szmtag Crimson Dawn, Kapitel 4: Wendepunkte - Seite 5
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  1. #101
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Gabrielle

    Der Schrei blieb ihr im Halse stecken und sie würgte, ihr war als bekäme sie keine Luft mehr. Überall der Geruch nach Blut. Sie bekämpfte den Impuls sich zu übergeben - es war an diesem Ort nicht angebracht, nicht auf dem Sterbebett eines Freundes. Gabrielle erhob sich, ihre Sicht war noch immer verschwommen und ihr war übel, schwindelig. Taumelnd machte sie einige Schritte auf die Tür zu, sie wollte nur hier weg.

    Die Luft zu stickig, Blut überall, auf ihrer Haut, auf ihrer Kleidung. Sie wollte fort, fliehen, so schnell wie möglich. Plötzlich wandte sie sich in einem Impuls um, sie rannte, doch nicht den Gang entlang um über die Treppe hinunter und ins Freie zu gelangen. Es war zu weit, sie wollte, nein sie brauchte jetzt frische Luft, sie musste weg. Sie riss das große Fenster auf und sprang, direkt über den Sims hinaus in die frische Nachtluft. Doch war die Nachtluft nicht frisch, der Geruch des Blutes haftete an ihr und als ihre Füße den Boden berührten strauchelte Gabrielle kurz, bevor sie sich fing und rannte, im vollen Lauf, immer weiter, bis sie an ihre Grenzen stieß und auf dem Boden zusammensackte.

    Von ihrer Position am Fenster aus konnte Amaryllis sehen, wie eine Gestalt die enorm nach Blut roch an ihr vorbei nach unten sauste, auf dem Rasen aufkam und im Zwielicht davon rannte.
    Während sie rannte riss sie sich die Kleidung vom Leib, wollte das Blut zurücklassen. Schließlich saß sie nackt und zusammengekauert auf dem feuchten Boden. Mit beiden Händen riss sie Gras und Erde heraus und rieb damit über ihre Arme, ihr Gesicht. Sie wollte den Geruch loswerden. Obwohl sie in der kühlen Brise zitterte schien sie die Kälte gar nicht zu bemerken. Sie war stumm, lautlos, während sie ihre Haut abschrubbte um sauber zu werden und die Erinnerung auszulöschen.
    Geändert von Felina Noctis (12.10.2008 um 12:27 Uhr)
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  2. #102
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    "Nun, dann sagt mir doch einfach, wer dabei war." Christines spöttischer Blick blieb weiterhin auf Astrosus ruhen. "Oder habt Ihr Angst, daß ich ihnen weh tue? Falls sie überhaupt noch leben, wenn man bedenkt, daß das alles schon so lange her ist für einen gewöhnlichen Menschen," fuhr sie fort.

  3. #103
    Verstorben Avatar von Knightfall
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    Typhoon rümpfte die Nase, als er die Wirtsstube betrat. Die verschiedenen Gerüche überwältigten ihn und er mochte vor allem den Geruch von Schweiß nicht. Nachdem er die Präsenz von mehreren Halb-Dämonen gespürt hatte, sondierte er die ganze Umgebung mit seinen Sinnen und schaltete auf die enorme Vorsicht um. Er konnte nicht wissen, ob eine Brüder und Schwestern ihm freundlich oder feindlich gesonnen waren. Also blieb ihm nur eines übrig, er musste sehr vorsichtig sein!

    Neugierig beobachtete er die vielen fremden Gestalten, von denen einige sehr merkwürdig aussahen und es war nicht schwer den dämonischen Einfluss zu erkennen. Einige hatten farbige Haare, aber in sehr komischen Farbtönen. Aber er sah auch Personen, mit sehr dichter Körperbehaarung. Dann bekam er das stumme Zeichen der Wirtsfrau und schaute zu dem Tisch in der Ecke.

    Typhoon konnte das Gesicht des Fremden nicht sehen, aber er spürte die dämonische Aura die von ihm ausging. Trotzdem setzte er alles auf eine Karte und ging zu dem Hünen an den Tisch. „Ist hier noch frei?“ fragte er freundlich aber mit harter Stimme.
    Geändert von Knightfall (12.10.2008 um 17:42 Uhr)

  4. #104
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Lykahn blickte nun in die gleiche Richtung wie die Werwölfin. Seine Sinne verrieten ihm das diese Frau alt war, alt und von reiner Geburt. Sie war eine Wölfin seit ihrer Geburt ebenso wie er selbst. Seines- und Ihresgleichen war selten geworden und umso ungewöhnlicher war es das er ausgerechnet hier, in der Heimstadt des Feindes, gleich zwei von ihnen gab.
    Mit ruhiger fast gleichgültiger Stimme begann er wieder zu sprechen.
    "Und doch finden sich gleich zwei von uns Alten hier. Und Du scheinst hier schon lange zu verweilen."

  5. #105
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    Der donnernde Herzschlag brandete immer weniger gegen die Schläfen der Schamanin als das Blut in ihre Nase kroch, sein Geruch, aber auch der kalte Windhauch ihr entgegenwehte, von freiem Wind kündete, ihn versprach, auch wenn sie wusste, das der Garten dort draussen sich seltsam anfühlte. Der Zwiespalt, zwischen Haus und diesem Garten war es gewesen, der sie hatte innehalten lassen, bis sie hinaufblickte und lange Sekunden nur den Geruch wahrnahm und dann bei den Schreien, aufgrund ihrer Lautstärke zusammenzuckte und sich reflexartig im Fenster duckte, fast schutzsuchend, wie eine scheue Katze.
    Als nichts geschah, wollte sie ihre Deckung gerade verlassen, drängte sich aber zurück, als der Körper in ihr Sichtfeld geriet. Ja, der Geruch nach Blut war stark und dennoch erschnupperten ihre scharfen Sinne jenen ganz eigenen von Gabrielle. Kurz wallte schadenfreude in ihr auf, bis sie erkannte, das die Stimme, der panische, klagende Schrei, wohl auch von ihr gekommen sein musste. Die Schamanin blickte dem Mädchen hinterher, neigte den Kopf schief und bedachte sie lange mit dem Blick aus goldenen Augen, die zuvor noch die tiefe Verletztheit verkündet hatten, die Markus und das Mädchen selbst in ihr ausgelöst hatten. Doch jetzt war da Mitgefühl... vielleicht sogar Verständnis.
    Etwas in Amaryllis reagierte und sie gab sich einen leichten Schubs, griff nach der stabilen Fassade des Hauses und lies sich in gelenkiger Mischung aus Affe und Katze an dem Gebäude hernieder, kletternd und hangelnd, bis sie austestend in das weiche Gras fiel und skeptisch wippend erst einmal in der Hocke verweilte. Ihre Augen huschten herum, sogen jedes verdächtige Quäntchen auf, bis sie aus dem Nichts, eiligen Schrittes lossprintete, geräuscharm, aber nicht lautlos, Gabrielle hinterher, bis sie die entblößte Schönheit der jungen Hybridin erreicht hatte.
    Tatsächlich zogen sich die Augenbrauen in dem sonst so gefühlskalten Gesicht zusammen, ehe die Schamanin schluckte und sich in einem Halbkreis, nur nicht von hinten, ähnlich wie man es bei einem panischen, verletzten Tier tat, annäherte, schließlich sich auch duckte, als sie sich nahe des Mädchens niederlies. Das aufmerksame Gold suchte dabei unaufdringlich den nackten Körper nach Verletzungen ab, ob es ein Kampf gewesen sein konnte, doch die kurz aufblitzenden Eckzähne verrieten ihr übriges, zumindest für die Schamanin.
    Ihre Hand berührte das blutverschmierte Gras und aus dem wässigen rot wurde hartes schwarz, kleine Kristalle, die dem Geruch des normalen Blutes entbehrten, als sie versuchte sich der Daywalkerin zu nähern, dabei sanft ihren Mantel von den eigenen Schultern zog.
    Durchgängig blickte sie das Mädchen an, versuchte mit warmem goldenen Glanz in den eigenen Augen die anderen, angstvollen einzufangen, bis sie, sich streckend gerade so nahe war, das sie versuchte ihren Umhand, der einen schwer süffigen Geruch von Natur und einer wundervollen süße nach reifen Rosen, Amaryllis selbst, mit sich brachte, um die nackten Schultern zu ziehen.
    "Sssscht..." wisperte sie dabei, ehrlich besorgt und versucht beruhigend, auch wenn sie sich nicht wirklich eine Chance ausrechnete die Daywalkerin zu beruhigen. "Icch macche esz wegg..." versprach sie, mit warmer, weicher Stimme, zuversichtlich und versprechend, als sie den Kopf neigte und zum zweiten Mal an diesem Tag, ehrliche Gefühle, diesmal um das junge Mädchen, offenbahrte...

