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  1. #1
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    Chlodwig Poth und Bernd Pfarr sind tot

    Geändert von Hate (24.05.2013 um 21:23 Uhr)

  2. #2
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    Frankfurter Allgemeine, 7.7.2004, Patrick Bahners:
    Nachruf auf Bernd Pfarr
    Geändert von Hate (24.05.2013 um 21:26 Uhr)

  3. #3
    Mitglied Avatar von Maxx
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    eine sehr schöne Eiche
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    bin völlig geschockt und weiß auch nicht was ich dazu schreiben soll. Furchtbar,wirklich furchtbar. ist denn schon etwas über die Ursachen bekannt?

  4. #4

    Unhappy

    Eine Tragödie ist das!

  5. #5
    Mitglied Avatar von Sydney Apfelbaum
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    Das schockt mich zur Abwechslung dann doch mal. Schöne Scheisse...
    Dann wird mein Name in den Geschichtsbüchern stehen -
    Sydney Apfelbaum

  6. #6

    Unhappy Sehr traurig....

    Da ist ein ganz Grosser zu früh von uns gegangen

    Seine Comics in "Hinz und Kunz" waren in den 80er Jahren eine grosse Inspiration für meine ersten Comics und "Dulle - Schwer genervt" ist eines der Bücher, die ich niemals weggeben würde....

    He'll be missed!

    Rainer

  7. #7
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    scheisse. scheisse. scheisse.

  8. #8
    Mitglied Avatar von Derma R. Shell
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    Wie schlimm! Da wird man bestimmt in den nächsten Tagen mit einem sehr traurigen STRIZZ-Streifen von Volker Reiche in der FAZ rechnen müssen
    Gruß Derma

  9. #9
    Sehr traurig.

  10. #10
    Mitglied Avatar von Wolfman-Al
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    Ich bin geschockt und überascht!

  11. #11
    Verstorben Avatar von Hajo F. Breuer
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    Zitat Zitat von Maxx
    ist denn schon etwas über die Ursachen bekannt?
    »Schwere Krankheit«. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau und seinem Sohn.

  12. #12
    Mitglied Avatar von Crazy Quokka
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    Ja, die berüchtigte "lange schwere Krankheit". Pfarr war genial. Sein Sondermann ist etwas ganz besonderes. Die Nachricht hat mich heute wirklich deprimiert.

  13. #13
    Mod Comicgate-Forum, ansonsten SysOp Avatar von Asher
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    http://www.welt.de/data/2004/07/08/302122.html:
    Bernd Pfarr, dieser verspielte Poet des Absurden, war ein begnadeter Künstler und ein vom Schicksal geschlagener Mann. 1958 geboren, kämpfte er seit über 20 Jahren gegen den Krebs. Aber er war, soweit man das beobachten konnte, nie sein Opfer. Er kämpfte mit Charme, mit Gelassenheit und Größe. Er hat seiner Krankheit auf dieser Weise ruhig und ohne Pathos sein Werk abgetrotzt. Er war zumal in diesem Kampf ein beeindruckender Mensch, dem man inständig mehr Zeit, noch etwas mehr Zeit wünschte.
    Über 20 Jahre gegen den Krebs gekämpft... Respekt und Hochachtung.

  14. #14
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    Tagesspiegel, 8.7.2004

    Volker Reiche schreibt einen persönlichen Nachruf auf Bernd Pfarr
    Geändert von Hate (24.05.2013 um 21:29 Uhr)

  15. #15
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    Ein Nachruf auf Bernd Pfarr in der Neuen Zürcher Zeitung, 8.7.2004

    http://www.nzz.ch/2004/07/08/fe/page-article9PSLB.html
    Geändert von Hate (24.05.2013 um 21:32 Uhr)

  16. #16

    Unhappy oweh!

