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  1. #51
    Mitglied Avatar von Manx cat
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    Ja, die Bösen haben Charakter. Die Briganden aus den Bergen sind ziemlich interessant.

  2. #52
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Wobei der zweite Teil des Satzes den ersten ja deutlich erklärt.
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  3. #53
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Zitat Zitat von Manx cat Beitrag anzeigen
    Ja, die Bösen haben Charakter.
    Das ist ein Aspekt, der in der Bearbeitung des Karl May Verlags großteils verloren geht, weil man durch die komplette Weglassung der Vorgeschichte (sie wurde erst Jahrzehnte später in "Die Kinder des Herzogs" teilweise nachgereicht) nicht mehr weiß, warum die Brüder Cortejo die Rodrigandas so unerbittlich hassen. Hier wird suggeriert, es handle sich um reine Geldgier, während im Original klar wird, daß es die Rache für den Tod ihres Vaters ist, der durch die Hand eines Rodriganda fiel.

  4. #54
    Mitglied Avatar von Manx cat
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    Wobei der zweite Teil des Satzes den ersten ja deutlich erklärt.
    Ich schreib nun mal gerne blumig und steh auf Redundanzen (wenn sie richtig eingesetzt sind).

  5. #55
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Bezog sich allerdings darauf:
    Zitat Zitat von Zyklotrop Beitrag anzeigen
    Schade, daß in den drei Verfilmungen immer nur Bruchstücke der Handlung zur Verwendung kamen - der Stoff reicht für eine ganze Telenovela.
    Hab wohl vergessen umzublättern.
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  6. #56
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Schon, schon. Nur: den allermeisten Leuten, die die Filme gesehen haben, wird das nicht bewußt sein, da die meisten davon die zugrundeliegenden Bücher gar nicht gelesen haben dürften. Diese weniger bekannten Titel von May liegen auflagenmäßig doch sehr weit hinter den allgemein bekannten Winnetou/Kara Ben Nemsi-Zyklen. Sieht man sehr gut an den verbreitetsten KMV-Ausgaben, wo die Auflagenzahlen immer schön deutlich angegeben sind.

  7. #57
    Mitglied Avatar von Manx cat
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    Den ersten Band habe ich nun fast gelesen, und wer die Kinder des Herzogs sind, weiß ich inzwischen auch. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass es so unterhaltsam und auch witzig sein wird. Zum Vergleich habe ich auch in den Bänden vom Karl MAy-Verlag geblättert, aber die Eingriffe sind mir zu heftig. Ich denke da geht auch viel Humor verloren.

    Sind die Eingriffe eigentlich nur beim Waldröschen bzw. bei den Kolportagewerken so heftig? Kann ich mich darauf verlassen, dass die Winnetou- und Kara Ben Nemsi-Bücher des KMV weitgehend dem Originalmaterial entsprechen? Gegen kleine Umstrukturierungen habe ich ja nichts.

  8. #58
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    Eine Bekannte von mir hat ein sehr gutes Sonderheft bei der Karl May Gesellschaft verlegt. In diesem Sonderheft finden wir auch eine Aufstellung der Auflagezahlen bzw. deren Entwicklung.

    Hier erst einmal der Titel der interessanten Veröffentlichung:

    Svenja Bach:
    Karl Mays Islambild und der Einfluss auf seine Leser
    112 Seiten (im neuen Format wie die Mitteilungen/Nachrichten), farbiger Titel, zahlreiche farbige Abbildungen im Heft Preis für Mitglieder und Nichtmitglieder 7,50 + Versand (0,90 in D)

