szmtag Comic-Stammtisch Wunschtitel: Isnogud - Seite 3
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  1. #51
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    Nochmal kurz zur deutschen Veröffentlichungsgeschichte: ist meine Erinnerung richtig, daß Isnogud nach Asterix die zweite Albenserie von Ehapa war? Und Lucky Luke war dann die dritte? Oder gab's damals noch andere?

  2. #52
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    könntest recht haben kaschi

  3. #53
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    kaschi: Prima, wenn hier eifrig in Sekundärwerken geblättert wird. Kann den Stammtisch nur bereichern ...

    zu Deiner Frage:
    Da LL in den Mittsiebzigern durch Rechteinhaber Koralle besetzt war (eigene Albenreihe bis zur Nr. 14), dürfte Albert Enzian etwas früher dran gewesen sein.
    Isnogud gab's auf jeden Fall vor den beiden O.g.

    Um nochmal zu den zuletzt von lucien (Grüße zurück) thematisierten Zitaten zurückzukehren:

    Ich habe mir vor ein paar Wochen mal ein paar Gedanken zum Thema "berühmte Comic-Zitate" gemacht.
    Mal abgesehen von dem, was ich unter "Kampfschreie" einorden würde ("Avengers assemble" oder "It's clobberin' time") gibt's nicht allzu viel von der Allgemeinheit oder doch zumindest der "Comic-Community" verinnerlichte Sätze in der Art von "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör".

    Goscinny hat jedoch mit jeder seiner Top-Serien zumindest einen Satz berühmt gemacht. So berühmt, dass die jeweiligen Sätze - auch wenn aus dem Kontext gerissen - von jedem Comic-Leser sofort problemlos einer Serie zugeordnet werden können:
    - Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen
    - Die spinnen, die Römer
    - I'm a poor lonesome cowboy and a long way from home (auch wenn dieser Satz nicht von ihm ist)

  4. #54
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    Herumstöbern im Deutschen Comic Guide
    http://www.comicguide.de/php/suche.p...=ehapa&x=0&y=0
    http://www.comicguide.de/php/suche.p...=delta&x=0&y=0
    hat bezüglich früher Ehapa/Delta Albenreihen Folgendes ergeben:

    1968 Asterix
    1973 Superman Superband
    1974 Isnogud (-1986)
    1974 Walt Disney-Großband: Donald Duck als Feuerwehrmann (1 Ausgabe)
    1974 Batman Superband
    1975 Die Abenteuer von Popeye
    1975 Hägar
    1976 Albert Enzian
    1976 Das große Asterix Buch
    1976 Superman präsentiert: Aquaman
    1976 Superman präsentiert: Roter Blitz (angeblich Heft?)
    1976 Superman präsentiert: Wundergirl (angeblich Heft?)
    1976 Superman Sonderausgabe
    1976 Dragon - Gigant des Kung Fu
    1976 Lone Ranger
    1977 Lucky Luke
    1977 Superman präsentiert: Gerechtigkeitsliga
    1977 Das große Goofy Album

    Die heldenhaften "Superbände" von 1973/74 etwa hatten allerdings ein deutlich kleineres Format.
    Geändert von Kaschi (10.01.2007 um 22:19 Uhr)

  5. #55
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Die Alben geben die Geschichten nicht chronologisch wieder.
    Als 1966 das erste Album auf den Markt kam, verfügte die Serie bereits über einen annährend 5jährigen Fundus aus den man sich bedienen konnte.
    Um der Albenreihe einen möglichst guten Start zu verschaffen, hat man offenbar die frühen Bände mit den bis dato besten Geschichten versorgt.
    Auch dazu findet sich was in Reddition 34 (S. 53/54, aus dem Aufsatz "Isnogud" von Kristian Mahnke):

    Dargaud hatte schon seit 1966 die Abenteuer des Möchtegernschreckensherrschers in Albumform gesammelt und auf den Markt gebracht.

    Trotz diverser Verlagswechsel in Frankreich entsprechen die deutschen Albumausgaben in Inhalt und Chronologie den französischen Publikationen. Die Albenchronologie entspricht allerdings nicht der Reihenfolge, in der die Geschichten ursprünglich in den Magazinen erschienen sind. Dadurch ändert "Isnogud" in den frühen Alben so häufig das Aussehen.

