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  1. #1
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    Post The Amazing Adventures Of Kavalier & Clay

    Eins der besten amerikanischen Bücher im vergangenen Herbst war Michael Chabons
    „The Amazing Adventures of Kavalier & Clay“ über zwei Vettern, die 1940 ein Superheldencomic erfinden.
    Der Autor Michael Chabon wurde bekannt durch „Wonder Boys“ (mit Michael Douglas verfilmt) und
    „Die Geheimnisse von Pittsburgh“.
    Bis jetzt gibt es noch keine deutsche Übersetzung von „The Amazing Adventures of Kavalier & Clay“.
    Aber es ist interessant, wie sehr seit kurzer Zeit die Superheldencomics in anderen Medien ernstgenommen werden („X-Men“, „Unbreakable“). Jedenfalls in Amerika.

    Hat jemand „The Amazing Adventures of Kavalier & Clay“ gelesen, oder zumindest von dem Buch gehört?

    [Dieser Beitrag wurde von Hate am 15. Februar 2001 editiert.]

  2. #2
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    Thumbs up

    Pardon, Hate, dass ich diesen Beitrag und damit Deine lobenswerte Bemühung, echtes Niveau ins Forum zu tragen, nicht früher würdigte!

    Das Buch ist bestellt, meine Meinung werde ich in naher Zukunft verkünden. So werden hoffentlich weitere des Englischen mächtige User verfahren, auf dass wir diese offenkundig hochwertige Extrapolation des Superhelden-Mythos en detail goutieren können.

    Der Pulitzer-Preis. Beneidenswerter Mann.

  3. #3
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    Lightbulb

    Weil ich gerade euphorisiert bin, hier die Storyline:


    Als der junge Josef Kavalier im Brooklyner Haus seiner Tante eintrifft, liegt bereits eine bemerkenswerte Flucht hinter ihm: Obwohl seine Familie den finanziellen Ruin in Kauf nimmt, um die Bestechungsgelder zahlen zu können, die es braucht, den Prager Frühling von 1939 zu verlassen, verweigert man ihm die Ausreise - und dennoch gelingt es Josef, der in den Selbstbefreiungstechniken seines großen Vorbildes Harry Houdini überaus versiert ist, sich überraschend (und auf recht surreale Weise) in den Osten abzusetzen, eingeschlossen in einen Sarg, Seite an Seite mit der großen mystischen jüdischen Sagengestalt, dem Golem. Es mutet wenig überraschend an, dass er und sein phantasiebegabter New Yorker Cousin Sammy Klayman auf derselben Wellenlänge liegen. Das den beiden jungen Männern gemeinsame Interesse an Magie, Helden und dem Sieg des Guten über das Böse führt sie auf direktem Wege in die boomende Branche ihrer Zeit - den Trost spendenden und deshalb über die Maßen erfolgreichen Comicheft-Markt. Ihr Held, der Escapist, ist der erste gezeichnete Held, der noch vor Kriegseintritt der U.S.A. die wahren Feinde bekämpft - die N.azis -; ein Vorsprung, der dem maskierten Mann zu großer Popularität verhilft ... und sowohl Joe Kavalier als auch Sam Clay zu ansehnlichem Reichtum. Kraft seiner neuen finanziellen Stärke versucht Joe, seine Familie aus Europa heraus zu kaufen. Sammy dagegen sammelt sein Vermögen mit dem unbändigen Hunger des Außenseiters an, der um jeden Preis sein Stück des Amerikanischen Traumes will. Ein Ort zieht sie magisch an: Das geschäftige wie jugendliche, mit einer ganz eigenen Persönlichkeit aufwartende New York ist der Ort, an dem man leben muss, da es gerade in den boomenden Comicszene vor günstigen Gelegenheiten schier platzt.

    Michael Chabons Porträt der Weltstadt in jener goldenen Zeit zwischen Depression und Weltkrieg gerät ebenso entzückend wie die Schilderung seiner hoffnungsfrohen Hauptfiguren, von denen nur eine ahnt, welches Schicksal sie ereilen könnte. Der Leser sorgt sich um diese Kerle, fürchtet um das Wohlergehen von Joes Familie, erlebt das Erwachen von Sams sexuellen Neigungen und sieht mit an, was den Figuren nach Kriegsende und dem Absterben des Superheldenhypes widerfährt. Sams und Joes humorvolle und herzbrechende Reise gewinnt durch Atmosphäre, Action, Dialogführung und kulturelle Kommentare. Chabon fackelt ein wahres Feuerwerk an phantasiereichen Realitätsflüchten ab, unterstrichen von humorigen Einlagen, die mit den besten Gags jüdischer Komiker mithalten können. Der Autor lotet die Tiefe des menschlichen Herzens aus, und feiert im selben Atemzug voller Üppigkeit und Weisheit die heilsame Funktion des Eskapismus, der Realitätsflucht. Dieses aufrichtige Stück Kunst verdient Preise, gewiss, doch noch mehr als alles andere verdient es die Aufmerksamkeit des Lesers, der hier auf bittersüße Weise wichtige Lektionen über das Leben lernen kann.

