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  1. #5326
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    Walhalla - Die gesammelte Saga 1 von Edition Roter Drache

    https://www.roterdrache.org/catalog/...ga-1::285.html

    Lange habe ich auf diese Gesamtausgabe gewartet. Nun ist Band 1 in Zeiten von Corona über die Regenbogenbrücke in die tiefen Ebenen zwischen Midgard und Utgard gewandert, dorthin, wo die wilden Trolle wohnen.

    Der Verlag hat sich viel Mühe gegeben. Gibt sehr vieles an Zusatzmaterial, das sich in den Schlabberalben von Carlsen Comics nicht findet. Ich will nicht für euch auf den Dachboden kriechen, aber ich denke, dass diese Übersetzung ziemlich neu ist. Kindgerechter. Comichafter. Sofern ich das in meinem Wirrhirn abgespeichert habe. Steht auch so geschrieben, dass Inga Esseling neue Worte gefunden hat. Ich warte ja sehnsüchtig auf den dritten Band der Gesamtausgabe. Hoffentlich schaffen wir das. Bin aber mal auch mit diesem Band zufrieden und freue mich über die vielen Infos zur Serie vom Zeichner Peter Madsen.
    Geändert von Carl Montgomery (18.04.2020 um 13:14 Uhr)

  2. #5327
    Mitglied Avatar von Anasor
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    Conan der Barbar – Classic Collection Band 1
    Herzlichen Dank für Deine Rezi! Ist auch nicht zu kurz geworden...
    Die ersten beiden Omnibus-Ausgaben liegen hier im Original noch vor mir - werden dann später einen schönen Gegensatz zu den Golden Age-Comics von Wonder Woman sein, die ich derzeit lese.

  3. #5328
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Danke @Anasor, hab versucht mich kurz zu fassen.

    Dann wünsch ich Dir schon mal ganz viel Spaß mit dem tollen Material! Ich bin gerade mit Band 2 gestartet, das Vorwort macht schon wieder richtig Lust zum Loslegen.

  4. #5329
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    Zitat Zitat von Carl Montgomery Beitrag anzeigen
    Walhalla - Die gesammelte Saga 1 von Edition Roter Drache

    https://www.roterdrache.org/catalog/...ga-1::285.html

    Lange habe ich auf diese Gesamtausgabe gewartet. Nun ist Band 1 in Zeiten von Corona über die Regenbogenbrücke in die tiefen Ebenen zwischen Midgard und Utgard gewandert, dorthin, wo die wilden Trolle wohnen.

    Der Verlag hat sich viel Mühe gegeben. Gibt sehr vieles an Zusatzmaterial, das sich in den Schlabberalben von Carlsen Comics nicht findet. Ich will nicht für euch auf den Dachboden kriechen, aber ich denke, dass diese Übersetzung ziemlich neu ist. Kindgerechter. Comichafter. Sofern ich das in meinem Wirrhirn abgespeichert habe. Steht auch so geschrieben, dass Inga Esseling neue Worte gefunden hat. Ich warte ja sehnsüchtig auf den dritten Band der Gesamtausgabe. Hoffentlich schaffen wir das. Bin aber mal auch mit diesem Band zufrieden und freue mich über die vielen Infos zur Serie vom Zeichner Peter Madsen.
    Klasse! Warte noch sehnsüchtig auf den Band und auf ein wiedersehen mit dem herrlich schlitzohrigen Loki den ich trotzdem auch als liebenswert in Erinnerung habe.

  5. #5330
    Mitglied Avatar von God_W.
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    @Carl Montgomery & @jellyman71: Gab es den Film eigentlich vor oder nach den Comics? Den habe ich geliebt und die DVD findet alle paar Jahre mal wieder den Weg in den Player.

  6. #5331
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Nach der doch ziemlich umfangreich gewordenen Besprechung zum noch umfangreicheren Conan-Omnibus muss ich mich mal ein bisschen kürzer halten, damit ich mit meinem Stapel weiterkomme.


    Der Boxer – Die wahre Geschichte des Hertzko Haft



    Reinhard Kleist hat seine Karriere bereits während seines Studiums mit einem grandios gestalteten Album mit Lovecraft-Adaptionen begonnen, wodurch er mir als Lovecraft-Jünger auch in meiner noch sehr kurzen Comiclesezeit schon früh ins Auge gesprungen ist. Geschichten über Sportler oder Kampfsportler scheinen ihn ebenfalls zu faszinieren, noch etwas was ich mit dem Mann gemein habe. Nachdem ich den Band vor kurzem im „diesen Monat gekauft“-Thread eingestellt hatte bekam ich direkt mehrere Rückmeldungen darüber wie toll das Buch doch sein soll, also ist der Band auf dem Lesestapel ziemlich weit nach oben gewandert und jetzt war es schon so weit.

    Ich mach‘s ganz kurz: Reinhard Kleists Adaption des Romans von Alan Scott Haft, der in diesem die Lebensgeschichte seines Vaters niederschrieb ist wahrlich ein kleines Meisterwerk. Die Geschichte ist derart erschütternd, dass man es kaum glauben mag. Natürlich basiert das Werk auf den Erinnerungen und Aussagen von Haft selbst, die er aber erst viele Jahrzehnte nach den schrecklichen Erlebnissen bereit war zu erzählen. Was in der Erinnerung des Mannes bereits etwas verklärt war, oder welche schrecklichen Taten er sich selbst vielleicht in seinem Geiste geschönt hat um damit leben zu können sei mal dahingestellt. Es gab zum Beispiel von mehreren Seiten die Vermutung, dass Haft das Pärchen bei dem er sich zwischenzeitlich versteckt hielt ermordete um sicher sein zu können, dass er nicht ausgeliefert wird. Ob diese das wirklich vorhatten weiß niemand.