    Bestellungen bitte an vertrieb@karl-may-gesellschaft.de

    Nr. Titel 1913 1938 2006
    1 Durch die Wüste 84.000 270.000 2.471.000
    2 Durchs wilde Kurdistan 69.000 232.000 2.223.000
    3 Von Bagdad nach Stambul 62.000 218.000 1.997.000
    4 In den Schluchten des Balkan 60.000 207.000 1.885.000
    5 Durch das Land der Skipetaren 57.000 200.000 1.859.000
    6 Der Schut 59.000 225.000 2.137.000
    7 Winnetou 1 72.000 335.000 3.808.000
    8 Winnetou 2 70.000 304.000 3.259.000
    9 Winnetou 3 67.000 290.000 2.999.000
    10 Sand des Verderbens 52.000 130.000 1.027.000
    11 Am stillen Ozean 49.000 145.000 1.014.000
    12 Am Rio de la Plata 50.000 160.000 1.489.000
    13 In den Kordilleren 50.000 158.000 1.467.000
    14 Old Surehand 1 52.000 230.000 2.693.000
    15 Old Surehand 2 50.000 220.000 2.465.000
    16 Menschenjäger 42.000 116.000 1.200.000
    17 Der Mahdi 42.000 111.000 1.095.000
    18 Im Sudan 42.000 110.000 1.065.000
    19 Kapitän Kaiman 47.000 143.000 1.287.000
    20 Die Felsenburg 40.000 120.000 1.109.000
    21 Krüger Bei 40.000 115.000 1.039.000
    22 Satan und Ischariot 40.000 113.000 1.016.000
    23 Auf fremden Pfaden 37.000 145.000 1.015.000
    24 Weihnacht 44.000 110.000 1.219.000
    25 Am Jenseits 34.000 92.000 536.000
    26 Der Löwe der Blutrache 39.000 120.000 746.000
    27 Bei den Trümmern von Babylon 39.000 107.000 605.000
    28 Im Reich des silbernen Löwen 31.000 97.000 421.000
    29 Das versteinerte Gebet 29.000 93.000 358.000
    30 Und Friede auf Erden 24.000 65.000 277.000
    31 Ardistan 10.000 50.000 273.000
    32 Der Mir von Dschinnistan 10.000 50.000 273.000
    33 Winnetous Erben 10.000 110.000 1.039.000
    34 „ICH” - 60.000 360.000
    35 Unter Geiern 21.000 195.000 2.107.000
    36 Der Schatz im Silbersee 21.000 265.000 3.212.000
    37 Der Oelprinz 15.000 182.000 1.963.000
    38 Halbblut - 130.000 1.621.000
    39 Das Vermächtnis des Inka 15.000 168.000 1.667.000
    40 Der blaurote Methusalem 15.000 140.000 766.000
    41 Die Sklavenkarawane 15.000 152.000 1.727.000
    42 Der alte Dessauer - 55.000 278.000
    43 Aus dunklem Tann - 46.000 234.000
    44 Der Waldschwarze - 46.000 240.000
    45 Zepter und Hammer - 28.000 367.000
    46 Die Juweleninsel - 28.000 437.000
    47 Professor Vitzliputzli - 23.000 217.000
    48 Das Zauberwasser - 23.000 240.000
    49 Lichte Höhen 5.000 18.000 165.000
    50 In Mekka (von Franz Kandolf) - 37.000 364.000
    51 Schloss Rodriganda - 46.000 606.000
    52 Die Pyramide des Sonnengottes - 45.000 638.000
    53 Benito Juarez - 45.000 597.000
    54 Trapper Geierschnabel - 55.000 711.000
    55 Der sterbende Kaiser - 47.000 596.000
    56 Der Weg nach Waterloo - 30.000 395.000
    57 Das Geheimnis des Marabut - 30.000 404.000
    58 Der Spion von Ortry - 30.000 419.000
    59 Die Herren von Greifenklau - 30.000 408.000
    60 Allah il Allah! - 28.000 526.000
    61 Der Derwisch - 20.000 570.000
    62 Im Tal des Todes - 20.000 749.000
    63 Zobeljäger und Kosak - 20.000 578.000
    64 Das Buschgespenst - 20.000 518.000
    65 Der Fremde aus Indien - - 355.000
    66 Der Peitschenmüller - - 182.000
    67 Der Silberbauer - - 192.000
    68 Der Wurzelsepp - - 265.000
    69 Ritter und Rebellen - - 379.000
    70 Der Waldläufer - - 352.000
    71 Old Firehand - - 133.000
    72 Schacht und Hütte - - 136.000
    73 Der Habicht - - 83.000
    74 Der verlorene Sohn - - 48.000
    75 Sklaven der Schande - - 43.000
    76 Der Eremit - - 40.000
    77 Die Kinder des Herzogs - - 40.000
    78 Das Rätsel von Miramare - - 33.000
    79 Old Shatterhand in der Heimat - - 33.000
    80 Auf der See gefangen - - 26.000
    81 Abdahn Effendi - - 23.000
    82 In fernen Zonen - - 20.000
    83 Am Marterpfahl - - 15.000
    84 Der Bowie-Pater - - 10.000
    85 Von Ehefrauen und Ehrenmännern - - 10.000
    86 Meine dankbaren Leser - - 10.000
    87 Das Buch der Liebe - - 10.000


