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  1. #1

    LTB 31 - Unverhofft kommt oft

    Als nächstes stelle ich hier, wie angekündigt LTB 31, „Unverhofft kommt oft“ zur Diskussion (heute unter dem Titel „Die rigorose Räumungsklage“ wieder erhältlich).

    Zur besseren Verständnis: Ich greife mir die LTBs jeweils willkürlich und ohne Vorkenntnisse beim Kiosk heraus. Diesmal habe ich ein – zumindest in meinen Augen – ziemlich schwaches LTB erwischt. Vielleicht wird dieses mein Verdikt in einigen der folgenden Beiträgen relativiert, was hoffentlich zu interessanten Diskussionen führen mag. Mal sehen.

    ------------------------------------------------------------------------------

    Die Storys:
    -“Der Hund mit der goldenen Nase“ (41 Seiten): Donald soll ein Paket für Dagobert in Empfang nehmen und bei sich lagern. Da sich darin ein „Goldspürhund“ aus dem fernen Klondike befindet, haben Donald und die drei Kleinen bald jede Menge Ärger am Hals. Die Geschichte krankt daran, dass eine schwache Story auf 41 Seiten aufgeblasen wird. So ermüden die Uralt-Scherzchen zum Thema „ein monströses Hundeviech im Haus eines Hundehassers“ schnell. Von Autor Guido Martina existieren bessere Storys (z.Bsp. die folgende), diese hier wurde von Luciano Gatto leidlich ansprechend umgesetzt... Insgesamt eine eher lustlose Angelegenheit!

    -“Die rigorose Räumungsklage“(33 Seiten): Hier kommt bereits die beste Geschichte dieses Bandes. Ebenfalls geschrieben von Guido Martina und gezeichnet vom unvergleichlichen Romano Scarpa, befindet sie sich in deutlich höheren Qualitätssphären als die vorhergehende! Sogfältig und gewitzt im Aufbau, konsequent auf den Schluss hin konzipiert und bilddramaturgisch sehr schön umgesetzt. Ein wahres Lesevergnügen!
    Dagobert verkauft Donalds Häuschen an einen reichen Kanapee-Produzenten, der angibt, seine Kindheit darin verbracht zu haben. In der Folge werden Dagoberts Bemühnungen vorgeführt, Donald das Kündigungsschreiben persönlich auszuhändigen. Denn wenn er's nicht persönlich übergibt, ist es rechtlich nicht gültig. Da Donald dies weiss, entbrennt ein amüsant inszeniertes Katz- und Mausspiel. Sehr schön!

    -“Die heissbegehrte Zeitmaschine“ (34 Seiten): Obwohl hier wieder Guido Martina als Autor zeichnet, bleibt diese Story weit hinter der vorhergehenden zurück, nicht zuletzt dank den unbeholfenen Zeichnungen von Luciano Capitanio.
    Tick, Trick und Track sollen Dagoberts Fernseher vom Reparaturdiest abholen. Durch eine Verwechslung bekommen sie Daniel Düsentriebs fast identisch aussehende Zeitmaschine ausgehändigt.
    Den Zufall, dass die Zeitmaschine Dagoberts Fernseher zum Verwechseln ähnlich sieht, würde man mit viel gutem Willen ja noch schlucken; die Tatsache, dass der geniale Erfinder seine Zeitmaschine zwecks Lackierens zum Reparaturdienst bringt, ist hingegen schlicht lachhaft!
    Sodann sind zwei Ganoven hinter der Zeitmaschine her. Bei ihren Unternehmungen benehmen sie sich so auffällig gangsterhaft, dass man sich wundert, wie die beiden überhaupt so lange unbehelligt von jeglichem öffentlich erregtem Verdacht auf freiem Fuss bleiben können. Dass Düsentrieb dann auch noch Tick, Trick und Track an die bösen Buben verrät, ist schon sehr starker Toback!
    Irgendwie wird die Story schliesslich zu ihrem Happy-End gebracht, und man ist froh, dass sie vorbei ist. Doch leider folgt nun