    Solche historischen Unsicherheiten spielen im Prinzip aber wirklich keine Rolle für die Geschichte an sich, denn die unermessliche Grausamkeit die Haft und viele andere seiner Leidensgenossen erfahren mussten ist und bleibt ein Fakt. Wie der Mann es unter den widrigsten aller Umstände schaffen konnte zu überleben und auf der anderen Seite der Welt zu einer kleinen Berühmtheit zu werden ist von Kleist absolut fesselnd und glaubwürdig in Szene gesetzt. Ganz groß finde ich auch, dass Kleist dabei stets differenziert bleibt und der Überlebende Boxer keineswegs zum glorreichen Helden hochstilisiert wird. Nein, denn solche Traumata hinterlassen auf der Seele eines Menschen ihre spuren und Überleben muss nicht immer gleichbedeutend damit sein das Glück zu finden.

    9-9,5/10

    Lobenswert erwähnt sei noch der 16-Seitige Bonusteil, den Carlsen dem Buch spendiert hat. Neben Skizzen und Entwürfen wissen vor allem weitere Schicksale von KZ-Boxern zu fesseln und zu berühren, denn Hertzko „Harry“ Haft war leider kein Einzelfall.



    BLAME! Master Edition 6



    Das große Finale von Tsutomu Niheis Cyberpunk-Saga in Bombast-Optik lässt mich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten zurück. Ja, alles war äußerst dynamisch, actionreich und sieht wirklich gigantisch gut aus. Die finale Auflösung hält so einige Überraschungen bereit, ist aber nicht so selbsterklärend wie es sich so mancher vielleicht gewünscht hätte und regt eindeutig zum Nachdenken an. Ich mag das ja, wenn man am Ende einer Lektüre geistig noch eine Weile damit beschäftigt ist. Allerdings werde ich das gute Stück sicherlich beizeiten nochmals lesen müssen, denn es ist schon so wie manche kritisieren. Die Charaktere sehen sich teilweise sehr ähnlich und so kann man, gerade am Anfang, schnell mal durcheinanderkommen. Auch ist über weite Strecken nicht klar wer einfach eine von vielen Einheiten eines bestimmten Typs ist und wer doch ein einzelner, eigenständiger Charakter.


    Was mich insgesamt am meisten Stört ist, dass ich durch die beiliegenden Begleitkärtchen (eins pro Band) und die Begriffs- und Charaktererläuterungen am Ende des Bandes dreimal mehr Infos über die Welt und ihre Bewohner bekomme, als ich bei der Lektüre immerhin rund 2.000 Seiten Manga herausziehen konnte. Also entweder bin ich dafür einfach zu doof, oder in Sachen Storytelling wäre hier noch Luft nach oben gewesen. Dennoch die Welt ist faszinierend, jetzt wo ich weiß wie ich sie mir vorzustellen habe noch mehr als vorher, und die Story ist im Grunde eine große, abenteuerliche Reise mit vielen Widernissen und bestückt mit einem Füllhorn kreativer Ideen.

    8/10

    Diese acht würde ich insgesamt jetzt auch erstmal für die gesamte Reihe geben, auch wenn sich das bei einer Zweitsichtung ggf. noch ändern kann. Oder vielleicht auch schon nach der Lektüre der Vorgeschichte, denn NOiSE steht in Kürze auf dem Programm.



    Spawn Origins Collection - Band 13



    Das ist also dieser ominöse Band 13 der Spawn Origins Collection. Ominös nicht wegen der vermeintlichen Unglückszahl 13 (zumindest, wenn man ein Tempelritter ist), oder wegen des neuerlichen Zeichnerwechsels, was natürlich allemal erwähnenswert ist, auch nicht, weil mit Heft #150 ein weiterer kleiner Meilenstein geschafft wurde. Nein, es geht eher darum, dass der Band den kompletten Armageddon Arc von Autor David Hine enthält, der von den einen gefeiert und von den anderen gehasst wird. Wiederum andere, genaugenommen einer, denn der Toddster, Mister Spawn-Schöpfer himself hat den Run im Nachgang wohl irgendwann geredconned (schreibt man das so?), also quasi rückwirkend aus dem Kanon gelöscht und als nichtig erklärt. Ob McFarlane mit der Story an sich unzufrieden war, oder ob er nicht wusste, wie er nach den recht gravierenden Veränderungen, die sich im Laufe der Geschichte zutragen weiter umgehen sollte weiß vermutlich nur er selbst. Ich weiß ja nicht mal welche Hefte genau im Nachgang rausgestrichen wurden, da kann vielleicht jemand hier weiterhelfen?

    Auf jeden Fall enthält der Band alle 14 Armageddon-Ausgaben, die im Original anscheinend nochmal gesplittet waren in „Thamuz 1-4“ und „Armageddon 1-10“, hier in dieser Ausgabe sind die 14 Hefte einfach mit Armageddon #1-14 betitelt, was beim Lesen meines Erachtens schon Sinn macht, denn die ganze Geschichte wirkt wie eine große Storyline aus einem Guss. Ich kann die Leute schon verstehen, die mit dem Run nicht so glücklich sind, denn da passiert schon viel abgefahrener Kram.

    Ich meine, Kleinkinder die sich gegenseitig auf blutigste Art und Weise massakrieren, von den Toten wieder auferstehen und anschließend ihre Eltern qualvoll zu Tode foltern wollen? Halloooooo?!? Dann entpuppen sich die Kids als wiedergeborener Gott und Teufel, die beide nicht wirklich sympathisch daherkommen, ABER bevor die lieben Kleinen alles kaputt machen und wieder einer weint tritt deren Mutter auf den Plan (ja, richtig gelesen) und setzt eine dritte, gleichwertige Instanz in Kraft: Spawn – Was schließlich im finalen Shutdown der Himmelspforten und der Höllentore gipfelt.

