szmtag The Legend of Zelda: Midnight Mistress - Kapitel 1: Das Spiegeltor in der Wüste
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    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    The Legend of Zelda: Midnight Mistress - Kapitel 1: Das Spiegeltor in der Wüste

    Zum Prolog

    ~~~~~~~~~~

    Elf Tage und elf Nächte waren bereits vergangen, seit die vier mächtigen Lichtgeister des Landes ihr Leuchten wie einen schützenden Schirm über die Hauptstadt gebreitet hatten. Bei Tage bemerkte man den Unterschied kaum, doch am Abend, wenn die Sonne im Begriff war unterzugehen, konnte man das Licht aufglimmen sehen, ein warmes, sanftes Licht, wie der des Kerzenscheins. Es kam von überall und nirgendwo, ganz so, als sei es die Luft, die aus sich selbst heraus leuchtete, oder Abermillionen von winzigen Glühwürmchen, welche zu klein waren, um sie mit bloßem Auge zu sehen.
    Freilich schuf der Zauber keinen helllichten Tag, vielmehr herrschte ein eher dämmriger Zustand, wie in einer spärlich ausgeleuchteten Taverne, doch es genügte, um zu verhindern, dass der mysteriöse Fluch, der die Bewohner Hyrules des Nachts zu Tieren werden ließ, vorerst keine Wirkung auf all jene hatte, die sich innerhalb der geschützten Zone befanden. Und so versuchten die Bewohner der Stadt so gut es ging den alltäglichen Aufgaben nachzukommen, auch wenn viele von ihnen aufgrund der Helligkeit keinen Schlaf fanden, während andere sich um Freunde und Verwandte sorgen mussten, welche außerhalb der Stadt lebten und Nacht für Nacht der Verwandlung ausgesetzt waren. Die Hoffnung und das Vertrauen in ihre weise Prinzessin aber waren ungebrochen: sicherlich würde Zelda bald eine Lösung finden...

    *

    Für Aros und Ivory war die Ankunft in Hyrule-Stadt am Vorabend eine wahre Erleichterung gewesen. Gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang hatten sie die Stadtmauern erreicht und Einlass in die schützende Lichtkuppel erhalten. Die Reise zur Hauptstadt hatte mehr Zeit in Anspruch genommen, als sie gehofft hatten – nicht zuletzt, da sie sich des Nachts in Tiergestalt oftmals voneinander getrennt hatten und sich dann am nächsten Tag erst hatten wieder finden müssen.
    Sie waren erschöpft gewesen von der Reise und hatten sich zunächst ein Gasthaus gesucht, dort gegessen und genächtigt. Nun, am nächsten Tag hatte jeder von ihnen seine eigenen Pläne. Und so machte Aros sich zum Tempel auf, seine Eltern zu besuchen, während Ivory die Werkstatt ihres alten Lehrmeisters aufzusuchen gedachte.

    Jetzt, da die Sonne wieder aufgegangen und ein regulärer Tag angebrochen war, unterschied die Stadt sich auf den ersten Blick nicht von früher, wie Aros bald feststellte. Erst bei näherem Hinsehen bemerkte man die Übermüdung und auch die Sorge auf den Gesichtern. Es wurde wenig gesprochen, die Hyrulaner und Hylianer gingen ihrem Tageswerk nach doch sie konnten den Fluch nicht einfach vergessen.
    Aros kannte den Weg zum Tempel noch allzu gut, er lag ein wenig außerhalb des Zentrums, doch er beeilte sich nicht. Zum ersten mal seit langem war er wieder in seiner Heimatstadt und es war erfreulich und schmerzlich zugleich – nicht nur aufgrund der momentanen Situation.
    Schließlich aber gelangte er an das südliche Stadttor, hinter welchem die Hügelstraße begann, die zum Tempel führte. Die Wache am Tor schenkte ihm lediglich ein automatisiertes Nicken, als er sie passierte und Aros bemerkte, dass der Soldat offenbar vollkommen übermüdet war. Kein Wunder, dachte er sich, es ging das Gerücht, dass die Stadtwache, seit der Fluch wirksam war, in ständiger Alarmbereitschaft zu sein hatte und die Dienstzeiten sich verdoppelt hatten, für den Fall, dass all dies die Vorbereitung eines drohenden Angriffs sein sollte.
    Der Weg nach oben zog sich doch etwas länger, als Aros sich erinnern konnte, doch schließlich war das Bauwerk in Sichtweite: der Tempel war kleiner als die alten Tempel und Zitadellen der Hylia es einst gewesen waren, aber dennoch beeindruckend. Er war fast gänzlich aus weißem Marmor erbaut worden welches in der Sonne fast blendete.
    Als Aros an die Stufen gelangte, die zum Eingang führten, wunderte er sich: normalerweise wurde der Tempel unter Tags geöffnet gehalten, zum Zeichen des Willkommens an alle Bewohner Hyrules, dass sie hier eine Stätte der Zuflucht vorfanden.
    Nun aber waren die Torflügel geschlossen und in den Spalt dazwischen hatte jemand eine Schriftrolle geklemmt.

    *

    Wie sehr Bodid sich freute, seine einstige Musterschülerin wiederzusehen! Lachend und mit ausschweifenden Gesten drängte er Ivory sofort hereinzukommen und führte sie sogleich in seine Wohnstube, wo er sie aufforderte, sich ganz wie zu Hause zu fühlen, während er selbst in der Küche verschwand um etwas zu trinken zu richten.
    Zuerst war sie erschrocken gewesen, als sie in die ihr wohlbekannte Straße eingebogen war und die Schmiede geschlossen hatte vorfinden müssen. Doch noch während sie ungläubig vor der mit Brettern verschlagenen Eingangstür zur alten Werkstand stand, hatte Bodid sie von seiner Wohnung gegenüber aus entdeckt und sein heiseres, freudiges Rufen hatte ihr sofort bewusst gemacht, wie alt ihr einstiger Meister inzwischen sein musste. Freilich wirkte Bodid noch immer mächtiger als so manch anderer, weit jüngerer Hyrulaner, doch nichtsdestotrotz war er viel gesetzter als bei ihrem Abschied vor ein paar Jahren und es wunderte sie bei seinem Anblick nicht, dass er sich nach all den Jahren zur Ruhe gesetzt hatte. Auch seine Überschwänglichkeit war ein neuer Zug, aber vielleicht hatte ihn früher auch seine Professionalität davon abgehalten, ihr seine Zuneigung allzu deutlich zu zeigen – dass Bodid sie in sein Herz geschlossen hatte, hatte sie freilich auch damals schon gewusst.
    Nun aber saß sie in der spartanisch aber dennoch nicht ungemütlich eingerichteten Stube und wartete, während er Tee aufbrühte, als plötzlich ein Klopfen an der Tür zu hören war. Bodid schien es nicht zu hören, oder zumindest kam er nicht aus der Küche um zu öffnen und nach einiger Zeit ertönte das Klopfen abermals.

    *

    Als Laleila erwachte, spürte sie noch immer die Müdigkeit und Schwere in den Gliedern und auch wenn sie sofort bemerkte, dass der Tag schon ein wenig fortgeschritten war (dankbarerweise hatte der Vater sie nicht geweckt, obwohl er sonst gelegentlich ihre Hilfe in der Backstube in Anspruch nahm), fühlte sie sich alles andere als ausgeschlafen. Es war wieder einmal spät geworden am Vorabend und seit keine Dunkelheit mehr in Hyrule-Stadt einkehrte, schlief sie zudem nicht sonderlich gut. Zudem wurden ihre Einkünfte immer dürftiger – die Tavernen waren schlecht besucht derzeit, die sorgengeplagten Bewohner der Stadt waren alles andere als spendabel. Noch schlimmer: viele waren gereizt und es kam öfter zu Streit mit solchen, die in ihrer Primitivität etwas anderes von ihr wollten, als nur ihrem Flötenspiel zu lauschen und ihr beim Tanz zuzusehen. Man sollte glauben in solch schlechten Zeiten wären die Leute froh, eine Ablenkung zu haben und wüssten ihre Kunst zu schätzen. Doch es war derzeit wahrlich kein Vergnügen, andere unterhalten zu wollen.
    Glücklicherweise war ihr wenigstens am gestrigen Abend ein solcher Vorfall erspart geblieben und mit dem, was sie verdient hatte, konnte sie relativ zufrieden sein, es war mehr als die Tage zuvor.
    Als Laleila schließlich aufstand und sich frischzumachen begann, vernahm sie von draußen Schritte, welche die Stiege heraufkamen. Vermutlich war es ihr Vater oder ihre Mutter, welche sie zu wecken gedachten. Und tatsächlich hörte sie sogleich ein vorsichtiges Klopfen an ihre Türe und dann die Stimme der Mutter: „Leila, Liebes, bist du wach?“ Bildete sie sich das ein, oder klang ihre Mutter irgendwie zögerlich? „Ich habe hier ein Schreiben für dich, es wurde eben von einem jungen Mann abgegeben.“ Es gab eine Pause und nun war Laleila sich sicher, dass sie Verunsicherung im Tonfall hatte mitschwingen hören. Und als ihre Mutter weitersprach, sollte sie auch den Grund erfahren: „Es trägt das königliche Siegel!“
    Geändert von Foxx (24.11.2007 um 22:33 Uhr)

  2. #2
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    Laleila stöhnte und zog sich das Kissen vom Kopf. Seit es nachts nicht mehr dunkel wurde, versuchte sie so ziemlich alles, damit es in ihrem Zimmer so dunkel wie möglich war. Dummerweise half es aber nie wirklich.

