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  1. #451
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    Christines Augen verengten sich, als sie die Veränderung an Amaryllis' Augen bemerkte.
    "Gut, daß es deine ist, dann hätten wir das geklärt. Aber vorher..." Sie griff zwischen Aamaryllis und die Rose, damit niemand sie wegnehmen und Schabernack damit treiben konnte, berührte aber selbst die Rose nicht.
    "Erkläre mir, warum deine Rose glimmt, während meine und auch wohl die der anderen, seitdem wir Sinara verlassen haben, sich nicht mehr gerührt haben. Unsere sind wohl mit Sinaras Tode erloschen... aber deine hat wohl noch etwas Macht. Ich wüßte zu gerne, von wem und warum. Vielleicht haben wir ja dann die Begründung für die ganzen Geschehnisse hier. Und wenn du denkst, daß ich mich von dir einschüchtern lasse, bist du schief gewickelt. Dein Kopf ist schneller von deinen Schultern gesprengt, als du irgend welche Geister rufen kannst!"

  2. #452
    Mitglied Avatar von Sphinx
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    Als ihre Finger kurz davor waren nach der verzauberten Rose zu greifen zuckte sie nicht zurück, sondern hielt einen Augenblick inne um Christine direkt anzusehen, als diese nun wieder sprach. Natürlich wusste sie um die Andersartigkeit ihrer Rose, aber dass Christine es so direkt bemerkte und ihr gleich einen Strick daraus drehen wollte passte ihr nicht. Wie sollte es auch. Auf der anderen Seite schien die Diva sich gerade so sicher zu sein, dass ihr ihr eigener Fehler wohl nicht auffiel.
    Die Schamanin hob ihr Kinn, wobei ihre Finger sich schlangenhaft bewegten, sich schlossen, als würde sie die Hand zurückziehen wollen.
    "Sie leucchtet weil Sinarra's Schwesterr hierr am Bodenn liegt." erklärte Amaryllis kalt und selbstverständlich, doch als ihre Augen auffunkelten, war ihre Hand bereits vorgeschnellt, wie eine Schlange die zubiss, sich Christine's Arm greifend, den die Sängerin unvorsichtig in ihre Reichweite gebracht hatte. Sie griff fest zu, ruckte an der anderen Frau, zog sie zu sich um nur minimalst zeitverzögert ihre freie Hand auf deren Mund zu pressen, damit sie nicht sofort aufschrie als Amaryllis ihr auf schmerzhafte Weise Lebensenergie entzog.
    Schmerzhaft, nicht um ihr wirklich zu schaden, als seichte Drohung, als Zeichen der Präsenz, eine beinahe tierhafte Machtdemonstration wie sie es aus der Vergangenheit kannte. "Keinne Geissterr nötig." fauchte sie zischelnd. "Und dass Dämoniscche wass da kommt habbe niccht icch gerrufenn!", stellte sie klar, dass sie womöglich gleich alle der gleichen Gefahr gegenüberstanden. Vielleicht war es ja Zeichen ihres guten WIllens, dass der Schmerz fast sofort wieder abebbte, wenngleich sie den Arm fest umgriffen hielt...

  3. #453
    Mitglied Avatar von Sac
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    Lilly hob ihre Hände weiter empor, in Richtung der Sphinx, in der Hoffnung ihre Sicht zu verbessern. Sicher war sie sich nicht, ob dort wirklich jemand war, der unstete Feuerschein warf vielerlei Schatten. Kurz erwog sie, ob sie mehr Kraft investieren sollte, versuchen sollte, die Feuerbälle, die auf ihren Handflächen zu schweben schienen, zu vergrößern, zusammenzuführen, oder etwas Ähnliches. Durch den Feuerkey fühlte sie die Kraft geradezu in sich vibrieren. Doch sie verwarf den Gedanken. Mehr als eine Kraftverschwendung wäre das nicht.
    Kurz entschlossen begann sie, durch den Sand in Richtung Sphinx zu stapfen. Das war so gut wie jede andere Entscheidung. "Hätte wohl mal jemand die Freundlichkeit, mir zu antworten?"
    Totgesagte leben länger.

  4. #454
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Alchemieküche



    Christine fühlte sich, als werde alle Luft gewaltsam aus ihren Lungen gepresst, als ziehe etwas ihr Blut durch die Poren der Haut und Fingernägel reiße an Sehnen und Knochen. Der Griff der Schamanin presste sich um ihren Arm wie der Kiefer einer Ratte, fest und willig sich nie mehr zu öffnen. Nur wenige Sekunden dauerte der Schmerz an, doch er war intensiv genug, um diese Momente für immer in ihr Gedächtnis zu brennen.

    Dann war es so schlagartig vorbei, wie es eingesetzt hatte und wenn Amaryllis nicht noch immer fest ihren Unterarm umschlossen gehalten hätte, hätte die Sängerin es ebenso gut für eine Halluzination oder eine Panikattacke halten können, eienn Phantomschmerz, der so schnell vergangen wie gekommen war. Lediglich das Gefühl der Ermattung zeugte davon, dass ihre Kontrahentin ihr tatsächlich einen Teil ihrer Kraft geraubt hatte.