    P.S. Kurz noch eins: Die Tabuisierung der Wörter H.itler und N.azis ist eines der größten Übel, die das Forum aufweisen kann. Die altersbedingte intellektuelle Schwäche mancher User - voll egal. Schwachsinnsthemen im Extrem - voll egal. Aber das wissentliche Schüren von Neugier (das jede Tabuisierung fördert) ist politisch und menschlich so verwerflich, dass ich den Betreibern des Forums - und damit letztlich Dir, Bernd - ein großes Stück Sozialkompetenz absprechen muss. Sieh Dir die User an. Wimmelt es hier vor rechtem Gedankengut? Nein, und das würde es auch nie. Gäbe es Übertritte, würden sie von dem durch Sysop's und Moderatoren gebildeten funktionieren Reinigungsapparat gekillt werden - wo ist also das Problem?

    Wenn das Forumspublikum in Deinen Augen ein so unmündiges Volk ist, dass Du ihnen ihren Sprachkatalog auf so, pardon, lächerliche Weise diktieren musst, dann ... ja, dann was? Mich macht es sprachlos, und das passiert nur angesichts so krasser Misstände, dass es mir den Glauben an die Menschheit raubt. Dies ist einer jener Momente.

    [Dieser Beitrag wurde von Sir Midnight am 18. April 2001 editiert.]

  4. #4
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    Re: The Amazing Adventures Of Kavalier & Clay

    Original geschrieben von Hate
    Eins der besten amerikanischen Bücher im vergangenen Herbst war Michael Chabons
    „The Amazing Adventures of Kavalier & Clay“ über zwei Vettern, die 1940 ein Superheldencomic erfinden.
    Ich bin gerade dabei beim Lesen der deutschen Ausgabe "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay". Das Buch ist wirklich witzig und interessant geschrieben und ich kann es ruhigen Gewissens weiterempehlen, auch wenn man nicht an Comics interessiert ist.

    Da Michael Chabon aber Fiktion (Sammy und Joe) mit Realität (die Hinweise auf andere Verlage, reale Personen der Geschichte, ...) vermischt, hätte ich mir doch einen kleinen Anhang gewünscht, in dem Chabon etwas mehr darauf eingeht, was real ist, was an die Realität angelehnt ist und was er frei erfunden hat, um seine Geschichte zu erzählen.

  5. #5
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    Weiß jemand, wo das Literaturhaus in Berlin ist??? Habe in der Zitty keinen Eintrag zu der Veranstaltung gefunden...vielleicht schau ich aber noch mal genau nach...
    Auf alle Fälle Danke für die Information

  6. #6
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  7. #7
    Moderator Avatar von LeGuy
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    Ein sehr gutes Buch (ich stecke grade in Kapitel 3). Ist euch eigentlich aufgefallen, dass die Übersetzerin auf der Impressum-Seite unserem werten Herrn Langhagen dankt?

  8. #8
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    Ja, das ist uns. Habs schon durch.

    Gute Kritiken gab es auch noch in Literaturen, in der Berliner Zeitung und in der Zeit.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  9. #9
    Mitglied Avatar von lucien
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    Habe nun endlich auch Chabons Buch gelesen...
    hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich kein Superheldenleser bin. Sehr schön fand ich die Verknüpfung mit Meyrinks Golem....

    Bin aber erstaunt das bis dato noch nicht mehr Leser dieses tollen Buches gepostet haben...

  10. #10
    Moderator Crossgen Comics Deutschland Forum Avatar von Northstar
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    Btw. dazu gibt's 2004 dann auch die Comic; Chabon sucht nur noch den passenden Verlag...

    Northy,
    nachher noch mal in Pittsburgh...
    Geändert von Northstar (28.07.2003 um 08:21 Uhr)

  11. #11
    Moderator Avatar von LeGuy
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    ...hat er schon, nämlich Dark Horse:
    http://www.newsarama.com/forums/show...ghlight=chabon

  12. #12
    Mitglied Avatar von lucien
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    na dann warten wir mal den Dezember diesen Jahres ab....

    danke für den Link...

  13. #13
    Mitglied Avatar von Remory
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    Das Buch ist wirklich der Hammer. Gibt es diesen autobiografischen Comic, den Kavalier in seinen Versteck im Empire State Building gezeichnet hat wirklich ?
    Ich habe übrigens gestern gehört, dass das Buch verfilmt werden soll. Weiß jemand näheres darüber ?

  14. #14
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    Es scheint wohl sehr schwieig zu sein, aus dem Stoff ein Drehbuch zu machen:
    http://www.sugarbombs.com/kavalier/movie.html

  15. #15
    Mitglied Avatar von Remory
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    Das kann ich mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist die Handlung des Romans, die ja über einen großen Zeitraum spielt, als Film umzusetzen.Aber es gibt ja in der Filmgeschichte durchaus Beispiele dafür, dass es machbar ist. Spontan fällt mir da "Garp und wie er die Welt sah" ein. Wenn ich es mit meinen wenigen Englisch-Kenntnissen richtig verstanden habe, schreibt Chabon selber am Drehbuch mit. Dann scheint ja noch Hoffnung zu bestehen, dass am Ende auch was Vernünftiges dabei herauskommt.

  16. #16
    Mitglied Avatar von LuG
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    Lies mal bis zum Ende (oder besuch die oben erwähnte Web-Seite von Chabon). Der Film scheint leider ziemlich tot zu sein.

    Die ebenfalls oben erwähnte "Escapist"-Comicserie ist übrigens sehr heiter und liebevoll gemacht. Die kommt bestimmt nie auf deutsch...
    LuG

  17. #17
    Mitglied Avatar von Simulacrum
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    Kein Film, soll nun aber bei CBS als TV-Serie kommen

    https://www.hollywoodreporter.com/li...owtime-1261189


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