    Alter, das ist schon echt heftig und da werden auch einige gravierende Änderungen vollzogen, die tatsächlich mal Einfluss auf die Zukunft haben. Klar, das mag nicht jedem schmecken, aber zum einen ist das Ganze ein echt höllisch wilder Ritt, der sich super liest und zum anderen wird es ehrlich gesagt auch langsam mal Zeit, dass es im Spawn-Verse mal ein wenig vorwärts geht und nicht alle paar Ausgaben quasi der Status Quo wieder hergestellt wird. Vielleicht ging dem Toddster aber genau das gegen den Strich? Ich fand das Teil auf alle Fälle ziemlich cool und bin gespannt, ab wann es die ersten Widersprüche zu dem Arc gibt und ich mich blitzdingsen muss.

    Als Bonus gibt es diesmal nur eine recht kleine Cover-Galerie, aber der Band ist mit den 14 Ausgaben und ganzen 380 Seiten so schon mächtig fett geraten. Ach ja, um noch kurz auf den neuen Zeichner Philip Tan zu sprechen zu kommen. Der macht über weite Strecken echt einen tollen Job. Viele seiner Panels sehen einfach bombastisch gut, fast schon spektakulär aus und den Einsatz von Effekten hat der Mann echt drauf (OK, vielleicht übertreibt er da sogar manchmal ein bisschen), von daher alles super. Allerdings funzen so ein paar Sachen in meinen Augen bei ihm gar nicht. Hauptmakelpunkt ist für mich Wanda, die er leider richtig schlecht aussehen lässt, das passt für mich leider gar nicht, was im jetzigen Fall besonders ärgerlich ist, weil die Mom der Zwillinge natürlich aufgrund der Story massig Screentime abbekommt. Also ja, toller neuer Zeichner, aber nein, nicht so gut wie Angel Medina oder gar Greg Capullo.

    7,5-8/10

    So, jetzt muss ich mich aber echt mal wieder ein wenig zurückhalten mit Spawn, sonst steh ich bald an meiner großen Lücke zwischen der Origins Collection und dem Paperback #108. Aber was soll man machen, wenn man vom „bösen“ @FalcoBaa wieder so draufgehoben wird…



    Das waren mal wieder ein paar äußerst abwechslungsreiche Tage! Weiter geht’s in Kürze mit Vampiren, Barbaren und – endlich mal wieder – Western!

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (18.04.2020 um 23:46 Uhr)

  7. #5332
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    @Carl Montgomery & @jellyman71: Gab es den Film eigentlich vor oder nach den Comics? Den habe ich geliebt und die DVD findet alle paar Jahre mal wieder den Weg in den Player.
    Die Comics sind im skandinavischen Raum seit den frühen Achtzigern im wahrsten Sinne des Wortes "Kultobjekte". Der dänische Zeichentrickfilm wurde 1986 ins Kino gebracht, 1987 im deutschsprachigen Raum. Carlsen Comics hat von 1987 bis 1991 sechs Alben veröffentlicht. Peter Madsen hat aber weiter gezeichnet. Und es ist spannend, wie sehr sich sein Stil im Laufe der Jahre verändert hat. Im ersten Band der Gesamtausgabe wird erklärt, wie dieses Projekt wuchs und wuchs. Die Zusatzinformationen sind vorbildhaft. "Karl" von Finix Comics hat diesbezüglich auch Spaß gemacht. Und "Mit Mantel und Degen". Könnte ich Dir auch empfehlen.

    @God_W

    https://www.comicforum.de/showthread...Valhalla/page1

    Hier wurden schon einige Infos zur Serie zusammengetragen.Einige Kabbeleien der alten CF-Männer, die sich immer wieder mal wegen Pupspups in die wolligen Haare geraten, sind auch dabei. In Walhalla an Odins Tafel wird das einfacher geregelt. Dort gibt es die Disziplin Zwergenweitwurf.
    Geändert von Carl Montgomery (19.04.2020 um 10:33 Uhr)

  8. #5333
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Danke für die ganzen Infos! Also basiert der Film auf einem Teil der Comics, wenn ich das richtig sehe. Hmmm, vielleicht werde ich da bei Gelegenheit mal einen Blick wagen.

  9. #5334
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Das Tagebuch der Anne Frank von Ari Folman und David Polonsky umgesetzt

    Eine gekürzte Version des Buches als GN umgesetzt von den beiden Machern von Waltz with Bashir.
    Wichtig ist doch eigentlich nur: Ist die Umsetzung gelungen und bietet sie "Neues"
    Antwort: Ja
    Dialoge wurden eingebaut und Annes Gedanken in teils tollen Bildern umgesetzt. Wichtige Passagen des Buches werden fast eins zu eins übernommen und ergänzen sich schön mit der grafischen Gestaltung.

    Ich geb es zu, ich hab das Buch nie gelesen und auch den Film nicht gesehen habe. Somit war die GN meine erste Berührung mit Anne Frank. Ein verdammt sympathisches Mädel war sie! Das die Story trotz ihrer Hintergründe so humorig ausfällt war mir nie bewußt.

    So ziemlich genau vor 75 Jahren (und eine Woche) wurde Bergen-Belsen befreit, nämlich am 12.04.1945
    Empfehlenswert!
    "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields

  10. #5335
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Mit Das ruhmreiche Star-Team 3 habe ich eine weitere "schräge" Lektüre beendet.

    So langsam wird die Chronologie der Veröffentlichung unübersichtlich und die Zusammenstellung der deutschen Ausgaben mutet schon arg willkürlich an. Spannend waren die beiden enthaltenen Kurzgeschichten, die keinen Superheldenbezug haben. Da kam ein wenig Twilight Zone-Feeling auf.

  11. #5336
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Ich habe die Corona-Angebote diverser Verlage zu kostenfreien Comics mal genutzt und mir ein paar für mich interessant klingende bzw. aussehende Titel gesichert.

