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Thema: Comic-Stammtisch Wunschtitel: Isnogud

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  1. #1
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    ISNOGUD

    - Die Abenteuer des Kalifen Harun al Pussah -




    Gefährliche Ferien





    Orginaltitel: Iznogoud: Les vacances du calife - Dargaud (07/1968)
    Verlag: Delta/Ehapa - Band 3
    Deutsche Veröffentlichung: 1975
    Autor: René Goscinny
    Zeichner: Jean Tabary

    Deutsche Magazinveröffentlichung 1974 in "MV Comix".
    Von 1974-1986 veröffentlichte der Delta/Ehapa Verlag 16 Ausgaben in SC + HC.
    Von Februar 1989 - Oktober 1996 erschien dann noch eine 24-bändige Buchhandels-Ausgabe mit Handlettering bei Ehapa – und endlich soll nun 2007 der Startschuss für eine Gesamtausgabe fallen.
    Bei Boiselle+Löhmann erschienen noch 3 Bände unter dem Titel Die Alpträume des Isnogud
    Wovon das dritte Album nicht von Goscinny, sondern von A. Buhler getextet wurde.








    Band 3
    Gefährliche Ferien







    Aus der 699. Nacht:

    „Im Namen Allahs, des Gnädigen und Barmherzigen, Friede und Heil über unseren Herrn Mohammed, den Obersten der Gesandten Gottes, was für eine wunderbare Erzählung“ entgegnete der Sultan.
    „Und dennoch war sie nicht schöner und wunderbarer, als die des Großwesirs der Kalif werden wollte anstelle des Kalifen“ erwiderte Scheherazad.
    „Ich beschwöre Dich bei Allah! Erzähl mir auch diese Geschichte und ich gewähre Dir eine weiteren Tag des Aufschubs“.
    „So sei es.
    Wisse, oh Herr, dass einst zu Bagdad ein Kalif lebte, den man Harun Al Pussah nannte. Da dieser sehr träge und schläfrig war, bekümmerte sich dessen Großwesir, ein schändlicher Mann, Isnogud von Namen, um die Regierungsgeschäfte des Beherrschers der Gläubigen.
    Der Verruchte ward ein Meister der Intrige und hatte nichts mehr im Sinn als seinen Gebieter zu beseitigen, um dessen Stelle einzunehmen.
    So schmiedete der Nichtswürdige unentwegt Pläne, die Früchte tragen sollen in der Zeit der Bagdader

    SOMMERFERIEN


    Dieser Tage nämlich umschmeichelte der schmierige Wesir seinen Herrn mit wohlgesetzten Worten und überredete ihn zu einem Ausflug in die Sommerfrische. Der Kalif solle dabei auf seine übliche Begleitschaft verzichten und unerkannt erholsame Tage genießen.
    Wie gesagt, so ward auch getan, aber ach, der Infame Isnogud trachtete ohne Unterlass nach dem Leben des Kalifen und gedachte diesen zu ertränken, ihn von einem Hai fressen, in eine tiefe Grube fallen, mit einem Boot kentern und auf einem von einer Flut überschwemmten Felsen aussetzen zu lassen.
    Doch seine Pläne schlugen fehl und vor nervlicher Erschöpfung brach der Schändliche zusammen.
    In Bagdad angekommen riet ihm der Leibarzt des Kalifen, er solle Ferien nehmen, um sich von seiner Ermattung zu erholen.“

    „Was für eine wunderbare Geschichte, Scheherazad. Doch nun will ich ruhen. So Allah will, wirst Du dann übermorgen gerichtet.“

    700. Nacht:

    „Oh Sultan, wisset ich vermag Euch eine weitere meiner wundersamen Geschichten zu erzählen.“ – „Dann lasset hören. Weiß sie mir zu gefallen, so verlängere ich den Aufschub um einen weiteren Tag.“
    So werde ich Euch erzählen von den

    WINTERFERIEN


    Dereinst trug der Geschichtenerzähler Ali Blabla dem Kalifen Harun Al Pussah zu Bagdad eine gar wundersame Erzählung vor. Er berichtete von einem seltsam-weißen Stoffe, „Schnee“ genannt. Aber auch der infame Wesir erfuhr davon. Sogleich marterte er sein falsches Hirn, einen Weg zu finden, sich dieses merkwürdig pulvrige Element zu Nutzen zu machen.
    Schließlich beauftragte der Verruchte den zerstreuten byzantinischen Zauberer Meterolog, die Wüste mit dem seltsamen Stoff zu pudern. Nach einigem Hin und Her fand der Magier den richtigen Zauberspruch und die Sanddünen wurden vom reinsten Weiß des Schnees bedeckt.
    Hierauf versuchte sich der schändliche Isnogud erneut im Meuchelhandwerk. Er begleitete den Kalifen auf die höchste Düne, bat ihn, sich Bretter unter die Füße zu schnallen und schubste ihn dann den Hang hinunter, denn der Schnee konnte glatt sein. Allah sei bedankt, denn durch ein von ihm bewirktes Wunder kam bei der Rutschfahrt nur der Großwesir selbst zu schaden. Wundersamerweise ließ sich der weiße Stoff zu Bällen formen und stieß man einen derselben einen Abhang hinunter wurde dieser immer größer. Der gemeine Isnogud beabsichtigte dies zu nutzen, den Kalifen unter dem so gewachsenen weißen Stoff zu begraben, aber auch dies schlug fehl, gepriesen sei Allah. Der Niederträchtige verfing sich in dem großen Ball und stürzte mitsamt seinem Mietsklaven Tunichgud in die Tiefe. Dem Kalifen aber widerfuhr kein Unheil.“

    „Fürwahr, eine solche Geschichte vermag ich kaum zu glauben, doch hast Du sie gut erzählt, daher sollst Du noch eine weiteren Tag Aufschub erhalten.“
    „So sei Dir Dank !“

    701. Nacht

    Sultan, oh Sultan. Gern will ich Euren Wunsch nach Rache gegen alle Weibsbilder gefügig sein. Doch richtet ihr mich morgen, so werdet Ihr nie die Geschichte erfahren vom

    KALIF AUF KREUZFAHRT


    „Du machst mich neugierig, Scheherazad. So erzähle mir auch diese Geschichte.“
    „So sei es.
    Man behauptet, dass in Bassora, der Hafenstadt des Kalifats von Bagdad, einst ein Seemann namens Sinkbar lebte. Als der niederträchtige Isnogud hörte, dass diesem keine seiner Fahrten ohne Havarie gelang, lockte er den Kalifen in der Hoffnung auf dessen Schiff, dass dieses mit dem Beherrscher der Gläubigen sänke. Doch kommt es anders als der Hinterlistige plante. Durch Fügung Allahs reist auch er mit Sinkbar und erlebt Abenteuer mit Kannibalen, dem Zyklopen Einaug und dem Vogel Roch auf und über der Gastronomeninsel und strandet schließlich auf der Opfer- und der Muschelinsel. Von dieser werden die Reisenden von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet, der arge Isnogud jedoch nur in Form einer Muschel, in die ihn ein Zauber verwandelte.“

