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Thema: Mischa in FF

  1. #1
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    Mischa in FF

    Original von Markus
    hab ich eigentlich schon erwähnt, daß die Peppercorns in den nächsten FF-Ausgaben durch MISCHA ersetzt werden? Es kommen die Berck-Stories aus den PRIMO-Heften zum Abdruck.
    klasse Nachricht Markus,


    dann werden in FF 07/08 Mischa und Boule + Bill wiederkommen????


    gruß
    Martin

  2. #2
    fuxiger Teilzeit-SysOp Avatar von Markus
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    ich hab die Druck-Dateien noch nicht gesehen, aber nach derzeitigem Stand ja

  3. #3

    Thumbs down

    'Mon dieu - isch liiiiiebe diese Käse' --- NICHT.

    Kann nur hoffen, dass der Verlag ein Einsehen hat und die Vorlagen rechtzeitig vor dem Verwenden des Materials aus PRIMO 20/1972 wieder wechselt, um stattdessen die wunderbaren Fischer-Stories zu reprinten.

    Wenn denn schon keine neuen Stories produzierbar sind.

  4. #4
    fuxiger Teilzeit-SysOp Avatar von Markus
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    die Fischer-Stories haben sicher ihren Charme, aber für die heutigen Leser (vor allem die Kinder) sind sie denke ich doch zu altbacken. Mischa ist ja schließlich eine SF-Serie. Das Beste wäre natürlich eine neue völlig Version von Mischa gewesen.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Markus Beitrag anzeigen
    Das Beste wäre natürlich eine neue völlig Version von Mischa gewesen.
    wenn Mischa heute immer noch ankommt, warum dann nicht Markus?? Kann ja alles noch kommen

  6. #6
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von Markus Beitrag anzeigen
    die Fischer-Stories haben sicher ihren Charme, aber für die heutigen Leser (vor allem die Kinder) sind sie denke ich doch zu altbacken. Mischa ist ja schließlich eine SF-Serie.
    Kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wenn Du allerdings unter "altbacken" verstehst, daß die Kinder von heute mit mehrseitigen Fortsetzungsgeschichten und dem erkennen von subtilen Gags hofflungslos überfordert sind, dann mag das wohl zutreffen.
    Ich mag Bercks Mischa auch sehr gerne, aber der Inhalt seiner Stories war m.E. wesentlich "platter" als die von Ludwig Fischer. War halt mehr auf Situationskomik alla Sammy und Jack angelegt. Fischer war in meinen Augen einer der besten Autorenzeichner während der gesamten FF-Geschichte. Für mich absolut gleichzusetzen mit Walter Neugebauer und Florian Julino.


  7. #7
    Mitglied Avatar von telemax
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    Ich kann Markus da nur recht geben. Genauso gut könnte man erwarten, die alten Comics der "Raumpatrouille Orion" aus "Lupo modern" würden die FF-Leser heute noch als aktuelle, zeitgemäße Sci-Fi begrüßen. Dabei ist auch die Orion-Serie von den Themen, der Ästhetik und des Humors her unverkennbar ein Kind der 60er Jahre. Und tricktechnisch war die Serie zu seiner Zeit sicherlich beeindruckend. Heute rezipiert man "Orion" vielmehr als fantastisches Zeitdokument und amüsiert sich über die unfreiwillig komische Ausstattung der Serie, das scheinemanzipierte Frauenbild, etc. (Nicht falsch verstehen, ich finde die Orion großartig, ich habe alle Folgen auf DVD!)

    Ich erwarte von einer Comiczeitschrift, dass sie den Lesern mit aktuellen Serien unterhält, die den Humor und den Zeitgeschmack der Lesergeneration treffen. Da ist ist der modernisierte Mischa der 70er Jahre sicherlich das kleinere Übel. Aber auch er ist heute fast 40 Jahre alt und wurde damals nur für das schnelle Tagesgeschäft produziert.
    Geändert von telemax (09.06.2008 um 10:19 Uhr)

  8. #8
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Der Vergleich mit Orion in Lupo modern humpelt ein weng. Weil a) kein Comic (sondern nur Fotos aus der Fernsehserie mit Untertiteln, aber hier auch nicht wirklich relevant) und b) seinerzeit eine völlig andere Zielgruppe (nämlich 13 bis 15-Jährige). Und ich glaube auch nicht, daß man diese Zielgruppe heute, selbst mit einem neu gezeichneten Mischa, in Bezug auf SciFi im Semifunny-Bereich besonders beindrucken könnte. Da müßte man m.E. schon einen Autor wie Arleston (Troy-Alben) verpflichten können.

