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  1. #1

    LTB 11 - Hexenzauber mit Micky und Goofy

    Diese Woche ist nun, wie angekündigt LTB 11 dran – „Hexenzauber mit Micky und Goofy“ aus dem Jahr 1970. Glücksfee Brook Smargin hat mir den Band empfohlen – mein Dank sei ihr hier erneut ausgesprochen. Heute ist er wieder erhältlich unter dem Titel „Der rätselhafte Eisberg“ - beim Lesen habe ich auf die Neuauflage von 2005 zurückgegriffen.

    ------------------------------------------------------------------------------------

    Die Storys:

    -„Rebellion der Schatten“ (36 Seiten): Band 11 startet mit einer ziemlich surrealistisch anmutenden Geschichte von Ennio Missaglia (Story) und Giovan Battista Carpi (Zeichnungen).
    Die Schatten haben genug von der Knechterei der Menschen und proben den Aufstand. Der Schatten Professor Unraths hat einen Trank erfunden, der - bei Sonnenfinsternis eingenommen - die Schatten für immer vom dazugehörenden Menschen löst. Der echte Professor Unrath wird von den Schatten Mickys und Goofys entführt, damit er kein Gegenmittel erfinden kann. Ein erbitterter Kampf gegen die renitenten Schatten entbrennt... . Die Geschichte verspricht einerseits mehr, als sie zu halten vermag; sie bietet keine grossen Überraschungen oder gar optische Spielereien mit dem Thema. Andererseits muss hier auf die wirklich sehr unbedarfte und unsorgfältige Übersetzung (oder handelt es sich hier wieder um eine Überarbeitung?) hingewiesen werden: Ich behaupte, dass die Geschichte mit einer gelungenen Eindeutschung besser abschneiden würde.

    -“Die Zauberraketen“ (58 Seiten): Dieselbe Übersetzerin (Gudrun Penndorf) liefert im zweiten Beitrag eine weitaus bessere Arbeit ab. So bleibt diese von Luciano Bottaro geschriebene und gezeichnete Geschichte, was sie ist: Ein herrlich verrücktes Vergnügen!
    Auf Kap Racky passieren rätselhafte Dinge: Mondraketen explodieren kurz nach dem Start, darauf geht ein Bonbonregen („alle Sorten!“) nieder. Kommissar Hunter und Micky stehen vor einem Rätsel. Dessen Lösung – die Hexe Hicksi – hat sich auf Goofys Dachboden einquartiert und sabotiert von dort aus die Raketen – weil die Dinger dauernd in die Kochtöpfe der auf dem Mond stationierten Hexen fallen. Nebenbei versucht Hicksi Goofy mit all ihrer Zauberkraft zu beweisen, dass sie eine echte Hexe sei - vergeblich.
    Eine mit viel zeichnerischem und sonstigem Witz ausgesattete, sehr gut aufgebaute Story! Von der Konzeption und der Ausführung her erstklassig! Bottaros Zeichnungen gefallen mir ausgesprochen gut, und Goofy kommt hier einfach köstlich 'rüber.

    -“Der rätselhafte Eisberg“ (56 Seiten): Eine weitere Story vom Duo Missaglia/Carpi. Micky und Goofy erfahren im Hafen, dass zahlreiche Seehundkutter von ihrer letzten Fahrt nicht mehr zurückgekehrt seien. Das letzte, was man von ihnen allen gehört hatte, war ein Notruf: SOS Eisberg. Als auch sein Freund Goofy mit einem solchen Schiff verschwindet, wird Micky aktiv. Im Meer stösst er auf einen rätselhaften Eisberg...
    Wenn man diese Geschichte heute liest, muss man schon zwei Augen zudrücken: Erstens könnte man heute zum Thema Seehundjagd keine solch unkritische Geschichte mehr publizieren; 1970, im Erscheinungsjahr dieses Buches, ging das wohl gerade noch. Zweitens: Micky und die Gefangenen können unbemerkt im Eisberginnern herumschleichen und ihr Komplott schmieden – Überwachungstechnik war damals wohl noch kein Thema.
    Mehr Augen zum Zudrücken hat der Mensch nicht, obwohl das hier durchaus nötig wäre. So stürzt Micky, der mit seinem Hubschrauber über die Weiten des Meeres fliegt, ausgerechnet auf den gesuchten Eisberg drauf. Und das Schmelzen des Plastikeisbergs von Innen bleibt unglaubwürdig, da die Wassertemperatur von aussen der Hitze entgegenwirken müsste.
    Die Geschichte liest sich aber trotz den erwähnten Patzern nicht schlecht, nicht zuletzt dank Carpis sehr schöner und interessanter Gestaltung. Sie ist aber klar die schwächste Story dieses LTBs.

