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  1. #51
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    Zitat Zitat von Silly Symphony Beitrag anzeigen
    Nur die Sache mit den Drachen wirft für mich Fragen auf: Wieso trennen die sich und ihr goldenes Steuerelement eigentlich? Ich finde in der Geschichte keinen erkennbaren Grund dafür. Und weshalb erkennen die drei hochtechnisierten Wesen ihr inzwischen überwuchertes Raumschiff nicht? Der überdimensionale Hügel (s. 146) ist ja wirklich nicht zu übersehen. Statt dessen graben sie daneben Löcher in die flache Erde; das wirkt ein bisschen blöd.
    Laut Geschichte "mißtrauten" die drei Drachen sich gegenseitig, d.h. sie vermuteten, dass die anderen auch alleine oder zu zweit mit dem Raumschiff die Erde wieder verlassen würden. Da das Raunmschiff sich aber nur mit allen drei Teilen des goldenen Steuerelements starten lässt, macht das für mich Sinn.

    Und vermutlich haben die Drachen auf ihrem Heimatplaneten keine so ausgeprägte Vegetation, rechneten also nicht damit, dass ihr Raumschiff so schnell zuwachsen würde.

  2. #52
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    Hmm,

    vielleicht sollten wir allmählich zum Hauptwerk des Bandes, nämlich der Geschichte "Ein nächtliches Drama", kreiert vom höchst illustren Duo Carmelo Gozzo und Sandro Dossi kommen?

    In diesem Werk wird auf der epochalen Länge von 6 Seiten ein Abend bzw. eine Nacht im Leben des beliebten Entenhausener Charakters und Maus-Freundes Rudi Ross dokumentiert.
    Ross - spätestens seit Gattos monumentalen "Das Gespenst in der Oper" (LTB 121) einer der profiliertesten und beliebtesten LTB-Charaktere - gelingt es hier äußerst bemerkenswert, die Geschichte in ihrer kompletten Länge alleine durch seinen Charakter zu tragen. So ist er in 91% der Panels zu sehen und weiß so durch seine Präsenz, insbesondere aber durch den enormen Variantenreichtum seines Erscheinungsbildes - insgesamt weiß er sich durch 5 verschiedene Gesichtsausdrücke darzustellen - durchweg zu überzeugen. Auch wenn Ross die Geschichte durch seinen Charakter alleine zu tragen vermag, sind ihm latürnich dennoch einige - hier 2 - Personen zur Seite gestellt.
    Zunächst seine Angebetete Klarabella Kuh - eine der bekanntesten weiblichen Vertreter des Mausuniversums. Kuh ist zwar nur in 5 Panels der Geschichte zu sehen - raffinierterweise in einem lediglich in Rossens Einbildung und in einem anderen als bedeutungsschwangerer Schattenriss - , jedoch erschafft ihr Charakter hier das sich durch die komplette Geschichte ziehende Bedrohungspotential und trägt somit maßgeblich zur Spannung und Atmosphäre dieser Geschichte bei. Gozzo gelingt es hier, sämtliche Charaktereigenschaften dieser beiden Personen aufs genaueste und überzeugendste abzubilden und durch die enorme Ausgestaltung dieser Persönlichkeiten in dieser Geschichte diese Charaktere sicherlich auch für nachfolgende Autoren maßgeblich zu prägen und weiterzuentwickeln.
    Zum anderen wird auch ein lediglich in dieser Geschichte verwendeter Charakter neu eingeführt: Ein namensloser Apotheker, der von Gozzo sehr differenziert und komplex dargestellt wird. Er weiß durch humorige Schlagfertigkeit zu überzeugen und sorgt so für einen Großteil der in dieser Geschichte reichlich enthaltenen Gags und lustigen Momente, ohne sich jedoch zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

    Neben dieser ausgesprochen gelungenen Charakterwahl und -darstellung gelingt Gozzo auch die Dramaturgie dieser Geschichte erfreulich gut. So beginnt _und_ endet diese Geschichte mit dem bedeutungsschwangeren Klingeln eines - des Ross'schen nämlich - Telefones. Die dazwischenliegende Handlung ist exzellent und logisch makellos mit diesen umarmenden Randereignissen verknüpft.
    Gozzo gelingt hier in seiner LTB-Premierengeschichte - später soll er mit "Ein schwieriger Kunde" ind LTB 253 und LTB MP 1 noch sein Meisterstück ablegen und sich endgültig in die Reihe der ganz großen LTB-Star-Autoren stellen - ein vorzügliches Werk, daß in keinem Betrachtungsaspekt Schwächen aufweisen kann, sondern wie oben erwähnt in allem durchweg zu überzeugen vermag.

