bemühe man sich lieber Aussagen bekannter Denker und stelle sich somit über den Intellekt seines Mitdiskutanten.
sure. dass schopenhauer klüger war, als ich je sein könnte, gebe ich jederzeit zu. es ist keine schande darin. der satz "Man muss nicht selbst drauf kommen, sondern nur wissen wo es steht und man es nachlesen kann!" ist vollkommen richtig.

allerdings tappst auch du letztlich in die gleiche falle, wie schopenhauer sie beschrieben hat: du gehst gegen die person an statt gegen das argument. letztlich sagt diese reaktion von ollih und dir eigentlich schon alles aus. die kritik am werk war scheinbar von anfang an berechtigt, selbst wenn sie sich nur auf acht seiten und ein interview bezog.

meine frage bezog sich ja einzig auf olivers aussage, dass eigentlich nach 46 gelesenen seiten sein urteil mehr oder minder das gleiche sei wie nach acht gelesenen seiten. und dieser aspekt interessiert mich (natürlich), nicht zuletzt aufgrund der reaktion der redaktion damals, der oben angeführten versprechen sowie eben der argumente einiger zack-leser. also: kann es sein, dass oliver da recht hat?
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L.N. Muhr ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 14:40   #20
hipgnosis
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Zitat:
Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
... dass schopenhauer klüger war, als ich je sein könnte, gebe ich jederzeit zu. es ist keine schande darin...
...du gehst gegen die person an statt gegen das argument...
Keinesfalls - denn ich bediene mich erst gar keiner fremden Worte und antworte lediglich auf deine Worte - in persönlicher Form.

Du bist leider der Erste der hier im sehr gelungenen Thread "persönlich" wurde (Korrektur: es in einer provozierenden Art herausfordese, daß jemand - in diesem Fall Ollih - zu einem persönlichen Statement sich verleiten ließ) - daher sei auch meine "persönliche" Antwort daruf gestattet.

Mein Statement danach ist aber eigentlich das Essentiellere - daher beissen wir uns hoffentlich nun nicht an Eitelkeiten fest, oder!

Geändert von hipgnosis (20.06.2009 um 14:46 Uhr) Grund: siehe Korrektur
hipgnosis ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 14:52   #21
hipgnosis
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Zitat:
Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
die kritik am werk war scheinbar von anfang an berechtigt, selbst wenn sie sich nur auf acht seiten und ein interview bezog.

Eben in der von dir im Spiegel Online Artikel vorgetragenen Art und Weise nicht!!

Natürlich ist Kritik an einem solchem Comic berechtigt - hat auch nur eine einzige Person (ausser dem Chefredakteur) dies hier jemals angezweifelt?

Und ja - du hast gar in vielen Punkten Recht behalten!

Wie hätte das auch bei einer solchen Storyline anders sein können!


Zu diesem frühen Zeitpunkt hättest du nicht "solche Geschütze" auffahren müssen - und schon gar keine festzementierten Thesen aufstellen dürfen, die dir aufgrund deiner damalig vorliegenden Erkenntnisse nicht in dieser Form zustanden.

Und als Schreiber eines solchen Artikels, hättest du "alleine" der Bilder und Bildunterschriften verantwortlich sein müssen, denn diese hast du doch "bewusst" gewählt um deiner Aussage auch den nötigen Ausdruck zu verschaffen, oder!?

Wie dem auch sei - am Ende war der Artikel natürlich inhaltlich zutreffend - und hatte in der Sache selbst seine volle Berechtigung.
hipgnosis ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 15:48   #22
Ollih
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@l.n.muhr:
Nichts dagegen, vielleicht mal in Erlangen?

Mein ironischer Einwurf bezog sich konkret auf diesen Satz:
"(wobei zum glück niemand auf diese idee kam, ein ganzes album nach acht seiten zu beurteilen, also mal rein hypothetisch gefragt ...)"
Ich erkenne sehr wohl die Intention jenes Satz, nachdem gerade Du es warst der mit seinem SPON-Artikel diese Diskussion erst angestossen hat.
Dass sich im Nachhinein Deine inhaltliche Kritik in fast allen Teilen als berechtigt erwiesen hat, ist unbestritten, doch basierte sie auf Grundlage von Fakten(8-Seiten), die noch nicht vollständig zugänglich waren, als Du den Artikel verfasst hast. Hättest Du einen neuen Artikel geschrieben, indem Du eine Neubewertung der Kritik beschrieben hättest, hätte sich die Geschichte ab Seite 9 in die Richtung von MarkOFischers Ankündigung bewegt. Wohl kaum.
Mir missfällt, neben dem Umgang der Zack-Redaktion, mindestens genauso, Dein Umgang mit diesem sensiblen Thema. Der Artikel war reißerisch geschrieben, war polarisierend und in Bezug auf den Kommentar auf der Bildstrecke sogar unteres BILD-Niveau.
Mag sein, dass es dem Zeitgeist entspricht, nicht mehr ausführlich zu recherchieren und vor allem Schlagzeilen zu produzieren, um im Blätterwald (ob Papier oder Online) möglichst aufzufallen, aber dem eigentlichen Thema nämlich der sachlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus hast Du damit keinen Dienst erwiesen. Ausgangspunkt für die spätere Auseinandersetzung hier im Forum war nun mal der SPON-Artikel und beruhte bei allen Beteiligten auf Halbwissen, da fasse ich mir gerne auch an die eigene Nase. Für die spätere hier ausufernde Auseinandersetzung bist Du somit insofern verantwortlich, als auch Dein Artikel nur auf Halbwissen beruhte. Für den späteren hitzigen Forumsverlauf konntest Du freilich nichts. Wohl wurde in dem Disput mal wieder deutlich wie wenig sachlich wir unsere eigene Geschichte aufgearbeitet haben. Damit hat weder der Disput im Forum, noch Dein Artikel zu einer sachlichen und nachhaltigen Debatte geführt, von der ich hoffe, dass sie nun einsetzen möge. Somit wäre auch erst jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen, nämlich nach Veröffentlichung der ganzen Geschichte, Deinen Artikel zu veröffentlichen. Und vielleicht mit ein wenig mehr Sachlichkeit zum Thema, bei dem ich übrigens wieder angekommen bin.

