szmtag Comic-Stammtisch: Peanuts
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    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Post Comic-Stammtisch: Peanuts

    PEANUTS






    Orginaltitel: Peanuts
    Verlag: F.A.Z. - Frankfurter Allgemeine Zeitung
    Deutsche Veröffentlichung: Sep. 2005
    Autor/Zeichner: Charles M. Schulz


    Das vorliegende Paperback ist der 2. Band aus der 20. bändigen Klassiker der Comic-Literatur Kollektion, der Frankfurter Allgemeine Zeitung.
    Diese wurde von Sept. 2005 - Jan. 2006 mit Unterstützung von Panini Comis veröffentlicht.

    Schon von 1971-1974 erschien im Aar-Verlag unter dem Titel Das grosse Peanuts-Buch eine 4-bändige Ausgabe.
    Im Anschluss veröffentlichte die gvm (Gesellschaft für Verlagsmanagement) eine Serie mit 11 Heften.
    In den Jahren 1984-2002 erschien dann beim Krüger Verlag eine sehr umfangreiche Sammlung (46 Folgen) Paperbacks und sogar ein Geburtstags-Album unter dem Serientitel - Snoopy & die Peanuts
    Nachdem Carlsen im Jahre 2006 schon mit einer 4-bändigen Taschenbuch-Ausgabe auf den Markt kam, startete man im Nov. 2006 nun mit einer ultimativen Peanuts-Werkausgabe.
    Diese ist chronologisch nach Jahrgängen angelegt und sammelt in 25 voluminösen Bänden sämtliche Strips.





    Szenario/Zeichnungen: Charles M. Schulz

    Geboren am 26. November 1922 in St. Paul, Minnesota.
    1950 wurde Schulz von der Agentur United Feature Syndicate unter Vertrag genommen, wo erstmals am 2. Oktober des selben Jahres seine Serie Peanuts das Licht der Welt erblickte und ihren einzigartigen Siegeszug rund um die Welt startete.
    In den folgenden 50 Jahren sollte sich die Serie zum erfolgreichsten Comicstrip weltweit entwickeln, welcher in über 2600 Zeitungen, mit einer geschätzten Leserschaft von 200 Millionen Leser veröpffentlicht wurde.
    Der ursprüngliche Name, Li'l Folks (kleine Leute), wurde von seiner Agentur United Feature in Peanuts (engl. Kleinkram, eig. Erdnüsse) geändert.
    Schulz hatte seine ersten Figuren nach Freunden aus der Kunstschule benannt und sie alle mit feststehenden markanten Charakterzügen ausgestattet: den ewigen Pechvogel Charly Brown, seinen respektlosen Beagle Snoppy, die lispelnde Patty, den schmusedeckenliebenden Linus und die kecke Lucy, die Ende der 60er Jahre, zur Zeit des Psycho-Booms, begann, ihre Psychiatric help für fünf Cent anzubieten (später auf Grund der Inflation dann zehn Cents).
    Später reihten sich noch weitere illustre Charaktere hinzu:
    Woodstock + Schroeder sollen stellvertretend hier genannt werden.

    Charles Monroe Schulz fühlte schon in frühen Jahren seine Berufung als Comiczeichner.
    Doch er startete sein Berufsleben mit einer ersten Anstellung als Buchstabenmaler, was ihm in seiner späteren Passion als Comickünstler sehr zu gute kam, denn er letterte bis zu seinem Tod immer selbst seine Strips.

    Zwei Tage nach seiner Geburt bekam er von einem Onkel seinen Spitznamen "Sparky", nach Barney Googles' Pferd "Sparkplug".
    Schon als Kind las er jeden Sonntag mit seinem Vater die Sunday Strips von vier verschiedenen Zeitungen. Sein Idol und auch spätere Inspiration war u.a. die berühmte Serie Krazy Cat von George Herriman.
    Neben seiner Liebe zu den Comics war er auch noch en begeisterter Sportfan – und einer seiner Stars war Willie Mays, in den Augen Schulz´ der zu dieser Zeit beste Baseballspieler.
    Ihm setzt er sein eigenes Denkmal in dem er in einem Peanuts-Strip aus dem Jahre 1966 Charlie Brown vor der Klasse den ursprünglichen Begriff "maze" in einer für Charlie typischen Momente der Verwirrung zu dem Wort "MAYS" umerklären lies.

    Seine Mutter brachte ihn schließlich auf die Idee, sich an der heutigen Art Instruction Schools, Inc. Minneapolis einzuschreiben. Unsicher über seine Fähigkeiten belegte er einen Fernkurs, obwohl die nächste Zweigstelle nur wenige Kilometer entfernt war. Er war kein sehr guter Schüler; die Note C+ im Fach "Zeichnen von Kindern" war noch eine seiner besseren Noten.
    Die Einberufung zum Militär 1943 setzte der Karriere des talentierten jungen Schulz ein jähes Ende. Erst 1947 gelang es ihm, wieder Fuß auf der Karriereleiter als Comic-Zeichner zu fassen - er verkaufte seinen ersten, wöchentlich erscheinenden Comic Strip Li'l Folks an die Zeitung seiner Heimatstadt.