  6. #106
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    Vorsichtig beäugte Charlene, den Gang der sich vor Ihr erstreckte, ebenso wie den Fußboden und die Decke des selbigen. Vielleicht würde sie etwas auffälliges entdecken... vielleicht aber auch nicht. Es konnte auch einfach nur ein Gang.

    Kurzentschlossen wandte Charlene sich nach rechts, ohne dabei Ihre Umgebung aus den Augen zu lassen. Sie versuchte die Fackel aus der Halterung an der Wand zu entnehmen, um den Weg erleuchten zu können, sollte keine weitere Fackel mehr folgen.
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  7. #107
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    Markus schaute verwirrte zum Fenster. Dann fuhr er einmal herum; nichts, er war vollkommen allein im Gang. Die Verwirrtheit verwandelte sich, begleidet von einem langsam in seiner Kehle aufsteigendem Knurren, in Wut. Kurz flackerte seine Augen auf und seine Zähne schoben sich einen halben Zoll weit aus seinem Zahnfleisch heraus. Was war hier los? Wer trieb hier solche Spielchen mit ihm?? Trotz des nebels der Wut, schob sich in seinem Kopf der Gedanke an seine Ziehtocher wieder nach vorn, und verdrängte rasch die Zorneswolken, auf die dann schnell Sorgen folgten. Markus lief den Weg zurück, den er gekommen war. Etwas stimmte hier ganz und garnicht, dazu brauchte er nicht mal übernatürliche Sinne.

  8. #108
    Mitglied Avatar von Genesis
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    Kaz' Gesichtsausdruck wurde entspannter, entkrampfte sich, um den Magiefluss zu erleichtern und er bemerkte, dass er zumindest etwas Erfolg hatte. Er spürte, dass er das richtige tat, auch wenn er es nicht begreifen konnte.

    Er begann zu zögern. Er fragte sich, ob das überhaupt einen Sinn machen würde, wenn er versuchte, mit der Kristallkugel zu kommunizieren, obwohl er wusste, dass er es nicht konnte. Er versuchte, aus der Konzentration aufzuwachen, doch in dem Moment spürte er eine Hand auf seiner Schulter.

    Entsetzt öffnete er die Augen, sprang auf und drehte sich um - er hatte niemanden gehört oder gespürt, eigentlich hätte ihn die Erde warnen müssen, oder er war durch seine Konzentration davon abgelenkt - dann sah er seine Mutter vor sich stehen, die zu ihm sprach.
    Kaz wich einen Schritt zurück, er sah sie vor sich stehen, doch er wusste, dass das nicht sein konnte, sie war tot. Die Gabe, mit Toten zu reden hatte er nicht, er musste träumen, oder...

    Er sah seine Mutter mit weit geöffneten Augen an, dann sah er auf die Kugel in seiner Hand. "Seid... Seid Ihr es wirklich?" Er zögerte bei der Frage, er spürte eine Angst in sich aufkommen, dann nahm er seinen Mut zusammen und sah sie direkt an. "Mutter...?"
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  9. #109
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Sinaras Villa:

    Astrosus setzte ein geduldiges Lächeln auf, so wie es alte Menschen kleinen Kindern gegenüber taten, die nicht sofort verstanden. "Aber Madame, bei allem Respekt, aber einige der mächtigsten Magier unser Hemisphäre als gewöhnliche Menschen zu bezeichnen ist mehr als ignorant, selbst für eine ehemalige Vampirin. Natürlich kannten einige von uns genügend Wege, ihr Leben zu verlängern." Er wandt sich von Christine ab und schritt scheinbar unbekümmert in Richtung des Fensters. "Ich erinnere mich an ihn, er war ein stolzer Mann, selbst unter der Folter ..."


    *

    Die Fackel ließ sich problemlos aus ihrer Halterung nehmen, so dass Charlene keine Sorge haben musste, durch die Dunkelheit zu irren. Sie folgte dem Gang und war alsbald mit einer Abzweigung konfrontiert, so dass sie sich entscheiden musste, ob sie weiter geradeaus wollte oder sich stattdessen nach links wenden wollte.
    Aus den Augenwinkeln glaubte sie eine Bewegung zu sehen in dem Teil des Ganges, aus dem sie gekommen war ...


    *

    Markus war kaum wenige Meter zurückgegangen, als das Babyschreien abermals erklang und durch die Gänge hallte. Als er sich - diesmal mehr getrieben von Wut denn von Sorge - erneut umdrehte, fand er sich zu seiner Überraschung dieses mal jemandem gegenüber: Connor.


    *

    Die Minotaurin nickte und lächelte ihren Sohn an. "Ja, Kahzad, ich bin es. Du suchtest nach Hilfe bei dem, was die Kugel dir offenbaren möchte und ich hörte deinen Ruf. Du hast einen erstaunlichen Teil des Weges bereits allein beschritten, als du eben versuchtest die Bilder im Nebel wahrzunehmen, doch du bist kein Seher und so werde ich dich das letzte Stück führen, wenn du es wünschst." Kahzad sah, dass Sorge und Trauer in ihrem Blick lagen und ihr Lächeln langsam erstarb, als sie weitersprach: "Doch ich muss dich warnen: es werden keine schönen Bilder sein, die dich erwarten ..."


    *

    Ein verächtliches Schnauben verriet Lykahn, dass er offenbar etwas Falsches gesagt hatte. "Sicher nicht länger als nötig", antwortete die Werwölfin und drehte ihm nun das erste mal ihr Gesicht zu; in ihrem Blick lag kalte Abscheu. "Ich bin hier, um dich zur Vernunft zu bringen."


