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    Post Comic-Stammtisch Wunschtitel: Pirat Schwarzbart und Old Nick

    Pirat Schwarzbart und Old Nick






    Orginaltitel: Le vieux Nick et Barbe noire - Dupuis
    - Aux mains des Akwabons (01/1964)
    Verlag: Feest - Band 9
    Deutsche Veröffentlichung: 1992
    Autor/Zeichner: Marcel Remacle



    Deutsche Erstveröffentlichung des hier genannten Albums erschien in Fix + Foxi Super Tip Top Nr. 8 unter dem Titel:
    Old Nick - Die Kokibalen bitten zu Tisch
    Auch wurden schon einige Geschichten in Lupo Modern/TIP TOP und in der Kauka Super Serie (Nachfolger von FF Super Tip Top) in den 1960er Jahren veröffentlicht.
    Eine weitere Kurzgeschichte erschien noch in Pepito Nr. 1/1974

    Zwischen 1980-1981 brachte der Bastei-Verlag 22 grossformatige Hefte unter dem Titel Schwarzbart der Pirat heraus, bevor dann 1987-1992 im Feest Verlag 9 Alben erschienen.





    Szenario/Zeichner: Marcel Remacle

    Marcel Remacle, geb. 16.01.1926 zählte zu den klassischen Künstlern beim Magazin Spirou.
    Im Alter von 18 Jahren, veröffentlichte er seine erste Karikaturen unter seinem Pseudonym Ted Smedley,
    in den belgischen Zeitungen Le Moustique, Pourquoi Pas, En marche, L'Ane roux...

    1956 bekam er eine Anstellung bei Dupuis, für dessen Kunststudio er mit Arbeiten im Stile der École Marcinelle beauftragt wurde.
    Er entwirft seine erste Kurzgeschichte "Le Mousquetaire" und für das Magazin Risque-Tout, Bobosse [1] , eine Serie über einen freundlichen kleinen Hund.
    Nach Einstellung des Magazins, setzte er die Arbeit an dieser Serie für Spirou fort.

    1958 enstand seine erfolgreichste Serie Old Nick (Vieux Nick), die ebenfalls zuerst in Spirou veröffentlicht wurde, und ab Januar 1960 dann als Albenserie bei Dupuis erschien.
    Nach einigen Episoden bekam Nick – der alte Seemann – den Piraten Schwarzbart (Barbe Noir) zur Seite gestellt, welcher schon bald dem eigentlichen Hauptdarsteller in der Popularität den Rang ablaufen sollte.
    Marcel Remacle blieb der Serie bis Mitte der 1990er Jahre treu - zeichnete und entwarf insgesamt 26 Alben + 5 Mini-recits.

    1964 zeichnete er zusätzlich 3 Geschichten der Wikinger-Reihe Jolle der Wikinger (Hultrasson) [2], für das Marcel Denis das Szenario entwarf.
    Beim abschliessenden 4. Album übernahm dann Maurice Tillieux als Autor und Vittorio Leonardo als Zeichner die Reihe.

    Marcel Remacle verstarb im Alter von 72 Jahren am 01.Jan.1999

    [1] - Bobosse erschien unter dem Titel Tuffis Abenteuer in Pepito # 22-26/1973 - Kauka
    [2] - Die Serie erschien in Deutschland in der Reihe Bastei Comic Nr. 2,4,7,15

    [Quelle: Lambiek]


    auf deutsch noch unveröffentlicht:

    - Les blaireaux sont fatigués
    - L'humour prend la mer
    - L'îlot mouvant
    - Petit manuel du parfait naufragé







    Hier noch zwei Links zur Recherche in den diversen Magazinen:

    - Old Nick im Magazin Spirou
    - Kaukapedia








    Band 9
    Der Gott

    der

    Akwabons



    In Charlestown findet das jährliche Sänften-Wettrennen statt. Der zum Lord ernannte „von Schwarzbart“ hat sich zum wohltätigen Ehrenmann gewandelt, der im Wirtshaus ein Glas Milch zu sich nimmt, Damen über verdreckte Straßen geleitet und Bettlern regelmäßig Geld spendet. Seine Träger für das Wettrennen trainieren eifrig für das große Ereignis.

    Als Sir Herkules Floxpopom von seinen eigenen Leuten überfallen und ausgeraubt wird, macht er sich mit Schwarzbart, Kapitän Nick und Sebastian sofort auf die Verfolgung der Übeltäter. Nicht lange und die Schurken sind gestellt und die Beute zurückerobert. Weil Floxpopom nun aber ohne Träger für das Rennen dasteht, bieten sich Nick und Sebastian als Aushilfe an.

    Des Nachts wird Schwarzbart von seinem Opa aus dem Schlaf gerissen, der sich sehr über die Wandlung seines Enkelsohnes wundert. Als der Großvater aber von einer millionenschweren Schatzkarte erzählt, die in Floxpopoms Sänfte versteckt sein soll, ist Schwarzbart gleich wieder der Alte!

    Am Renntag geht es in Charlestown drunter und drüber! Wetten werden auf die Sieger abgeschlossen, die Mannschaften machen sich warm, der Einzelhandel blüht genauso auf wie der Taschendiebstahl … Dann fällt der Startschuß per Kanonenböller. Hunderte von Trägern sausen mit den Sänften davon.

    Doch es bahnt sich Unheil an für die Mannschaften: die Kutscher sehen sich durch die Sänften in ihrer Existenz bedroht! Kurzerhand blockieren sie mit einer großen Pferdekutsche die Rennstrecke, mit der Folge, daß fast alle Sänften zu Bruch gehen! Plötzlich sind nur noch Schwarzbart und Floxpopom mit seinen Trägern Nick und Sebastian im Rennen!