    Der Rest ist Geschichte.

    Charles M. Schulz starb im Alter von 77 Jahren, am 12.Feb. 2000, an einem Darmkrebsleiden, nur wenige Stunden vor dem Erscheinen des letzten Comic Strips um Charlie Brown.



    http://www.snoopy.com/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Peanuts





    PEANUTS



    Charlie Brown hat es wirklich schwer! Seine Scherze kommen nicht an, seine Drachen steigen nicht, auf Luzies Trick, den Football im letzten Moment wegzuziehen, fällt er immer wieder herein, sein Wunsch, einmal Mittelpunkt einer Party zu sein, löst allgemeines Gelächter aus, seine sehnsüchtigen Träume vom Teamchef in der Baseball-Oberliga werden durch regelmäßige Niederlagen desillusioniert … „Als ein Nichts hat man es schwer, etwas zu verstehen.“ Er unterschreibt sogar eine Petition seiner Mannschaft gegen sich selber, wonach er als Teamchef „wischi-waschi“ und zänkisch ist! Auch die Fütterung seines Hundes Snoopy führt zu Konflikten statt zu Anerkennung. - „Sogar mein Gehirn ist gegen mich!“ stellt er deprimiert fest.

    Luzie van Pelt hat mit Charlie nicht viel gemein. Sie ist aggressiv und greift auch zu roher Gewalt, um ihre Machtansprüche, insbesondere gegenüber ihrem jüngeren Bruder Linus, durchzusetzen. Sie kann es nicht vertragen, wenn er, ohne sie zu beachten, Spaß am TV-Programm hat oder friedlich und vergnügt im Schnee spielt. Charlie Browns gute Vorsätze zum neuen Jahr zerstört sie genauso gründlich wie seine verzweifelte Hoffnung, anderswo auf mehr Anerkennung zu stoßen. Ihre „psychiatrische“ Hilfe leistet sie nur gegen prompte Bezahlung. – Doch Luzie hat auch zärtliche Bedürfnisse. Damit jedoch erleidet sie regelmäßig Schiffbruch, insbesondere bei Schröder, den sie offen, aber vergeblich anhimmelt. – Als Baseballspielerin ist Luzie für ihre Mannschaft keine große Stütze.

    Linus van Pelt ist Luzies jüngerer Bruder. Gegen ihre Attacken setzt er sich überwiegend intellektuell zur Wehr, womit er ihr oft den Wind aus den Segeln nimmt. Doch manchmal muß er einfach der rohen Gewalt weichen. Seine Versuche, sich direkt gegen seine Schwester zu wehren, scheitern. Da hilft ihm seine Schmusedecke oder die Flucht ins nächtliche Kürbisfeld, wo er auf den „Großen Kürbis“ wartet.

    Rerun ist der jüngste Sproß der van Pelts. Sein liebster Spielgefährte ist Snoopy, mit dem er etwa zünftig Karten spielt (ohne irgendwelche Regeln zu kennen) oder den er zum Ballholen animieren will. Die erzieherischen Maßnahmen der Eltern überträgt Rerun gerne auf seinen Basketball.

    Peppermint Patty spricht viel mit Charlie Brown, den sie „Chuck“ nennt. Aber meistens reden die beiden aneinander vorbei. Charlie versteht ihre versteckt vorgetragenen Wünsche einfach nicht. - Beim Baseball erweist sich ihr Team immer wieder als das stärkere. „Gegen Chuck durch Abbruch zu gewinnen, ist die größte Schande, die man sich vorstellen kann!“

    Snoopy ist Charlie Browns Hund, ein Beagle. Er träumt sich auf seiner Hundehütte immer wieder in abenteuerliche oder heldenhafte Rollen hinein: als „Fremdenlegionär“, als „Revolutionssoldat“ von George Washington, als berühmter Eiskunstläufer … Seine Erfolge als Schriftsteller fallen dagegen bescheiden aus. In seiner Kolumne „Rat für Hundebesitzer“ erweist er sich als barscher Ratgeber. – Ansonsten frönt Snoopy dem Lustprinzip: Fressen und Schlafen sind seine großen Passionen! Diese bringen hin und wieder Konflikte mit dem „rundköpfigen Jungen“ (d.i. Charlie Brown) mit sich. Auch macht Snoopy sich einen Spaß daraus, Linus die Schmusedecke zu rauben, oder die „blöde Katze“ von gegenüber zu provozieren. Doch manchmal zeigt sich auch seine sensible Seite: etwa, wenn ihn die Sehnsucht nach seinen Eltern übermannt oder wenn ihn die Angst befällt, „sein Leben zu verschlafen“ … Seinem Freund Woodstock gegenüber ist Snoopy ein väterlicher Freund.