    Gestern bereits gelesen:

    Paper Girls 1

    Erwartungsgemäß voll mein Ding. Zeitreisen, Pterosaurier-Reiter aus der Zukunft und völlig weirde Action. Wenn ich mal eine neue Baustelle aufmache, dann könnte das dieser Vaughan-Titel werden.

    Kiss X Death 1

    Paninis Mangaprogramm hat mich bislang noch nie wirklich gepackt, zumindest interessierte mich abseits irgendwelcher Supereditionen kein einziger der dort laufenden Titel. Das hat sich nach dieser Lektüre nicht geändert.

    Eine merkwürdige Alien-Mensch-Symbiose muss als Begründung für explizite Körperausformungen und das erforderliche Austauschen von Zungenküssen herhalten und dass ein verklemmter Junge Herzattacken bekommt wenn er sich dem weiblichen Geschlecht nähert macht die "Handlung" spannender. Oder so ähnlich.

    Annas Paradies 1

    Dieser erste von drei Teilen einer deutschen Serie gefiel mir richtig gut. Ein gefallener Engel versucht seinen Blutdurst in den Griff zu bekommen und kommt im Nachkriegsdeutschland in einem merkwürdig zusammengesetzten Haushalt unter. Es muss nicht immer US oder FB sein. Daniel Schreiber braucht sich mit seinem Werk nicht verstecken. Wer der Kombination aus Mystery und Nachkriegsgeschichte etwas abgewinnen kann sollte unbedingt einen Blick riskieren.
    Geändert von LaLe (23.04.2020 um 14:34 Uhr)

  12. #5337
    Mitglied Avatar von The Hypnotoad
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    Mal ein paar "leichtere Werke von Alan Moore, zur Entspannung:

    Nemo: Heart of Ice

    New York, 1925. Nemos Tochter, in den viel zu großen Seefahrermantel ihres Vaters gestiegen, macht sich auf einen Raubzug einen gefährlichen Feind. Sie stiehlt eine Schiffsladung von Prinzessin Ayesha aus Kor, die von einem gewissen Charles Foster Kane, Zeitungsmagnat, in die Staaten eingeladen wurde. Nach der Sichtung alter Logbucheinträge ihres Vaters macht sie sich auf eine Reise in die Antarktis auf, wobei sie von Kanes Söldnern und Wissenschaftshelden gejagt wird.

    Im Vergleich zum „Black Dossier“ und allen späteren Mach-Werken Moores ist hier tatsächlich „nur“ eine klassische Comic-Story, die trotzdem vor Anspielungen überquillt, aber kohärent und lesbar bleibt. Selbst der Anhang hat normale „Watchmen“-Größe und bereichert die Welt Janni Nemos, ohne belehrend oder ach-so-clever zu sein. Anscheinend kann Moore doch Comics. Wenn er will. Als Auftragsarbeit.

    Wertung: Mountains of Madness approved!


    Nemo: The Roses of Berlin

    Afrika 1941: Während Herr Hynkel einen Alliierten besucht, erreicht Mistress Nemo die schockierende Nachricht, dass ihre Tochter zusammen mit Schwiegersohn Robur, Luftschiffpirat, von deutschen Truppen abgeschossen, inhaftiert und nach Berlin gebracht wurde. Mit ihrem Ehemann Broadarrow Jack macht sie sich persönlich auf eine Rettungsmission ins dystopische Berlin.

    Kurz, knackig und actionreich gibt es auch hier wieder passende Anspielungen vor futuristischer Kulisse (Metropolis, anyone?) und der Plot geht über ausgetretene Pfade, ohne dabei langweilig zu sein. Besonders schön ist das Aufeinandertreffen mit Unterweltgrößen wie Calligari und Mabuse gelungen. Und die deutschen Texte zeigen, dass entweder der Google-Übersetzer besser geworden ist oder die Editoren wirklich einmal Wert auf sprachliche Korrektheit gelegt haben. Größtenteils, jedenfalls. Mit Prinzessin Ayesha gibt es einen kleinen roten Faden, der diese Geschichte mit den Vorgängerband verknüpft und das Ganze abrundet.

    Wertung: Fritz Lang approved!


    Nemo: River of Ghosts

    Lincoln Island, 1975: Eine alternde Janni macht sich auf zu ihrem letzten Abenteuer. Begleitet von den Geistern ihrer alten Crew, macht sie sich auf zum Amazonas, um ein für alle Mal die scheinbar unsterbliche Ayesha zur Strecke zu bringen.

    Der Abschluss der „Nemo“-Trilogie geizt nicht mit offensichtlichen und kuriosen Anspielungen: Ein herkuleanischer Bodyguard, der gleichzeitig alle „Strongman“ der Comic- und Pulp-Historie in sich vereint und wahrscheinlich der echte Herkules ist. Eine Nazi-Klonfabrik mit Jung-Hynkels und Ayeshas im Amazonas, bewacht von „Stepford Wife“-Robotern. Dinosaurier! Kreaturen der schwarzen Lagune! Die Geschichte bleibt etwas auf der Strecke, stellt aber dennoch einen würdigen Abschluss dar.

    Wertung: Definitiv kein Angriff der Klonkrieger!

  13. #5338
    Mitglied Avatar von God_W.
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    @LaLe: An die Papergirls werde ich mich demnächst wohl auch mal machen, wenn Du so angetan bist. Die stehen komplett unangetastet hier im Regal und sind ja mittlerweile abgeschlossen...

  14. #5339
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Die Auftaktnummer hat mir jedenfalls Lust auf Mehr gemacht. Wie auch die nächsten beiden Kandidaten.

    Broceliande 1

    Der ist einfach nur wunderschön anzuschauen und die Geschichte herrlich märchenhaft. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass es die Origin von ...