    Mir gefiel nur der Ausdruck "altbacken" nicht besonders. Der Beweis, ob man mit Mischa heute Kinder zwischen 8 und 10 Jahren mit der Erzähltechnik von L.F. im Bereich SciFi nicht mehr erfreuen bzw. beeindrucken könnte, ist wohl noch nicht erbracht. Auch das Lesen von Büchern war bei dieser Zielgruppe schon mehrfach totgesagt, und trotzdem kam Harry Potter irgendwie ganz gut an, oder nicht ?
    Geändert von albert-enzian (09.06.2008 um 15:58 Uhr) Grund: Ein "noch" zuviel :-)

  9. #9
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    Zitat Zitat von albert-enzian Beitrag anzeigen
    Mir gefiel nur der Ausdruck "altbacken" nicht besonders. Der Beweis, ob man mit Mischa heute noch Kinder zwischen 8 und 10 Jahren mit der Erzähltechnik von L.F. im Bereich SciFi nicht mehr erfreuen bzw. beeindrucken könnte, ist wohl noch nicht erbracht.
    ... zumal er gar nicht erklärt hat, was er unter "altbacken" versteht. Wie altbacken ist Goethes Faust? Die Sprache ist nicht die unsere, und auch der Stoff ist auf den ersten Blick für uns Heutige irrelevant und sehr abgehoben.

    Der eigentliche Denkfehler scheint mir aber darin zu liegen, daß die junge FF-Zielgruppe nur für eine bestimmte, bunte Action-Knall-SF zu haben wäre, von der wir angeblich genau wissen, wie sie auszusehen hat. Das unterschätzt die Kinder. Warum sollte einem Neunjährigen die wandelnde Blechbüchse Robbie gerade in seiner Primitivität und Lächerlichkeit nicht gefallen? Warum nimmt man an, "heutige" Roboter müssen unheimlich komplexe Konstrukte sein, eigentlich Androiden, halb Mensch, halb Maschine, zumindest aber mit einer künstlichen Intelligenz, die fliegen und tauchen können und zu jeder Metamorphose jederzeit fähig sind? Beschränken da nicht die Macher einerseits sich selbst und andererseits die Zielgruppe?

    Also: Wenn wir darüber nachdenken, was Kids heute gut finden, sollten wir nicht davon ausgehen, daß sie nur das gutfinden können, was sie gerade gutfinden.

    Telemax u.a. lese ich so: Heutige SF für Kids schaut so und so aus. Also muß auch ein Mischa, der heute gedruckt wird, um Erfolg zu haben, so und so ausschauen. Dieser Schluß ist mir vorn und hinten zu kurz.

    L-W

  10. #10
    fuxiger Teilzeit-SysOp Avatar von Markus
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    also ich will erstmal für Fischer eine Lanze brechen - sicher einer der besten FF-Zeichner, den ich selber gerne lese.
    Aber: Seine Mischa-Geschichten sind nun über 40 Jahre alt und es handelt sich zudem noch um eine SF-Serie. Eine SF-Serie soll ja futuristisches beinhalten, Ideen und Visionen für die Zukunft spinnen. Das hat Mischa seinerzeit auch gemacht, aber diese Visionen sind inzwischen in der Form übeholt bzw. tatsächliche neue Entwicklung von heute sind hier noch garnicht berücksichtigt (zB. Kommunikation, Internet, Handy,.etc).
    Das ist garnicht so sehr die Frage nach knallbunter SF, aber Mischa aus den frühen 60ern ist wie Telemax schon sagte eher wie Raumpatrouille eine Art Retro-Zeitdokument. Dafür sind die Kinder noch zu jung. Mischa hat von seinem Grundkonzept durchaus Chancen anklang zu finden, denn er ist so angelegt, daß jeder Junge sich in ihn hineinversetzten kann. Man müsste ihn halt reformieren.
    Ich stimme auch Albert Enzians Ausführungen bezüglich des Unterschieds zwischen Fischers und Bercks Mischa zu. Der Mischa von Berck aus den 70ern ist für mich tatsächlich auch sozusagen das kleinere Übel.