    Ein Blick zum Fenster sagte ihr, daß es Zeit war aufzustehen oder ihre Eltern würden sie aus dem Bett werfen. Unwillig rollte Laleila sich aus dem Bett und schlurfte zu der Waschkommode. Sie sah gräßlich aus. Ihre schlechte Stimmung und die prekäre Arbeitssituation taten ein übriges, um den neuen Tag in einem düsteren Licht erscheinen zu lassen. Genervt streckte die junge Hylianerin ihrem eigenen Spiegelbild die Zunge heraus und fing dann an, sich zu waschen.

    Laleilas mißmutige Gedanken wurden von den Schritten draußen unterbrochen. Zuerst unberührt, aber dann immer neugieriger hörte Laleila ihrer Mutter zu. Das königliche Siegel? Vielleicht sollte es ein Fest geben und Prinzessin Zelda wollte sich an ihrer Kunst erfreuen? Vielleicht war es sogar etwas Diplomatisches und sie wurden dann auch noch diesen furchbaren Fluch los.

    Laleila sprang geradezu zur Tür und riß sie auf. "Guten Morgen, Mama! Wirklich? Ein Brief mit königlichem Siegel? Bitte gib ihn mir." Aufgeregt und mit roten Wangen linste sie auf die Hände ihrer Mutter.

  3. #3
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    Frischer als die letzten Tage war Aros, das war wohl einer der Gründe, warum er doch recht gut gelaunt war. Er konnte letzte Nacht sehr gut schlafen, im Vergleich zu den Nächten davor, in der er als Bussard durch die Wälder und Landschaften flog und jagte. Letzten Abend fiel er wie ein Stein ins Bett und war relativ frisch - wohl frischer als die anderen Städter.

    Am Morgen, nach einem kurzen Frühstück, verabschiedete er sich mit einem Nicken von seiner Reisegefährtin, Ivory, um sich auf den Weg zum Tempel zu machen. Er hatte seine Eltern vor einiger Zeit verlassen und war nun zum ersten Mal wieder zurück. Er wollte seine Eltern sehen, doch er war für eine weitere Konfrontation bereit, sollte es dazu kommen.

    Der Weg zum Tempel offenbarte ihm vielerlei Gefühle. Sowohl positive, als auch negative. Er grüßte die Leute, die er und die ihn noch kannten, sah sich in einigen Läden kurz um, merkte, wie schlaftrunken einige Leute doch waren und überlegte sich, daß Diebe jetzt wohl ein äußerst leichtes Spiel haben mussten; beinahe wäre er dazu versucht dies auszutesten, aber er hatte anderes vor. Die Wache schien noch müder, als alle anderen, was Aros mit leichtem Kopfschütteln, als er in sicherer Entfernung war, bemerkte.

    Schließlich hatte er einen Blick auf den Tempel. Aros blieb stehen und atmete tief ein und aus, in Gedanken überlegte er, wie er seine Eltern wohl begrüßen würde - den Wortlaut hatte er sicher tausend Male überlegt, auch den Tonfall, doch nun war er wieder unsicher geworden, wie die Begrüßung ausfallen würde. Nach einem weiteren tiefen Atemzug setzte er sich wieder in Bewegung und konnte schon bald erkennen, daß die Tore des Tempels geschlossen waren.

    Mit schnell pochendem Herzen beachte er die letzten Schritte im Lauf hinter sich, er hatte auf einmal große Angst um seine Eltern - als Priester waren sie sicher daran, der Prinzessin bei der Lösung des Problems zu helfen. Dann bemerkte er die Schriftrolle. Er nahm sie nach kurzem Zögern an sich, drehte sich einmal herum und sah in alle Richtungen. Dann griff er an die Tür, ob diese sich öffnen lassen würde, nur um gleichzeitig das Pergament zu entrollen und zu lesen.
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  4. #4
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    Ivory hatte ebenfalls eine ungewöhnlich ruhige Nacht hinter sich und auch wenn sie ihre Erleichterung das kleine Spitzohr am nächsten Morgen problemlos zu finden nicht deutlich zeigte, so verabschiedete sie Aros doch leichteren Herzens da sie wusste, sie könnten sich jederzeit problemlos wiederfinden. Einen Blick noch hinter ihm her, ob er auch allein zurecht kam, dann durchmaß sie die Gassen mit ihren ebenmäßigen, großen Schritten, bis sie vor der geschlossenen Schmiede aprubt zum Halt kam.

    Es war wirklich schön, den warmherzigen Meister Bodid erneut zu treffen. Jedoch schmerzten seine Gebrechlichkeit und sein nun offensichtliches Alter sie insgeheim. Mit einem sanften Lächeln überspielte sie diesen Kummer gekonnt. Es hellte ihre sonst so ernsten Züge auf und zeigte die raue Schönheit der Frau, die sie gut verbergen konnte. Schweigsam wie immer nickte sie nur freundlich bei den Ausschweifungen ihres Lehrers. Als er in der Küche verschwand um Tee zu kochen schmunzelte sie erneut in sich hinein. Es tat gut, wieder hier zu sein. Hier an diesem Ort, an dem für sie alles begonnen hatte. Bodid war der einzige gewesen, der bereit war eine Frau auszubilden. Sie verdankte ihm alles, was sie war.

    "Kein Zucker, danke!" rief sie ihm gerade eine Antwort zu, als es an der Tür klopfte. Zu ihrer Verwunderung schien Bodid das laute Klopfen nicht gehört zu haben. Sie wartete geduldig, aber er machte keine Anstallten seine Tätigkeiten in der Küche zu unterbrechen und als es erneut klopfte erhob sie sich forsch und rief "Es hat geklopft, Meister! Ich werde öffnen!" und wie sie es sprach, hatte sie auch schon die Klinke in der Hand und öffnete die Tür um dem Klopfenden Einlass zu gewähren.
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  5. #5
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Verdutzt blickte ihre Mutter sie an, als Laleila so plötzlich die Tür zu ihrer kleinen Stube aufriss und aufgeregt um den Brief bat. Sie reichte ihn ihr wortlos und die junge Musikerin konnte ihrer Mutter ansehen, dass das königliche Siegel sie mit tiefer Ehrfurcht erfüllte, so vorsichtig wie sie das zusammengerollte Schreiben anfasste. Ein Triforcesymbol zierte das rote Wachssiegel und als Laleila das Schreiben überreicht bekam, bemerkte sie sofort, dass es ein sehr hochwertiges und teures Papier war, wie es kaum ein normaler Bürger sich leisten konnte.
    Ihre Mutter musterte sie und seufzte, als sie die übernächtigte Erscheinung ihrer Tochter bemerkte, doch sie tadelte sie nicht. Zum einen wusste sie, dass es keinen Zweck hatte und zum anderen war sie selbst viel zu neugierig und gespannt auf den Inhalt des Schreibens.
    "Weshalb du wohl ein Schreiben vom Hofe erhältst? Der Bote, der es brachte, war ganz eigenartig gekleidet, vollkommen verhüllt, doch auch er trug das Triforce auf der Kleidung."

    *

    Geräuschlos ließ die Tür zum Tempel sich öffnen. Als er das Siegel brach, das die Schriftrolle zusammengehalten hatte, bemerkte Aros, dass das königliche Wappen darauf geprangt hatte. Er entrollte das hochwertige Papier und dabei fiel eine weitere Notiz heraus, die offenbar jemand von der Seite in die Rolle geschoben hatte. Noch während er sich bückte, um sie aufzuheben, erkannte er die geschwungene Schrift seiner Mutter und zu seiner Überraschung war die Notiz an ihn gerichtet:

    Lieber Sohn,

    dieses Schreiben an Dich brachte heute morgen ein Bote der Prinzessin und zu unserer Überraschung teilte er uns mit, dass Du Dich in der Stadt aufhältst und wohl im Laufe des Tages auch den Tempel aufsuchen wirst. Wir wünschten, wir hätten früher von Deinem Besuch gewusst, denn nun verhält es sich so, dass Dein Vater und ich Dich leider nicht empfangen können. Wir sind aufgebrochen auf eine Reise, um das Unsrige zu tun, dass der schreckliche Fluch, der auf Hyrule lastet, bald gebrochen wird. Tinyael wird sich solange um den Tempel kümmern.

    Gib auf dich acht in diesen Zeiten!