    Nee, das müsst ihr selber lesen. Mir hätten die Bilder schon für eine unbedingte Empfehlung gereicht.

    Saga 1

    Hier kam ich anfangs nur schwer mit dem Ton klar und die Zeichnungen sind abseits der Charaktere arg detailarm. Irgendwann packt einen dann aber die Geschichte mit ihren vielen tollen Ideen und macht sie zu einer empfehlenswerten Lektüre.

  15. #5340
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Und weiter ging es mit

    Elfen 1


    Grundsolide Fantasy, die mich aber nicht nachhaltig begeisterte. Die kühle Optik mag zwar zum Thema Blau(Wasser-)elfen passen gefiel mir jedoch nicht so gut. Das sah mir zu künstlich und steril aus.

    Birthright 1

    Ein Held wider Willen, der nicht zu sein scheint was er vorgibt. Drumherum eine tragische Familiengeschichte. Flash-Autor Joshua Williamson spinnt einen interessant und unterhaltsam zu lesenden Parallelwelt/Fantasy-Garn, der Lust auf mehr macht.

  16. #5341
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    Ich schreibe ja eher keine Rezis. Auch selten hier was rein.

    Aber jetzt muss ich mal was reinschreiben. Warum? Weil ich wirklich komplett überrascht von einem Comic wurde.
    Was hab ich mich innerlich geweigert, ob des komischen Covers diesen Band zu lesen.
    Und wie wurde ich vom Inhalt dann überrascht. Ich habe schon jahrelang keinen "solchen" Comic gelesen.

    Warum schreib ich "solchen"? Dieser Comic ist richtig lustig. Er entblöst Verhaltensweisen und er bringt Erinnerungen an die Jugend.
    Ich bin Jahrgang 1970. Und die Urlaube im Sommer gingen immer, immer, immer ans Meer. Mann wie habe ich das gehasst.
    Beim Autofahren wurde mir nach 50 KM schlecht, nach 100 hab ich gekotzt und nach 200 kamen 5 Stunden Stau. Nach 8 -10 Stunden kam .... nein nicht das Meer
    sondern die Warterei auf den Schlüssel vom Appartement. usw. usw. usw. Wer aus meiner Generation (wo noch nicht alles Autobahn war, wo Grenzen noch richtig zu waren)
    kennt das nicht.

    Und jetzt, richtig, jetzt kam dieser Comic. Komplett überraschend weil ich (fragt mich bitte nicht warum) so richtig überhaupt nicht damit gerechnet habe.
    Ich habe mit einem langweiligen, langsamen Comic gerechnet. Da lag ich komplett falsch.

    Jedem der so in etwa meine Erinnerungen an den Strandurlaub teilt, bitte kauft euch diesen Comic. Könnt euch einen witzigen Blick in die Vergangenheit.
    Der Comic ist echt ein Traum.

    Wertung
    10 von 10 Punkten
    absolute Kaufempfehlung

    https://www.reprodukt.com/Produkt/gr...in-die-fluten/



  17. #5342
    Mitglied Avatar von dino1
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    Ich mochte Strandurlaube.
    Und Autofahren.
    In der Mitte zwischen den Vordersitzen, gucken wie schnell man fuhr. Stundenlang.

  18. #5343
    Mitglied Avatar von Gagel
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    @Robert 3000 Ich habe deine Rezi mal in den Thread aum Reproduktforum zitiert

    https://www.comicforum.de/showthread...ascal-Rabat%E9

  19. #5344
    Mitglied Avatar von OK Boomer
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    Ich mochte auch Strandurlaube und die ewige Anfahrt. Der Weg war das Ziel.

  20. #5345
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Wenn man aus dem Dreieck NMS, SE, HL nie rausgekommen ist, kann man das irgendwie nicht nachempfinden.

  21. #5346
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Bram Stoker’s Dracula (Roman & Comic zur Coppola-Verfilmung)



    Ich hab die Tage Bram Stokers Dracula beendet. Ja, es wurde endlich mal Zeit. Als Schüler hatte ich das Buch bereits einmal begonnen, bin damals aber nach circa 50 Seiten zum Ende gesprungen und hab das Buch dann wieder in der Bücherei zurückgegeben. Tja, da war ich wohl noch nicht „reif“ dafür. Ich muss sagen durch die Erzählform, die ja komplett aus Briefen, Tagebucheintragungen und dergleichen besteht, ist der Zugang aber auch wirklich nicht allzu leicht wie ich finde. Das kann aber auch an meinem persönlichen Geschmack liegen, hatte bei vergleichbar aufgebauten Werken schon öfter so meine Problemchen. Grundsätzlich hat das Lesen natürlich doch viel Spaß gemacht, denn die Atmo die das Werk verströmt ist schon grandios. Allzu große Spannung kommt allerdings leider nicht mehr auf, da die Geschichte natürlich weithin bekannt ist und die andererseits auch die Erzählform in den Berichten relativ nüchtern gehalten wird. Wohlig schaurig, ja, nervenaufreibend spannend, nein.

    Ich habe die große kommentierte Ausgabe von Fischer Tor gelesen, welche die Neuübersetzung von Andreas Nohl und eine Wagenladung von Kommentaren und Hintergrundinfos beinhaltet. Die habe ich ehrlich gesagt nur teilweise gelesen und auch immer erst im Nachgang nach einigen Kapiteln, denn das würde einen sonst zu sehr aus dem Lesefluss reißen. Das ist aber doch so gut gemacht, dass ich bestimmt immer mal wieder etwas in dem Buch schmökern und mir entsprechende Passagen zu Gemüte führen werde. Sowieso habe ich den Eindruck, dass Dracula ein Buch ist, welches geradezu prädestiniert zu sein scheint, um immer mal wieder darin zu Schmökern und einzelne Passagen nochmal nachzuvollziehen.