  11. #11
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    also rausfinden ob er ankommt und dann neue Geschichten machen lassen

  12. #12
    Mitglied Avatar von telemax
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    Mir gefiel nur der Ausdruck "altbacken" nicht besonders. Der Beweis, ob man mit Mischa heute Kinder zwischen 8 und 10 Jahren mit der Erzähltechnik von L.F. im Bereich SciFi nicht mehr erfreuen bzw. beeindrucken könnte, ist wohl noch nicht erbracht. Auch das Lesen von Büchern war bei dieser Zielgruppe schon mehrfach totgesagt, und trotzdem kam Harry Potter irgendwie ganz gut an, oder nicht ?
    Die Potterserie ist KEIN Produkt der 60er Jahre, sondern ein aktuelles Phänomen der letzten 10 Jahre. Ihr Erfolg ist auch nicht allein von der Buchreihe bestimmt, sondern wird und wurde auch medial in vielfältiger Weise unterstützt. Zudem ist sie genretechnisch, thematisch und erzählerisch komplex gestaltet und ist deshalb auch generationenübergreifend lesbar. Eine Serie, die ausschließlich auf den Geschmack und den vermeintlichen Horizont eines 9-Jährigen zugeschnitten ist, hätte niemals einen derartigen Erfolg feiern können.


    Zudem unterschätzt ihr die heutigen Neunjährigen gewaltig, wie mir scheint. Denn auch die leben heute nicht in einem medialen, gesellschaftlichen und politischen Niemandsland. Ihr hofft aber, dass ihr denen eine zeitlich längst überkommene Zukunftvorstellung als heutige Science-Fiction unterjubeln könnt. Eine Zukunftvision, in denen Bienenkorbfrisuren und Petticoats ein Ausdruck von weiblicher Modernität sind und Telefone mit Tasten statt Wählscheibe noch als futuristisches Design durchgehen.
    Geändert von telemax (09.06.2008 um 17:08 Uhr)

  13. #13
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von telemax Beitrag anzeigen
    Die Potterserie ist KEIN Produkt der 60er Jahre, sondern ein aktuelles Phänomen der letzten 10 Jahre. Ihr Erfolg ist auch nicht allein von der Buchreihe bestimmt, sondern wird und wurde auch medial in vielfältiger Weise unterstützt. Zudem ist sie genretechnisch, thematisch und erzählerisch komplex gestaltet und ist deshalb auch generationenübergreifend lesbar. Eine Serie, die ausschließlich auf den Geschmack und den vermeintlichen Horizont eines 9-Jährigen zugeschnitten ist, hätte niemals einen derartigen Erfolg feiern können.
    Nun, ihrem Lebenslauf zufolge ging sie damit ja etliche Jahre hausieren, da kein Verleger das Risiko eingehen wollte. Und der Erfolg der Seríe ist afaik nur der Buchreihe zuzuschreiben. Die Medien sprangen erst ab dem vierten Band auf den fahrenden Zug auf. Und ihrer eigenen Intention nach war ihre Zielgruppe in erster Linie die 9 bis 12-Jährigen. Sie wollte nur Geschichten für Kinder schreiben.

    Und ich plädiere ja auch nicht dafür Fischers Mischa 1:1 abzudrucken. Das viele seiner damaligen technischen "Innovationen" längst überholt sind, steht auch für mich außer Frage. Ich wollte mich nur gegen den Begriff "altbacken" verwahren, denn das wird den Geschichten in keinster Weise gerecht. Seine Erzähltechnik war einfach gut. Er baute seine Spannungsbögen gut auf und war auch immer für eine thematische Überraschung gut. Ich glaube, hier unterschätzt ihr die "Kiddies" von heute. Wie Lupo Wien schon einmal treffend erwähnte, eine gute Geschichte bleibt eine gute Geschichte, egal welchen neuzeitlichen Mantel man ihr umhängt. Und das gilt halt leider auch für schlechte Geschichten.

    @n Markus: Ich glaube, Du verstandest mich miss. Für telemax wäre berck das kleinere Übel. Meinereiner findet die Fischergeschichten (besonders die mit dem Techniker Max) wesentlich gehaltvoller und komplexer (um mit telemaxens Worten zu enden).

  14. #14
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von Markus Beitrag anzeigen
    ... aber Mischa aus den frühen 60ern...
    Abgesehen davon ist Fischers Mischa aus den End60ern.

    Die frühen 60ern gehörten Neugebauer.