    Eenyora

    Nun hatte die Neugier Aros gepackt und auch wenn er zu seiner eigenen Verwunderung bemerken musste, wie leicht das Schreiben der Mutter eine Woge der verschiedensten Gefühle in ihm freisetzte, von denen er geglaubt hatte, sie besser im Griff zu haben, überwog doch die Frage, weshalb ein Schreiben vom Hofe an ihn adressiert war und vor allem woher man dort wusste, dass er sich in der Stadt aufhielt.
    Die Schrift auf dem marmorierten Papier war sehr fein, geschwungen und elegant: eindeutig die Handschrift einer Frau. Aros kam nicht umhin zu bewundern, wie perfekt ein jeder Buchstabe war. Er wusste, dass das Schreiben ein Handwerk war, das nicht jeder erlernen konnte und er hatte in seiner Zeit beim Tempel mehrfach die Kunst verschiedener professioneller Schreiber sehen dürfen, doch niemals hatte er eine so schöne Schrift gesehen, wie die, auf die er nun blickte. Es waren nur wenige Zeilen und darunter war in goldenen Farben ein Triforce gesetzt:

    Werter Aros,

    die Göttinnen flüsterten mir Euren Namen, als ich sie um Rat und Beistand bat. Ein tapferer und begabter Jäger seiet Ihr, der das Herz am rechten Fleck trage. So möchte Ich Euch bitten, Euch heute abend bei mir im Schloss einzufinden, denn ich habe einen Auftrag von größter Wichtigkeit!

    In der Hoffnung, dass Ihr meiner Bitte nachkommen werdet,
    Prinzessin Zelda


    *

    "Wie? Jaja, freilich, geh nur und öffne, ich komme sogleich", kam es aus der Küche zur Antwort und kurz darauf konnte Ivory hören, wie ihr Meister leise eine Melodie vor sich hinpfiff, während er weiter den Tee vorbereitete.
    Als sie öffnete, sah sich einer eigenartigen Gestalt gegenüber: Der Fremde war vollkommen verhüllt und eine Stoffkapuze hing ihm so tief ins Gesicht, dass sie nichts davon erkennen konnte, bis auf seine Mundpartie. Er war ein paar Zentimeter kleiner als die Schmiedin, doch das war sie gewohnt, dennoch strahlte dieser Mann, wenngleich man nicht viel von ihm sah, eine intensive Autorität aus. Ivory sah sogleich, dass der tiefblaue, fast schwarze Stoff, in den er gehüllt war, von hoher Qualität und fein verarbeitet war. Die Säume waren dezent verziert, vor allem aber fiel die das kleine, aufgestickte goldene Emblem in Brusthöhe auf: ein Triforce.
    "Ivory aus Ordon?", fragte der Fremde mit sonorer, wohlklingender Stimme und es war schon sehr eigenartig, dass er nicht nach Bodid verlangte, sondern wohl damit gerechnet hatte sie anzutreffen.

  6. #6
    Mitglied Avatar von Genesis
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    Als Aros sich bückte, um die Notiz aufzugeben, spähte er durch geöffnete Tür in den Tempel.

    Er las die Notiz, während er Gedankenversunken das Gebäude betrat, blieb überrascht und erschrocken stehen. Er hatte recht, seine Eltern waren unterwegs, um eine Lösung zu finden.

    Dann, um seine Neugier zu befriedigen, las er rasch das Pergament. Der erste Blick galt der Perfektion der Schrift und ihm dämmerte, daß wohl nur Prinzessin Zelda, persönlich, eine solche Perfektion erlangen könnte.

    Als er nun im Tempel stand, sah er einen Moment auf, ob Tinyael zu sehen war, dann rief er seinen Namen.

    Sein Blick fixierte nun aber wieder das Pergament und las es zu Ende.

    Ein weiteres Mal überrascht, daß er zur Prinzessin geladen wurde, ließ er das Pergament sinken und sah, wie in Trance, durch den Tempel. Mit seinen Fingern tastete er langsam über das goldene Triforce, als ob er es erfühlen konnte.

    Er rollte das Pergament zusammen und steckte es in seine Tasche. "Tinyael?!" rief er erneut, schritt dann durch den Tempel.
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  7. #7
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    "Wer möchte das wissen?" ihre Stimme klang nicht so schroff, wie sie es versucht hatte - zu sehr verwirrte sie die Autorität, die ihr Gegenüber ausstrahlte - jedoch schroffer als einem Booten des Triforce gegenüber angebracht. Bereits beim Öffnen der Türe war das sanfte Lächeln auf ihrem Gesicht dem üblichen, ernsten Ausdruck gewichen. Nun versteinerte sich dieser Ausdruck zunehmends.

    Sie hegte eine tiefe Abneigung gegen all jene, die ihr Gesicht nicht zeigten und nicht offen und ehrlich auftraten. Oder sollte man sagen Misstrauen? Doch die Aura gebot ihr, dem Fremden doch in soweit zu trauen, dass sie ihn weder abwies, noch abwandte um auf ihren Meister zu warten, den Herrn des Hauses.

    Allerdings bat Ivory den Mann auch nicht herein, noch machte sie anstallten höflich nachzufragen, was seine Begehr oder sonstiger Grund war, warum er sie hier bei ihrem Meister aufsuchte. Sie wunderte sich noch nicht einmal besonders darüber, dass man sie hier gefunden hatte. Zu sehr war sie in dem Kampf gegen die unerwünschte Autorität gefangen. Zu sehr ärgerte sie die Störung bei ihrem Ruhetag. Doch einen königlichen Boten verärgerte man besser nicht und so fixierte sie ihn nur mit ihren dunkelblauen Augen, so als wolle sie sein Gesicht durch die Kapuze hindurch erkennen.
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  8. #8
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    "Danke sehr," sagte Laleila zu ihrer Mutter und wog bewundernd und ehrfürchtig die Schriftrolle in ihren zierlichen Händen. Das Papier fühlte sich gut an, schwer und warm. Teures Papier, wie es wohl nur bei Hofe verwendet weden konnte.

    Sie hörte zu, was ihre Mutter über den Boten berichtete. "Sehr merkwürdig. Warum hat er sich verhüllt? Dieses Schreiben muß außerordentlich wichtig sein." Dann war es vielleicht doch kein Fest, dachte Laleila sich. Nun, es gab nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. Vorsichtig erbrach das Mädchen das Siegel, rollte das Papier aus und begann zu lesen.

  9. #9
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    Aros fand die Einganshalle des Tempels verlassen vor. Es war ein schlichter Raum, er diente quasi als "Schleuse" für den eigentlichen Altarraum. Die gewaltige Fackel an der Rückwand war entflammt, dahinter prangte das Triforcesymbol in all seiner Pracht. Sowohl links als auch rechts führten jeweils einige Stufen zu den Durchgängen in den Hauptraum.
    Doch noch ehe Aros in selbigen weitergehen konnte, hörte er hastige Schritte, welche aufgrund der Akkustik des Tempels laut widerhallten. Kurz darauf steckte Tinyael seinen Blondschopf durch den linken der beiden Durchgänge und blickte ein wenig scheu drei doch als er Aros erblickte, hellte sich sein Gesicht auf. "Aros, wie schön!" Der Junge freute sich sichtlich, doch er wirkte auch nervös - vermutlich war er damit überfordert, den Tempel alleine führen zu sollen. Als Aros Hyrule-Stadt damals verlassen hatte, war der junge Hylianer gerade erst als Tempeldiener eingeführt worden (nachdem diese Stelle ursprünglich für Aros selbst gedacht gewesen war) und auch wenn seither einige Zeit vergangen war, wirkte er noch immer so jung und schüchtern wie am ersten Tag.

    *

    "Die Prinzessin schickt mich, sie bat mich Euch dies zu überreichen." Mit diesen Worten zog der Fremde eine Schriftrolle aus seinem Gewand (genügend Falten, in denen er sie verborgen haben konnte, hatte es ja) und hielt sie Ivory entgegen. Erst jetzt, da er ihre Gegenfrage überging, fiel ihr auf, dass sein Erkundigen nach ihrem Namen wohl rein rhetorischer Natur gewesen war. Seine warme, klangvolle Stimme hatte - entgegen Ivorys Abneigung gegenüber diesem Mann - etwas Vertrauenserweckendes und Charismatisches.
    Die Schriftrolle war aus sehr hochwertigem, marmorierten Papier und mit rotem Wachs versiegelt, in welches ein kleines Triforce eingeprägt war. Es war keine Frage, dass der Fremde die Wahrheit sprach und tatsächlich vom Schloss kam.
    Geduldig wartete er darauf, dass die Schmiedin das Schreiben entgegen nahm, wobei er einmal, als ein Geräusch aus der Straße zu vernehmen war, rasch zur Seite blickte, sich dann aber wieder Ivory zuwandt. Sie war sich nicht sicher, ob der Fremde nur hatte nachsehen wollen, woher das Geräusch gekommen war, oder aber aus irgendeinem Grund nervös geworden war - denn die Bewegung hatte recht hastig gewirkt.