    Chlodwig Poth ist jetzt auch R.I.P siehe www.titanic-magazin.de

  17. #17
    Mitglied Avatar von Derma R. Shell
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    Stuttgarter Zeitung vom 08.07.04
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...ail.php/761458

    Zitat:
    „…Gott wird häufig unterschätzt
    Zum Tod des Frankfurter Malers, Cartoonisten und Comiczeichners Bernd Pfarr
    Von Rupert Koppold
    Nachmittag oder früher Abend, südliche Architekur, weiße Mauern, Ziegeldächer, Kamine, Türmchen, ein eisernes Tor. Im Hintergrund eine dunkle Hügelkette, alles fein und penibel hingepinselt, eine leicht melancholische Stimmung, die mit all ihren Schattierungen genau erfasst ist. Aber im Vordergrund wird dies dann alles konterkariert und karikiert durch einen gelben Hund, der in sehr menschlicher Haltung dahockt und das Maul weit aufreißt. Der vom Künstler hinzugefügte Text gibt dem Bild - das rechts zu sehen ist - den Rest: "Als Purzel gewahr wurde, wie wenig er im Leben bislang gemäß Kants kategorischem Imperativ gehandelt hatte, überkam ihn großes Wehklagen."
    Das Bild stammt von dem Maler, Cartoonisten und Comiczeichner Bernd Pfarr, der oft mit der Kombination des Großen, Wahren und Schönen mit dem ganz und gar Banalen wunderbar komische Effekte erzielten konnte. Und das ganz und gar Absurde zeichnete und malte (und betextete!) er immer so überzeugend, dass es schließlich ganz normal wirkte. Der 1958 geborene Künstler, der an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung studiert hatte, beherrschte sein Metier virtuos. In dem lakonischen Handwerker-Comic "Dulle schwer genervt" (1985) etwa erinnert der Strich, mit dem Pfarr seine anthropomorphen Vögel zeichnete, an Carl Barks" Donald-Duck-Abenteuer. Und in den farbsatt leuchtenden Bildern der späteren Jahre sieht man, dass Pfarr auch die ganze Bandbreite der klassischen Moderne beherrschte, von den europäischen Expressionisten bis hin zu einem Realisten wie dem Amerikaner Edward Hopper.
    Aber der dem weiteren Umfeld der Neuen Frankfurter Schule um Robert Gernhardt und Co. zugerechnete Pfarr zitierte die Geschichte der Moderne nur, um mit ihr komische Geschichten zu erzählen. Er arbeitete für den "Stern" oder die "Zeit", illustrierte Bücher, veröffentlichte eigene und brachte im Satiremagazin "Titanic" Herrn Sondermann in absurde Schieflagen. Diesem kleinen Angestellten werden beispielsweise alle Objekte lebendig, einmal sieht man von ihm nur noch ein bisschen Arm, weil . . . Aber lassen wir das Bernd Pfarr selber kommentieren: "Sondermanns neues Sofa mit Treibsandfüllung war kein ungefährlich Ding."
    Sehr oft ließ der auf alle traditionellen Pointen verzichtende Pfarr auch Gott auftreten, der "häufig unterschätzt" werde, wie es in einem seiner Kurzcomics heißt: Das führt bisweilen sogar so weit, dass viele gar nicht glauben, dass es ihn gibt. Dabei hat der alte Bursche noch so manchen Trick auf Lager. Gott kann z. B. dafür sorgen (durch Telepathie), dass Sie Ihren Hausschlüssel vergessen . . ." Den Gottesbeweis lieferte Pfarr gleich mit, er zeichnete Gott einfach hinein in das letzte Bild, als alten Mann mit weißem Bart, der an der Hausecke steht und grinst.
    Ein andermal steht Gott auf einer Klippe und schaut auf die steigende Flut. Der Text dazu: Dass Gott vor seinem ausgedehnten Spaziergang vergessen hatte, den Wasserhahn in seiner Zweitwohnung in Atlantis zuzudrehen, war wirklich ausgesprochen ärgerlich." Es ist das dreizehnte Blatt im aktuellen Kalender "Komische Zeiten". Das dreizehnte? Jawohl, Pfarr hat das Jahr gedehnt und ein Bonusblatt hinzugefügt. Er selber hat in seinem Leben keine extra Zeit bekommen: Jetzt ist Bernd Pfarr nach schwerer Krankheit im Alter von erst 45 Jahren gestorben…“
    Gruß Derma

