szmtag We Can Be Heroes - Volume 1: The Rising - Seite 4
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  1. #76
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    Tom blieb wie vom Schlag getroffen stehen und hob die Hände. 'Nicht schießen, bitte.' rief er dem Mann zu. Gleichzeitig schaute er sich um. Ist hier vielleicht jemand anderes in der Nähe, der die Polizei rufen konnte? Denn das diese zwei Leute zu den 'Guten' gehören, stand nun außer Frage. Er bemerkte die Frau, die von der ruckartig aufgestoßenen Tür umgeworfen wurde, nun auf den Boden lag. Tom versuchte sie genauer zu sehen. War sie verletzt?


  2. #77
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    "Vorstellungsgespräch" antwotete Kangxin kurzangebunden. Der Junge hatte wirklich Nerven. Er half der Sekretärin auf und führte sie zu HiWi und Tür "Ich denke wir sollten *vor* der Tür auf die Polizei warten. Und bis dahin niemanden hierrein lassen. Gehst du nun aus dem Weg?" Er versuchte seiner Stimme etwas Nachdruck zu verleihen.
    Kommandieren war nicht seine Art, aber die Situation ärgerte ihn sehr- hier war etwas furchtbares geschehen, er war 2 Minuten im Raum und schon wurde er beschuldigt!
    Ob man einen Deutschen genauso behandelt hätte?

  3. #78
    Mitglied Avatar von Matrix
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    Seine Kopfschmerzen waren endlich am verschwinden, hätte das nicht früher passieren können fragte er sich? So hatte er wenigstens etwas Zeit zum lernen, auch wenn er darauf keine Lust hatte und wahrscheinlich nach dem erlebten nicht wirklich erfolgreich damit sein würde. Ihm ging es irgendwie immer noch durch den Kopf. Er hatte 2 Menschen vor dem Überfahren gerettet.

    Er würde plötzlich aus seinen Gedanken gerissen, irgend etwas roch hier verbrannt, er wusste nur nicht was. Er blickte sich um. Wenn es hier brennen würde, dann musste man auch den Rauch sehen können.

  4. #79
    Mitglied Avatar von Morgaine
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    Luka war mit den Gedanken schon bei dem Verbandszeug und der Art einer Bandage als er plötzlich wieder etwas von Fabian hörte.

    Ganz verdutzt bemerkte er auch, dass Fabians Blick sich geklärt hatte und er nicht mehr abwesend wirkte, sondern im Hier und Jetzt wieder angekommen zu sein schien.

    Als Luka Jamie anschaute sah er die gleiche Verdutzung in seinen Augen. Nachdem Jamie gefragt hatte legte Luka seine Hand seitlich auf die Schulter und schaute Fabian in die Augen. Es war seltsam was hier passierte. Erst schien das Mittel anzuschlagen um plötzlich wieder ins Gegenteil auszuschlagen.

    Letzten Endes war die Überraschung dann doch so stark, dass Luka keine Fragen formulieren konnte, sondern nur auf eine Reaktion seitens Fabian wartete.

  5. #80
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Penny schlug hart auf dem kalten Steinboden auf. Doch in dem Moment als der Schmerz durch ihr Steißbein fuhr weckte er etwas in ihr, das sie im ehesten als Überlebensinstinkt definiert hätte. Oben waren ihre beiden Babys, völlig allein mit einem heißen Ofen in dem Muffins in wenigen Minuten zu schwarzen Brikets verglühen würden. Sie musste wieder nach oben - sie musste hier weg. Sie hörte die Worte der beiden Fremden, sah den Jungen (Tom) von Gegenüber auf sie zukommen. Die Situation war allerdings zu verwirrend, ihr Verstand raste zu schnell, als dass sie sich die Zeit genommen hätte genauer darüber nachzudenken.

    Der Mann wandte sich um, offenbar hatte dieser Neuankömmling ihn abgelenkt. Penny sah ihre Chance, stützte sich mit einem Arm ab, winkelte ihr Bein an und trat dann mit aller Kraft in die Kniekehlen des Polizisten. Den Schwung den sie in diesen Tritt legte nutzte sie gleichzeitig um sich am Geländer der Treppe hochzuziehen. Sie würde einen erneuten Versuch starten nach oben zu rennen. Sie hoffte, dass die beiden Fremden zu überrascht waren um ihr - oder ihrem unverhofften Helfer etwas zu tun, bevor sie sich in die Sicherheit ihrer Wohnung flüchten und die echte Polizei verständigen konnte.

    **************
    Hoffe du weißt zu schätzen, dass ich meine Pause zwischen zwei Französisch Kursen genutzt habe um nicht weiter zu blockieren! Fehler und etwaiger Unrealismus wird darauf geschoben, dass ich in fünf Minuten in nem Kurs sein muss und keine Zeit mehr zum Korekturlesen habe! Behaltet sie und rahmt sie euch, sind ja selten genug!
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  6. #81
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    Nein verletzt war sie nicht. Oder zumindest war davon nichts zu merken. Tom hätte gelacht, wenn diese Scene nicht so furchbar ernst wäre. Mit einem Schwung, der eines Jacki Chan würdig wäre, trat sie einen ihrer Angreifer, der sich gerade Tom zugewand hat, entgegen und schob sich mit Hilfe des Treppengeländers sich wieder auf die Beine und wandte sich um, um die Treppe hinauf zu rennen.