    Dann aber griff eine dritte olive-bronzen-gebräunte Hand nach dem Arm der Schamanin. Wie aus dem Nichts war Sevor neben ihnen erschienen. Selbst Lykahn hatte ihn trotz seiner geschärften Aufmerksamkeit nicht kommen sehen und auch Fatimah wirkte überrascht. Es war, als sei er direkt von den dunklen Wänden ausgespien worden. Amaryllis wurde gewahr, dass es die Essenz des Tieflings gewesen war, die sie gespürt hatte. "Lass sie los", sprach er, ohne Aggressivität und ohne ordernden Klang in seinem Tonfall. "Und dann", setzte er fort, und sein Blick striff die Übrigen im Raum, Lykahn und Fatimah, ehe er zum am Boden liegenden Körper der besinnungslosen Seherin und schließlich weiter zum Leichnam Jareths, "erkläre mir bitte einer, was hier vorgefallen ist."


    ***

    Die Gänge des Tempels / Gizeh

    Ohne Hinderung fand Willow den Weg zurück, dicht gefolgt von Charlene, welche ihr lautlos und abwartend nachschlich. Als sie den Tempel verließen, spürte Willow noch ehe sie zurückblickte, dass dessen Erscheinungsbild sich veränderte, so wie es beim Eintreten bereits der Fall gewesen war. "Es ist, als falte man ein Blatt Papier, das auf der einen Seite in einer anderen Farbe bemalt ist", konstatierte Charlene und Willow bemerkte zu ihrem Erstaunen, dass das Mädchen Recht hatte. Weder die Ruine noch das Innere des Tempels waren eine Illusion. Vielmehr waren sie zwei Seiten der gleichen Realität, doch unterschiedlich gestaltet - beim Durchschreiten der Schwelle faltete man das Blatt um und erblickte eine andere Farbe.

    Vor ihnen stand Lilly und ihr Feuer erhellte die ansonsten tiefschwarze Nacht. "Hätte wohl mal jemand die Freundlichkeit, mir zu antworten?", rief sie trotzig und wollte sich eigentlich gerade in Richtung der Sphinx in Bewegung setzen, als sie hörte, dass hinter ihr jemand sprach.

    *

    Markus erkannte, dass Lilly offenbar nach ihm oder Gabrielle suchte. "Hätte wohl mal jemand die Freundlichkeit, mir zu antworten?", drang ihr Ruf durch die Nacht und ihre Flamme erhellte Gizeh und die Sphinx und Pyramiden warf gierige, zuckende Schatten im Feuerschein. Hinter Lilly traten außerdem gerade zwei weitere der Kameraden aus dem Tempel: Willow sowie das mysteriöse Mädchen, aus dem niemand von ihnen so recht schlau wurde.

    Dann aber bemerkte Markus aus dem Augenwinkel eine Bewegung und ehe er es so recht begriff, huschte eine Gestalt ein wenig links von ihm die Steilwand der Pyramide hinunter. Sofort schnellte sein Kopf herum und auch wenn das Licht - trotz des Feuerscheins - selbst für seine vampirischen Augen eher schlecht war und ihre Gestalt unscharf wirkte, erkannte er, dass es Gabrielle war. Hastig und übereilt lief seine Ziehtochter nach unten und er bemerkte, dass sie ihn tatsächlich fürchtete und glaubte, fliehen zu müssen ...

    *

    "Clever", hörte Gabrielle eine Stimme unmittelbar neben sich flüstern, so leise, dass selbst sie es trotz ihrer übermenschlichen Sinne mehr erahnen als wirklich verstehen konnte. So tonlos und leise die Stimme war, erkannte sie nicht, wem sie gehörte und sofort sah sie sich hastig und nervös um, doch konnte trotz des Feuerscheins niemanden erkennen. Dann aber erblickte sie ein bernsteinfarbenes Augenpaar, und nun da sie in etwa erahnen konnte, wo der dazugehörige Kopf und Körper sich befinden mussten, schälten sich vage Frozes Umrisse aus dem Schatten der Nische, in der sie hockte. Langsam hob er den Finger an die Lippen um ihr zu deuten, ruhig zu sein.
    Geändert von Foxx (20.02.2013 um 11:04 Uhr)

  5. #455
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    "Sinaras Schwe..." Noch bevor Christine nachfragen konnte, was das bedeutete, fand sie sich in Amaryllis' Fängen wieder. Sie wollte schreien aber mehr als die Hand auf ihrem Mund hinderte sie daran der Schmerz, der sie innerlich fast zerriß und ihr den Atem nahm. Ein schier endloser Moment verging, bevor es verebbte. Sie fühlte sich ausgelaugt und für einen Moment schwankte sie. Sie wollte sich abstützen, doch noch immer wurde ihr Arm umklammert. Ihr Blick flackerte auf ihren Arm, der noch immer von einer braunen Hand umklammert wurde. Eine dritte Hand legte sich auf den Arm von Christines Angreiferin. Sevor...
    Christine schluckte mühselig, dann sprach sie, wobei sie mit vor Haß lodernden Augen in Amaryllis sah: "Die Höllenbuhle hier hat einen Eurer Mitstreiter getötet, das hat sie zugegeben. Außerdem behauptet sie, die Frau, die hier liegt, sei eine Schwester Sinaras, also eine der ersten Vampire überhaupt. Ich wüßte gerne, woher und warum sie das weiß und warum sie es nicht für nötig hielt, irgendjemanden der Gruppe darüber aufzuklären... Außer natürlich sie hatte etwas zu verheimlichen. Zum wiederholten Male."
    Geändert von Felicat (21.02.2013 um 22:02 Uhr)