    -“Ein Star wird geboren“ (35 Seiten), eineGeschichte, die auch nicht besser ist als die vorhergehende. Dank der nachlässig-schlechten Übersetzung wird sie zusätzlich heruntergezogen. Es geht um die damals (1974) wohl populäre Rockmusik. Die drei kleinen Ducks schlachten ihr Sparschwein, um sich die Schallplatten ihrer Lieblingsband zu kaufen. Ob des Gedröhnes flippt Donald aus, worauf seine drei Neffen von Zuhause weglaufen. Sie werden von einer Polizistin, in der eigentlich eine Rockerbraut schlummert, aufgegabelt, und zum Empfang des Rockstars Neickel Heckson (nein, wie originell!!) nach Gansbach mitgenommen. Donald trifft in dem Moment dort ein, wo die vier gerade die Ausstellung ausgefallener Instrumenten besuchen. Er greift sich eine E-Gitarre als Prügelinstrument. Erstaunlicherweise steht das Ausstellungsstück unter Strom; ein veitstanzender, stromstossgeschüttelter Donald gerät auf die gerade freie Bühne und erhält für sein spastisches Gehampel und sein Geschrei die „goldene Schallplatte“. Die wiederum von Guido Martina geschriebene Geschichte wurde von Giulio Chierchini zeichnerisch umgesetzt, einem Disney-Zeichner, mit dessen krudem, brutalem Stil ich mich nie anfreunden konnte.

    -“Das Kraut der Weisheit“ (37 Seiten): Diese Story ist zwar ganz gut, doch hier passiert das Umgekehrte wie in der ersten Geschichte: Für die ausufernde, sehr komplex aufgebaute Story bietet die vorhandene Seitenzahl zuwenig Platz; die Geschichte kann sich nicht richtig entfalten, wirkt dadurch sprunghaft und enthält logische Brüche. Romano Scarpas Zeichnungen werten das Ganze zwar auf, doch auch er kann die von Rodolfo Cimino erzählte Geschichte nicht wirklich retten.
    Donald und die Kinder werden von einem vorbeiziehenden Kometen von der Erde weg in den Weltraum gesaugt. Sie retten sich auf einen kleinen Meteoriten; seltsamerweise können sie darauf atmen – ein physikalischer Unfug, der (aus Platzgründen?) nicht näher erklärt wird.
    Ansonsten wird sehr viel erklärt in dieser Geschichte – in ausufernden Off-Texten und Dialogen. Auf diese Weise bleibt zu Vieles blosse Behauptung und vermag nicht wirklich zu überzeugen.
    „Das Kraut der Weisheit“ hätte Stoff für eine gute Geschichte von mindestens 60 Seiten geboten – schade drum!

    -“Ein angemessener Anteil“ (40 Seiten) bildet den Abschluss dieses LTBs. Diese Geschichte dokumentiert den Umstand, dass ein einfallsloser Zeichner in der Lage ist, eine gute Story in den Sand zu setzen. Der Zeichner heisst Giorgio Bordini, geschrieben wurde sie von Roberto Catalano.
    Dagobert nimmt Donald und die Kinder mit auf die Insel Kröta, damit sie dort für ihn nach den mykönischen Amphoren buddeln, die der alte Geizhals sammelt. Doch Klaas Klever, der Dagoberts Sammlungrivalisiert, hat schon Vorkehrungen getroffen, den Ducks die Arbeit auf der Insel gehörig zu erschweren. Irgendwie kriegen auch die Panzerknacker Wind von der Geschichte. Aus dem Verborgenen sabotieren sie Klevers Sabotageakte, nur um die Ducks um die Früchte ihrer Abeit zu erleichtern.
    Schade, dass Bordini hier einen einfallsreichen dramaturgischen Aufbau vermissen lässt; die Enten sind sehr oft aus gleicher Perspektive in gleicher Position gezeichnet – das langweilt mit der Zeit einfach.
    Nicht auszudenken, was ein Scarpa aus dieser Geschichte herausgeholt hätte...
    -------------------------------------------------------------------------------

    So, und nun ist die Diskussion eröffnet.

