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  1. #3951
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Danke Raro! Klingt gut! Mal schauen ob sich die Serie ein deutscher Verlag angelt. Ich glaube aber nicht daran. Spätestens bei einem US-HC schlage ich gleich zu...

    C_R
    VERKAUFE COMICS
    (US, Superhelden, Frankobelgisch, Graphic Novel, ganze Serien)


  2. #3952
    Alligator SysOp Avatar von tillfelix
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    Zitat Zitat von dimo1 Beitrag anzeigen
    Wer es im Regal stehen hat, einfach mal wieder lesen [...].
    Tue ich tatsächlich immer mal wieder

    SUPERMAN #32-39
    Johns, Romita jr., Janson, White

    Superman und John Romita jr., das war für mich sofort ein Grund, die Serie wieder zu lesen. Und dann lagen die Hefte doch monatelang nur rum, weil ich einfach nicht dazu kam, sie bei meinem Dealer abzuholen. Das hab ich letzte Woche nachgeholt und "Men of Tomorrow" in mehr oder weniger einem Rutsch durchgelesen ('mehr oder weniger', weil ich die ersten beiden Hefte schon direkt bei Erscheinen gelesen hatte).
    Nun les ich generell (viel zu) wenig im Moment, und bei DCs New52 hab ich wirklich konsequent nur die Off-Beat-Titel gelesen. Abgesehen von 2 Heften "Superman/Wonder-Woman" hatte ich also bisher keinen Kontakt zum 'neuen' Superman.

    Doch der gefällt mir, zumindest in dieser Geschichte, sehr gut. Er wirkt jung und dynamisch, sich dabei aber ständig seiner Macht bewusst. Und die nutzt er auch nur, wenn er muss. So setzt er seine Kraft in den ersten Ausgabe zwar auch gegen Gegner ein, aber im Verlauf der Geschichte bekommt man immer mehr das Gefühl, dass er passiv bleibt bzw. Probleme versucht, anders als mit Gehaue zu lösen. Dadurch wirkt natürlich auch die Explosion am Ende noch viel stärker, aber es ist auch ein Statement von Superman. Überhaupt spart Johns nicht an Statements für Superman, mit jedem Satz spürt man, dass der mächtigste Superheld der Welt eben kein Macht-"Mensch" ist, sondern seine Fähigkeiten nur soweit in den Dienst der Menschheit steckt, wie es unmittelbare Gefahren abkehrt.

    Mit Ulysses bekommt der Leser für den direkten Vergleich eben auch eine Figur präsentiert, die es genau andersherum macht. Was mich allerdings hier ein bißchen stört ist ein Twist im vorletzten Heft der Storyline, der aber wohl nötig war, um die finale Konfrontation aufzubauen. Die wirkt auch gut, nur die Herleitung liest sich etwas zu gewollt.

    Die ganze Geschichte wird dem Mythos Superman insofern gerecht, als dass absolute Over-The-Top-Action und -Probleme dargestellt werden. 6 Millionen Menschen werden von A nach B bewegt, neue Welten entdeckt und Energien freigesetzt, die Planeten zerstören. Dazu hält Johns aber immer ein gutes Gegengewicht in Person der Eltern von Ulysses in der Hinterhand, um die großen Dinge in die richtige Perspektive zu rücken. Sehr guter Lesestoff also.

    Den Zeichnungen von John Romita jr. in einem Superman-Comic zu sehen ist erstmal ungewohnt. Das mag daran liegen, dass Romita jr. Superman, zumindest am Anfang, nicht so recht im Griff zu haben scheint. Superman wirkt nicht so richtig selbstbewusst, in manchen Panels geradezu unbeholfen rumstehend. Das passt überhaupt nicht zur Idee, die Johns über seinen Text transportiert. Später wird das besser, und mit den letzten drei Ausgaben explodieren die Bilder aus den Seiten. Was aber vor allem Spaß macht: Romita jr. hat eine sehr einzigartige Sicht auf die Welt, die Menschen darin und wie der Geschichte transportiert. Das war jahrelang eine Konstante bei Marvel und wirkt, wenn man andere DC-Titel daneben sieht, wie aus einer anderen Zeit. Aber er bereichert die Bilder, die er zeichnet, eben nicht mit Details, um die Bilder vollzuzeichnen, sondern um die Geschichte zu bereichern. Das hebt ihn von vielen 'neuen' Zeichnern ab und macht ihn zu einem der (in meinen Augen) weltbesten Comiczeichner.

    8/10

  3. #3953
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    Avengers Forever

    Damals in der deutschen Version fand ich das Ding unlesbar. Mittlerweile geht's und für jemanden, der sich ein wenig in die Geschichte der Rächer reinlesen möchte, ist es auch eine gute Basislektüre. Aber genau ist halt auch das Problem: Busiekt haut eine Anspielung nach der nächsten raus und vernachlässigt darüber die (sonst doch recht austauschbare und banale) Geschichte, da es sich hier quasi um ein Abfrühstücken der Begegenungen mit Kang & Co. handelt. Die Teamzusammenstellung ist auch ein wenig unausgegoren, da viel zu Pym-lastig und das halt ohne Grund. Songbird ist zudem auf keiner Seite viel mehr als Deko/Eye-Candy und selbst Genis-Vell dient meistens eher als Staubfänger. Irgendwie schade. Zeichnerisch ist der Band wenigstens sehr gut. Ein Jammer, daß Pacheco mittlerweile wohl keinen Bock mehr hat, anständig (oder überhaupt) zu zeichnen.
    Immerhin hatte die Serie etwas wirklich Positives zu verbuchen: Eine "Captain Marvel"-Serie von PAD als Nachfolger.

    Paper Girls #1

    Wunderbarer Start der neuen Serie von BKV und Cliff Chiang. Schönes Mystery-Feeling ál a "Super 8".

    Plutona #2

    Auch die zweite Ausgabe dieser Serie von Lemire/Lenox weiss zu überzegen. Die letzte Seite ist verdammt creepy.

    TMNT #50

    Santolouco zieht zeichnerisch alle Register. Da stört es auch nicht, daß man bei IDW für das Endresultat 50 Hefte gebraucht hat, während man das bei Mirage damals in 1 bzw. 10 Heft/en gemacht hat.

    We stand on Guard #4

    Schade. Nur noch 2 Hefte.

    CBLDF Liberty Annual 2015

    Etwas schwächere Beiträge dieses Jahr.

    Lara Croft and the Frozen Omen #1

    Classic-Lara und endlich mal etwas, das auch dieses Feeling überträgt (die Top Cow-Comic sind da ja immer dran gescheitert).

    Avengers #0

    Als Teaser-Heft ein Reinfall, da alle Stories ziemlich schnarchig sind. Vorallem James Robinsons "Framing Sequence" mit der Suadron.

    Doctor Strange #1

    Yeah. DAS rockt mal. Aaron, Bachalo und dann auch noch eine Back-up-Story von Kevin Nowlan. Volltreffer!

    Star Wars #10

    War eine gute Idee, mit Immonen als Zeichner der Serie noch mal eine Chance zu geben.