    *

    Die Wärme des Umhangs und der süßlich-schwere Geruch, den er verströmte, ließen Gabrielle einigermaßen zur Ruhe kommen. Sie wurde der Anwesenheit der Ägypterin jetzt erst wirklich gewahr, nun da die Hysterie langsam von ihr abfiel. Noch rasten Atem und Puls, doch begann ihr Denken wieder an Klarheit zu gewinnen.
    Amaryllis beobachtete, wie das Mädchen zu ihren Füßen langsam zur Ruhe kam, als ihre Worte und Taten Wirkung zeigten. Dann hörte sie ein Flüstern direkt an ihrem Ohr: "Für wen tust du dies? Für sie - oder für dich?" Wenngleich die Stimme von unmittelbar hinter ihr kommen musste, so konnte Amaryllis sich doch gewiss sein, dass dort niemand stand - zumindest nahm sie keine weitere Präsenz war, niemand hatte sich genähert, weder Schritte waren zu hören gewesen noch hatte sie eine neue Witterung wahrgenommen.


    *

    Sie wusste nicht genau, was es genau war, dass sie ihren Kopf heben und den Oberkörper aufrichten ließ, doch Willow spürte, dass sich eine Winzigkeit verändert hatte: vielleicht eine Unregelmäßigkeit in seinem Atem oder eine kaum wahrnehmbare Bewegung seines Oberkörpers. Sie konnte es nicht identifzieren doch es ließ sie gewahr werden, dass etwas in Froze vorging, etwas dass ihren Moment, so wunderbar und endlos er sich angefühlt hatte, nun ablöste.
    Als sie sich erhob folgten seine Augen ihr und in seinem Blick lagen Glück und Fürsorglichkeit - doch sie fand in der Tat auch Sorge darin. Ihr Gefühl hatte sie nicht getäuscht. Sie wusste intuitiv, dass diese Sorge nicht ihm oder ihr galt, nein, etwas anderes schien ihn zu beschäftigen.


    ***

    Kairo:

    Ein heiseres, tieftöniges Lachen erklang, als Typhoon fragte, ob er Platz nehmen könne. "Sicher, der Platz ist für dich reserviert." Die Stimme des Fremden war tief und bassig und passte überaus aus gut zu seiner beeindruckenden Statur. "Schließlich hast du dich nach unseresgleichen erkundigt, seit du in der Stadt angekommen bist. Vom Wirt habe ich erfahren, dass du hier heute abend aufkreuzen würdest, um Halbdämonen und Tieflinge zu finden. Nun: hier bin ich, Grasson ist mein Name. Wie lautet der deine?"
    Geändert von Foxx (26.10.2008 um 22:18 Uhr)

  10. #110
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    Gabrielle

    Der Geruch nach Blut ebbte langsam ab und die junge Frau ließ davon ab, ihre Haut zu maltretieren. Noch immer hatte sie sich zusammengekauert, wimmerte. Doch langsam spürte sie die Wärme, der Duft gab ihr Geborgenheit, auch wenn sie für Gewöhnlich nicht unbedingt dieses Gefühl mit Amaryllis verband. Langsam hob Gabrielle ihren Kopf, gab ihre Gesicht den Blicken der Schamanin preis und öffnete schließlich die Augen, so dass die goldenen Lichter auf zwei kalte blaue Seelenspiegel, welche in diesem Moment Schmerz, Zerissenheit und zugleich eine erschreckende Leere preisgaben. "Tot..." stimmlos formte Gabrielle dieses eine Wort, murmelte, es war nicht zu hören.... "Tot" krächzend, die Stimme knirschte als sei sie Sandpapier. "...tot?" Anscheinend wollte Gabrielle etwas fragen, doch sie schaffte es nicht die Frage zu formulieren, die in ihrem Kopf brannte und die sie verzweifeln ließ. <Habe ich ihn umgebracht? Ist er wirklich...>"...tot?"
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    Oscar Wilde


  11. #111
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    Willow

    Stumm hatte Willow sich erhoben, hatte das unwillige Seufzen unterdrückt, welches in ihr gegen diese unwillkommene Störung ankämpfte. Sie spürte seinen Blick, während sie sich ankleidete, doch erst als sie fertig war drehte sie sich wieder zum Bett um und setzte sich dann neben ihn. Ihre Augen waren voller Wärme, als sie ihn betrachtete, sanft strich sie über seinen Arm, lächelte. "Was beschäftigt dich?" fragte sie leise und strich über seine Schläfen als könne sie sich von dort die Gedanken holen. Doch war ihre Frage nicht eindringlich gestellt, sie würde nicht nachfragen, sollte er sich entscheiden die Sorgen für sich behalten zu wollen. Ihr war schmerzlich bewusst, dass auch sie Geheimnisse hatte, die sie nicht mit Froze teilen wollte. Die einzige Frage, die sie ihm seit ihrem Erwachen als Mensch hatte stellen wollen, hatte er ihr beantwortet.
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  12. #112
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Der Blick und die Worte der Werwölfin ließen die Gesichtzüge von Lykahn zu Stein werden und ein kurzes freudlises, ja fast verächtliches Lachen presste sich aus seinen Lungen.
    "Und doch scheinst Du hier zu leben, du hast dich lange genug in dem Zimmeraufgehalten das du eine deutliche Spur hinterlassen hast. Außerdem wer bist Du das Du meinst mich zur Vernunft bringen zu müssen. Ich weis sehr gut was ich mache und ich weis auch warum ich es mache. Und selbst wenn ich es nicht wüsse warum sollte ich auf Dich hören? Du bist mir unbekannt, Du stellst für mich keine Autorität dar, der es erlaubt währe mir etwas vorzuschreiben."
    Lykahn sah sich die Werwölfin noch einmal genauer an sie schien gut genährt zu sein und äußerlich unversährt, was bei der Regenartionsfähigkeit von Werwölfen allerdings auch zu erwarten war. Vielleicht fiel ihm noch etwas auf das auf ihre Herkunft hindeutete.
    Geändert von Shane_Gooseman (26.10.2008 um 22:54 Uhr)

  13. #113
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    Folter! Das Wort stieß direkt in Christines Herz und raubte ihr den Atem. Der Atlas entglitt ihren plötzlich erkalteten, steifen Fingern und landete mit einem satten Klatschen zu ihren Füßen. Doch sie nahm das Geräusch nicht mehr wahr. In ihrem Kopf schrie es. Folter! Folter! Immer wieder hallte dieses Wort unnachgiebig durch ihren Verstand und ihre Seele. Ihr war als könnte sie nie mehr genug Luft bekommen, als ob sie nie wieder auch nur einen Hauch von Glück verspüren könnte.

    Sie wußte, es würde Leute - Menschen! - geben, die das als ausgleichende Gerechtigkeit sehen würden. Immerhin hatte Erik in Persien Dinge getan... Schreckliche Dinge! Christine hatte nie genau nachgefragt. Es spielte auch keine Rolle. Es war vorbeigewesen als sie sich getroffen hatten und es hatte nie wieder begonnen. Für alles, was er in Persien getan hatte, hatte er davor, während seiner Zeit dort und danach teuer bezahlt. Genug bezahlt! Hatte er nicht schon genug leiden müssen?

    Verzweifelt grub Christine ihre Hände in ihre Lockenmähne, fast als wolle sie die schrecklichen Gedanken aus ihrem Kopf ziehen. Nadeln, Peitschen, Brandeisen, Weihwasser, Kreuze, Gitterstäbe... Erik an irgendeine perfide Konstruktion gekettet, von der selbst er sich nicht befreien konnte. Nackt, ohne seine Maske, blutüberströmt, von Schmerzen gepeinigt, eingesperrt und gefesselt wie ein Tier, seiner Würde beraubt... Aber stolz bis zum furchtbaren Ende.