    -“Der Kaiser von Quacktanien“ (67 Seiten): Hier gibt's wohl nichts zu rütteln - diese Geschichte ist schlicht grandios! Geschrieben und gezeichnet von Romano Scarpa, kann „Der Kaiser von Quacktanien“ durchaus mit den Geschichten von Carl Barks oder Floyd Gottfredson mithalten! Allein schon wegen dieser Story lohnt sich die Anschaffung dieses Bandes!
    In Entenhausen hagelt's plötzlich massive Mietzinserhöhungen – auch bei Eigenheimbesitzern und im Polizeipräsidium. Ausgestellt sind diese von einem ominösen „Kaiser von Quacktanien“. Zudem macht ein Trompete blasender Einbrecher nachts die Stadt unsicher. Das ist die Ausgangslage einer komplexen, überraschungsreichen und spannenden Geschichte, von der nicht mehr verraten werden darf. Mit von der Partie: Atömchen, Kommissar Hunter und ein Desperado namens Kid-Micky.
    Die zeichnerische Umsetzung der hervorragend konziperten Geschichte ist sensationell. Mit unglaublich viel Detailliebe, Witz und Drive liefert Scarpa hier eine denkwürdige, im Disney-Comicuniversum auf der obersten Stufe rangierende Geschichte ab. TOP!
    ---------------------------------------------------------------------------------------------

    Fazit: Klasse! Gehört in jede Sammlung - obwohl es sicher noch bessere LTBs gibt. Doch die beiden Geschichten von Scarpa und Bottaro sind so originell, dass man die Minuspunkte dieses Bandes einfach vergisst. LTB 11 hat mich dazu animiert, eine Sammlung mit den besten LTBs zu eröffnen.

    Das nächste LTB, das ich aus der Versenkung zerre, heisst „Donald im Pech“ und trägt die Nummer 135 - heute ist es wieder erhältlich unter dem Titel „Der Kampf um den Mondsand“.
    Geändert von Silly Symphony (09.09.2005 um 16:44 Uhr)

  2. #2
    Mitglied Avatar von T.A.F.K.A.T.
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    Respekt, Silly Symphony - ich habe Dich falsch eingeschätzt. Diese neuen Rezensionen und Diskussionen älterer LTB's sind klasse und sollten bei www.ltb-online.de verlinkt werden!

    Ich kenne dieses LTB nicht, werde es aber mir besorgen. Hört sich äußerst gut an!

  3. #3
    @Treviris:
    Da freu' ich mich aber! Danke!

    Ich hab' ja noch vor ein paar Wochen über die älteren LTbs geschimpft (vor allem über jene >100). Zum Glück hab' ich mich von den paar Flops, die ich da auf Anhieb erwischt hatte, nicht ins Boxhorn jagen lassen.

    Seither habe ich ein paar ältere LTBs gelesen, die wirklich Top-Geschichten beinhalteten (LTB 135 z.Bsp. hat mir sehr gut gefallen - besonders die ersten beiden Geschichten!). Nun setzte ich die Reihe lesenderweise fort - mit Vergnügen. Freue mich schon auf weitere Highlights!
    Auch die neu erscheinenden LTBs verfolge ich mit Interesse. Auch dort habe ich ja schon lohnende Entdeckungen gemacht (z.Bsp. LTB 341).

    Wäre mir natürlich eine Ehre, wenn die Threads bei www.ltb-online.de verlinkt würden...

  4. #4
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    Guter Gedanke, die neuen LTB-Besprechungsthreads sind der Liste hinzugefügt.