    Star Wars: Shattered Empire #2

    Die von Checchetto gezeichneten Seiten sind der Hammer. Die anderen doch sehr durchschnittlich.

    Amazing Spider-Man #1
    Peter ist also jetzt ein Hybrid aus Bruce Wayne, Tony Stark und Steve Jobs. Immerhin mal ein netter Ansatz. Die Back-ups zum Preisindiehöhetreiben sind bis auf "Spider-Woman" eher schlecht.

  4. #3954
    Mitglied Avatar von Breedstorm
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    iZombie 1 – Tote leben länger

    Die junge Gwen Dylan führt ein seltsames Leben. Sie arbeitet zusammen mit einigen Verlieren auf dem Friedhof von Eugene, Oregon als Totengräberin. Tagsüber vergräbt sie die frisch Verstorbenen, nur um sie nach Feierabend wieder auszugraben. Wozu? Nun, Gwen öffnet die Särge, trennt die Schädelplatte mittels eines Klappspatens ab, und frisst die Gehirne. Richtig geraten, Gwen ist ein Zombie, aber einer von der Art mit Bewusstsein. Die Gehirne isst sie nur, um nicht außer Kontrolle zu geraten, denn sonst führt sie ein relativ normales Leben. Na gut, sie lebt auf einem Friedhof und ihre Freunde sind Ellie, die ein Geist ist, und Scott, ein Werterrier. Werterrier? Da schaut nicht nur die Rechtsschreibprüfung verwundert. Ein Werterrier ist genau das, was der Name vermuten lässt – ein Mensch, der sich bei Vollmond in ein haariges Wesen mit dem Kopf eines Terriers verwandelt. Hat gegenüber dem klassischen Werwolf den Vorteil, dass sich die Aggressivität des Verwandelten stark in Grenzen hält, und er sich mittels eines Kapuzenpullis unbemerkt unter Menschen aufhalten kann – bei den momentan trendigen Hipster-Vollbärten nicht so schwierig.
    Das Gehirnfressen bleibt freiwillig nicht ohne Nebenwirkungen. Immer, wenn Gwen ihr spezielles Menü verspeist, bekommt sie Eindrücke davon, wie derjenige gestorben ist, und noch weiter zurückreichende Erinnerungen.
    Das Gleiche passiert ihr auch am Anfang der Geschichte. Sie erfährt, dass der Verstorbene ein junger Familienvater war, der von einem Maskierten getötet wurde. Nun ist sie von dem Gedanken besessen, diesen Mord aufzuklären…

    Fazit:
    Die Serie iZombie von Chris Roberson und Michael Allred lief von 2010 – 2012 bei Vertigo, und brachte es auf 28 Ausgaben. Nun hat sich Panini nach Jahren doch für eine deutsche Veröffentlichung entschieden, was sicherlich mit der neuen, gleichnamigen TV-Serie zu tun hat. Diese hat jedoch nur sehr entfernt mit der Comicvorlage zu tun, denn dort heißt die Protagonistin anders, und arbeitet als Gerichtsmedizinerin.
    Aber bleiben wir bei dem Comic. Ich mag ja die Zeichnungen von Michael Allred sehr gerne, besonders jedoch, wenn er die Serien nicht selbst schreibt, da er als Autor meiner Meinung nach manchmal zu sehr ins Irrwitzige abdriftet. Chris Roberson (Fables: Cinderalla) überschreitet diese Linie hingegen nicht, auch wenn hier die ganze Bandbreite der Horrorfiguren geboten wird.
    Insgesamt zeigt die Serie viele Elemente, die man schon von anderen Comics kennt. So ist das Konzept des Leichenfressens ja auch in Chew (Image Comics) vorhanden, und nichts ist so alt wie das Konzept des freundlichen Geistes, aber wie immer ist es die Mischung, die den Gesamteindruck macht, und der ist hier sehr positiv.
    Das beginnt damit, dass die Hauptfiguren eine charmante, verrückte Truppe bilden, die noch einiges an Entstehungsgeschichten zu bieten haben wird, und endet an der Tatsache, dass viele Dinge, die man als vorhersehbare Handlung eingestuft hat, dann doch ganz anders kommen.
    iZombie ist unterm Strich eine witzige, originelle Horrorserie mit für Allred typischen Artwork, welches von seiner Frau Laura koloriert wurde. Die perfekte Gehirnnahrung!
    Led Sepp hatte die englische Ausgabe bereits in Comic Cookies Episode 7 besprochen.



    Trigan 2 - Die Invasoren aus dem All

    Die Freude in der Albenszene war gewaltig, als Panini eine neue Ausgabe der Kultserie von Don Lawrence und Mike Butterworth ankündigte. Innerhalb von kurzer Zeit ist nun auch schon die 2 Ausgabe mit dem Titel „Die Invasoren aus dem All“ erschienen, die 3 Kapitel enthält.
    Der herabstürzende Mond
    Auf Elekton, der Welt, auf der die Serie Trigan spielt, soll ein Mond abstürzen. Sowohl die Wissenschaftler in Trigan als auch die der Lokas stellen fest, dass das Land der Lokas getroffen werden wird, und somit die Vernichtung droht. Die Lokas entwickeln nun einen perfiden Plan. Als Flüchtlingskarawane getarnt, laufen die erbitterten Gegner von Trigo zur Stadt Trigan, um dort Hilfe zu suchen. Eines Nachts aber greifen sie ihre Helfer an, und überwältigen sie, um die Stadt einzunehmen. Trigo selbst will nun bis zum letzten Mann kämpfen, aber sein Bruder kann ihn überwältigen, und schleppt ihn aus der Stadt, denn in seinen Augen kann allein Trigo die Stadt zurückerobern. Wie kann Trigo sich gegen die Übermacht der Lokas behaupten?
    Die Invasoren von Gallas
    Beim Zusammenstoß von Elekton mit einem Mond kamen unliebsame Reisende mit nach Elekton, nämlich die ehemaligen Bewohner des Mondes. Aus der Asche des Mondes treten diese nun in seltsamen Fahrzeugen an die Oberfläche, um Elekton zu erobern. Doch die Fremden gehen nicht mit Waffen gegen die Bevölkerung vor, sondern mit einer Art Psychostrahl, der die Beeinflussten in den Suizid treibt. Und die Fahrzeuge der Aliens scheinen unzerstörbar…
    Land ohne Wiederkehr
    In der Legende kann derjenige, der den Fluss Pyx kurz vor seinem Tod mit einem geschmückten Boot bereist, in das Paradies einfahren, und das beschließt auch Perik, der einflußreichste Wissenschaftler Trigans. Und so fährt der alte Mann mit einem mit Gold und Diamanten besetzten Boot den Pyx hinab, doch das Paradies sieht anders aus, als Perik sich das vorgestellt hat…