  6. #456
    Mitglied Avatar von Sphinx
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    Das plötzliche Auftauchen von Sevor brachte die Schamanin dazu den Blick der goldenen Augen anzuheben und nun diesen statt Christine auf intensive Weise anzusehen. Ihre Hand wich in der Zeit von dem Mund der Diva, zumal sie sie ja ohnehin bereits gestraft hatte und sie wieder loslassen musste. Doch ihre Augen verengten sich unwillig über die Berührung auch wenn sie nicht feinseelig war, so dass sie nach einigen Sekunden doch der direkten Aufforderung fügsam folgte. Amaryllis ließ Christine los indem sie alle Finger zeitgleich löste, die Hand demonstrativ öffnete und die Finger spreizte und als Sevor danach auch unmittelbar ihre losließ nutzte sie Christine's andauernde Ermattung doch, ihre Rose in einer - vielleicht verräterisch, weil zu - schnellen Geste vom Tisch zu schnappen.
    Ihr Blick zuckte zwischen dem Tiefling und der Diva hin und her, als sie das magische, pulsierende objekt direkt vor sich hielt, direkt andächtig als wollte sie daran schnuppern, als wäre es eine echte Rose. Auf Christine's Erklärung hin aber zuckte nur ihre Augenbraue und sie entließ ihre kurz scharf eingezogenen Atem durch sich aufblähende Nasenflügel, die gar nicht verbargen, dass die erneuten Anschuldigungen sie verstimmten. Daher trat sie, rückwärts, von Sevor, Christine aber auch Fatimah drei große Schritte zurück und überblickte die Szenerie deutlich wohler aus sicherer Entfernung. Seltsam angetan schien sie dabei ihre Handfläche zu mustern die eben noch an der Diva gelegen hatte und ein feines Zucken ihres Mundwinkels zeugte von Überraschung aber auch feiner Überraschung. Denn was sie dort sah und fühlte, war nicht mehr die Verletzungen des Sturzes, sondern unversehrtes Gewebe, was sie dazu veranlasste die Hand fasziniert zu öffnen und zu schließen.
    "Ja, warrumm sollte man sicch aucch vorr denenn zsu Bodenn werfenn, die niccht zögerrn würrdenn einem den Dolcch in den Rücckenn zu stossen...?", fragte sie sehr sarkastisch zischend zurück, in nicht zu überhörendem Akzent, der eindeutig bezeugte, dass dieses Land möglicherweise ihre Heimat war, wenn auch eine andere Region. "Vielleicht habbe icch ja den Auftrrag Sinara's Geschwisterr zu findenn? Vielleiccht hatte SIE einen Grrund diesse Rose deshalb fürr micch zu verzauberrn? Vielleiccht würrde icch mehrr meiner Geheimnisse prreisgebenn wenn mann mirr in die Augenn sehenn würrde, den Anstannd und die Höflicchkeit besäße mirr die Fragge dirrekt zu stellen...?" schlug die Ägypterin weiter vor, auch wenn ihr Tonfall sich von schnippisch zu resigniert wandelte und sie dann pausierte und ihr Blick zu der am Boden liegenden Seherin wandelte. Ihre Kiefermuskeln malten angestrengt und sie schien ernsthaft zu überlegen ob sie sich dazu noch äußern sollte, bis sie tonlos seufzte.
    "Die Rose hat micch zu ihrr geführrt. Sie schienn micch zu kennen..." begann sie dann leise, aber ernst und schien auch kurz verwundert, schmunzelte dann aber wieder. "Sie hatt micch errarrtet... im Gesprräcch warrfen sie dann schwarrze Blitze oder Flammenn zurrück... Der Wäcchterr stürrmte herrein, betitelte micch als Mrrderin und behauptete icch habe etwas das ihm gehörre. in der Rangellei schaffte err es dann in meinen Dolcch zu rennen..." Am Ende ihrer Worte sank sie in die Hocke und die Finger der freien Hand angelten nach dem Metall des Dolchgriffes. Sie bemühte sich nicht zu auffällig darin zu sein wie sehr es sie erleichterte die Waffe wieder zu umschließen, wobei sie es doch sehr langsam, fast lauernd tat, wie einen Schatz den sie endlich wieder bergen konnte. "Danacch kam dass Racchekommando mit Gescchrei..."
    Nach wie vor in ihrer Position verharrend sah sie zu den anderen hinauf, abwartend, während ihr Blick sich zuletzt auf den Tiefling fokussierte um seine Sünden, aber auch seine Magie näher zu ergründen.

    [NRPG: *klein mach* Tschuldigung, Schreibflash >.<]

  7. #457
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Obwohl Lykahn sich darauf konzentriert hatte, hatte er nicht gesehen woher Sevor gekommen war er schien einfach aus dem Nichts aufgetaucht zu sein. Und sofort trennte er die beiden Frauen.
    Es war ein interessanter Anblick gewesen als Amaryllis der Sängerin Christine offenbar nur durch eine einfache Berührung Schaden zufügte.
    Vielleicht war dies der Grund gewesen das er nicht mitbekommen hatte wie Sevor den Raum betreten hatte. Und dieser fragte sofort was hier vorgefallen war. Christine ergriff als erste das Wort und fuhr mit ihren Anschuldigungen gegen Amaryllis fort. Dabei ließ Sie natürlich nicht aus das Amaryllis zugegeben hatte den jungen Jareth getötet zu haben. Allerdings ‚vergaß‘ Sie zu erwähnen das Amaryllis gesagt hatte sie hätte den Jungen in Notwehr getötet.
    Außerdem wurde die Sängerin es nicht leid die Schamanin weiterhin des Verrates bzw. der Geheimniskrämerei zu bezichtigen.