    Im Vergleich zum Alterswerk laufen die Kolportageromane des Karl May Verlags sehr gut. Insbesondere fällt auf das von Trapper Geierschnabel die meisten Bände dieser Romane verkauft wurden. Dies dürfte wie schon Euchar Albrecht Schmid 1938 in der Jubiläumsschrift "25 Jahre Karl May Verlag" sicherlich am Titel liegen.

  9. #59
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Zitat Zitat von Manx cat Beitrag anzeigen
    Kann ich mich darauf verlassen, dass die Winnetou- und Kara Ben Nemsi-Bücher des KMV weitgehend dem Originalmaterial entsprechen?
    Leider nein. Die "tausenden Änderungen", von denen Experten allein bei Winnetou 1 sprechen, sind zwar schamlos übertrieben, denn da hat man alle Anpassungen der veralteten Rechtschreibung (thun > tun etc.) mitgezählt. Die Änderungen sind manchmal nicht allzu krass, es fehlt aber z.B. bei "Winnetou 1" ein kompletter Monolog von Nscho-Tschi, der ihren Charakter recht gut darstellt, viele Sätze wurden vereinfacht.
    In Winnetou 2 wiederum stammt ein ganzes Kapitel (Kennenlernen von Old Firehand, Kampf um Fort Niobrara) gar nicht von May, sondern von einem KMV-Bearbeiter. Man fand einen Indianerangriff auf ein Fort einfach fetziger als Mays Zugüberfall. Mays Originalversion wurde ersatzlos gestrichen. Weil mittlerweile die Kids auf May pfeifen und das Zielpublikum eher Sammler sind, gab es bei den grünen Bänden in den letzten Jahren Rückbearbeitungen, die oben genannten Änderungen sind aber nach wie vor drin, wenn ich mich nicht irre (in Anbetracht der zahllosen Änderungen zwischen den einzelnen Auflagen ist es nahezu unmöglich definitive Angaben zu machen, auch einzelne Kurzgeschichten wandern von einem Band in den andern). Dazu die offizielle Stellungnahme des Verlags.
    Auch beim Orient-Zyklus fehlen vor allem "nur" kleinere Szenen und Sätze, die vielleicht nicht handlungstragend, aber für die Atmosphäre wichtig sind. Die sprachliche Bearbeitungen sind aber auch oft unter aller Sau, teilweise sind heute noch Überarbeitungen aus der Nazizeit enthalten, als man sich bemüht hat alle Fremdwörter zu tilgen und durch erfundene Eindeutschungen zu ersetzen. So wurde z.B. aus Lord Lindsays kariertem Anzug ein "gewürfelter Anzug". Würfeln kann man eine Zahl, aber wohl kaum einen Anzug.
    Die vielen sprachlichen Vereinfachungen (Satzkürzungen etc.) waren auch dem Umstand geschuldet, daß man May beim KMV zwangsweise zum "Jugendschriftsteller" umfunktionieren wollte - bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts durchaus erfolgreich, nebenbei bemerkt. Den Wandel des Zielpublikums merkt man auch an den in den letzten Jahren erschienenen neuen "grünen Bänden". Es handelt sich fast durchwegs um nur für Sammler und Liebhaber interessantes Material.
    Lustig, daß der KMV auf seiner Homepage May zitiert: "Die Firma H. G. Münchmeyer hat Jahrzehnte lang werthlose Fälschungen als meine Originalromane ausgegeben." Genau dasselbe kann man wortwörtlich vom KMV sagen.