    Was für ein Satz


    Tom konnte nur staunen, was für Kräfte doch im Menschen frei werden kann, wenn er Angst hat. Doch das Staunen verwandelte sich in Entsetzten, denn er merkte, dass er dann alleine mit diesen beiden Gestalten wäre. Und sie hatten ihn auch schon gesehen ...
    Geändert von Easton (18.11.2008 um 15:11 Uhr)


  7. #82
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    "Ja."
    Fabians Antwort auf Jamies Frage fiel so knapp wie eindeutig aus. Seine Stimme verriet Erschöpfung, doch da der Junge bis eben noch absolut unansprechbar gewesen war, stellte allein die Tatsache, dass er plötzlich klar schien, ein kleines Wunder.
    Er blickte zunächst Jamie an und der Anflug eines Lächelns war in seinem Gesicht zu sehen; dann, als Luka ihm die Hand auf die Schulter legte, wanderte sein Blick weiter zu diesem. Der Pfleger konnte deutlich erkennen, dass Fabians Blick tatsächlich vollkommen ungetrübt war.
    Ein gedämpfter Schrei ließ sie alle herumfahren und ehe sie sich versahen, eilte Frau Loewe an das Bett ihres Sohnes und schloss diesen in ihre Arme, um ihn für eine kleine Ewigkeit nicht mehr loszulassen. Ihr Schluchzen war das einzige Geräusch im Raum, bis Fabian schließlich seiner Mutter zuflüsterte, dass alles in Ordnung sei: "Ist OK, Mama, mir geht's gut." Jamie bemerkte, wie Fabians Augen dabei auf ihn gerichtet waren.


    ***

    Aachen, Laurensberg

    Es dauerte nicht lange das Haus der Loewes zu erreichen - das Schöne an Aachen war, dass man mit dem Rad eigentlich schnell überall hinkam.
    So fand sich Natalie nun vor der Einganstür des kleinen Einfamilienhauses wieder, in dem Fabian mit seinen Eltern lebte. Auf ihr Klingeln hin geschah zunächst nichts und sie befürchtete schon, abermals nichts zu erfahren. Dann aber hörte sie Schritte hinter der Tür und kurz darauf öffnete eine junge Frau, Natalie schätzte sie auf Anfang 20, und blickte fragend. "Ja, bitte?" Sie wirkte ungeduldig und schaute zweimal nervös zurück in den Flur, so als sei sie bei etwas unterbrochen worden, mit dem sie am liebsten jetzt als später fortfahren würde.


    ***

    Karlsgraben, Ecke Templergraben

    Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Pennys Tritt verfehlte nicht seine Wirkung und der Polizist knickte, begleitet von einem Schmerzensschrei, ein, wobei er den Abzug des Gerätes in seiner Hand auslöste. Eine kleine Metallplatine, über einen Draht noch immer mit dem Gerät verbunden, schoss auf Tom zu und ein surrendes Geräusch verriet, dass sie wohl unter Strom stand - offenbar handelte es sich bei der Waffe um eine Art Taser. Doch glücklicherweise verfehlte das Metall ihn und sauste knapp an seinem linken Ohr vorbei.

    Penny versuchte indes zur Treppe zu eilen - doch zu ihrer nicht geringen Verwunderung war diese einfach ... fort. Dort, wo vor wenigen Augenblicken noch Stufen gewesen war, verlief nun der gleiche geschmacklos gekachelte, vor allem aber treppenlose Boden, wie überall sonst im Eingangsbereich des Hauses.
    Sie hörte, wie die Polizistin die Tür aufstieß und ihr folgen wollte.

    Doch noch bevor die Frau Penny ins Haus folgen konnte, pfiff ihr Kollege sie zurück: "Lass sie, wir hauen ab!" Die Stimme des Mannes verriet, dass der Schmerz in seiner Kniekehle nicht zu knapp war. Einen Moment blickte die Frau unschlüssig von Penny zu ihrem Kollegen und zurück, stieß dann einen leisen Fluch aus, schnappte den anderen, der sich inzwischen wieder aufgerichtet hatte am Arm und zog ihn mit sich. Tom sah die beiden hinter der nächsten Häuserecke verschwinden.


    ***

    Aachen, Lousberg

    Mark sah sich nach einer Rauchsäule um, konnte aber nichts dergleichen ausmachen. Erst nach einiger Zeit sah er, ein gutes Stück weiter hinten über einigen Dächern, dass die Luft zu flimmern schien. Er wusste, dass dort das Wohngebiet an den Wald grenzte.


    ***

    Karman-Auditorium

    Kangxins Worte schienen Eindruck zu machen, denn der Junge ließ den Stock nun sinken, wenn auch sein Atem nach vor verriet, wie nervös er war. Die Sekretärin, welche sich inzwischen einigermaßen erholt zu haben schien, brachte ebenfalls ein "was er sagt, stimmt" hervor und bekräftigte so Kangxin Unschuldsbekundung.
    Als sie aus dem Büro heraustraten, empfing eine angenehme Kühle auf dem Gang sie, die einem erst bewusst machte, wie unglaublich warm es in dem Büro gewesen sein musste. Inzwischen hatten sich mehrere andere Leute draußen versammelt, die vermutlich durch den lauten Wortwechsel zwischen Kangxin und dem HiWi aufmerksam gemacht worden waren. Dieser schloss der Pietät halber nun die Tür zum Büro und erklärte, dass vorerst niemand dort hinein gehen durfte.