    Die frühere Version des abscheulichen Grosswesirs ist vor allem an seiner Nase kenntlich, der noch die später typische Dreiecksform fehlt. Schöner ist die überarbeitete Version allerdings nicht geworden, und so ist Isnogud nach wie vor der hässliche Unsympath. Aber auch die Gegenwart beweist: Politiker müssen nicht gut ausehen, um ihrem Tagwerk nachzugehen. Immerhin hat der Politiker Isnogud etwas geschafft, was den so viel zeitgemässeren Galliern versagt geblieben ist. Er durfte kurzzeitig das aktuelle Tagesgeschehen kommentieren. Über ein Jahr, von 1974 bis 1975 wurde "L'Ignoble Iznogoud" für die Wochenzeitschrift "Le Journal du Dimanche" zum Kommentator des gegenwärtigen politischen Geschehens. Allzuviel diplomatisches Geschick legt der kleine Despot allerdings kaum an den Tag. Der überwiegende Teil politischer Arbeit wird auf eine Tätigkeit verwandt, mit der schon sein rumänischer Geistesbruder Fürst Vlad Tepes zwar politisch begrenzten, als Vorbild für Bram Stokers "Dracula" jedoch unbegrenzten literarischen Erfolg feierte, nämlich alle politischen Gegner kurzerhand pfählen zu lassen. Mit einem solchen Programm schafft man sich verständlicherweise nur wenig Freunde, und nach einem Jahr musste Isnogud wieder zurück nach Bagdad und neue Mordvarianten austüfteln.
    Die "L'Ignoble Iznogoud commente l'Actualité"-Bände hießen laut der beigefügten Goscinny-Bibliographie hierzulande bei Boiselle+Löhmann "Die Alpträume des Isnogud" 1+2. Ein dritter Band enthielt "Alpträume", die nicht von Goscinny, sondern von A. Buhler getextet wurden (jeweils 64 Seiten). Im Comic Guide wird als Originaltitel jeweils "Les cauchemars d'Iznogoud" angegeben. Vielleicht in Frankreich der Unterschied von Magazin- zu Albumveröffentlichung?

    Auch in der Ehapa Comic Collection tauchen sie auf, verteilt auf vier 48seitige Bände. Es handelt sich um die Ausgaben 20 und 22 bis 24 (benannt nach düsteren Aussichten, Alpträumen, Wahnvorstellungen und Nervenkrisen). Hier ist als Originaltitel angegeben: "Les cauchemars d'Iznogoud", Bände 1-4.

  6. #56
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Thumbs up

    Zitat Zitat von Kaschi
    Die "L'Ignoble Iznogoud commente l'Actualité"-Bände hießen laut der beigefügten Goscinny-Bibliographie hierzulande bei Boiselle+Löhmann "Die Alpträume des Isnogud" 1+2. Ein dritter Band enthielt "Alpträume", die nicht von Goscinny, sondern von A. Buhler getextet wurden (jeweils 64 Seiten). Im Comic Guide wird als Originaltitel jeweils "Les cauchemars d'Iznogoud" angegeben. Vielleicht in Frankreich der Unterschied von Magazin- zu Albumveröffentlichung?

    Ahh - gut das du dies nochmal erwähnst - ich habe das total vergessen in das Eröffnungsposting zu integrieren - wurde hiermit nachgeholt!

    Übrigens sehr witzig die Textpassage mit Isnogud als Kommentator politischer Ereignisse und dem Vergleich zu Graf Dracula!
    Solch Beiträge müsste man viel öfter in den diversen Magazinen vorfinden.

    Ich stelle mir gerade das Pfählen auf orientalisch vor - da würde so ein Nagelbrett eines Fakirs nur mit längeren Nägeln sehr gut passen - oder der fliegende Nagelteppich!

  7. #57
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    Die Actualité-Bände sind eigentlich nicht mein Geschmack.
    Stehen auch ein bisschen außerhalb der Serie und wurden daher für mich vollkommen folgerichtig zunächst aus der regulären Serie ausgespart.

    Erwähnenswert finde ich noch, dass es in den 3 erfolgreichsten Goscinny-Comic-Serien neben den "stets wiederkehrenden Sätzen" auch noch das "vorhersehbare Ende" gibt.