    „Ein verdientes Ende des unedlen Großwesirs. Hat er nun seinen letzten Atemzug getätigt ?“
    „Oh nein, glückseliger Sultan, er unternahm weitere Versuche, Kalif anstelle des Kalifen zu werden.“
    „So erzähle mir morgen Abend von diesen.“

    702. Nacht

    Höret die Geschichte von der

    FLASCHE DER HERRN GASBUTAN

    In den Gemächern des ehrlosen Großwesirs Isnogud erschien dereinst ein Hausierer, der über magische Kräfte verfügte. So verkaufte er dem Bösartigen eine Flasche mit einer Flüssigkeit, die den Trinkenden in eine Kellerassel verwandeln würde, doch nur, wenn dieser sie bis zur Neige leerte. Da die Flüssigkeit von ungenießbarem Geschmacke, ließ er sich so manches einfallen, den Kalifen zum Trinken zu bewegen. Als nur noch ein letzter Tropfen über war, hatte der Kalif Geschmack an dem seltsamen Elixier gefunden und bat den bösartigen Isnogud ihm diesen letzten Schluck zu reichen. Der Hinterhältige war so erstaunt darüber, dass er in eine Ohnmacht fiel, worauf ihm der Kalif die Flüssigkeit zur Stärkung reichte.
    Daraufhin verwandelte sich der missgünstige Wesir in eine Assel, doch fand er vor der Gnade Allahs Obhut bei seinem sanften Herrn, dem Kalifen, der ein Herz für das vielbeinige Insekt hatte.“


    „Scheherazad, welch’ wunderbare Geschichten Du mir zu erzählen weißt. Doch vermag ich mich nicht des Eindrucks zu erwehren, dass Du diese gelegentlich stark zu kürzen verstehst. Mir wäre es lieber, Du würdest Sie mir in ihrer ganzen Schönheit offenbaren.“
    „O Herr der Zeit, dies ist mir nicht gegeben. Nur einer vermag dies zu tun, doch der ist bereits verstorben.“
    „Hat er Dir zu seinen Lebzeiten Kunde von dem treulosen Großwesir gegeben ?“
    „Nein, oh barmherziges Licht der Gläubigen. Ich habe durch einen Kaufmann Kenntnis erlangt. Der kehrte mit einer Karawane aus dem Okzident zurück und verkaufte wundersame Papyrusrollen, bemalt mit fremden Zeichen und Bildern. Es gelang mir diese zu entziffern.“
    „So sind dies Geschichten der Ungläubigen ?“


    Zeichner: Jean Tabary

    „Ja, mein Gebieter, der eine, Jean Tabary, zeichnete diese wundervollen Erzählungen. Er ward 1930 in einem fernen Land, Schweden genannt, geboren, hatte Geschwister ohne Zahl wovon zwei, Pierre und Jacques den selben Beruf wie er erwählten. Obwohl fern von der Heimat geboren, ward er Angehöriger des Frankenreichs.
    Im Jahre 1956 nach Zählung der Ungläubigen wurden seine Zeichnungen erstmals in größerem Rahmen bekannt. Eine wöchentliche Sammlung von Papyrus-Blättern, Vaillant genannt, erschien mit seinen Geschichten um die Jungen Richard und Charlie.
    1958 folgten Erzählungen, die von Totoche (Toto/Ehapa) handelten, einem vorlauten Jungen, der andere, gleichen Schlages anführt.
    Im gleichen Jahr ersann er die Abenteuer der zwei Dummköpfe Grabadu et Gabaliouchtou.
    Und 1959 Geschichten um die Familie Hautympan, erschienen in dem Papyrusband Pierrot, später in Rallye-Jeunesse, oh, was für seltsame Wörter man im Okzident doch hat.
    1960 erdreistete er sich gar, für Pilote, was immer das sein mag, die Abenteuer eines Vagabunden Valentin le Vagadond aufzuzeichnen (zunächst nach Geschichten von Goscinny, dann erfand er diese selbst), ein Tunichgut, der die Natur liebt, aber keiner Arbeit nachgeht. Allah strafte den Landstreicher, indem er ihn in jeder Geschichte ein Unheil schickte!
    Die Geschichten von denen ich Euch erzählte ersann er gemeinsam mit Goscinny im Jahre 1961 für Record, wieder eines dieser okzidentalen Wörter, ab 1968 für Pilote.
    Als Goscinny verstarb, setzte Tabary die Geschichten um den Großwesir alleine fort.
    Weitere seiner Erzählungen handeln von Luc et Laura für Nous les garçons et les filles aus dem Jahr 1963 und von Corinne et Jeannot (Sebastian und Isabelle/Rate Mal Comics #3 Pabel Verlag), zwei Kinder aus der Bande von Totoche, aus dem Jahre 1966.
    1979 entschloss sich Tabary, seine Geschichten ohne Mittler seinen Bewunderern weiterzugeben und gründete die Éditions Tabary.
    In den 1990er Jahren schuf er dann sogar bewegte Bilder für etwas, das der Okzident Zeichentrickfilm und Fernsehen nennt. Hierfür ersann er eigene Figuren, nutzte aber auch seine bekannteste, Isnogud.
    1999 versuchte er es mit einem eigenen Bund Papyrusblätter, nannte dies Le magazine de Corinne et Jeannot, doch fehlte es ihm an Lesern.

    Das Leben des Anderen, Goscinny genannt, wurde schon zweimal im Comicforum, Allah schütze uns vor diesem Scheitanszeug, veröffentlicht. Lasset mich dennoch die befremdlich klingenden Worte wiedergeben wie sie geschrieben:

    Szenario: René Goscinny

    René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Paris geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Buenos Aires, nachdem seine Eltern 1928 nach Argentinien gezogen waren. Schon in der Grundschule erwachte sein Interesse an Comics und Zeichnen, aber niemand nahm von dieser Leidenschaft ernsthaft Kenntnis. Als sein Vater gestorben war, ging er im Oktober 1945 nach New York und lief mit seiner Zeichenmappe vergeblich die Verleger ab. Nach Ableistung seines Wehrdienstes, versuchte er sein Glück erneut bei zahllosen New Yorker Verlagen und Werbeagenturen, doch niemand erkannte sein Talent. Als typischer self-made man verrichtete Goscinny die verschiedensten Tätigkeiten, bevor er Harvey Kurtzman kennen lernte, den zukünftigen Schöpfer von Mad , und zusammen mit Jack Davis, Willy Elder u.a. in dessen Studio arbeitete.
    Anfang 1950 lernte er Maurice de Bevère (Künstlername: Morris) kennen, und etliche Monate später beschloss er, sein Glück in Belgien zu versuchen, wo er innerhalb kurzer Zeit einer der besten Texter wurde. Seine ersten Erfolge waren Lucky Luke, ein sympathischer Westernheld, den Morris Jahre zuvor geschaffen hatte, und die Bücher mit dem kleinen Jungen Nicolas (Der kleine Nick), der eine Figur Sempés war und von diesem gezeichnet wurde. Ihnen folgten Signor Spaghetti für Attanasio, Oumpah-Pah (Umpah-Pah/Ehapa) für Albert Uderzo und weitere Szenarios für Jijé, Macherot, Tibet und viele andere Künstler.
    In der zweiten Hälfte des Jahres 1958 kam Goscinny bei einigen Verlagen auf die "schwarze Liste", als er sich bemühte, für Comic-Agenturen gewisse Rechtsgrundlagen zu schaffen. Er kümmerte sich jedoch nicht darum und gründete mit Jean-Michel Charlier, Jean Hebrard und Albert Uderzo zwei Gesellschaften, eine für Comics und eine für Werbung. Im Oktober 1959 hob diese Gruppe Pilote aus der Taufe, ein Wochenmagazin, das später an den Verlag Dargaud verkauft wurde. Herausgeber und "Seele" von Pilote war bis 1974 Goscinny selbst, der dafür mit Albert Uderzo Asterix schuf, den wohl erfolgreichsten französischen Comic-Helden aller Zeiten, ohne dabei die Zusammenarbeit mit anderen Zeichnern zu vernachlässigen: Mit Cabu gestaltete er Potachologie, mit Gotlib - Dingodossier und mit Tabary - Iznogoud (Isnogud/Ehapa).
    Der gescheiterte Zeichner Goscinny hat somit viel für den französischen Comic – und für Comics allgemein – geleistet. Von André Malraux, dem damaligen Kulturminister, wurde er 1967 zum "Ritter der Künste und Wissenschaft" ernannt. Ein Herzinfarkt setzte seinem Leben am 5. November 1977 ein vorzeitiges Ende.


    Hier noch zwei französische Links zur Serie:
    - offizielle Site
    - inoffizielle Site






    ENDE




    [Wunschtitel - Künstler-Bio + Inhaltsangabe: felix da cat]



    Link zu unseren Termine + Regelwerk
    Geändert von hipgnosis (21.01.2007 um 12:53 Uhr)

  2. #2
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    Gepriesen sei Felix, der Glückliche! Eines Kalifen würdig!

  3. #3
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    Danke, kaschi.

    Hip, tsts, leider hast Du meinen Text umgestellt: die Bio von Tabary (und Goscinny) schließt in meiner Vorlage - wie man leicht nachvollziehen kann - direkt an das Ende der Inhaltsbeschreibung an ...

    Dadurch, dass Du's auf den Kopf gestellt hast, beginnst Du mitten im Text und der auf die Inhaltsbeschreibung folgende Text endet im Nichts.

    Korrigier das doch bitte ...

  4. #4
    Mitglied Avatar von soad
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    Die Post hats mir gerade noch rechtzeitig gebracht. Muss nur noch zu sehen das ichs heute noch lese.

  5. #5
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    @felix

    Jetzt passt´s wieder - oder?


    Vorab eine Grobeinschätzung zur Serie.

    Ich habe es nie so richtig verstanden - warum Inogud so im Schatten des übergrossen Asterix, oder gar Lucky Luke gestanden hat, bzw. noch immer steht.
    Am reinen Gag-Potential kann es sicherlich nicht liegen - denn auch hier beweisst Goscinny ein um´s andere Mal seinen unerreichten und pointierten Humor.
    Auch zeichnerisch ist alles stimmig - aber das werden wir sicherlich noch in Einzelnen näher beleuchten.

    Was ist der Grund für das eher sekundäre Interesse an dieser Serie?

    Nach Lesen dieses Albums machte ich mir nochmal darüber Gedanken und kam zu einer persönlichen Erkenntnis.

    Es sind die Geschichten selbst.
    Hier wird ähnlich eines Comicstrips immer und immer wieder das Grundmotiv der Serie missbraucht um das Album zu füllen.
    Somit sind die einzelnen Alben für sich gesehen absolute Klasse - aber im Gesamten ist die Serie einfach nicht abwechlungsreich genug - da können die grossen Vorbilder mit differentierten Storyline glänzen.

    Übrigens kenne ich noch zwei sehr bekannte und beliebte Serien - bei denen es zumindest mir ganz ähnlich ergeht.

    Spirou (Asterix) / Gaston (Isnogud)

    Auch hier sind die Konzepte bis auf Ausnahmen ähnlich gelagert. Zumeist spielen die Gaston-Episoden in der Redaktion und ganz nach dem Motto was Gaston alles erfindet oder wen er wieder nervt.
    Und bei Spirou werden albenlange Geschichten erzählt - bei denen es sich nicht um ein einziges Grundmotiv dreht.

    Somit sind Isnogud/Gaston mehr Slapstick und Asterix/Spirou mehr das humorvolle Abenteuer oder Funny!
    Geändert von hipgnosis (06.01.2007 um 16:50 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    @felix



    Was ist der Grund für das eher sekundäre Interesse an dieser Serie?


    das bringt mich eher auf den gedanken, ob es nicht an dem verlag liegt, der mehr auf die anderen serien von goscinny aufmerksam machen müßte bzw. sie zu verbreiten, bei lucky luke war es wohl auch ein selbstgänger, warum auch immer.

    oder interessiert ein verlag immer nur die serie des autoren, die sie verlegen?? und über den rest fällt der mantel des schweigens?

    alle 3 sind beim gleichen verlag hier in deutschland, wie es in frankreich aussieht, keine ahnung. weiß auch nicht ob die da den finger drauf haben, was ehapa in seine alben mit reinnimmt.

    logisch wäre für mich in den 3 ehapa reihen, werbung für die beiden anderen reihen goscinnys bei ehapa. und das in jedem album der jeweiligen serie
    Geändert von Lola65 (06.01.2007 um 17:09 Uhr)

  7. #7
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    Das stets gleiche Strickmuster mit vorhersehbarem Ausgang ist mir auch als Minuspunkt der Serie aufgefallen, im Gegensatz, um das ganz schnell dazu zu sagen, zu den zahlreichen Goscinny-typischen Gags und Anspielungen.

    Ich glaube, ein zweites wesentliches Handicap im Vergleich zu den ganz großen Knallern ist das Fehlen einer positiven Identifikationsfigur. Isnogud ist mies, von Ehrgeiz zerfressen und ein permanenter Loser. Harun al Pussah ist unglaublich naiv und vertrottelt. Tunichgud blickt zwar meistens durch, gibt aber stets den Softie. Auch zeichnerisch lädt keiner dieser Figuren zur Identifikation ein - sie sind alle drei nicht gerade Schönheiten.

    By the way: gibt es noch weitere "Regulars"? Ich nenne noch längst nicht alle Alben mein Eigen.

    Noch 'ne Frage: kann mir jemand den Namen des Kalifen aufdröseln, anspielungstechnisch? Mit viel Phantasie sehe ich darin einen Katzenharem. Aber ob das wirklich gemeint ist, wage ich doch zu bezweifeln.

  8. #8
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Kaschi
    Noch 'ne Frage: kann mir jemand den Namen des Kalifen aufdröseln, anspielungstechnisch? Mit viel Phantasie sehe ich darin einen Katzenharem. Aber ob das wirklich gemeint ist, wage ich doch zu bezweifeln.
    Katzenharem - erkläre mir das mal näher - ich stehe gerade auf dem Schlauch - wegen Pussah/Pussy??