    Doch die Piraten sind gar nicht auf den Sieg aus, sondern auf die Schatzkarte! Deshalb lauern sie, in Führung liegend, dem zweiten Team auf. Im folgenden Handgemenge reißen Schwarzbart und Floxpopom die Karte in zwei Stücke. Als hervorragender Bauchredner gelingt es Letzterem, die Piraten mit einem Trick zu täuschen und in die Flucht zu schlagen. Doch Schwarzbart und sein Opa verfügen nun über die Kartenhälfte mit der genauen Angabe der Schatzfundstelle, während Floxpopoms Hälfte die geographische Lage der betreffenden Insel enthält.

    In Newoldchester schiffen sich Floxpopom, Nick und Sebastian auf dem Zweimaster „Die Furie“ ein, um die Schatzinsel anzusteuern. Dort – so hoffen sie – werden sie dank der Piraten die Fundstelle entdecken. Schwarzbart hat sich unterdessen mit seinem Großvater das Segelschiff „Petulie“ unter den Nagel gerissen, eine zwielichtige Mannschaft angeheuert und sich gleichfalls auf den Weg gemacht in der Hoffnung, im Gefolge der anderen die Insel zu finden.

    Nach wochenlangem Segeln im Konvoi landen beide Schiffe tatsächlich an entgegengesetzten Ufern einer kahlen Insel. Schwarzbart hat Glück und findet sofort den markierten Stein, von dem aus genau 5000 Schritte geradeaus Richtung Norden zu marschieren sind bis zum vergrabenen Schatz.

    Nach einem turbulenten Fußmarsch erreichen die beiden Schurken des Nachts tatsächlich die vorausberechnete Stelle – mitten in der Hütte eines Eingeborenen! Die Kontaktaufnahme zu den Insulanern, genannt Akwabons, erweist sich als schwierig, bis der Königssohn, Prinz Klatschmon, auftaucht, der sich problemlos mit den Piraten verständigen kann. Schwarzbart wird vom Medizinmann Raguu-Raguu zum Modell für eine neue Skulptur ausgewählt und fortan zum großen Gropopom befördert.

    Als Gropopom befiehlt Schwarzbart den Akwabons, drei Fremdlinge, die die Insel betreten haben, zu ergreifen und ins Dorf zu bringen. Mit Blasrohren bewaffnet, macht sich umgehend eine Gruppe Krieger auf den Weg und nimmt tatsächlich Floxpopom, Nick und Sebastian gefangen. Die drei landen flugs am Marterpfahl!

    Derweil hat Großpapa die Schatzkiste ausgraben lassen. Doch sie enthält zu seinem Entsetzen keine Dukaten, sondern nur unbrauchbare Kleidungsstücke! Da ertönt laut über den Dorfplatz eine donnernde Stimme, behauptet, der richtige Gropopom zu sein und verlangt von den Akwabons, die Gefangenen als Freunde anzusehen, sie sofort zu befreien und ihnen zu gehorchen. Floxpopom ist eben ein begnadeter Bauchredner!

    Plötzlich reißt die Erde auf – ein Erdbeben! Schwarzbart und Großpapa stürzen in die Spalte, doch tauchen sie schnell wieder an der Oberfläche auf, jubelnd und mit funkelnden Kronen auf dem Kopf! Sie haben den gesuchten Schatz gefunden! Doch wem steht er zu? Schließlich läßt Floxpopom wieder „Gropopom“ ertönen, wonach die Fremden mit dem Fund in Frieden abziehen sollen.

    Auch die letzte Hoffnung der beiden Piraten, ihre auf der „Petulie“ wartende Mannschaft, zerbricht, als sie sehen, daß ihr Schiff durch das Erdbeben gestrandet ist und ihre Leute von der Mannschaft Floxpopoms festgesetzt worden sind. Der Schatz wird zwischen Nick, Sebastian und Sir Floxpopom gedrittelt. Zurück in England werden Schwarzbart und Großpapa von Soldaten mit einer Sänfte empfangen – und ins Gefängnis getragen!






    ENDE



    [Wunschtitel Inhaltsangabe: kaschi]





    Link zu unseren Termine + Regelwerk
    Geändert von hipgnosis (29.06.2007 um 17:00 Uhr)

  2. #2
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    Old Nick und Schwarzbart habe ich bereits vor knapp 40 Jahren als Kind kennengelernt, im Rahmen der diversen Kauka-Heftreihen.

    Und um gleich mit einem Mißverständnis aufzuräumen, das mir bei dem einen oder anderen Posting im Hauptthread durchzuklingen schien: dies hier ist zwar mein Wunschtitel - die Serie ist allerdings keineswegs mein absoluter Favorit (nicht mal mein relativer ...). Ich habe einfach nur gedacht, daß die beiden Seemänner auch mal dran sein sollten, wobei ich ihnen bei den Abstimmungen keine großen Chancen eingeräumt hätte. Also, Rücksichtnahme auf den Wünschenden ist nicht vonnöten, erstens schon mal grundsätzlich nicht und zweitens in diesem Fall sowieso nicht. Ich habe meinerseits ja auch schon des öfteren "herumgemosert", wenn auch zuletzt, äh "bonitär", auf ganz einsamem Posten ...

    Zwar isses nicht meine Lieblingsserie, aber mögen mag ich sie schon ... Wenn die École Marcinelle sich mit Humor und Nostalgie verbindet, bin ich immer dafür zu haben!

    Interessant wird auch der Vergleich der drei deutschen Fassungen dieses Albums werden: Kauka, Bastei und Feest. Ich sach nur: Konsul Kiessänger, Genossen, D.G.B. ...

    Später mehr.

  3. #3
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    Ging ja doch schneller als geplant. Na dann will ich mal als Zweiter:

    Der Gott der Akwabons erzählt uns die tragische Geschichte des Kriminellen Schwarzbart, der vergeblich versucht, ein Leben in Anstand und Würde zu führen. Dem schlechten Einfluss seines Großvaters und den Vorurteilen einer gnadenlosen Gesellschaft ausgesetzt und erlegen, gerät er zurück auf die schiefe Bahn, die er zu verlassen suchte.
    Wer meint es hier mit einem humoristischen Comic zu tun zu haben, irrt gründlich.
    Es ist vielmehr ein Rührstück, getragen von abgründiger Tiefe und dramatischen Gestus.