    Hier noch die Vorankündigung: Das nächste LTB, das ich aufgegabelt habe (und mit Vergnügen gelesen habe) und das ich hier vorstellen möchte, wird die Nummer 11 sein, „Hexenzauber mit Micky und Goofy“ - heute wieder erhältlich unter dem Titel „Der rätselhafte Eisberg“.

  2. #2
    Mitglied Avatar von Brook Smargin
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    "Unverhofft kommt oft" gefällt mir eigentlich ganz gut, besonders die letzte Geschichte. Endlich wehrt sich Donald mal gegen seinen Onkel - und hat am Ende sogar Erfolg. Nett ist auch die Schallplattenstory.
    Und @ Silly Symphonie: Hat Dir die Nr. 11 also gefallen, na dann hat sich das Glücksfee spielen für mich ja gelohnt!
    Quo vadis Micky?

  3. #3
    Zitat Zitat von Brook Smargin
    Und @ Silly Symphonie: Hat Dir die Nr. 11 also gefallen, na dann hat sich das Glücksfee spielen für mich ja gelohnt!
    Und ob!! Es hat mir sogar sehr gefallen - vor allem die Scarpa-Geschichte.
    Zitat Zitat von Brook Smargin
    Nett ist auch die Schallplattenstory.
    Tut mir leid, die Story find' ich so ziemlich die schlechteste dieses Bandes. Sie hat überhaupt keinen Standpunkt - einerseits will sie sich bei den (damaligen) Kids mit deren Vorlieben (Rockmusik) "einschmeicheln", indem sie auf Verständnis macht; andererseits desavouiert sie diese Vorlieben mehrmals, indem sie sich drüber mokiert (Rockmusik erscheint als Urwaldgeräusch in Donalds Traum; Donalds völlig unkontrolliertes Geschrei und Gezappel führt zur goldenen Schallplatte). Zudem ist sie schon sehr simpel gestrickt...
    Geändert von Silly Symphony (02.09.2005 um 16:20 Uhr)

  4. #4
    Mitglied Avatar von T.A.F.K.A.T.
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    . . .und ist von Chierchini gezeichnet, einem . . . Naja-Zeichner. Kein positives Prädikat.

  5. #5
    Allzuviel kann ich erstmal nicht dazu sagen, denn ich stimme in vielem mit deiner Meinung überein. Zeitmaschine ist die schlechteste Story, dicht gefolgt von der Schallplatte, umgesetzt von den meiner Meinung nach schlechtesten Entenzeichnern jener Zeit.
    Ich mag den Stil Bordinis, seine Darstellung der Figuren, ihrer Mimik und Gestik, da sind mir Perspektivenwechsel nicht wichtig. Das "Was wäre, wenn"-Spiel spiele ich nicht. Bleibt eine Geschichte gehobenen Mittelmaßes, deren Erzählstil mir klassisch erscheint.

    Das LTB 11 hatte ich mal. Mal sehen, ob du mit deiner Kritik meine Erinnerung genügend auffrischen kannst, um mitzudiskutieren.

  6. #6
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    Zugegebenen, Vicar das gleiche Thema besser in Szene gesetzt, aber mir hat die Schallplattenstory immer gut gefallen. Zum einen ist da dieser amuesierte Blick von Autor/Zeichner auf Hippies und Rock, zum anderen mein eigener amusierter Blick auf die Vorstellungen (teils realistisch, teils maechtig abstrus) von Autor/Zeichner. Das Urteil "einschmeichelnd" kann ich nicht recht nachvollziehen, weil das ganze Geschehen weniger als cool denn als komisch/absurd dargestellt wird. Das ist eine andere Haltung, als wenn heute Tick, Trick und Track in Skaterklamotten auf dem Titel der Micky Maus erscheinen.