Und jetzt verkaufe mich bitte nicht für dumm, wenn Du nun sagst Deine Frage (vom 1. Posting) hätte sich nur auf olivers (zaktuells) Beitrag bezogen.
Deine letzte Frage (vom 3. Posting) sollte besser lauten "kann es sein dass herr pannor da Recht hat(te)?" - rein hypothetisch gesprochen natürlich...
...jedenfalls scheint Dich das Thema "Recht haben" sehr zu beschäftigen, wenn Du es gleich als link parat hast

Geändert von Ollih (20.06.2009 um 15:59 Uhr)
Ollih ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 16:01   #23
Schninkel
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Zurück zur Sache

@ Olli
@ L.Nuhr
@ hipgnosis

Eie wesentliche Aussage des Schopenhauer-Zitates besteht doch darin, dass es eine Taktik ist, von der Sachkritik abzulenken in dem auf das Persönliche ausgewichen wird.

Lernen wir doch alle daraus und kehren wir gemeinsam zurück zur Sachebene.

Wir sollten darauf hoffen (auch pochen?), das Mark O. Fischer endlich eine akzeptable Stellungnahme abgibt.

Wenn er sich nicht dazu durchringen kann, sollten möglichst viele substanzielle Kritik an der Redaktionshaltung zu SvA üben, damit diese veranlasst wird ihren alten Stundpunkt zu überdenken. Ansonsten hätte SON durchaus das Recht einen diesmal nicht als vorschnell zu kritisierenden Verriss zu verfassen. Schlimmer noch für Zack und die gesamte Comicszene, wenn die bisherige Redaktionshaltung bundesweit skandalisiert würde.
Schninkel ist offline   Nach oben
Alt 20.06.2009, 16:12   #24
zaktuell
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Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
(...) meine frage bezog sich ja einzig auf olivers aussage, dass eigentlich nach 46 gelesenen seiten sein urteil mehr oder minder das gleiche sei wie nach acht gelesenen seiten. und dieser aspekt interessiert mich (natürlich), (...) also: kann es sein, dass oliver da recht hat?
Naja. Wenn aber (mMn!) die 46 Seiten auch nicht mehr hergeben als die ersten 8, dann folgt daraus aber auch, dass die Aufregung, die (mMn!) nach 46 Seiten unangemessen ist, es auch nach 8 Seiten schon war. Und das die 'Fehler' des Spiegel-online-Artikels, die nach 8 Seiten gemacht wurden, auch nach 46 Seiten so noch Bestand haben.

Der fehlinterpretierte 'Feldmarschall' wurde auch auf den Seiten 9ff nicht derart befördert, dass er nun im im Artkel formulierten Rang stünde, die Figur des Marseillle erscheint nach 46 Seiten tatsächlich eher zur Nebenfigur als er es nach 8 Seiten tat, eine 'Blendung' der Redaktion* vermag ich weiterhin insofern nicht zu erkennen, weil weder die 8 noch die 46 Seiten 'Blendwerk' sind etc. ...

*Dass die sich mit ihren Äusserungen zur Serie nicht grade mit Ruhm bekleckert haben, steht auf einem anderen Blatt.
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Alt 20.06.2009, 16:29   #25
zaktuell
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Zitat:
Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
(...) Natürlich ist Kritik an einem solchem Comic berechtigt - hat auch nur eine einzige Person (ausser dem Chefredakteur) dies hier jemals angezweifelt? (...)
Ja, ich. Zumindest die Art Kritik, die hier dagegen vorgetragen wurde.

Zitat:
Zitat von Ollih Beitrag anzeigen
(...) Dass sich im Nachhinein Deine inhaltliche Kritik in fast allen Teilen als berechtigt erwiesen hat, ist unbestritten, (...)
Dochdoch. Von mir ist das bestritten.

Leute, mal ernsthaft: Was haben wir hier? Die Verquickung von Fliegerabenteuer, Liebesgeschichte und Familiendrama. Weder besonders gut erzählt, noch herausragend gezeichnet und die 'Tiefe' der Geschichte entspricht dem Anlass, sie überhaupt zu machen: Da wollte jemand Flugzeuge darstellen, mithin 'äusserliche Abbilder' schaffen, dass da die Geschichte ebenso an der Oberfläche bleibt, passt da nur zu gut. Eine tiefergehende politische oder historische Diskussion darüber zu giessen, ist aber dem nicht wirklich angemessen. Man kann Zumstein Naivität im Umgang mit dem Setting, dem Background seiner Geschichte vorwerfen, aber alles darüber hinausgehende geht an Anlass und Ergebnis vorbei.
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