    In nichts stehen dem jedoch die Zeichnungen von Sandro Dossi - Zeichner der legendären 108seitigen Geschichte "Die Welt ohne Zeit" (LTB 125) - nach. Wie oben erwähnt überzeugt Dossi vor allem durch den Variantenreichtum Rossens Gesichtsausdruckes. Aber auch Kuh wird überzeugend getroffen, und die Darstellung des neu eingeführten Apothekers gelingt zuhöchst glaubwürdig und detailliert. Auch die nächtliche Atmosphäre wird ausgesprochen gut dargestellt, sowohl in umschlossenen als auch in offenen Räumlichkeiten. Die Zeichnungen sind sehr sicher im Strich, jedoch auch schön detailliert, und durchdacht ausgestaltet.
    Hierbei weiß Dossi vor allem durch Kleinigkeiten, wie durch die Darstellung der Telefone zu überzeugen: Hier nämlich hat Kuh das klassischste Modell mit Wählscheibe, Ross hingegen verfügt in seinem Schlafzimmer über ein etwas weniger altertümliches Modell mit Wählscheibe, in seinem Wohnzimmer jedoch über ein modernes Tastenwählgerät.
    Auch durch solche realistisch gestalteten Details gewinnt die Geschichte enorm an Glaubwürdigkeit.
    Auch die zeitliche Länge der Handlung wird durch Dossi geschickt verdeutlicht: Bei Rossens Abfahrt zu Beginn befindet sich der Mond nämlich westlich, am Ende bei Rossens Ankunft dagegen nach Weiterwanderung bzw. Erdrotation bereits östlich des Ross'schen Hauses. Raffiniert dargestellt.

    Auch Faktensammler kommen hier in dieser Geschichte voll auf ihre Kosten: Neben profanen Dingen wie der Existenz eines "Petunienweges", einer "Adlerapotheke" und einer "...kenapotheke" erfahren sie nämlich einige Details über die Entenhausener Gesellschaft:
    Zum einen scheint die Handwerkerzunft eine ausgesprochen tüchtige zu sein: So wird doch bereits in den frühen Morgenstunden noch vor Sonnenaufgang - und der Sonnenaufgang dürfte früh sein, denn da die Bäume Blätter tragen ist nicht Winter - vor dem Rossschen Haus ein Hydrant installiert, der sich am Spätabend zuvor dort noch nicht befunden hat. Dabei wurde offenbar - wenn man nicht unterstellt, daß mitten in der Nacht während Rossens Abwesenheit gearbeitet wurde - so geräuscharm gearbeitet, daß Ross nicht einmal aufgewacht ist.
    Andererseits scheinen jedoch auch die Diebe Entenhausens der Tüchtigkeit der Handwerker in nichts nachzustehen, so verschwinden doch während Rossens Abwesenheit von seinem Haus ein kugelförmiges Zierelement an seinem Gartenzaun und zwei Fensterläden an einem Fenster.
    Dossi gelingt also eine tolle Umsetzung dieser wohldurchdachten und sauber konstruierten Story und weiß dabei vor allem durch die Details zu überzeugen.

    Insgesamt also eine Geschichte, die in allen Belangen zu überzeugen weiß und wegen der alleine es sich schon lohnt, diesen Band zu kaufen. Eine Geschichte, die in jedem Falle gelesen werden sollte. Ein echter Klassiker, der unvergessen bleiben wird und keine Wünsche offenläßt.