    Auch wenn Amaryllis sich selber verteidigen konnte, verspürte Lykahn das Bedürfnis ihr noch einmal beizustehen.
    „Sie hat zugegeben den Jungen in NOTWEHR getötet zu haben, und wie ich eben schon einmal sagte lebt die Seherin und sollte versorgt werden und am besten zu einem Heiler gebracht werden und wenn die Seherin wieder erwacht ist kann sie ihre Version der Geschehnisse erzählen bevor hier Urteile gesprochen werden. Zumindest würde ich das vorschlagen.“
    Er deutete noch einmal auf die am Boden liegende Seherin.
    „Ihre Atmung ist zwar gleichmäßig aber recht Flach. Wenn Sie versorgt ist können wir ja gerne weiter machen mit den gegenseitigen Beschuldigungen.“
    Auch wenn er einen kurzen Seitenblick zu Christine warf hatte er die Worte hauptsächlich an Sevor gerichtet.

  8. #458
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Lillys Feuershow war zwar schon mehr als eine Trickspielerei, und eigentlich völlig uninteressant für ihn, doch zog es Markus` Blick vom oberen Teil der Sphinx zurück zum Tempel. Er starrte für zwei lang erscheinende Sekunden zur Quelle des Lichterspiels, musterte Lilly, Willow und das Mädchen mit seinen karmesin leuchtenden Augen. Doch schon verloren die drei Gestalten sein Interesse, da sie dort am tempel waren und nicht hier. Der Kiefer des Vampirs zuckte und seine Lippen zogen sich kurzzeitig über die verlängerten Zähne zurück, während ein tiefes, jedoch eher kurzes Knurren aus seiner Kehle aufstieg, als würde er die Ablenkung drohend warnen, ihn nicht weiter zu stören.

    Die kurze Ablenkung jedoch reichte aus. Die plötzliche Bewegung im Schatten links von ihm. Ehe er noch die Augen und den Kopf neu ausgerichtet hatte, war es schon an ihm vorüber geeilt. Markus blickte mit fast panisch wirkendem Ausdruck hinterher. Seine linke Hand löste sich von der Steinwand und scharfe, gekrümmte Klauen griffen ins Leere, dorthin wo der Schatten geraden eben noch gewesen war.
    "Warte...Bitte." die Worte waren kurz und abgehackt. Verzweifelt reagierte sein Körper von selbst und seine rechte Hand löste ebenfalls ihren Griff aus dem Stein. Markus liess sich fallen. Hinunter in den Schatten am Fusse der Sphinx, dem Schatten hinterher. Hinunter in die schmerzende Gewissheit, das die Kluft zwischem ihm und Gabrielle( wie man aus ihrer vermeidlichen Reaktion lesen konnte) sich wohl soweit geöffnet hatte, das sie wohl nie mehr geschlossen werden könnte.

  9. #459
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Willow

    Das darf nicht wahr sein! Willow stöhnte innerlich auf, als Charlene zu sprechen begann, sobald sie den Tempel verlassen hatten. Zugegeben, auch sie hatte nicht damit gerechnet vor dem Tempel auf irgendwen zu stoßen, obwohl es sie wunderte, dass es am Ausgang keine Wachen gab. Die Worte der Gefährtin registrierten nur flüchtig in einem Winkel ihrer Gedanken, während ihre Konzentration auf Lilly und deren Feuerspiel lag. Sie standen so nah bei dem Mädchen, dass diese sie sicherlich gehört hatte. Aber das bedeutete noch lange kein Scheitern ihres Planes. Im Schein der Flammen versuchte Willow zu erkennen, ob noch andere Gruppenmitglieder zugegen waren. Schatten spielten über die Ruine und den Sand, doch ihre Augen nahmen die Nacht nicht mehr so wahr wie einst.

    Sie selbst jedoch waren nah genug bei Lilly um hell erleuchtet und deutlich sichtbar für all jene zu sein, die noch im Schatten lauerten. Doch daran konnte sie etwas ändern. Lillys loderndes Schauspiel war eine Demonstration ungezügelter elementarer Macht. Doch Willow besaß ebensolche Macht und wusste sie gezielt einzusetzen. Während sie ihre linke Hand ausstreckte um damit den Wind zu sammeln und ihn auf Lillys Flammen zu lenken, ergriff sie mit ihrer rechten Hand Charlenes Handgelenk. „Wenn es dunkel wird, rennen wir los. Zu der großen Pyramide, vorbei an der Sphinx!“ zischte sie fast lautlos.

    Zwar war ihr nicht entgangen, dass Lillys Aufmerksamkeit in genau jene Richtung gerichtet war, doch sie musste es riskieren. Stimmten die alten Aufzeichnungen, so konnte die Pyramide das geplante Ritual um ein vielfaches verstärken. Sie musste einfach darauf vertrauen, dass jene Gruppenmitglieder die vielleicht dort draußen waren, sich wie übliche mit ihren eigenen Problemen beschäftigten. Nach einem letzten Blick zu Charlene, zog Willow die Luft zusammen und verdichtete sie um Lillys magisches Feuer um dieses zu ersticken. Dabei achtete sie jedoch sorgsam darauf, dass das Mädchen nicht in den Strudel der Magie geriet und keinesfalls selbst verletzt würde oder gar erstickte. Sobald ihr Zauber Erfolg zeigte, würde sie ungeachtet der Nachtblindheit, deren Opfer sie als Mensch unweigerlich würde, in die Wüste hinausstolpern und Charlene mit sich ziehen.
    "So Long, and Thanks for All the Fish."
    Douglas Adams