    Asterix endet (fast) immer mit dem Dorffest.
    Lucky Luke endet (fast) immer mit dem Ritt in den Sonnenuntergang.
    Isnogud endet (fast?) immer mit der Niederlage des Großwesirs (das "Wer-Andern-eine-Grube-gräbt-Prinzip")
    Da diese Niederlage aber immer etwas anders aussieht, fällt die ständige Wiederholung nicht so sehr auf wie bei den vorgenannten Serien.

  8. #58
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    Ich vermute, die geplante Gesamtausgabe richtet sich nach Chronologie der Magazin-Veröffentlichungen, nicht nach der Alben-Chronologie. Wäre jedenfalls sinnvoller.

    Oder?

  9. #59
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Die Actualité-Bände sind eigentlich nicht mein Geschmack.
    Stehen auch ein bisschen außerhalb der Serie und wurden daher für mich vollkommen folgerichtig zunächst aus der regulären Serie ausgespart.
    In den Band 23 hab' ich mal wieder reingeguckt. Ich denke, der Humor ist wohl nur in Gänze zum Tragen gekommen in Verbindung mit den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorgefallenen politischen Ereignissen, auf die Isnoguds Aktionen sich ja beziehen. Heute, ohne diesen aktuellen Bezug, verlieren die Gags natürlich an Zündkraft. Sie gleichen damit politischen Karikaturen.

  10. #60
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    Kristian Mahnke stellt in oben erwähntem Reddition-Artikel des Jahres 2000 übrigens eine frappante Ähnlichkeit von Leibesfülle und Gesichtsausdruck des Kalifen mit einem von ihm nicht namentlich genannten früheren deutschen Bundeskanzler fest. Zeitlich käme da nur Ludwig Erhard in Frage, aber je genauer ich mir den auf seinem 1001-jährigen Kissen (aus)sitzenden Kalifen betrachte, kann damit nur ein anderer der "deutchen Gechichte" gemeint sein, der in der Entstehungszeit der Serie in Frankreich kaum bekannt gewesen sein dürfte. Also eher eine zufällige Ähnlichkeit.

  11. #61
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    In Band 3 kann man m.E. die Ähnlichkeit zum Beispiel in dem vorletzten Panel auf Seite 34 erkennen, aber nicht zu Franz Josef ... Dem war doch egal, wer unter ihm Bundeskanzler ist! Nein, der mit der "Gechichte", der Gnade der späten Geburt, der blühenden Landschaften, dem Pfälzer Saumagen, der Erfinder des Aussitzens (noch 'ne Ähnlichkeit zum Bagdader Sitzfleisch), ...

  12. #62
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    In Band 3 kann man m.E. die Ähnlichkeit zum Beispiel in dem vorletzten Panel auf Seite 34 erkennen, aber nicht zu Franz Josef ... Dem war doch egal, wer unter ihm Bundeskanzler ist! Nein, der mit der "Gechichte", der Gnade der späten Geburt, der blühenden Landschaften, dem Pfälzer Saumagen, der Erfinder des Aussitzens (noch 'ne Ähnlichkeit zum Bagdader Sitzfleisch), ...

    Du hattest meinen Post noch gelesen, bevor ich ihn noch löschen konnte.

    Denn mir fiel in dem Moment auch unser Pfälzer Urgestein mit der Birne ein!

  13. #63
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Ich vermute, die geplante Gesamtausgabe richtet sich nach Chronologie der Magazin-Veröffentlichungen, nicht nach der Alben-Chronologie. Wäre jedenfalls sinnvoller.

    Oder?
    Fände ich auch..!

    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Zeitlich käme da nur Ludwig Erhard in Frage, aber je genauer ich mir den auf seinem 1001-jährigen Kissen (aus)sitzenden Kalifen betrachte, kann damit nur ein anderer der "deutchen Gechichte" gemeint sein, der in der Entstehungszeit der Serie in Frankreich kaum bekannt gewesen sein dürfte. Also eher eine zufällige Ähnlichkeit.

    Tja, da kann man mal wieder sehen, dass gute Polit-Karikaturen einfach zeitlos sind!

  14. #64
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    ... oder daß Herrscher über die Jahrhunderte hinweg immer wieder gleich aussehen ...