    Es dauerte nicht mehr lange, bis die Polizei auftauchte und zunächst einmal den Tatort absperrte, Personalien aufnahm und dafür sorgte, dass die Schaulustigen sich trollten. Lediglich Kangxin, die Sekretärin und der HiWi sollten für eine erste Aussage bleiben und nachdem diese getätigt war, informierte man sie, dass sie sich für spätere Nachfragen bereit halten sollten, um gegebenenfalls aufs Revier zu kommen. Vorerst aber stand es Kangxin frei zu gehen. Es war ihm abermals ziemlich warm geworden, selbst auf dem Gang.


    ***

    Hotel Aixcellence

    Während sein Onkel das Zimmer betrat, um sich von den Worten Santinos zu überzeugen, half dieser Herrn Derrous die anderen Gäste weiterzuwinken - eine Tätigkeit, die erstaunlicherweise dabei half, wieder zur Ruhe zu kommen. Fast automatisch wies er die Leute an, zurück auf ihre Zimmer zu gehen und nicht hier zu verweilen.

    Dann aber geschah etwas Eigenartiges: er spürte ein Kribbeln in seinem Hinterkopf, ein nicht näher identifizierbares Gefühl, das ihn dazu brachte, sich umzudrehen. Im ersten Moment fiel ihm nichts Eigenartiges auf, dann aber bemerkte er, dass die Szenerie mit einem mal etwas Surreales hatte. Die Farben der Wände und des Bodens wirkten plötzlich zu intensiv, die Formen der Dinge hatten an Kontur verloren. Er fühlte sich, wie in einem Traum: was ihn umgab war so etwas wie die wage Vorstellung eines Hotelgangs. Er blickte zurück und wurde gewahr, dass er allein war: die neugierigen Hotelgäste waren ebenso verschwunden wie Herr Derrous.
    Geändert von Foxx (25.11.2008 um 19:01 Uhr)

  8. #83
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    Natalie musterte die Frau vor sich kurz. "Guten Tag. Ich möchte mit Fabian Loewe sprechen. Oder mit seinen Eltern, sollte er nicht da sein." Abwartend blickte sie auf die Frau und ihr entging deren Nervosität nicht. Irgendetwas schien diese zu beschäftigen.

  9. #84
    Mitglied Avatar von Morgaine
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    Luka ging schnell auf Seite um Frau Loewe genügend Platz zu verschaffen ihrem Sohn näher zu kommen. Er lächelte unbewusst. Es war eigentlich nicht möglich. Der Junge war schon vor der Spritze abwesend, doch nach der Sedierung plötzlich völlig klar im Kopf zu sein, ansprechbar und adequate Antworten zu geben ist fast ein Wunder.

    Er sah zu Jamie rüber und sagte an ihn statt an die Mutter: "Ich geh mal eben Dr. Sebastian und Verbandszeug holen. Dann haben Sie ein wenig Zeit mit Fabian zu sprechen.

    Er ging aus dem Zimmer und Richtung Stationszimmer um zu sehen ob Dr Sebastian dort war. Und falls nicht wird er bestimmt im Arztzimmer sein. Unterwegs packte er schon einmal einiges an Verbandszeug in seine rechte Kasaktasche.

  10. #85
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    Verzweifelt war Penny auf den Boden gesunken. Nun tastete sie diesen ab, versuchte die Treppe zu finden, die eben noch da gewesen war. Als sie die Polizistin hörte spannte sie all ihre Muskeln an, rüstete sich zum Kampf. Doch soweit kam es nicht. Die Polizisten - oder diejenigen die sich als Polizisten ausgegeben hatten - machten sich aus dem Staub. Penny lehnte sich mit dem Rücken an die Wand, zog die Knie an, legte das Gesicht in die Hände und brach in Tränen aus.
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  11. #86
    SysOp Künstlerbereich Avatar von Jenny
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    Die Unwirklichkeit der gesamten Szenerie ging an Jamie nicht spurlos vorbei, aber darüber wundern, warum Fabian von einem Moment auf den anderen plötzlich wieder klar im Kopf war, konnte er sich später noch. Er war hierhergekommen, weil Fabian mit ihm reden wollte, und es schien, dass er genau das nun tun konnte und wollte, das musste für den Augenblick genügen.

    "Fabian, was ist los?" fragte er den Jungen. "Was ist all das hier? Warum wolltest du mich sehen?"

  12. #87
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    Tom bemerkte die Kugel sofort. Es schien, als würde sie in Zeitlupe auf ihn zurasen. Reflexartig sprang er zur Seite. Hinter ihm splitterte Glas. Als er wieder zu den andereen sah, fehlte die Treppe. Sie war weg! Er hörte ein "Lass sie, wir hauen ab!" und schon machten sich der Mann und die Frau in den schwarzen Anzügen davon. Ein letztes Mal sah er sie, als sie um die Ecke bogen.

    Die Frau saß mittlerweile mit dem Rücken zur Wand. Dieses Ereignis würden sie und Tom auf Ewig verbinden. Sie weinte. Er konnte es nicht mit ansehen und ging zu ihr hin.
    "Menschenskind",sagte er. "Was war das denn?"