  10. #460
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    Gabrielle

    Von dem Erfolg ihrer Täuschung bekam Gabrielle nichts mehr mit. Gerade noch war der Blick der Daywalkerin ihrer Illusion gefolgt, die an Markus vorbei in die Nacht eilte, als sie sich einer noch viel größeren Gefahr in ihrer direkten Nähe bewusst wurde. “Clever!“ Sie unterdrückte einen Entsetzenslaut, indem sie auf ihre Unterlippe biss, bis sie einen metallischen Geschmack auf der Zunge spürte. Vorsichtig und so leise wie möglich wich sie zurück, um in ihrer Nische möglichst weit von diesen verfluchten bernsteinfarbenen Augen entfernt zu sein. Dennoch hielt sie den Blick, während sie ihren spitzen Stein fester umklammerte und versuchte ruhig zu atmen.

    Trotz Frozes Geste erwog sie einen Moment lang zu schreien oder hinaus in die Nacht, zu dem zornigen Vampir zu fliehen. Zum einen betonte Markus stets seine Sorge um seine Tochter, zum anderen konnte sie das wütende Monster um einiges besser einschätzen als diesen berechnenden Dämon, der in den Schatten lauerte. Doch mit ihrem Zögern hatte sie ihre Chance vergeben. Sie war schnell, aber was, wenn der Schwarze schneller war? Hatte er nicht vor dem Orakel allein den Dämonen widerstanden? Erneut spannte sie all ihre Muskeln an, doch diesmal war sie in der Falle und ihr blieb nichts als der Angriff.

    Stattdessen kauerte sie wie versteinert, mit dem Rücken an die Sphinx gepresst, den Stein fest umklammert, und starrte in die Augen des… Feindes? Hatte Froze die Wahrheit erraten? Wie würde er reagieren, wenn er sie erfuhr? Sie war eine Mörderin, hatte ein wertvolles Gruppenmitglied getötet… nein, nicht getötet, er war schon tot gewesen… war er schon tot gewesen? Sie wusste nicht mehr sicher, was real war und was die Worte der Illusion Quicksilvers. Aber wenn sie selbst die Wahrheit nicht sehen konnte, würden ihr die anderen glauben? Hatte sie sich mit ihrem Verhalten nicht erst recht verdächtig gemacht? Unentschlossen kaute sie auf ihrer Lippe und wartete ab.
    "So Long, and Thanks for All the Fish."
    Douglas Adams


  11. #461
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Gizeh, bei der Sphinx



    Gerade noch konnte Lilly, als sie sich umwandte, um die Herkunft der Stimmen auszumachen, die Konturen Willows und Charlenes erkennen, als eine plötzlich aufbrausende Bö ihr entgegenschlug und die über ihren Handflächen schwebenden Flammen erlöschen ließ, ehe sie die Konzentration aufbringen konnte, etwas dagegen zu tun. Sie fluchte, während sie sich sammelte, um das Feuer erneut zu entfachen.

    Sofort nutzten Willow und Charlene die Chance, den Plan der Hexe in die Tat umzusetzen, und spurteten los. Doch merkte Willow unmittelbar, dass sie die Finsternis unterschätzt hatte, nun da Lillys Feuer erloschen war, und es gar nicht so einfach war, die richtige Richtung zur Pyramide einzuschlagen ...

    *

    Die plötzliche Dunkelheit beraubte Markus jedweder Spur - von einem Moment auf den anderen waren die Flammen erloschen und die Gestalt Gabrielles nirgends mehr auszumachen. Er verlangsamte seinen Schritt, spürte dabei, wie sehr ihn von dem freiwilligen Fall die Pyramide hinab die Glieder schmerzten. Er benötigte einen Moment, ehe seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten und seine übrigen Sinne ebenfalls wieder die Fährte aufnehmen konnten. Zu seiner Überraschung wies die Geruchsspur nach wie vor ... zurück zur Pyramide.

    *

    Ein verächtliches Schnauben ließ Gabrielle aus Ihrer Angststarre erwachen - die nahezu primitive Stimmungsäußerung löste in ihr etwas Eigenartiges aus, das Gefühl, dass Froze ihre Befürchtungen erkannte und als abwegig erachtete. Seine nächsten Worte schienen sie zu bestätigen, fast fragte sie sich, ob ihr Gegenüber nicht nur Gefühle sondern auch Gedanken lesen konnte: "OK, du warst also diejenige, die Quicksilvers Ermordung entdeckt hat und befürchtest jetzt, dass wir dir die Schuld geben? Hör zu, wir alle haben erlebt, was ... Connor oder wer immer es war in der Villa veranstaltet hat, jeder von uns ist seinen persönlichen Dämonen begegnet. Krieg dich ein! Wärst du die Mörderin, von der du glaubst, dass wir sie in dir sehen, dann würdest du dich gar nicht so sehr darum scheren, was wir darüber denken."
    Geändert von Foxx (29.04.2013 um 23:04 Uhr)

  12. #462
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    Alchemieküche


    In Sevors Miene war keine Wertung oder Interpretation auszumachen, als er zunächst Christines, dann Amaryllis' Worten lauschte. Sein Blick folgte der Bewegung der Schamanin, als diese nach ihrer Rose griff, doch er kommentierte die Geste nicht. Erst als sie erwähnte, der Kristall habe sie überhaupt erst hierher geführt, hob seine linke Braue sich kaum merklich - dass die Kaste durch ein Artefakt aufzuspüren war, schien den Tiefling sichtlicher zu beeindrucken, als die zuvor gefallenen, schwerwiegenden Anschuldigungen.

