Ergebnis 1 bis 23 von 23
  1. #1
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    Asterix bei den Belgiern

    Ist das Album "Asterix bei den Belgiern" eigentlich nach einem komplett fertiggestellten Text von Goscinny gezeichnet worden, oder fehlte noch entscheidende Text-Feinarbeit, als Goscinny starb?

    Das Album wirkt wesentlich schwächer als die übrigen von Goscinny geschriebenen Asterix-Alben, und zwar nicht nur auf den letzten Seiten, die Uderzo zu zeichnen gezwungen wurde, sondern von Anfang an.

    Woran kann das gelegen haben?
    a) im Originalalbum sind Anspielungen auf Belgier und Franzosen enthalten, die unübersetzbar sind?

    b) selbst der beste Autor kann mal ein schlechtes Buch schreiben. Und dies war Goscinnys schlechtes Buch?

    c) während Uderzo zeichnete, gab es sonst immer noch Nachbesserungen von Goscinny, die diesmal gefehlt haben?

  2. #2
    tschimmie
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    Du hast recht. Ab "Belgier" ist Asterix nicht mehr das, was er war.

  3. #3
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Ich weiss es zwar auch nicht, aber ich würde der These (Belgier = Goscinnys schlechtes Album) auch nicht zustimmen. Höchstens, wenn mans auf Asterix isoliert betrachtet. Dass das Album über weite Strecken 'uninspiriert' wirkt, liegt mMn nicht am Script, sondern daran, dass das Album von Uderzo unter dem Eindruck des Todes seines Text-Partners zuende gezeichnet wurde. Ich würde mir fast zutrauen, den Seiten anzusehen, ab welcher Seite Goscinny tot war.

    Nach allem, was ich über Goscinnys Arbeitsweise weiss und darüber, wie er mit Uderzo zusammenarbeitete, würd ich jedenfalls stark annehmen, dass das Script komplett fertig war. Und ich würde vermuten, dass Uderzo bereits fast 28 Seiten fertig gezeichnet hatte: Ich halte es für KEINEN Zufall, dass es im letzten Panel von Seite 28 zu regnen beginnt: Ich denke, dass dies Uderzos Art war, Goscinnys Todeszeitpunkt zu dokumentieren...
    Gruss!,liver
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  4. #4
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    Ähnlich wie bei "Die Lorbeeren des Cäsar" (meiner Meinung nach der zweitschlechteste Goscinny-Asterix) ist die Grundidee schwach und trägt kein Album. Aber "Die Lorbeeren des Cäsar" hat wenigstens Rom zu bieten, während das Belgien 50 v. Chr. gar nichts fürs Auge bietet.

  5. #5
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Ich weiss nicht... Ich kann und will dem nicht folgen. Die Suche nach 'Goscinnys schlechtestem (Asterix-)Album ist für mich Jammern auf sehr hohem Niveau: Was auch immer Goscinnys schlechtestes Album sein mag, es ist immer noch um einige Ligen besser als das, was Uderzo solo an Asterix, man muss schon sagen: verbrochen hat.

    Allein die Szene, in der der Piratenkapitän mit der Rest-Planke seines Schiffes/Restaurants bei Cäsar vorstellig wird, der ihn auffordert, ihm doch den Buckel runterzurutschen, worauf gewispert wird, dass Cäsars Zitate auch nicht mehr das sind,... (aus Belgien) bietet bessere Unterhaltung auf ner halben Comicseite als zB das komplette Album 'Der Sohn des Asterix'.
    Gruss!,liver
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  6. #6
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    Und? Ist e' ihm den Buckel unte'ge'utscht?

    'ummms!

  7. #7
    Hallo,

    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Und ich würde vermuten, dass Uderzo bereits fast 28 Seiten fertig gezeichnet hatte: Ich halte es für KEINEN Zufall, dass es im letzten Panel von Seite 28 zu regnen beginnt: Ich denke, dass dies Uderzos Art war, Goscinnys Todeszeitpunkt zu dokumentieren...
    Eine hübsche Geschichte, leider entspricht sie nicht den überlieferten Fakten. Als Goscinny starb, mussten noch sieben Seiten gezeichnet werden. Da die Geschichten chronologisch gezeichnet werden, wäre also Seite 40/41 genau der Zeitpunkt des Todes. Und da kann ich beim besten Willen keine Besonderheiten entdecken. Der Regen beginnt übrigens auf Seite 32.

    Gruß, Marco
    Geändert von Comedix (25.06.2008 um 15:39 Uhr)
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  8. #8
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von Comedix Beitrag anzeigen
    (...) Da die Geschichten chronologisch gezeichnet werden, (...)
    Danke. Interessante Info (Quelle?). Ist denn auch Genaueres über diese 'chronologische Zeichnerei' bekannt? zB: Hat Uderzo -zumindest seinerzeit- Seite für Seite vorgezeichnet, geinkt, coloriert oder erst ALLE Seiten gescribbelt, dann alle geinkt und dann alle coloriert (colorieren lassen?)? Oder erst einzeln gescribbelt und geinkt und dann komplett eingefärbt. Oder...?!

