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  1. #51
    Mitglied Avatar von Aslak
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Das Marsupilami vereint Knuddeligkeit, Komik und Omnipotenz.
    Die armen Tierchen !!! Echt ?!? Deswegen hab' ich wohl nie welche als Kind (und auch heute noch) im Zoo gesehen !!
    Aaaaaaarme Tierchen !!!

    Gruß,
    Nils


  2. #52
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    Bei solcher Konkurrenz im Zoo müßte Knut sich aber warm anziehen!

  3. #53
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    3) Exotisches und attraktives Setting (Dschungel)
    Nach meinem Eindruck hat das Marsupilami am besten im menschlichen/technischen Umfeld funktioniert. "Das Nest im Urwald" ist hervorragend, aber eben einmalig. Die Serie konnte das nie auch nur annähernd erreichen (den "Krater der Kakteen" hab ich jetzt nicht so auf dem Schirm, ist mir aber zumindest nicht als Meisterwerk erinnerlich).
    Die Vernichtungsorgien des Marsupilami mit Pilzextrakt, Zyklostrahler oder einfacher Körperkraft waren immer wieder Höhepunkte in den Spirou-Alben. Als Hauptfigur eignet sich das Tierchen nicht, weil kein eigener Plot funktioniert und Charakter und Motive immer erklärt werden müßten, weil zu fremd.

  4. #54
    Mitglied Avatar von unwichtig
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    Ironischerweise ist das Marsu in seiner eigenen Serie ja auch wie einst bei Spirou meistens Nebenfigur, zumindest in den besten Bänden (Arche Noah, Goldwäscher/Tempel).

    Edit: Und die Krönung war, dass man das Vieh noch zu Franquins Lebzeiten wieder in die Zivilisation zurückgeholt und ihm eine Art Spirou & Fantasio für Arme an die Seite gestellt hat. Auch wenn die, glaube ich, nicht lange überlebt haben.
    Geändert von unwichtig (27.03.2008 um 23:11 Uhr)

  5. #55
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    Nach meinem Eindruck hat das Marsupilami am besten im menschlichen/technischen Umfeld funktioniert. "Das Nest im Urwald" ist hervorragend, aber eben einmalig.
    Das sehe ich auch so. Aber: ich denke, Das Nest im Urwald spielt eine zentrale Rolle bei der Beliebtheit des Marsupilami. Hier wird ausführlich erklärt, wie "es tickt". Und bei der Frage der Popularität dürften inzwischen neben der Spirou- und Marsu-Reihe insbesondere die TV-Serien von Bedeutung sein, welche - wenn ich es richtig weiß - doch überwiegend im Dschungel spielen.
    Die Serie konnte das nie auch nur annähernd erreichen (den "Krater der Kakteen" hab ich jetzt nicht so auf dem Schirm, ist mir aber zumindest nicht als Meisterwerk erinnerlich).
    Zustimmung - bis auf das "nie". Meine Empfehlung: Urwaldnest und Kakteenkrater hintereinander lesen.
    Die Vernichtungsorgien des Marsupilami mit Pilzextrakt, Zyklostrahler oder einfacher Körperkraft waren immer wieder Höhepunkte in den Spirou-Alben. Als Hauptfigur eignet sich das Tierchen nicht, weil kein eigener Plot funktioniert und Charakter und Motive immer erklärt werden müßten, weil zu fremd.
    Zustimmung.
    Geändert von Kaschi (27.03.2008 um 23:04 Uhr)

  6. #56
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    Der engste Verwandte des Marsupilamis, der Marsupilami africanus, dürfte hier sicherlich allgemein bekannt sein. Entdeckt hat ihn angeblich eine aus wissenschaftlicher Sicht noch zwielichtigere Gestalt als FRANQUIN, ein gewisser GILLAIN. Dieser verbarg bezeichnenderweise seine Identität hinter dem Pseudonym "Jijé", waren seine Erkenntnisse über diesen gelbgefleckten Vertreter ("träge") doch mehr als dürftig. Da nimmt es kein Wunder, dass weitere Belege zu diesem fragwürdigen Wesen fehlen. Man muß sich allen Ernstes fragen, ob der Marsupilami africanus nicht lediglich Ausgeburt einer geltungssüchtigen Phantasie ist und in der Realität überhaupt nicht existiert.

    Nachzulesen in Blondin und Cirage: "Die fliegende Untertasse".