  15. #15
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    Zitat Zitat von telemax Beitrag anzeigen
    Zudem unterschätzt ihr die heutigen Neunjährigen gewaltig, wie mir scheint. Denn auch die leben heute nicht in einem medialen, gesellschaftlichen und politischen Niemandsland.
    Du überschätzt sie, indem Du annimmst, dieses Umfeld verstehen sie alles bis ins Kleinste. Und Du unterschätzt sie, indem Du annimmst, sie hätten nicht die Phantasie, sich vorzustellen, die Mischa-Geschichten passierten halt in einer Zeit, in der es noch kein Handy gab. Nach Deiner Logik sind dann ja auch alle Märchen passe, weil heute keiner mehr einen offenen Ofen hat, in dem man die Hexe verbrennen könnte.

    Ihr hofft aber, dass ihr denen eine zeitlich längst überkommene Zukunftvorstellung als heutige Science-Fiction unterjubeln könnt.
    Wer will sie ihnen als "heutige" unterjubeln? Das ist der typisch enge Erwachsenenblick, der, wenn er eine Geschichte vorgesetzt bekommt, sie gleich analytisch schubladisieren will. Aha, 60er Jahre, aha, 3. Jahrtausend. Denkst Du, Kids machen das auch so? Ich zweifle.
    Eine Zukunftvision, in denen Bienenkorbfrisuren und Petticoats ein Ausdruck von weiblicher Modernität sind und Telefone mit Tasten statt Wählscheibe noch als futuristisches Design durchgehen.
    Und Du meinst, das irritiert 9jährige irgendwie? Und wenn Du sagen willst, alles von damals alter Hut, dann zeige mir bitte den Professor, der im Garten hinterm Haus seine Privat-Rakete stehen hat, mit der er mal eben zu Mars und Venus fliegt. Ok, Du hast recht, alles gang und gäbe heute.

    Klar sind neue Mischa-Geschichten besser als Nachdrucke, habe ich ja selber gesagt. Aber dieses ständige Entsetzen und Hände-über-dem-Kopf-Zusammenschlagen, wenn vom Nachdruck von 60er-Jahre-Stories die Rede ist, ist rein emotional und läßt sich schwer argumentieren.

    L-W

    PS: Ach ja, Jules Verne fällt mir noch ein. Deiner Auffassung nach wohl von Kindern auch nicht mehr lesbar, weil alles, was er schreibt, entweder von der Gegenwart realisiert oder als blanker Unsinn abgetan wurde?
    Geändert von Lupo_Wien (09.06.2008 um 19:32 Uhr) Grund: Verne

  16. #16
    fuxiger Teilzeit-SysOp Avatar von Markus
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    Zitat Zitat von albert-enzian Beitrag anzeigen
    @n Markus: Ich glaube, Du verstandest mich miss. Für telemax wäre berck das kleinere Übel. Meinereiner findet die Fischergeschichten (besonders die mit dem Techniker Max) wesentlich gehaltvoller und komplexer (um mit telemaxens Worten zu enden).
    ..ne, ich hab mich nur etwas ungeschickt ausgedrückt. Ich halte zwar wie du sagtest, auch die Fischer-Geschichten für weniger "platt" und mehr durchdacht, dennoch aber ihrer Zeit soweit zurück, daß die Berck-Kost für heute das kleinere Übel für mich darstellt.

  17. #17
    Mitglied Avatar von telemax
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    Um das unpassende Potter-Beispiel abzuschließen: Die Bücher wurden nicht in den 60er, 70er oder 80er Jahren geschrieben, sondern nach und nach in den letzten 10 Jahren. Die Reihe ist Teil des Fantasy-Booms in diesem Zeitraum. Es ist auch egal, ob die Autorin eine bestimmte Zielgruppe im Sinn hatte, sondern ob die auch so konzipiert ist, dass sie auch attraktiv für Leser anderer Alterstufen ist. Das ist zweifellos der Fall gewesen.

    Interessant ist doch die Frage, wie könnte eine gute humoristische Sci-Fi-Serie von heute konzipiert sein?

    Will man in ihr die populären Zukunftsvisionen des Genres der letzten Jahrzehnte augenzwinkernd auf Korn nehmen, will man dabei nur die alten Ideen der bekannten utopischen Romane, Filme und TV-Serien und deren Protagonisten bedienen? Baut man auch ein neues utopisches Universum auf? Wie sieht das aus? Will man die heutige Kultur, das gesellschaftliche Zusammenleben und seine Widrigkeiten in einer Parabel thematisieren oder parodieren?
    Wie stelle ich mir den technischen und gesellschaftlichen Fortschritt vor? Werden wir uns in Zukunft in Heißluftballons und Zeppelinen oder in Atomraketen fortbewegen? Oder reisen wir gar nicht mehr, sondern schicken uns nur als virtuelle Personen in den Cyberspace? Wie kommunizieren wir?
    Welche Hoffnungen und Sorgen über die Zukunft werden in der Serie widergespiegelt? Gibt es bestimmte ungelöste gesellschaftliche Konflikte? Leben wir in einem Überwachungsstaat, in einer Theokratie oder haben sich alle lieb? Hier ist Fantasie gefragt!