    Richtig entfalten kann sich das Werk sowieso erst, wenn man versucht sich in die Leser der damaligen Zeit hineinzuversetzen, und das gelingt hier durch Vorwort, Einleitungen (unter anderem von Comic-Superstar Neil Gaiman) und die Kommentare ganz wunderbar. Ehrlich gesagt wäre ich gar nicht auf Idee gekommen, dass Dracula zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ja gar etwas von einem Hi-Tech Thriller hatte. Immerhin werden da neuste technische Spielereien und noch weitgehend unerforschte medizinische Techniken, wie beispielsweise Bluttransfusionen, thematisiert, was die Leser damals zum Staunen brachte.

    Nohls Übersetzung wird ja von vielen hoch gelobt, von fast ebenso vielen verteufelt. Da mich die große kommentierte Ausgabe interessiert hat, ich aber nicht nur auf seine Übersetzung festgelegt sein wollte, habe ich mir parallel zum Buch noch ein Hörbuch in einer älteren Übersetzung (fragt mich nicht welche, das war da nicht angegeben) zu Gemüte geführt. Im direkten Vergleich kommt mir Nohls Variante natürlich sprachlich moderner, aber auch ein wenig direkter vor. Äußerst stimmungsvoll ist das Ganze natürlich trotzdem, auch wenn der "Slang" der Hafenarbeiter in einer deutschen Übersetzung vielleicht besser weggelassen (oder anders gelöst) werden sollte. Das mag im Kontext grundsätzlich passen, tötet an der Stelle aber die gruselbehaftete Gothic-Stimmung gänzlich ab, sorry.

    Im Endeffekt bleibt zu sagen: Ein tolles Buch, dass jeder mal gelesen haben sollte und welches ich auch sicher noch öfter zur Hand nehmen werde. Im direkten Vergleich finde ich den modernen Prometheus von Mrs. Wollstonecraft-Shelley aber deutlich schauriger, fesselnder, noch atmosphärischer und dort werden auch die wichtigeren Fragen aufgeworfen. Steht in meiner Gunst also deutlich über dem Blutsauger (auch wenn diese Konkurrenz auf sehr hohem Niveau stattfindet).

    Nach dem Genuss des Buches wanderte ziemlich zügig die Blu-Ray mit F. F. Coppolas Adaption des Werkes mal wieder in den Player. Ja, der Mann ist schon ziemlich dicht an der Vorlage geblieben (inklusive der Längen, die das Werk bietet). Ich finde den Film toll, vor allem natürlich im Hinblick auf die wundervollen, gemäldeartigen Bilder, die da auf die Leinwand geworfen werden. Die schaffen eine Atmosphäre, die dem Roman wirklich gerecht wird, mit allen tragischen Details.



    Im Anschluss daran machte ich mich dann „endlich“ über die Comic-Adaption des Drehbuchs her. Ja, das Lesen des Buches, Hören des Hörbuchs und neuerliches Schauen des Films zielte im Grunde hauptsächlich darauf ab mich auf diesen Comic einzustimmen. Bisschen gaga? Kann sein, hat aber gefunzt. Der Comic, der von „Mister Marvel-Conan“ Roy Thomas geschrieben und von Grusel-Pulp-Meister Mike Mignola in Szene gesetzt wurde entwickelt einen ganz eigenen, grandiosen Stil. Die Symbiose des tollen Geschichtenerzählers Roy Thomas und Mikes außergewöhnliches Artwork mit den für ihn typischen riesigen schwarzen Flächen bringen die enorm düstere Atmo perfekt auf die Seiten und schaffen Bilder und Szenen, die ich mir immer wieder anschauen kann. Rein vom Erzählerischen ist Thomas aber scheinbar doch noch ein Stück weit im Acton-Genre behaftet geblieben, denn über die eher langatmigen Szenen wird zugunsten von mehr Aktionismus und flotterem Erzählrhythmus zügig hinweggegangen. Wer die Story mal in ganz eigenen, grandiosen Bildern erleben möchte, oder wem Coppolas Werk zu träge inszeniert war, der ist hier genau richtig. Mignola-Jünger haben die Mischung aus eher routiniertem Erzählstil und äußerst ausdrucksstarkem Artwork eh zu Hause stehen.

    Die 16 Bonusseiten, in denen Panini neben einem kleinen Vorwort vor allem Skizzen und Zeichnungen von Mike Mignola spendiert, sind für mich diesmal echt tolle Schmankerl. Alleine wenn ich sehe wie Mike für den Koloristen alle Flächen angeixt hat wird klar wie der „Meister des Weglassens“ schon damals auf dem Weg zu seinem heutigen, so unverkennbaren Stil war. Es hat schon seinen Grund, weshalb so viele Zeichner selbst Mignola-Fans sind.

    In Sachen berühmtestem Blutsauger aller Zeiten geht es bei mir demnächst mit dem ersten Panini-Omnibus zu Marv Wolfmans Tomb of Dracula weiter. Die „Quasi-Fortsetzung“ zu Stokers Roman wird im ausführlichen Anhang der Fischer Tor Ausgabe ausgiebig und positiv erwähnt. Ich freu mich schon drauf, und hoffe natürlich, dass Panini die komplette Veröffentlichung in drei Omnibus-Bänden durchzieht!

    Von mir gibt’s für die Comic-Adaption gute 7/10 Punkte.