    Aber der Reihe nach:
    Wir alle kennen Schwarzbart, seinen Opa, Old Nick und Sebastian von unzähligen maritimen Abenteuern.
    Dieses Quartett bildet auch im Album 9 der Serie das Gerüst für eine Geschichte voller Dramatik und Humor.
    Alles beginnt mit einem sichtlich um seine Resozialisierung besorgten ehemaligen Piratenkapitän.
    Selbst die ewigen Nörgler und Unsympathen Old Nick und Sebastian müssen dies anerkennen. Die beiden tragen die subtilste Botschaft dieses sophisticated comic: Old Nick ist – wie bereits sein Name andeutet – der Teufel in Menschengestalt, Sebastian ein Waljäger, der zu allem Überfluss stets, d.h. auch auf dem Festland, mit Harpune bewaffnet ist. Diese ist als ein Symbol für den starken Stachel der Justiz zu sehen, die Schwarzbart permanent verfolgte und ihm das Leben unerträglich machte. Noch immer, auch angesichts seiner so offensichtlichen Besserungsbemühungen, wird ihr spitzes Ende erbarmungslos auf unseren Protagonisten gerichtet.
    Was vom Leser nur selten erkannt wird, soll hier in aller Deutlichkeit hervorgehoben werde: Nick und Sebastian sind die unerträglichen Kritikaster eines redlich bemühten Helden und führen diesen allzu oft erst durch ihr herausfordernd-provozierndes Verhalten vom rechten Weg ab.

    So starten sie in Album 9 eine unerträgliche Verleumdungskampagne gegen den sichtlich bemühten Grenzgänger. Nachdem dieser beabsichtigte, sich fürderhin ehrlich zu erweisen und sich mittels Beteiligung an einem Sänftenrennen, also durch sportliche Betätigung in die Gesellschaft zu integrieren, säen die offensichtlich um ihren sportlichen Erfolg bangenden Neider Nick und Sebastian erfolgreich Zweifel beim anständigen Kneipenwirt Antonio (Seite 25), der – nachdem er erfährt, dass all seine Ersparnisse entwendet wurden - sofort in überkommen geglaubte Denkschemata verfällt und den zuvor noch über jeden Zweifel erhaben geglaubten Ex-Pirat des Diebstahls bezichtigt.

    Dies führt uns vor Augen wie leicht der einmal mit einem Makel gezeichnete, stigmatisierte Ausgestoßene einem erneuten Verdacht anheim fällt, mit welchen Vorurteilen wir auf die Parias in unserer Mitte reagieren. Erbarmungslos hält uns der Comic einen Spiegel vor, in dem wir unsere vor Hass entstellte Fratze sehen und aushalten müssen.

    So von Vorurteilen abgestempelt sieht Schwarzbart keine andere Möglichkeit als die "Petulie" zu konfiszieren. Er weiß, in dieser grausam-oberflächlichen Welt besteht nur derjenige, der über genügend pekuniäre Mittel verfügt: Nur dadurch kann es dem selbstlos jedem Bettler einen Almosen reichenden Helden gelingen, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen.
    Er umgibt sich mit weiteren Unterprivilegierten in der offensichtlichen Absicht, sie an seinem künftigen Wohlstand partizipieren zu lassen.

    Man landet auf einer Schatzinsel und begegnet den dort lebenden Eingeborenen, den Akwabons, die der Geschichte eine plötzliche Wendung geben. Wie Naturvölkern zu Eigen, erkennen diese schnell den wahren Wert Schwarzbarts, errichten ihm ein hölzernes Denkmal und verehren den aufrechten Mann als Gott.

    Wieder wird die Idylle durch Nick und Sebastian, verstärkt durch den perfiden Sir Floxpopom gestört. Kaum auf der Insel beginnen sie erneut eine Rufmordkampagne gegen Schwarzbart wobei sich Floxpopom nicht scheut, sein ventriloquistisches Talent einzusetzen.
    Sie unterlaufen das frisch erworbene Ansehen Schwarzbarts, so dass dessen Träume, ein angesehener Mitbürger zu werden, wie Seifenblasen zerplatzen.

    Aber es kommt noch schlimmer:
    Schwarzbart findet einen Schatz, der ihm ein Leben in An- und Wohlstand ermöglichen könnte, wären da nicht Nick und seinen Kumpanen. Diese streichen den Schatz in voller Höhe für sich ein. Kein Finderlohn, ja, nicht einmal die Tatsache, dass der Schatz auf dem Boden der Akwabons gefunden wird weckt die Skrupel dieser Fieslinge.
    Die Eigentumsfrage spielt für dieses Pack keine Rolle.
    Stattdessen täuscht Sir Floxpopom die Eingeborenen durch einen miesen Trick, um den Inhalt der Schatztruhe ungeteilt dem heimatlichen Konto zuzuführen.
    Die Verzweiflung, die in diesen Szenen zum Greifen nahe ist, lässt den Leser innehalten.
    Kann ein Mensch soviel Ungerechtigkeit ertragen?

    Vergessen seien aber nicht die weiteren sozialkritischen Untertöne dieses Opus.
    Der Aufstand der Kutscher gegen die Sänftenträger erinnert an Hauptmanns Die Weber.
    Die Moderne hält Einzug und verdrängt erbarmungslos das Alte, Überholte.
    Dies wird bereits kongenial und in unerreichter Subtilität durch den Namen des Handlungsortes impliziert: Newoldchester. Das Neue und das Alte stoßen unversöhnlich vereint in einem Namen aufeinander, das kann nur Chester, also: Käse ergeben.

    Die Verzweiflung der Kutscher steht auf der einen Seite; auf der anderen ihr anerzogener Respekt vor dem Monarchen, auf Seite 24 imitiert durch den Bauchredner Floxpopom, der sich in dieser Geschichte redlich bemüht, Nick und Sebastian in puncto Bösartigkeit den Rang abzulaufen, fällt er doch durch wiederholte Betrugsmanöver gegenüber einem leichtgläubigen Publikum besonders negativ auf.