  5. #5
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    Dieses LTB erreicht bei mir besseres Mittelmaß. Irgendwie finde ich die Geschichten zum Teil ein wenig ZU unrealistisch (sprechende Mäuse und Enten sind ja auch nicht unbedingt realistisch, ich weiß )

    Auch "Micky als Kaiser von Quacktanien" finde ich nicht so toll. Wer ist schon so blöd und zahlt Miete, wenn ihm das Haus selber gehört ???
    Wahrscheinlich ist meine Meinung durch den recht fragwürdigen Einstieg in die Story nicht mehr sehr objektiv. Da müsste ich mich nochmal ein wenig reinlesen, um meine Meinung zu revidieren.

    Gruß, Gerhard
    mfg, Gerhard

  6. #6
    Die Leute zahlen die vom "Kaiser" erhobene Miete ja auch gar nicht. Sie wundern oder ärgern sich nur darüber.
    Diese Episode ist übrigens auch gar nicht der Einstieg. Dieser wird von der Vorgeschichte um Kid-Mickys Deal mit dem Gouverneur gebildet.
    Vielleicht wär's ganz gut, Dich erstmal 'reinzulesen...

  7. #7
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    Ich habe mir das LTB heute abend noch einmal zu Gemüte geführt und "Micky als Kaiser von Quacktanien" ist mit Sicherheit das Highlight. Über die Großartigkeit des Scarpa-Mickys bedarf es eigentlich gar keiner großer Worte mehr, die Story ist wieder einmal überaus kreativ (Was man nicht unbedingt allen Storys dieses Bands zuschreiben kann) und die vielen kleinen Gags (wie auch die Mietbescheide) fehlen auch nicht. Dazu mit Atömchen ein überaus sympathischer und sinnvoll eingesetzter Nebencharakter, mit Schmitty ein toller Bösewicht. Sehr schön.

    Zu erwähnen vielleicht noch die wieder einmal etwas dürftige Vorgeschichte. Die Handlung ist vielleicht diesmla noch mit einem "ausreichend" zu versehen, die Dialoge zwischen Goofy und Hicksi sind aber doch 'grenzwertig' ("da ist ja die alte Schachtel"). Auch die Reaktionen von Professor Unrath auf Hicksi sind zumindest "naiv", was man aber zugegebenermaßen bei den Vorgeschichten auch gar nicht anders erwartet.

    "Micky und die Rebellion der Schatten" (Titel aus der Neuauflage von 1983) habe ich als sehr positiv in Erinnerung und auch wenn das Nochmalige Lesen diesen Status nicht ganz bestätigen konnte, gefällt mir die Storyidee doch sehr gut.
    Die "zauberraketen"-Geschichte ist wahrlich etwas an den Haaren herbeigezogen, aber nicht ohne Charme. An Bottaros Zeichnungen ist natürlich nichts zu Mäkeln. Die "rätselhaften Eisberge" schließlich überzeugen mich auch eher mit Carpis dynamischen Zeichnungen und dem Auftritt von Plattnase, denn mit einem ausgewieften Plot. Dennoch ist diese typische alte Abenteuer-Kriminalgeschichte mit Herrn Maus sehr angenehm zu lesen.

    Insgesamt ein recht gutes, wenn auch nicht durchgehend überragendes LTB, das gerade mit der letzten Geschichte aber positiv in Erinnerung bleibt.
    Geändert von Christian P (09.09.2005 um 20:33 Uhr)

  8. #8
    Mitglied Avatar von langhaar!
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    Der Kaiser, das ist Scarpa in Höchstform. Hab ich schon vor 25 als eine der besten Micky-Geschichten gesehen (zusammen mit der Irokensenkette etc.), ohne auch nur zu ahnen, dass das der gleiche Zeichner war.

  9. #9
    Die Vorgeschichte habe ich bis jetzt immer ausgeblendet. Ich finde sie so unnötig wie ein Kropf; nicht selten werden die Schlüsse der Geschichten verwässert, was m.E. einfach nicht angeht!