    Fazit:
    Wie schon in Band 1 trumpft sie Serie mit den großartigen, sehr klassischen Zeichnungen von Don Lawrence auf. Die Geschichte lebt von dem Gegensatz von einer Welt, die sowohl mittelalterliche Elemente als auch Science Fiction vereinigt. Die eine Partei kommt auf Pferden geritten, die andere fliegt in Jets, und nicht selten wird mit Strahlenwaffen gegen Schwerter gekämpft – auf Elekton nicht ungewöhnlich.
    Mehr als im ersten Band sind die jungen Janno und Keren zu sehen, ein geschickter Schachzug von Butterworth, denn neben dem Archetyp des Helden Trigo stellen die beiden gute Identifikationsfiguren für den meist männlichen Jugendlichen da, der damals die Zielgruppe war, ähnlich wie bei Batman und Robin. Natürlich wird es auch hier wieder Kritiken an der einen oder anderen Logikfalle oder auch an wissenschaftlichen Zusammenhängen geben. Mir ist dafür die Zeit jedoch zu schade, den Lawrence und Butterworth wollten damit unterhalten, und nicht eine Doktorarbeit schreiben. Und der Erfolg gibt ihnen Recht.
    Erneut enthält der Band eine Menge an Bonusmaterial und viele Hintergrundinformationen zu den Künstlern, der Veröffentlichungsweise etc. Jedes einzelne Kapitel wird darin näher erklärt, speziell die Anspielungen und Inspirationen, die hier wieder sehr deutlich sind, z.B. sehr offensichtlich beim Fluß Pyx, welcher dem Styx aus der griechischen Sagenwelt angelehnt ist.
    Für mich ist es eine Freude, die Welt von Elekton zum ersten Mal zu entdecken, vielleicht gerade weil sie ein bisschen cheesy ist.


    Crossed + Einhundert
    Manchmal geschehen Dinge, die man nie vermutet hätte. Bei den ersten Veröffentlichung von Crossed mutmaßten noch viele, die Horrorserie würde nicht lange laufen, und wäre nicht mehr als ein Klon von The Walking Dead. Weit gefehlt. Das Konzept Zombieserie mit kranken Humor und extremen Goreanteil bringt, auch durch immer neue Kreativteams und Ansätze, immer mehr Geschichten aus der Welt der Gefirmten unter die Leser. Dass jedoch Kultautor Alan Moore nun auch Teil von Crossed wird, ist doch mehr als überraschend.
    Im Vorwort outet sich der sehr eigene Brite gar als Fan der Serie. Dass es dabei nicht bei der Wiederholung eines bereits gezeigten Konzepts bleiben würde, war auch klar. Alan Moore zeigt uns eine Welt, die Einhundert Jahre nach dem ersten Auftauchen der Gefirmten angesiedelt ist, im Endeffekt also die Endzeit nach der Apokalypse. Bei den anderen Crossed-Serien sah man die Welt, wie sie kurz nach der Epidemie bzw. nur wenige Jahre nach der Epidemie war. Nun jedoch haben die Verhältnisse geändert. Die Menschen haben sich organisiert, und zu kleinen, gut bewachten Städten zusammen gefunden. Heiß im Kurs stehen daher Bücher aus der Vergangenheit, denn 100 Jahre später heißt in dem Fall auch, daß nun die Kinder und Enkel der beim Ausbruch anwesenden Menschen leben, die keine Zivilisation kennen, und Wissen nicht einfach googeln können. Dieses Internet gibt es nicht, es wird stattdessen versucht, ein verlässliches Funknetz aufzubauen.
    Die Gefirmten hingegen sind stark dezimiert und veraltet, was bei dem Lebenswandel der Erkrankten nicht wunderlich ist. Dadurch, dass es eine starke Fixierung auf Sex und Gewalt gibt, konnten sie sich schlecht vermehren, und wenn doch mal eine schwangere Gefirmte ein Kind zur Welt bringen konnte, wurde dieses gern als willkommener Snack betrachtet. Die Folge ist, dass es nur noch wenig Aufeinandertreffen gibt, und wenn, lassen sich die Gefirmten schnell ausschalten, denn die Menschen haben zwischenzeitig deren Inhumierung optimiert.
    Future Taylor ist eine junge Dame, deren Job es ist, das Archiv ihrer Stadt zu füllen. Während die ersten Überlebenden in erster Linie Nahrung und Waffen als Ziel hatten, ist nun die Erlangung von Wissen Ziel von so mancher Expedition in unbekanntes Land, denn bekanntlich ist Wissen ja Macht.
    Da sie sehr gern liest, mag sie nicht nur Do-it-yourself- und Fachbücher, sondern auch erfundene Geschichten, z.B. Science-Fiction, die sie „Wünsch-Fiction“ nennt, weil ihr vieles so geordnet utopisch darin vorkommt. Wie könnte es aber anders sein, eine ihrer Expeditionen verläuft anders als geplant, und es kommt zu Toten unter ihren Freunden, obwohl sie mit einem gepanzerten, mit Dampfkraft betriebenen Fahrzeug unterwegs sind. Und einige Dinge scheinen doch anders zu sein, als die Überlebenden sich das vorgestellt haben…

    Fazit:
    Alan Moore hat hier eine sehr schlüssige Fortsetzung von Crossed in der Zukunft geschrieben. Bei vielen Dingen denkt man: Ja, genauso könnte es sich entwickelt haben, z.B. bei den befestigten Lagern, zu denen sich Überlebende in Interessengemeinschaften zusammenschlossen. Ähnliches sah man ja auch oft in anderen Serien wie z.B. TWD, doch Moore hat noch weitere realistische Änderungen parat. Eines der Themen ist Religion. So macht er klar, warum z.B. der Islam in abgewandelter Form überlebt hat, und andere Religionen eher nicht, oder wie sich die Namensgebung der Menschen und die Bezeichnung für manche Orte verändert hat. Gabriel Andrade ist ja bereits von anderen Avatar-Serien wie Ferals bekannt, und zeigt uns eine sehr detailreiche Zukunft, die ebenfalls realistisch erscheint, speziell was Bekleidung, Gebäude und ähnliches betrifft.
    Ein wenig Probleme hatte ich bei der verwendeten Sprache. Diese hat sich in 100 Jahren natürlich auch verändert, und viele Begriffe wurden durch andere ersetzt, z.B. statt „ich denke“ benutzt man nun „ich hirne“. Viele Begriffe aus der Gamersprache fanden Einzug. Ich finde solche Änderungen ja ganz charmant, z.B. bei „Der dunkle Turm“ von Stephen King. Allerdings nimmt mir hier die Änderung zu sehr überhand, zum Nachteil des Leseflusses. Da wäre weniger eindeutig mehr gewesen, zumal ja auch Bücher existieren, aus der beim Lesen die Sprache vor der Katastrophe ja ersichtlich wäre.
    Ansonsten aber ein spannender Band mit neuen Schwung für das Konzept von Crossed, der zwar nicht zu dem besten Werken von Moore wie z.B. Watchmen zählt, aber ein durchschnittlicher Moore ist immer noch besser als die meisten anderen.