    Blind vor Tränen, stumm vor Entsetzen und Trauer stand die Frau da, von einer Sekunde zur anderen um Jahrzehnte gealtert. Haß hatte Erik auf dieser Welt begrüßt... und Haß hatte ihn wieder von ihr getilgt.

    Dunkelheit zerrte an ihrem langsam zerfasernden Verstand und es wäre so verlockend, nachzugeben... Nein! Sie durfte nicht, sie konnte nicht! Sie mußte ausharren! Hatte sie nicht eine mögliche Lösung gefunden? Wiederbelebung! Sie rammte ihre viel zu stumpfen Menschenzähne in ihre Unterlippe. Blut quoll hervor und tropfte von ihrem Kinn zu Boden, aber der Schmerz half. Unter unglaublicher Anstrengung quälte Christine Worte aus ihrem Mund. "Sag mir ihre Namen, Monster! Ich werde sie töten! Ich werde dafür sorgen, daß sie sowas niemals wiederholen können!"

  14. #114
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Markus' Zorn verfolg. Er hatte mit vielem gerechnet, doch nicht mit IHM. "Connor?"
    Der Vampir machte einen Schritt auf die vertraute Gestalt zu, ehe in ihm die kleine Saat des Zweifels wieder Wurzeln schlug. Was wenn dies schon wieder ein Trick war? Seine Augen zogen sich trotzig zusammen.

  15. #115
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    Die Nachtluft einer fremden Welt, wie ein lauwarmer und doch viel zu kalter Hauch, in eigentlich nachglühender sengender Hitze, wogte dieser Geruch herüber, von einer viel zu süßen Versuchung, perfekt in ihrer Blütenpracht, jedes Blatt so erfüllt von honigsüßer unscheinbarer Sünde. Der Wind trug ihre Blätter nicht fort, nie, war sie doch viel zu tief verborgen, in den Schatten der Erde, glänzte nur ab und an in seltenen Nächten todbringend, golden schimmernd im Mondlicht in die unbewohnte Wüste. Unbewohnt, wegen ihr? EIner Rose, die nur in der Nacht blühte, nur in Dunkelheit allein und wer sie sah, erlag ihrem Duft, ihrer Verführung und fand den Tod in der Berührung perfekter, von verzehrendem Gift tropfender Blätter... Nachtrose... Amaryllis.
    Nur eine Ahnung dessen was er wohl eigentlich bedeutete war der Geruch der Schamanin, die nun langsam den Umhang, der von der exotischen, fremdländischen Rosensüße durchtränkt war, fester um Gabrielle's Schultern zog, den nackten Körper bedeckte, während das Blut überall an ihrem Körper zu trockenen, schwarzen Kristallen zerfiel, geruchsneutral und Blut nicht mehr ähnlich.
    Der Kopf der Schamanin ruckte aprupt herum, viel mehr eigentlich nur ihre Augen, die in die Winkel wanderten um hinter sich zu sehen, ob da tatsächlich niemand war, auch wenn sie ihren Sinnen normalerweise trute. Das Gold minimierte sich kurz in dem geistigen Fauchen das sie wem auch immer entgegensandte, der nach ihren Beweggründen fragte,das ging niemanden was an!
    Erst Gabrielle's Stimme, so fein und verletzt, riss sie aus diesen aggressiven Gedanken und sie betrachtete das Mädchen eindringlich. Noch immer vor ihr in der Hocke sitzend wich sie diesem nahezu bohrenden Blick kurz aus, starrte den Boden an, als sie den Kragen des Umhangesn zurecht zurrte, während sie scharf die Luft einsog. Sollte sie ja sagen? War es nicht wahrscheinlich, dass sie irgendwen im Blutrausch getötet hatte, oder etwas derartiges gesehen hatte? Amaryllis hatte Mitleid mit dem jungen Mädchen, jetzt vielleicht umso mehr da sie den Hauch einer Ahnung mitbekommen hatte woher sie kam.
    "Icch weißz esz niccht..." sagte sie, wahrheitsgemäß, auch wenn der mitfühlende, bedauernde Glanz in ihren AUgen die reine Bestätigung von Gabrielle's Befürchtungen war.

  16. #116
    Mitglied Avatar von Genesis
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    Kaz hörte den Ausführungen seiner Mutter zu, sah währenddessen ständig gebannt auf die Kristallkugel. "Ihr meint, Ihr könnt mich lehren, die Kugel zu lesen?" Er sah wieder auf zu seiner Mutter und deutete ein gequältes Lächeln an. Es bereitete ihm Schmerz, sie so zu sehen. Er nahm seinen Mut zusammen und nickte schließlich. Ihm war bewusst, dass die Zukunft ihm nicht nur, wenn überhaupt, schönes zeigen würde, er erwartete sogar, dass er das schlimmste sehen würde, denn dazu waren die Seher schließlich da und mehr als nur einmal konnte er miterleben, wie seine Mutter die Zukunft gesehen hatte.
    "Ja, bitte führt mich. Lehrt mich zu sehen, was die Kugel mir zeigen möchte." Er fasste sich und senkte sein Haupt wieder. "Ich weiß, dass die Bilder nicht schön sein werden, aber wir habt Ihr mir selbst einst gesagt? 'Es muss jemanden geben, der diese Bürde auf sich nimmt'. So werde ich es nun sein, Khazad Dum Dor Arinok, der diese Bürde auf seine Schultern nimmt. Ich bin bereit!"
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  17. #117
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    Sinaras Villa:

    Sanft lächelnd nickte die Minotaurin und reichte ihrem Sohn die Hand. Kaz sah, dass auch Traurigkeit in diesem Lächeln lag. Als ihre dargebotene Hand ergriff, erstrahlte die Kristallkugel und ein blendender Lichtschein umschloss sie beide, so hell, dass Kaz die Augen schließen musste. Als er sie wieder öffnete, fand er sich in einer kargen, trüben Hügellandschaft wieder. Ein Feuer musste gewütet haben, denn die Erde war kahl und rußig, keine Pflanze war hier zu finden und über ihnen lag eine Schicht aus Staub und Asche in der Luft, die den Himmel verdeckte und alles in gespenstisches Zwielicht tauchte. Hinter einem der Hügel stieg Rauch auf.

    *

    "Nichts."
    Willow sah, dass es nicht stimmte und sie sah auch, dass Froze seinerseits wusste, dass er ihr nichts vormachen konnte. Er blickte sie einige Augenblicke lang stumm an, ehe er einen tiefen Atemzug tat und sich dann ebenfalls aufrichtete. Seine Muskeln spannten sich, ebenso sein Kiefer - er schien mit sich zu ringen. Er wandt den Blick von ihr ab, blickte stattdessen ziellos in den Raum, unfokussiert. Es schien eine halbe Ewigkeit zu vergehen, ehe er abermals sprach: "Ich habe etwas getan, auf das ich nicht stolz bin ... und das will bei mir etwas heißen." Er wandte ihr den Blick wieder zu, bei diesem Zusatz und sie hörte, dass er es wie einen Scherz klingen lassen wollte, doch es gelang ihm nicht. Was immer ihn beschäftigte, es schien schwer auf ihm zu lasten. "Jemand ... etwas ist hier im Haus, von dem ich weiß, dass man es töten sollte, so schnell wie möglich - solange es geht! Doch ... ich kann es nicht tun."