    @Christian P.:
    Herzlichen Dank für Deinen Kommentar! Mir macht dieser LTB-Meinungsaustausch so richtig Spass!

  10. #10
    Zitat Zitat von langhaar!
    Hab ich schon vor 25 als eine der besten Micky-Geschichten gesehen (zusammen mit der Irokensenkette etc.), ohne auch nur zu ahnen, dass das der gleiche Zeichner war.
    Ging mir auch so - vor 35 Jahren! Scarpas Stil hat mir schon als Kind immer besonders gut gefallen. Scarpa galt für mich damals auch als "der gute Zeichner" - genau wie Barks.

  11. #11
    Mitglied Avatar von langhaar!
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    Zitat Zitat von Silly Symphony
    Die Vorgeschichte habe ich bis jetzt immer ausgeblendet. Ich finde sie so unnötig wie ein Kropf; nicht selten werden die Schlüsse der Geschichten verwässert, was m.E. einfach nicht angeht!
    Wer Vorgeschichten liest, ist selber schuld!

    Insbesondere das Ändern der Schlüsse (z.B. Kolumbusfalter) ist unter aller Kanone.

  12. #12
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    Der Kaiser und die Zauberraketen sind ganz klar die Highlights. Scarpa war in seiner fruehen Phase unschlagbar, da ist ein Tempo und ein Schwung in den Geschichten, das ist koestlich. Leider hat er das spaeter ein bisschen verloren.
    Das Tempo bei den Zauberraketen macht auch schoen schwindlig. Hicksi ist sowieso grosse Klasse und uebrigens eine der wenigen Figuren, die ganz sorglos zwischen Maus- und Duck-Universum hin und her pendelt. Wird es eigentlich einen Band der Hall of Fame fuer Bottaro geben?
    Bei den Schatten stimme ich wohl mit den Vorrednern ueberein, dass die Geschichte in der Erinnerung besser war als beim neuerlichen Lesen.

  13. #13
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    Zitat Zitat von langhaar!
    Wer Vorgeschichten liest, ist selber schuld!
    ...entzieht sich aber eines besonderen gruseligen Erlebnisses!

    Insbesondere das Ändern der Schlüsse (z.B. Kolumbusfalter) ist unter aller Kanone.
    Schlimmer noch bei den oft-zitierten babylonischen Linsen... Dadurch lernt man aber irgendwann, zwischen den verschiedenen Zeichnern zu unterscheiden.

  14. #14
    Mitglied Avatar von T.A.F.K.A.T.
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    Zitat Zitat von Silly Symphony
    nicht selten werden die Schlüsse der Geschichte verwässert, was m.E. einfach nicht angeht!
    Das stimmt. Einschränkungslos.

    Zitat Zitat von Silly Symphony
    Die Vorgeschichte habe ich bis jetzt immer ausgeblendet. Ich finde sie so unnötig wie ein Kropf
    NEIN! Das ist NICHT so! Ich weiß, wenn ich Vorgeschichten lese, immer, dass ich ein LTB aus der GUTEN alten Zeit in der Hand habe. Und ich bin ein Fan von Perego (ironiefrei!!!!), weil ich ihn mit dieser GUTEN alten Zeit verbinde. Bei allen Kritikpunkten (siehe oben) - ich vermisse Perego's Zwischensequenzen.


    ABER NICHT DIE VON GATTI!!!!!!

  15. #15
    Zitat Zitat von Treviris
    Ich weiß, wenn ich Vorgeschichten lese, immer, dass ich ein LTB aus der GUTEN alten Zeit in der Hand habe. Und ich bin ein Fan von Perego (ironiefrei!!!!), weil ich ihn mit dieser GUTEN alten Zeit verbinde.
    Hmm, das hat tatsächlich was - auch für mich.
    Perego finde ich ebenfalls gar nicht so schlecht. Seit seinem Wiederauftauchen in LTB 341 habe ich mir seinen Stil etwas genauer angesehen: Abgesehen von den etwas hilflosen Zeichnungen kriegt er doch eine ganz ansprechende Bild-Dramaturgie und gute Dynamik hin - besser als einige andere "Reguläre" (Bordini etwa, oder Chierchini).