  7. #7
    Mitglied Avatar von Brook Smargin
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    Ich finde gerade den Vergleich von Donald mit Urwaldmusik lustig. Okay vielleicht auch deshalb, weil mich das an meine Oma erinnert, die hat auch alles, was nich mindestens mit Bergen und Jodeln zu tun hatte, immer als "Affen und Urwaldmusik" bezeichnet!
    An "Neikel Heckson" kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Muss doch direkt mal nachsehen, ob der Typ in der Urvariante von LTB 39 auch so hieß!
    Geändert von Brook Smargin (02.09.2005 um 19:40 Uhr)
    Quo vadis Micky?

  8. #8
    Zitat Zitat von Brook Smargin
    An "Neikel Heckson" kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Muss doch direkt mal nachsehen, ob der Typ in der Urvariante von LTB 39 auch so hieß!
    1974 erschien das LTB, die Geschichte ist wohl noch älter. Kann sich also hierbei nur um einen schlechten Einfall des Neuübersetzers handeln. Wer da ursprünglich stand, interessiert mich. Schreib's bitte hier rein.
    Am meisten stört mich an der Geschichte diese Haltung, daß man nur die In-Klamotten braucht, schon ist man wer. Die Wandlung von einer unattraktiven Frau mit Charakter zu einer aufgestylten, charakterlosen Tusse innerhalb weniger Minuten ist nicht nachvollziehbar. Und wenn das ironisch gemeint sein soll, dann ist es wohl dem mangelnden Talent oder dem strengen, an sich humorlosen Strich Chierchinis geschuldet, daß es bei mir nicht so ankommt.

  9. #9
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    Das Wort "aufgestylt" im Zusammenhang mit Hippies ist schon ulkig... Aber: Im Gegensatz zu heute waren "In-Klamotten" frueher mit einer gewissen Lebenseinstellung verknuepft, da hing z.B. bei Hippies und Punks mehr dran als nur ein Markenname. Wenn also Fraeulein Wieheisstsiegleich die Klamotten wechselt, dann bedeutet das, je nach Sichtweise des Betrachters (der die Konnotationen schon kennen sollte), dass sie ihr Leben voellig umkrempelt und sich eine Einstellung zu eigen macht, die sich radikal von ihrer bisherigen unterscheidet, oder aber, dass sie einfach nur auf einen beliebigen Modezug aufspringt... (auch ein reales Phaenomen, deshalb war Punk ziemlich schnell am Ende)

    Die Geschichte ist deshalb gut, weil sie eben nicht eindeutig urteilt, dass das gut oder schlecht sei, sondern einfach einen ironischen Blick darauf wirft. Und dass die Wandlung innerhalb weniger Minuten/Seiten passiert, liegt einfach daran, dass es sich hier um eine Comicgeschichte handelt und nicht um einen Entwicklungsroman...

    Von den Bands beim Festival fallen mir spontan nur die Rolling Bones ein.

  10. #10
    @Dr.Dulle:
    Das kann man natürlich auch so sehen...
    Angesichts von Chierchinis Holzhammerstil und der ...hm, Einfachheit der Story auf Ironie zu schliessen, scheint mir aber doch ein wenig gewagt.

    @Capture Futain:
    Ich habe die Neuausgabe des Bandes gelesen. Gab's da tatsächlich einen Neuübersetzer? Im Impressum wird Gudrun Penndorf aufgeführt - die hatte doch die Originalausgabe getextet? Oder sitze ich da einem irrtümlichem Tum auf?