  18. #18
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    Frankfurter Allgemeine, 8.7.2004, Andreas Platthaus

    Nachruf auf Chlodwig Poth
    Geändert von Hate (24.05.2013 um 21:38 Uhr)

  19. #19
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    Rheinische Post, 8.7.2004:

    Nachruf auf Chlodwig Poth
    Geändert von Hate (24.05.2013 um 21:40 Uhr)

  20. #20
    Mitglied Avatar von Derma R. Shell
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    StZ von heute:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...ail.php/762162
    Zitat: „…Karikaturist Chlodwig Poth gestorben
    "Titanic"-Mitbegründer erlag Krebsleiden
    Frankfurt/Main - Der Karikaturist und Satiriker Chlodwig Poth ist tot. Der 74-jährige Mitbegründer der "Neuen Frankfurter Schule" erlag am Donnerstagmorgen in Frankfurt am Main einem Krebsleiden, wie das Frankfurter Museum "Caricatura" bekannt gab.
    Poth, der wegen einer unheilbaren Krankheit in den vergangenen Jahren langsam erblindete, war Mitbegründer der Satire-Zeitschrift "Pardon" und der "Titanic", an der er bis zuletzt mitgearbeitet hatte. Im vergangenen Jahr war ihm die Frankfurter Goethe-Plakette verliehen worden. Erst am Dienstag war Poths Kollege Bernd Pfarr ebenfalls einer schweren Krankheit erlegen. Beide hatten als Karikaturisten für die "Titanic" gearbeitet, bei der Poth auch Gesellschafter war.
    Der in Wuppertal geborene Poth war nach eigenen Angaben schon früh von Zeichnungen und Karikaturen, vor allem von Wilhelm Busch, begeistert: "Ich bin fest davon überzeugt: Dass ich Karikaturist werden würde, ist mir an der Wiege gesungen worden. Diese komischen Zeichnungen in Zeitschriften und Büchern haben mich so sehr und seltsam fasziniert, bevor ich lesen konnte, bevor ich ihren Sinn begriff und ihren Witz verstand, dass es einfach so gewesen sein muss", schrieb er auf seiner Internetseite. Er machte sich aber auch als satirischer Autor einen Namen.
    Bereits 1947 hatte sich der damals 17-Jährige an einem eigenen Satire-Magazin versucht. 1962 beteiligte er sich an der Gründung der Satirezeitschrift "Pardon", für die er lange gemeinsam mit Kollegen wie Robert Gernhardt, F. K. Wächter, W. F. Bernstein und Eckhard Henscheid arbeitete, mit denen er die "Neue Frankfurter Schule" bildete. Bekannt wurde er vor allem mit seiner Serie "Mein progressiver Alltag", die er 1975 auch als Buch herausgab. Ende der 70er Jahre gründete Poth dann nach Differenzen mit "Pardon"-Verleger Hans Nikel gemeinsam mit anderen das Satire-Magazin "Titanic". Dort hatte er vor allem mit seiner Kolumne "Last Exit Sossenheim" Erfolg, womit er Sossenheim zum "bekanntesten Stadtteil Deutschlands" machte, wie Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth bei der Verleihung der Goethe-Medaille sagte.
    Der Frankfurter Kulturderzenent Hans-Bernhard Nordhoff bezeichnete Poths Tod als großen Verlust für die Kulturstadt Frankfurt, "in der er einer der kreativsten, aber auch kritischsten Köpfe war". Nur zwei Tage nach Bernd Pfarr verliere die Stadt einen weiteren Schöpfer skurriler Bildgeschichten…“
    Gruß Derma

  21. #21
    Mitglied Avatar von Derma R. Shell
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    SPIEGEL-ONLINE:

    Vom 07.07.04
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...307599,00.html
    Zitat: „…"SONDERMANN"-ERFINDER Karikaturist Bernd Pfarr gestorben
    Mit Witz, Scharfsinn und viel Skurrilität veredelte Zeichner Bernd Pfarr die deutsche Magazin- und Buchlandschaft. Seine Figuren bevölkerten "Titanic", "Stern", "Zeit-Magazin" und Kinderbücher. Gestern ist der Maler und Karikaturist nach schwerer Krankheit gestorben.
    Frankfurt am Main/Zürich - Er galt als Vertreter der "Neuen Frankfurter Schule", jener Künstlervereinigung um Robert Gernhardt, Hans Traxler und F.K. Waechter, die Ende der siebziger Jahre die deutsche Humorkultur revolutionierte. Bernd Pfarr nahm mit spitzer Feder und skurrilen Ideen den Zeitgeist aufs Korn und schuf mit "Sondermann", einem wortwörtlich sonderbaren Buchhalter, eine Kultfigur der Karikatur.
    Pfarr begann seine Karriere 1978 mit Zeichnungen für das Satire-Magazin "Titanic", den "Stern" und das 1999 eingestellte "Zeit-Magazin". Der vielseitige Künstler illustrierte auch Buchtitel wie zum Beispiel eine Erich-Kästner-Gesamtausgabe (1998) und Elke Heidenreichs Kinderbuch "Sonst noch was" (1999).
    Pfarr erhielt für sein umfangreiches Werk 1998 den Max-und-Moritz-Preis. Unter dem Titel "Komische Kunst" widmete dieses Jahr das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover Pfarrs Comic-Bildern eine Ausstellung. Zuletzt bekam sein Ende vergangenen Jahres zusammen mit Hans Zippert vorgelegtes Buch "Wenn Tiere verreisen" exzellente Kritiken. Bernd Pfarr erlag gestern im Alter von 45 Jahren einer schweren Krankheit…“

    Vom 08.07.04
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...307791,00.html
    Zitat: „…ZUM TODE VON BERND PFARR
    "Dem lach' ich locker entgegen"
    Zeichner, Maler, Autor - und Schöpfer vieler Klassiker komischer Kunst: Der gestern verstorbene Bernd Pfarr hinterlässt eine Welt herrlich skurriler Figuren. SPIEGEL ONLINE präsentiert eine kleine Auswahl aus einem einmalig vielseitigen Werk.
    "Ich hoffe, dass meine Zeichnungen merkwürdig sind", hat Bernd Pfarr einmal gesagt - ein Wunsch, den er sich kontinuierlich, mit feinem Strich und unnachahmlichem Humor, selbst erfüllt hat. Mit Herrn Kuhn, Erich Scholle, Knut Lamprecht, Antje, Herwig, Petra und dem legendären Buchhalter Herr Sonderman schuf er Figuren, ohne die die deutsche Humor- und Kunstlandschaft dramatisch ärmer wäre.
    Pfarr malte, zeichnete und textete für große Magazine wie "Titanic" und "Stern", schrieb und illustrierte Bücher und verfeinerte über die Jahre eine Methode, die man den hintersinnigen Off-Kommentar nennen könnte. Oft tritt zu seinen Szenen eine Stimme als Bildunterschrift, die das Gezeigte näher erklären soll. Natürlich ist das Gegenteil der Fall - statt platten Bild-Text-Pointen zündete Pfarr die Funken einer spontanen Kunstverblüffung. Wie das genau aussehen kann? Hier einige ausgewählte Beispiele aus dem Band "Komische Kunst" (kein&aber-Verlag Zürich):
    Gestern ist der Zeichner und Maler nach langer Krankheit gestorben, die "Süddeutsche Zeitung" zitiert ihn heute mit den vielsagenden Worten: "Wir haben nicht nur Angst vor dem Fremden, sondern auch Angst vor Schmerzen, vor Leid, vor Verstümmelung, vor dem Tod. Ich denke, es ist eine sehr legitime Art, damit fertig zu werden, indem man einfach sagt: Ha, dem lach' ich locker entgegen." Das lockere Entgegen- und Trotzdem-Lachen, grundiert von Traurigkeit und Verlust, muss die Haltung dieser Tage sein. Heute starb Chlodwig Poth, wie Pfarr "Titanic" Karikaturist und Autor und wie der Sondermann-Schöpfer einer der herausragendsten Vertreter der komischen Kunst in Deutschland…“