    Ich habe da erstmal keine Erklärung anzubieten- vielleicht kennt felix sie!

    Ich denke gerade über den Aspekt mit der Identifikationsfigur nach.
    Gibt es eigentlich Serien wo nicht positive Charakter solche sind.

    Nimm mal Lobo (mir fällt gerade nix besseres ein) der ist ja auch fies - aber er ist wahrscheinlich auch Identifikationsfigur.

    Aber ich weiss natürlich was du meinst - könnte auch ein Grund sein.
    Obwohl ich Isnogud als Charakter einfach klasse finde!

  9. #9
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    Zitat Zitat von hipgnosis Beitrag anzeigen
    Katzenharem - erkläre mir das mal näher - ich stehe gerade auf dem Schlauch - wegen Pussah/Pussy??
    Genau so. Näher erklären kann ich das nicht. Ist nicht mehr als eine dünne Assoziation.

    Zur Veröffentlichungspolitik von Ehapa: ich denke, sie haben anno 1974 alles Mögliche getan, um mit Isnogud an den Asterix-Erfolg anzuschließen. Zunächst in MV Comix, ab 9/74: die Serie prall auf dem Cover, als Nachfolgeserie von Asterix angepriesen (zumindest im Rahmen von MV Comix), dann ebenso wie der Gallier als Albenreihe veröffentlicht, gleichfalls per Soft Cover und Hard Cover.

    Nur hat es offenbar nicht in gleichem Maße gefunkt. Auch bei mir persönlich nicht. MV Comix habe ich damals oft gelesen - ebenso wie die Asterix-Alben. Hätte mich Isnogud ähnlich angesprochen wie sein Ehapa-Vorgänger, hätte ich ihn bestimmt ebenfalls von Stund' an gesammelt. Hab' ich aber nicht. Ich denke, aus den beiden genannten Gründen, auch wenn ich mir damals nicht den Kopf darüber zerbrochen habe.

    Heute reizt mich die Serie in erster Linie wegen meines allgemeinen Interesses an den frankobelgischen (Semi-)Funnies.

  10. #10
    Mitglied Avatar von soad
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    Zwei Aspekte warum Isnogud wahrscheinlich im Schatten von Asterix u.o.Lucky Luke geblieben ist, wurden ja schon genannt.

    1. Nicht abwechslungsreich genug in der Story.

    2. Es gibt keine richtige Identifikationsfigur.

    Da stimme ich voll und ganz zu, dass das wichtige Gründe für den nicht ganz großen Erfolg sind.

    Jedoch hat die Serie in meinen Augen auch etwas Abwechslung bei den unzähligen Versuchen den Kalifen um die Ecke zu bringen.

    Ich finde es ziehmlich lustig zu erfahren mit welcher List er es diesmal versucht Kalif anstelle des Kalifen zu werden.
    Geändert von soad (06.01.2007 um 21:08 Uhr)

  11. #11
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    Zitat von hipgnosis:
    @felix

    Jetzt passt´s wieder - oder?
    Nö, jetzt ist das Chaos perfekt.

    Fängt alles mit der 699. Nacht an.
    Das, was jetzt der 1. Abschnitt ist, gehört zwischen die Inhaltsangabe und die Infos zum Zeichner, also so:

    Ende Inhalt:
    Daraufhin verwandelte sich der missgünstige Wesir in eine Assel, doch fand er vor der Gnade Allahs Obhut bei seinem sanften Herrn, dem Kalifen, der ein Herz für das vielbeinige Insekt hatte.“

    Zwischenstück (jetzt oben)
    „Scheherazad, welch’ wunderbare Geschichten Du mir zu erzählen weißt. Doch vermag ich mich nicht des Eindrucks zu erwehren, dass Du diese gelegentlich stark zu kürzen verstehst. Mir wäre es lieber, Du würdest Sie mir in ihrer ganzen Schönheit offenbaren.“
    „O Herr der Zeit, dies ist mir nicht gegeben. Nur einer vermag dies zu tun, doch der ist bereits verstorben.“
    „Hat er Dir zu seinen Lebzeiten Kunde von dem treulosen Großwesir gegeben ?“
    „Nein, oh barmherziges Licht der Gläubigen. Ich habe durch einen Kaufmann Kenntnis erlangt. Der kehrte mit einer Karawane aus dem Okzident zurück und verkaufte wundersame Papyrusrollen, bemalt mit fremden Zeichen und Bildern. Es gelang mir diese zu entziffern.“
    „So sind dies Geschichten der Ungläubigen ?“

    Infos Zeichner:
    „Ja, mein Gebieter, der eine, Jean Tabary, zeichnete diese wundervollen Erzählungen. Er ward 1930 in einem fernen Land, Schweden genannt, geboren, hatte Geschwister ohne Zahl wovon zwei, Pierre und Jacques den selben Beruf wie er erwählten. Obwohl fern von der Heimat geboren, ward er Angehöriger des Frankenreichs.
    Warum hast Du's nicht so gelassen, wie ich's Dir geschickt habe ?

    O.K., aber ich vermute ja eh, dass das so gut wie keiner liest (Ausnahme: Effendi kaschi ), daher nun zum Album:
    Hier wird ähnlich eines Comicstrips immer und immer wieder das Grundmotiv der Serie missbraucht um das Album zu füllen.
    Der Begriff "missbraucht" stört mich gewaltig.
    Goscinny und Tabary haben hier ein Thema zum Konzept erhoben.
    Durchaus legitim, so etwas zu tun.
    Ist allerdings ein riskantes Konzept, da es sich in aller Regel schnell erschöpft, selbst wenn man ein ausgesprochenes humoristisches Genie wie Goscinny den inhaltlichen Part übernimmt.
    Tatsächlich halte ich das Konzept daher nicht für die simple Methode, ein Album zu füllen, sondern für den denkbar schwersten Weg (zumindest, wenn man dies erfolgreich tun will).

    Den Vergleich zu Gaston, besonders aber zu Spirou finde ich auch nicht glücklich. Spirou ist ganz sicher keine One-Theme-Serie, es sei denn man versteht unter "einem Thema" das Erleben von Abenteuern, aber warum sollte man sich dann im Vergleich auf Spirou beschränken, dann kann man gleich mit Tim und Struppi usw. fortfahren.

    Bobo, der in jeder Folge versucht, den Gefängnismauern von Riegelfest zu entfliehen, empfiehlt sich weit eher zum Vergleich. Der ist allerdings im doppelten Sinn Gefangener: nämlich auch Gefangener dieses Konzepts.