    Ich rate auch bei den Hauptwerken dringend von der KMV-Version ab, die Weltbild-Variante z.B. ist preisgünstig und komplett. Warum sollte irgend jemand die Fälschung kaufen, wenn er die Originale sogar günstiger haben kann?
    Geändert von Zyklotrop (26.04.2012 um 06:26 Uhr)

  10. #60
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    Nun war Karl May immer ein Jugendschriftsteller. Das Gegenteil dürfte er ab 1900 unter taktischen Gesichtspunkten behauptet haben. Personen wie Bertold Brecht, Arno Schmidt, Rudolf Beißes, Franz Kandolf, Otto Eicke oder Carl Zuckmayer fingen alle ihre Lektüre als Jugendliche an. Auch so zwiespältige Karl May Jünger wie Adolf Hitler begannen ihre Lektüre im zarten Knabenalter. Letzterer erinnerte sich noch bei seinen Tischgesprächen daran das sein erster Karl May Band "Der Ritt durch die Wüste" war. Entweder hat er sich hier geirrt oder es wurden falsch niedergeschrieben. Es ist interessant sich aus der Historisch Kritischen Reihe das Lesealbum Karl Mays anzusehen. May legte dieses Album an und bat seine Leser ihm Fotos zuzusenden. Heute nach über 100 Jahren können wir sie betrachten, die jugendlichen Fans Karl Mays. Ab und zu hat sich hier auch einmal ein älteres Semester verlaufen. Es ist eine Legende das Karl May vor Gründung des Karl May Verlags im Jahre 1913 hauptsächlich von Erwachsenen gelesen wurde. Wo haben wir die Zeugnisse dieser Leser, wo sind ihre Erinnerungen. Die alten Jahrbücher greifen bei ihren Autoren eben nicht auf seinerzeit erwachsene Leser zurück sondern präsentieren uns in die Jahre gekommene Jugendliche. May nur 2 mal im Leben hauptsächlich für Erwachsene - in seiner Zeit bei der Kolportage (das war allerdings bis 1900) so gut wie niemanden bewusst) und mit fast nicht vorhandenen Erfolg sein Alterswerk.

    Wer Karl May als reines Lesevergnügen betrachten möchte kann beruhigt zur KMG-Ausgabe greifen. Wer jedoch sich tiefer mit Karl May auseinandersetzen möchte sollte nicht zur Weltbildausgabe greifen sondern sich die verdienstvolle Reprintreihe des Karl May Verlags in Form der 33 Fehsenfeldbände und der 6 Unionsbände kaufen. Darüberhinaus sind als Forschungsmaterial für die Kolportageromane die Ausgaben der Historisch Kritischen Reihe bestens geeignet. Karl May heute im - wenn auch vermeintlichen - Urtext zu lesen ist kein Problem mehr. Das Thema Bearbeitungen ist sehr kontrovers aber auch sehr vielfältig. Es gibt wahrscheinlich mehr Befürworter der Bearbeitungen wie Liebhaber der sogenannten Urtexte - von den wenigsten Texten Karl Mays existieren Manuskripte. Lothar Schmidt der Senior Chef des Karl May Verlages äußerte sich einmal wie folgt: "Es ist ja sehr schön das der Fehsenfeld Reprint so stark gelobt wird, schöner noch wäre es auch wenn die Menschen ihn kaufen würden."
    Der Fehsenfeld Reprint erschien vor gut 30 Jahren in 3 Ausgaben. Heute sind immer noch 2 Ausgaben lieferbar.
    Die Weltbildausgabe wird in erster Linie nicht wegen den Texten gekauft sondern wegen dem günstigeren Preis der KMG-Ausgabe.