    Der kleine Vogel Woodstock assistiert Snoopy oft, wenn dieser in seine Rollen schlüpft. Bei Rutschpartien oder beim Football ist er aber mangels Körpergröße oft überfordert und Snoopy muß ihm aus der Patsche helfen. – Woodstock trauert seiner Mutter nach, deren Nestwärme er vermißt.

    Nur wenige Auftritte haben
    - der Klavierspieler Schröder, der Luzie auf ihren Wunsch hin eine Karte zum Valentinstag schenkt, weil er sie gerade so ertragen kann,
    - Charlie Browns kleine Schwester Sally, die manches zu wörtlich nimmt („Es gibt kein Morgen!“)
    - sowie die Brillenträgerin Marcie, die vieles falsch versteht und Patty mit „Sir“ anspricht.

    Desweiteren treten in Nebenrollen der dunkelhäutige Franklin und die schwarzhaarige Violet auf.

    Diesen Sonntagsstrips aus den Jahren 1970 bis 1974 und 1997 bis 1999 ist ein Aufsatz zu den „Peanuts“ von Patrick Bahners vorangestellt: „Der Kürbis spricht, ich muß träumen: Das gelobte Land der ‚Peanuts’ “.





    [Inhaltsangabe:kaschi]





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  2. #2
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    Die Peanuts begleiten mich schon solange ich denken kann, zumeist in der Hamburger Morgenpost. Ob Snoopy als Roter Baron oder Linus beim Warten auf den Großen Kürbis oder Lucy und Charly beim Football, sie hält fest , solche werden mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. Beim Lesen dieses Bandes konnte ich so schön lachen. Die Strips wurden in Themen wie Football, Im Garten und Winterzeit unterteilt.

  3. #3
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    Mit 14 oder 15 Jahren habe ich die Peanuts kennengelernt, mittels der roten Taschenbuchreihe von aar.
    http://www.comicguide.de/php/detail....&display=short
    Ich war begeistert. Noch ziemlich auf der Suche nach meinem Platz/Standpunkt in der Welt der Erwachsenen, boten die kleinen Kerle sowas wie Bestärkung, wenn nicht gar Orientierung. So materiell, kommerziell, oberflächlich und aggressiv wie Luzie wollte ich natürlich nicht werden. Da gefiel mir der zweifelnde, aber moralisch denkende Charlie Brown schon besser, wenn er auch ziemlich naiv war. Aber eigentlich doch ein feiner Kerl! Genauso wie Linus.

    Viele der Peanuts-Gags haben sich mir tief eingeprägt. Ein Beispiel, sinngemäß wiedergegeben und nicht aus obigem Album:

    Charlie Brown sitzt im Schulbus und sinniert: "Jeden Morgen fährt uns der Busfahrer zur Schule." - - - Pause. - - - "In der Schule lernen wir viele wichtige Sachen." - - - Pause. - - - "Mathematik, Physik, Französisch, Erdkunde." - - - Pause. - - - "Wenn ich groß bin, werde ich auch Busfahrer!"

    Im Fernsehen liefen die ersten Peanuts-Zeichentrickfolgen ab 1972, mit der tollen, weil leichten und swingenden Jazzmusik von Vince Guaraldi. Dazu so synchronisiert, daß die Stimmen wirklich zu den Protagonisten paßten. Eine oft matte Stimme für Charlie, eine sanfte für Linus, eine energische für Luzie ... War klasse! Am schönsten natürlich "Fröhliche Weihnachten, Charlie Brown!" Daß jeder Titel mit Ausrufungszeichen endete, paßte prima zum Geist der Serie.

    Dann gab es im Stern wöchentlich einen Peanuts-Strip (vermutlich Sonntagsstrips, so um die 10 Panels). Manche waren immer noch toll, aber mehr und mehr häuften sich die Folgen, wo ich nach dem Lesen dachte: "Hm. Kapier' ich nicht. Was soll das?"

    Das nahm dann im Laufe der Zeit zu (die "Stern"-Veröffentlichungen liefen über etliche Jahre). Auch die späteren TV-Bearbeitungen ließen für meinen Geschmack den Charme der frühen Jahre vermissen, wandelten sich mehr und mehr zu einer x-beliebigen Zeichentrickserie. Dazu wurde unübersehbar, wie massiv das Merchandising mit den Peanuts betrieben wurde - obwohl Schulz gegen die gnadenlose Kommerzialisierung stets zu Felde gezogen war. Ein Widerspruch! - Ich hab' zwar bei Gelegenheit immer wieder mal Neues gelesen bzw. geguckt, aber die Serie deswegen nicht systematisch gesammelt.