    Richard

  3. #53
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    Ich werde heute noch eine Rezension verfassen und dieses Meisterwerk - du hast mir gerade gewissermaßen die Augen geöffnet - in die Highlight-Rubrik einstellen.

  4. #54
    @mrd:
    Schön gesagt, wirklich!
    Ich bin echt froh, dass Du Dich der Geschichte angenommen hast und mich somit erlöst hast. Ich brüte schon seit Tagen darüber und ringe um die richtigen Worte.

  5. #55
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    @Christian P - warum eine Rezension verfassen - dieses Meisterwerk von @mrd's Rezension hätte doch einen Ehrenplatz auf LTB Online verdient!

  6. #56
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    Ein nächtliches Drama

    Sehr schöne kleine Geschichte zum Thema 'Mann und Frau'. Ruhig und stimmig erzählt, die beste Geschichte in diesem Taschenbuch.

  7. #57
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    Hui, wer hätte vorher gedacht, daß das Echo zu dieser Geschichte so einhellig ist?

    Richard

  8. #58
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    Nach den sehr divergierenden Kommentaren zur Ross-Geschichte können wir wohl zur Abschluß-Maus kommen:

    Ganz nette Geschichte, die zwar etwas zu dünn ist, um das Maus-Hauptwerk eines Bandes zu sein, die aber als Maus-Zweitgeschichte recht nett zu lesen ist.
    Ich fand die Geschichte beim kürzlichen Lesen schön locker, leicht und unterhaltsam, wußte aber latürnich die ganze Zeit Bescheid, daß es sich nur um spielende Kinder handelt, mag sein, daß die Geschichte beim ersten Lesen um einiges bedrohlicher und spannender wirkt.
    Jedenfalls ganz unterhaltsam und mit einigen netten Gags (wie z.B. dem Autofahrer-Ehepaar, das über die Brücke fährt.
    Die Zeichnungen sind teilweise etwas minimalistisch, aber insgesamt annehmbar, nur Karlos Gesicht gefällt mr nicht sonderlich.

    Richard

  9. #59
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    Find die Geschichte nicht ganz so toll - da kommt so richtig der rechthaberische Micky raus, der sich überall einmischen muss ;-)

  10. #60
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    Zitat Zitat von Christian P Beitrag anzeigen
    Laut Geschichte "mißtrauten" die drei Drachen sich gegenseitig, d.h. sie vermuteten, dass die anderen auch alleine oder zu zweit mit dem Raumschiff die Erde wieder verlassen würden. Da das Raunmschiff sich aber nur mit allen drei Teilen des goldenen Steuerelements starten lässt, macht das für mich Sinn.

    Und vermutlich haben die Drachen auf ihrem Heimatplaneten keine so ausgeprägte Vegetation, rechneten also nicht damit, dass ihr Raumschiff so schnell zuwachsen würde.
    Ich frage mich, wo dieses Drachenland denn liegen könnte. Da die Gschicht im Mittelalter spielt, sicher ned Amerika. Eher... Deutschland

  11. #61
    Mitglied Avatar von Spectaculus
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    Zitat Zitat von Christoph Beitrag anzeigen
    Der Autor von "Der Mann mit den vielen Gesichtern" ist "Kari Korhonen". Wer der Zeichner ist, würde mich auch sehr interessieren. Bis auf das Pseudonym "Mario" war nirgends was rauszubekommen...
    Sicher? Inducks sagt, die Geschichte wäre von "Koala" und Keith Knight geschrieben worden. Korhonen hat zu dieser Zeit lediglich Einseiter geschrieben.

  12. #62
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    Zitat Zitat von Spectaculus Beitrag anzeigen
    Sicher? Inducks sagt, die Geschichte wäre von "Koala" und Keith Knight geschrieben worden. Korhonen hat zu dieser Zeit lediglich Einseiter geschrieben.
    Der Beitrag ist 11 Jahre alt und der Inducks hatte damals nunmal mehr Fehler als heute.

  13. #63
    Mitglied Avatar von Mc Duck
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    Ach so. Ich dachte schon, "Koala" sei ein Pseudonym von Kari Korhonen

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