  16. #16
    Mitglied Avatar von Lupo
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    Hallo zusammen, hier mein Senf:

    Sehr erfreulich schon mal, daß in der neuen Ausgabe offenbar zumindest die Titel nicht groß verändert wurden.

    Micky und die Rebellion der Schatten:
    Daß gegen geltende Naturgesetze verstoßen wird, ist nicht ungewöhnlich und in einer Comic-Geschichte auch durchaus erlaubt. Was ich hingegen nicht akzeptiere ist, wenn dieser Verstoß a) nicht überzeugend erklärt wird und b) man sich nicht an die gegebene Erklärung hält. In dieser wirren Story ist m. E. beides gegeben. Sie wirft einfach viel zu viele Fragen auf. Warum zum Beispiel verlieren auch Gegenstände (wie der Baum, in dessen Schatten sich Micky & Co. setzen wollen) ihren Schatten, wenn dafür doch die Einnahme des Tranks erforderlich ist? Auch verstehe ich nicht, warum ein Trottelschatten wie der von Goofy zu den Anführern gehört - die Freundschaft zwischen Micky und Goofy spielt im sonstigen Verlauf der Story ja offenbar bei ihren Schatten keine große Rolle.
    Dramaturgisch ebenfalls ein "unbefriedigend": Die Handlung ist sehr vorhersehbar, zu keiner Zeit werden den Protagonisten wirkliche Steine in den Weg gelegt, alles verläuft zu glatt. Das einzige, was die Geschichte rettet, ist die gute zeichnerische Umsetzung.


    Micky und die Zauberraketen:
    An und für sich bin ich kein großer Bottaro-Fan, wenngleich ich ihm bei Maus-Geschichten ein viel besseres Händchen zugestehe als bei den Ducks. Diese sehr witzige Story halte ich aber für eine seiner besten. Die schrullige Hexe Hicksi - quasi das genaue Gegenstück zu Frl. Gaukeley - und einen Goofy at his best fand ich schon beim ersten Lesen spitze (und das ist über 20 Jahre her!)
    Eine der besten Szenen am Schluß: Kommissar Hunter strahlt über das ganze Gesicht, weil der Fall aufgeklärt ist; im nächsten Bild stammelt er verwirrt: "Aber ich hab doch selbst welche von den Bonbons gegessen! Wo gibt's denn sowas?" Super!
    Sicher kein wirkliches Highlight, aber alles in allem eine lustige und lesenswerte LTB-Geschichte.


    Der rätselhafte Eisberg:
    Diese Geschichte entlockte mir beim erneuten Lesen ein erstauntes Stirnrunzeln, und ich war ehrlich gesagt gespannt, inwiefern dies in der Neufassung geändert wurde. Daß der böse, böse Karlo auf Seehundfang geht, ist ja ohne weiteres zu verstehen. Daß aber Micky und Goofy aus purer Abenteuerlust das gleiche tun - das ist ja heutzutage kaum noch akzeptabel. Ist das noch genauso, oder wurden hier evtl. edlere Motive gesucht?
    Abgesehen von den wirklich groben logischen Fehlern, die Silly schon aufgelistet hat, handelt es sich doch um eine recht unterhaltsame Geschichte, die mit einigen besonderen Momenten aufwartet - so z. B. Mickys Krankheit, die Goofy zwingt, sich allein auf die gefährliche Reise zu begeben; oder auch Mickys Todesangst beim Eindringen in den Eisberg. Hier zeigt sich der gute alte Herr Maus, der bei allem Mut und Entschlossenheit doch nicht unverletzlich ist.


    Micky als Kaiser von Quacktanien:
    Sillys Wertung duldet keinen Widerspruch! Eines von Scarpas unvergleichlich spannenden Maus-Frühwerken, das für sich allein schon einen Kaufbefehl für LTB 11 rechtfertigt. Diese Story hat einfach alles: Einen ausführlichen, aber kein bißchen langatmigen Spannungsaufbau, überzeugende Charaktere, überraschende Wendungen und ein ebensolches Ende.
    Zusammen mit der "Irokesenkette", dem "Mann aus Ping-Pong" und natürlich dem "doppelten Schwarzen Phantom" gehört diese Story zu Scarpas allerbesten Maus-Geschichten. Was soll man noch sagen? Lesen!!!