    *

    Laleila kam nicht umhin zu bewundern, wie kunstvoll geschwungen und grazil ein jeder Buchstabe des Briefes gesetzt war, weitaus eleganter und schöner als selbst die Berufsschreiber, die auf dem Markt bisweilen ihre Dienste anboten, für jene, die es sich leisten konnten. Weit mehr aber noch, als die Schrift, überraschte sie der Inhalt des Briefes:

    Werte Laleila,

    ich wünschte der Anlass meines Schreibens wäre ein erfreulicherer, denn schon mehrfach wurde mir im Schloss von eurer Kunst in den besten Tönen berichtet. Nun aber wende ich mich an Euch, nicht um Eure Dienste als Musikerin und Tänzerin anzufordern, sondern weil die Göttinnen selbst mir wiesen, Euch einen Auftrag anzuvertrauen. So möchte Ich Euch bitten, Euch heute abend bei mir im Schloss einzufinden.

    In der Hoffnung, dass Ihr meiner Bitte nachkommen werdet,
    Prinzessin Zelda

    "Und? Was steht darin, lies es doch laut!" Aufgeregt versuchte ihre Mutter einen Blick auf die Schriftrolle zu erhaschen und als Laleila nicht gleich tat, wie verlangt, versuchte sie schließlich danach zu greifen.
    Geändert von Foxx (26.11.2007 um 19:35 Uhr)

  10. #10
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    Der Briefwar wirklich erstaunlich! Allein schon die Schrift war wunderschön, aber der Inhalt war noch erstaunlicher. "Ich lese es dir ja schon vor, Mama," erwiderte Laleila und zog die Schriftrolle etwas vom Arm ihrer Mutter fort. Danach las sie vor, was im Brief stand und zeigte ihr danach die schöne Schrift. "Ein Auftrag von den Göttinnen," sprach die junge Musikerin nachdenklich. "Das hat doch sicher etwas mit dem Fluch zu tun."

  11. #11
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    Trotz ihrer standhaften Gegenwehr kam die Schmiedin nicht umhin, dem Boten ein gewisses Maß an Vertrauen und Sympathie entgegen zu bringen. Sie musterte mit einem skeptischen Gesichtsausdruck die Rolle, welche er ihr hinhielt und sah dabei sehr verlegen aus.

    "Ich kann nicht besonders gut lesen..." murmelte sie leise. "Könntet Ihr vielleicht..." Sie sah den Boten hoffnungsvoll an, doch in diesem Moment wurde er von einem Geräusch abgelenkt. Seine hektische Bewegung machte Ivory ein wenig skeptisch. Vielleicht hatte er es eilig, vielleicht war es nicht ratsam den Boten aufzuhalten.

    Vorsichtig nahm sie das Pergament entgegen und senkte den Blick. Sie konnte sich nicht erinnern jemals etwas so kostbares in Händen gehalten zu haben. Auch wenn sie schon mit edlen Metallen und Materialien gearbeitet hatte... Der Wert eines königlichen Pergaments ging weit über Geld hinaus. Ehrfürchtig blickte sie auf die Rolle, die sie nun in Händen hielt.

    "Habt Dank! Ich will Euch nicht weiter aufhalten, Ihr habt sicher wichtigeres zu tun, als einer einfachen Schmiedin einen königlichen Brief vorzulesen... Es wird schon gehen!" Sie hob den Blick vom Pergament, um den Boten nochmals anzusehen und sich angemessen zu verabschieden - zumindest falls er nicht doch gewillt war ihr mit dem Schreiben zu helfen...
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  12. #12
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    Als Aros durch die Eingangshalle schritt und niemanden vorfand, legte er seine Tasche und seinen Mantel ab. Die Fackel war entflammt, ansonsten sah alles so aus, wie er es in Erinnerung hatte, dachte er sich, als er sich dabei ertappte, Änderungen zu suchen.
    Das Triforce strahlte erhaben und Ehrfürchtig blieb er davor stehen, griff wie in Trance an seine Hüfte, wo normalerweise seine Tasche war, in die er das Pergament gesteckt hatte, ehe er feststellte, daß er diese ja gerade abgelegt hatte.

    Aros wollte gerade tiefer in den Tempel gehen, dann hörte er jedoch Schritte. Etwas überrascht machte Aros ein paar Schritte zurück, um sofort an seiner Ausrüstung zu sein, doch als er Tinyael erkannte, ging er sofort auf ihn zu, um ihn zu begrüßen. "Tinyael, eine Freude, dich zu sehen." Er griff nach seiner Hand, um sie zu schütteln. Die Erinnerung an ihn war sowohl schön, als auch schmerzend, schließlich hatte er den Platz als Tempeldiener nur erhalten, weil Aros sich weigerte.

    Nach der Begrüßung kam Aros sofort zur Sache. "Tinyael, sag mir, wo sind meine Eltern hin? Wann sind sie aufgebrochen, wohin, wer hat sie geschickt und wer begleitet sie? Warum hat..." Er sammelte sich kurz. "Ich habe eine Nachricht von der Prinzessin erhalten... Sie hat scheinbar einen Auftrag für mich..." Aros setzte sich nieder und atmete kurz durch. "Entschuldige diesen Überfall... Wir läuft es in der Stadt zur Zeit? Kannst du mir etwas erzählen?"
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  13. #13
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    Bewundernd betrachtete die Mutter die kunstvolle Schrift, ehe sie aufsah und Laleila tief in die Augen sah. "Mit dem Fluch? Aber... was solltest ausgerechnet du mit diesem Fluch zu schaffen haben?" Plötzlich erkannte Laleila, dass neben der Neugier und der Ehrfurcht gegenüber dem königlichen Schreiben nun auch Sorge im Blick der Mutter lag. Die vage Erinnerung an die Nächte, in denen sie alle in Tiergestalt durch die Stadt gehuscht waren, ehe die Prinzessin - den Göttern sei Dank - einen Weg fand, dies vorerst zu verhindern, waren noch allzu präsent.
    "Ein göttlicher Auftrag", flüsterte sie, mehr zu sich selbst, als zu ihrer Tochter, "nein nein, das ist viel zu gefährlich für ein junges Mädchen."

    *

    "Verzeiht", erwiderte der Bote, während er Ivory das Schriftstück übergab und dabei behutsam mit seiner Hand ihre Finger um die Rolle schloss, so als wolle er unterstreichen, von welcher Bedeutung der Brief war, "doch diese Worte sind an Euch persönlich gerichtet und vertraulich - sie auf offener Straße zu verlesen ist unmöglich. Doch ich bin sicher, dass die Prinzessin nichts dagegen einzuwenden hätte, dass Ihr Euch von Bodid helfen lasst." Er lächelte, wie die Schmiedin gerade so im Schatten seiner Kapuze erkennen konnte und deutete dann eine Verbeugung an. "So richtet dem Alten Zeldas Grüße aus, es ist allzu bedauerlich, dass er nicht länger ihre Garde ausrüstet. Der neue Hofschmied, den er empfahl, leistet wahrlich gute Arbeit, doch keiner kann sich mit Bodids Künsten messen." Noch einmal verbeugte er sich leicht, dann trat er von der Türschwelle und verschwand aus Ivorys Blickfeld in die Gasse. Als sie einen Schritt heraustrat, um ihm nachzusehen, war er zu ihrer Überraschung bereits fort.

    *

    Als Aros Tinyael entgegenging, um ihn zu begrüßen, bemerkte, dass der Junge nicht wie damals nur das beige Leinengewand der einfachen Tempeldiener trug, vielmehr hatte darüber nun einen ärmellosen Talar aus braunem Wildleder, auf welchem verschiedene Ornamente und religiöse Symbole golden abgesteppt waren. Offenbar hatte es der Junge in seiner Zeit hier bereits zum Anwärter gebracht - vielleicht hatte er sich doch mehr verändert, als der Jäger auf den ersten Blick hatte annehmen können?
    Die Röte aber, die dem Jungen bei Aros' Flut an Fragen ins Gesicht schoss, sowie das aufgeregte Stottern, in das er sich nun verstrickte, da er offenbar nicht wusste, worauf er zuerst antworten sollte, standen in einem derart komischen Widerspruch zu seiner Gewandung, dass Aros sofort wieder den schüchternen Jungen von damals wieder vor sich sah, der nicht so recht wusste, wie nun ausgerechnet er zu der begehrten Position im Tempel gekommen war.
    "Deine Eltern? Nun sie sind aufgebrochen, stand das nicht in.... achja, der Brief der Prinzessin! Du hast einen Auftrag? Woher wusste sie...? Aber nochmal zu Deinen Eltern: sie waren ganz aufgebracht zu erfahren, dass Du hier bist und... aber wohin genau sie gereist sind, weiß ich nicht, verzeih! Ich weiß nur, dass sie zu zweit losgezogen sind, ohne weitere Begleitung." Er sah Aros schuldbewusst an, so als habe er zu verantworten, dass seine Eltern sich ohne weiteren Geleitschutz auf Reisen begeben hatten.
    Er wollte schon ansetzen, auf Aros weitere Fragen zu antworten (was zweifelsohne in eine ähnlich konfuses Wortschwall wie eben schon geendet hätte), doch dann besann er sich, trat einen Schritt beiseite um den Durchgang zum Altarraum freizumachen und ließ Aros den Vortritt. "Gehen wir doch nach hinten, dort sind wir ungestört", schlug er vor und fast glaubte man, einen stolzen Unterton zu vernehmen, dass er jemanden in die Räumlichkeiten der Priester und Anwärter einladen konnte.
    Geändert von Foxx (27.11.2007 um 13:24 Uhr)

  14. #14
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    Leicht verwirrt machte die Schmiedin einen Schritt zurück und schloss die Tür zur Straße sorgsam, bevor sie sich zurück an den Platz setzte, an dem sie zuvor auf Bodids Tee gewartet hatte. Nachdenklich betrachtete sie die Schriftrolle. Warum nur sandte die Prinzessin ausgerechnet ihr einen solch wichtigen Brief? Wie konnte sie der Prinzessin von Diensten sein? Ihre Schmiedekunst war es sicherlich nicht, es gab viele sehr fähige Schmiede in der Hauptstadt und auch wenn sie gut war, so hatte sie mit ihrer Lehrzeit noch nicht vollständig abgeschlossen.