  7. #57
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    Hier ist - mit allem Vorbehalt - der bislang einzige empirische Beleg:

    Runterscrollen bis Posting 14.12.07, 17:06 Uhr (und folgendes):
    http://franquin.org/forum/viewtopic....98dd1dbff16764

    Und hier die Quelle:

    http://www.comicimoc.de/h_art_ansich...49288d1de7e936
    Geändert von Kaschi (28.03.2008 um 20:58 Uhr)

  8. #58
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    Das in Fachkreisen "Bauchnabel-Paradoxon" genannte zentrale Rätsel bei der zoologischen Einordnung des eierlegenden Marsupilamis führt bei BACKALIVE in den hochspekulativen Bereich, ist er doch bislang die Dokumentation besagter Langzeitstudien schuldig geblieben:
    Bisher sah man es als Zeichen von Zärtlichkeit an, wenn ein Kleines seinen Kopf auf den Bauch eines Elternteils legte und friedlich die Augen schloß. Aber sorgfältige Langzeitstudien auf diesem Gebiet haben die Schlußfolgerung nahegelegt, daß die kleinen Marsupilamis lernen, während sie schlafen! Das ist im Tierreich ohne Entsprechung, aber mittlerweile kann es als gesichert angesehen werden, daß die erwachsenen Marsupilamis ihre Erfahrungen durch diesen Knopf, den man früher für einen Bauchnabel hielt, auf die Jungen übertragen.
    ...
    Man hat auch festgestellt, daß die Marsupilami-Eltern, wenn Gefahr droht, ihren Kindern ganz schnell eine Zusatzlektion erteilen können.
    Bring M. Backalive: "Marsupilami franquini" in Jean-Luc Cambier, Erik Verhoest: "Alles über das Marsupilami", Hamburg 1993, S.6. Illustrationen dazu S.7.

  9. #59
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Evolutionshistorisch ist klar, dass Beuteltiere in Australien entstanden sind. Aber: gibt es in Australien Piranhas? Nein. Also mußte das Marsupilami vor Urzeiten nach Südamerika auswandern - logo!
    Muß mich korrigieren und kann Franquin - leider nur posthum - von quälenden Selbstvorwürfen
    Mein Tier wollte ich der Gattung Beuteltier zuordnen, habe dabei aber einen kleinen Fehler gemacht. Seinen Lebensraum gab ich mit Südamerika an, obwohl die Beuteltiere, wie jeder weiß, in Australien leben ...
    befreien:
    Die ersten Beuteltiere kamen vermutlich vor 80 Millionen Jahren, als die Kontinente noch nahe beieinander lagen, aus Südamerika über die Antarktis nach Australien. Und als Australien dann vor 45 Millionen Jahren in seine geologische Isolation driftete, erhielten sie hier die Chance, sich zu enormer Artenvielfalt zu entwickeln: von der winzigen Beutelmaus und dem räuberischen Beutelmarder bis zum Riesenkänguruh und zum baumbewohnenden Koala.
    http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-...8c940f92f.aspx

    Und:
    Auch die Vertreter der zweiten Unterklasse, die Metatheria, waren einstmals im Tertiär z.T. mit Riesenformen weltweit verbreitet. Sie werden auch als Marsupialia (Marsupium = Brutbeutel) oder Didelphier (= zweischeidige) wegen der getrennten Ausführung der beiden Eileiter bezeichnet. Beuteltiere sind heute ebenfalls nur noch in der australischen Region und darüber hinaus auch in Südamerika zu finden. Der südamerikanische Kontinent war nur zeitweise über eine Landbrücke mit der nordamerikanischen Landmasse verbunden. Somit war die Fauna in Südamerika nicht dem vollen Konkurrenzdruck der überlegenen Höheren Säuger ausgesetzt, die sich auf dem riesigen paläarktischen Kontinent (Nordamerika + Europa + Asien) relativ spät entwickelten. Insofern war die ursprüngliche Säugetierfauna, zu der die Beuteltiere zählen, in Südamerika zumindest zeitweise isoliert und geschützt. Zumindest eine Beuteltierart ist allerdings den Höheren Säugern nicht unbedingt unterlegen. Es handelt sich dabei um das Opossum, dem es gelang, in umgekehrter Richtung von Süd- nach Nordamerika vorzudringen und sich dort inmitten der rezenten Fauna der Höheren Säuger zu behaupten.
    http://www.faunistik.net/BSWT/MAMMAL...pialia_01.html

    Also sind Beuteltiere keineswegs auf Australien als Lebensraum beschränkt - und nie gewesen. Damit ist die wissenschaftliche Reputation solcher Marsu-Koryphäen wie FRANQUIN und STEFFANI wieder hergestellt! Huba Hopp!