  13. #88
    Mitglied Avatar von NiGhTwiNg 22
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    Santino drehte sich auf der Stelle im Kreis um seine Umgebung in Augenschein zu nehmen . Mehr als alles ander verwunderte Sonny das Fehlen der Menschen. War dieser Gang nicht gerade noch voller Leute Gewesen ? fragte er sich selbst . Durch die Intensiven Farben und die verschwommenen Konturen war ihm leicht schwindelig und die Luft war Ungewöhnlich Schwül und Stickig . Trotz dieser durchaus Erschreckenden Situation verspürte Santino keine Angst sondern eine seltsame Ruhe . Hallo ?? rief Santino in die stille und ihm war so als hallte seine Stimme von den Wänden wieder.

  14. #89
    Mitglied Avatar von Blue Lion
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    Kangxin schob es auf seine Nervosität. Ihm war sonst nie heiß, schon gar nicht in Deutschland. Er war Durchschnittstemperaturen von 42°C im Schatten gewöhnt, dagegen war der deutsche Sommer ein Trauerspiel.
    Dennoch hatte er seine Jacke ausziehen müssen um nicht ungewollten Transpirationen auf den Weg zu geleiten.

    So viel also zu seinem Vorstellungsgespräch. Er hinterließ -taktvollerweise- seine Karte bei der Sekretärin des anverwandten Lehrstuhls und ging.
    Was machte er nun mit dem angebrochenem Tag?
    Nach Hausarbeiten korrigieren war ihm nach den heutigen Ereignissen nicht, und die Freizeit genießen konnte er so schon gar nicht.
    Was hatte sich dieser Mann denn bitte zu Schulden kommen lassen?
    Lebten hier denn nichtmal die Hochschullehrer sicher?
    Gut, in einer Metropole wie Berlin, Hamburg, da hätte er das vielleicht erwartet aber.... Aachen?
    Plötzlich verspürte er das Bedürfnis seine für - wie er es von Studenten gehört hatte- "für einen Katholiken 7334 Google-Fu Skillz" einzusetzen. "Suchmaschinen bedienen können" konnte doch so schön herausgeputzt werden.

    Gedankenversunken schlenderte er über den Campus und versuchte eine Entscheidung für den zukünftigen Verbleib in den nächsten Stunden zu finden, aber auch das Hitzegefühl ließ ihn nicht los. Wurde er etwa krank? Aber im Moment ging es doch.
    Vielleicht spielte auch einfach die Heizung verrückt, irgendwas kaputt.

    Er fühlte sich doch in der Stimmung für etwas Selbstmitleid, erst die Sache mit Natalia, die drohenden Gehaltskürzungen, das Deutsche Bahn Desaster und nun auch noch die beste Ausrede für ein nicht stattfindendes Einstellungsgespräch überhaupt - Chef tot.

  15. #90
    Mitglied Avatar von Matrix
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    "Na toll, jetzt scheint hier auch noch irgendetwas zu brennen,"murmelte er, ehe er schnell los lief. Das musste er sich von näherem anschauen und falls wirklich etwas brannte, dann würde er sofort die Feuerwehr anrufen. Vielleicht war es auch irgend etwas anderes, oder jemand machte ein riesiges Lagerfeuer, auch wenn er nicht wirklich daran glaubte. Doch er wusste, dass es eine Menge bescheuerte Menschen gab.

  16. #91
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Penny hob den Kopf und sah Tom aus großen traurigen Augen an. Die Tränen glitzerten noch darin, doch da sie kein Make-up trug, war der Anblick nicht allzu schaurig. "Ich weiß auch nicht..." murmelte sie leise. "Vielen Dank, dass sie mir geholfen haben! Ich meine... nicht viele Leute würden sich gegen zwei Polizisten stellen!" Sie sah Tom an. "Aber ich glaube, die haben ihre Uniformen geklaut. Anscheinend haben sie mich schon länger ausspioniert, sie wollten mich erst unter dem Vorwand es ginge um etwas wichtiges mit sich locken... aber ich konnte nicht, weil ich doch keinen Babysitter hatte und da wollten sie mich mit Gewalt mitnehmen!" Der Schock saß immer noch tief, Penny zitterte am ganzen Leib.

    Sie stand auf und sah sich um... "Ich muss dringend nach oben!" murmelte sie. "Der Aufzug.... aber der funktionniert seit Tagen nicht!" sie seufzte und wandte sich wieder da hin, wo die Treppe sein sollte.
    "We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars."
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  17. #92
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    Tom fühlte sich, als stünde er im Weg. Er hatte keine Ahnung was er jetzt tun sollte. Die Frau war offensichtlich verzweifelt.
    "Wollen Sie nicht mit rüber kommen und erst mal einen Kaffee trinken?", fragte er.
    "Unter uns, wir haben da auch alkoholisches in der Werkstatt. Sie sehen wirklich so aus, als könnten Sie was starkes gebrauchen."


  18. #93
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Penny schüttelte den Kopf, sie wirkte jetzt wirklich verzweifelt! "Meine Babys sind oben! Der Ofen ist an und die Kaffeemaschine auch! Ich wollte doch nur die Tür öffnen, weil die Gegensprechanlage nicht mehr funktionniert!" Sie legte die Hände an die Schläfen und schloss die Augen. Es musste eine sinnvolle Erklärung für all das geben. Eine Treppe verschwand nicht einfach so! Sie machte die Augen wieder auf und sah an Tom vorbei ... auf die Treppe*. "Das... Ich glaube ich sollte mich erstmal hinlegen!" meinte sie, während sie entgeistert an Easton vorbeistarrte. "Ich hätte schwören können, dass da eben noch... die Treppe..." sie sah zu Tom und wieder zur Treppe. "Irgendwie... Ich glaube, ich geh jetzt besser hoch! Haben Sie Lust auf einen Kaffee und einen dunklen Schokomuffin? Dann können Sie gern mit hochkommen! Ich bin übrigens Penny!" Sie streckte ihm ihren Hand entgegen.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    *Info von Foxx, dem Herrn und Meister!
    Geändert von Felina Noctis (27.11.2008 um 19:34 Uhr)
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  19. #94
    SysOp Künstlerbereich Avatar von Jenny
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    Im Chat entstanden, blau=Foxx