    Doch alles Raten half nichts und so sehr sie auch das Schreiben fixierte, es würde sein Geheimnis nicht preisgeben, wenn Ivory nicht endlich den Mut fand das Sigel zu brechen. Sanft strich sie noch einmal über das Pergament. Sie hatte niemals so kostbares gehabt, die wenigen Rechnungen, die ihr Vater schriftlich verfasst hatte, waren auf Schweinsleder gekritzelt. Kein Wunder, dass seine Tochte nie das Bedürfnis verspürt hatte lesen zu lernen. Ihre Rechenkünste waren durchaus nicht übel, es reichte, dass sie das Geld für ihren Lohn zählen konnte und auf dem Markt nicht übers Ohr gehauen wurde. Doch die hohe Kunst des Lesens...

    Erst seitdem Aros mit ihr reiste, hatte sie ab und an etwas mehr Interesse daran gehabt. Er stammte aus einer Familie von gelehrten... oder zumindest vermutete Ivory das, der Gefährte hatte noch nie darüber gesprochen. Aber er konnte lesen und schreiben, soviel stand fest. Sie hatte ein wenig von ihm aufgeschnappt, konnte die Buchstaben entziffern vorausgesetzt sie waren ordentlich geschrieben. In manchen Dörfern konnte sie so dem Schild der Taverne entnehmen, was sie zu Abend speisen würden, anstatt sich auf ihr Glück zu verlassen. Aber ob ihre Fähigkeiten für einen ganzen Brief ausreichend waren? Na, vielleicht würde Bodid ihr helfen... als ehemaliger Hofschmied war er schriftliche Korrespondenz sicherlich gewohnt.

    Endlich rang sich Ivory zu einem Entschluss durch. Ganz sanft und vorsichtig brach sie mit ihren rauen Händen das Sigel und entrollte den Brief. Ebenso vorsichtig legte sie ihn dann auf den Tisch und strich ihn glatt. Halblaut vor sich hinmurmelnd begann sie einen Buchstaben nach dem anderen aneinander zu reihen. Vielleicht gelang ihr ja schon ein wenig herauszulesen, bevor Bodid mit dem Tee kam?
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  15. #15
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    Laleila sah ihre Mutter an und bei ihrer offensichtlichen Sorge schnürte sich der Magen der jungen Hylianerin zusammen. "Ich denke nicht, daß es gefährlich sein wird, Mama. Sieh, die Göttinnen sind auf unserer Seite," versuchte sie schnell, ihre Mutter aufzuheitern. "Außerdem sollten wir nicht so vorschnell ablehnen. Ich sollte wenigstens heute abend hingehen und mir anhören, was die Prinzessin zu sagen hat. Dann weiß ich ja, ob es gefährlich wird oder nicht."

  16. #16
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    Aros versuchte das Gestammel von Tinyael zusammezufügen, begann dann kurz zu lachen. "Schon gut, entschuldige, waren viele Fragen auf einmal. Ich möchte es nur wissen, schließlich bin ich nicht...", er senkte den Kopf, "nicht im guten von hier fortgegangen... und ich wollte mit ihnen reden." Er sah wieder auf und erlangte seine Fassung zurück.

    Dann folgte die Einladung in die hinteren Räume. Aros war es einerseits unangenehm, anderseits wollte er dem, der seinen Posten für ihn eingenommen hatte, nicht kränken; so stimmte Aros zu, Tinyael zu folgen.
    Als sie dort angekommen waren, begann Aros' Fragerei erneut. "Was gibt es neues in der Stadt, daß ich wissen muss?"
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  17. #17
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    Einen Moment befürchtete Ivory, die Marmorierung des Papiers, könne ihr das Lesen erschweren, doch die Maserung war so dezent, dass es nicht weiter störte. Dennoch brauchte sie einen Moment, ehe sie sich darauf konzentrieren konnte, den Inhalt zu entziffern, denn auch wenn sie nicht viel vom Schreiben verstand, so verfehlte die wunderschön geschwungene und kunstvolle Schrift nicht ihre Wirkung: ein jedes Wort, ein jeder Buchstabe gar war von solcher Eleganz und Perfektion, dass man einen Moment glauben konnte, man betrachtete Gemälde aus Linien. Sie sorgte sich schon, dass die Schrift in all ihrer Schönheit umso schwerer zu lesen sei, doch im Gegenteil, sie kam recht gut damit voran:

    Werte Ivory,

    wie trefflich das Schicksal manchmal zu wählen weiß, überrascht selbst mich stets von Neuem. So flüsterten mir die Göttinen Euren Namen, die ihr die Schülerin des von mir so hochgeschätzten....

    Weiter allerdings kam sie nicht, als sie mit einem mal Bodids Hand auf ihrer Schulter spürte. Sie war so konzentriert gewesen, dass sie gar nicht gemerkt hatte, dass er in die Stube zurückgekehrt war und bereits den Tee und etwas Gebäck auf den Tisch gestellt hatte. "Liest du meine Post?", fragte er scherzend und warf dann einen Blick in Richtung Tür. "Wer war es denn?"


    Ivory hob den Kopf und sah ihren ehemaligen Meister mit einem leicht verklärten Blick an. Noch immer schwirrten ihr die Worte im Kopf herum. Welch feine Art sich auszudrücken, doch was erwartete man sonst von einem Schreiber königlicher Post? Die Schrift war ebenso wunderbar wie das Papier in ihren Händen. All das machte den Brief für sie zu einem noch größeren Schatz. Nur langsam schaffte sie es aus der Verzauberung heraus und zurück in die gute Stube zu kommen.

    "Ein Bote der Prinzessin brachte mir dieses Schreiben. Er schien zu wissen, dass ich bei Euch bin..." sie sah ihn an, ihre Worte klangen ihr selbst nur wenig plausibel, aber ihr Name stand im Brief und er würde sicherlich glauben, was sie sagte. Schließlich war sie nie eine Lügnerin gewesen und ihr Meister war weise. Sicher verstand Bodid die Situation viel besser als sie... "Die Götter kennen meinen Namen!" meinte sie und sah ihn an... "Ich meine, ich soll euch grüßen, die Prinzessin lobt Eure Arbeit sehr.... und vielleicht könnt Ihr mir diesen Brief vorlesen? So viele Worte..." sie sah ihn an.

    Für jeden, der sie länger kannte, war es deutlich, dass sie sehr verwirrt sein musste. Sie hatte gerade innerhalb von Sekunden mehr gesagt als sonst über den Tag verteilt. Auch die Geschwindigkeit mit der die Worte aus ihrem Munde hervorsprudelten war verblüffend. Jedem anderen gegenüber hätte Ivory sicherlich versucht, Selbstbeherrschung zu bewahren, ihr Immage zu wahren. Doch ihrem Meister brachte sie blindes Vertrauen gegenüber. Er wüsste sicher, was richtig war...

    Bodid kam nicht umhin zu lachen, als er seine sonst so schweigsame Schülerin mit einem mal derart mitteilungsbedürftig und aufgeregt erlebte. "Es scheint, dies ist ein Tag der Überraschungen - erst euer Besuch und jetzt königliche Briefe", kommentierte er Ivorys Schilderung und auch wenn sie sah, dass er sich aus ihren Worten noch keinen so rechten Reim machen konnte, so nahm er sie doch mit erstaunlicher Gelassenheit, ja fast schon vergnügt hin.
    "Ja, die Prinzessin hat ihre Möglichkeiten zu erfahren, was in der Stadt vorgeht, auch wenn es doch ein arger Zufall ist, dass ihr Bote Dich gerade dann aufsucht, wenn Du bei mir zum Tee bist. Aber nett, dass sie mich grüßen lässt, sehr nett." Er lächelte und wirkte geschmeichelt von dem königlichen Kompliment. Dann aber griff er nach dem Schreiben, um es Ivory wie gewünscht vorzulesen:
    "Nun gut, dann sehen wir einmal, was so wichtig ist:

    Werte Ivory,

    wie trefflich das Schicksal manchmal zu wählen weiß, überrascht selbst mich stets von Neuem. So flüsterten mir die Göttinen Euren Namen, die ihr die Schülerin des von mir so hochgeschätzten....