    Aber eigentlich wollte ich mit etwas Grundsätzlicherem beginnen:
    Vielleicht können sich noch einige erinnern, dass ich ursprünglich Album 1 oder 2 besprechen wollte.
    Nicht ohne Grund:
    Es gibt nur 3 Comic-Alben bei denen ich - und ich meine dies wörtlich - vor Lachen geweint habe.
    Zwei davon sind die Alben 1 und 2 der Isnogud-Reihe.
    Als ich die darin befindlichen stories erstmals als Jugendlicher las, haben sie genau meinen Komik-Nerv getroffen.
    Das Niveau dieser Geschichten ist außerordentlich hoch und ich vermute, dass hat einen ganz einfachen Grund:
    Die Alben geben die Geschichten nicht chronologisch wieder.
    Als 1966 das erste Album auf den Markt kam, verfügte die Serie bereits über einen annährend 5jährigen Fundus aus den man sich bedienen konnte.
    Um der Albenreihe einen möglichst guten Start zu verschaffen, hat man offenbar die frühen Bände mit den bis dato besten Geschichten versorgt.

    Zu Band 3:

    Band 3 ist einen Konzeptalbum (wie man das ja so schön bei LPs und CDs nennt).
    Hier hat man Geschichten vereinigt, die allesamt nicht nur den Versuch Isnoguds schildern, Kalif anstelle des Kalifen zu werden, sondern die - thematisch weiter eingeschränkt - ohne Ausnahme die "Ferienzeit" zum Hintergrund haben (sicher auch der Grund für nur 40 Comic-Seiten, eine fünfte Ferien-story war zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht produziert/gibt es überhaupt eine fünfte ?).
    Eigentlich ist das schonmal ein schöner Anachronismus zumal es etwas den Ferien auch nur annährend Vergleichbares in Zeiten des Bagdader Kalifats nicht gegeben hat.

    Tatsächlich sind die Anachronismen eine der ganz großen Stärken der Serie Isnogud. Hier werden sie von Goscinny viel stärker eingesetzt als in Asterix oder Lucky Luke.
    Schon die erste Seite dieses dritten Albums eröffnet mit Elefanten, die sich zur Urlaubszeit auf den Wüstenpfaden stauen oder auch fliegenden Urlaubsteppichen.

    Überhaupt:
    Die erste Seite könnte nicht besser gewählt sein, um in das Album einzuführen: Schon Bild 1 bietet einen herrlich absurden Brüller (Wüstennomaden, die sich auf Zelturlaub am Strand freuen) oder einfach nur gelungene Gags wie die Fakire, die den stechenden Seeigeln lustvoll entgegen sehen.
    Grandioser Anfang, um die Leserschaft richtig einzustimmen ...

    Bedeutung des Namens Haroun-el-Poussah (so heißt der Kalif im Original):
    Kann ich mir keinen Reim drauf machen. Könnte sein, dass der blosse Klang für die Namensgebung entscheidend war: Poussin heißt Küken, mit dem "el" aus dem Spanischen könnte man eine Nähe zu "Haroun, das Küken" ausmachen, aber das scheint mir weit hergeholt, selbst wenn der Kalif auch etwas flauschiges hat.
    Entweder reicht mein Französisch nicht oder es ist tatsächlich kein doppeldeutiger Name.

  12. #12
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Goscinny und Tabary haben hier ein Thema zum Konzept erhoben.Durchaus legitim, so etwas zu tun.
    Ist allerdings ein riskantes Konzept, da es sich in aller Regel schnell erschöpft, selbst wenn man ein ausgesprochenes humoristisches Genie wie Goscinny den inhaltlichen Part übernimmt.
    Tatsächlich halte ich das Konzept daher nicht für die simple Methode, ein Album zu füllen, sondern für den denkbar schwersten Weg (zumindest, wenn man dies erfolgreich tun will).
    Auffallend das Format: keine 44-seitigen albumlangen Stories, keine One-Pager, sondern 10-seitige "mittellange" Geschichten. Vielleicht, ich spekuliere mal, wäre das One-Page-Format günstiger gewesen für eine Serie, die immer wieder das gleiche Thema variiert. Sich 10 Seiten durch eine Geschichte zu arbeiten, deren Pointe man mehr oder weniger schon kennt, ist vielleicht ein bißchen zuviel. Bei einem One-Pager steigt vielleicht die Freude auf die zu erwartenden Variationen.

    Beispielsweise wäre die letzte Geschichte um die Flasche des Herrn Gasbutan auch auf einer (oder notfalls zwei) Seiten erzählbar gewesen und damit wäre sie kompakter ... allerdings nur mit einer kleineren Flasche ...

    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Den Vergleich zu Gaston, besonders aber zu Spirou finde ich auch nicht glücklich. Spirou ist ganz sicher keine One-Theme-Serie, es sei denn man versteht unter "einem Thema" das Erleben von Abenteuern, aber warum sollte man sich dann im Vergleich auf Spirou beschränken, dann kann man gleich mit Tim und Struppi usw. fortfahren.
    Ich hab' Hip so verstanden, daß er Spirou als vielfältige Serie analog zu Asterix setzt und demgegenüber Gaston als eindimensionale Serie analog zu Isnogud.
    Geändert von Kaschi (06.01.2007 um 20:15 Uhr)

  13. #13
    Mitglied Avatar von soad
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Auffallend das Format: keine 44-seitigen albumlangen Stories, keine One-Pager, sondern 10-seitige "mittellange" Geschichten. Vielleicht, ich spekuliere mal, wäre das One-Page-Format günstiger gewesen für eine Serie, die immer wieder das gleiche Thema variiert. Sich 10 Seiten durch eine Geschichte zu arbeiten, deren Pointe man mehr oder weniger schon kennt, ist vielleicht ein bißchen zuviel. Bei einem One-Pager steigt vielleicht die Freude auf die zu erwartenden Variationen.

    Beispielsweise wäre die letzte Geschichte um die Flasche des Herrn Gasbutan auch auf einer (oder notfalls zwei) Seiten erzählbar gewesen und damit wäre sie kompakter ... allerdings nur mit einer kleineren Flasche ...
    Ich glaube nicht, dass es als One-Pager funktioniert hätte, da die Serie auch von den verschiedenen Versuchen den kalifen zu stürzen innerhalb einer Geschichte lebt.
    Goscinny zieht möglichst viele Variationen aus dem jeweiligen Thema.
    Dazu kommen die von felix bereits erwähnten Anachronismen die ja in jeder Story vorhanden sind und sein müssen weil die unbedingt dazu gehören.
    Wenn außerdem die Szenen die zu den jeweiligen Ideen der "Mordversuche"
    plus die, der Ausführung mit dem vorhersehbaren Fehlschlag, plus die Anachronismen plus die immer wiederkehrenden ...ich will Kalif...des Kalifen werden...
    auf ein oder zwei Seiten unter zu bringen, ohne den Charme den das Stehauf-männchen Isnogud
    ja doch hat nicht zu verlieren empfinde ich als eher schwierig bis nicht machbar.

  14. #14
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    Zitat von kaschi:
    Bei einem One-Pager steigt vielleicht die Freude auf die zu erwartenden Variationen.
    Da neige ich eher zu soads Ansicht. Eine oder zwei Seiten würden die Geschichten auf ihre Substanz reduzieren und das wäre zu wenig.