    Und wie viel Action darf es sein? Darf der Humor auch mal bissig sein oder soll er dem soften Gemütlichkeitshumor der Adenauerzeit verpflichtet sein?
    Geändert von telemax (09.06.2008 um 23:48 Uhr)

  18. #18
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von Markus Beitrag anzeigen
    .. auch die Fischer-Geschichten .... dennoch aber ihrer Zeit soweit zurück.....
    Und genau das hätte ich gerne genauer erklärt von Dir. Wo genau siehst Du die so überholten Aspekte ?
    Wie kann eine Geschichte, die auf einem fremden Planeten spielt (z.B. Marans Gefangene), in der Gleiter und sonstige Raketen (oder gibt's die heute schon überall ?) und außerirdische Völker vorkommen, soooweit hinter der heutigen Zeit zurückliegen. Auch die Story vom fremden Eroberer oder Tyrannen, gegen den man ein kleines Häuflein Aufständischer unterstützt ist immer wieder ein gerne genommenes Thema in dem Genre und so gesehen irgendwie zeitlos. Oder die Entdeckung von versunkenen Kulturen (Fischers Adaption des Gilgamesch-Epos mit Knox) und Städten ist ja auch soooo out, oder was ? Darum hat man ja auch den "Indi" aus der Rente geholt. Ich glaube zum Beispiel auch nicht, daß Julinos Adaption von Jules Vernes "Die geheimnisvollen Insel" mit Mischa zwingend bei den Kindern von heute "abstinken" würde. Bei Neugebauers Mischa (und ich glaube langsam, Du meinst in erster Linie diese Geschichten), könnte ich mir eher vorstellen, daß diese nicht mehr ganz "zeitgemäß" wären.
    Geändert von albert-enzian (10.06.2008 um 08:45 Uhr)

  19. #19
    Mitglied Avatar von Derma R. Shell
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    Ich freue mich jedenfalls schon allein von der Grafik her auf die Berck-Geschichten, sind halt die mit denen ich aufgewachsen bin. Anfang des Jahres hatte ich das vergnügen Msr. Berckmanns auf einem Comicfestivasl in Holland zu treffen und zu Mischa zu befragen. Antwort: "selbstverständlich erinnere ich mich an die Serie, ist aber soooo lange her".
    Wenn ich ihm da bloß schon hätte in Aussicht stellen können, daß seine Geschichten heuer wieder veröffentlicht werden
    Gruß Derma

  20. #20
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    Zitat Zitat von albert-enzian Beitrag anzeigen
    Oder die Entdeckung von versunkenen Kulturen (Fischers Adaption des Gilgamesch-Epos mit Knox) und Städten ist ja auch soooo out, oder was ?
    Um welche Geschichte dreht es sich da genau, und was genau verweist auf das Gilgamesch-Epos? Im Gilgamesch-Epos haben dauernd irgendwelche Halbgötter miteinander Sex. Das kann's ja nicht sein, oder?

    L-W

  21. #21
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von telemax Beitrag anzeigen
    Wie stelle ich mir den technischen und gesellschaftlichen Fortschritt vor? Werden wir uns in Zukunft in Heißluftballons und Zeppelinen oder in Atomraketen fortbewegen? Oder reisen wir gar nicht mehr, sondern schicken uns nur als virtuelle Personen in den Cyberspace? Wie kommunizieren wir?
    Welche Hoffnungen und Sorgen über die Zukunft werden in der Serie widergespiegelt? Gibt es bestimmte ungelöste gesellschaftliche Konflikte? Leben wir in einem Überwachungsstaat, in einer Theokratie oder haben sich alle lieb? Hier ist Fantasie gefragt!
    Und genau viele dieser Punkte und Fantasie findest Du zum Beispiel in Fischers Geschichte mit Knox und der Gilgamesch-Kultur (weiß jetzt ad hoc nicht, in welchem FF-Extra).
    Knox ist der sagenhaften Gilgamesch-Kultur auf der Spur und findet schließlich einen Vertreter der Spezies, der seit 3.000 Jahren an seinem Raumschiff rumbastelt, damit er endlich zu seinem Heimatplaneten zurückkehren und von der Entdeckung der Erde berichten kann. Mit Hilfe von Knox und Lupo schafft er das auch und nimmt die beiden als "Belegexemplare" der menschlichen Rasse einfach mit. Zuhause angekommen muß er feststellen, daß er wohl ein wenig zulange weg war. Kein Schwein interessiert sich für seine Entdeckung, Eckiges ist nicht mehr en Vogue, sondern alles Runde ist in. Alle gesellschaftlichen, politischen (König ist man nur für einen Tag und das auch nur hobbymäßig) und technischen Probleme sind gelöst. Das Universum ist bis in den letzten Winkel bereits erforscht. Er zieht für sich schließlich das Fazit, daß er ein Anachronismus auf seiner Heimatwelt geworden ist und geht lieber wieder auf Entdeckungsreise (natürlich bringt er Knox und Lupo vorher wieder zurück).