  15. #65
    Mitglied Avatar von lucien
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    So, habe gestern abend in dem zweiten Band (der einzige der ersten drei der mir vorliegt) der Abenteur um den Kalifen und desjenigen der Kalif anstelle des Kalifen werden möchte gelesen.

    Ich habe mich schon ganz gut amüsiert und auch herzhaft lachen können, allerdings nicht so wie mir das stellenweise bei Asterix passiert.

    Hier bin ich auch bei meinem Statement: Goscinny hat immer wieder wohl Gags in mehreren Serien eingesetzt. Bei der Geschichte in der Isnogud Harun al Pussah per Trunk in die Lüfte jagen will, wird der gute Tunichgud ja auch mit einem Seil an seinem Fuß am wegfliegen gehindert. Dies geschah auch dem guten Handzumgruß in Kampf der Häuptlinge. Ich habe jetzt noch nicht nachrecherchiert ob dies bei Isnogud oder bei Asterix zuerst auftauchte.

    Vielleicht kann man ja mal Goscinnys Werk auf immer wieder auftauchende Situationen untersuchen?
    Ich finde es ja durchaus legitim solche Ideen auch mehrmals zu verwenden, einen guten Witz erzählt man ja auch immer wieder und im besten Fall wird auch darüber gelacht, in der Geschichte war es einfach nur auffällig (ohne Wertung).

  16. #66
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    Die Geschichte heißt "Le Philtre occidental" (zu deusch: "Der Muckefuck") und ist zuerst in Record No.46/1.10.1965 erschienen.
    http://bdoubliees.com/record/annees/1965.htm

    "Le Combat des Chefs" (deutsch: "Der Kampf der Häuptlinge") wurde erstmalig in Pilote 261/22.10.1964 veröffentlicht.
    http://bdoubliees.com/journalpilote/annees/1964.htm

  17. #67
    Moderator Finix Comic Club Avatar von joox
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    "Le Combat des Chefs" (deutsch: "Der Kampf der Häuptlinge") wurde erstmalig in Pilote 261/22.10.1964 veröffentlicht.
    http://bdoubliees.com/journalpilote/annees/1964.htm
    Witziges Cover! Wer war den der andere Chef, mit dem sich Goscinny da prügelt..?

  18. #68
    Mitglied Avatar von lucien
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    Zitat Zitat von joox Beitrag anzeigen
    Witziges Cover! Wer war den der andere Chef, mit dem sich Goscinny da prügelt..?
    Das müsste J.M. Charlier sein, der gemeinsam mit R. Goscinny die Redaktion bei Pilote innehatte.

  19. #69
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    Bewertung:

    Was mir bei Isnogud immer wieder auffällt: Nicht die Anschläge an sich sorgen für den besseren Humor der Serie.
    Vielmehr sind es die feinen Beobachtungen des Bagdader Märchenalltags. Das fängt beim absurden Urlaubsgebaren des Fussvolks an (Seite 1 der ersten Geschichte) und endet bei der leicht irreführenden Namensgebung der örtlichen Hotelerie (sogar ohne Kenntnis der Originalversion bin ich überzeugt, in Geschichte 1, Seite 3, Bild 1 ein durch Übersetzung verloren gegangenes Wortspiel vor mir zu haben).

    Wenn ab Seite 4 der 1. Geschichte die Reihe der Attentate eröffnet wird, wird auch der Humor spürbar herunter geschraubt. Goscinny muss sich nun darauf konzentrieren, die Geschichte voranzubringen, obwohl ihm das Berichten der kleinen Beobachtungen doch offenbar so viel mehr behagt.

    Die Übertragung gegenwärtiger, westlicher (okzidentaler) Verhältnisse und Vorstellungen auf den märchenhaften Orient Isnoguds ist Quelle des effektivsten Humors dieser Serie (die überraschende Antwort auf die Frage, was geschehen würde, wenn unsere Welt in diese fiktive, aber Allen bekannte Szenerie einbrechen würde lautet Kreuzfahrt, Sommer- und Winterurlaub in der Märchenwelt).

    Sicher, Tabary ist kein großer Virtuose, doch sind seine Zeichnungen zweckdienlich.
    Wie wir am Stammtisch schon festgestellt haben, muss der Funny-Zeichner nicht im herkömmlichen Sinn ästhetisch zeichnen, sondern vielmehr "auf den Punkt".