    All dies verdichtet sich zu einem Sittenbild vergangener Tage wie es die Geschichtsbücher nicht realitätsnaher schildern könnten.

    Die Erzählung endet wie sie enden muss, um den Leser nachdenklich zu stimmen.
    Schwarzbart wird verhaftet, höhnisch verlacht von Nick und Sebastian. Mit einer vergitterten Gefangenen-Sänfte wird das an der feindlichen Umwelt gescheiterte Resozialisierungsprojekt zu Grabe getragen.
    Angesichts der Sänfte geraten die bedauernswerten Kutscher über ihre ungewisse Zukunft ins Grübeln.
    Wir dürfen soziale Verwerfungen erahnen, werden jedoch in diesem angespannten Moment mit den bedenklich stimmenden Untertönen allein gelassen.

    Mit Der Gott der Akwabons lesen wir eine Geschichte vom unauflösbaren Spannungsverhältnis von Yin und Yang, vom ewigen Kampf Gut gegen Böse, dem Dualismus, der in uns allen streitet.
    Somit ein sehr wichtiger Comic, dessen Botschaft auch nach über vier Jahrzehnten seiner Existenz keine Patina angesetzt hat.

    Zu empfehlen ist dieser Meilenstein der Comic-Geschichte vor allem Eltern straffällig gewordener Kinder.

    Man darf sich schon jetzt auf den sicher in Bälde erscheinenden, auf dem Backcover angekündigten Band 10 der Serie (= U-Boot tut Not) freuen.

  4. #4
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    Ach, felix, reden wir doch nicht mit diesem Sozialarbeiter-Gefasel um die zentrale Botschaft herum, die uns Remacle hier mitteilt:

    Böses bleibt böse! Verbrecher bleiben Verbrecher, da helfen keine kalten Umschläge und auch sonst nichts!


  5. #5
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Wie jetzt??

    Gleich zwei unabhängige Inhaltsangaben für diesen Titel??
    Muß ja ein ausgesprochenes Highlight sein, dass ich bisher übersehen hatte...

  6. #6
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    Findet die erste Hälfte der Geschichte nun in Charlestown (S.3) oder in Newoldchester (S.25) statt? Oder handelt es sich hier tatsächlich um verschiedene Städte? In der Bastei-Fassung ist jedesmal von New-Oldchester die Rede, bei Kauka von Gluxhafen. Wie es sich damit im Original verhält, weiß ich leider nicht.

    Merkwürdig ist auch, daß die erste Hälfte sich in erster Linie um das große Sänftenrennen dreht, um den Rennverlauf, die Siegchancen, die unterschiedlichen Träger, aber wir dann nicht erfahren, wer denn nun von den beiden verbliebenen Teams den Sieg errungen hat - auch, wenn es für die Schatzsuche keine Rolle spielt.

  7. #7
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    Zitat von kaschi:
    Ach, felix, reden wir doch nicht mit diesem Sozialarbeiter-Gefasel um die zentrale Botschaft herum, die uns Remacle hier mitteilt:

    Böses bleibt böse! Verbrecher bleiben Verbrecher, da helfen keine kalten Umschläge und auch sonst nichts!

    Ey, also Du, so kann man das nun wirklich nicht sehen.
    Lass uns das doch bitte nochmal ausführlich bei einer gemütlichen Tasse Kamillentee durchdiskutieren.

    Zitat von joox:
    Muß ja ein ausgesprochenes Highlight sein, dass ich bisher übersehen hatte...
    Ein wahrer Schatz im Nähkästchen unserer Plaudereien.

    Zitat von kaschi:
    Findet die erste Hälfte der Geschichte nun in Charlestown (S.3) oder in Newoldchester (S.25) statt?
    Ha, wusste ich's doch: Die Story ist viel zu komplex als das sie jeder Leser so ohne weiteres zu durchschauen im Stande wäre (und da Du ja schon die Message nicht begriffen hast ... ).
    Ich denke mal, die Sänftenrallye beginnt in Charlestown, führt dann über Land und endet in Newoldchester oder zumindest wäre dort Etappenziel, wenn das Rennen fortgesetzt worden wäre ... vielleicht hat Newoldchester aber auch gar nichts mit dem Rennen zu tun.
    Dass es zu einem Ende gekommen ist, vermute ich aber gerade nicht. Da beide im Rennen verbliebenen Parteien ein größeres Interesse am Schatz als am Ausgang des Wettbewerbs haben, sind sie so schnell wie möglich Richtung Newoldchester, der Hafenstadt von der man sich üblicherweise ausschifft, wenn's auf die hohe See geht (so 'ne Art Portsmouth).

    Der Bruch in der Geschichte kommt aber zugegebenermaßen etwas plötzlich, genau am Ende von Seite 22, also als die albenlange Geschichte in ihrer Mitte angelangt ist.
    Als wäre sie in 2 Kapitel aufgeteilt.

    Was mich angenehm überrascht hat, da ich die Geschichte allenfalls oberflächlich erinnerte:
    Sie ist gar nicht so übel.
    Remacles Humor habe ich als etwas platt in Erinnerung, aber im vorliegenden Album gibt es durchaus witzige Stellen.
    Da kann ich nur schreiben: "Lustigisin!"

    Die Figuren scheinen zwar meist als hätten sie einen Stock verschluckt, sind sehr wenig dynamisch in ihren Bewegungen, doch weisen die Zeichnungen den für Frankobelgier typischen Detailreichtum auf, was für Ersteres entschädigt.

    Was meine Kaufbereitschaft für Schwarzbart angeht, so stand diese Serie bei mir immer etwas "auf der Kippe".
    Ich hatte die Feest-Alben sogar bereits verkauft als ich dies Jahre später bereute, da die Serie für mich in den "Kanon" frankobelgischer Funny-Klassiker hineingehörte ... und man ist eben Sammler ... und auch ein bisschen Nostalgiker.