    Comic-Podcast

  5. #3955
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    Peanuts: A Tribute to Charles M. Schulz

    Meiner Meinung nach eine der besten Veröffentlichungen dieses Jahr. Unheimlich viele gute Beiträge (teilweise für diesen Band entstanden, teilweise über die Jahre zusammengetragen) mit dem Lovecraft-Highlight von Evan Dorkin, bei dem Charlie Brown schleichend in den Wahnsinn getrieben wird (u.a. mit der Musik von Erich Zann). Zuckersüss auch die Geschichte bei der Peppermint Patty und Marcie endlich einsehen, daß sie für einander bestimmt sind. Wunderbar das letzte Panel mit Herrn von Richthofen aus der Geschichte von Roger Langridge. Paul Popes Schroeder-Geschichte weiss ebenfalls zu überzeugen. Oder Patrick McDonnells "Mutts"-Strip, der das allererste "Peanuts"-Abenteuer rezitiert. Ach... so gut. So toll. So charmant...

    Petit: Riesen wie Götter

    Ja. Doch. Weiss sehr zu gefallen und sieht sehr toll aus. ABER die grosse Lobhudelei spare ich mir etwas, denn man könnte durchaus feststellen, daß dass "Attack on Titan" als Märchen erzählt ist. Insgesamt halte ich daher...

    Roses Lächeln

    für die bessere Reprodukt-Publikation der letzten Monate. Umwerfend stimmig gezeichnet und spannend erzählt. Allerdings recht kurz und ich hätte gerne etwas mehr Zeit mit den Figuren verbracht und sie näher kennengelernt. Aber trotz allem ein wunderschönes Album.

    Lone Sloane Bd. 2: Die sechs Reisen des Lone Sloane

    Lesen kann man das ja nur bedingt (ausser man ist Grant-Morrison-gestählt). Das ist ein Band, bei dem man sich eher in den Bildern verlieren soll... und ganz leicht kann. Das Piratenschiff... die Doppelseiten... DAMN!
    Schön, daß der Band IIRC grösser als die Titan Books-Ausgabe ist und auch auf besserem (nicht ganz so grellem) Papier daherkommt.
    Darf Bd. 1 eigentlich nicht mehr nachgedruckt werden oder warum beginnt diese Edition genau wie die von Titan mit Bd. 2?

    Trigan Bd. 2: Die Invasoren von Gallas

    Zeichnerisch natürlich gut. Die Geschichten sind ja eher simpel und mit so einigen hanebüchenen Momenten versehen.

    Perry Rhodan Nr. 1: Die Kartographen der Unendlichkeit

    Ich zitiere mich mal aus dem CC-Forum selbst:
    Erst mal das Positive: Die Zeichnungen sind durchaus mehr als grundsolide und Castiello scheint seinen Job ernst zu nehmen. Bei Karl Altstaetter konnte man ja fast auf jeder Seite sehen, daß er keinen Bock auf diese offenbar unliebsame Auftragsarbeit hatte. Das ist hier nicht der Fall. Lediglich der Mausbiber ist eher eine Kreuzung zwischen ALF und einem Meerschweinchen geworden. Naja und die posende Frau Doktor ist auch aus irgendeinem Porno entlaufen.
    Bin allerdings gespannt, wie lange es dauern wird, bis Marvel sich räuspert und anfragt, warum man denn ohne zu fragen neue Abenteuer mit Peter Quill, Abigail Brand, Zarda und den Skrulls veröffentlicht.

    Ansonsten wirkt das "Produkt" schon sehr kalt. Ein allzu knappes hingeworfenes Vorwörtchen, statt den Leser wirklich zu begrüssen und abzuholen. Kein Nachwort, das den Leser ein bißchen Einblick in die Rhodan-Historie gibt (das Heft richtet sich also scheinbar nur an beinharte Altfans) oder wenigstens in die Entstehungsgeschichte dieser aktuellen Reihe - einfach... nichts.

    Die ohne Einleitung einsetzende Geschichte plätschert so gemääääächlich vor sich hin, angereichert mit plötzlichen Handlungssprüngen, manchmal merkwürdigem Seitenaufbau und Technobabbel. Da ist also noch viel Luft nach oben.

    Und ist ja schön, daß in Deutschland gedruckt wird, aber der Geruch, den das Heft verströmt, weckt Erinnerungen an Paninis erste Manga, die man auch erst mal ein Dreivierteljahr im Garten ausdünsten lassen musste. Das ist dann weniger schön.

    That's Entertainment Nr. 2

    Jubiläumsheft von diesem äusserst sympathischen Comicladen in Frankfurt. Schickes Teil mit viel Ingo Römling, etwas David Boller und ein paar anderen Beiträgen.

    Detective Comics #500

    Alleine die 2-seitige Batman-Geschichte von Len Wein und Walt Simonson lohnt die Anschaffung, da hier einfach der Text einer "Snoopy"-Geschichte adaptiert wurde. Sehr gross!

    All-New, All-Different Marvel Point One #1

    Weitaus gefälligere Geschichten als das lahme Avengers-Pendant.

    The Twilight Children #1

    Wer die Palomar-Geschichten von Gilbert Hernandez mag, wird auch hier seine helle Freude dran haben dürfen. Nur sieht das dank Darwyn Cooke dann auch noch grandios gezeichnet aus.

    Chewbacca #1

    Oh, die Geschichte macht aber Laune. Das wird weitergelesen.

    Star Wars: Shattered Empire #3

    Ja, das ich wohl wirklich nicht die Geschichte, die Greg Rucka schreiben wollte/sollte. Dennoch unterhaltsame Lektüre.

    Assassin's Creed #1

    Weitaus besserer Start als ich erwartet habe. Auch, wenn an die Bände von Stewart/Kerschl nichts ranreichen dürfte.

    Phonogram: The Immaterial Girl #3

    Wooo... mit Back-up Story von Christian Wildgoose. Wie geil!

    Fuck I Hate Fairland #1

    Meh. Lobo-"Humor". Naja, zwei, drei Ausgaben gebe ich dem wegen Skottie Youngs Zeichnungen wohl noch.

    Ms. Marvel #19

    Toller Abschluss der ersten Serie.

  6. #3956
    Mitglied Avatar von dino1
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    AvX 1-12 - Marvel- viele Autoren, einige Zeicher, Tusche, Koloristen, Letterer - 4/10

    Durch die Ultimate Marvel App kann ich mich durch Tonnen an Material wühlen, und das zu einem sehr gutem Preis. Deshalb meine oftmals nicht ganz aktuellen Bewertungen.