  11. #11
    Wie Hippies sehen die Figuren aber nicht aus, und sie verhalten sich eben auch nicht so.
    Frau Huber kommt betont cool ruber, nachdem sie die Klamotten gewechselt hat.
    Hier einige Zitate:"Starke Braut, was?" "Die Frau Huber vergeßt ihr am besten ganz schnell!" "Was glaubt ihr, wie der die Hitparaden stürmt!" Alles nicht hippiesk, sondern ganz auf Oberfläche fokussiert.
    Wenn jemand sein Leben komplett umkrempelt, sollte sie dafür schon einen Grund haben. Ich will wenigstens Zweifel an ihrer bisherigen Einstellung sehen, Momente des Überlegens. Das geht mit Donald in anderen Geschichten auch, warum also hier nicht mit Frau Huber? Die ganze Geschichte ist eine Farce, die ich nicht lustig finde.

    Tina Törner wird noch erwähnt, aber mir ging es ja darum, wer an der Stelle von Neikel Heckson in der Erstausgabe der Star war. Ich kann mir sogar vorstellen, daß der Text an den von mir zitierten Stellen ursprünglich in eine andere Richtung tendierte und einfach stimmiger war, weil in für die Geschichte zeitgemäße Worte gekleidet.

    EDIT:@Silly Symphony:
    Die Nachdrucke mit neuem Cover wurden auch textlich bearbeitet. Sogar die Titel der Geschichten hat man verändert. Deswegen werde ich in Zukunft verstärkt auf den Flohmarkt oder ebay setzen
    Geändert von Capture Futain (02.09.2005 um 21:24 Uhr)

  12. #12
    Zitat Zitat von Capture Futain
    Ich kann mir sogar vorstellen, daß der Text an den von mir zitierten Stellen ursprünglich in eine andere Richtung tendierte und einfach stimmiger war, weil in für die Geschichte zeitgemäße Worte gekleidet.
    Es wäre sich interessant, den Text im italienischen Original zu sehen. Ich hege hier den Verdacht, dass die Übersetzung die Geschichte möglicherweise schlechter dastehen lässt, als sie es im Original ist...

  13. #13
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    Zitat Zitat von Capture Futain
    Alles nicht hippiesk, sondern ganz auf Oberfläche fokussiert.
    Also doch der beliebige Modezug? Na wunderbar, Kulturkritik! Frau Huber als HitparadeimZDF-tauglicher Pseudo-Hippie. Und Donald mit der Gitarre macht doch schoen sichtbar, wie etwa die Musik von Jimi Hendrix auf jemanden wirken muss, der keine Ahnung hat. Ehrlich, ich finde die Story total ironisch. Und klasse.

    Neickel Heckson und Tina Toerner kamen in der alten Uebersetzung definitiv nicht vor.

  14. #14
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    Ich habe die Story erst kürzlich gelesen und es ging in der Urübersetzung glaube ich um "Hutstock" oder so was in der Art, jedenfalls um eine Woodstock-Veralberung.

    Veralbert kam ich mir nach der Lektüre übrigens auch vor, die Story ist so was von sinnlos und wirr, da lobe ich mir doch die Ü-100-LTBs

  15. #15
    Zitat Zitat von Dr. Dulle
    Ehrlich, ich finde die Story total ironisch. Und klasse.
    Du lässt sie Dir nicht vermiesen - recht haste!
    Ich teile aber eher Futains Sichtweise.
    Man könnte, wenn man wollte, Frau Huber auch als tragische Figur interpretieren, die sich aus lauter Verzweiflung über ihre Einsamkeit in Hippie-Klamotten wirft, um ihre neuen Freunde zu halten (an einer Stelle singt sie nämlich "Seit ich euch damals traf, ihr drei, ist's mit meiner Einsamkeit vorbei...").
    Doch für diese Interpretation ist die Huber-Figur zu flach. Die erwähnte Songzeile ist der einzige Hinweis auf ihre eventuelle Einsamkeit. Es gibt kein vorhergehendes Panel, in dem das Thema vorbereitet würde, in keinem nachfolgenden wird es vertieft.
    M.a.W.: Beliebigkeit ist die Haltung hinter dieser Geschichte. Um mit Maxileen zu sprechen: Einfach wirr.