    So ging es mir dann auch bei dem FAZ-Album. Manche Gags sagen mir was, sind gelungen (vergleiche Inhaltsangabe). Bei anderen denke ich wieder: "Hm. Was soll das?"

    Ich vermute, daß der Druck, der auf Schulz lastete, jeden Tag einen Strip zu produzieren (war doch so, oder?), dazu geführt hat, daß er manchmal (und im Laufe der Zeit wohl immer öfter ...) irgendwas hingehauen hat, nur um seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Irgendwann ist logischerweise der Vorrat an mitteilenswerten Erfahrungen/Erkenntnissen/Ideen eines Menschen erschöpft bzw. sprudelt dieser nicht mehr ganz so ergiebig. Für die Qualität der Serie wäre ein freierer Veröffentlichungsrhythmus sicherlich besser gewesen.
    Geändert von Kaschi (27.01.2007 um 15:48 Uhr)

  4. #4
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    Ich kann mit den Peanuts nur was anfangen, wenn sie mit Butter gemischt mein Frühstücksbrot veredeln (aber auch nur, wenn sie crunchy sind).
    An einem Fernsehabend nehme ich sie mir aber auch hin und wieder geröstet und gesalzen zur Brust.



    (Ist das jetzt in etwa so zu bewerten wie Harald Schmidts Bemerkung, Goethe werde maßlos überschätzt? )

  5. #5
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    Felix, wie ich Dich kenne, wirst Du das doch in einem Pamphlet nicht unter 100 Zeilen locker begründen können! Danach werden wir sehen, ob Du mit Harald Schmidt in eine Reihe zu stellen bist ...

  6. #6
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Ich meinerseits bin sehr zwiespältig in Bezug ob, oder wie gut mir die Peanuts gefallen.

    Ich muss ehrlich gestehen ich habe den F.A.Z. Band noch nicht ganz durch - bin erst im 4. Kapitel.
    Einige der Gags aus dem zweiten Kapitel " Mahlzeit !" find ich sehr gelungen, wobei mir beim 3. Kapitel " Im Garten " irgendwie dann schon sehr die Abwechslung fehlt.

    Ich kann das auch schnell festmachen - denn es liegt an meinem persönlichen Lieblingscharakter der Serie - Snoopy
    An ihn kommt keiner ran - er verkörpert für mich die Peanuts wie kein anderer. Wenn er dann ab und an noch seinen tierischen Freund Woodstock im Schlepptau hat ist die Szenerie perfekt.

    Mit allen anderen habe ich nicht die Hälfte des Spasses - obwohl auch sie natürlich zu einigen Highlights beitragen.
    Ich weiss nicht warum mich die Serie nie richtig fesseln konnte - mag es ein wenig an der teils "müden" Philosophie liegen oder das manche Strips einfach nicht zünden wollen.
    Ich habe mir jetzt nicht bewusst jeden Lacher in der F.A.Z. Ausgabe nach ihrem Enstehungsjahr angeschaut - aber es kann durchaus auch ein wenig abflachen im Laufe der Jahre.
    Sicherlich ist es nicht einfach tagein - tagaus ein hohes Niveau zu halten.

    Es fehlt ein bisschen das freche, rebellische und auch sarkastische was mir z.b. beim zuletzt besprochenen Calvin & Hobbes so gut gefallen hat.

  7. #7
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    ich meine, das man das einfach berücksichtigen und akzeptieren sollte, das bei der menge und der zeit es einfach auch nicht zündende strips gibt. ich denke mal , das das keiner schaffen würde in solch einer zeit.

    in frankreich heißt die serie

    snoopy et les peanuts - irgendwie bezeichnend oder??

  8. #8
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Kaifalke
    snoopy et les peanuts - irgendwie bezeichnend oder??
    Die bisher Ausgabenstärkste Reihe vom Krüger Verlag hiess ja auch Snoopy & die Peanuts.

    Das wird dem Stellenwert sehr gerecht

  9. #9
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    yep

    auch wenn mir nicht alles gefällt, so lese ich sie doch immer wieder gerne. die unterteilung im FAZ Band in Themen find auch gelungen.

  10. #10
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    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    Ich kann das auch schnell festmachen - denn es liegt an meinem persönlichen Lieblingscharakter der Serie - Snoopy
    An ihn kommt keiner ran - er verkörpert für mich die Peanuts wie kein anderer. Wenn er dann ab und an noch seinen tierischen Freund Woodstock im Schlepptau hat ist die Szenerie perfekt.