    *

    Astrosus' süffisante Miene verriet Christine, dass er sie nun dort hatte, wo er sie hatte haben wollen. "Warum, Madame, sollte ich das wohl tun?" Er schritt auf sie zu, mit der majestätischen Arroganz eines jemand, der seine momentane Überlegenheit voll auskostete. "Doch ich könnte etwas anderes tun. Ich könnte dir zeigen, was geschah." Er stand nun vor ihr und bot ihr die Hand, eine Einladung sein Angebot anzunehmen.

    *

    Kaum kamen ihm Zweifel, da schienen seine eigenen Sinne Markus bereits vom Gegenteil überzeugen zu wollen: nicht nur, dass er Connor vor sich sah, nein, er roch ihn auch und seine Nase war nicht leicht zu täuschen.
    "Kein Trick", ergriff der alte Kumpan nun das Wort, als habe er die Gedanken des Vampirs gelesen, "ich bin tatsächlich hier, Markus. Es ist eine Weile her, nicht wahr?"

    *

    Ein Knurren entkam der Kehle der Werwölfin. "Du bist so töricht. Ich bin eine Alte, einen von denen, die du solange gesucht hast. Welch Ironie, nun, da du jemanden deinesgleichen vor dir hast, erkennst du es nicht. Ich lebe ganz sicher nicht hier, eher würde ich mich mit Öl übergießen und anzünden. Ich habe dich lediglich hier heraus locken wollen - der Gestank ist nicht ganz so stark hier, so kann man es ertragen, ohne sich übergeben zu wollen. Wir haben dich beobachtet, Lykahn, ich und die übrigen Alten, waren bereit dich willkommen zu heißen in unserem klein gewordenen Kreis. Doch du ... du hast offenbar nichts besseres zu tun, als dich den Handlangern einer Vampirin", sie spuckte das Wort regelrecht aus, "anzuschließen. Sag, was ist es, das ihr plant? Was ist es, was das Orakel euch geraten hat?"
    Ihre Augen funkelten vor Feuer und Rage. Lykahn könnte anhand ihrer Erscheinung nicht bestimmen, ob sie die Wahrheit sagte - doch er hatte bereits zuvor gerochen, dass von reinem Blut sein musste, also stimmte zumindest dieser Teil ihrer Worte.

    *

    Ein heiseres, tiefes Lachen erklang, während sie den Umhang um das Mädchen zu ihren Füßen fester zog, doch noch immer konnte Amaryllis niemanden wahrnehmen und auch ihr Kontrollblick bestätigte dies: es war niemand außer ihnen beiden hier. Und doch war da diese Stimme, die nur sie zu hören schien, obwohl die Schamanin sich sicher war, dass es nicht nur ein Echo in ihrem Kopf oder ein Telepath war, denn sie kannte diese Art der geistigen Kommunikation durch den Ordenskrieger und die Bacchai - und dies hier war anders.
    "Ich kenne die Antwort sowieso, Halbblütige, doch der Tag an dem du mir Rechenschaft ablegen wirst, der kommt erst noch, egal wie sehr du versuchst, ihn hinauszuzögern. Denkst du, dieses junge Ding hier zu trösten, wiegt den sündigen Makel auf, der allein durch deine Geburt an dir haftet?"

    Die Antwort der Schamanin war nicht die, die Gabrielle sich im Innern ihres Herzenes ersehnt hatte, die sie erleichtert und ihre Tat sühnbar gemacht hätte. Doch es war auch nicht die, die sie endgültig in einen Abgrund stürzte. Unwillkürlich wandtere ihr Blick zurück in Richtung des Hauses, auch wenn dieses im Nebel verborgen und kaum zu sehen war. Doch zu ihrer Überraschung konnte sie das Fenster, durch welches sie eben geflohen war, sogar ausmachen - und ein Schauer lief ihr über den Rücken, als sie erkannte, dass im Schein des Lichtes, das aus dem Zimmer drang, eine Gestalt stand.


    ***

    Kairo:

    Eine Mischung aus Dunst, Schweiß, Dreck und abgestandenem Essen schlug Nimoritas entgegen als er die Tür zu der Spelunke öffnete. Am vorigen Tag war er hier in Kairo angekommen und rasch hatte er herausgefunden, dass er hier an diesem heruntergekommenen Ort seinesgleichen oder wenigstens Kreaturen ähnlicher Art vorfinden würde. Kairo war zweifelsohne eine Stadt, die in ihm sehr gemischte Gefühle aufkommen ließ, denn sowohl Menschen als auch Halbblütige und andere teil-dämonische Wesenheiten tummelten sich hier. Während der Zeit der Nacht war sie das Zentrum all jener Kreaturen geworden, die nicht Mensch und nicht Vampir waren und damit einen unangenehmen Zwischenstatus innegehabt hatten. Nun, da die lange Nacht beendet war, hatten die Menschen sich hier wieder angesiedelt und die Stadt großteils zurückerobert, während die dämonischen Kreaturen in die heruntergekommenen Viertel ausgewichen waren.
    Als er den Raum betrat sah er auch direkt, dass ein genügend großer Anteil der Gäste hier in der Tat nicht menschlich war, wie sich anhand von ungewöhnlichen Haut- oder Haarfarben, sowie vereinzelten Klauen oder Rei´ßzähnen festellen ließ. Bei einem der Gäste konnte Nimos sogar ein kleines, abgebrochenes Horn unter den Haaren durchschauen sehen.
    Einige der Gäste wandten sich ihm zu und musterten ihn - aufgrund seiner Größe war er selbst in dieser Gesellschaft auffällig. Doch insgesamt hielt sich das Interesse in Grenzen.
    Hinter dem Tresen sah er den Wirt stehen, der selbst offenbar ein Mensch war, zumindest sah man ihm nichts Besonderes an. Gerade bellte er einer sehr üppigen, verbraucht aussehenden Frau etwas zu, während diese einige Krüge mit etwas, das entfernt an Bier erinnerte, an einen der Tische brachte.


    @ Knightfall:
    Zitat Zitat von Foxx Beitrag anzeigen
    Ein heiseres, tieftöniges Lachen erklang, als Typhoon fragte, ob er Platz nehmen könne. "Sicher, der Platz ist für dich reserviert." Die Stimme des Fremden war tief und bassig und passte überaus aus gut zu seiner beeindruckenden Statur. "Schließlich hast du dich nach unseresgleichen erkundigt, seit du in der Stadt angekommen bist. Vom Wirt habe ich erfahren, dass du hier heute abend aufkreuzen würdest, um Halbdämonen und Tieflinge zu finden. Nun: hier bin ich, Grasson ist mein Name. Wie lautet der deine?"