    Da Isnogud fast variationslos mit dem Mißerfolg des Anti-Helden endet, muss der Weg das Ziel sein (d.h. der Spass aus dem Versuch und dem damit verbundenen Drumherum gewonnen werden, sicher noch aus der Art des Scheiterns) und wenn Goscinny diesen abgekürzt hätte, hätten seine Geschichten nichts außer Versuch und Scheitern zu bieten.
    Meiner Ansicht nach ein sicherer Weg, die Serie im Schnellverfahren tot zu kriegen.

    Wenn man die Geschichten chronologisch ordnet, werden sie m.E. aber erst gegen Ende der 1960er spürbar schlechter.
    Ein französischer Comic-Kritiker hat mal geschrieben, dass die Serie an Qualität einbüsste als man begann, Iznogoud nicht nur in Record, sondern auch in Pilote zu veröffentlichen (bis morgen abend suche ich mal den Artikel, da stand noch 'ne Menge anderes interessantes Zeug drin).
    Ähnliches meine ich übrigens auch bei Lucky Luke feststellen zu können, dessen Wechsel von Spirou zu Pilote in etwa zur gleichen Zeit erfolgte.

    Meine Theorie:
    Diese Wechsel waren für sich genommen sicher weniger qualitätsschädigend als der Aufstand, den Giraud und Co. zu dieser Zeit bei Pilote veranstalteten.
    Goscinny soll das als undankbar empfunden und sehr mitgenommen haben und das die Arbeit leidet, wenn man sich psychisch belastet fühlt, dürfte eine Binsenweisheit sein.

    Zitat von kaschi:
    Ich hab' Hip so verstanden, daß er Spirou als vielfältige Serie analog zu Asterix setzt und demgegenüber Gaston als eindimensionale Serie analog zu Isnogud.
    Du hast Recht. Ich habe die Klammertexte überlesen.
    Sorry, hip.

    Dennoch sehe ich einige entscheidende Unterschiede zwischen dem Gaston- und dem Isnogud-"Konzept", Unterschiede, die uns vielleicht auch in der Frage weiter führen, warum Isnogud der Erfolg eines Asterix oder Lucky Luke verwehrt blieb (nicht, dass das, was bisher dazu geschrieben wurde, falsch ist; ein Unterschied trägt zur Vertiefung bei, ein anderer ergänzt).
    Ich nenne mal die zwei Auffälligsten:

    - Gaston ist nicht so monothematisch wie Isnogud.

    Isnogud hat nur einen Wunsch, ist nur von einem Motiv geleitet und er kann dies nur auf einem Weg erreichen, der "Beseitigung" seines Vorgesetzten (hier besteht in der Wahl der Mittel die einzige Variationsmöglichkeit).

    Gaston hat mehrere Wünsche, wovon der der (Büro-)Arbeitsvermeidung und der, experimentell (der "Kleine Chemiker") tätig zu sein, am stärksten ausgeprägt ist.
    Aber da ist noch mehr: Z.B. kann er in seinem Kleinkrieg mit Polizist Knüsel manchmal ziemlich selbstgerecht sein (schließlich scheint die Straßenverkehrsordnung für Herrn Gaston nicht zu existieren) und auch einem Flirt mit Frau Trudel zeigt er sich durchaus nicht abgeneigt.
    Als Figur hat Gaston im Vergleich zu Isnogud wesentlich mehr Tiefe, somit mehr Gag-Potenzial.

    Nicht alle seine Gags zeigen wie er Chaos schafft.
    Viele befassen sich mit seinen Versuchen, Büroarbeit zu vermeiden.
    Und darüber hinaus:
    Auffällig auch, dass Franquin Gaston nach den ersten paar hundert Gags häufiger 'rausgeschickt hat, zweifelsohne, um der, ich nenn's mal: "Isnogud-Falle" zu entgehen und der Serie mehr thematisches Potenzial zu geben (man denke z.B. an seine mannigfaltigen Erlebnisse mit seinem Oldtimer, mit Knüsel oder auf dem Land).
    In manch späteren Alben gibt's vielleicht mehr Außen- als Innenszenen.

    - Gaston hat wesentlich mehr Personal

    Das war nicht immer so. Anfangs alberte er hauptsächlich in Gegenwart Fantasios herum. Nach und nach bildete sich ein immer größeres Stammpersonal, das zumindest teilweise mit stark ausgeprägten Charaktereigenschaften beseelt ist (meist eine Eigenschaft pro Person).
    Damit lässt sich sehr gut arbeiten, zumal manch ein Gag nur zündet, wenn man eine auf eine bestimmte Weise gestrickte (und schon eingeführte) Person in seinem Repertoire hat.
    Ein Gag mit Demel funktioniert schon aus charakterlichen Gründen nicht mit Fräulein Trudel und vice versa, auch wenn beide Büroangestellte sind.

    Isnogud verfügt eigentlich nur über drei "feste" Charaktere (auch wenn es Figuren wie den des öfter gerufenen Dschinnis gibt, der immer der gleiche zu sein scheint) und das ist verdammt wenig.
    Auch dies erhöht die Gefahr, dass eine Serie ihr Potenzial schneller ausschöpft.

    Aaaaaber:

    Um den Vergleich mit lobenden Worten für Goscinny abzuschließen und die Leistung herauszustellen, die er auch für diese Serie erbracht hat:

    Um die Monothematik Isnoguds auf Gaston zu übertragen, fällt mir eigentlich nur folgender Vergleich ein:
    In beiden Serien gibt es das permanente Element der Zerstörung, ich nenne es mal die "permanent-zerstörerischen Dreiecksbeziehungen".

    Die von Isnogud muss ich nicht näher erläutern (Isnogud, sein freiwillig-unfreiwilliger Mietsklave Tunichgud und Kalif Harun-Al-Pussah).

    Im Falle von Gaston führt eine ganz bestimmte Dreierkonstellation zu permanenter Zerstörung.
    Das Dreieck wird gebildet von Gaston (dem "Zerstörer", wenngleich meist unfreiwillig), Bruchmüller (auch ein "kleiner Kalif") und Demel (der sich Bruchmüller beinahe miet-sklavisch andient).
    In Zerstörung enden "die Verträge".

    So, und jetzt übertragen wir mal das Konzept Isnoguds auf Gaston.
    Wenn sich jeder Gag Gastons auf die Zerstörung der Verträge bezöge (und nur dann wäre Gaston mit Isnogud halbwegs vergleichbar), wieviele Gags würden wir ertragen bevor wir laut STOPP schreien ?

    Das Beispiel spricht nicht nur für Goscinnys Kunst, das Thema doch relativ lang frisch gehalten zu haben, sondern - und da komme ich auf die Eingangsbemerkung des Postings zurück - es spricht auch gegen die Idee, Isnoguds Putschversuche auf ein, zwei Seiten pro Folge zu reduzieren.

    Ups, jetzt habe ich mich richtig festgeschrieben, dabei wollte ich doch schon vor 'ner halben Stunde ins Bettchen.
    Geändert von felix da cat (07.01.2007 um 00:41 Uhr)

  15. #15
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Die Alben geben die Geschichten nicht chronologisch wieder.
    Als 1966 das erste Album auf den Markt kam, verfügte die Serie bereits über einen annährend 5jährigen Fundus aus den man sich bedienen konnte.
    Um der Albenreihe einen möglichst guten Start zu verschaffen, hat man offenbar die frühen Bände mit den bis dato besten Geschichten versorgt.
    Auch dazu findet sich was in Reddition 34 (S. 53/54, aus dem Aufsatz "Isnogud" von Kristian Mahnke):

    Dargaud hatte schon seit 1966 die Abenteuer des Möchtegernschreckensherrschers in Albumform gesammelt und auf den Markt gebracht.