    Mimik (z.B. muss ein dümmlicher Gesichtsausdruck einfach sitzen und Harun Al Pussah zeigt uns diesen in all seine wunderbaren Variationen) und Gestik (z.B. die des Fakirs, der in der 1. Geschichte, Seite 1, Bild 4 mit seinen Händen die sich bereits im Gesicht spiegelnde Vorfreude auf die Seeigel unterstreicht) müssen nicht nur stimmig sein, sie müssen die Pointe verstärken.
    In dieser Hinsicht ist Tabary ein hervorragender Zeichner.

    Die Figur des Isnogud mag einseitig sein, aber sie ist auch einzigartig, in ihrer radikalen Bösartigkeit originell (besonders dann, wenn man bedenkt, dass sie in einer Zeit entstand, deren Geist noch nicht in dem Maße von Zynismus geprägt war wie die gegenwärtige).
    Schwarzbart, mein lieber kaschi, scheint mir ein Waisenknabe im Vergleich mit unserem Herrn Wesir.


    Machiavelli mag den "Fürst" geschrieben haben,
    aber Isnogud hat ihm diktiert.



    Die Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität.
    Die erste gefällt mir am besten, doch auch sie hat "Hänger".
    Keines der ganz großen Alben des bitterbösen Großwesirs, daher 7/10.

    P.S.:
    Eine Frage, eigentlich wunderbar geeignet für unser Quiz (oder das Guiness-Buch der Rekorde):
    Welcher Herrscher hat die meisten Attentate überlebt (und auch noch alle unverletzt) ?

    Harun Al Pussah !
    Geändert von felix da cat (13.01.2007 um 07:52 Uhr)

  20. #70
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Die Figur des Isnogud mag einseitig sein, aber sie ist auch einzigartig, in ihrer radikalen Bösartigkeit originell (besonders dann, wenn man bedenkt, dass sie in einer Zeit entstand, deren Geist noch nicht in dem Maße von Zynismus geprägt war wie die gegenwärtige).
    Schwarzbart, mein lieber kaschi, scheint mir ein Waisenknabe im Vergleich mit unserem Herrn Wesir.
    Richtig! Mein Charakter erlaubt es halt nicht, solch abgrundtief miesen Typen hier auch noch ein öffentliches Forum zu bieten ...

    Wie rechtfertigst Du eigentlich diesen radikal bösartigen Thread vor Deinem Gewissen und vor der Gechichte?

  21. #71
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    Einer meiner Lehrer hat mal gesagt, jeder Mensch sei zumindest zu irgendeiner Sache gut und wenn er auch nur als abschreckendes Beispiel dient.

    Ich wollte Euch nur vor allzu großer Machtgier warnen.
    Jetzt wisst Ihr, wo das hinführt ...

  22. #72
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Was mir bei Isnogud immer wieder auffällt: Nicht die Anschläge an sich sorgen für den besseren Humor der Serie.
    Vielmehr sind es die feinen Beobachtungen des Bagdader Märchenalltags. Das fängt beim absurden Urlaubsgebaren des Fussvolks an (Seite 1 der ersten Geschichte)
    Wobei die von Urlaubern verstopften Straßen auch bei Asterix auftauchen, sogar mehrfach, meine ich, vornehmlich um Lutetia herum.

  23. #73
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Was mir bei Isnogud immer wieder auffällt: Nicht die Anschläge an sich sorgen für den besseren Humor der Serie.
    Vielmehr sind es die feinen Beobachtungen des Bagdader Märchenalltags.

    ...

    Wenn ab Seite 4 der 1. Geschichte die Reihe der Attentate eröffnet wird, wird auch der Humor spürbar herunter geschraubt. Goscinny muss sich nun darauf konzentrieren, die Geschichte voranzubringen, obwohl ihm das Berichten der kleinen Beobachtungen doch offenbar so viel mehr behagt.
    Öhm - ist doch ein schlagendes Argument für 'ne One/Two-Pager-Serie ... Oder nich?

  24. #74
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    Zitat von kaschi:
    Öhm - ist doch ein schlagendes Argument für 'ne One/Two-Pager-Serie ... Oder nich?
    Find' ich nicht, da die Beobachtungen für sich keine Geschichte ergeben, nicht einmal eine von nur einer Seite Länge.