    Doch nach wie vor kommentierte er das Gesagte nicht, lauschte stattdessen nun auch Lykahns Äußerungen und folgte dessen Geste. Wortlos schritt er zur am Boden liegenden Lys'bila und ertastete ihren Puls.

    Schwere Schritte erklangen hinter der Gruppe, als der hünenhafte Grasson den Raum aus der bisher unbekannten Richtung betrat. Er sah sich kurz um, schien die Situation zu erfassen, auch wenn dies ohne Erläuterung eigentlich kaum möglich war und blickte dann fragend und abwartend zu Sevor. Dieser nahm sich die Zeit, die Lebenszeichen der Seherin zu prüfen, ehe er entgegnete. "Grasson, geleite bitte alle in meine Räumlichkeiten. Nimm den Greif mit und bette ihn. Ich bringe Lys'bila zu den Heilern. Danach sprechen wir."

    Ohne ein weiteres Wort ergriff er den reglosen Körper der Seherin unter dem Schultergürtel und den Kniekehlen und drehte sich mitsamt ihrer in den Schatten des Keramiktisches, wobei seine Kontur sich verflüchtigte, in den Mangel an Licht einzutauchen schien und dann verschwand ...

    Einen Moment lang herrschte Stille, dann unterbrach ein unwirsches, bassiges "Hrrrrmm" Grassons eben jene. Mit zwei Schritten durchmaß er den Raum bis hin zu Jareths Leiche, ergriff diese und schulterte sie ohne allzu großen Sinn für Pietät an den Tag zu legen. "Nun", meinte er in einer Mischung aus fragendem und sarkastischem Tonfall, "wenn die Herrschaften mir dann folgen mögen ..." Damit schickte er sich an, den Raum über den Gang zu verlassen, der noch tiefer in das Tempelsystem führte ...
    Geändert von Foxx (25.04.2013 um 23:35 Uhr)

  13. #463
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    Die Schamanin verblieb in ihrer Position, einer Raubkatze gleich, bereit zum Sprung auf Angriff oder zur Flucht. Doch jetzt wo der Dolch wieder in ihren Händen war schien die wenige Anspannung, die in der Ägypterin vorhanden gewesen war sich aufzulösen, was natürlich an Sevor's beschwichtigendem Einfluss liegen musste. Ihre hübsches Gesicht zeigte weiterhin keine emotionale Regung, aber sie verfolgte mit allem Interesse wie der Tiefling zu Lys'bila ging und sich ihrer annahm. Und doch schien ihr etwas nicht zu passen infolge der Befehle die ihnen gegeben wurden, als sie den Kopf neigte, sich ihre Augen kurz verengten, um sich dann fließend zu erheben.
    Mit geschickten Fingerbewegungen drehte sich der Dolch in ihrer Hand, ehe er in das verborgene Heft gesteckt wurde und Amaryllis sich den Staub von den Händen klopfte, zeitgleich wie sich ihr Kinn wieder stolz hob. Aber als Sevor mit der Seherin verschwunden war, Grasson sie zum folgen aufforderte drehte sie die Rose zwischen den Fingern, während sich ein schiefes Lächeln auf ihren Lippen abzeichnete und ihr Blick zu Christine ging. Eine gewisse Schadenfreude und ein gefährliches Funkeln lag im metallischen Gold ihrer Augen, bis ein feines geschnaubtes Lachen ihre Kehle verließ.
    "Wie aufrregendd..." raunte sie dunkel, noch immer irgendwie amüsiert über die Situation, aus welchen Gründen auch immer, ehe sie beidrehte um der Aufforderung des Hünen nachzukommen und ohne wenn und aber zu folgen. Der Blick der Lykahn dabei streifte war wieder frei von Niederträchtigkeit, sprach vielleicht sogar von Dank und Respekt, ehe sie ihre Kapuze anhob um ihr Gesicht im Schatten zu verbergen.

  14. #464
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    Willow

    Schnell musste Willow erkennen, dass ihr Plan mehr Lücken hatte, als zunächst angenommen. Die spontane Entscheidung nicht auf den Sonnenaufgang zu warten, schien aufgrund der von Amaryllis gestarteten Aufregung sinnvoll. Doch sie hatte, wie schon so oft in den letzten Monaten, vergessen, wie sehr ihre Sinne durch die Wandlung gehemmt waren. Zwar wusste sie grob, in welcher Richtung die Pyramide lag. Doch aufgrund ihrer eingeschränkten Sicht, strauchelte sie mehrfach und einmal konnte sie sich lediglich durch ihren Griff an Charlenes Handgelenk vor einem Sturz retten.