    Vom 09.07.04
    http://www.spiegel.de/kultur/literat...307797,00.html
    Zitet: „…NEUE FRANKFURTER SCHULE Karikaturist Chlodwig Poth gestorben
    Der Karikaturist und Schriftsteller Chlodwig Poth ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Poth, einer der wichtigsten Vertreter der "Neuen Frankfurter Schule", gehörte zu den Mitbegründern der Satire-Magazine "Titanic" und "Pardon". Bekannt wurde er mit der Cartoon-Serie "Mein progressiver Alltag".
    Frankfurt/Main - Wie das Frankfurter Museum Caricatura am Donnerstag mitteilte, erlag Poth am Donnerstagvormittag einer schweren Erkrankung. Der Karikaturist und Autor litt seit mehreren Jahren an einer Augenkrankheit.
    Chlodwig Poth gehörte als Mitbegründer der satirischen Zeitschriften "Pardon" und "Titanic" zu den herausragenden Vertretern der komischen Kunst in Deutschland. Einem großen Leserkreis bekannt wurde er mit seiner Cartoon-Serie "Mein progressiver Alltag". Darin nahm er regelmäßig die Widersprüche zwischen den linken Theorien der 68er- Generation und den Realitäten des Alltagslebens aufs Korn.
    Später folgten Sammlungen mit den Titeln "Unser täglich Frust", "Das Katastrophenbuch", "50 Jahre Überfluss" und "Jahrtausendende". Poth erhielt 2003 die Goethe-Medaille der Stadt Frankfurt und als erster Preisträger den Göttinger "Elch" für sein Lebenswerk.
    Der gebürtige Wuppertaler hatte schon als 16-Jähriger seine ersten Karikaturen veröffentlicht. Nach seinem Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin zog er Mitte der fünfziger Jahre nach Frankfurt. Hier gehörte er zusammen mit seinen Kollegen Hans Traxler, Robert Gernhardt und F. K. Waechter zu den wichtigsten Autoren von "Pardon". Später prägte er mit seinen "Haßblättern" und dem Zyklus "Last Exit Sossenheim" das Erscheinungsbild des ebenfalls in Frankfurt herausgegebenen Satiremagazins "Titanic".
    Seine Arbeit sah der Bewunderer von Wilhelm Busch weniger als Kunst an. Vielmehr fühlte er sich als "Journalist und Dokumentarist, der seine direkte Umwelt darstellt". Dabei widmete er sich Modeerscheinungen ebenso gern wie Studien im alternativen Milieu. Besonders angetan hatte es ihm die Werbung, deren "Konsumterror" er häufig parodierte. Neben seinen zahllosen Karikaturen gehören auch einige Romane, darunter der Krimi "Kontaktperson", zu seinem Lebenswerk.
    Erst am Dienstag war der Frankfurter Zeichner Bernd Pfarr gestorben, der ebenfalls zum Kreis der "Neuen Frankfurter Schule" gehörte. Der 45-Jährige hatte sowohl für die "Titanic", als auch für den "Stern" und das "Zeit-Magazin" gearbeitet…“

    Homepage von CHLODWIG POTH: http://www.chlodwigpoth.de/news.htm
    Gruß Derma

  22. #22
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    Gott, ich habs heute morgen in der Frankfurter Rundschau gelesen und bin deswegen ziemlich traurig. Wie#der einer der Großen tot. Ich frag mich ehrlich gesagt ob es die Titanic verkraften wird wenn innerhalb von wenigen Tagen gleich zwei Stammzeichner wegsterben.

  23. #23
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    CP war ja bereits seit einiger zeit nur noch sporadisch aktiv, last exit sossenheim grösstenteils nachdrucke.

    pfarr beschränkte sich auf den sondermann für die titanic.

    ...aber beide waren selbstverständlich zwei hauptkaufgründe für das blatt bei vielen lesern.

  24. #24
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    Ein Nachruf von F. W. Bernstein

    http://www.taz.de/pt/2004/07/10/a0208.nf/text.ges,1


    TAZ, 10.7.2004, F. W. Bernstein
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  25. #25
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    Chlodwig Poth ist tot...