    Nimm' mal das allererste Bild des Albums: Könnte völlig für sich stehen und damit ein Cartoon sein ... Sowas gibt's häufig bei Isnogud, aber geschickt in den Verlauf der Handlung eingebaut, so dass es nicht künstlich wirkt (Motto: Moment einmal, ich habe da eine Idee für einen Gag, jetzt müssen wir die Geschichte zu der Idee führen, statt umgekehrt).

  25. #75
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    Zitat von kaschi:
    Ich vermute, die geplante Gesamtausgabe richtet sich nach Chronologie der Magazin-Veröffentlichungen, nicht nach der Alben-Chronologie. Wäre jedenfalls sinnvoller.

    Oder?
    Fänd' ich auch besser, aber ich denke, das können wir vergessen.
    Ehapa wird die Reihe sicher co-produzieren.
    Und die Frankobelgier sind - was ihre Gesamtausgaben betrifft - i.d.R. leider auch nicht gerade pedantisch.

    So folgen die Intégrales von Cubitus und Albert Enzian dem Chaos, das die Albenausgaben angerichtet haben.
    Bei Serien wie Mick Tangy und Comanche hat man die Gesamtausgaben nicht genutzt, um die in den Alben gekürzten Seiten nachzureichen.
    Bob Morane und Yoko Tsuno werden nicht chronologisch, sondern nach Themen geordnet veröffentlicht (wobei der Grundsatz "3 Alben zu einem Thema in einem Band der Gesamtausgabe" ebenso häufig durchbrochen wie gehalten wird).

    Lässt mich nicht gerade hoffen.

    Ein kleineres - durchaus lösbares - Problem:
    Das Cover des 2. Albums lässt sich keiner einzelnen Geschichte zuordnen, sondern zeigt Figuren aller im Album veröffentlichten Geschichten.

    Dennoch ist nicht aller Tage Abend:
    Die "Rückkehr"-Geschichten in Band 21 ergeben eigentlich nur im Zusammenhang mit den chronologisch vorlaufenden Storys Sinn.
    Ärgerlich, wenn man eine "Rückkehr" vor sich hat und sich dann auf die Suche nach der Geschichte begeben darf, auf die sie Bezug nimmt, zumal die diversen Vorlauf-Geschichten auf sehr viele Alben verteilt sind.
    D.h. nach Lesen jeder kompletten Geschichte (ursprüngliche Story + Rückkehr), darf man sich erneut auf die Suche begeben.

    Durch die Gesamtausgabe ergibt sich die Chance, dem Leser einen Mehrwert zu bieten (und selbst wenn der nur darin bestehen sollte, die Geschichten "komfortabler" lesen zu können).
    Mal sehen, ob diese genutzt wird.

    Zitat von lucien:
    Hier bin ich auch bei meinem Statement: Goscinny hat immer wieder wohl Gags in mehreren Serien eingesetzt. Bei der Geschichte in der Isnogud Harun al Pussah per Trunk in die Lüfte jagen will, wird der gute Tunichgud ja auch mit einem Seil an seinem Fuß am wegfliegen gehindert. Dies geschah auch dem guten Handzumgruß in Kampf der Häuptlinge. Ich habe jetzt noch nicht nachrecherchiert ob dies bei Isnogud oder bei Asterix zuerst auftauchte.
    Hm ... ich denke solche Ähnlichkeiten sind nahezu unvermeidlich.
    Ähnliches lies sich auch bereits in Bezug auf die Foltermethoden in frankobelgischen Funnies feststellen (Dr. Kilikil in QRN ruft Bretzelburg)

    Nicht nur in Superheldencomics, sondern auch in den Funnies wird häufiger geflogen, sei es durch Zauberei oder Pseudowissenschaft (Einnahme der Anti-Grav-Tablette).
    Und da es nicht ausreicht zu HB zu greifen, wenn man in einem Funny in die Luft geht, muss eben ein Seil her, um Bodenhaftung zu bewahren.

    Da gibt's noch frühere Beispiele als die genannten (und nicht mal von Goscinny): Man denke nur an den Fliegenden Schlumpf (1963; Album 1, Seite 41).
    Geändert von felix da cat (13.01.2007 um 12:22 Uhr)

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