    Die Karl May Gesellschaft besitzt ca. 1650 Mitglieder. Selbst ein Großteil der Mitglieder macht sich nicht die Mühe und kauft sich alle Reprints der KMG. Das Reprintprogramm der KMG leidet seit Jahren darunter das die Mitgliedschaft diese Reprints nicht so annimmt wie der Vorstand sich dies erhoffte. Dies hat in der Zwischenzeit dazu geführt das es kaum noch Neuauflagen der alten Zeitungsreprints gibt.

    Karl May selber der in der gleichen Liga wie Konrad Adenauer und John Lennon mit dem Motto "was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern" zu spielen pflegte wäre sicherlich über die guten Einnahmen der bearbeiteten Bände erfreut gewesen. Auch wenn Karl May immer wieder in seinen Büchern kundtat das Gold und Geld ihm nicht so wichtig wären, so sah die Realität doch in seinem Schriftverkehr mit Fehsenfeld (nachzulesen in Band 91 und 92) der gesammelten Werke ganz anders aus. Geld war immer für Karl May wichtig. Oftmals war er seinem Verleger gegenüber sehr fordernd.

    Als gute Auseinandersetzung in die Thematik der Bearbeitungen empfehle ich den Band "Der geschliffene Diamant" des Karl May Verlages.

    Ein Geheimnis aus der Tatsache, das seine Bände bearbeitet sind hat der Karl May Verlag übrigens nie gemacht. Mir war bereits 1975 klar das dies der Fall ist. Anspielungen hierzu gab es ja genug, z.B. in den Bänden 34, 49, 50, 71, 72,

    Als ich später die "Urtexte" zu lesen bekam war ich enttäuscht und konnte Jahre später nur dem verdienstvollen Karl May Forscher Walter Illmer zustimmen, der in den Nachrichten der Karl May Gesellschaft den vielfach zitierten Satz fallen ließ "Seitdem ich die Originale kenne schätze ich die Bearbeitungen". Gut gesprochen Walter, wo immer du dich jetzt auch aufhalten magst.

  11. #61
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Sie lasen eine Werbeeinschaltung des Karl May Verlags.

    Nie ein Geheimnis aus den Bearbeitungen gemacht? Du beliebst zu scherzen. Weder im Impressum noch sonstwo fand sich (von Ausgaben aus den 20er Jahren mal abgesehen) jemals auch nur der kleinste Hinweis auf die massiven Verfälschungen, sie wurden sogar ausdrücklich als Originale ausgegeben.

    Zitat Zitat von beatleswerner Beitrag anzeigen
    Als gute Auseinandersetzung in die Thematik der Bearbeitungen empfehle ich den Band "Der geschliffene Diamant" des Karl May Verlages.
    Eine reine Werbeschrift des KMV, in der kein einziger Kritiker zu Wort kommt, und die vor Un- und Halbwahrheiten nur so strotzt. Erwähnt und erklärt werden nur sinnvolle Korrekturen (deren Verhältnis etwa 10% zu 90% Pfusch sein dürfte) und kein einziger der tatsächlich dramatischen Eingriffe.

    Kannst du mir eine einzige Frage beantworten? Wenn die brutalen Bearbeitungen so supertoll und der Grund für den Nachkriegserfolg der GW waren, warum hat nun der KMV in den aktuellen Ausgaben z.B. der Bände 1-9 (Orientzyklus, Winnetou 1-3) diese (die 50 Jahre drin waren!) großteils wieder rausgenommen und orientiert sich nun mehr an den Originalen?

