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  1. #1

    Wer ist G. F. Unger?

    Wer ist G. F. Unger??

    Über einen der wichtigsten Western-Heftroman-Autoren ist leider nur wenig bekannt. Hier eine kleine Zusammenfassung, die sich auf folgende Quellen beruft:
    1. Zauberkreis Taschenbuch Nr. 175 von 1969
    2. Unterhaltung - Lexikon zur populären Kultur Nr. 1, rororo Verlag, Hamburg 1977, Autoren Georg Seeßlen + Bernt Kling
    3. Die wenig ergiebigen Bastei-Internetseiten (1997), auf denen der Redakteur Günther Jäkel über G. F. Unger banal, wie devot viele Worte gebraucht aber wenig sagt:
    http://www.bastei.de/unger/


    Gert Fritz Unger wurde am 23.3.1921 im schlesischen Breslau geboren. Er erlernte später das Kunstschlosserhandwerk und studierte Maschinenbau. Ende der Dreißiger Jahre war er deutscher Jugendmeister im Schwimmen und ging bei Ausbruch des 2. Weltkrieges freiwillig zur U-Bootswaffe, der er bis Kriegsende angehörte. Im Anschluß der englischen Kriegsgefangenschaft verschlug es Unger in das Ruhrgebiet, wo er die von Bomben beschädigte Rathausuhr von Gelsenkirchen wieder in Gang brachte, und im Auftrag der Polizei und der Post sieben Panzergeldschränke, die von ehemaligen Dienststellenleitern verschlossen und ohne Schlüssel zurückgelassen worden waren, wieder öffnete. Und zwar so, daß alle Schränke später wieder verwendet werden konnten - nachdem er neue Schlüssel angefertigt hatte.
    Bereits vier Jahre später war G. F. Unger Bauleiter der Firma Siemens und verantwortlich für Millionenprojekte.
    Nur aus Spaß beteiligte er sich 1949 an einem Preisausschreiben des NWDR und gewann mit seinem Exposé für ein Kriminalhörspiel den ersten Preis.
    Dies regte ihn neben seiner verantwortungsvollen Tätigkeit als Bauleiter an, in seiner Freizeit Romane zu schreiben. Trotz vieler Absagen fand er mit dem Uta-Verlag einen Verleger, arbeitete an den Billy-Jenkins-, Tom-Prox- und Pete-Romanserien mit und schrieb seinen ersten Leihbuch-Western.
    Bald schon stand er vor der Entscheidung, zwischen zwei Berufen zu wählen. Er entschied sich für das Schreiben. Daß dies die richtige Wahl war, beweist seine hohe Gesamtauflage, die ihn zu einem echten Volksschriftsteller und wahrscheinlich zu dem erfolgreichsten deutschsprachigen Western-Autoren überhaupt gemacht hat.
    1960 zog G. F. Unger aus dem Ruhrgebiet in ein Häuschen eines nassauischen Kleinstädtchens an der Lahn.
    G. F. Unger wurde in vielen Verlagen publiziert und benutzte mehrere Pseudonyme, wie G. F. Bucket oder A. F. Peters, wahrscheinlich um Abhängigkeiten zu vermeiden. Und so findet er sich in den meisten gängigen Westernserien vieler Verlage wieder. Indra-, Zauberkreis-, Pabel-, Kelter- und Bastei Verlag. Erst der Zauberkreis Verlag widmete Unger ab 1973 eine eigene Serie. Als der Geschäftsführer bei einem Freizeitunfall ums Leben kam, bedeutete dies auch das Ende dieses Verlages. Unger kam zu Bastei, der seit 1980 bis heute seine Geschichten veröffentlicht. Hatte Unger früher beinahe jede Woche einen Roman fertiggestellt, so schreibt er heute nur noch etwa 10 Stück pro Jahr.
    Seinen Lesern verspricht der Autor, stets sein Bestes zu geben, weiß er doch selbst aus eigener Erfahrung, wie sehr der schwer und hart arbeitende Mensch der Entspannung bedarf und sich gerne für eine Weile in eine andere Welt führen läßt, eine Welt des Abenteuers, in der Treue, Fairneß, redliche Männlichkeit und die guten Dinge der Frauen immer wieder allgemeingültige Aussagen machen.
    Bis einschließlich 1997 hat Unger etwa 650 Western-Romane verfasst. Der Erfolg gibt ihm recht - zieht allerdings auch einige Kritiker an, die die verwendeten Klischees und Stereotypen bemängeln
    Die im Präsenz geschriebenen Romane seien durchsetzt von Schilderungen über Brutalitäten, der Held meist groß, blond und blauäugig, der „Gute“ ist verpflichtet gegenüber Familie, Besitz oder dem Gesetz während die „Bösen“ keinerlei Autorität akzeptieren. Frauen würden nur dazu dienen, das Ego des Helden zu stärken. (Na und?)
    Nun soll man die Kritiker Kritiker sein lassen - das ist schließlich deren Job! G. F. Unger drückt aber mit seinen Romanen genau das aus, was der Leser sich wünscht: GUTE UNTERHALTUNG!
    Und nur darauf kommt es an.
    Geändert von nc-schmitt (06.10.2004 um 16:37 Uhr)
    Herzliche Grüße
    nc