    Mit allen anderen habe ich nicht die Hälfte des Spasses - obwohl auch sie natürlich zu einigen Highlights beitragen.
    Gerade die Snoopy-Woodstock-Kapriolen sind die Gags, mit denen ich oft nichts anfangen kann! Hier im Buch z.B. allein im Kapitel "Winterzeit" die Seiten 180, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 191, 193, 194, 202, 207, 210.

    Die Stärke der Serie kommt dann zum Tragen (finde ich), wenn die kleinen menschlichen Gemeinheiten (von denen wir wissen, daß sie zu großen werden können) vorgeführt werden - und die Versuche, sich ihrer zu erwehren. Genauso die Ängste und das Umgehen mit diesen: bekämpfen, verstecken, verdrängen ... Also die Gags, in denen Luzie zu großer Form aufläuft oder in denen es um das "rothaarige Mädchen" geht, die angstbesetzten Schulklassensituationen, die Dialoge zwischen Charlie und Linus oder Peppermint Patty usw.

    In der Beziehung macht den Peanuts so schnell keine andere Serie was vor!

    Äh, von denen, die ich kenne.
    Geändert von Kaschi (27.01.2007 um 22:40 Uhr)

  11. #11
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    Kleine Randbemerkung: im Vorwort des vorliegenden FAZ-Album auf Seite 4 tauchen zwei Charaktere aus den frühen Jahren auf, die später verschwanden: Shermy ("Guter alter Charlie Brown. Wie ich ihn hasse!") und Patty.

  12. #12
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Das was du beschreibst kaschi kann ich schon verstehen.
    Doch genau darin liegt bei mir das Peanuts-Problem.

    Unbestritten - es gibt sie, die tollen Dialoge zwischen den menschlichen Protagonisten.
    Und auch ich finde die Serie dann richtig gut - aber auch nur dann.
    Ansonsten ist sie auch oft nur grosses Mittelmass!

    Den von den tausenden Strips sind einige doch auch einfach zu lahm - zu müde. felix hat Recht - die Peanuts funktionieren am besten dort wo sie zu Hause sind - auf den Stripseiten einer Zeitung.
    Hier, im auch noch nach bestimmten Kriterien zusammengestellten FAZ-Band fallen mir leider wieder alle Aspekte negativ auf - warum die Serie nicht immer das Non-Plus-Ultra ist - trotz ihres unbestrittenen Klassiker-Status

    Und gerade in dieser Zusammenfassung nach bestimmten Motiv zündet eben nicht jede Idee, nutzen sich die Strips sogar teilweise regelrecht ab - hier greift nicht immer die Philosophie die sich hinter den Gags verbirgt - zumindest geht es mir so.

    Es gibt diese Glanzlichter - aber vieles ist halt so, daß man es liest, vielleicht mal kurz schmunzelt, es aber auch ganz schnell wieder vergisst.
    Das ist eben der Unterschied zu Calvin & Hobbes. Hier zünden viele Gags - und auch die Philosophie hinter den meisten liegt näher an meinem Geschmack. Vielleicht liegt es daran das die Strips einfach frecher sind.

    Wenn nun Snoopy (mit oder ohne Woodstock) auf den Plan tritt dann lebt der Gag einfach schon von der Tatsache, daß es hier ein Hund ist, der nun entweder philosophiert oder eben menschliches Verhalten aufweist.
    Es braucht weniger Erzähl-Potenzial um zu gefallen, da die Situation alssolche schon kurioser ist.
    Das ist dann wie so eine kleine Steigerung der Situation und wenn dann nun auch die ein oder andere Slapstick-Einlage dazukommt, wird der "normale" Peanuts-Stil enorm aufgelockert.

    Ich nenne hier nur mal die Szene wo Snoopy vor einem kleinen Bäumchen in verschneiter Landschaft sitzt.
    Woodstock kommt angeflattert - und möchte sich auf ein zerbrechliches kleines Ästlein setzen.

    1. Versuch - Der Landeanflug misslingt und Woodstock hängt mit dem Kinn am Ast, anstatt auf ihm zu stehen.

    2. Versuch - Woodstock erwischt mit seinen kleinen Füsslein den Ast. Dieser biegt sich nun immer weiter unter dem immensen Kampfgewicht des Kükens.
    Der Ast bricht und Woodstock taucht kopfüber in den Schnee - so das nur noch seine Füsse herausschauen.

    Währenddessen verzieht Snoppy kaum eine Miene - nur seine Ohren stehen stocksteif in den Himmel als der kleine Ast bricht.

    Woodstock kann sich aus seinem Schneeloch befreien - und die Peinlichkeit der Situation nötigt ihm ein kleines verschmitzes Lächeln ab.