    Einen Moment hielt Bodid inne und räusperte sich verlegen, ehe er weiterlas:

    ... so hochgeschätzten Bodid wart. Nun aber seid Ihr es, deren Hilfe ich ersuche und dies nicht nur aufgrund des zahlreichen Lobes, welches Euer Meister Euch zuspricht. Tapferkeit und Ehrgeiz zeichnen Euch aus und beides ist von großem Wert in Zeiten wie diesen. So möchte Ich Euch bitten, Euch heute abend bei mir im Schloss einzufinden, ich habe einen Auftrag von größter Wichtigkeit!

    In der Hoffnung, dass Ihr meiner Bitte nachkommen werdet,
    Prinzessin Zelda


    Sobald Bodid sich der Sache angenommen hatte, war Ivory verstummt und hatte wie gebannt seinen Worten gelauscht. Es klang plausibel, dass die Prinzessin auf irgendeine Weise ihren Standort herausgefunden hatte, sagte man ihr doch nach, dass sie alles wisse. Weniger plausibel erschien der Schmiedin, dass die Prinzessin sich ausgerechnet wegen ihr solche Umstände gemacht haben sollte. Als ihr ehemaliger Meister nun begann den Brief vorzulesen, fixierte sie ihn mit ihren dunklen Augen, so als wolle sie jedes Wort von seinen Lippen ablesen. Als er sich unterbrach lächelte sie und ihre Wangen verdunkelten sich ein wenig, ob der Verlegenheit, die dieses Lob auslöste. Fürwahr, Bodid war ein hervorragender Waffenschmied, doch dass auch ihre Fähigkeiten gelobt wurden…

    Schnell wich aber jede Farbe aus Ivorys Gesicht, als der Schmied zu dem Sinn des Schreibens kam. Es musste ein Irrtum vorliegen. Warum sollte ausgerechnet sie, eine einfache Frau vom Lande, mit einem solch wichtigen Auftrag betraut werden? Doch war es Frevel an den Göttern oder der Prinzessin zu zweifeln. Vor allem aber stand ihr Name auf dem Pergament. Bodid hatte sicherlich nicht mehrere Schülerinnen diesen Namens gehabt – ‚Ivory’ war weder in dieser Gegend besonders geläufig, noch in einer anderen, in der sie je gewesen war. Soweit sie wusste war sie sogar die einzige weibliche Waffenschmiedin, die Bodid je ausgebildet hatte…

    Aber sie konnte auf keinen Fall annehmen! Selbstverständlich würde sie am Abend im Schloss erscheinen, es wäre unhöflich ein Schreiben der Prinzessin einfach so zu ignorieren. Doch Aros wartete in der Taverne auf sie, schließlich hatten sie vorgehabt, bald zu einer neuen Reise aufzubrechen. Es war nicht Ivorys Art, Abmachungen zu brechen oder Freunde im Stich zu lassen. Aros war so ein Freund und Ivory konnte sich nicht vorstellen, ihn einfach zurück zu lassen – nicht mal für einen Auftrag der Prinzessin.

    Während all diese Gedanken – und noch allerlei andere Dinge – durch ihren Kopf schwirrten, griff Ivory schweigend nach einem Stück Gebäck und einer Tasse Tee. Sie aß und trank in aller Ruhe und wartete auf eine Reaktion Bodids.

    Noch während er gelesen hatte, war Bodids Stimme etwas leiser und andächtiger geworden. Auch wenn er meist den Eindruck machte, nichts könne ihn aus der Fassung bringen, so merkte Ivory doch deutlich, dass er zutiefst beeindruckt war. Vorsichtig legte er den Brief vor sie auf den Tisch, dann setzte er sich zu ihr, stützte die Ellbogen auf den Tisch und verschränkte die Hände ineinander. In dieser nachdenklichen Pose verharrte er und blickte dabei zu seiner ehemaligen Schülerin. Zuneigung, Bewunderung und Sorge lagen in seinem Blick und sie glaubte fast, der alte Mann könne sie einfach durchleuchten mit seinen tiefgrünen Augen. Und als er schließlich sprach, war es tatsächlich so, dass er ihre Zweifel ganz offensichtlich bemerkt hatte:
    „Sowohl die Göttinnen als auch unsere Prinzessin schlagen bisweilen Wege ein, die wir nicht immer verstehen können, doch in einem bin ich mehr sehr sicher: dass ihre Entscheidungen stets weise sind.“

    Er lächelte sie an und dann mit einem male war die Unbeschwertheit zurück, die er kurz zuvor schon an den Tag gelegt hatte: „Und nun genug davon, wenn Du mich schon besuchst, so wollen wir den Tag nicht damit vergeuden über Briefe in Schönschrift zu grübeln. Sag, wirst du bald das feine Gebäck loben? Liakar ist wahrlich ein großartiger Bäcker. Und eine hübsche Tochter hat er außerdem. Das arme Ding verdient ihr Geld mit Tanz und Musik, doch momentan ist den Leuten nicht daran, sich unterhalten zu lassen. Dabei täte ein wenig Ablenkung den meisten nur gut!“



    Mit einem strahlenden Lächeln nahm sich Ivory noch ein weiteres Stück Gebäck. „Wahrlich nicht schlecht!“ neckte sie den Schmied, doch der Genuss, mit dem sie ihr Stück verspeiste sprach eine andere Sprache. Hervorragend war gar kein Ausdruck. Schon immer hatte sie Liakars Künste geschätzt und für sich und den Meister etwas gekauft, sobald sie mal ein wenig Geld übrig hatte. An seine Tochter erinnerte sie sich auch noch, ein fröhliches kleines Mädchen mit goldenem Haar und funkelnden Augen. Oft hatte die junge Schmiedin aus den Resten ihrer Arbeit kleine bronzene Haarspangen gefertigt und sie Lirael gegeben, für die Tochter gegeben. Auch hatte sie immer ein nettes Wort oder ein freundliches Lächeln für Laleila übrig gehabt.

    Wie alt mochte diese gewesen sein, als Ivory auf Gesellenreise ging? Vielleicht sechs oder sieben Jahre alt? Hylianer waren ja schon immer ein wenig zierlicher gebaut. Das Kind mochte auch schon neun gewesen sein. Sie hatte nie danach gefragt… Aber dass dieser kleine Sonnenschein nun zu einer Musikerin und Tänzerin geworden war… Fürwahr, sie war stets ein fröhlicher kleiner Wildfang und auch schon als Kind hatte sie fabelhaft auf ihrer kleinen Flöte gespielt. „Zu schade, dass ich wohl keine Gelegenheit haben werde, Liakars Familie zu besuchen!“ Bodid wusste wohl, wie sehr seine ehemalige Schülerin Tanz und Musik schätzte und stets bedauert hatte zu keinem von beidem begabt zu sein.

    Erneut nippte sie an ihrem Tee, sah ihn mit sanftem Lächeln an und dachte darüber nach, dass sie schon viel früher hätte zurückkehren sollen um ihn zu besuchen. Sie nahm sich vor, in Zukunft öfter in Hyrule Stadt halt zu machen um ihn zu besuchen, wenn sie in der Gegend war. Besuch und Neuigkeiten aus Hyrule würden Bodid sicherlich freuen…
    Geändert von Felina Noctis (27.11.2007 um 20:13 Uhr)
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  18. #18
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    Die Mutter seufzte, doch dann nickte sie Laleila aufmunternd zu und rang sich ein Lächeln ab: "Natürlich solltest Du hingegen, Leila! Die Prinzessin von Hyrule hat Dir eine persönliche Einladung geschickt, wer wärst Du, dem nicht nachzukommen?" Sie lachte, um ihre zur Schau gestellte Unbekümmertheit zu unterstreichen, dann strich sie der Tochter liebevoll über die Wange. "Erzähle nur Deinem Vater noch nichts, damit er sich nicht sorgt. Ich sage ihm, dass Du Dich für heute abend schonen musst, dann brauchst Du ihm nicht in der Backstube helfen - schließlich kannst Du nicht mit Mehl verschmiert aufs Schloss! Zieh Dir ja etwas schönes an, wenn Du der Prinzessin gegenüber trittst!"

    Schließlich ließ Lirael ihre Tochter alleine und begab sich wieder hinunter zu Liakar um ihm bei der Arbeit zu helfen.
    Für Laleila aber schienen die Stunden sich zu ziehen wie zäher Haferschleim und je näher der Abend rückte, umso langsamer schien die Zeit zu vergehen.
    So sah sie der Sonne regelrecht zu, wie sie sich dem Horizont näherte, wohl wissend, dass sie nicht untergehen sehen würde, da zuvor die Magie der Lichtgeister zu wirken begann und es dann zu hell war, um die rotgefärbte Scheibe in der Ferne verschwinden zu sehen.
    Irgendwann rief die Mutter von unten zum Abendbrot, allerdings bekam Laleila kaum etwas herunter, denn inzwischen hatte eine gewisse Aufregung sie ergriffen, was sie auf dem Schloss wohl erwarten würde. Ihr Vater nahm es zum Zeichen dafür, dass es ihr wirklich nicht sonderlich gut ging und ermahnte sie, am heutigen Abend doch besser zuhause zu bleiben oder wenigstens nicht allzu lange tanzen zu gehen. Als er aber merkte, dass sie nichtsdestotrotz vorhatte das Haus zu verlassen, klagte er nur gespielt dramatisch, dass man mit Kindern nichts als Ärger habe - doch Laleila wusste natürlich, dass er nicht wirklich ernst meinte.