    Mittlerweile habe ich mir sogar die beiden Bobosse-Alben von bdoubliées zugelegt.
    Geändert von felix da cat (31.03.2007 um 20:57 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Ey, also Du, so kann man das nun wirklich nicht sehen.
    Lass uns das doch bitte nochmal ausführlich bei einer gemütlichen Tasse Kamillentee durchdiskutieren.
    Du, das weiß ich echt jetzt nicht, ob ich mich da irgenwie so ganz spontan drauf einlassen kann. Ne?

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Ich denke mal, die Sänftenrallye beginnt in Charlestown, führt dann über Land und endet in Newoldchester oder zumindest wäre dort Etappenziel, wenn das Rennen fortgesetzt worden wäre ... vielleicht hat Newoldchester aber auch gar nichts mit dem Rennen zu tun.
    Na, bei solchen Rallyeberichten werden die Fans aber kaum bei der Trägerstange bleiben.
    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Dass es zu einem Ende gekommen ist, vermute ich aber gerade nicht. Da beide im Rennen verbliebenen Parteien ein größeres Interesse am Schatz als am Ausgang des Wettbewerbs haben, sind sie so schnell wie möglich Richtung Newoldchester, der Hafenstadt von der man sich üblicherweise ausschifft, wenn's auf die hohe See geht (so 'ne Art Portsmouth).

    Der Bruch in der Geschichte kommt aber zugegebenermaßen etwas plötzlich, genau am Ende von Seite 22, also als die albenlange Geschichte in ihrer Mitte angelangt ist.
    Als wäre sie in 2 Kapitel aufgeteilt.
    Ebent. Man kann doch als Erzähler nicht die halbe Geschichte lang auf einen Höhepunkt hinarbeiten und den dann so mir nichts dir nichts beiseite schieben! Kann man doch nicht ...

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Remacles Humor habe ich als etwas platt in Erinnerung, aber im vorliegenden Album gibt es durchaus witzige Stellen.
    Da kann ich nur schreiben: "Lustigisin!"
    Mein Lieblingsgag ist auf Seite 12:
    Ein Bürger der Stadt: "Diese Rennen sind sinnlos und gefährlich!" - Ein zweiter: "Pah! Sie fördern den Einzelhandel!" ... und gleichzeitig klaut ihm ein Taschendieb seine Börse ...

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Die Figuren scheinen zwar meist als hätten sie einen Stock verschluckt, sind sehr wenig dynamisch in ihren Bewegungen, doch weisen die Zeichnungen den für Frankobelgier typischen Detailreichtum auf, was für Ersteres entschädigt.
    Dazu ein Zitat aus Reddition 34, hervorgebuddelt aus dem Isnogud-Stammtisch (Posting Nr.50):

    "Das Bagdad mit seinen Türmen, Spitzbögen und engen Gassen, das uns Goscinny und Tabary vorstellen, lehnt sich zwar an die Wirklichkeit an, erreicht aber nur die Qualität einer Filmkulisse. Tabary ist wie Morris kein Meister der Details oder der Hintergründe, und er benutzt die immer gleichen Requisiten an Hüten, Uniformen, Häusern oder Waffen."

    Ich denke, das läßt sich auch auf die Kulissen bei Schwarzbart übertragen. Diesbezüglich reicht Remacle wohl nicht an Tillieux, Will oder Uderzo heran. Dennoch gibt es viele detailreiche Bilder. Allerdings leben diese zumeist von den Figuren, weniger von der unbelebten Kulisse.

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Ich hatte die Feest-Alben sogar bereits verkauft als ich dies Jahre später bereute, da die Serie für mich in den "Kanon" frankobelgischer Funny-Klassiker hineingehörte ... und man ist eben Sammler ... und auch ein bisschen Nostalgiker.
    Tja. Und wenn Du - wie ich kürzlich - die Serie heute auf deutsch zusammentragen willst, bist Du neben den Feest-Alben auch auf die Bastei-Hefte angewiesen, mit so aufmunternden Titeln wie "Die Beulen-Piraten von Titschi-Tatschi".
    Verfügst Du (oder jemand anders) vielleicht mittels Deiner umfangreichen Spirou-Magazin-Sammlung über die französische Originalfassung der Geschichte?

  9. #9
    Mitglied Avatar von Matbs
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Old Nick und Schwarzbart habe ich bereits vor knapp 40 Jahren als Kind kennengelernt, im Rahmen der diversen Kauka-Heftreihen.
    Das ging mir ähnlich - auch wenn wir den "vor knapp 40 Jahren"-Part in meinem Fall weglassen müssen.
    Das war nämlich so: Als ich, so während der 80iger Jahre, jung und in lesefähigem Alter war, stellte sich die Frage, welcher Comicpublikation in Heftform ich regelmässig folgen sollte. Meine Wahl fiel schnell auf Fix und Foxi,nicht zuletzt, weil ich die frankobelgischen Serien darin ganz besonders mochte - die Fortsetzungsgeschichte am Ende des Heftes war immer das größte Highlight, da gab´s im Lauf der Zeit Abenteuer von Sammy und Jack, Lou (der hiess glaub´ ich Alexander), King und Kong ("Rambo und Zambo" - und ja, die seinerzeit hatten viel von Cauvin im Portfolio [dazu kamen auch noch die superlustigen Agent 212/Bully Bouillon-Geschichten]), oder auch Hugo/Hugo und Toto von Bedu (bekanntlich bis heute eine meiner Lieblingsserien überhaupt).
    Und dann war damit eines Tages schluss, und stattdessen kam ein Abenteuer von Schwarzbart.
    Ich hab´s nie gelesen.
    Ein paarmal versucht, und es hat mich immer instant so gelangweilt, dass ich´s irgendwann aufgegeben habe. Die Zeichnungen waren uninteressant, die Charaktere doof, die Handlung langweilig, ging einfach nicht.
    Fix und Foxi und ich sind dann auch bald für immer getrennte Wege gegangen (auch wenn ich das nicht primär auf Schwarzbart schieben will, ich war einfach in dem Alter, wo man sowas halt nicht mehr liest).
    Ja ja, so war das damals.