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (01.05.2020 um 00:15 Uhr)

  22. #5347
    Mitglied Avatar von Kohlenwolle
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    @robert 3000
    Rein in die Fluten war tatsächlich meine erste Graphic Novel die ich mir gekauft habe.
    Und genau wie bei dir hat sie mich total bekeistert. Einfach herrlicher Humor der dort geboten wird.
    Auch mich hat sie an die Ferienreisen in meiner Kindheit erinnert, als ich mit meinen Eltern und meinen Bruder in unserem VW Käfer in den Urlaub an die Nordsee aufgebrochen sind.
    Wer Rein in die Fluten noch nicht kennt, sollte es sich einmal anschauen. Tolle humoristische Unterhaltung vom Feinsten.
    Schöne Grüsse aus dem Kohlenpott


  23. #5348
    Mitglied Avatar von robert 3000
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    @Kohlenwolle

    Ich hab mir jetzt mal den Spass gemacht die Figuren vom Strand ganz genau anzuschauen. Sogar bei den klein gezeichneten Figuren kommst ins Lachen.
    (Speckschwarte trifft Speckschwarte und lacht diesen aus bevor er selbst ausgelacht wird. Die Figuren sind echt ein Traum)

  24. #5349
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    Lincoln - 1. Auf Teufel komm raus



    Im Hinblick auf meine anstehende Mai-Bestellung dachte ich mir ich lese mal in zwei Western-Reihen rein, von denen ich mir die ersten Bände schon länger mal zum Reinschnuppern besorgt hatte. Ich wollte herausfinden an welchen ich dran bleibe, und welche ich vielleicht eher nicht weiterverfolge. Den Anfang machte Lincoln, denn nach sechs Ausgaben mit dem beinharten Durango stand mir der Sinn nach einem eher humorvollen Beitrag zum Western-Genre.



    Nur um mal zu verdeutlichen was für ein sympathischer Zeitgenosse Lincoln ist



    Also eins war ganz schnell klar, auf dem Ausmusterstapel landet dieses grandios lustige Familienprojekt keinesfalls! Familienprojekt weil der Antiheld Lincoln von Autor Olivier Jouvray geschrieben, von seinem Bruder Jérôme gezeichnet und dessen Frau Anne-Claire koloriert wird.
    Zynisch, respektlos und mit pointierten Dialogen, angesiedelt zwischen kernigen Sprüchen und sprühendem Witz, der keineswegs platt, sondern durchaus intelligent daherkommt und so manches mal auch den ein oder anderen Denkanstoß mitgibt, gestaltet sich das erste Abenteuer um den grummeligen Cowboy Lincoln, der auch vor Raub nicht zurückschreckt um ein für ihn angenehmes Leben führen zu können. Im Grunde vermutet eine höhere Instanz allerdings doch einen guten Kern in dem Teilzeitbanditen/Kopfgeldjäger/Bordelldauergast und macht sich auf seine Seele für die gute Seite zu gewinnen. Hat mich in mancher Hinsicht an Joann Sfars Katze des Rabbiners erinnert, allerdings ohne das Religionsthema derart stark zu thematisieren. Ich bin äußerst angetan und freue mich, mir zum Kennenlernen gleich die ersten beiden Bände gesichert zu haben. In Kürze wird es also weiter gehen.

    8,5/10



    Sláine 4 – Die Gruft des Schreckens



    Mittendrin statt nur dabei, das scheint das Motto zu sein, dass sich Pat Mills für diesen vierten Band auf die Fahnen geschrieben hat, denn diesmal lesen wir nicht nur eine kriegerische Abenteuerstory, nein wir steigen gemeinsam mit Sláine hinab in die Katakomben, mehr noch, wir WERDEN zu Sláine. In einer Mischung aus klassischem Abenteuer-Spiel-Buch und AD&D Dungeon Crawler entscheiden wir selbst von Ausgabe zu Ausgabe bzw. später auch schon von Panel zu Panel wie und wo es weiter geht. Diese Entscheidungen nehmen zum einen Einfluss auf den Fortgang der Story, legen aber zu großen Teilen auch fest welche Kämpfe wir zu bestehen haben. Gefightet wird althergebracht mit Zettel, Stift und zwei Würfeln. Das Kampfsystem ist simpel, aber nicht minder spannend gestrickt und wenn man sich voll drauf einlässt wird man mit einer spannenden Monsterhatz belohnt.




    So kann das Spiel im Abenteuer aussehen.



    Klar, die Story selbst ist diesmal recht geradlinig und vielleicht auch nicht ganz so einfallsreich wie noch in Band drei, dafür ist man im Gegenzug durch die Spielmechanik deutlich länger beschäftigt, zumindest wenn man Lust dazu hat verschiedenste Wege auszutesten und die Kämpfe auf ehrliche Art und Weise zu bestreiten. Ich habe mir das natürlich nicht nehmen lassen und hatte einen Mordsspaß dabei mich als Sláine durch die Gruft des Schreckens zu kämpfen und den vorlauten und gierigen Ukko auch mal selbst vermöbeln zu dürfen. Insgesamt ein sehr cooles, erfrischend anderes Teil, welches mit deutlich mehr Humor angereichert wurde als die Vorgänger.



    Hier noch der Beweis, was ich doch für ein mutiger und erfolgreicher Recke bin



    7,5/10



    Bouncer – Gesamtausgabe 1: Teil 1: Ein Diamant fürs Jenseits & Teil 2: Die Gnade der Henker





    Wow! Ich bin absolut geflasht von diesem knüppelharten Nachbürgerkriegs-Western. Den ein oder anderen Film von Alejandro Jodorowsky habe ich gesehen und, wenn man denn gerade dazu in Stimmung ist, sind die wirklich gewaltig. Als jemand, der Jodorowsky bislang nur von seinen Filmen kennt bin ich eine gewisse Härte natürlich gewohnt und gerade im Western-Genre passt die halt auch perfekt, wenn man mal die rosarote Brille abnimmt. Damals herrschte nun mal vielerorts das Gesetz des Stärkeren und die waren halt oftmals auch nicht gerade zimperlich und in manchen Fällen sicher auch äußerst grausam ob der Macht, die ihnen zu Kopf gestiegen ist.