    Als ihr bewusst wurde, wie fest ihre Finger sich in den Arm des Mädchens gekrallt hatten, ließ sie augenblicklich los. „Verzeih“ keuchte sie, leicht außer Atem. „Ich vergaß, wie sehr die Nacht unsere Reise erschweren würde. Wir müssen wohl langsamer gehen, damit wir uns nicht verirren oder gar verletzen. Magie einzusetzen halte ich zu diesem Zeitpunkt für unklug. Es ist nicht so als könnte jemand aus der Gruppe uns gegen unseren Willen aufhalten.“ Trotzdem sie wusste, dass das Mädchen sie im Dunkeln wohl kaum sehen könnte, lächelte Willow bei ihren Worten aufmunternd, bevor sie vorsichtiger, aber immer noch mit entschlossenen Schritten in die Richtung weiterging, in der sie die Pyramide vermutete.
    "So Long, and Thanks for All the Fish."
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  15. #465
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    Gabrielle

    Tatsächlich hatten Frozes Worte einen eigenartigen Effekt auf die Emotionen der Daywalkerin. War sie eben noch verängstigt, so schlug ihre Angst nun in Wut um. Vielleicht hatte die Verachtung, mit der der Schwarze ihre Zweifel abtat sie angesteckt, zumindest schwang diese deutlich in ihrer Stimme, als sie ihn nun anzischte. „Du hast Recht, ich habe Quicksilvers blutüberströmten Körper gefunden. Aber statt ihm zu helfen oder Alarm zu schlagen, weil offenbar ein Mörder unter uns weilte, fiel ich über ihn her wie ein Tier. Mag sein, dass er längst tot war, dass nicht einmal die Magie der Heilerin oder der Tochter Liliths ihn hätten retten können. Aber das wusste ich in diesem Moment nicht. Oder es war mir egal. Das einzige, was mich interessierte war der Geschmack des Blutes. Menschliches Blut, das ich zum ersten Mal in Sinaras Haus kostete, weil in meiner Zukunft Menschen zu kostbar sind um sie als Nahrungsquelle zu betrachten. Zumindest für jene unter uns, die sich nicht als Monster definieren.“

    Bisher hatte sie ihn direkt angesehen, doch nun wandte sie ihren Blick in die Richtung in der Markus verschwunden war. „Viel schlimmer als eure Verachtung ist die Befürchtung, dass ihr mein Verhalten akzeptiert. Mich nicht verurteilt, weil ich ja nur meiner Natur gefolgt bin. So wie jeder einzelne in dieser Gruppe, seit ich zu euch stieß, seine eigenen Bedürfnisse, Triebe, Emotionen vor das gemeinsame Ziel stellt. Mein Vater benimmt sich wie ein Tier. Bei den meisten bin ich nicht sicher, ob sie unserer Mission nutzen oder schaden. Ich aber habe höhere Ansprüche an mich, ich will nicht Sklave meiner Natur oder meiner Emotionen sein. Vor Allem aber will ich nicht, dass ihr mich zu jenen zählt, die sich nicht kontrollieren können. Solange wir uns mit der Einstellung trösten, dass jeder von uns Dämonen hat, werden wir unser Ziel nicht erreichen.“

    Dann senkte sie den Kopf, murmelte plötzlich ganz leise „Es ist unwichtig, ob ich seine Mörderin bin oder nur seine Leiche geschändet habe. Ich hätte das nicht tun dürfen. Es gibt dafür keine Entschuldigung. Er war ein Gefährte und hat verdient, dass wir ihn respektieren, um ihn trauern. Wie viele von uns werden bei dieser Mission sterben? Wie viele von uns zerfleischen sich gegenseitig, während die Welt dem Untergang geweiht ist? Ich bin aus der Zukunft gekommen, um die Welt zu retten. Doch mir wird immer deutlicher bewusst, dass ich das nicht kann. Auf keinen Fall alleine, aber was ist, wenn wir es auch gemeinsam nicht schaffen? Ich weiß nicht, ob ich vor eurem Urteil flüchtete, vor der Verantwortung für mein Handeln oder vor der Aufgabe, die uns noch erwartet. Es ist einfach…“ ihr Satz verlor sich im Schweigen.

    Einen kurzen Augenblick durchflutete sie eine Mischung verschiedenster Emotionen, Verzweiflung, Furcht, Panik, Zorn, Resignation… und schließlich Entschlossenheit. „Mein Verhalten in dieser Sache tut mir leid, ich werde mich bei den anderen entschuldigen und in Zukunft versuchen mich besser unter Kontrolle zu haben. Vielleicht sollten wir zurück zur Gruppe gehen, bevor sie uns Ärger einhandeln oder sich gegenseitig umbringen.“
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  16. #466
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    Charlene ließ sich anfangs einfach von Willow mitziehen, doch der Einsatz von deren Magie schien sie zu wecken. Als diese Charlene auch noch hinter sich herzog, geschah etwas Seltsames. Es war, als würde ein Teil von ihr auf Willow übergehen, als würde ein Teil ihrer Kraft in die Hexe fließen. Es dauerte nicht lange und der anfängliche Schreck war schnell vorbei, doch noch während ihre neue Freundin sie hinter sich herzog, ordnete sie ihre Gedanken und versuchte dem Phänomen auf die Spur zu kommen.

    Wenn es stimmte, was Willow vor ein paar Stunden im Schlafsaal gesagt hatte, bestünde durchaus die Möglichkeit, dass sie ihr gerade einen Teil ihrer Magie gegeben hatte. Einfach so. Willow hatte sich nichts genommen. Warum aber war das nicht schon vorher einmal geschehen, warum gerade jetzt? Einerseits hatte sie schon vorher Körperkontakt zu magisch begabten Wesen gehabt, zum Anderen erschien ihr Willow weitaus weniger erschöpft als vor ihrem Schlaf.