    Schließlich war es soweit und als sie gerade gehen wollte, rief Lirael sie noch einmal zu sich, um ihr zu sagen, dass sie auf sich achtgeben sollte. Das war freilich eine eigenartige Aufforderung, schließlich war sie jede Nacht in der Stadt unterwegs und das auch schon, als es abends noch dunkel geworden war. Doch irgendetwas schien ihre Mutter zu bedrücken und als sie schließlich die Straße hinab und in Richtung Schloss ging, sah sie, wie diese ihr noch aus dem Fenster hinterherblickte.

    *

    Bereitwillig gab Tinyael Auskunft auf alles was Aros interessierte. Natürlich gab es viel zu berichten, zum einen den üblichen Klatsch, doch das machte den geringeren Teil aus. Vor allem über den mysteriösen Fluch und darüber, dass die Hauptstadt seit nun elf Tagen eine Zone des immerwährenden Lichts war, gab es viel zu berichten und was Aros bereits auf dem Weg durch die Stadt hatte beobachten können, bestätigte der Tempeldiener nun noch einmal: die Menschen waren übermüdet, verstört, übellaunig und verängstigt.
    Der Tempel, so erzählte Tinyael weiter, wurde natürlich gerade in diesen Zeiten viel besucht: viele kamen um nach Rat zu fragen, um Beistand oder Schutz zu bitten. Am morgen waren einige Frauen da gewesen, welche enttäuscht hatten feststellen müssen, dass der Priester und die oberste Tempeldienerin nicht anwesend waren. Anscheinend hatte sich das schnell herumgesprochen, denn seither war der Tag verblüffend ruhig verlaufen.

    Als wollten sie seine Worte Lügen strafen, tauchten kurz darauf gleich eine kleine Schar von Leuten auf, sowohl einige Städter, die zum Gebet kamen, als auch Pilgerer aus weiter entfernten Gegenden, von denen einige hofften, hier im Tempel eine Erlösung von dem Fluch zu finden.
    Tinyael bemühte sich nach Kräften, allen gerecht zu werden und Aros half ein wenig, soweit er noch wusste, was zu tun war.
    Er war überrascht, als er merkte, wie rasch die Stunden vergingen und es bereits an der Zeit war, zurück in die Stadt zu kehren. Tinyael versprach, den Eltern die besten Grüße auszurichten und ihm, sollte er noch in der Stadt sein, Bescheid zu geben, wenn sie zurückkehrten.

    Auf dem Weg hinab überlegte Aros, was er nun tun sollte. Er hatte sich mit Ivory nicht fest verabredet, es war nur die Rede davon gewesen, sich wieder in der Taverne zu treffen. Dennoch wusste er ja nicht, wie lange die Audienz im Schloss andauern und was genau die Prinzessin von ihm verlangen würde, also er beschloss er, dennoch zuerst in der Taverne nachzusehen, ob seine Gefährtin vielleicht schon zurückgekehrt war. Da dies aber nicht der Fall war, bat er den Wirt ihr auszurichten, dass er vielleicht erst später zurückkehren würde und machte sich dann auf in Richtung des Schlosses.

    *

    Bodid verstand es vortrefflich die seltsame Stimmung, die das Schreiben erzeugt hatte, zu vertreiben und die beiden verbrachten den Tag mit freundschaftlichem Plaudern - das heißt, vor allem Bodid plauderte, denn auch wenn Ivory im Angesicht der Unbeschwertheit ihres Treffens eine für ihre Verhältnisse lockere Zunge bewies, so lag es doch einfach in ihrem Naturel, dass sie eine bessere Zuhörerin als Unterhalterin war. Hinzu kam, dass der alte Schmied seinen Ruhestand zu genießen schien oder aber im Alter einfach geschwätziger geworden war, denn so ausgelassen wie heute, hatte sie ihn nun doch selten erlebt. Doch natürlich war das etwas anderes gewesen, damals in der Schmiede, denn da hatte er schließlich ein Meister-Lehrlings-Verhältnis wahren müssen.

    Die Zeit verging wie im Fluge, und hätte Bodid sie nicht irgendwann darauf aufmerksam gemacht, sie hätte vollkommen vergessen, dass die mysteriöse Einladung aufs Schloss noch ausstand. Der gemeinsame Tag war so unterhaltsam gewesen, dass sie einfach nicht mehr daran gedacht hatte.
    Also verabschiedeten sie sich und Ivory musste versprechen, dass ihr nächster Besuch nicht wieder derart lange auf sich warten lassen würde.
    Als sie sich schließlich aufmachte, beschloss sie, erst die Angelegenheit auf dem Schlosse hinter sich zu bringen und sich danach mit Aros in der Taverne zu treffen. Sie hatten sich schließlich nicht fest verabredet und er würde schon wissen, dass sie auf sich selbst achtgeben konnte, falls sie etwas länger brauchen würde. Doch sie hatte ja ohnehin vor abzulehnen und sicher würde die Prinzessin sie dann auch sogleich wieder entlassen. Also schlug sie den Weg zum Schlosstor ein.

    *

    Inzwischen war die Sonne untergegangen und die Stadt wurde vom Zauber der Lichtgeister in das warme, freundliche Leuchten getaucht, das die Nacht vertrieb. Der große Platz im Zentrum der Stadt war weitestgehend verlassen, nur das Plätschern des Springbrunnens in seiner Mitte war zu vernehmen, sowie das Klappern der Stühle, welche der Besitzer des kleinen Kaffeehauses am Rande des Platzes gerade forträumte.
    Der Platz, der vor dem Aufgang zum Schloss lag, war kreisförmig angelegt und rundherum waren neben dem Kaffeehaus zahlreiche Geschäfte und Verkaufsstände, welche aber alle bereits geschlossen hatten. In den Stockwerken darüber waren die Wohnungen der wohlhabenderen Bürger der Stadt, die es sich leisten konnten, direkt am Schloss zu wohnen.
    Im Norden des Platzes war ein großer Torbogen, hinter welchem ein mächtige Steintreppe, die links und rechts von marmornen Säulen gesäumt war, zum Schlosstor empor führte.
    Laleila kam von Westen aus dem Einkaufs- und Marktviertel, in welchem die Backstube ihrer Eltern lag.
    Aros hingegen kam die südliche Straße herauf, die vom Stadttor durch das Wohnviertel herführte.
    Ivory schließlich kam aus dem Handwerkerbezirk im Osten.
    Der Besitzer des Kaffeehauses hatte seine Bestuhlung inzwischen vollständig verstaut und war im Innern des Hauses verschwunden, so dass außer den dreien nur noch eine Gruppe von drei Straßenmusikern anwesend war, die gerade das Geld zählten, welches die Leute im Laufe des Tages in ihren Korb geworfen hatten, sowie die beiden Wachen, die links und rechts am Torbogen postiert waren.
    Geändert von Foxx (27.11.2007 um 23:01 Uhr)

  19. #19
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    Laleila glaubte ihrer Mutter nicht so recht, aber sie beließ es vorerst dabei. Vielleicht würde sich alles als ganz harmlos herausstellen und Lirael würde sich wieder beruhigen.

    Der Tag schien so gar nicht vergehen zu wollen und Laleila konnte sich nur schwer ablenken. Sie konnte nicht recht ihre Stücke üben und so verbrachte sie die Zeit damit, sich die geeignete Kleidung für ihre Audienz bei der Prinzessin auszusuchen.

    Das Abendessen verlief eher schweigsam und Laleila hatte keinen großen Appetit, so aß sie nur ein paar Happen. Sie war so aufgeregt...
    Schließlich zog sie ihr blaues Seidenkleid an, steckte ihr Haar kunstvoll hoch und verließ das Haus. Nicht, ohne sich von ihren Eltern zu verabschieden und die Bemerkung ihres Vaters mit einem Augenrollen zu quittieren. eingehüllt in ihren warmen Umhang strebte sie auf schnellstem Wege zum Schloß. Das flotte Gehen tat ihr gut und ihre Nervosität legte sich etwas.

    Endlich tauchte das Schloß vor Laleila auf und sie steuerte zielsicher auf die ihr am nächsten liegende Treppe zu. Den Straßenmusikanten warf sie nur einen beiläufigen Blick zu. Sie waren für sie keine Konkurrenz!