  18. #118
    Mitglied Avatar von Aethratas
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    Nimoritas bewegte sich recht langsam und vorsichtig durch die Taverne. Er war grundsätzlich lieber übervorsichtig, als nachsichtig. Sein Blick haftete an keinem der Gäste besonders lange, nur kurz an einem Gast, bei dem er glaubte Schuppen gesehen zu haben, aber im Dämmerlicht des Raumes könnte er sich auch genausogut getäuscht haben. Er schnaubte kurz und trat dann an den Tresen. Er nahm sich einen der Barhocker und ließ sein überdurchschnittliches Gewicht nur langsam darauf sinken. Der Hocker ächzte und knarrte, aber er hielt ihn, und so blieb er sitzen. Der Geruch für ihn war bestialisch, aber er versuchte ihn zu ignorieren und stattdessen den Barmann zu sich zu rufen. Er hatte kein Geld, das war für ihn aber kein Problem. Er war bisher auch gut ohne ausgekommen. Er würde mit seiner ungewohnt zischenden Stimme nur nach einem Glas einfachen Wassers verlangen, und hoffte für ein wenig Wasser nichts zahlen zu müssen.
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  19. #119
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    Aus Christines Augen sprühte der reine Haß als Astrosus auch noch so tat, als wäre er etwas... Etwas von Bedeutung. Es wäre geradezu lachhaft gewesen, wenn ihr nicht gerade jeglicher Humor abhanden gekommen wäre. Sie blickte auf die ausgestreckte Hand des Wesens, das Astrosus nun geworden war, und überlegte. Sie wußte ganz genau, daß er sie hereinlegen konnte, aber Sinara würde Astrosus auf gar keinen Fall hier herumschwirren lassen, wenn er ihren Gästen auch nur ansatzweise gefährlich werden könnte. Und doch war Astrosus ungleich gefährlicher als man sich vorstellen konnte. Wahrheit war ein scharfes Schwert, ein scharfes, zweischneidiges Schwert. Wenn Christine das Angebot annahm, würde sie zwar alles erfahren, aber noch weitaus mehr leiden als wenn sie es nur aus Geschichten erfahren würde. Außerdem blieb das Risiko, daß er ihr etwas vorlog, aber dennoch... Wenn sich bei Abgleichen mit Stranger herausstellte, daß auch nur ein Teil stimmte, war es das Ganze doch wert, oder?

    Es kam noch hinzu, daß sie Erik wiederbeleben wollte. Es wäre gut, zu wissen, was ihm widerfahren war. Wie sonst könnte sie ihm helfen? Sie waren so lange miteinander gegangen, hatten so lange so vieles geteilt... Sie konnte sich nicht abwenden.

    "Dann zeig es mir," erwiderte Christine schließlich mit rauher, harter Stimme und legte entschlossen ihre Hand in die seine.
    Geändert von Felicat (11.11.2008 um 17:31 Uhr)

  20. #120
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Die offene Freundlichkeit die Conner ausstrahlte, ging praktisch gänzlich an Markus vorbei. Er konnte es nicht glauben, obwohl im sein sechster Sinn ihm genau sagte, dass die Gestalt vor ihm jener Mann war, der mit ihm und den anderen Gefährten damals zusammen gegen Martok gekämpft und somit das Ende der langen Nacht herbei geführt hatte. Aber jener Connor war am Ende zur Verkörperung des Sonnenzepters geworden, hatte denjenigen die Erlösung gegeben, die sie haben wollten und hatte dann der Welt das warme Licht der Sonne zurückgebracht. Wieso sollte er hier sein? Wieso jetzt?
    Unwillkürlich wich er einen Schritt zurück, sein Gegenüber immer noch ungläubig mit den roten Augen fixierend. Es war verrückt; seine Augen zeigtem ihm die Gestalt, seine Nase roch den Geruch, verdammt er konnte sogar die spezielle Nuace darin herausfiltern, die Connor ausmachte. Dies konnte doch unmöglich eine Täuschung sein!
    Fast wäre er ob der wilden Gedanken, die in seinem nebligen Kopf herumkreisten, über seine eigenen Füsse gestolpert, konnte sich aber gerade noch ausfangen.
    "Du kannst nicht echt sein, das geht einfach nicht!"

  21. #121
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    In Lykahns Gedanken rasten Wut und Belustigung um die Wette. Er wusste wirklich nicht ob er diese Wölfin auslachen sollte oder ihr einfach den Schädel von den Schultern reißen. Die Jahre nach der langen Nacht hatte er nach seinesgleichen gesucht, und nun wurde ihm nebenbei offenbart das die, die er suchte ihn lange Zeit beobachtet hatten. Beobachtet und bewertet, wie einen Welpen der in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden sollte. Er war schon lange ein Alter. Seine Taten hätten schon lange für ihn gesprochen, aber es kam ihm in den Sinn das es durchaus Sinn machte das andere Alte ihn beobachteten.
    Er war in der Nacht einer der allerwenigsten gewesen die weiter gekämpft hatten, wahrscheinlich hatte sich dieser Kreis von Alten versteckt wie die meisten.
    Einmal hatte er, noch in der langen Nacht, einen dieser sich versteckenden Alten gefunden und dieser konnte nicht verstehen das Lykahn weiter kämpfte. Der andere verstand nicht das wer nicht weiter kämpfte im Grunde schon tot war, er wusste es nur noch nicht. Und es hatte auch nicht lange gedauert bis dieser Feigling von den Truppen Martoks gefunden und niedergemacht wurde.

    Mit einer Mischung aus Hohn und Rage begann er die Alte erneut anzusprechen.
    „Dann seit ihr schlechte Beobachter und Du eine noch schlechtere Zuhörerin. Ich habe dich als Alte begrüßt und ich habe dich gefragt WER Du bist und nicht WAS Du bist. Und wenn Ihr mich beobachtet habt, hättet ihr vielleicht erkennen sollen das ich den Kampf gegen die Vampire {bei der Erwähnung von Vampiren schwang der übliche Hass in der Stimme mit} nie aufgegeben habe, auch nicht als sich viele der Alten zurück zogen um auf die Wiederkehr des Mondes zu warten. Und nach der langen Nacht verstecktet ihr euch weiter.“
    Jetzt richtete er seinen Blick hinauf zu dem trüb wirkenden Nachthimmel.
    „Seit Ende der langen Nacht drängt ein größeres Übel in die Welt um den Platz der Verhassten einzunehmen. Wenn man dem Orakel glauben darf. Und es meint das es nur aufgehalten werden kann wenn die Vampire wieder einen Platz auf der Erde finden. Und da alle Vampire die noch existieren keine neuen Vampire erschaffen können wird es wohl nicht einfach für diese Bande. Sollen sie,...“ Er deutete auf das Anwesen. „...es ruhig versuchen ich habe meine eigenen Pläne. Und sie werden es noch spät genug bemerken.“
    Mehr wollte Lykahn zu diesem Thema nicht sagen und blickte weiter in den Himmel. Aus dem Augenwinkel behielt er die Wölfin im Sichtfeld.
    Lykahn hatte den Verdacht das dieser Kreis von Alten, so fern er existierte, weit weniger wusste als er selber.

  22. #122
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Willow

    Willow hatte nur schweigend zugehört, ihre Augen waren ruhig auf ihn gerichtet und sie hörte geduldig zu, wartete was er zu sagen hatte. Bei seinem Scherz glitt ein Lächeln über ihre Lippen, doch es erreichte ihre Augen nicht in denen sich deutlich Wehmut spiegelte. Sie kannte nur einen Bruchteil seiner Taten und wusste wovon er sprach. Doch sie verurteilte ihn nicht - nicht mehr. Stattdessen blieb sie weiterhin stumm, wartete, dass er fort fuhr. Doch bei seinen letzten Worten weiteten sich ihre Augen vor Erstaunen. Nur eine kurze, unbewusste Reaktion, die sie schnell wieder unterdrückte. Sanft strich sie ihm über den Arm... Erneut lächelte sie, die Wärme strahlte auch von ihren Augen wieder und er wusste in diesem Moment, dass seine Worte sie in irgendeiner Weise sehr glücklich gemacht hatten. "Das ist menschlich!" flüsterte sie leise "Kein Wesen auf dieser Welt sollte man zum Tode verurteilen... dass du es nicht kannst ist ein Zeichen, dass auch du diese natürliche Wahrheit spüren kannst!" Auch wenn diese Worte früher wohl einen Vorwurf beinhaltet hätten, so waren sie jetzt nur noch sanfte Zustimmung, Unterstützung. Die Wärme in Willows Augen war Hoffnung, dass auch Froze die Lust am Töten verloren hatte. Doch zugleich wussten beide, dass sie ihn deswegen nicht mehr noch minder liebte als zuvor.