    Und seitdem bin ich mit Schwarzbart nicht warm geworden, denn auch heute geht´s mir so, wenn ich versuche, eines seiner Abenteuer zu lesen.

  10. #10
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Man darf sich schon jetzt auf den sicher in Bälde erscheinenden, auf dem Backcover angekündigten Band 10 der Serie (= U-Boot tut Not) freuen.
    Na, das freut einen doch! Wenn der damit 15-jährige Veröffentlichungsrhythmus beibehalten wird, wird der letzte Band vermutlich die Kinder von Captain Kirk erfreuen.

  11. #11
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    @Matbs:

    So isses halt. Der eine kann wenig mit Schnöseln und Tölen anfangen (und mit einem verknöcherten Etwas, welches durch den dunklen Wald stromert), der andere wenig mit vor Witz, Ideen und Abenteuerlust sprühenden Klassikern der frankobelgischen Unterhaltungsliteratur ...

  12. #12
    Mitglied Avatar von Matbs
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    Is´ wohl der Generationsunterschied ...

  13. #13
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    Ach, junger Mann, wenn Sie wüßten ...

  14. #14
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Ebent. Man kann doch als Erzähler nicht die halbe Geschichte lang auf einen Höhepunkt hinarbeiten und den dann so mir nichts dir nichts beiseite schieben! Kann man doch nicht ...
    Der Zeichner der Serie um ein gewisses "verknöcherten Etwas, welches durch den dunklen Wald stromert" scheint ja gerade aus diesem Fehler gelernt zu haben: Vgl. den letzten Teil dieses Posts

    Zitat Zitat von Dard Beitrag anzeigen
    Für mich war symptomatisch, wieso die Serie so toll war die Tatsache, dass der Höhepunkt der ersten längeren Storyline ein Kuhrennen war!
    Ich wiederhole: Ein Kuhrennen!
    Dazu kommt noch, dass auf dieses große Ereigniss bereits einige Ausgaben hingearbeitet wurde und dieser Höhepunkt dann auch wirklich nicht enttäuschte: Es war wirklich ein Höhepunkt!
    Ich wünschte, das würde auf die meisten angekündigten Höhepunkte in Comics zutreffen. Bei den meisten ist dann nur heiße Luft.
    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Tja. Und wenn Du - wie ich kürzlich - die Serie heute auf deutsch zusammentragen willst, bist Du neben den Feest-Alben auch auf die Bastei-Hefte angewiesen, mit so aufmunternden Titeln wie "Die Beulen-Piraten von Titschi-Tatschi".
    Wäre denn die Schwarzbart Sammlung der Bastei-Hefte komplett?
    Sind die Feest-Alben chronologisch??
    Weiss da jemanad näheres zu??

    Bin gerade dabei mir die Akwabons zu Gemüte zu führen, kannte Remacle überhaupt noch nicht, dabei mag ich diesen klassischen francobelgischen Look eigentlich sehr.
    Schaumärmal!! Werde demnächst hier meine spontanen Eindrücke zum Besten geben...

  15. #15
    Mitglied Avatar von langhaar!
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    Wäre denn die Schwarzbart Sammlung der Bastei-Hefte komplett?
    Sind die Feest-Alben chronologisch??
    Weder noch. Die Veröffentlichungen von Schwarzbart sind recht umfangreich und chaotisch.

  16. #16
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    Hip, ich nehme an, daß diese Geschichten
    auf deutsch noch unveröffentlicht:

    - Les blaireaux sont fatigués
    - L'humour prend la mer
    - L'îlot mouvant
    - Petit manuel du parfait naufragé
    keine Nick/Schwarzbart-Stories sind. Zumindest ergibt sich das für drei von ihnen aus:
    http://bdoubliees.com/cgi-bin/sqlsearch.bin
    "L`humour prend la mer" habe ich darin nicht gefunden.

    Dann steigen die Chancen, daß Nick/Schwarzbart über Bastei und Feest gemeinsam komplett auf deutsch vorliegt. Im Krägermann-Katalog gab es mal eine Übersicht über die französischen Alben. Die wurden von beiden Reihen, zusammen genommen, komplett auf deutsch veröffentlicht. Kauka wäre demnach zur Vollständigkeit nicht unbedingt vonnöten. Aus comic-historischer Sicht natürlich sehr wohl.

    Von chronologischer Reihenfolge kann allerdings nicht die Rede sein. Vielleicht schaffe ich es im Laufe der nächsten Woche, die diversen Übersichten mal abzugleichen und dann hier reinzustellen.
    Geändert von Kaschi (01.04.2007 um 13:28 Uhr)

  17. #17
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    Zitat von kaschi:
    Ich denke, das läßt sich auch auf die Kulissen bei Schwarzbart übertragen. Diesbezüglich reicht Remacle wohl nicht an Tillieux, Will oder Uderzo heran. Dennoch gibt es viele detailreiche Bilder. Allerdings leben diese zumeist von den Figuren, weniger von der unbelebten Kulisse.
    Hin und wieder findet sich in den Alben auch das ein oder andere sehr präzis wiedergegebene Schiff.
    Aber im Wesentlich kann ich Deine Aussage nur unterschreiben.
    Zitat von kaschi:
    Tja. Und wenn Du - wie ich kürzlich - die Serie heute auf deutsch zusammentragen willst, bist Du neben den Feest-Alben auch auf die Bastei-Hefte angewiesen, mit so aufmunternden Titeln wie "Die Beulen-Piraten von Titschi-Tatschi".
    Verfügst Du (oder jemand anders) vielleicht mittels Deiner umfangreichen Spirou-Magazin-Sammlung über die französische Originalfassung der Geschichte?
    Die Bastei-Hefte habe ich übrigens auch verkauft.
    Nicht nur ihrer ... ähem ... erstaunlichen Aufmachung wegen werde ich mir diese jedoch nicht wieder beschaffen.