  16. #16
    Mitglied Avatar von Lupo
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    Habe eben das Buch rausgekramt und werde es mir morgen zu Gemüte führen. Ehe ich mich in die Falle haue, möchte ich - als stolzer Inhaber der alten Ausgabe - noch ein paar Rätsel lösen:

    - Die Platte, die die Neffen hören und die Donald so mißfällt, ist von Clay Klampf und seiner elektrisch geladenen Gitarre.

    - Das Pop-Festival findet in Paukstock statt.

    - Gäste sind u. a. die Rolling Bones, die Beagles, die Sing-Sings und The 5th Dimension


    - Auf der Fahrt in Frau Hubers Auto singen die Neffen das Lied "Sie nimmt uns mit, Yeah! Yeah!" von den Beagles

    - Nach ihrer Metamorphose nennt Frau Huber sich May Bleming

    - Die Liedzeile, die sie daraufhin auf dem Dach ihres grellbunt lackierten Autos intoniert, lautet: "In diesem Wagen fuhr ich bis hierher... drei Freunde traf ich, die ich frug..."

    - Im Instrumentalmuseum finden sich die Holzharmonika von Sonny Dong, die Dampftrompete von Tommy Tröööt und die elektrische Gitarre von Bob Bylan

    - ach ja: und die Übersetzung stammt laut Impressum in der Tat von Gudrun Penndorf
    Freitag ist Freutag - ist Fix-und-Foxi-Tag

  17. #17
    Mitglied Avatar von Lupo
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    Der Vollständigkeit halber noch die ursprünglichen Titel der Geschichten (in Klammern der neue Titel):

    Auf den Hund gekommen (Der Hund mit der goldenen Nase)

    Donald und der nostalgische Milliardär (Die rigorose Räumungsklage)

    Tick, Trick und Track und die Zeitmaschine (Die heissbegehrte Zeitmaschine)

    Der widerspenstigen Neffen Zähmung (Ein Star wird geboren)

    Donald und der Energiekomet (Das Kraut der Weisheit)

    Donald und die Amphoren aus Myköne (Ein angemessener Anteil)
    Freitag ist Freutag - ist Fix-und-Foxi-Tag

  18. #18
    Vielen Dank für deine Informationen. Ich liefere mal die Pendants der neuen Ausgabe samt Kurzkommentar:


    Die Platte stammt von Clay Clayton (stärker anglisiert, aber okay)

    Festival in Gansbach (traditionelle Nachbarstadt Entenhausens, aber ein Minus an Ironie)

    Musikalische Gäste: Sing-Sings, 5th Dimension (gleich)
    und 2 Bands, deren Namen zu undeutlich sind, um sie lesen zu können

    Lied bei Autofahrt: "Sie nimmt uns mit, sie läßt uns nicht im Stich!" (Die Beagles kommen mir ja noch bekannt vor, aber wer hat jemals etwas von Seppel Klein gehört?)

    Frau Huber nennt sich Tina Törner.

    Liedzeile auf Autodach wurde schon genannt.

    Die Instrumente sind von Sonny King, Tommy Dröhnsey und (immer noch!) Bob Bylan.(Warum nicht)

    Und auch für diese Übersetzung wird Gudrun Penndorf genannt (???)

  19. #19
    Hat Frau Penndorf den Text vielleicht selbst aktualisiert (verschlimmert)?

    @Lupo und Capture Futain:
    Danke für Eure Nachforschungen!
    Die Liedzeile "Sie nimmt uns mit, Yeah! Yeah!" aus der Erstausgabe ist ja klar als Verballhornung des Beatlessongs "She loves me! Yeah! Yeah!" zu erkennen. Bei der aktualisierten Fassung habe ich dagegen Schweierigkeiten, auch nur eine vernünftige Satzmelodie auszumachen...