    Froze zuckte kurz, als er ihre Berührung spürte, doch vor allem an der Anspannung heraus. Als er aber ihre Worte vernahm, senkte er den Blick und sie merkte, dass sie seine Worte fehl interpretiert haben musste, was seine folgenden Worte auch bestätigten.
    "Das ist es nicht", meinte er, und seine Stimme klang nun trocken, fast heiser, "es ist keine Frage des Gewissens - verzeih - sondern eine der Loyalität." Abermals blickte er auf und nun sah sie in seinen Augen, dass eine tiefe Zerrissenheit von ihm Besitz ergriffen hatte.
    "Ich habe ihn hierher gebracht. Auf ihren Wunsch hin. Und auf ihren Wunsch hin lasse ich ihn auch unversehrt, obwohl alles in mir schreit, ihn umzubringen. Willow", er ergriff plötzlich mit beiden Händen ihre Schultern und in seinen Blick trat eine verzweifelte Eindringlichkeit, so dass kein Zweifel daran lag, dass seine folgende Bitte ein Ausdruck der Ausweglosigkeit war: "in meinem Zimmer liegt eine Klinge aus Elektrum, eine Silber-Gold-Legierung, rein genug auch mächtige vampirische Wesen zu töten. Ich weiß, ich verlange viel, doch ... kannst du es tun?"


    Willow zuckte nicht zurück, sie wich seinem Blick nicht aus. Sie schwieg… eine Ewigkeit schien zu vergehen, sie wirkte wie erstarrt. In ihrem Geiste sah sie sich selbst zwischen eine Chaos von Blättern, Büchern und Tinkturen, sie las erneut die Worte der Bibel, ihr halt in dieser schweren Zeit, das Gott Wortes welches den Wahnsinn vertrieb. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht… Die Worte des Dorfpriesters in der sonntäglichen Messe…Unversehrtheit von Körper und Seele, das ist die stärkste Waffe gegen den Satan… In den Augen der Kirche war sie wohl längst eine Dämonin, die Hölle war ihr sicher, immerhin hatte sie Jahrhunderte auf den Pfaden der Nacht gewandelt und vom Blut der Lebenden gelebt. Vom Blut der Lebenden, sie hatte sie nicht getötet um zu leben, zumindest nicht wenn sie es verhindern konnte. Sie hatte durchaus im Kampf getötet, doch nur sehr selten Menschen und es waren keine Unschuldigen. Niemals hatte sie jemanden berechnend getötet, jemanden ermordet. Im Gegensatz zur Ablasslehre, die sie aus ihrer Jugend kannte glaubte Willow nämlich nicht, dass man Sünden und eine zerstörte Seele durch Beichten und Zahlungen sühnen konnte. Deshalb hatte sie sich stets zurückgehalten, wenn ihr Jähzorn sie dazu trieb jemanden mit bloßen Krallen zu zerfetzen, der ihr ein Unrecht getan hatte und sich doch nicht mehr wehren konnte. Sie hatte stets einen fairen Kampf gesucht, wenn sie töten musste.

    Ihr Blick bohrte sich in Frozes Augen, so als wolle sie in ihn hineinblicken und doch war ihm klar, dass sie gerade in diesem Moment nicht ihn sah, sondern eine weit entfernte Illusion. Dann kehrte sie auf einmal wieder zurück, ihr Blick wurde klar und sie lächelte wieder eines ihrer wehmütigen Lächeln. Dann nickte sie. „Wenn du mich bittest es zu tun, dann werde ich es tun. Ich weiß du würdest so etwas niemals leichtfertig von mir verlangen.“ Sie seufzte und senkte den Blick „Ich werde dieses Wesen suchen und im Kampf töten. Doch werde ich mir wohl den Zorn unserer Gastgeberin zuziehen, nicht wahr? Sinara trägt eine Macht in sich, der ich nicht gewachsen bin.“
    "We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars."
    Oscar Wilde


  23. #123
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Wäre ihr Gesicht nicht bereits bleich wie der Nebel gewesen, so hätte spätestens letzt das letzte bisschen Farbe Abschied genommen. Gerade hatte Gabrielle sich wieder in so weit gefangen, dass sie den warmen Umhang den Amaryllis ihr gegeben hatte aus eigenem Antrieb weiter um sich zog. Ihr Verstand hatte wieder zu arbeiten begonnen, ihr eingeredet, dass in einem Haus von Vampiren das Trinken von Blut keine Todsünde war - auch wenn sie immer noch befürchtete, dass die anderen sie für den Mord an ihrem Gefährten - sofern sie ihn denn wirklich begangen hatte - verurteilen und strafen würden.

    Nun aber viel ihr Blick auf das Fenster und ihr schien als sähe sie nur dieses Fenster in dem Haus, eine schemenhafte Gestalt im Glanze des Lichtes welches die schaurige Szene erhellt hatte. Sie sah nur diesen einen hellen Fleck, darin die Silhouette eines Wesens... Eines Menschen? Sie fröstelte und schlang den Umhang fester um sich. Es erschien ihr als blicke diese Gestalt hinab über den Rasen und durchbohre sie mit Blicken aus Augen die man nicht sehen konnte. Doch es war unmöglich, hier draussen war es dunkel, sie waren weit entfernt vom Haus, kein Licht das sie verriet, diese Person konnte sie nicht sehen!

    Aber Gabrielle sah und ein Schauer kroch über ihren Rücken, über ihre Arme. Sanft griff sie nach dem Saum von Amaryllis Kleid, vorsichtig zog sie daran um die Aufmerksamkeit der Schamanin zu erregen, deutete mit einem zitternden Finger, ausgestrecktem Arm auf das Fenster, den Schatten. Plötzlich durchfuhr sie erneut ein Schauer und sie sprang auf. Den Umhang ließ sie zu Boden gleiten und stand in ihrer ganzen Nacktheit in der kühlen Luft der Nacht. Einen Fuß vor den anderen setzend, den Blick niemals vom Fenster und dem Schatten nehmend machte sie sich auf den Weg, den sie kurz zuvor gegangen war. Zunächst langsam, sie sammelte ihre versträute Kleidung auf, ein wenig hemmte sie der Versuch in die Hose zu schlüpfen, doch dann immer schneller, bis sie schließlich rannte.