    Ich bin großer X-Men Fan, habe aber so vor ca. 10-11 Jahren aufgehört regelmäßig US Hefte zu lesen. Das hatte verschiedene Gründe, einer davon die nicht gerade überzeugenden Geschichten. Natürlich guckt man ab und zu doch, dennoch bin ich bis heute nicht wieder zu einem Abo zurückgekehrt.
    Das Crossover zwischen den Avengers und X-Men wäre an sich eine gute Sache, bietet es doch ein Aufeinandertreffen vieler populärer Superhelden. Dazu hat man natürlich immer Lieblingsfiguren und fragt sich wie sie wohl im Kampf gegen XY abschneiden würden.
    Was mich an der vorliegenden Geschichte stört ist die Länge, 12 Comics um zum Schluss zu kommen, dazu eine, wie ich finde, schlechte Charakterisierung, speziell Cyclops, den ich nur als überlegten und gemäßigten Mutanten kannte, kommt hier extrem seltsam und verdreht rüber, speziell das Ende lässt ihn etwas tun was einfach so gar nicht zum bestehenden Bild der Figur passt. Weiterhin finde ich, dass einige Figuren plötzlich viel zu mächtig und unverletzbar erscheinen. Es scheint, dass inzwischen alle Marvel Charaktere sich ähnlich wie Wolverine entwickeln. Captain America, Black Panther, Iron Fist und wer nicht noch alles verfügen über Unsterblichkeit, jedenfalls lassen die Kämpfe das vermuten. Da kommt einfach kein Spaß auf. Man weiß ja, dass Wolverine eh nichts passieren kann, es bleibt fad.
    Positiv sind die Zeichnungen, durch die Bank gelungen, der einzige Lichtblick.
    Wahrscheinlich bin ich als jahrzehntelanger Comicleser auch zu voll mit den bestehenden Strickmustern, dennoch zeigen Serien wie Invincible, dass es durchaus geht gute Superhelden zu schreiben. Vieles von Marvel gehört leider nicht dazu.

  7. #3957
    Zitat Zitat von Raro Beitrag anzeigen
    Blake et Mortimer - Face Aux Grands Mystères De L'Humanité - Beaux Arts - 8/10 - Spitzen-Sekundärband, der sich mit den realen Hintergründen der Blake und Mortimer Geschichten auseinandersetzt, ein Feuerwerk an Referenzen und Behind-the-Scenes Material, würde 10 Punkte kriegen, leider ist die Bindung nicht der Bringer. Der HC Band kostet um die 11 Euro, ist aber nicht über amazon.de zu kriegen, Alternative amazon.fr !

    http://www.bedetheque.com/BD-Blake-e...te-251312.html
    Gibt es übrigens auch als "Magazin" für 8,90 €, erhältlich auch in den Zeitschriftenabteilungen französischer Supermärkte.
    Da gibt es eine recht große Auswahl an Sekundärliteratur in Buch- und Magazinform, ich bin immer wieder begeistert.

  8. #3958
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Zitat Zitat von Clint Barton Beitrag anzeigen
    Petit: Riesen wie Götter

    Ja. Doch. Weiss sehr zu gefallen und sieht sehr toll aus. ABER die grosse Lobhudelei spare ich mir etwas, denn man könnte durchaus feststellen, daß dass "Attack on Titan" als Märchen erzählt ist.
    Nee, du, echt nicht. Die einzige Gemeinsamsamkeit ist, dass Riesen vorkommen. Apocalypse Now hat nicht viel mit Missing In Action zu tun; nur weil beides den Vietnam-Krieg zum Thema haben.

  9. #3959
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    He-Man and the Masters of the Universe Minicomic Collection

    Dochh, das ist schon ein schicker Ziegelstein. Enthalten sind alle Minicomics, die Figuren beilagen, sowie der Minicomic, der zusammen mit einer Schallplatte verkauft wurde.Nicht enthalten sind leider der Werbecomic zu "Secret of the Sword", der Kinobesuchern in die Hand gedrückt wurde, sowie die Geschichte, die dem Game Boy Advance-Spiel beilag. Aber nun gut, dafür überwiegt das Positive:
    Gute bis sehr gute Reproduktion der 49 Vintage-Comics, der 11 "Princess of Power"-Geschichten inkl. dem "Fantastic Fashions"-Teil, der 4teiligen "He-Man"-Miniserie, einer 200x-Geschichte, sowie den drei MotUCs, die von Dark Horse produziert wurden.
    Erzählerisch sind die Hefte teilweise gut und teilweise dann nur noch äusserst platte Werbung (nachdem man bei Mattel gemerkt hat, daß die Kids die Handlungen nachspielen, war's aus mit dem Erfinden neuer Figuren wie Geldor oder Lodar). Zeichnerisch schwanken die Vintages von brilliant (Alfredo Alcala, Bruce Timm) über grundsolide (Jim Mitchell) bis hin zu Müll (Mike Sekowsky). Die PoP-Hefte sind ebenfalls von Jim Mitchell recht gut umgesetzt... die Geschichten aber äusserst banal (aber wenigstens sterben einem beim lesen keine Gehirnzellen ab wie bei den PoP-Hörspielen). Die "He-Man"-Geschichten mussten wohl unter grossem Zeitdruck entstehen, da selbst das Heft von Bruce Timm ziemlich geschludert aussieht. Die Ausgabe von Carol Lay sieht noch am besten aus.
    Sahnestücke für Fans sind sicherlich die unveröffentlichte 200x-Geschichte - von Robert Kirkman verfasst (von Kevin Sharpe aber reichlich unmotiviert umgesetzt) - sowie das damals produzierte aber ebenso unveröffentlichte Vintage "Return from Terror Island!", sowie das Skript zu einem weiteren Vintage-Mini, das nie produziert wurde.
    Hoffentlich ist der Band ein Erfolg und Dark Horse veröffentlich noch mehr. Material gibt es ja genug: Die US-Comics von DC, Marvel, Western und MVCreations, die deutschen Comics von Mattel, Condor und Ehapa, die britischen Comics von Egmont, die brasilianischen Remakes und Ergänzungen der Vintage-Minis von Estrela... und und und.

  10. #3960
    Mitglied Avatar von dino1
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    Infinity-Marvel-Jonathan Hickman-verschiedene Künstlerteams-7/10