    Das Rätsel, wer in der Erstausgabe statt dem unsäglichen "Neikel Heckson" auf dem Plakatband über der Strasse (Seite 153) angekündigt wird, ist indes noch nicht gelöst...
    Geändert von Silly Symphony (03.09.2005 um 08:47 Uhr)

  20. #20
    Mitglied Avatar von Brook Smargin
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    Habe jetzt mal das Original rausgekramt. Also, auf S. 153 steht definitiv nichts von einem Meikel Heckson. Auf dem vorderen Band (gelb) über der Straße steht nur Willkommen drauf, auf dem hinteren gar nichts.
    Quo vadis Micky?

  21. #21
    Danke, Brook!
    Demnach wurde "Heckson" in der Neuübersetzung als Ersatz für garnichts eingesetzt. Hätte man es doch dabei belassen!
    Überhaupt hätte es nichts geschadet, den ganzen Text in der ursprünglichen Übersetzung und somit im "70er-Touch" zu belassen! Das wäre aus heutiger Sicht vielleicht sogar ganz reizvoll gewesen...
    So passen nun aber Text und Geschichte einfach nicht mehr zusammen.

  22. #22
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    Zitat Zitat von Lupo
    - Die Platte, die die Neffen hören und die Donald so mißfällt, ist von Clay Klampf und seiner elektrisch geladenen Gitarre.
    Bei mir steht Clay Clayton (Nachdruck 1991) Welchen Jahrgang hat deine Ausgabe?

    Und zu Chierchini: Soooo schlecht finde ich seine Zeichnungen nun auch nicht. Diese Story ist aus seiner Frühphase, und in ihrer Frühphase haben selbst Stars wie Romano Scarpa und Massimo De Vita ziemlich hässlich gezeichnet.

    Ausserdem hat Chierchini bei mir einen Bonus, weil ich ihn als Autor schätze.

  23. #23
    Irrtum! In seiner frühphase hat Romano Scarpa ausgezeichnet gezeichnet! Man lese nur mal den fliegenden Schotten oder ähnliches aus der Zeit. Die Phase, in der Scarpa so 'komisch' gezeichnet hat, kam erst später, als Cavazzano sein Tuschknecht wurde.

  24. #24
    Mitglied Avatar von Lupo
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    So, hier nun meine Wertung:

    1. Auf den Hund gekommen/Der Hund mit der goldenen Nase:
    Eine nette, gut pointierte Geschichte, Gatto-typisch in Szene gesetzt. Wieder einmal leidet man mit Donald unter der Unterdrückung durch seinen Onkel, freut sich mit ihm über den unerwarteten Reichtum und und ist enttäuscht, weil er schließlich doch wieder leer ausgeht. Eine durchaus lesenswerte Geschichte.
    Sehr ungeschickt finde ich den neuen Titel, der IMO zuviel vorwegnimmt.

    2. Donald und der nostalgische Millionär/Die rigorose Räumungsklage:
    Gut aufgebaut, mit vielen Wendungen und einem überraschenden Ende. Allerdings fragt sich der kritische Betrachter, wie Herr Karo es schaffen will, das Haus ohne numerierte Bauteile wieder aufzubauen - das wird schwierig! Besonders gut gefallen mir Donalds letztlich vergebliche Anstrengungen, seinem Schicksal zu entgehen (Zitat: "Wenn Onkel Donald soviel Energie zum Arbeiten aufbringen würde wie zum Nichtarbeiten, könnte er der reichste Mann der Welt sein").
    Alles in allem das unbestreitbare Glanzstück des Buches!
    Ein logischer Fehler am Rande: Elementar für den Verlauf der Geschichte ist die Tatsache, daß sie am 28. Februar beginnt und es sich um ein Schaltjahr handelt. Auf der ersten Seite wird jedoch ausdrücklich das Jahr 1969 als Zeitpunkt der Handlung genannt, und das war kein Schaltjahr. Wurde das in späteren Ausgaben korrigiert?

    3. Tick, Trick, Track und die Zeitmaschine/Die heissbegehrte Zeitmaschine
    Auch wenn die Zeichnungen gewöhnungsbedürftig und die Kolorierung in meiner Ausgabe zum Davonlaufen sind, ist die recht turbulente Story - abgesehen von den genannten Logikfehlern - durchaus lesenswert. Dies vor allem ab dem Auftreten der Panzerknacker.
    Sehr lustig übrigens der Einfall, auf dem Fernseher ausgerechnet einen Yogi-Bear-Film laufen zu lassen *g*.