    Fabian gelang es schließlich, seine Mutter dazuzubringen die Umarmung zu lösen (auch wenn man ihr ansah, dass sie ihn wohl am liebsten noch einige Zeit länger gehalten hätte). Er gab ihr keinen Kuss auf die Wange und flüsterte ihr etwas zu, dass Jamie nicht verstehen konnte. Dann, auf dessen Frage hin, blickte der Schüler wieder zu dem jungen Briten. Er atmete einmal tief durch und sah dann nochmal zurück zu einer Mutter. Einen Moment zögerte er, doch dann schien er zu dem Schluss zu kommen, dass es keinen Grund gab, das nicht vor ihr erklären zu wollen.
    "Ich weiß, es klingt verrückt - aber ich wusste, dass du mir helfen kannst."


    "Okay." Jamie stellte einigermaßen verwundert fest, dass seine Stimme klang, als hätte er tatsächlich eine Ahnung, was hier vor sich ging. "Wie soll ich dir helfen?"

    Fabian lachte kurz - es war eines dieser Lachen, in denen sich eine lang ausgehaltene Belastung löste. "Das hast du gerade. Dass ich wieder ... dass es mir wieder gut geht, habe ich dir zu verdanken." Jamie spürte, wie Frau Loewes verwunderter Blick zu ihm wanderte, während Fabian weitersprach. "Ich ... erinnerst du dich an letzte Woche? Da ging es mir bereits schlechter. Und als du mich wachgerüttelt hast ... da ist etwas passiert und danach wusste ich, dass etwas gegen meinen Zustand tun kannst."

    "W-w-w-wai-wait a minute." Jamie schüttelte heftig den Kopf, als könnte er dadurch seine Gedanken ordnen; tatsächlich hatte er anschließend eher das Gefühl, als habe er sie dadurch nur noch mehr durcheinandergeschüttelt. Und gestottert hatte er das letzte Mal in der achten Klasse, als Gary Bowen ihn nach der großen Pause im Mädchenklo eingesperrt hatte und es eine halbe Stunde gedauert hatte, bis ihn jemand fand und rausließ. "Du, du meinst, dass ich das, also - dass das ich war?"

    Fabian setzte ein Gesicht auf, als wollte er sagen "ich weiß, das klingt bescheuert" und zuckte mit den Schultern. Seine Mutter schien unterdessen genauso verwirrt wie Jamie, schien aber vorerst keine Worte zu finden.
    "OK, ich weiß, es gibt so keinen Weg das so zu sagen, dass es nicht total irre klingt. Ich ... ich weiß Dinge. Ich kanns nicht besser beschreiben. Es ist wie, keine Ahnung, wie bei X-Men oder so. Das hat vor kurzem angefangen ... und mich stückweise einfach in den Wahnsinn getrieben. Und ich weiß eben, dass du auch so eine Art Kraft hast und dass du mir damit geholfen hast. Vorhin, als ihr mich ins Bett getragen habt, ist es passiert."


    "Du... weißt Dinge." Jamie wiederholte Fabians Worte fast mechanisch, in der Hoffnung, sie würden vielleicht durch ständige Wiederholung logischer klingen. "So wie in The Sixth Sense, oder was?"

    "Ähm, nein, nicht so. Es sind mehr ... Visionen oder sowas." Er sah nun sehr hilflos aus, vermutlich befürchtete er, dass Jamie inzwischen annahm, bei "Versteckte Kamera" oder so gelandet zu sein. Er sah nun wieder zu seiner Mutter, als er weiter erklärte: "Es ging vor zwei Wochen los und wurde seither immer mehr. Ich hab keine Kontrolle darüber, keinen Einfluss. Es hat mich regelrecht überflutet, es gab kaum noch was anderes in meinem Kopf und irgendwann ... ab einem gewissen Punkt erinnere ich mich an nichts mehr. Ich wusste seit letzter Woche eben nur noch, dass du", er sah abermals zu Jamie, "was dagegen tun kannst. Und es hat geklappt."

    "Und was... siehst du dann, oder hast du gesehen?" fragte Jamie, dem dieses Gespräch weit mehr behagte, wenn es sich um Fabian statt um ihn selbst drehte. Darüberhinaus schien ihm Fabians Erzählung weitaus interessanter und plausibler als die Überlegung, ob er selbst für Fabians schnelle Erholung verantwortlich gewesen war. Letzteres konnte er sich überhaupt nicht vorstellen. Visionen waren eine Sache; das konnte er sich gerade noch vorstellen. Aber wie hätte er denn Fabian helfen sollen, ohne selbst etwas davon zu merken, geschweige denn zu beabsichtigen?