    Hm ... "Die Beulen-Piraten von Titschi-Tatschi"?
    Hört sich an, wie der neuste Film von Bully Herbig.

    Meine Spirou-Sammlung ist erst von 1963 an (bis 1980) komplett, vorher gibt's große Lücken, auch was das Edelste aller Jahre betrifft, 1962 (zufällig mein Geburtsjahr ).
    Kann daher zum Original keine Aussagen treffen (hätte sonst schon wegen Charlestown/Newoldchester geguckt).
    Zitat von Matbs:
    ...da gab´s im Lauf der Zeit Abenteuer von Sammy und Jack, Lou (der hiess glaub´ ich Alexander), King und Kong ("Rambo und Zambo" - und ja, die seinerzeit hatten viel von Cauvin im Portfolio [dazu kamen auch noch die superlustigen Agent 212/Bully Bouillon-Geschichten]), oder auch Hugo/Hugo und Toto von Bedu (bekanntlich bis heute eine meiner Lieblingsserien überhaupt).
    10 Jahre zuvor hatte ich das gleiche "Erweckungserlebnis", nur mit Serien von Peyo, Franquin und Fournier.
    Ist doch interessant wie wichtig solche Publikationen sind, um die Kids zu lebenslangen Fans zu machen.
    (O.K., bei mir war das Koralle-ZACK erheblich wichtiger als FF)
    Zitat von kaschi:
    Na, das freut einen doch! Wenn der damit 15-jährige Veröffentlichungsrhythmus beibehalten wird, wird der letzte Band vermutlich die Kinder von Captain Kirk erfreuen.
    Tja, Segelschiff meets Raumschiff, Käptn meets Käptn, passt doch!


    joox: Mit einer Comicographie kann ich leider nicht aushelfen, meine aber mich erinnern zu können, dass im Krägermann-Preiskatalog eine drin ist (wenn Du den hast).
    Trotz chaotischer Veröffentlichungsweise gibt's nur wenig unveröffentlichtes Material. Man muss sich seine Chronologie eben selbst zusammenstellen.

    Wenn ich mal auf ein recht interessantes Phänomen hinweisen darf:
    Es gibt immer wieder Figuren, deren Potenzial ich eigentlich als "sehr hoch" einstufen würde.
    Vergleichen wir mal Schwarzbart mit Pitt Pistol.
    Letztere Serie ist zwar aus der Uderzo/Goscinny-Frühphase und daher kaum mit den genialen Kreationen ihrer Hochzeit zu vergleichen, doch haben auch diese Meister ihres Fachs mit Pistol und seinen Kampfgefährten eher relativ blasse Charaktere entworfen, 08/15-Figuren.
    Schwarzbart, Old Nick, Sebastian und in gewissem Maße auch Opilein sind hingegen "Typen" mit hohem Wiedererkennungswert, nicht nur charakterlich, auch graphisch.
    Die Geschichten sind hingegen oft unausgegoren.

    Nun habe ich zwar weniger Probleme mit einem nicht beendeten Sänftenrennen, dessen Ausgang mich ohnehin nicht allzu sehr interessiert, doch hat kaschi natürlich Recht: das hinterlässt schon einen etwas ungeplanten Eindruck (erinnert an einen anderen Stammtisch, in dem wir ebenfalls über ein im Laufe der Handlung völlig aus den Augen verloren gegangenes Rennen palaverten: Neptune).

    Bei anderen Schwarzbart-Geschichten meine ich in Erinnerung behalten zu haben, dass diese sich hin und wieder arg strecken.
    Slapstick und Klamauk füllen die Seiten, die die ansonsten wenig dichte Handlung nicht zu füllen vermag.

    Eben: Ungenutztes Potenzial.

    Zitat von kaschi:
    Mein Lieblingsgag ist auf Seite 12:
    Ein Bürger der Stadt: "Diese Rennen sind sinnlos und gefährlich!" - Ein zweiter: "Pah! Sie fördern den Einzelhandel!" ... und gleichzeitig klaut ihm ein Taschendieb seine Börse ...
    Auch schön: Die Gallionsfigur von Seite 27, Bild 2 oder das alberne Rumgehopse des Eingeborenen auf Seite 32, Bild 8.
    Geändert von felix da cat (01.04.2007 um 13:38 Uhr)

  18. #18
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    Nachtrag: Bei "L'humour prend la mer" handelt es sich um ein Album von Remacle mit vier Mini-recits von ihm, darunter eines mit Schwarzbart:

    8 - L'humour prend la mer (Le petit manuel du parfait naufragé, L'îlot mouvant, Les frères de la côte, La vérité sur Barbe-Noire)

    http://www.bdoubliees.com/minirecit/ou.htm

  19. #19
    Mitglied Avatar von langhaar!
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Kauka wäre demnach zur Vollständigkeit nicht unbedingt vonnöten.
    Es gibt Kurzgeschichten, die z.B. nur in FF-Extra erschienen sind.

    Die 26 Originalalben liegen mit Bastei und Feest komplett vor.
    Geändert von langhaar! (01.04.2007 um 13:50 Uhr)

  20. #20
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Die Bastei-Hefte habe ich übrigens auch verkauft.
    Nicht nur ihrer ... ähem ... erstaunlichen Aufmachung wegen werde ich mir diese jedoch nicht wieder beschaffen.

    Hm ... "Die Beulen-Piraten von Titschi-Tatschi"?
    Hört sich an, wie der neuste Film von Bully Herbig.
    Interessant finde ich dabei, daß bei den Bastei-Ausgaben nur die Titel so albern sind. Die Übersetzungen finde ich im großen und ganzen okay, von ein paar Flapsigkeiten abgesehen. Doch solche Dämlichkeiten wie bei den Titeln tauchen in den Geschichten (fast) nicht auf. Äh, jedenfalls, soweit ich sie bisher gelesen habe, und das sind noch längst nicht alle ...