  10. #60
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Sehr interessant. Danke Kaschi!

    Wahrscheinlich hatte Franquin intuitiv einfach ein gutes Händchen!
    Denn was aus dem Marsupilami zusätzlich etwas Besonderes macht, ist ja auch, dass es in seiner Heimat selbst etwas seltenes und geheimnisvolles ist.
    In Australien wäre es ja auch nur ein Beuteltier unter vielen gewesen.

    Das Marsupilami ist so eine Art Joker und deshalb funktioniert er als Hauptperson auch lange nicht so gut, wie als dynamisierender Zusatz, dadurchc erhält er auch ein flexibleres Gagpotential, da er nicht so stark an das eigentliche Storytelling gebiunden ist...

  11. #61
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von joox Beitrag anzeigen
    Das Marsupilami ist so eine Art Joker und deshalb funktioniert er als Hauptperson auch lange nicht so gut, wie als dynamisierender Zusatz, dadurchc erhält er auch ein flexibleres Gagpotential, da er nicht so stark an das eigentliche Storytelling gebiunden ist...
    Und genau hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen.

    So genial wie das Tierchen auch alssolches seinmag, so ist es doch als Haupt-Protagonist nur bedingt tauglich. Ich denke, das dies auch der Hauptgrund für das relativ schwache Abschneiden der Marsupilami-Serie gegenüber Spirou ist.
    In den Geschichten wo das Marsu auftaucht - wie im hier gelesenen Spirou-Album, sieht man es gerne, es erweitert das Setting und ist eine liebgewonnene Abwechslung.

    In den Stories wo es alleinig dominiert, langweilt man sich irgendwann - denn zu wenig Spielraum lässt die Figur. Alleinig das Fehlen der Sprache ist schon ein Manko, was durch nichts auszugleichen ist.
    Das funktioniert mal für ein, zwei Geschichten - aber das war´s.

    Man stelle sich ein ganzes Album - oder noch besser eine ganze Serie - mit Idefix als alleinigem Handlungsträger vor.

    Auch Rantanplan hat damit zu kämpfen und der kann wenigstens "sprechen"!

    Snoopy funktioniert auch nur wegen seiner Wortgewandheit - wenn er lediglich "Wuff-Wuff" nachen würde, wäre die Figur auch schnell ausgereizt!

  12. #62
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    Dem kann ich nicht widersprechen. Anscheinend muss man die beiden Alben wirklich als "Tierfilme" über Fabelwesen sehen.

    Ein Vergleich: ein Tierfilm über das Leben von, sagen wir: Seehunden in Grönland ist, wenn er gut gemacht ist, sicher interessant. Ein zweiter Film über Seehunde, vielleicht in Alaska, wird nur dann noch spannend sein, wenn er Neues über das Leben dieser Tiere zeigt. Ein dritter Seehund-Film wäre nur noch interessant für Leute, die die vorherigen nicht kennen. Vielleicht könnte er mit vertiefenden fachwissenschaftlichen Details aufwarten, aber das interessiert dann eben nur die Insider. Und "fachwissenschaftliche" Erörterungen machen bei einem Comic-Fabelwesen, jenseits von Parodien à la Mietzsch, als Serienkonzept natürlich wenig Sinn.

    Ergo: ein "Tierfilm"-Album über das Marsupilami kann sehr spannend und unterhaltsam sein (und ist es hier auch). Ein zweites nur dann, wenn es das erste inhaltlich erweitert (was es hier tut). Als Seriengrundlage taugt ein solches Konzept aber nicht.

    Als Kind hatte ich mir nach dem Kokomiko-Album gewünscht, noch mehr über das Leben der Marsupilamis im Dschungel zu erfahren. Es hat etwas gedauert mit der Fortsetzung, aber ich finde, der Kakteenkrater hat die Herausforderung, den Klassiker fortzusetzen, hervorragend gemeistert - zumal er nicht nur die Inhalte, sondern auch noch die Stilmittel erweitert hat. Aber damit dürfte das Marsupilamileben bezüglich der Comicverwertung auch weitgehend abgefrühstückt sein.