    Oder anders gefragt: Worauf bezieht sich das 'gezeichnet' in "mussten noch 7 Seiten gezeichnet werden"? Aufs scribbeln, aufs inken oder auf beides? Und in welchem 'Zeichenstatus' waren die bereits 'gezeichneten' Seiten? Waren zB alle bereits gescribbelt und bis auf 7 alle auch schon geinkt?
    Gruss!,liver
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  9. #9
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von Comedix Beitrag anzeigen
    (...) Der Regen beginnt übrigens auf Seite 32. (...)
    Sorry, bei Comics pflege ich bei Seitenangaben die vom Zeichner signierte Seitenzahl zu nennen, nicht die Seitenzahl innerhalb des jeweiligen Bandes. Das ist eindeutiger. Denn die Seite ist immer die Seite 28 (meiner/Uderzos Zählung) gewesen, erschien aber in den verschiedenen Publikationen (Normalausgabe, Vorabdruck in YPS, Werkausgabe, etc.) durchaus auf unterschiedlichen 'Buch- oder Heftseiten' (so dass die Seite 32 (deiner Zählung) nur bei der Normalausgabe zutrifft)...
    Gruss!,liver
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  10. #10
    Freiwillig ausgetreten Avatar von Brisanzbremse
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    Das ist wirklich interessant, und auch mich würde die Quelle interessieren. Ist denn auch bekannt, ob die letzten 7 Seiten noch auf Goscinnys Mist gewachsen sind?

  11. #11
    Hallo,

    Zitat Zitat von Brisanzbremse Beitrag anzeigen
    Das ist wirklich interessant, und auch mich würde die Quelle interessieren. Ist denn auch bekannt, ob die letzten 7 Seiten noch auf Goscinnys Mist gewachsen sind?
    Wegen des Freudentaumels zum Finaleinzug kann ich noch nicht schlafen und so zu später Stunde meine Antwort: Das mit den sieben Seiten steht u.a. im Einleitungstext zum Band in der achten Ausgabe der Gesamtausgabe und eine wunderbare Dokumentation zur Arbeit von Albert Uderzo bietet das Video "Die Comicwelt des Albert Uderzo", wo auf die zeitlichen Abläufe eingegangen wird und man erkennen kann, dass die Skizzen in der Reihenfolge des Drehbuchs gefertigt werden. Noch ein wenig mehr ins Detail geht der Skizzenband zu "Asterix und Latraviata", in dem u.a. erklärt wird, dass Uderzo etwa eineinhalb Blätter pro Woche skizziert und dann jeweils wöchentlich seine Blätter an ein Studio weitergibt, damit die weiteren Herstellungsphasen (u.a. Tuschen, Kolorieren) dort koordiniert und realisiert werden können.

    Nach all den mir bekannten Informationen über die Realisierung eines Asterix-Bandes müsste eigentlich "Asterix bei den Belgiern" zum Zeitpunkt des Todes von Goscinny im November 1977 bereits fast fertig gewesen sein, denn schon seit April 1977 (bis Februar 1978) wurde die Geschichte in einem französischen Magazin vorveröffentlicht. Das passt meines Erachtens nicht ganz zu den dokumentierten Fakten, dass Uderzo noch sieben Seiten gezeichnet haben soll, aber so steht's eben geschrieben ...

    Gruß, Marco
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  12. #12
    Freiwillig ausgetreten Avatar von Brisanzbremse
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    Dank für die ausführliche Antwort.

  13. #13
    Mitglied Avatar von PhoneyBone
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    Auch hier steht es: http://www.stripspeciaalzaak.be/Topp..._Asterix24.htm

    • Aanvankelijk verscheen Asterix en de Belgen in Eppo aan een tempo van twee bladzijden per week, later werd dat één pagina per week. In Eppo 5 van 1978 stond de 37ste plaat van het verhaal in het blad met de begeleidende tekst "Tot onze spijt moet Asterix voorlopig onderbroken worden". Op dat moment moest Uderzo de laatste zeven platen nog tekenen op last van Dargaud.
    Infos aus Belgien: www.stripspeciaalzaak.be

  14. #14
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    waren diese seiten denn schon geskriptet?

  15. #15
    Zitat Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
    waren diese seiten denn schon geskriptet?
    Ich glaube, diese Frage kann uns nur der Meister selbst beantworten. Hätte ich gewusst, dass das so eine spannende Frage ist, hätte ich ihn beim letzten Mal danach gefragt.