    Ein kurzes Wort zur Rahmenhandlung, die - ohne die mangelnde zeichnerische Qualität zu werten - diesmal ganz ohne überflüssiges Abschweifen in Träume und ähnliche Ausreden und ohne ein Storyende umzudeuten die einzelnen Geschichten ganz nett miteinander verknüpft (was bei nur vier Geschichten zugegebenermaßen auch einfacher ist). Und ja, auch ich bekenne mich zu den Perego-Nostalgikern, die ein Buch gern zur Hälfte in Schwarzweiß lesen. Außerdem hat es mir schon von jeher gefallen, wenn Karlo und Plattnase zusammen agieren.


    Insgesamt ein Buch, das in keiner Sammlung fehlen sollte, allerdings liegt das vor allem an der Scarpa-Geschichte. Ohne die wäre es wohl nur guter Durchschnitt.

    Meine Reihenfolge:
    1. Micky als Kaiser von Quacktanien
    2. Micky und die Zauberraketen
    3. Der rätselhafte Eisberg
    4. Micky und die Rebellion der Schatten

    Fürs nächste Mal muß ich passen - über Band 120 weist meine Sammlung doch erhebliche Lücken auf. Vielleicht machen mich ja eure Beurteilungen neugierig?
    Freitag ist Freutag - ist Fix-und-Foxi-Tag

  17. #17
    Zitat Zitat von Lupo
    Daß der böse, böse Karlo auf Seehundfang geht, ist ja ohne weiteres zu verstehen. Daß aber Micky und Goofy aus purer Abenteuerlust das gleiche tun - das ist ja heutzutage kaum noch akzeptabel. Ist das noch genauso, oder wurden hier evtl. edlere Motive gesucht?
    Nein, das wurde in der Neuausgabe so belassen. Micky: "Da, schau nur, Goofy! Käpt'n Kilian sucht noch ein paar tüchtige Männer zum Seehundfang in Grönland! Das wär' doch was für uns!" Goofys einziger Einwand: "Mir wär's da oben viel zu kalt!"
    Dieser Dialog berührt heute schon etwas unangenehm...

  18. #18
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    Zitat Zitat von S. Symphony
    Andererseits muss hier auf die wirklich sehr unbedarfte und unsorgfältige Übersetzung (oder handelt es sich hier wieder um eine Überarbeitung?) hingewiesen werden
    Kannst du ein paar Beispiele geben? Ich habe eine Ausgabe von ca. 1977 und wuerde das gern vergleichen.

  19. #19
    OK, hier einige Beispiele:

    Auf Seite 12 haut Mickys Schatten Karlos Schatten K.O., weil dieser den Schatten des Professors bedrängt hatte, endlich seinen Plan zu verraten. Auf Seite 13 sagt Schatten-Micky zum am Boden liegenden Schatten-Karlo einen Satz, der eigentlich an den Professor gerichtet ist: "So, nun schiessen Sie los!"

    Seite 36: Goofy läuft hinter Micky die Treppe 'runter. Micky: "Wie weit wird Professor Wunderlich sein?" Goofy: "Ich komme."

    Seite 44: Kater Karlo kommt ins Polizeigebäude spaziert. Kommissar Hunter flüstert Issel zu: "Wird er nicht wegen Einbuchs gesucht?" Issel: "Ja, Chef. Was sollen wir tun?" Was wohl?

    Seite 45: Inzwischen ist allen Lesern klar, dass die Schatten kein Eigenleben mehr haben. Karlo will seinen Schatten hauen, boxt in die Wand und führt vor Schmerz einen Veitstanz auf. Micky: "Pass auf! Die Schatten haben kein Eigenleben mehr! Du tust Dir nur selber weh!"

    Zudem: Die Dialoge wirken abgehackt, oft ohne Zusammenhang, läppisch. ("Achten Sie auf den Radarschirm!" - "Ja, gut." Oder: "Was machen wir?" - "Wir machen den Professor unschädlich!" - "Gut!")