  12. #62
    Mitglied Avatar von Manx cat
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    Zitat Zitat von beatleswerner Beitrag anzeigen

    Karl May selber der in der gleichen Liga wie Konrad Adenauer und John Lennon mit dem Motto "was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern" zu spielen pflegte wäre sicherlich über die guten Einnahmen der bearbeiteten Bände erfreut gewesen. Auch wenn Karl May immer wieder in seinen Büchern kundtat das Gold und Geld ihm nicht so wichtig wären, so sah die Realität doch in seinem Schriftverkehr mit Fehsenfeld (nachzulesen in Band 91 und 92) der gesammelten Werke ganz anders aus. Geld war immer für Karl May wichtig. Oftmals war er seinem Verleger gegenüber sehr fordernd.
    Es spielt eigentlich keine Rolle, ob der KMV bearbeitet hat, oder Karl May selbst. Ich denke, wir alle können Beispiele genug nennen, in denen ein Urheber nicht gerade behutsam mit seinen Schöpfungen umgegangen ist, und der alte Karl MAy war nun einmal nicht der jungen Karl May. Und wenn ich (nur als Beispiel) das Werk des jungen Karl MAy schätze, das des alten aber nicht, dann werde ich mich mit späteren, auch autorisierten Umarbeitungen schwer tun.

    Ich habe eine große Sammlung von Bertelsmann KArl MAys geerbt. Old Surehand hat hier drei Bände, Winnetou vier. Auch "Im Reich des Silbenen Löwen" ist mehrteilig. Damit dürfte ich eine vernünftige Fassung des Hauptwerkes haben, oder?
    Geändert von Manx cat (29.04.2012 um 11:52 Uhr)

  13. #63
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Redest du von den Bertelsmann-Dingern mit dem lederartigen Rücken und dem Goldaufdruck auf selbigem, mit Begriffserklärungen im Anhang? Die sind bearbeitet, nicht so dreist wie der KMV das macht, aber bearbeitet. Viele Ausdrücke wurden modernisiert und Fremdwörter eingedeutscht, was das Lesevergnügen deutlich schmälert.

    Oder meinst du gar "Karl Mays Illustrierte Werke" mit den zeitgenössischen Illustrationen? Bertelsmann hat mehrere Ausgaben rausgebracht.

  14. #64
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    Zitat Zitat von Zyklotrop Beitrag anzeigen
    Sie lasen eine Werbeeinschaltung des Karl May Verlags.

    Nie ein Geheimnis aus den Bearbeitungen gemacht? Du beliebst zu scherzen. Weder im Impressum noch sonstwo fand sich (von Ausgaben aus den 20er Jahren mal abgesehen) jemals auch nur der kleinste Hinweis auf die massiven Verfälschungen, sie wurden sogar ausdrücklich als Originale ausgegeben.

    Eine reine Werbeschrift des KMV, in der kein einziger Kritiker zu Wort kommt, und die vor Un- und Halbwahrheiten nur so strotzt. Erwähnt und erklärt werden nur sinnvolle Korrekturen (deren Verhältnis etwa 10% zu 90% Pfusch sein dürfte) und kein einziger der tatsächlich dramatischen Eingriffe.

    Kannst du mir eine einzige Frage beantworten? Wenn die brutalen Bearbeitungen so supertoll und der Grund für den Nachkriegserfolg der GW waren, warum hat nun der KMV in den aktuellen Ausgaben z.B. der Bände 1-9 (Orientzyklus, Winnetou 1-3) diese (die 50 Jahre drin waren!) großteils wieder rausgenommen und orientiert sich nun mehr an den Originalen?

    Das ist die übliche Polemik - wir sollten darauf verzichten. Die Originalausgabe bezieht sich nicht auf den Inhalt - hat sie auch nie erhoben - sondern alleine auf die Aufmachung.