    Mir ist noch eine Parallele zu anderen Comic-Helden aufgefallen: ein bißchen verhält es sich mit Nick zu Schwarzbart so wie mit Micky Maus zu Donald Duck. Der Gute und Vernünftige war zuerst da, doch der Gegenpart erwies sich schnell als deutlich populärer. Wenn auch die Disney-Stars in einer ganz anderen Liga spielen (und sogar ihre eigenen "Universen" bekamen).

  21. #21
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    Aus meiner Sammlung kann ich folgende Infos ergänzen:

    L'ilot mouvant ist eine Seefahrergeschichte ohne Schwarzbart (Einsame-Insel-Motiv).
    Les frères de la côte ist eine Piratengeschichte, deren Helden zwei sich zum Verwechseln ähnlich sehende Brüder sind (deren Ähnlichkeit sich auch auf Schwarzbart erstreckt)
    Les blaireaux sont fatigués ist eine Geschichte um zwei Dachse, die einem Jäger Schnippchen schlagen.

  22. #22
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    Zitat von kaschi:
    Mir ist noch eine Parallele zu anderen Comic-Helden aufgefallen: ein bißchen verhält es sich mit Nick zu Schwarzbart so wie mit Micky Maus zu Donald Duck. Der Gute und Vernünftige war zuerst da, doch der Gegenpart erwies sich schnell als deutlich populärer. Wenn auch die Disney-Stars in einer ganz anderen Liga spielen (und sogar ihre eigenen "Universen" bekamen).
    Wobei Mickey und Donald als eigenständige Serienhelden erhalten blieben.
    Old Nick hingegen wurde immer mehr ins Abseits und schließlich ins Nirwana befördert (die letzten Geschichten laufen ohne ihn).

    Hatte schon mal den Gedanken, Serien zusammen zu tragen, die im Laufe der Zeit ihren Titel wechselten.
    Eine ähnliche Konstellation wie bei Schwarzbart haben wir bei Harun Al Pussah. Zwar gelang es Isnogud nie (auf Dauer) Kalif zu werden, ein Usurpator ist er trotzdem: Er raubte dem trägen Helden den Serientitel.
    Hier war auch zunächst der Gut(mütig)e der Titelgeber, dann übernimmt der Böse (wobei Harun eigentlich von Anfang an zu träge war, einen Titelhelden abzugeben).

    Eine bessere Gleichung finde ich übrigens:

    Schwarzbart + Opilein = Averell + Joe Dalton

  23. #23
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    Zitat Zitat von langhaar! Beitrag anzeigen
    Weder noch. Die Veröffentlichungen von Schwarzbart sind recht umfangreich und chaotisch.
    Das hab ich befürchtet...aber danke fü die Info!

    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Von chronologischer Reihenfolge kann allerdings nicht die Rede sein. Vielleicht schaffe ich es im Laufe der nächsten Woche, die diversen Übersichten mal abzugleichen und dann hier reinzustellen.
    Das wär natürlich klasse, aber wegen mir musst du dir die Arbeit jetzt nicht unbedingt machen...

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    joox: Mit einer Comicographie kann ich leider nicht aushelfen, meine aber mich erinnern zu können, dass im Krägermann-Preiskatalog eine drin ist (wenn Du den hast).
    Trotz chaotischer Veröffentlichungsweise gibt's nur wenig unveröffentlichtes Material. Man muss sich seine Chronologie eben selbst zusammenstellen.
    Den Katalog hab ich leider nicht, aber vielen Dank schon mal für die hilfreiche Info!

  24. #24
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    Nähern wir uns mal der Kauka-Version der vorliegenden Geschichte: "Die Kokibalen bitten zu Tisch" von 1968.

    Auf Seite 2 ist der Story ein Geleitwort vorangestellt:
    Für unsere Leser

    Comic strips von Rolf Kauka zählen wegen ihrer hohen künstlerischen Qualität zu den besten eines neuen und immer beliebter werdenden Literaturzweiges.

    Es liegt noch nicht lange zurück, da wurden Comics von vielen als billige Massenlektüre abgetan. Zum Teil mit Recht, denn was an simplen strips, vor allem aus Amerika, den kulturell verwöhnten europäischen Lesern geboten wurde, sprach in Zeichnung und Text nur den primitivsten Geschmack an.

    Bildgeschichten sind keine amerikanische Erfindung! Lange bevor Amerika die Bildstreifen für sich entdeckte, gab es in Deutschland Wilhelm Busch.

    ...

    Die in unserer Super-Reihe veröffentlichten Comics gehören zu den besten der Welt, denn der europäische Leser weiß Qualität zu schätzen. Er sieht den Unterschied zwischen Kitsch und künstlerischer Leistung.

    Unsere sorgfältige Auswahl garantiert Ihnen hohes Niveau.

    Gevacur Verlags-Anstalt für moderne Literatur
    Welches Kind mochte nach solchen Tönen noch zu Superman und Batman greifen oder zu Micky und Donald, welche Eltern lenkten ihre Einschätzung zur "Schundliteratur" da nicht in die richtige Richtung? Teufelszeug, fürwahr!

    Zur "sorgfältigen Auswahl" und zum "hohen Niveau" gehörte es bei den Kokibalen auch, daß (wieder mal) geschnippelt wurde: die letzte Comic-Seite ist nur mit den beiden ersten Panels vertreten. Darunter treiben Schnieff und Schnuff ihren Jux (6 Panels, vermutlich auch beschnitten) ...

  25. #25
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    Zitat von kaschi:
    Zur "sorgfältigen Auswahl" und zum "hohen Niveau" gehörte es bei den Kokibalen auch, daß (wieder mal) geschnippelt wurde: die letzte Comic-Seite ist nur mit den beiden ersten Panels vertreten.
    Da siehste ma wie zartfühlend man damals war: Schwarzbart bleibt die Schande des letzten Panels erspart.
    Kauka wusste eben noch wie man mit seinen Stars umgeht!

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