  2. #2
    Ups,
    wenn ich richtig rechne, dann müßte Unger bereits über 83 Jahre alt sein.
    Lebt er überhaupt noch???
    Wenn ja, dann gehen von hier aus die besten Wünsche nach Gesundheit in seine Richtung.
    Herzliche Grüße
    nc

  3. #3
    Ja, lebt noch, erfreut sich weiterhin bester Gesundheit und schreibt immer noch eigenhändig fünf oder sechs neue Taschenbücher im Jahr.

    In Sachen Autorenportraits erweist sich übrigens "Das weite Feld der Phantasie" von Jörg Weigand immer wieder als wahre Fundgrube. Erschienen beim Ersten Deutscher Fantasy Club, wird es unter www.edfc.de unter dem Punkt Sekundärliteratur mit kompletter Artikelliste aufführt.
    Vielleicht kann man es sogar noch bestellen.

  4. #4
    Junior Mitglied Avatar von xXSweety87Xx
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    G.F.Unger

    Ja Unger lebt noch und ihm geht es immer noch bestens so wie ich heute erfahren habe.
    War auch ein ganz komischer Zufall,denn auf meiner Arbeitsstelle (Apotheke) stehen in einem Regal ganz viele Taschenbücher und als ich meine Kollegin fragte was das für Bücher sind,sagte sie mir dass es Western sind und der Autor der Vater von meinem Chef ist.Das wusste ich vorher gar nicht,vor allem hat mir keiner erzählt,dass der Vater meines Chefs so ein erfolgreicher Autor ist

  5. #5
    Darf man fragen wo sich die Unger-Apotheke befindet? Ich habe da so ein... öhh... kratzen im Hals...
    Nein, im ernst: Ich lese regelmäßig Unger-Western und freue mich immer über den (meist) glücklichen Ausgang der Erzählungen - der Held bekommt die Frau am Schluß! Aber am beeindruckendsten finde ich die Ideenfülle innerhalb der Geschichten.
    Zurzeit lese ich "Rauhe Weide" aus dem Indra Verlag. Denn mit der schmuck- und lieblos aufgemachten Bastei-Edition kann ich rein gar nichts anfangen (Bäh!).
    Herzliche Grüße
    nc

  6. #6
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    Western-Autor G. F. Unger verstorben

    Western-Autor G. F. Unger ist am 3. August nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren verstorben. G. F. Unger beherrschte das klassische Western-Genre wie kein anderer und war der einzige deutschsprachige Westernautor, dessen Romane als Übersetzungen in Amerika erschienen sind.

    Seit 1972 war der Bastei Verlag seine schriftstellerische Heimat, wo 700 Romane von ihm erschienen sind. Er war ein äußerst kreativer Autor, der bis zuletzt mit Freude geschrieben hat und noch viele Pläne hatte. Einige seiner Romane sind noch unveröffentlicht und werden in den nächsten Monaten herausgebracht.
    Weitere Informationen auf
    http://www.spiegel.de/kultur/literat...368473,00.html

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