    4. Der widerspenstigen Neffen Zähmung/Ein Star wird geboren
    Nun, ich war nie ein großer Freund von Chierchinis Zeichnungen, und ich erinnere mich, daß ich ab der Zeit, da ich begann, verschiedene Zeichenstile zu unterscheiden, seine Storys oft überblättert habe. Und diese hier habe ich in meinem Leben sicher nicht öfter als zweimal gelesen. Im Vordergrund steht nicht die Story, sondern der Versuch einer Persiflage der damaligen Jugendkultur, die deswegen gründlich mißlingt, weil der Autor wohl innerlich von dieser Szene meilenweit entfernt ist. Daraus erklärt sich auch die befremdliche und überzogene Darstellung des Themas "elektrische Gitarre", die an den Spruch erinnert: "Jaja, die Jugend! Stromgitarre spielen und Hasch spritzen..." Was für traumatische Erfahrungen mit Elektrizität muß man gemacht haben, um so etwas zu Papier zu bringen? "Vorsicht! Die Gitarre steht unter Strom - Wer sich damit nicht auskennt, kann leicht einen Schlag bekommen." Eine elektrische Zahnbürste ist mindestens genauso gefährlich!
    Für mich die schlechteste Geschichte, noch hinter der Rahmenhandlung, die ansonsten außer Konkurrenz steht.

    5. Donald und der Energiekomet/Das Kraut der Weisheit
    So schlecht wie Silly symphony meint, finde ich die Idee nicht umgesetzt, auch wenn ein paar Seiten mehr sicher in der Tat nicht schlecht gewesen wären. Was mich ein wenig wundert, ist: Den Schurken ist offenbar bekannt, daß die Intelligenz der Erdlinge im Gegensatz zu ihrer eigenen stabil ist. Warum genehmigen sie dann Donald und dem Professor, die unter diesen Umständen ja ein immenses Sicherheitsrisiko darstellen, ungehinderten Kontakt zu ihren verdummten Untertanen? Da ist die Revolution doch vorprogrammiert.
    Insgesamt eine typische LTB-SF-Geschichte, wenn auch sicher nicht eine der besten.

    6. Donald und die Amphoren aus Myköne/EIn angemessener Anteil
    Eine zeichnerisch wie dramaturgisch eher durchschnittliche Geschichte, die kaum Überraschungen bietet, aber dafür Fragen aufwirft. Warum gibt Dagobert soviel Geld für eine Sammlerleidenschaft aus, ohne primäre Gewinnabsicht? Was haben die Entenhausener Panzerknacker davon, wenn ihre Filiale auf Kröta die Beute abgreift?

    Gesamturteil:
    Das LTB 31 ist gut dazu geeignet, sich einen Nachmittag zu vertreiben, einen Ehrenplatz in meiner Sammlung nimmt es aber keinesfalls ein. Schon im groben Vergleich mit den anderen 30er LTBs, wie 32, 33, 35 und 36 fällt es deutlich ab.

    Reihenfolge der Geschichten:
    1. Donald und der nostalgische Millionär
    2. Auf den Hund gekommen
    3. Donald und der Energiekomet
    4. Tick, Trick, Track und die Zeitmaschine
    5. Donald und die Amphoren aus Myköne
    6. Der widerspenstigen Neffen Zähmung

    Also dann, auf zu Band 11!
    Freitag ist Freutag - ist Fix-und-Foxi-Tag

  25. #25
    Mitglied Avatar von Lupo
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    Zitat Zitat von kater karlo
    Bei mir steht Clay Clayton (Nachdruck 1991) Welchen Jahrgang hat deine Ausgabe?
    Ebenfalls ein Nachdruck, von 1982
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