    Mal wieder ein Marvel Event, ja ich hänge hinterher, gerade wird Secret War verwurstet, komisch, mir war als hätte es das schon mal gegeben
    Dieses Mal haben es nicht nur Erdlinge, sondern auch alle anderen Planeten, Universen, negativ Zonen nicht nur mit Darks...äh...Thanos zu tun, nein, auch eine unschöne Truppe namens 'Builders' legt auf dem Weg zur Erde alles in Schutt und Asche. Ich verstehe ja, dass wir, also wir Menschen, nicht wirklich ein Überleben verdient haben, zumindest nicht die letzten drei, vier Generationen, warum aber die Builder jetzt alle Anderen da einfach mit über die Klinge springen lassen will mir nicht in den Sinn.
    Kurz und gut, Zuhause will Thanos seinen Nachkommen loswerden, sprich abmurksen, im All brennt auch die Hütte. Also schnell die Avengers aufteilen, Captain America nimmt eine Gruppe in den Weltraum, die andere Truppe räumt auf der Erde auf. So kloppt man sich von Heft zu Heft, welche bombastisch gezeichnet sind, Raumschiffhorden, Thanos Elitetruppe und speziell die Skrulls von Lionel Yu sind jenseits von großartig. Gigantismus pur. Einzig Deodato trübt etwas, leider verwendet er neuerdings 3D Renderering für Hintergründe. Klar, machen viele, ist auch aus seiner Sicht zeitsparend, da ich selbst zeichne kann ich es verstehen, dennoch finde ich es nicht so gut. Egal, der Mann kann es, es ist eben ein Werkzeug.
    Was mir bei Marvel und auch DC aufstößt ist die Übermacht gewisser Charaktere, Batman bei DC, Wolverine, oder in diesem Fall, Captain America. Klar, der Mann ist ein brillianter Stratege, sind die Skrull Generäle aber auch, oder der Shiar Guardian. Hier nervt es aber besonders, denn zur Hälfte erkennt der gute Captain plötzlich die Schwachstelle der Builder, die eigentlich gottgleiche Kräfte haben, steckt sie in den Sack, eilt zur Erde, drückt Thanos noch mit in den überfüllten Beutel und gut ist es.
    Nee Marvel, das nervt, da kommt keine Spannung auf, selbst wenn zum Schluss noch eine Tante, die aussieht wie Death vom Sandman, also etwas knapper bekleidet und irgenwie dickbrüstiger, orakelt, dass die Builder ja doch irgendwie nicht so stark waren und andere Mächte vielleicht doch noch gottgleicher seien. Ist ja fast wie bei Orwell, alle Götter sind gleich, oder wie war das da?
    Fazit: Crossover sind nie so mein Ding gewesen, es gibt schlechtere, aber im Vergleich zum Darkseid War der gerade bei DC läuft finde ich Infinity doch schwächer. Die Zeichnungen reißen es raus, deshalb die 7/10.

  11. #3961
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    Tag X, Band 2: Die Kennedy-Gang

    In der Serie „Tag X“ aus Paninis neuen Albenprogramm geht es um alternative Geschichte. Wie bei Marvel und DC mit „What if?“ oder „Elseworlds“ wird hier etwas aus der Vergangenheit verändert, so dass eine neue Zeitlinie entsteht, aber eben nicht mit Helden in Spandex, sondern mit Weltgeschichte, so dass auch berühmte Persönlichkeiten der Vergangenheit in veränderten Kontext gesehen werden können. Im 2. deutschen Band der Serie von Fred Duval und Jean-Pierre Pécau haben sich die Künstler die Kennedy-Brüder Joe Junior und Jack vorgenommen. Die Handlung beginnt im Jahre 1947, aber der Leser merkt schnell, dass sich der „Tag X“, an dem sich die Geschichte massiv änderte, noch weiter in der Vergangenheit befand. Der Vater der Brüder, Joe Kennedy, konnte durch die andauernde Prohibition zu einem großen Gangster und Alkoholschmuggler werden. Der 2. Weltkrieg hat in dieser Zeitlinie (noch?) nicht stattgefunden, was wiederum daran lag, dass der 1. Weltkrieg bis 1923 dauerte, denn die USA griffen nicht ein, weil es die USA in dieser Welt so nicht gibt. Stattdessen wird ein großer Teil Nordamerikas von ehemaligen französischen Kolonisten beherrscht (Nouveau France), und auch die Spanier besitzen noch Teile der uns bekannten USA, z.B. Florida. Man sieht schon, der Teil der der ehemaligen britischen Kolonien, hier Amerikanische Union genannt, ist sehr klein, mit New York als Zentrum. Doch auch New York hat als Metropole weniger Bedeutung, denn die Freiheitsstatue steht, wie man schon auf dem Cover sehen kann, in leicht abgewandelter Version in New Orleans, der Hauptstadt von Nouveau France. Die geschichtliche Entwicklung hatte positive Folgen für die Indianer, die mehr Einfluss haben als in unserer Welt. Für die ehemaligen afrikanischen Sklaven gilt jedoch das Gegenteil. Und sonst in der Welt? In Deutschland herrscht Kanzler Adolf Hitler (wohlgemerkt 1947), und bereitet sich darauf vor, seinem Machtbereich territorial auszuweiten… Aber die Kennedy-Brüder haben weniger das weltpolitische Tagesgeschehen auf dem Schirm, sondern den Profit mit dem verbotenen Alkohol. Es beginnt ein Roadtrip der besonderen Art durch Nordamerika, immer auf der Flucht vor einem fiesen Irokesen-Sheriff und rivalisierenden Banden.

    Fazit:
    Bei dem Titel hatte ich weit weniger erwartet als hier geboten wird, nämlich eine alternative Welt, wo die Kennedy-Familie eben zu Gangstern werden statt zu Politikern. Zwar sind die Kennedy-Brüder der Mittelpunkt der Geschichte, aber bei ihrer Reise eröffnet sich eine riesige komplexe Welt voller gut durchdachter Geschichtsänderungen. Etwas übertrieben wurde bei der Anzahl der historischen Personen, die hier dabei sind. Das mit dem Kennedy-Clan natürlich auch Norma Jean Baker aka Marilyn Monroe und Jackie O. dabei sein würde war klar, und Hitler ist in alternativen Zeitlinien ja fest gesetzt, aber dass Flugpionier Charles Lindberg antisemitische Thesen vertrat, ist vermutlich den wenigsten bekannt. Ebenso dürften dem deutschen Leser die verschieden afroamerikanischen Musiker, die in der Geschichte ihren Platz haben, auch nicht bekannt sein. Und auch die dunklen Seiten Hollywoods haben viele Leser vermutlich nicht so im Kopf, dass sie alle Personen hier gleich zuordnen können. Natürlich läd so das Konzept zur Eigenrecherche ein, und ein Blick in Wikipedia verrät hier dem Interessierten die genaueren Motive so manch einer Figur. Da hätte ich mich über einen kleinen Anhang gefreut, bei dem die wichtigsten Figuren und veränderten Ereignisse vorgestellt werden. Anfangs habe ich mich gewundert dass keine Karte mit den veränderten Staaten in Nordamerika zu sehen war, allerdings hätte die so manche Überraschung vorweg genommen. Anders als z.B. in der Serie „Rex Mundi“ verändern sich die Gegebenheiten auch nicht, denn die Geschichte ist auf einen Band ausgelegt. Schade eigentlich, denn wenn ich auch keinen Bezug zu den Kennedy-Brüdern finden konnte, war die vorgestellte Welt doch mehr als interessant, und gerade die Existenz Hitlers wirft z.B. Fragen auf, wie sich in dieser Zeitlinie die Sowjetunion oder China entwickelten, und was ist mit den europäischen Kolonien? Was macht eigentlich ein Nixon in dieser Welt, oder Franco? Gibt es später einen kalten Krieg, und wenn ja, zwischen wem? Fragen, die einem dem Kopf explodieren lassen können, aber genau so soll es ja auch sein.