    Herrlich - einer der besten Gags im vorliegenden FAZ-Band.
    Ist zwar reiner Slapstick - aber bei 90% philosophischer Ansätze in Peanuts - geradezu eine befreiende Abwechslung.
    Geändert von hipgnosis (28.01.2007 um 12:41 Uhr)

  13. #13
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    Insofern sind wir gar nicht weit auseinander, als ich finde, daß die besten Gags der Peanuts im FAZ-Band leider nicht zu finden sind. Dagegen etliche, die bei mir nur Achselzucken hervorrufen. Durch diesen Band allein wäre ich sicher nicht in die Peanutsgemeinde eingetreten. Für den FAZ-Band (war nicht mein Vorschlag) sprach ja nur die allgemein schnelle Verfügbarkeit.

    Vielleicht sollten wir die Philosophien, die hinter den Erdnüssen einerseits und dem Tigerjungen andererseits stecken, konkretisieren und dann vergleichen.

  14. #14
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Kaschi
    Für den FAZ-Band (war nicht mein Vorschlag) sprach ja nur die allgemein schnelle Verfügbarkeit.

    Vielleicht sollten wir die Philosophien, die hinter den Erdnüssen einerseits und dem Tigerjungen andererseits stecken, konkretisieren und dann vergleichen.
    Jetzt red´ dich bloss nicht raus!

    Aber recht hast du - sicherlich sind hier nicht die besten Strips versammelt, sondern einfach eine Auswahl die zu den verwendeten Motiven passte.
    So lernen wir vielleicht nicht die wirklichen Highlights der Serie kennen - aber leider illustriert es ein wenig die Tatsache, daß eben auch viel Durchschnitt in ihr steckt.

    Habe nix dagegen ein wenig die Philosophie von Peanuts und Calvin & Hobbes zu analysieren - bietet sich ja auch irgendwie an bei den vorhandenen Parallelen der beiden Strip-Grössen!

  15. #15
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    Zitat von kaschi:
    Felix, wie ich Dich kenne, wirst Du das doch in einem Pamphlet nicht unter 100 Zeilen locker begründen können! Danach werden wir sehen, ob Du mit Harald Schmidt in eine Reihe zu stellen bist ...
    Wenn du mich so fragst, werde ich mich nicht lange bitten lassen.
    Aber dieses Wochenende leide ich unter akutem Zeitmangel.
    Daher nur ein Vertrösten.

    Irgendwann in den nächsten Tagen.

  16. #16
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    Zur Peanuts-Philosophie:

    Wie sehen üblicherweise amerikanische Erfolgsserien oder andere Megaseller aus? Eine Hauptfigur (neuerdings auch mal eine weibliche), die sich durch mancherlei Unbill und Rückschläge nicht vom Weg abbringen läßt, um schließlich und endlich zum Erfolg zu gelangen! Hunderte von Kinofilmen, TV-Serien, Comic-Serien, v.a. Superhelden, stehen für dieses verkaufsträchtige Muster. Titelhelden, die ausnahmsweise mal die Loser-Rolle übernehmen, lösen spöttisches Gelächter aus (Donald Duck).

    Bei den Peanuts ist ein vollkommener Loser die Titelfigur, und zwar: die sympathische, zur Identifikation einladende Titelfigur! Charlie Brown ist die personifizierte Absage an den American Way of Life! Es ist in höchstem Maße bemerkenswert, daß ein solcher Charakter so populär werden konnte! (Andererseits paßt es wieder besser ins Bild, wenn Charlie in Sachen Popularität alsbald vom Lebenskünstler Snoopy übertrumpft wurde ...)

    Allerdings eine Absage nicht aus der sozialkritischen, sondern aus der wertkonservativen Ecke. Schulz war Laienprediger, besuchte regelmäßig die Veteranentreffen der US-Army (der er im 2.Weltkrieg gedient hatte) und wählte - angeblich - republikanisch. Dementsprechend bewegen sich die Peanuts im Milieu des bürgerlichen Mittelstandes. Armut, Rassismus, Kriminalität tauchen nicht (oder zumindest äußerst selten) in ihrer Welt auf. Stattdessen wird von Schulz immer wieder der Konflikt zwischen christlichen und (anderen) solidarischen Werten einerseits und blankem Eigennutz andererseits thematisiert.

    Diese Konflikte stellt er aus einer kindlichen Perspektive in aller Schärfe dar.