    Fabians Blick verdüsterte sich. Seine Mutter hatte inzwischen seine Hand ergriffen und drückte sie fest, ihr Blick haftete intensiv an ihm, es war deutlich, dass sie sich Sorgen machte, ob ihr Sohn wirklich klar bei Verstand war oder seine Worte nur eine weitere Folge seines Zustands waren. Doch sie sagte nichts dergleichen, etwas in ihr schien ihm glauben zu wollen und so lauschte sie weiter, was er sagte.
    Fabian setzte zu sprechen an und schloss den Mund wieder, dann das gleiche noch einmal. Erst beim dritten Versuch schien er die richtigen Worte zu finden. Offenbar war es nicht angenehm für ihn, sich diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen. "Ich habe zum Beispiel gesehen, dass drei Menschen sterben werden. Vielleicht sind sie auch schon gestorben, welchen Tag haben wir?" Er wartete allerdings keine Antwort ab. "Sie werden erschossen. Und ich befürchte, es ist nur der Anfang. Doch im Moment fällt es mir schwer, mich an Details zu erinnern. Ich weiß nur, es waren Dinge dabei ... die mir Angst gemacht haben. Und die damit zu tun haben, was ich kann und was du kannst. Und andere. Es gibt noch mehr." Plötzlich schien ihm etwas einzufallen und er blickte in Richtung der Tür. "Der Krankenpfleger ... er auch!"


    Jamie starrte hilflos Fabian an, den Raum, Frau Loewe. Noch lange danach würde er sich mit filmischer Klarheit an diesen Moment erinnern, der untrennbar mit Krankenhausgeruch und dem unsäglichen bronchialschleimgrünen Teppich verknüpft war. Diesen Moment, in dem Jamie gleichzeitig das Gefühl hatte, dass sich die Wände um ihn herum immer enger auf ihn zubewegten, während er zugleich eine Klarheit und Ruhe, ja Weite und Aufgeräumtheit verspürte, die er nie zuvor gekannt hatte, als hätte jemand eine Tür in seinem Kopf aufgestoßen, durch die zum ersten Mal das Sonnenlicht hereinfiel. Das Gefühl, nach einer Ewigkeit endlosen Suchens etwas gefunden zu haben.

    Was er nun gefunden hatte, wusste er immer noch nicht, aber zum ersten Mal seit Tagen hatte er das Gefühl, dass er es herausfinden wollte.
    Geändert von Jenny (27.11.2008 um 21:47 Uhr)

  20. #95
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    "Tom, nett dich kennen zu lernen, Penny" Er schüttelte ihre Hand, "Gerne." Eigentlich hätte er ja zurück in den Laden müssen. Aber das war ihm egal.


  21. #96
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    "Klasse!" inzwischen wurde Pennys Gesicht wieder das für sie typische fröhliche Lächeln aufgehellt. Sie stieg vor Tom die Treppe nach oben, nicht schnell, aber doch zügig. Oben angekommen sperrte sie die Tür auf und bat ihn herein. Dann schnupperte sie und stürzte zum Ofen. Schnell holte sie die dampfenden Muffins heraus. Der Ofen qualmte ein wenig, aber die Muffins sahen aus, als könne man sie noch genießen! Sie stellte das Belch auf einen Untersetzer und deutete Tom sich zu an den Tisch zu setzen. "Die müssen noch kurz abkühlen... Wenn du dir schon Kaffee nehmen willst, die Tassen sind im Linken oberen Schrank, Milch im Kühlschrank... Ich schau nur mal kurz ob bei den Jungs alles ok ist!" meinte sie kurz, bevor sie im Kinderzimmer verschwand.
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    Oscar Wilde


  22. #97
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    'Okay, ich komm zu recht.", sagte Tom. Er sah sich um. Diese Küche gefiel ihm, denn sie war recht hübsch eingerichtet. Er holte sich eine Tasse Kaffee und setzte sich hin. Wer waren diese Menschen gewesen? Was wollten sie von Penny? Und warum hat man auf ihn geschossen? Ihm schauderte es, als er sich daran erinnerte.


  23. #98
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Karlsgraben, Privatwohnung der Haydens

    Zu Pennys Beruhigung schliefen die beiden Kinder tief und fest und hatten sich auch nicht durch den leichten Geruch nach Qualm stören lassen.

    Während Tom das gerade Erlebte Revue passieren ließ, drängte sich ein Satz zurück in sein Gedächtnis, etwas das Penny gesagt hatte, bevor sie nach oben gegangen waren: " ... vielen Dank, dass sie mir geholfen haben ... nicht viele Leute würden sich gegen zwei Polizisten stellen ..."
    Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie von Polizisten geredet hatte - dabei hatten sie weder eine Uniform angehabt noch hatte Tom irgendwo eine Dienstmarke gesehen.


    ***

    Uniklinikum

    Inzwischen war im Krankenzimmer eine unangenehme Stille entstanden. Fabian sah zögerlich von Jamie zu seiner Mutter und fürchtete, die beiden würden sein Gerede vielleicht so deuten, dass er noch immer nicht bei Verstand war.
    Schließlich war es Frau Loewe, die sich durchrang nicht nur schweigend dazusitzen. Sie beugte sich nach vorne und gab ihrem Sohn einen zärtlichen Kuss auf die Wange. "OK, was immer das alles zu bedeuten hat ... es wird schon in Ordnung kommen. Das Wichtigste ist, dass es dir besser geht." Dann stand sie plötzlich auf. "Ich hole dir erstmal etwas zu trinken, ja? Und rede vielleicht auch nochmal mit den Ärzten." Ohne Fabians Antwort abzuwarten, schlug sie den Weg Richtung Tür ein, sie schien es geradezu eilig zu haben. Sie bat Jamie noch kurz, doch bitte noch kurz hier zu warten, damit Fabian nicht allein bliebe und verließ dann das Zimmer.