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  12. #3962
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    Zitat Zitat von Breedstorm Beitrag anzeigen
    Der 2. Weltkrieg hat in dieser Zeitlinie (noch?) nicht stattgefunden, was wiederum daran lag, dass der 1. Weltkrieg bis 1923 dauerte, denn die USA griffen nicht ein, weil es die USA in dieser Welt so nicht gibt. Stattdessen wird ein großer Teil Nordamerikas von ehemaligen französischen Kolonisten beherrscht (Nouveau France), und auch die Spanier besitzen noch Teile der uns bekannten USA, z.B. Florida.
    Wird denn erklärt, wieso die ehemalige französische Kolonie nicht in den 1. WK eingegriffen hat, als ihr Mutterland angegriffen wurde?
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  13. #3963
    Hat sie. Zumindest treffen die Kennedys auf ihrer Flucht vor der Polizei auf einen alten (französich-amerikanischen) Veteranen, der damals nach Europa geschickt wurde.

    Aber, so meine Vermutung, eine geteilte USA ist natürlich nicht so ein relevanter Kriegsfaktor wie eine vereinte.

  14. #3964
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    Man weiß auch nicht viel von den Beziehungen zu den amerikanischen Pendants. Der Siebenjährige Krieg wurde jedoch von den Franzosen gewonnen, so daß sich der britische Teil Nordamerikas auch vom Empire abtrennen konnte.
    Ich gehe davon aus, daß eine ungefähre Karte von 1947 ähnlich wie diese hier sein könnte:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben...in_Nordamerika

    oder die:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Neufrankreich
    Geändert von Breedstorm (01.11.2015 um 09:02 Uhr)

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  15. #3965
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    Paper Girls #2

    BKV dreht voll auf.

    Doctor Strange #2

    Aaron und Bachalo machen da weiter, wo sie bei WatXM aufgehört haben. Sehr viel Spaß.

    "Are your sentient kidney stones still refusing to pass?"

    Amazing Spider-Man #3

    Die letzte Seite hätte mir das Heft fast vermiest. Aber auch nur fast.

    Lazarus #20

    Rockt. Hart.

    We stand on guard #5

    Fieser Cliffhanger.

    Extraordinary X-Men #1

    Zu den X-Menschen findet Lemire einen schnelleren und besseren Einstieg als zu Hawkeye. Ohne Wolverien würde das aber mehr Spaß machen. Jedenfalls für mich.

    Star Wars #11

    Zeichnerisch immer noch sehr lecker. Ansonsten warne die letzten beiden Hefte besser. Sana Solo geht mir ein bißchen auf den Keks.

    Uncanny X-Men #600

    Iceman ist also jetzt schwul. So puff... mal eben. Weil Bendis der Serie unbedingt seine Duftmarke aufdrücken musste. Ansonsten ist das das grosse Gähnen.

  16. #3966
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    Zitat Zitat von Clint Barton Beitrag anzeigen
    Iceman ist also jetzt schwul. So puff... mal eben.
    war er das nicht schon immer? oder war das in einem anderen universum?
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  17. #3967
    Mitglied Avatar von dino1
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    ist also jetzt schwul. So puff... mal eben. Weil Bendis der Serie unbedingt seine Duftmarke aufdrücken musste. Ansonsten ist das das grosse Gähnen.
    Ach ja der Bendis. Weiß gar nicht was der alles kaputtgeschrieben hat. Kann sich noch jemand erinnern als Quesada die Karre aus dem Dreck zog? Leider schiebt er sie mit Hilfe von Bendis wieder rein. Speziell bei den X-Men total nervig.

    Papergirls, Lazarus einfach großartig.

  18. #3968
    Mitglied Avatar von franque
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    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    war er das nicht schon immer? oder war das in einem anderen universum?

    Zu X-Factor Zeiten war er jedenfalls mal mit einer Japanerin liiert (Opal Tanaka). Wie das dann weiterging, weiß ich aber beim besten Willen nicht mehr.

  19. #3969
    Mitglied Avatar von ChrisK
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    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    war er das nicht schon immer? oder war das in einem anderen universum?
    Vielleicht denkst Du an Ultimate Colossus.

  20. #3970
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Zitat Zitat von dimo1 Beitrag anzeigen
    Infinity-Marvel-Jonathan Hickman-verschiedene Künstlerteams-7/10

    Mal wieder ein Marvel Event, ja ich hänge hinterher, gerade wird Secret War verwurstet, komisch, mir war als hätte es das schon mal gegeben
    Dieses Mal haben es nicht nur Erdlinge, sondern auch alle anderen Planeten, Universen, negativ Zonen nicht nur mit Darks...äh...Thanos zu tun, nein, auch eine unschöne Truppe namens 'Builders' legt auf dem Weg zur Erde alles in Schutt und Asche. Ich verstehe ja, dass wir, also wir Menschen, nicht wirklich ein Überleben verdient haben, zumindest nicht die letzten drei, vier Generationen, warum aber die Builder jetzt alle Anderen da einfach mit über die Klinge springen lassen will mir nicht in den Sinn.
    Kurz und gut, Zuhause will Thanos seinen Nachkommen loswerden, sprich abmurksen, im All brennt auch die Hütte. Also schnell die Avengers aufteilen, Captain America nimmt eine Gruppe in den Weltraum, die andere Truppe räumt auf der Erde auf. So kloppt man sich von Heft zu Heft, welche bombastisch gezeichnet sind, Raumschiffhorden, Thanos Elitetruppe und speziell die Skrulls von Lionel Yu sind jenseits von großartig. Gigantismus pur. Einzig Deodato trübt etwas, leider verwendet er neuerdings 3D Renderering für Hintergründe. Klar, machen viele, ist auch aus seiner Sicht zeitsparend, da ich selbst zeichne kann ich es verstehen, dennoch finde ich es nicht so gut. Egal, der Mann kann es, es ist eben ein Werkzeug.
    Was mir bei Marvel und auch DC aufstößt ist die Übermacht gewisser Charaktere, Batman bei DC, Wolverine, oder in diesem Fall, Captain America. Klar, der Mann ist ein brillianter Stratege, sind die Skrull Generäle aber auch, oder der Shiar Guardian. Hier nervt es aber besonders, denn zur Hälfte erkennt der gute Captain plötzlich die Schwachstelle der Builder, die eigentlich gottgleiche Kräfte haben, steckt sie in den Sack, eilt zur Erde, drückt Thanos noch mit in den überfüllten Beutel und gut ist es.
    Nee Marvel, das nervt, da kommt keine Spannung auf, selbst wenn zum Schluss noch eine Tante, die aussieht wie Death vom Sandman, also etwas knapper bekleidet und irgenwie dickbrüstiger, orakelt, dass die Builder ja doch irgendwie nicht so stark waren und andere Mächte vielleicht doch noch gottgleicher seien. Ist ja fast wie bei Orwell, alle Götter sind gleich, oder wie war das da?
    Fazit: Crossover sind nie so mein Ding gewesen, es gibt schlechtere, aber im Vergleich zum Darkseid War der gerade bei DC läuft finde ich Infinity doch schwächer. Die Zeichnungen reißen es raus, deshalb die 7/10.
    Habe heute Infinity beendet! Ich fanden es spannend und auch optisch gut umgesetzt. Ich mag allerdings Crossover, vorallem die intergalaktischen! Leinil Yu ist eh ein richtig hammercooler Zeichner!!! Allerdings muss ich sagen, dass Annihilation & Annihilation Conquest besser und spannender waren...