    Dazu einige Auszüge aus dem Aufsatz von Uwe Anton: "'Ich liebe die Welt - aber liebt sie mich?'. Das Mikrouniversum der PEANUTS", Comixene 35, Februar 1981:
    Charlie Brown ist die Hauptperson der "Erdnüsse". Dieser Junge mit dem kahlen, kugelrunden Kopf und dem gelben Pullover mit dem gezackten schwarzen Querstreifen ist der genaue Gegensatz zum Ideal des amerikanischen Way of Life, welches lediglich auf persönlichen Erfolg und Achtung hinausläuft. In der Schule ist Charlie Braun absoluter Durchschnitt, im Privatleben unsicher, introvertiert und als absoluter Versager klassifiziert: Er zieht das Pech geradezu professionell an.
    ...
    Charlie Browns Vorsätze, sich zu bessern, ein ganz neues Leben zu beginnen, werden von den Peanuts-Kindern schon im Ansatz zerstört: Es gibt zwar viele "Charlie Browns", doch von allen wird er vom Schicksal am stärksten gebeutelt, woran sich nie etwas ändern wird.
    ...
    Mit all diesen Konstellationen hat Charles M. Schulz einen kompletten Mikro-Kosmos aufgebaut, der in höchst ironisierender Weise nicht nur die Schwächen der einzelnen Kinder und so verallgemeinernd die der Menschengruppen, die sie darstellen und die in etwa die Gesellschaft, in der wir und noch viel stärker die US-Amerikaner leben, bloßlegt und aufdeckt, sondern auch mehr oder weniger konkrete Aussagen zu dem Makrokosmos - nämlich unserer Welt - leistet.
    ...
    Charles Schulz ist im christlichen Glauben verwurzelt und arbeitet in seiner Freizeit als Laienprediger. Doch obwohl die Peanuts-Strips in einer zum amüsierten Lächeln oder gar zum lauten Lachen reizenden Pointe enden, verbirgt sich unter dem oberflächlichen Humor oft eine Grausamkeit, die nur selten überdeckt ist.

    ... oder die Gutmütigkeit und Naivität, mit der Charlie Brown die gemeinsamen Spiele seiner Gefährten mitspielt, wohl wissend, daß er eigentlich eine böse Überraschung erleben wird, aber immer auf die Gutmütigkeit der anderen hoffend, ihm diese Enttäuschung zu ersparen - hier wird die Gefühlssphäre eines Menschentypen gnadenlos offengelegt, die Enttäuschungen, in die dieser Typ schlittert, brutal und exakt festgehalten. Doch gerade darin liegt die eigentliche Entlarvung, die Schulz bestrebt: Wie anders ist denn der Makrokosmos der Peanuts-Entropie, wie anders ist die Welt, in der wir leben?
    Verzeihung, hip, aber "müde" kommt mir diese Philosophie nicht vor. Daß sie nicht jedesmal zum Tragen kommt, haben wir ja oft genug betont. Und: auch wenn ich mich nie zu dieser wertkonservativen Ecke gezählt habe, so konnte und kann ich trotzdem doch für mich durch befreiendes Lachen/Schmunzeln eine Menge an Bestärkung herausziehen. Jeder liest halt seinen eigenen Comic, egal, von welchem Standpunkt der Autor+Zeichner aus gearbeitet hat.

  17. #17
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Sorry wegen meiner dürftigen Beteiligung, aber meine Abschlusssarbeit liegt in den letzten Zügen..
    Daher nur ein kurzes Statement zwischendurch.

    Eine schöne Analyse Kaschi!
    Mir war Charlie Brown auch immer sehr sympathisch.
    Auch deine generelle Einschätzung und Position zu Schulz und seinem Werk kann ich voll unterschreiben!

    Nix für ungut Hip!
    Calvin ´n Hobbes mag ich auch seehr!

    Viele Grüße!
    Macht weiter so!

  18. #18
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    Charlie aufgebracht zu Luzie: "Wenn Du mich fragst, ob ich Valentinsgrüße bekommen habe, dann antworte ich: 'Nein!' - Hast Du gehört? NEIN! Das bedeutet, ich habe KEINE bekommen! KEINE! NICHT EINE! - Die Antwort ist ein klares NEIN! Nicht eine einzige, einsame, solitäre Karte! KEINE! KEINE! GAR KEINE!" - "Ich hatte nicht die Absicht, Dich zu fragen!"

  19. #19
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  20. #20
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Es ist sowieso bewundernswert mit welcher stoischer Gelassenheit Charlie Brown all seine Missgeschicke, kleinen Pannen oder auch verwirrten Gedanken erträgt und immer wieder frohen Mutes versucht das Beste zu geben!

    Ein wahrer Held!

  21. #21
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    Von allen Charlie Browns dieser Welt ist er der Charlie Brownste!

    Das wußte schon Shermy. Oder war's Linus?

  22. #22
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    Es gibt noch jemanden, der mit den Peanuts was anfangen kann! Und das ist ... Bill Watterson, der Schöpfer von Calvin und Hobbes!
    Drei Comicstrips haben mich enorm inspiriert: die Peanuts von Charles Schulz, Pogo von Walt Kelly und Krazy Kat von George Herriman. Diese Strips sind sehr unterschiedlich in ihrer Sensibilität, aber sie haben mir die Augen darüber geöffnet, was ein Comicstrip bewirken kann.