  20. #20
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    Ivory hatte den Tag mit ihrem Meister sehr genossen. Es war wunderbar die Neuigkeiten aus der Stadt und von alten Bekannten und Freunden zu hören. Bodid wusste sogar den neuesten - und etwas älteren - Klatsch. So erzählte er ihr auch, dass der Erbe des Tempels sich lieber auf und davon gemacht hatte, als Priester zu werden, dass es einen neuen Schneider gab, der nur gegen teure Bezahlung arbeitete und dabei kaum als Meister seiner Zunft bezeichnet werden konnte. Kurzum, Ivory wusste am Ende des Tages ziemlich alles, was sie auch gewusst hätte, wenn sie nicht in die Ferne gezogen wäre.

    Sie selbst war wie gewohnt schweigsam, bestätigte die besorgte Annahme, dass sie genug verdiente auf ihren Reisen, erwähnte kurz ihren neuen Reisegefährten und versprach sich zu überlegen, irgendwann in Hyrule sesshaft zu werden und Bodids alte Schmiede zu übernehmen, sollte sie des Reisens jemals mpde sein.

    Schließlich war es Zeit Abschied zu nehmen. Ivory schloss den alten Mann kurz in die Arme und drückte ihn fest an sich. Als er die Umarmung zurückgab erkannte sie zu ihrer Freude, dass er noch genug seiner alten Kraft übrig hatte um nicht als Tattergreis bezeichnet zu werden. Sie versprach ihm, ihm ab und an Nachricht zu senden und ihn öfter zu besuchen. Dann machte sie sich auf den Weg zum Schloss.

    Natürlich kannte sie den schnellsten Weg zum Schloss, so wie jeder Mensch in Hyrule wusste, wo das Schloss lag. Sie gelangte zum Marktplatz, als eben die Sonne unterging, genoß die warmen Strahlen und wurde zum zweiten Mal durch das Aufflammen der göttlichen Lichter überrascht. Sie wusste nicht, was sie weniger mochte: Diesen Mangel and Dunkelheit, oder die Verwandlungen, denen sie außerhalb der Stadt unterworfen war. Allerdings genoss sie es, nicht jeden Morgen mit einem flauen Gefühl im Magen und einem komischen Geschmack im Mund - mal Hammel, mal Honig, einmal sogar Tannenzapfen - zu erwachen.

    Als sie nun die letzten Strahlen der Sonne genossen und ein wenig dem Wirt beim Aufräumen seiner Stühle zugeschaut hatte, machte sie sich auf den Weg zur Eingangstreppe des Schlosses. Im Vorbeigehen warf sie noch ein paar kleine Münzen - welche sie in ihrer Umhangstasche fand - in den Hut der Musiker und folgte dann einer blonden jungen Frau, welche kurz vor ihr an die Treppe gelangt war. Gerade als sie an den Wachen vorbei und durch das Tor gehen wollte, sah sie aus den Augenwinkeln eine Person, die ihr verdächtig bekannt vorkam. Sie wandte sie um und ihre Miene verriet nicht die Überraschung, welche sie empfand Aros zu sehen. Mit verschrenkten Armen blieb sie ungefähr auf Höhe der Wachen stehen und erwartete ihren Reisegefährten mit ernstem Gesicht und einem freundlichen Lächeln in den Augen.
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  21. #21
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    Aros lauschte den Ausführungen von Tinyael genauestens, versuchte sich alles zu merken und das wichtige herauszufiltern. Er genoss die Ruhe im Tempel und das Gespräch, freute sich, daß kaum jemand den Tempel aufsuchte, doch just bei dem Gedanken erschien eine Gruppe von Hilfesuchenden. Aros bot Tinyael an, ihm zu helfen so gut er konnte und Aros kam es so vor, als geniesse Tinyael es, mehr zu wissen und leisten zu können, als Aros. Er nahm es ihm nicht übel, schließlich stand er sehr lange in Aros' Schatten und nun konnte er sich frei entfalten.

    Nach den Stunden packte er seine Sachen, allen voran den Umhang und warf ihn sich über, verabschiedete sich von Tinyael, mit fester Absicht bis zur nächsten Rückkehr weniger Zeit verstreichen zu lassen, dann schritt er auf die Taverne zu in der er und Ivory genächtigt hatten, um sie aufzusuchen.

    Als sie nicht an der Taverne war, bat er noch den Wirt, ihr auszurichten, daß er noch etwas tun musste und sie hier auf ihn warten sollte, dann begab er sich in Richtung Schloss.

    Auf dem Weg bemerkte Aros, wie die Sonne unterging und die künstliche Helligkeit die Bewohner der Stadt schützte. Leicht schüttelte es ihn, als er daran dachte, daß er jetzt außerhalb der Stadt wohl auf Jagd nach Mäusen wäre... Die Stadt war allerdings fast wie ausgestorben, als Aros aus Süden vor das Schloss trat - und schließlich bei einem Blick in die Runde Ivory erkannte, die ebenfalls auf das Schloss zuging.

    Vor Ivory war noch eine blonde Hylianerin, wie Aros auf den ersten Blick erkannte, dann wandte sich Ivory um. Aros schmunzelte, er hatte zwar nicht versucht, sich an sie heranzuschleichen, doch sie hätte ihn so oder so gesehen. Keinen Moment lang zögerte Aros, daß auch Ivory zur Prinzessin geladen war und nun wurde ihm auch klar, warum er seine Eltern besuchen wollte - das Schicksal hatte wohl etwas mit ihm und seiner Begleiterin vor. Mit einem freundlichen Lächeln schritt er auf Ivory zu und nickte, als er die Vorladung der Prinzessin aus seiner Tasche zog, sollten die Soldaten danach fragen.
    Those Wings... I want them too!

  22. #22
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    "Heh, wohin des Weges?" sprach eine der beiden Wachen Laleila mit strengem Ton an, als sie sich anschickte durch den Torbogen zu eilen und trat ihr in den Weg. Der zweite Soldat rührte sich ebenfalls, lenkte seine Aufmerksamkeit jedoch eher auf Aros und vor allem Ivory, deren mächtige Gestalt wohl selbst auf einen bewaffneten Wachposten Eindruck machte. Als er sah, dass Aros ein Papier zückte, kniff er prüfend die Augen zusammen, als versuche er trotz der Entfernung etwas zu erkennen, lief dann zu seinem Kollegen(allerdings ohne den Blick von der Schmiedin und dem Jäger zu nehmen), welcher vor Laleila stand und flüsterte diesem etwas ins Ohr. Der blickte daraufhin ebenfalls kurz herüber zu Aros, widmete sich dann aber zunächst wieder der jungen Hylianerin: "Also, wohin gedenkst du zu dieser Stunde zu gehen? Weder ist heute Audienztag noch die rechte Zeit."

  23. #23
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Da Ivory den Wachposten den Rücken gekehrt hatte, entgingen ihr die zweifelnden Blicke des zweiten Soldaten. Ihre Aufmerksamkeit war voll und ganz auf ihren Weggefährten gerichtet. Dennoch kam sie nicht umhin, die Worte zu hören, welche die Wache an Laleila richtete. Nun denn, Aros zückte bereits seine Einladung und Ivory folgte seinem Beispiel, zog ihr Pergament mit einem kurzen Griff unter dem Umhang hervor.

    Sie wartete noch einen Moment, bis der Hylianer sie erreicht hatte, begrüßte diesen mit einem freundlichen Nicken. Dann wandte sie sich stumm zum Tor und zu den Wachposten und schritt forsch auf denjenigen zu, welcher sie und Aros bereits mit seinen Blicken taxierte. Wortlos hielt sie ihm das Schreiben hin und wartete darauf, dass er es prüfen und sie durchwinken möge.
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  24. #24
    Mitglied Avatar von Genesis
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    Aros schritt zu Ivory und sah sie kurz an, als sie auch, wie erwartet, eine Einladung zog. Aros lächelte wieder kurz, wartete dann, bis Ivory weiter ging und schritt neben ihr her, hielt dann dem Wachposten die Einladung hin, es Ivory gleich tuend. Dabei beobachtete er, wie die blonde Hylianerin von der Wache zurückgehalten wurde. Fast lächelte Aros deswegen, daß es tatsächlich eine Hylianerin gab, die einfach so in das Schloß spazieren wollte, doch wahrscheinlich hatte sie ebenfalls eine Einladung, warum sollte sie sonst hier sein?

    "Wir haben eine Vorladung ihrer Majestät, Prinzessin Zelda erhalten. Würdet Ihr uns freundlicherweise mitteilen, wo wir erwartet werden?" sprach Aros dann die Wache an, als er den Blick von dieser an Ivory bemerkte.
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  25. #25
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    Laliela bemerkte zwar aus den Augenwinkeln Ivory und Aros, aber sie erkannte sie nicht. Zuviel Zeit war schon vergangen. Als sie am Tor aufgehalten wurde, zückte sie in einer fließenden Bewegung die Einladung und ließ sie direkt vor der Nase des Soldaten ausklappen. "Zu Ihrer Majestät, Prinzessin Zelda," erwiderte sie ruhig.

    Sie bekam noch mit, wie der zweite Soldat sich den anderen beiden Personen widmete. Offensichtlich war sie nicht die einzige, die die Prinzessin heute abend noch sehen wollte.

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