    Trotz diverser Verlagswechsel in Frankreich entsprechen die deutschen Albumausgaben in Inhalt und Chronologie den französischen Publikationen. Die Albenchronologie entspricht allerdings nicht der Reihenfolge, in der die Geschichten ursprünglich in den Magazinen erschienen sind. Dadurch ändert "Isnogud" in den frühen Alben so häufig das Aussehen.

    Die frühere Version des abscheulichen Grosswesirs ist vor allem an seiner Nase kenntlich, der noch die später typische Dreiecksform fehlt. Schöner ist die überarbeitete Version allerdings nicht geworden, und so ist Isnogud nach wie vor der hässliche Unsympath. Aber auch die Gegenwart beweist: Politiker müssen nicht gut ausehen, um ihrem Tagwerk nachzugehen. Immerhin hat der Politiker Isnogud etwas geschafft, was den so viel zeitgemässeren Galliern versagt geblieben ist. Er durfte kurzzeitig das aktuelle Tagesgeschehen kommentieren. Über ein Jahr, von 1974 bis 1975 wurde "L'Ignoble Iznogoud" für die Wochenzeitschrift "Le Journal du Dimanche" zum Kommentator des gegenwärtigen politischen Geschehens. Allzuviel diplomatisches Geschick legt der kleine Despot allerdings kaum an den Tag. Der überwiegende Teil politischer Arbeit wird auf eine Tätigkeit verwandt, mit der schon sein rumänischer Geistesbruder Fürst Vlad Tepes zwar politisch begrenzten, als Vorbild für Bram Stokers "Dracula" jedoch unbegrenzten literarischen Erfolg feierte, nämlich alle politischen Gegner kurzerhand pfählen zu lassen. Mit einem solchen Programm schafft man sich verständlicherweise nur wenig Freunde, und nach einem Jahr musste Isnogud wieder zurück nach Bagdad und neue Mordvarianten austüfteln.
    Die "L'Ignoble Iznogoud commente l'Actualité"-Bände hießen laut der beigefügten Goscinny-Bibliographie hierzulande bei Boiselle+Löhmann "Die Alpträume des Isnogud" 1+2. Ein dritter Band enthielt "Alpträume", die nicht von Goscinny, sondern von A. Buhler getextet wurden (jeweils 64 Seiten). Im Comic Guide wird als Originaltitel jeweils "Les cauchemars d'Iznogoud" angegeben. Vielleicht in Frankreich der Unterschied von Magazin- zu Albumveröffentlichung?

    Auch in der Ehapa Comic Collection tauchen sie auf, verteilt auf vier 48seitige Bände. Es handelt sich um die Ausgaben 20 und 22 bis 24 (benannt nach düsteren Aussichten, Alpträumen, Wahnvorstellungen und Nervenkrisen). Hier ist als Originaltitel angegeben: "Les cauchemars d'Iznogoud", Bände 1-4.

  16. #16
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Zitat Zitat von Kaschi
    Die "L'Ignoble Iznogoud commente l'Actualité"-Bände hießen laut der beigefügten Goscinny-Bibliographie hierzulande bei Boiselle+Löhmann "Die Alpträume des Isnogud" 1+2. Ein dritter Band enthielt "Alpträume", die nicht von Goscinny, sondern von A. Buhler getextet wurden (jeweils 64 Seiten). Im Comic Guide wird als Originaltitel jeweils "Les cauchemars d'Iznogoud" angegeben. Vielleicht in Frankreich der Unterschied von Magazin- zu Albumveröffentlichung?

    Ahh - gut das du dies nochmal erwähnst - ich habe das total vergessen in das Eröffnungsposting zu integrieren - wurde hiermit nachgeholt!

    Übrigens sehr witzig die Textpassage mit Isnogud als Kommentator politischer Ereignisse und dem Vergleich zu Graf Dracula!
    Solch Beiträge müsste man viel öfter in den diversen Magazinen vorfinden.

    Ich stelle mir gerade das Pfählen auf orientalisch vor - da würde so ein Nagelbrett eines Fakirs nur mit längeren Nägeln sehr gut passen - oder der fliegende Nagelteppich!

  17. #17
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    Die Actualité-Bände sind eigentlich nicht mein Geschmack.
    Stehen auch ein bisschen außerhalb der Serie und wurden daher für mich vollkommen folgerichtig zunächst aus der regulären Serie ausgespart.

    Erwähnenswert finde ich noch, dass es in den 3 erfolgreichsten Goscinny-Comic-Serien neben den "stets wiederkehrenden Sätzen" auch noch das "vorhersehbare Ende" gibt.

    Asterix endet (fast) immer mit dem Dorffest.
    Lucky Luke endet (fast) immer mit dem Ritt in den Sonnenuntergang.
    Isnogud endet (fast?) immer mit der Niederlage des Großwesirs (das "Wer-Andern-eine-Grube-gräbt-Prinzip")
    Da diese Niederlage aber immer etwas anders aussieht, fällt die ständige Wiederholung nicht so sehr auf wie bei den vorgenannten Serien.

  18. #18
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    Nehmen wir mal die erste Story Sommerferien als Beispiel. Sie besteht aus 10 Seiten, auf denen Isnogud 5 Anläufe unternimmt, den Kalifen zu beseitigen: Ersäufen, Haienfraß, Fallgrube, Segeln im Sturm, Felsen in Springflut. Diese Versuche sind weitgehend unabhängig voneinander, sie bauen nicht aufeinander auf. Ihr gemeinsamer Nenner ist lediglich die örtliche Übereinstimmung: Strand/Küste. Warum sollte das nicht in Form von kurzen Gags funktionieren können? Denkt an Gaston: wieviel Anspielungen, kleine Gags, subversiven Humor konnte Franquin in dieses Konzept einbringen!

    Vielleicht würde das Eine oder Andere wirklich wegfallen, aber ich denke, die Serie würde unterm Strich gewinnen. Und: vielleicht tun es ja wirklich auch 2 Seiten statt einer ...

    Aber eigentlich ist die Frage müßig: Isnogud ist nun mal kein One- oder Double-Pager geworden, dem Allmächtigen sei Dank!

  19. #19
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    Noch 'ne Frage:

    Hierzulande hinkt der Großwesir, wie gesagt, ja deutlich hinter Asterix, Lucky Luke und anderen hinterher. Ist das eigentlich anderswo ähnlich, insbesondere in Frankreich selber? Den Sprung ins Fernsehen etwa hat Isnogud ja mittlerweile auch geschafft, sowohl per Zeichentrick als auch per Realverfilmung.
    Geändert von Kaschi (07.01.2007 um 00:37 Uhr)

  20. #20
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    Also, zwei, drei Alben aus der Goscinny-Phase anzuschaffen, ist bestimmt kein Fehler. Ob's dann komplett werden soll, kannst Du anschließend ja immer noch überlegen.