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  21. #3971
    Mitglied Avatar von dino1
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    Habe heute Infinity beendet! Ich fanden es spannend und auch optisch gut umgesetzt. Ich mag allerdings Crossover, vorallem die intergalaktischen! Leinil Yu ist eh ein richtig hammercooler Zeichner!!! Allerdings muss ich sagen, dass Annihilation & Annihilation Conquest besser und spannender waren...
    Gut zu wissen, dann mache ich mich da mal dran.

  22. #3972
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Ich habe mir sogar noch die Omnibusse gekauft! Jetzt für teuer Geld bei Amazon... Ich habe allerdings nur 60€ bzw. 65€ für einen Band bezahlt. Die deutschen SC behalte ich aber.

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  23. #3973
    Mitglied Avatar von dino1
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    Bei den US Sachen lese ich meist nur noch digital. Habe einen Keller voll mit Heften in Plastiktüten, und bei dem US Format geht das ganz gut. Wobei die Omnibusausgaben von McFarlanes Spiderman und Frank Millers Daredevil habe ich mir auch gegönnt.
    Ich bin such eher Leser, nicht der Übersammler, klar freue ich mich ber tolle Splitterausgaben, aber im US Bereich kann man vieles so schnell wegkonsumieten, da bietet sich das Digitale an. Noch dazu war ich früher immer unterwegs, da war das super alles immer auf dem iPad zu haben

  24. #3974
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    "TIM UND STRUPPI": Der Arumbaya-Fetisch

    Mir hat der Comic überhaupt nicht gefallen. Habe ihn auch nicht durchgängig ausgelesen, sondern auf zwei verschiedene Zeitpunkte verteilt.
    Warum Herge so gerühmt wird, versteh' ich auch nicht. Mir gefallen diese Zeichnungen nicht. Für mich sind sie zu alltäglich.

    Gelesen habe ich diesen Comic auch nur, weil im Bonusmaterial der DVD "ABENTEUER IN RIO" mit Jean-Paul Belmondo auf diesen Comic ausdrücklich als Drehbuch-Vorlage hingewiesen wurde. Der Regisseur wollte einen Tim-und-Struppi-Film im Sinne von Herge drehen, aber eben ohne Tim und Struppi (z.T. weil auch Herge nicht wie gewünscht kooperierte).

    "Die sieben Kristallkugeln" gehören auch zur Ideen-Vorlage, doch wann ich diese mir antue, weiß ich noch nicht.
    Geändert von steven criegson (14.11.2015 um 10:26 Uhr)

  25. #3975
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    Der Krieg der Knirpse 1914 – Das Haus der Findelkinder

    Bei dem Titel „Der Krieg der Knirpse“ denkt man unbewusst an „Der Krieg der Köpfe“, jener Geschichte von Louis Pergaud, die bereits mehrfach verfilmt wurde, und in der 2 Gruppen von Kindern mit immer heftigeren Mitteln gegeneinander kämpfen. Doch das Szenario ist hier ein anderes. Im Original heißt der Band „Krieg der Lulus“. Die Lulus, das sind Lucas, Lucien, Luigi und Ludwig, 4 Waisenkinder unterschiedlichen Alters, die in einem Waisenhaus, einer alten Abtei bei Valencourt, Frankreich, zusammen leben. Trotz großer Unterschiede halten die 4 zusammen wie Pech und Schwefel, und schlafen aufgrund der alphabetischen Sortierung der Betten sogar zusammen in einem Schlafraum. Es gibt einen starken Ehrenkodex zwischen den Lulus, Geheimnisse, die untereinander anvertraut wurden, nicht zu verraten. Bei jeder Gelegenheit flüchten die Jungs vor der strengen, kirchlichen Erziehung, und widmen sich ihrem Baumhaus. Erinnern wir uns das Jahr, in dem die Handlung spielt – 1914. Nach Kriegsausbruch gewinnt die deutsche Armee schnell an Boden und gelangt nach Frankreich. Dies wird allerdings vor den Waisenkindern so lange geheim gehalten, bis es nicht mehr anders geht. Als die französischen Soldaten die Abtei evakuieren, können sich die Lulus davonstehlen. Die Begeisterung ist zunächst groß, als man feststellt, dass man allein ist. So können die Knirpse überall hin, und alles machen was sie wollen. Doch in der Nacht schlagen die ersten Geschosse in die Abtei ein – was ist da nur los? Als die Jungs bei Tageslicht in den verlassenen Ort Valencourt vordringen, wird aus der Angst Gewissheit: die Deutschen sind da!

    Fazit
    Vor einigen Monaten gab es eine spannende Neuigkeit für die deutsche Comicszene: Panini Comics bringt europäische Alben! Sicher, in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Comics wie die Manara Werksausgabe, aber Alben waren eher die Seltenheit. Doch nun kommen diverse neue Serien, aber auch Klassiker wie Trigan von Panini. „Der Krieg der Knirpse“ ist eine franko-belgische Serie leicht cartoonigen Zeichnungen, aber ernstem Hintergrund. Das Szenario des immer intensiveren Krieges verheißt nichts Gutes, trotzdem herrscht grundsätzlich aber keine bedrückte Stimmung bei den Jungs. In den Gesprächen lassen sich bisweilen fast philosophische Töne finden wenn man etwas genauer hinsieht, z.B. zum Thema Religion oder Wissenschaft. Der erste Band hat mich bislang nicht überrascht, aber der Cliffhanger verspricht, den Plot „Jungs im überrannten Frankreich“ abwechslungsreicher zu gestalten. Generell sind die Jungs als echte Individualisten gestaltet, doch aktuell ist nicht zur Vorgeschichte der Lulus bekannt. Warum haben sie keine Eltern mehr? Was ist ihnen in ihrem Leben passiert? Auch hier bin ich gespannt auf die Auflösung. Positiv fällt auf, dass keine Wertung der Kriegsgeschehnisse vorgenommen wird, denn die Geschichte ist aus Kindersicht erzählt. Da ist die Angst, von den Deutschen gefressen zu werden deutlich höher als die Sorge um die geopolitische Lage, und die Notwendigkeit der Lebensmittelbeschaffung wichtiger als Widerstand. Bonusmaterial ist nicht endhalten, ebenso wenig wie eine Vorstellung der Künstler. Der Autor Régis Hautière ist in Deutschland bereits bekannt (z.B. „Aquablue“ von Splitter, „Der letzte Flug“ von Salleck oder „Perico“ von Schreiber und Leser), der Zeichner Hardoc war bislang nicht auf dem deutschen Markt zu sehen, hat aber in Frankreich mit Hautière die Serie „Le Loup l'Agneau et les Chiens de Guerre“ geschaffen. Bei „Der Krieg der Knöpfe“ werde ich auf jeden Fall am Ball bleiben, mal sehen was das Jahr 1915 zu bieten hat.

    Comic-Podcast

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