    Als sie fort war, ließ Fabian den Kopf senken. "Sie glaubt mir nicht. Wahrscheinlich denkt sie, ich fantasiere." Dann aber sah er hoch zu Jamie und in seinen Augen lag ein Hoffnungsschimmer: "Und Du?"

    *

    Luka fand Dr. Sebastian tatsächlich im Stationszimmer, allerdings telefonierte er gerade und schien den Azubi nicht zu bemerken.


    ***

    Lousberg, Waldrand

    Als Mark sich dem Waldrand näherte, bemerkte er sofort, wie der Geruch sich intensivierte und nun vernahm er auch ein leises Knistern. Er folgte dem Geruch weiter und entdeckte schließlich auch die Ursache: ein Haufen trockenes Herbstlaub hatte Feuer gefangen! Noch waren es nur kleine Flammen, doch es war pures Glück, dass Mark es so früh entdeckt hatte.


    ***

    Laurensberg, Haus der Loewes

    Die junge Frau schüttelte den Kopf auf Natalies Frage. "Sorry, ich bin allein daheim. Und mein Bruder ist derzeit auch eher ... schecht zu erreichen."


    ***

    Hotel Aixcellence (?)

    Einen Moment glaubte Santino keine Antwort zu bekommen, doch dann vernahm er die irritierte Stimme seines Onkels aus dem Hotelzimmer: "Santino?"


    ***

    Karman Auditorium, Hof

    Er wusste nicht so recht, was ihn aufsehen ließ, als er die zwei Polizisten an sich vorbei gehen sah - vermutlich die Tatsache, dass die beiden sich (zwar mit gedämpften Stimmen aber doch eindeutigerweise) heftig stritten, während sie auf das Gebäude zugingen, das Kangxin gerade verlassen hatte. Es waren ein Mann und eine Frau und Kangxin glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als sein Blick auf sie fiel - spielte seine Wahrnehmung ihm einen Streich? Lag es daran, dass er sich gerade der wehmütigen Erinnerung hingegeben hatte? Oder war diese Beamtin tatsächlich Natalja?

  24. #99
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    "Das habe ich gemerkt, sonst wäre ich nicht hier," erwiderte Natalie. "Sie sind also Vanessa, ja? Ich bin Natalie Henrich, Fabis Freundin." Sie reichte der Älteren die Hand. "Können Sie mir bitte sagen, was los ist?"

    "Oh!" Vanessa biss sich auf die Unterlippe und wirkte unentschlossen. "OK ... ähm ... Fabian hat von dir erzählt. Meine Eltern ... meine Eltern haben dir nichts gesagt?"

    Natalie schüttelte den Kopf. "Ich habe mehrmals angerufen, aber sie haben mich jedes Mal abgewimmelt." Ihr Herz pochte heftig und sie bekam Angst. Vanessas Rekation sah nicht so aus als gäbe es für Fabians Abwesenheit eine Erklärung, die nicht übel aussehen würde.

    Vanessa seufzte. "Komm rein." Sie ging zurück ins Haus und wartete, dass Natalie ihr folgte, ehe sie sie ins Wohnzimmer führte. "Nimm Platz, ich bin gleich da." Dann ging sie noch einmal kurz hinaus und ließ Natalie einen Moment lang alleine.

    "Danke sehr." Natalie folgte Vanessa ins Haus und setzte sich in einen Sessel. Ihren Rucksack drückte sie gegen ihre Brust.
    "Okay." Sie blickte der anderen einen Moment hinterher, dann sah sie sich kurz im Wohnzimmer um. Ihr Bauch fühlte sich an als würden ihre Eingeweide sich verknoten. Sie krallte ihre Finger in ihren Rucksack. Was war nur los? Ihm mußte etwas passiert sein, nur was?

    Kurz darauf kam Vanessa zurück, allerdings nicht durch die Tür zum Flur, durch die sie gegangen war, sondern aus der, die das Wohnzimmer mit der Küche verband (Natalie war ja nicht zum ersten mal im Haus und kannte sich dementsprechend aus). Sie hatte zwei Gläser und eine Flasche Cola dabei, von der sie Natalie auch sogleich anbot. Dann setzte sie sich ebenfalls, atmete einmal tief durch und rückte schließlich damit heraus: "Pass auf, Fabian ist gestern ins Krankenhaus eingeliefert worden. Genauer gesagt in die Psychiatrie. Tut mir Leid, dass dir niemand Bescheid gesagt hat. Ich bin selber erst heute aus Köln gekommen."

    Natalie bedankte sich und nahm einen Schluck Cola, mehr aus Höflichkeit und dem Wunsch, irgendetwas tun zu können als daß sie wirklich durstig gewesen wäre. Fast hätte sie den braunen Sprudel wieder ausgespuckt als sie Vanessas Erklärung hörte. Nur mit Mühe zwang sie ihn ihre Speiseröhre hinunter. "In die... Psychiatrie?" Sie starrte ihr Gegenüber ungläubig an. "Das kann nicht sein! Wieso denn das?"

    "Das ... ähm ... naja, das wir wissen es selbst nicht so genau." Natalie wusste nicht, was es war, aber ein kurzes Zögern von Seiten Vanessas war nicht zu überhören gewesen. "Meine Eltern sagen, er hat letzte Woche angefangen zu fantasieren und binnen Tagen war er wohl nicht mehr ansprechbar, hat nur noch wirr geredet, sich teilweise selbst verletzt, war vollkommen weggetreten."