    Die Peanuts gehörten zu meiner allerersten Lektüre, und sobald ich sie gesehen hatte, wußte ich, daß ich Cartoonist werden wollte. Ich fühlte mich sofort angesprochen von den flachen, kargen Zeichnungen, der Aufrichtigkeit der kindlichen Unsicherheiten und von Snoopys kurioser Eigenwelt. Zu jener Zeit erkannte ich noch nicht, wie innovativ das alles war - ich wußte nur, daß sich hier eine Art von Humor und Wahrheit offenbarten, die anderen Strips fehlten. Wenn ich heute die alten Bücher wieder lese, bin ich verblüfft, was für ein melancholischer Strip es damals in den Sechzigern war. Gewiß hat kein anderer Strip die Welt so unerbittlich grausam und herzlos dargestellt. Charlie Browns Selbsttortur angesichts ständigen Versagens ist auf eine bittere, hoffnungslos traurige Art komisch. Ich glaube, das Wichtigste, was ich von den Peanuts gelernt habe, ist, daß ein Comicstrip eine emotionale Wirkung haben und die großen Fragen des Lebens sensibel und scharfsinnig erörtern kann.
    Zu Pogo sagt Watterson dann, dieser Comic sei "ein leuchtendes Beispiel dafür, welch lebhafte, üppige Welt Comics heraufbeschwören können". Und zu Krazy Kat dann: "In seiner einzigartigen, kompromißlosen Sichtweise, seiner subtilen Grillenhaftigkeit und seiner skurrilen Schönheit ist Krazy Kat unerreicht."

    Das nur, um nicht zu verschweigen, was er bei den Peanuts nicht hat entdecken können. "Skurrile Schönheiten" und "lebhafte, üppige Welten" sind bei Schulz in der Tat weniger zu entdecken ...

    Quelle: Bill Watterson: "Calvin und Hobbes. 10 Jahre. Das Jubiläumsalbum", Wolfgang Krüger Verlag, Frankfurt/Main 1999.

  23. #23
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    Beim Vergleich der Peanuts mit Calvin und Hobbes fühle ich mich etwas unsicher. Dafür kenne ich letztere Serie (noch) nicht gut genug. Vielleicht mag da jemand anders in die Bresche springen?

    Ein paar Überlegungen dazu dennoch mal (unvorsichtigerweise ): ich denke, die (bedingten) Parallelen bei diesen Serien sind im wesentlichen bei den Zeichenstilen zu finden - und natürlich bei der Wahl der kindlichen Perspektive. Inhaltlich setzt Watterson doch ganz anderswo an: sein Calvin rebelliert gegen das Erwachsenwerden, gegen die Vernunft der Großen, die seinen unmittelbaren Wünschen immer wieder im Wege stehen. Deshalb sehe ich diese Serie von der Thematik her viel näher bei Gaston, auch wenn dieser nicht so garstig auftritt wie die kleine Nervensäge mit dem Tiger. Die Geschichten der Peanuts kreisen dagegen weniger um Kindheit vs. Erwachsenenwelt, sondern mehr um die Behauptung solidarischer Werte vs. Egoismus.

    Calvin benimmt sich wie ein oft garstiges Kind, quatscht aber daher wie ein erwachsener Kotzbrocken. Die Peanuts benehmen sich auf sehr unterschiedliche Weise wie Erwachsene in einer kindlichen Umwelt.

    Aber nochmal: da mögen andere sicher Treffenderes vorbringen können ...

  24. #24
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    Hm. Möchte nicht gerne alleine vor mich hinbrabbeln. Abgesehen von Kaifalke - warum äußert sich ansonsten keiner von den Leuten, die seinerzeit für die Peanuts gestimmt haben?
    http://www.comicforum.de/poll.php?do...lts&pollid=778

  25. #25
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    Ich habe das FAZ-Buch zufälligerweise vor 14 Tagen gelesen. Und danach weggeworfen.

    Unverständlich, wieso eine Comicserie, die ich als besonders intelligent und witzig im Gedächtnis hatte, so enttäuschen kann. An mir kann es nicht liegen, denn ich habe mich parallel durch Archive von Onlinecomics gearbeitet, und dabei herzlich lachen müssen.

    Mögliche Erklärungen:
    a) Für das FAZ-Buch wurden nur die langweiligsten Strips der Serie verwendet.

    b) Das 3-Panel-Format lag Schulz besser als das lange Sunday-Strip-Format.

    c) Die Peanuts-Strips nach 1970 taugen nichts mehr.

    d) Die Übersetzung ist schlecht.

    e) Es hat zuviele Nachahmer gegeben, so dass die damals originellen Ideen heute banal wirken

    f) Der Zeitgeist hat sich geändert. Wer hat heute noch Mitleid mit einem Charlie Brown!


    Irgendwas davon muss zutreffen.

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