  13. #63
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    Die eigenständige Marsupilami-Serie leidet unter einer Titelfigur, die keine sein kann. Entweder müßte das Marsupilami anthropomorphisiert werden (à la Micky Maus) und würde damit einen völlig anderen Charakter bekommen (mit der Gefahr des Verlustes seiner Originalität) oder es benötigt menschliche Hauptfiguren, die den Leser zur Identifikation einladen. Man hat den zweiten Weg gewählt. Dennoch heißt die Serie „Marsupilami“. Ein Widerspruch, der sich wohl aus der großen Popularität des Marsupilamis erklärt - im Gegensatz zu allen anderen Protagonisten dieser Spin-Off-Serie, von denen keiner Starqualitäten entwickeln konnte.

    Aber: mir kommt da die Frage hoch, ob das nur unsere Sichtweise ist, die wir mit dem Franquin-Spirou incl. Marsupilami großgeworden sind. Heutige junge Leser, besser: Zuschauer, dürften überwiegend das Marsupilami nur in Form der TV-Figur kennen, wo es genau diese nicht recht funktionierende Titelfigur abgeben muss – und trotzdem ist es weiterhin populär. Vermutlich ist bei vielen Jüngeren die Spirou-Stammserie kaum noch bekannt – ähnlich wie bei den Schlümpfen (und ihrer Stammserie Johann/Pfiffikus). Möglicherweise funktioniert das Marsupilami-Serienkonzept nur bei uns "alten Säcken" nicht mehr so recht?

    Zur Anthropomorphisierung fällt mir noch ein, dass Franquin (und/oder Greg?) ja den einmaligen Versuch, das Marsupilami menschliche Sprache nachahmen zu lassen, zum Glück schnell wieder aufgegeben hat. Das war m.E. ein Schritt in die falsche Richtung. Das Marsupilami war drauf und dran, zum Superwesen zu mutieren, das je nach Bedarf alles Mögliche hervorbringt. Damit wäre die Figur der Beliebigkeit preisgegeben worden.
    Geändert von Kaschi (06.04.2008 um 20:17 Uhr)

  14. #64
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    Zitat Zitat von joox Beitrag anzeigen
    Denn was aus dem Marsupilami zusätzlich etwas Besonderes macht, ist ja auch, dass es in seiner Heimat selbst etwas seltenes und geheimnisvolles ist.
    Stimmt! Viele Südamerikaner kennen das Marsupilami überhaupt nicht!

  15. #65
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    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    Man stelle sich ein ganzes Album - oder noch besser eine ganze Serie - mit Idefix als alleinigem Handlungsträger vor.
    Sowas ähnliches gibt es übrigens, wenn auch nicht in Comic-Form, sondern als Mal-, Bilder-, Spiele- und (von Uderzo illustrierte) Lesebücher:

    http://www.comedix.de/medien/lit/ide...lle_verlag.php

    und

    http://www.comedix.de/medien/lit/ide...mus_verlag.php

    Offenbar war diesen Idefix-Reihen tatsächlich kein großer Erfolg beschieden, sind kaum noch bekannt. Und das bei DER Stammserie ...

  16. #66
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    Um die These, das Marsupilami tauge nicht recht als Serienhauptfigur zu überprüfen, habe ich mir als Kontrast jetzt mal einen Band aus der Marsu-Reihe durchgelesen, der nicht diesen Tierfilm-Charakter hat: Die Orchidee der Chahutas (Band 17).

    Ich wollte wissen, wer in diesem Band die Hauptrolle spielt, welchen Part das Marsupilami als Titelgeber der Serie übernimmt und in welchem Verhältnis es zu den menschlichen Charakteren steht.

    Zunächst eine kurze Zusammenfassung des Inhalts:


    Gleich drei Parteien jagen im palumbianischen Urwald der höchst seltenen Chahutia-Orchidee nach: der verschuldete Stadtmensch Juan Prozzo, der die Pflanze für einen betuchten Sammler beschaffen soll und vom Großwildjäger Bring M. Backalive unterstützt wird, dann die Krieger des Chahuta-Stammes, weil ihr Häuptling demjenigen seine Tochter zur Frau versprochen hat, der die mysteriöse Blume findet, der wiederum sagenhafte Kräfte zugeschrieben werden, und der Orchideenforscher Phil O’ Dendron, den wissenschaftliche und ästhetische Motivation antreibt.
    O’Dendron findet die Blume als erster, doch lockt er durch einen unbedachten Jubelschrei die Konkurrenten an. Das edle Stück wandert von einem Chahuta-Krieger in die Hände von Prozzo und Backalive. O’Dendron freundet sich mit dem Marsupilami an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Pflanze. Dabei verbünden sie sich mit der Häuptlingstochter, die keineswegs einen Chahuta-Krieger heiraten will, sondern vom Leben außerhalb des Dschungels träumt.
    Bei einem Kampfgetümmel verliert Prozzo die Orchidee. Diese landet im Maul eines Piranhas, der sich zum Schrecken seiner Artgenossen als Vegetarier erweist und das seltene Stück verspeist.
    Doch O’Dendron hat Glück: am Nest der Marsupilamis findet er eine weitere Chahutia-Orchidee! Nun kann er unter den Augen der Marsupilami-Eltern und ihrer drei Kinder das edle Gewächs nach Herzenslust bewundern und studieren – und als erfolgreicher Finder die Häuptlingstochter heiraten, die mit dieser Wendung mehr als einverstanden ist …
    Der Häuptling allerdings bekommt durch die Orchidee keineswegs die erhoffte unbegrenzte Macht über seinen Stamm, sondern – eine Allergie! Zur Witzfigur verkommen, macht er seine Tochter zum ersten weiblichen Häuptling des Stammes …
    Im Leben der Marsupilami-Familie ist wieder Friede eingekehrt. Prozzo hingegen landet in der Psychiatrischen Klinik „Zum Orchideengarten“.


    Soweit die Story. Zur Rolle des Marsupilamis: in der ersten Hälfte der Geschichte greift es überhaupt nicht in die Orchideenjagd ein. Der Leser erfährt lediglich, wem die Sympathien des gelben Wundertieres gelten (O’Dendron) und wem nicht (Prozzo, Backalive, Chahutas). In der zweiten Hälfte gibt es immerhin den Urwaldscout für den Forscher, der sich zur eigentlichen Hauptfigur entwickelt hat. Ohne das Marsupilami wäre O’Dendron zweifellos nicht ans Ziel seiner Träume gekommen.

    Also trifft es auch hier zu, dass das Marsupilami nicht als Hauptfigur verwendet wird. Auch diesbezüglich bilden die beiden Alben dieses Threads offenbar eine Ausnahme. Ansatzweise wird das Marsupilami im „Orchideen“-Band vermenschlicht: das Leben im Nest gleicht teilweise einer „Familie Feuerstein im Dschungel“: Moos und Federn werden benutzt wie menschliche Haushaltsgeräte (so ähnlich wie bei den Steinzeitbewohnern diverse Tierchen zu praktischen Werkzeugen mutieren). Darüber hinaus gibt es leichte Anflüge von menschlicher Sprache aus Marsu-Mäulern: „Pssst!“, „Huba-ja!“, „Huba! Hahaha!“

    Ein bißchen erinnert mich die Marsu-Rolle in diesem Band an Lassie, Fury, Flipper oder Rin Tin Tin aus einer anderen Branche. Eigentlich geht’s um Menschen (Jeff oder Timmy, Joey, Bud und Sandy, Rusty), aber die Viecherl müssen’s am Schluss wieder hinbiegen. Die Tiere stehen für Originalität und Sympathie, die Menschen sind die Handlungsträger.

    Ansonsten: eine gräßlich alberne Sprache, derer sich der Chahuta-Stamm befleißigt: „Pa-Pashlumf“ ( = Häuptling), „Da – issa!“, „Durchgeknallti!“, „Dummi-Bummi“ (Krieger), „Pleh-Meth“ ( = Häuptlingstochter, vgl. Playmate) usw. Wie bei Kauka und Bastei zu schlimmsten Zeiten! Ob’s an der Übersetzung oder am Original liegt, weiß ich nicht.

    Gerade mal ein Gag hat mich amüsiert: bei einer Leibesvisitation zwecks Orchideensuche lupft eine Chahuta-Amazone den Lendenschurz eines Kriegers von hinten: „Hier ist auch nichts Besonderes!“ (S. 28).

    Fazit: im Vergleich zu Das Nest im Urwald und Der Krater der Kakteen ist Die Orchidee der Chahutas eine uninspirierte Story, die das Problem der Serie, eine Titelfigur zu haben, die dafür auf Dauer nicht taugt, deutlich macht.

  17. #67
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Zur Anthropomorphisierung fällt mir noch ein, dass Franquin (und/oder Greg?) ja den einmaligen Versuch, das Marsupilami menschliche Sprache nachahmen zu lassen, zum Glück schnell wieder aufgegeben hat. Das war m.E. ein Schritt in die falsche Richtung. Das Marsupilami war drauf und dran, zum Superwesen zu mutieren, das je nach Bedarf alles Mögliche hervorbringt. Damit wäre die Figur der Beliebigkeit preisgegeben worden.
    Diesen Abschnitt verstehe ich nicht ganz. Findest du die Entscheidung, dem Marsupilami keine menschlichen Sprachfähigkeiten zu verleihen richtig oder falsch?