    Enorm überrascht war ich von Bouncer dann aber doch, denn derart zugänglich und geradlinig hatte ich einen Jodorowsky ehrlich gesagt nicht erwartet. Da bin ich von seinen Filmen anderes gewohnt. Versteht mich nicht falsch, die Story, die sich über die hier enthaltenen ersten beiden Bände erstreckt ist keinesfalls eindimensional oder gar langweilig, aber halt kein bisschen kryptisch und verschlüsselt, wie es bei den filmischen Werken des Autors allzu oft der Fall ist. Für mich ist das in diesem Fall ein dicker Pluspunkt, denn die hammerharte Geschichte mit sowohl körperlich, als auch seelisch äußerst grausamen Passagen geizt auch nicht mit Tragik und Dramatik.

    Zeichner François Boucq kannte ich bislang auch nicht, aber der Mann hat es ebenfalls einfach drauf. In detailreichen, charakterstarken und unglaublich filmischen Bildern vermittelt er den Eindruck eines dreckigen, in Widescreen gefilmten Edelwesterns von epischer Breite. Ich habe selten beim Lesen einen so großen Wunsch entwickelt, dass doch gerne auf einer großen Leinwand erleben zu dürfen. Die Filmmusik hat sich in meinem Kopf bei der Lektüre quasi von selbst dazugeschaltet und ich war gebannt von der ersten Seite bis zum unausweichlichen Finale. Wer Durango mag, aber auch mal Lust auf eine etwas vielschichtigere Geschichte hat und sich von einem noch härteren Gewaltgrad nicht abschrecken lässt: Der Bouncer ist Euer Mann.




    Speziell lobend erwähnen möchte ich hier noch die wirklich edel geratene Gesamtausgabe von Schreiber & Leser. Das albengroße Hardcover in griffig matter Optik, dickem Papier mit perfektem Druck und reichlich Bonusmaterial beinhaltet sogar Ausklappseiten, die Boucqs grandioses Artwork in seiner ganzen Breitbild-Pracht zeigen. Ein wirkliches Sahnestück, dass der Verlag hier abliefert. Band zwei der Gesamtausgabe muss ich mir auch baldigst besorgen, darf aber auch nicht vergessen mir die aktuelle Weiterführung der Reihe mit Band 10 und 11 zu sichern. Nicht dass die ausverkauft sind, bis die Gesamtausgabe so weit vorgedrungen ist! – Zweiter Western von S&L und wieder bin ich so begeistert, dass ich die Reihe auf alle Fälle weiterverfolgen muss. Mein armer Geldbeutel

    9-9,5/10



    Lincoln - 2. Der in den Wind spricht



    Wie angekündigt bin ich nach zwei kleinen Abstechern gleich wieder zurück bei Lincoln, dem selbstsüchtigen Cowboy mit dem scharfen Verstand und der noch schärferen Zunge. Mit staubtrockenem Witz geht es weiter, wenn unser Antiheld am eigenen Leib erfährt wie schnell man vom Taugenichts zum gefeierten Helden mit einem Trupp Anhängern avancieren kann. Fast wie ein Messias wird er von seinen Jüngern verehrt, was dem Raubein gar nicht schmecken will. Dass so eine Schar Anhänger und seichtes Heldentum mit einer ordentlichen Portion Verantwortung einhergehen muss auch ansonsten anderen gegenüber reichlich gleichgültige Lincoln bald feststellen.

    Ja nicht nur lustig geht es in diesem zweiten Band zur Sache, auch der ein oder andere tragische Moment wurde eingestreut und die Vertreibung der Indianer thematisiert. Parallel dazu geht der Kampf um Lincolns Seele in die nächste Runde und so hat der Kontrahent aus den unteren Stockwerken mit der Hörnerartigen Steilfrisur und dem Spitzbart deutlich mehr Screentime als noch im ersten Band abbekommen.




    Frech, respektlos und knochentrocken geht es auch diesmal zu und ich bin weiterhin begeistert von Familie Jouvrays Westernprojekt. Schon seit 2002 arbeitet die Truppe an der Reihe, die es bislang auf neun Ausgaben gebracht hat. Genug für den Schreiber & Leser Verlag um uns noch eine Weile mit Nachschub zu versorgen, und so soll in diesem Jahr sogar schon Band 6 bei uns erscheinen. Hoffentlich verkauft sich Lincoln so gut, dass es da regelmäßig weitergeht! Ich habe auf jeden Fall direkt mal die Bände 3-5 geordert.

    8/10



    Durango Gesamtausgabe 3 – Band 7: Loneville



    Man mag es kaum glauben, aber Yves Swolfes ist es mit diesem siebten Band nochmal gelungen sich zu steigern. Eine Story, die vielschichtiger daherkommt als bisher, noch fesselnder geschrieben, noch eine Spur härter und das wunderbare Artwork mit der halbtoten Westernstadt in der verschneiten Novemberlandschaft sieht einfach super aus. Dazu gibt’s sonst nicht viel zu sagen.




    9/10


    Na das war ja mal wieder ein wilder Ritt durch den Weste(r)n und die Dungeons von Tír na nÓg. Der nächste Schwung wird wieder Science-Fiction-lastiger und es steht auch wieder mal ein Abstecher nach Gotham auf dem Programm.

    VG, God_W.

  25. #5350
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    Zitat Zitat von robert 3000 Beitrag anzeigen
    @Kohlenwolle

    Ich hab mir jetzt mal den Spass gemacht die Figuren vom Strand ganz genau anzuschauen. Sogar bei den klein gezeichneten Figuren kommst ins Lachen.
    (Speckschwarte trifft Speckschwarte und lacht diesen aus bevor er selbst ausgelacht wird. Die Figuren sind echt ein Traum)
    Meine Lieblingsszene ist der Strandspaziergang mit dem Hund.
    Schöne Grüsse aus dem Kohlenpott


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