    Wieder stolperte die vor ihr Gehende und verlangsamte sodann ihren Schritt noch weiter, ließ Charlene sogar los. Unwillkürlich griff Charlene nach Willows Hand und zog sie seitwärts. Sie hatte neben sich einen Schatten gesehen und hoffte, dort wäre eine Mauer. Aber sie könnte sich natürlich getäuscht haben.
    Geändert von Sirana (11.06.2013 um 12:26 Uhr)

  17. #467
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    Willow

    Eigentlich hatte Willow sich darauf verlassen, dass ihre neue Schülerin ihr einfach folgen würde. Doch bevor sie einen weiteren Schritt in die gewählte Richtung machen konnte, hatte Charlene ihre Hand erneut gefasst und sie zur Seite gezogen. Instinktiv hielt Willow inne und lauschte. War dem Mädchen etwas aufgefallen, dass ihr selbst entgangen war? Sie richtete ihren Blick nach oben, auf der Suche nach Himmelskörpern. Warum nur war diese Nacht so unglaublich schwarz? Eigentlich hätten sich selbst ihre menschlichen Augen inzwischen an die Dunkelheit gewöhnen müssen. Doch die Hexe fühlte sich blind. Ihr war, als hätte starrte sie mit offenen Augen auf die Lösung und doch sah sie nichts. Vielleicht war ihr Aufbruch doch zu überstürzt gekommen, hatte sie sich doch in den letzten Stunden und Tagen keine Zeit gehabt, in Ruhe nachzudenken.

    Sicherlich hatte sie die Ablenkung und Entspannung bitter nötig gehabt, die ihr in Sinaras Villa zuteil geworden waren. Sie war dankbar, für ihre Erinnerungen, doch ebenso für den süßen Moment des Vergessens, den sie hatte erleben dürfen. Danach waren die Ereignisse über sie hereingebrochen und ihr blieb nicht die Möglichkeit, ihnen blieb nicht die Möglichkeit, noch einmal in Ruhe zu sprechen. Willow versuchte den Gedanken abzuschütteln. Gerade erst hatte ihr Sybilla den Weg gewiesen. Sie wusste, was zu tun war. Aber tief in ihrem Inneren nagte ein Zweifel. Dies war nicht die einzige Sybille, die sie in den vergangenen Tagen gehört hatte. In Delphi waren ihr die Worte und Visionen des Orakels wirr und furchteinflößend erschienen. Doch auf einmal hatte sie den Wunsch, noch einmal zurückzukehren, wenn auch nur geistig. Die Antworten erneut zu hinterfragen.

    Jedoch war ihr bewusst, dass es keinen Sinn machte, die Gruppe zusammenzurufen. Ja, eine besonnene Gesprächsrunde wäre dringend nötig, um wieder auf den richtigen Pfad zu kommen. Doch zweifelte sie daran, dass man die einzelnen Parteien im Augenblick an einen Tisch... oder in einen Kreis zwingen konnte. Auch würde niemand auf sie hören, sie hatte nicht die Autorität Frozes oder die Fähigkeiten Quicksilvers, um die anderen zu leiten. Auf ihre Intuition allein würde niemand vertrauen, sie brauchte Argumente, Beweise. Vielleicht konnte Charlene ihr helfen, die Gedanken zu ordnen und die Erinnerungen richtig zu deuten. Ihr war nicht entgangen, wie die Energie dieses Mädchens sie durchdrungen hatte. Sanft, fast unscheinbar, doch unglaublich erfüllend.

    All diese Gedanken lenkten Willow nur kurz ab, huschten in wenigen Sekunden durch ihren Geist, bevor sie sich erneut zwang, sich auf ihre Sinne zu konzentrieren. Sie sog die Luft ein, lauschte, wartete. Dann startete sie einen neuen Versuch, in Richtung der großen Pyramide zu gehen, vorsichtig und bereit sofort innezuhalten, sollte Charlene zögern...
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  18. #468
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    Lilly stoppte in der Bewegung und lauschte. War sie sich eben noch sicher gewesen, Stimmen hinter sich zu hören, schien es im nächsten Moment geradezu unnatürlich still. Sie ging die Optionen durch. Es konnte sich nur um jemanden handeln, der mit ihr im Tempel gewesen war. Oder um jemand völlig Fremden. Super. Das schließt jede Person auf diesem Planeten ein. Sie gab den Gedanken auf und entschied, weiter zum Handeln überzugehen. Doch gerade, als sie sich umwandte, ließ ein plötzlich aufkommender Windstoß die Flamme in ihren Händen erlöschen. "Verdammt", murmelte sie und lauschte wieder, dieses Mal noch angestengter. Da war definitiv jemand gewesen, sie hatte einen Blick auf die Schatten erhascht. Doch was sie sekundenlang so irritierte, dass sie nicht gleich wieder die Konzentration für ihr Feuer fand, war die Tatsache, dass jemand es ausgeblasen hatte. Ich habe den Feuerkey. Mir will doch niemand ernsthaft erzählen, dass ein einfacher, ein normaler Wind meine Flamme ausgeblasen hat. Dann wäre diese ganze Macht reichlich witzlos. Also wer bitte, legte solchen Wert darauf, vor ihr verborgen zu bleiben? Und wieso? Und wieso, verdammt, hatte er die Kraft dazu, ihre Flamme auszupusten?

    Lilly ging instinktiv in die Knie, um etwaigen Angreifern ein schwierigeres Ziel zu bieten. Als nichts passierte, konzentrierte sie ihre Kräfte. Doch dieses Mal war ihr Ziel keine einzelne Flammen in ihrer Hand, sondern mehrere kleine Flammen, die in etwa einem Meter Abstand um sie herumtanzen und einen größeren Radius beleuchten würden.
    Totgesagte leben länger.

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