    "Wisst ihr es wirklich nicht oder wollt ihr es nicht wahrhaben?" fuhr Natalie heftiger auf als sie es eigentlich wollte. Sie sackte sofort etwas in ihrem Sessel zusammen und murmelte "Entschuldigung, aber... Fabi ist nicht verrückt! Hundertpro nicht! Dafür lege ich meine Hand ins Feuer! Ganz egal, was es ist, aber er ist bestimmt nicht geistig krank." Sie sah Vanessa fest an. Ihre Überzeugung war aus ihren Augen zu lesen.

    Vanessa begegnete dem Blick und schien mit einem mal nachdenklich, als hätte sie irgendetwas bemerkt. Neugier trat in ihre Augen. Sie atmete tief ein und wechselte dann auf denkbar seltsame Weise das Thema: "Würdest du mir kurz deine Hand geben? Ich ... ich würde gerne etwas wissen."

    "Sicher." Natalie reichte Vanessa die Hand. Die Wendung "Die Hand ins Feuer legen", die sie selbst gerade noch gebraucht hatte, wirbelte durch ihren Kopf, aber das würde es sicher nicht sein. "Machst du sowas wie Handlesen?" erkundigte sie sich also beiläufig und wartete ab, was geschehen würde.

    Vanessa blickte verblüfft auf bei der Bemerkung bezüglich des Handlesens und musste dann auf einmal lächeln. "Hm ... könnte man fast so nennen." Sie fasste nach der ihr dargebotenen Hand und schloss einen Moment die Augen. Natalie glaubte, ein Zucken in ihrem Gesicht wahrzunehmen. Kurz darauf ließ sie wieder los und öffnete die Augen. Sie schien nachdenklich. "Wow, du meinst jedes Wort das du sagst. Fabian hat Glück mit dir." Unvermittelt stand sie auf. "Du hast recht, Fabian ist nicht verrückt. Zumindest bin ich mir da genauso sicher wie du. Aber meine Eltern wissen davon nichts. Es geht ihm nicht gut, aber in der Klinik werden sie ihm nicht helfen können."

    Natalie beobachtete Vanessa erstaunt. Woher konnte diese sich so sicher sein? Seltsam... Aber das war jetzt erst mal unwichtig. Viel wichtiger war, was sie über Fabians Zustand gesagt hatte. "Dann... muß er die Klinik verlassen! Die pumpen ihn doch sonst nur mit Beruhigungsmitteln voll." Auch sie stand auf. "Du scheinst zu wissen, was mit Fabian los ist. würdest du es mir erzählen? Ich helfe dir auch, so gut ich kann!"

    "Du hast vollkommen recht - er muss da raus. Komm mal mit!" Sie ging aus dem Wohnzimmer über den Flur und zum Arbeitszimmer, zückte einen Schlüssel und schloss auf. Natalie hatte vorhin, als sie ins Wohnzimmer gegangen war, gesehen, dass das Arbeitszimmer offen gewesen war - offenbar hatte Vanessa es geschlossen, als sie nochmal rausgegangen war.
    Sie gingen hinein und Natalie sah, dass auf dem Schreibtisch ausgedruckte Gebäudepläne lagen. "Das ist das Klinikum. Klingt unglaublich, aber sowas findet man heutzutage im Internet." Natalies Frage hatte sie ignoriert.


    Natalie folgte Vanessa zum Arbeitszimmer. Diese hatte es abgeschlossen als sie angekommen war... und der Grund wurde auch offenbar als sie das Zimmer hinter ihrer Verbündeten betrat. Ein Blick auf die Krankenhauspläne sagten mehr als tausend Worte und machte klar: Sie waren jetzt tatsächlich Verbündete!
    "Tja, das Internet ist wohl doch nicht nur für Pornos gut," stellte Natalie fest. "Das sieht mir sehr nach Einbruch aus... Ich bin dabei!" Sie blickte Vanessa an und nickte noch einmal bekräftigend. "Ich will Fabi helfen, selbst wenn wir zu... solch unorthodoxen Methoden greifen müssen. Ich schließe aus deinem Schweigen, daß Fabis Zustand das auch ist."

  25. #100
    SysOp Künstlerbereich Avatar von Jenny
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    Jamie erwiderte Fabians Blick und sah den Jungen prüfend an. Er hatte keinerlei Erfahrungen mit Geistesstörungen, schon gar nicht in Fremdsprachen. Sein einziger Anhaltspunkt war sein Bauchgefühl, und das sagte ihm, dass jemand, der ihn so klar ansah und so normal redete wie Fabian jetzt, nicht verrückt war und sich auch keinen blöden Scherz mit ihm erlaubte. Das wäre allerdings auch ein wirklich blöder Scherz gewesen, sich extra mehrere Tage in die Psychiatrie einweisen zu lassen, nur um den neuen Englischassistenten zu verarschen.

    "Doch, ich glaub dir." Jamie legte den Kopf schief. "Aber sag mal - du hast gesagt, du glaubst, Menschen werden sterben? Hätten wir, sollten wir da nicht zur Polizei gehen - oh shit... Die glauben dir natürlich nicht." Verdammt, was für eine absurde Situation! "Was ist mit dem Pfleger? Luka? Kann der uns vielleicht helfen?"

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