    ...tut mir ja schon leid, dass ich hier dauernd meine morbide Ader auslebe, aber das hier könnte auch für uns Comic-Freunde interessant, wenn nicht sogar ziemlich traurig sein, ist wahrscheinlich schon seit letztem Freitag bekannt, aber dennoch:

    Chlodwig Poth

    Start der Karriere im Luftschutzkeller

    © Oliver Statmann/DPA Chlodwig Poth: "...und dann musst du dich hinsetzen und dich über irgendetwas ärgern"
    Tod eines Karikaturisten - Chlodwig Poth verstarb in Frankfurt im Alter von 74 Jahren. Der Mitbegründer der "Neuen Frankfurter Schule" war bis zuletzt regelmäßig im Satiremagazin "Titanic" vertreten.

    Chlodwig Poths Karikaturistenkarriere begann im Luftschutzkeller. Seine erste Witzseite "Bombenteppiche und Bunkerläufer" vom 25. März 1945 "befasste sich gleich mit dem heftigsten Übelstand, der dann zu beklagen war", wie Poth selbst es auf seiner Internetseite darstellte: Den Bomben der Amerikaner und Briten sowie den "Bunkerläufern", die dem Luftschutzkeller nicht trauten und sich bei jedem Fliegeralarm mit Sack und Pack zum Bunker aufmachten. Im Luftschutzraum fand der später durch Satiremagazine wie "Titanic" und "Pardon" bekannt gewordene Poth, der am Donnerstag im Alter von 74 Jahren in Frankfurt gestorben ist, sein erstes Publikum.

    Los als "Berufsärgerer"
    "Übelstände" blieben ein zentrales Thema Poths, der sich selbst als Journalist und Dokumentarist fühlte, und dem Arbeiten wie "Mein progressiver Alltag", die "Hassblätter" oder "50 Jahre Überfluss" den Titel "Chronist des intellektuellen Deutschland" eintrugen. Über sein Los als "Berufsärgerer" klagte Poth allerdings auch: "Du wachst morgens auf, bist eigentlich guter Laune, es ist ein schöner heller Tag - und dann musst du dich hinsetzen und dich über irgendetwas ärgern."

    Der in Wuppertal geborene Poth war nach eigenen Angaben schon früh von Zeichnungen und Karikaturen begeistert: "Ich bin fest davon überzeugt: Dass ich Karikaturist werden würde, ist mir an der Wiege gesungen worden", schrieb er einmal. Schon 1947 hatte sich der damals 17-Jährige an einem eigenen Satire-Magazin versucht. 1962 beteiligte er sich an der Gründung der Satirezeitschrift "Pardon". Zusammen mit Künstlern wie Robert Gernhardt, F. K. Wächter, W. F. Bernstein und Eckhard Henscheid begründete er so die "Neue Frankfurter Schule".

    "Last Exit Sossenheim"
    "Eine Mischung aus Nonsens und zeitbezogener Satire ist gut", befand der Karikaturist einmal über seine Arbeit. Mit seinem entsprechend angelegten Langzeitprojekt "Last Exit Sossenheim" war Poth bis zuletzt regelmäßig im Satiremagazin "Titanic" vertreten. Die Szenen aus dem Frankfurter Randbezirk, in dem Poth selbst wohnte, stehen nach Poths Schilderung "als ein mit epischer Breite und erzählerischem Tiefgang groß angelegter künstlerischer Kommentar zur Sozial-, Kultur- und Schnapsideengeschichte der Bundesrepublik".

    Seit einigen Jahren litt der Satiriker an einer unheilbaren Durchblutungsstörung der Netzhaut, weswegen er zuletzt gigantische Lupen benutzen musste. Poths Frau Anna unterstützte ihren Mann und begleitete ihn auf Lesungen. Im Jahr 2002 erschien Poths Autobiografie "Aus dem Leben eines Taugewas. Erinnerungen".


    Till Mundzeck / DPA
    GruGru (Gruß aus Grubo)
    Der Letter-Man
    http://www.reit-therapie-hof-grubo.de

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