    Gruß, Marco
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  16. #16
    Freiwillig ausgetreten Avatar von Brisanzbremse
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    Mein Tipp: Die Seite 38 war von Goscinny zumindest größtenteils noch geskriptet, da die Gags noch funktionieren. Ab der darauffolgenden Seite gibt's nur noch Goscinny-untypisches Gereime, die Gags zünden nicht mehr und als Zugabe präsentiert der Zeichner ein ursprünglich wohl nicht vorgesehenes Gemälde. Natürlich alles reine Spekulation.

  17. #17
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Ich vermiss noch ne Antwort auf die Fragen in Post #8...
    Gruss!,liver
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  18. #18
    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Ich vermiss noch ne Antwort auf die Fragen in Post #8...
    Vielleicht bemüht sich ausnahmsweise der Verlag um eine Antwort, mehr als ich in #11 geschrieben habe konnte ich auch nicht in Erfahrung bringen.

    Gruß, Marco
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  19. #19
    Ich habe mittlerweile noch mal in der Reddition nachgeschaut. Das Album ist, falls gleichmäßig abgedruckt und nicht durch Goscinnys Tod unterbrochen, mit nur einer Seite pro Woche erschienen (vom 17.4.77 bis zum 19.2.78) die letzte also erst über 3 Monate nach seinem Tod. Das wären ca. 15 Seiten, also klingt die Behauptung das es nur 7 Seiten zumindest nicht unplausibel.
    Die Seite 28 würde alledings fast noch besser passen.

    Aber Goscinny hatte bereits Wochen vorher einen Schwächeanfall ,war also vielleicht schon längere Zeit micht mehr voll bei der Sache.

    Letztendlich hatte ich damals beim Lesen auch das Gefühl, daß ich den Punkt wo Goscinny aufgehört hat bestimmen könnte. Weiß aber nicht mehr wo dieser war.

  20. #20
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Ein Comicmagazin hat ja einen Vorlauf von Produktion bis zum Erscheinungstermin. Und ich glaube auch nicht, daß "Asterix" Uderzo vom Zeichenbrett gerissen und direkt in die Reproanstalt geschickt wurde (zumindest nicht 1977).
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  21. #21
    Verzieht mir, dass ich diesen Thread hervorhole, aber anlässlich der Sonderausgabe, die nun erhältlich ist, scheint es mir legitim.
    Ich hatte die Story noch nicht gelesen und muss sagen, dass sie mir sehr gefallen hat, wohl auch aufgrudn der Verbindung zu Cäsars De bello Gallico. Die 16 Zusatzseiten sind außerdem ein toller Bonus, der ja sogar noch u. a. Bezug auf den Papyrus-Band nimmt. Allerdings hat sich auf Seite 56 ("Belgier sein oder nicht sein") ein Fehler eingeschlichen: septante-six (Regionaldialekt "siebzig-sechs") = 76 (nicht 67!) = soixante-seize (Standardfranzösisch: "sechzig-sechzehn").
    Übrigens sieht es so aus, als gäbe es schon den Titel zum nächsten Film: "Le Secret de la Potion Magique" (übers. "Das Geheimnis des Zaubertranks"). Die Basis dafür sollen die Bände "Die goldene Sichel" und "Tour de France" legen.
    Siehe dazu: http://www.journaldugeek.com/2017/05...-louis-clichy/
    Geändert von KlaPhil (16.07.2017 um 20:44 Uhr)

  22. #22
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    Zitat Zitat von KlaPhil Beitrag anzeigen
    Übrigens sieht es so aus, als gäbe es schon den Titel zum nächsten Film: "Le Secret de la Potion Magique" (übers. "Das Geheimnis des Zaubertranks"). Die Basis dafür sollen die Bände "Die goldene Sichel" und "Tour de France" legen.
    Siehe dazu: http://www.journaldugeek.com/2017/05...-louis-clichy/
    Klingt gut. Sind zwei meiner absoluten Lieblingsbände.

  23. #23
    Zitat Zitat von KlaPhil Beitrag anzeigen
    Übrigens sieht es so aus, als gäbe es schon den Titel zum nächsten Film: "Le Secret de la Potion Magique" (übers. "Das Geheimnis des Zaubertranks"). Die Basis dafür sollen die Bände "Die goldene Sichel" und "Tour de France" legen.
    Der Produzent Louis Clichy sagte in einem Interview Anfang Juni für "Le Figaro", dass das Drehbuch auf keinem Asterix-Band basiert, sondern die Story speziell für diesen Film entwickelt wurde. Außerdem bemerkte er, dass man mit dem Film neue Aspekte dem Asterix-Univerum hinzufügen wolle ohne dabei die gedruckten Asterix-Abenteuer aus den Augen zu verlieren. Das widerspricht jedoch nicht unbedingt dem von dir verlinkten Bericht. Es ist durchaus legitim (und hilfreich) sich inspirieren zu lassen. Als Veröffentlichungstermin wird übrigens der 5. Dezember 2018 anvisiert.

    Gruß, Marco
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