    Nun stelle ich mal die Frage, ist so eine Geschichte wirklich "überholt" ?
    Geändert von albert-enzian (10.06.2008 um 15:29 Uhr)

  22. #22
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von Lupo_Wien Beitrag anzeigen
    Um welche Geschichte dreht es sich da genau, und was genau verweist auf das Gilgamesch-Epos? Im Gilgamesch-Epos haben dauernd irgendwelche Halbgötter miteinander Sex. Das kann's ja nicht sein, oder?

    L-W
    Na ja, eigentlich nur den Namen und das der Gilgamesch-Mensch schon seit ca. 3.000 Jahren hier rumwerkelt.

  23. #23
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    Zitat Zitat von telemax Beitrag anzeigen
    Interessant ist doch die Frage, wie könnte eine gute humoristische Sci-Fi-Serie von heute konzipiert sein?
    Ja, das ist die eine Frage. Diese sollte man aber nicht mit der Frage vermischen, was alte Geschichten "altbacken" macht.

    Oder anders: Wenn kein neuer Mischa kommt, warum darf's dann nicht der alte Mischa sein. Phantastisch sind die Stories immer noch, wie auch albert-enzian gezeigt hat.

    L-W

  24. #24
    Mitglied Avatar von albert-enzian
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    Zitat Zitat von telemax Beitrag anzeigen
    Es ist auch egal, ob die Autorin eine bestimmte Zielgruppe im Sinn hatte, sondern ob die auch so konzipiert ist, dass sie auch attraktiv für Leser anderer Alterstufen ist. Das ist zweifellos der Fall gewesen.
    Das (oder so ähnlich) wollte ich mit dem Potter-Beispiel eigentlich auch ausdrücken. Das Lesen von Büchern war/ist bei Kindern im Zeitalter von Video- und Computerspielen eben auch schon mehrfach totgesagt worden. Aber wenn die Geschichte stimmt, dann kommt sie auch an, egal ob sie vor hundert Jahren oder erst jetzt geschrieben wurde. An Potter scheiden sich auch viele Geister. Etliche "belesene" Bekannte und Freunde konnten (bedingt durch ihre tiefgründige Erwachsenensicht) den Hype um den Zauberlehrling gar nicht nachvollziehen. Mir gefiel er ausnehmend gut (aber wahrscheinlich bin ich nie richtig erwachsen geworden ). Und darum glaube ich auch, daß keiner von uns aus eben dieser "Erwachsenensicht" wirklich objektiv beurteilen könnte, was heute bei den Kindern ankommt oder was sie als "altbacken" empfinden würden.


  25. #25
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    Zitat Zitat von albert-enzian Beitrag anzeigen
    Und darum glaube ich auch, daß keiner von uns aus eben dieser "Erwachsenensicht" wirklich objektiv beurteilen könnte, was heute bei den Kindern ankommt oder was sie als "altbacken" empfinden würden.
    Offen gesagt finde ich es allmählich ohnehin langweilig, daß wir ständig glauben, uns in die Kinderseelen hineinfühlen zu müssen, und daß wir dauernd so tun, als ob es unser Profit wäre, den die Macher mit FF erzielen. Hey, ich bin FF-Fan, und ich mag den alten Mischa. Und ein neuer Mischa wäre mir noch lieber, wenn er Charakter hat. Was scheren mich die Kinder und die Macher, und ob es die freut?

    Diesen Standpunkt mag man egoistisch oder ökonomisch unreflektiert nennen, sei's drum. Aber kümmern sich denn die Kids und die Macher darum, was wir alten Säcke wollen? Nur wir können uns vertreten.

    L-W

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