    Bin nun auf Deinen Vergleich gespannt!

  20. #20
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    Ich hab's mal mit meinem nachdruck von 1980 verglichen.

    Und bei allen von dir genannten Stellen finden sich bei mir die gleichen Dialoge. Anscheinend wurde zumindenst seit der Ausgabe von 1980 am Text nichts mehr geändert.

  21. #21
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    Yep, alles vorhanden. Falsche Zuordnung von Texten ist in den fruehen LTBs nichts Ungewoehnliches. Chrigel hat sicher eine vollstaendige Liste.
    Zu Seite 13: Da stoert mich vor allem das erste Panel, weil es nach dem letzten Panel der vorigen Seite nichts Neues bringt sondern nur eine sinnlose Wiederholung von Gewalt darstellt, inklusive Beleidigung. Unnoetig.

  22. #22
    Ist ewig her, daß ich die Geschichten las (war noch Kind). Am besten in Erinnerung ist mir die Zauberraketen-Geschichte; Goofy und Hicksi wie auch die Gags sind einfach köstlich. Gefolgt von der Rebellion der Schatten, die ja, wie ich hier las, nur in der Erinnerung so toll sein soll, aber als Kind findet man die Vorstellung, daß Schatten ein Eigenleben haben, sicher faszinierend. Im Gegensatz zu Lupo finde ich es gut, daß sich die Charaktere der Träger nicht auf ihren Schatten abbilden. Das unterstreicht noch, daß sie ein Eigenleben besitzen.
    Der Kaiser von Quacktanien haftet mir kaum in der Erinnerung, glaube jedoch, das war eine ziemlich ernste, komplexe Story, die sich mir damals noch nicht erschloß. Vielleicht eine Entdeckung wert.
    Ich bedaure es, daß ich darauf verzichtet habe, bei einem Umzug meine alten LTBs mitzunehmen.

  23. #23
    Zitat Zitat von Black-Hawk
    Anscheinend wurde zumindenst seit der Ausgabe von 1980 am Text nichts mehr geändert.
    Was mich etwas ratlos zurücklässt: weshalb liefert dieselbe Übersetzerin in der ersten Geschichte eine stümperhafte Arbeit ab (sie wirkt wie schlechtes Amateurwerk!), während alle anderen Geschichten prima von ihr übersetzt sind? Wurde die Schattengeschichte vielleicht viel früher schon mal anderswo veröffentlicht, als Frau Penndorf ihr Handwerk noch nicht so gut beherrschte - und wurde diese Übersetzung dann ins LTB 11 übernommen?
    Es ist mir ein Rätsel.

    Aber möglicherweise war da jemand ganz anderes am Werk, der in den "Credits" dann nicht genannt wurde (der siebenjährige Sohn des damaigen Redakteurs vielleicht).

    A propos Übersetzungen: Gerade kommt mir eine drängende Frage. Moment, ich starte gleich mal 'nen neuen Thread.
    Geändert von Silly Symphony (11.09.2005 um 19:47 Uhr)

  24. #24
    Mitglied Avatar von Lupo
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    Zitat Zitat von Capture Futain
    Im Gegensatz zu Lupo finde ich es gut, daß sich die Charaktere der Träger nicht auf ihren Schatten abbilden. Das unterstreicht noch, daß sie ein Eigenleben besitzen.
    In der Sache ist dir nicht zu widersprechen. Bezogen auf die Geschichte jedoch ist es so, daß sich der Charakter des Trägers eben schon auf den Schatten überträgt. Beweis: Auf S. 22 stellt Micky fest, daß jeder Schatten die gleichen Charaktereigenschaften wie sein Träger besitzt. Deshalb beschließt er, den Naivsten der Schatten zu überlisten, und das ist eben Goofys. Und gerade deshalb finde ich es unglaubwürdig, daß ausgerechnet der einer der Anführer sein soll.
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  25. #25
    Das wußte ich nicht mehr, kann mich aber jetzt erinnern. Dann ist es natürlich nicht nachvollziehbar, da stimme ich dir zu.

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