    Übrigens: wo bleibt eigentlich Matbs (vgl. Hauptthread Postings 967ff.)?

  21. #21
    Mitglied Avatar von Matbs
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    Sorry, Samstag war ich unterwegs und ihr habt einfach so angefangen, und als ich dann am Sonntag wieder geguckt hab´, waren´s schon um die 20 Posts und da hab´ ich mir gedacht "boah, dasja schon ganzschön viel, da lieste dich dann einfach nachher rein" aber irgendwie war´s dann schon wieder mehr und dann hab´ ichs noch ein bisschen verschoben, weil man kommt ja auch so schwer rein wenn´s erst mal losgegangen ist, und dann war´s gerade eben und ich hab´ kaschis Post gelesen und antworte jetzt, was aber noch nichts mit Isnogud zu tun hat, denn dafür muss ich ja erst noch die ganzeren anderen Posts lesen, was ich aber dann jetzt einfach mal mache, ausser mir kommt was dazwischen, sowas weiss man ja nie, und wenn ich dann damit fertig bin sag´ ich auch gerne was Sachbezogenes zum Thema, auf jeden Fall tuts mir natürlich doll leid, dass ich bisher noch nicht zur Diskussion beigetragen habe, wo ich doch gerade diesen Band mit erquängelt habe und so, deshalb erstmal ein herlzliches Tut Mir Leid und ich schreib´ dann demnächst was Sinnvolles, echt und versprochen, und vielleicht verwende ich auch mal einen Punkt oder ein anderes, ähnlich exostisches Satzzeichen, aber nur wenn ich Lust hab´, da solltet ihr also nicht zwingend mit rechnen, lasst euch einfach überraschen für den Moment beende ich meinen Stream-of-Conscioussness-artigen Monolog auf jeden Fall fürs Erste.

  22. #22
    Mitglied Avatar von Matbs
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    Zur Frage, warum Isnogud nicht ganz so populär ist, da schliesse ich mich vielen der bisherigen Aussagen an:
    - Weniger variabel (ich kann nach einem Selbstversuch sagen, dass es mir wesentlich leicht fällt, mehrere Asterix-Alben am Stück zu lesen als eine entsprechende Anzahl Isnoguds).
    - Die einzelne Stories erfordern wegen ihrer Länge mehr "Commitment" vom Leser als ein One-Pager, bieten aber meist wenig mehr als einen zentralen Gag mit variationen.
    - Keine positive Identifikationsfigur (der Vergleich mit Lobo hinkt m.M.n., denn der ist zwar fies, aber auf eine "Badass"-Art und Weise, die auf viele Leser cool wirkt, ausserdem ist er im Gegensatz zu Isnogud kein ausgemachter Loser, der am Ende immer der Dumme ist). Vielleicht auch insgesamt ein zu kleines Ensemble an regelmässig auftretenden Charakteren (das könnte man natürlich auch bei Lucky Luke einwerfen, doch da verweise ich auf die im damaligen Stammtisch diskutierte These zum Thema Archetypen).
    - Schließlich ist Tabarys nervöser Strich m.M.n. doch ein bisschen weniger gefällig als die abgeklärte grafische Perfektion von Uderzo oder die scheinbar so simple aber unglaublich effektive zeichnerische Souveränität von Morris.
    Geändert von Matbs (08.01.2007 um 09:31 Uhr)

  23. #23
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    Zitat Zitat von Matbs Beitrag anzeigen
    Vielleicht auch insgesamt ein zu kleines Ensemble an regelmässig auftretenden Charakteren (das könnte man natürlich auch bei Lucky Luke einwerfen, doch da verweise ich auf die im damaligen Stammtisch diskutierte These zum Thema Archetypen).
    Wobei es bei Lucky Luke ja neben den Daltons und Hund und Pferd und all den Archetypen auch immer wieder schillernde Gaststars gibt, die eine Story besonders prägen, aber eben nur ein- oder zweimal: Billy the Kid, Calamity Jane, Colonel McStraggle usw. usw. Auch darin unterscheiden sich die Abenteuer des einsamen Cowboys von denen des Großwesirs in seinem ewigen Beziehungsdreieck.

    Zitat Zitat von Matbs Beitrag anzeigen
    - Schließlich ist Tabarys nervöser Strich m.M.n. doch ein bisschen weniger gefällig als die abgeklärte grafische Perfektion von Uderzo oder die scheinbar so simple aber unglaublich effektive zeichnerische Souveränität von Morris.
    Matbs, ich mag's kaum sagen, aber Du sprichst mir wahrlich aus dem Herzen! Recht hast Du!

    Noch eine Kleinigkeit, die mich stört: ich erwarte von "Comic-Universen" eine innere Stimmigkeit. Sie dürfen fiktive Setzungen enthalten wie Zaubergetränke, Marsupilamis, wundersame Pilzextrakte, sprechende Gäule, Dschinnis, fliegende Teppiche usw. Aber innerhalb dieser Setzungen muß es passen. Und da wundert es mich, wie Isnogud am Ende von so mancher Geschichte nicht den Kalifen, wohl aber sich selbst ausgeschaltet hat, mal als Notnagel, mal als Kellerassel, mal als Muschel ... Und in der nächsten Geschichte ist er putzmunter einfach so wieder da. Das stört mich. Oder ist es in Bagdad seinerzeit etwa so gewesen, daß die Halbwertzeit der ortsüblichen Verzauberungen überschaubar war? Nur - dann hätte Isnogud seine dementsprechenden Beseitigungsaktionen gar nicht erst zu unternehmen brauchen. Ist alles nicht so ganz schlimm, aber solche Widersprüche stören mich schon ein bißchen ...
    Geändert von Kaschi (08.01.2007 um 17:14 Uhr)

  24. #24
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Und da wundert es mich, wie Isnogud am Ende von so mancher Geschichte nicht den Kalifen, wohl aber sich selbst ausgeschaltet hat, mal als Notnagel, mal als Kellerassel, mal als Muschel ... Und in der nächsten Geschichte ist er putzmunter einfach so wieder da. Das stört mich. Oder ist es in Bagdad seinerzeit etwa so gewesen, daß die Halbwertzeit der ortsüblichen Verzauberungen überschaubar war? Nur - dann hätte Isnogud seine dementsprechenden Beseitigungsaktionen gar nicht erst zu unternehmen brauchen. Ist alles nicht so ganz schlimm, aber solche Widersprüche stören mich schon ein bißchen ...

    dieses findet man doch oft: in TV-Serien wie in Zeichentrickserien, siehe Roadrunner und Comics. Egal was passiert. Im nächsten Album oder Geschichte ist nix davon zu sehen oder zu lesen.

  25. #25
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    Hab auf imdb nach dem Isnogud-Realfilm geschaut, aber hier und hier (OK, scheint die Zeichentrickserie zu sein) keine Bilder gefunden. Hat jemand gute Bilder vom Realfilm?

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