    Nicht ein einziges Mal wandte sie ihren Augen von dem Fenster, kein Blinzeln, kein Blick über die Schulter ob Amaryllis ihr wohl folgte. Sie hoffte die Schamanin hatte ihr Zeichen gesehen, hatte gesehen was Gabrielle nun suchte und würde folgen. Entweder sie würde in wenigen Augenblicken ihrem Richter gegenüberstehen, oder aber dem wahren Mörder ihres Gefährten. Sie war sich aus irgendeinem Grund heraus sicher, dass diese Gestalt keiner der Gefährten war. Vielleicht war es die Ruhe mit der sie am Fenster stand, obwohl die Leiche Quicksilvers in einer riesigen Blutlache auf dem Bett ruhte. Hätte ein Freund nicht Hilfe geholt? Alarm geschlagen?
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    Oscar Wilde


  24. #124
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    Beinahe wäre sie zusammengezuckt, aber alles was sie in der Vergangenheit erlebt hatte, ließ Charlene ruhiger werden. Die vermeintliche Bewegung im Gang aus dem sie gekommen war, als Störfaktor akzeptierend, folgte sie dem Gang geradeaus, nicht ohne sich stärker auf Ihre Umgebung zu konzentrieren, für den fall dass die vermeintliche Störung mehr war als sie zunächst annahm...
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  25. #125
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Sinaras Villa

    Christine konnte keinerlei Berührung spüren, als sie nach Astrosus' griff, doch in dem Moment, in dem sie seine Finger zwischen den ihren hätte wahrnehmen müssen, ging ein strahlendes Licht von seiner Hand aus, das sie blendete und dazu zwang, die Augen zu schließen. Als merkte, dass es wieder dunkel wurde, öffnete sie die Lider wieder - und befand sich nicht länger in der Bibliothek, sondern in einem steinernen Gewölbe, welches sich unschwer als Folterkammer identifizieren ließ. An den Wänden hingen allerlei Gerätschaften, deren einziger Zweck es war, Schmerzen zu bereiten, außerdem waren ein metallener Stuhl, aus dessen Sitzfläche und Lehne Dornen ragten, sowie eine Streckbank im Raum aufgestellt. Um letztere standen mehrere Personen, Ordensmitglieder, wie ihre Kleidung zeigte. Als eine der Figuren einen Schritt beiseite machte, konnte sie sehen, wer auf der Streckbank lag und auch wenn sie es geahnt hatte, war es doch etwas ganz anderes, es tatsächlich zu sehen: es war Erik.

    *

    "Seltsam, ein jeder scheint zu glauben, dass ich mich in Luft aufgelöst haben muss, nachdem ich die ewige Nacht beendete." Connors Lächeln verriet Markus, dass der alte Kumpane scherzte. "Im Ernst Markus, dachtest du, wenn meine Aufgabe erst erledigt sei, gäbe es nicht mehr oder so etwas? Das wäre eine sehr undankbare Aufgabe gewesen."
    Er machte einen Schritt auf Markus zu und streckte ihm die Hand hingegen, so als wolle er ihm anbieten, sich zu überzeugen, dass er aus Fleisch und Blut war.

    *

    Die Gestalt im Fenster rührte sich nicht, als Gabrielle zurück zum Haus eilte. Gegen das Licht war kaum etwas zu erkennen, doch Gabrielle hatte dennoch das Gefühl, als beobachte die Person sie. Erst kurz bevor sie die Fassade des Hauses erreichte, wandte die Gestalt sich ruckartig ab und einen Moment glaubte Gabrielle mehr von ihrem Gesicht zu erkennen - und ein Schauder ergriff sie. Hatte sie sich getäuscht, oder war es tatsächlich Quicksilver, der sie von dort oben beobachtet und zurückgelockt hatte?

    *

    Der Gang führte sie weiter und verlief schließlich in einer Kurve. Zuerst bog er nur leicht nach links, dann immer schärfer und Charlene bemerkte erst nach einer Weile, dass der Boden leicht abschüssig war - der Weg führte sie weiter in die Tiefe. Gerade als sie dessen gewahr wurde, nahmen ihre angespannten Sinne abermals eine Bewegung hinter sich wahr. Sie fuhr herum, doch da war nichts. Als sie sich aber anschickte, weiterzugehen und sich wieder umdrehte, stand mit einem mal ein Mann vor ihr, an den sie sich nur allzugut erinnerte, wenngleich sie im Grunde nichts von ihm wusste: ihr einstiger Peiniger, der Unbekannte.

    *

    Die Wölfin blickte Lykahn einige Zeit aus schmalen Augen abschätzig an, ehe sie schnaubte. "Wen versuchst du zu beeindrucken?"
    Dann stand sie auf und begann sich zu entfernen, hielt nach einigen Schritten aber inne, allerdings ohne sich wieder zu ihm umzudrehen. "Romana", sagte sie, "mein Name ist Romana. Jetzt weißt du, wer ich bin."
    Lykahn kannte diesen Namen. Er hatte sie nie getroffen, doch Romana war jedem Werwolf, der die Geschichte des eigenen Volkes kannte, durchaus ein Begriff - hatte sie doch einst jene Menschen aufgezogen, die später die mächtigste Stadt der Antike gründen sollten. Sie war tatsächlich eine der ältesten ihrer Art. Während der langen Nacht hatte es geheißen, sie sei umgekommen - in direkter Konfrontation mit Martok.

    *

    Froze erhob sich. "Du hast vor Sinara nichts zu befürchten", erklärte er mit fester Stimme und Willow wusste, dass er nicht log. Und sie sah in seinen Augen tiefe Dankbarkeit, dass sie seiner Bitte folgte. Sie wusste, er war niemand, der dies aussprechen würde, doch er wusste, welch Opfer sie brachte für ihn und wieviel er ihr schuldig war. Er wandt den Blick ab und begann sich anzukleiden, während er weitersprach. "Ich werde dafür sorgen, dass sie dich nicht abhalten kann, soweit kann ich meinen Beitrag leisten. Ist es erst geschehen, wird sie dich nicht zur Rechenschaft ziehen. Sie weiß, dass du noch gebraucht wirst, für das, was uns bevorsteht."
    Froze trat zurück ans Bett und reichte Willow die Hand.

    *

    Zitat Zitat von Foxx Beitrag anzeigen
    Sanft lächelnd nickte die Minotaurin und reichte ihrem Sohn die Hand. Kaz sah, dass auch Traurigkeit in diesem Lächeln lag. Als ihre dargebotene Hand ergriff, erstrahlte die Kristallkugel und ein blendender Lichtschein umschloss sie beide, so hell, dass Kaz die Augen schließen musste. Als er sie wieder öffnete, fand er sich in einer kargen, trüben Hügellandschaft wieder. Ein Feuer musste gewütet haben, denn die Erde war kahl und rußig, keine Pflanze war hier zu finden und über ihnen lag eine Schicht aus Staub und Asche in der Luft, die den Himmel verdeckte und alles in gespenstisches Zwielicht tauchte. Hinter einem der Hügel stieg Rauch auf.
    *

    Zitat Zitat von Foxx Beitrag anzeigen
    Ein heiseres, tiefes Lachen erklang, während sie den Umhang um das Mädchen zu ihren Füßen fester zog, doch noch immer konnte Amaryllis niemanden wahrnehmen und auch ihr Kontrollblick bestätigte dies: es war niemand außer ihnen beiden hier. Und doch war da diese Stimme, die nur sie zu hören schien, obwohl die Schamanin sich sicher war, dass es nicht nur ein Echo in ihrem Kopf oder ein Telepath war, denn sie kannte diese Art der geistigen Kommunikation durch den Ordenskrieger und die Bacchai - und dies hier war anders.
    "Ich kenne die Antwort sowieso, Halbblütige, doch der Tag an dem du mir Rechenschaft ablegen wirst, der kommt erst noch, egal wie sehr du versuchst, ihn hinauszuzögern. Denkst du, dieses junge Ding hier zu trösten, wiegt den sündigen Makel auf, der allein durch deine Geburt an dir haftet?"
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