    Mit deinem Vergleich Marsupilami vs. Mickey Maus im Hinterkopf bin ich heilfroh, dass dem Marsupilami diese Anthropomorphisierung (gibt´s das Wort überhaupt?) erspart blieb...


    Sehr interessant dein Vergleich mit Die Orchidee der Chahutas, leider kann ich da nicht mitreden, da ich nur die Carlsenbände habe. Erstens fand ich damals schon die Serie nicht so wirklich überzeugend und zweitens gefiel mir das Layout der weiteren Bände nicht mehr, wobei das mMn in Richtung des neuen jüngeren Zielpublikums angelegt war und insofern völlig legitim...bloß mit meinem Marsupilami-Bild nicht mehr vereinbar war...mannomann fühl ich mich jetz alt!
    Geändert von joox (13.04.2008 um 13:44 Uhr)

  18. #68
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    Ich finde es richtig, dass Franquin/Greg es nicht weiter verfolgt haben, das Marsupilami wie einen Menschen sprechen zu lassen (" ... zum Glück schnell wieder aufgegeben ...").

  19. #69
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    Kux Du hier:

    http://www.duden.de/duden-suche/werk...eren.7978.html

    http://www.duden.de/duden-suche/werk...rung.7979.html

    Selbstredend gleiche ich sämtliche meiner verwendeten Formulierungen zuvor mit dem Duden ab. Hubaräusper!

  20. #70
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Ich finde es richtig, dass Franquin/Greg es nicht weiter verfolgt haben, das Marsupilami wie einen Menschen sprechen zu lassen (" ... zum Glück schnell wieder aufgegeben ...").
    Aah! Dann hatte ich es doch richtig verstanden. Ganz deiner Meinung!


    Edit:

    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Selbstredend gleiche ich sämtliche meiner verwendeten Formulierungen zuvor mit dem Duden ab. Hubaräusper!
    Klaro! Hatt´ ich jetz auch nich anders von dir erwartet!
    Geändert von joox (13.04.2008 um 13:48 Uhr)

  21. #71
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    Zitat Zitat von joox Beitrag anzeigen
    Erstens fand ich damals schon die Serie nicht so wirklich überzeugend und zweitens gefiel mir das Layout der weiteren Bände nicht mehr, wobei das mMn in Richtung des neuen jüngeren Zielpublikums angelegt war und insofern völlig legitim...bloß mit meinem Marsupilami-Bild nicht mehr vereinbar war...mannomann fühl ich mich jetz alt!
    Genau diese Überlegung ist mir ja auch gekommen angesichts der ungebrochenen Popularität des Marsupilamis. Mein Gradmesser ist da immer das, was von meinen Schülern heute zu diesen Figuren/Serien vorgebracht wird. Das Marsupilami kennen sie.

  22. #72
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    Weiß jemand etwas über die Verkaufszahlen der Marsupilami-Serie? Ich vermute, trotz der TV-Präsenz wird das nicht ganz so dolle sein. Ansonsten würde Ehapa sicher schon die neuen Bände (18 - 20) herausgebracht haben. Falls das stimmt, läge die heutige Popularität der Figur (abgesehen von uns Altvorderen ...) in den TV-Serien begründet.

  23. #73
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Das Marsupilami kennen sie.
    Was ich mich frage ist, ob es für sie noch etwas anderes ist als bloß eine andere Mickey-Maus..?
    ...sie werden es ja vor allem aus dem TV kennen.?

  24. #74
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    Nur die wenigsten werden heute das Marsupilami über die hier besprochenen zauberhaften "Tierfilm"-Comics oder über die Spirou-Alben von Franquin kennen lernen. Wie das Tierchen in den TV-Serien auftritt, kann ich nur vermuten - ich kenne die so gut wie gar nicht.

    Ein paar Infos dazu gibt es z.B. unter
    http://www.zeichentrickserien.de/

  25. #75
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Weiß jemand etwas über die Verkaufszahlen der Marsupilami-Serie? Ich vermute, trotz der TV-Präsenz wird das nicht ganz so dolle sein. Ansonsten würde Ehapa sicher schon die neuen Bände (18 - 20) herausgebracht haben.
    Könnte sich natürlich auch - wieder mal - um rechtliche Probleme handeln. Weiß da jemand Näheres drüber?

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