    Schon in dem Radebeuler Bänden standen die Bearbeiter drinnen. In den Bamberger Bänden, die u.a. von so illustren Gestalten wie Wollschläger (Alterwerk, Winnetou), Stolte, Bartsch, Lorenz, Illmer bearbeitet wurden und die sich allesamt kritisch - auch Walter Illmer tat dies ständig, er ist übrigens oben erwähnt, aber er differenzierte - stand sehr voll das Texte bearbeitet worden sind. Ich habe mir bereits 1978 gewünscht den ursprünglichen Text von "Wenn sich zwei Herzen scheiden" und "Professor Vitzlipulzi" einmal lesen zu dürfen.
    Nun hat der Karl May Verlag eine fast 100 jährige Geschichte, und diese Geschichte sollte schon bei den Bearbeitungen berücktsichtigt werden. Als der Verlag 1913 von Fehsenfeld, Schmidt und Klara May gegründet wurde lag das Werk Karl Mays am Boden. Wohlmöglich hat es nur überlebt weil sich viele Personen mit den Texten Mays auseinandergestzt haben. Heute gut 100 Jahre später wird May mit anderen Augen gesehen. Und ich gehe schon davon aus, das es für einen Verlag - der Bücher verkaufen will - interessant und nützlich ist sich Gedanken darüber zu machen ob nicht die ein oder andere Bearbeitung zu viel des Guten ist. Beim Winnetou wurde auf Texte zurückgegriffen die der Kritiker der Bearbeitungen, Herr Wollschläger bereits in den 50er Jahren verfasst hatte. Einiges andere sie die sinnvollen Bearbeitungen im Kolportageroman "Deutsche Herzen, deutsche Helden" wurden halt nicht zurückgenommen. Auch dafür gibt es Gründe. Wenn du dich genauer dazu informieren möchtest greifen zu den Veröffentlichungen von Walter Illmer - einem glänzenden Kenner der Texte Mays - und setze dich doch einmal mit seiner Argumentation auseinander warum für ihn dieser Roman unter dem Titel "Missratene Helden" läuft. Harald Mischnick, übrigens auch kein Freund der Bearbeitungen hat zu dieser Geschichte übrigens ein eigenes Schlußkapitel geschrieben.

    Viele Kritiker - wie z.b. Klaus Hoffmann - haben selber umfangreiche Vorschläge zu Bearbeitungen in die Welt gesetzt. Gerade Klaus Hoffmann hat sich persönlich intensiv mit dem Thema "Wie bearbeite ich die Kolportageromane für den Karl May Verlag" und seine umfangreichen Vorschläge an den Karl May Verlag geschickt. Als seine Vorschläge nicht angenommen wurden schrieb er ein verbittertes Buch unter dem Titel "Karl Mays Werke" in dem er aus unterschiedlichen Quellen und mit viel Häme alles zusammenschrieb was er aus dem Fundus - von oftmals wesentlich differenzierteren - Autoren fand.

    Bartsch und Wollschläger waren selber Mitarbeiter des Karl May Verlags und wie Arno Schmidt sich seine Arbeit als Karl May Lektor vorgestellt hat wissen wir leider auch nicht.

    Michael Petzel forderte in einem Beitrag vor wenigen Jahren eine erneute Bearbeitung des Autors, damit dieser im Gedächtnis nachwachsender Generationen verhaftet bleibt.

    Der Karl May Verlag hat selber eine Menge an Forschungsarbeit in den letzten Jahren unternommen, fast alle Mitarbeiter (Hermesmeier/Schmatz, Lorenz, Vollmer, Bartsch, usw.) kommen aus den Reihen der Karl May Gesellschaft, einer Gesellschaft die sich stets kritisch mit den Bearbeitungen auseinandergesetzt hat. Aber die eigentliche Streitfrage ging darum das der Karl May Verlag die Urschriften von May zur Verfügung stellen sollte. Aus wirtschaftlichen Erwägungen ist der Verlag Anfang der 70er Jahre dem nicht gefolgt. Aber Roland Schmidt war kein Idiot sondern ein großer Karl May Forscher, der es schaffte die ansehnlichste Reprintreihe eines Verlags auf die Beine zu stellen.

    33 Fehsenfeld Bände in 3 Ausführungen
    6 Unionbände
    1 Band Erzgebirgische Dorgeschichten
    1 Schuber mit dem Kolportageroman "Deutsche Herzen, deutsche Helden"
    1 Band "Die Liebe des Ulanen"
    Et In Terra Pax
    Abdahm Effendi/Schamah
    Der Waldläufer
    Winnetous Tod
    Im Fernen Westen
    Die Rose von Kairwan
    Der Karawanenwürger
    3 Bände mit Juristischen Schriften

    Die beiden Koportageromane waren übrigens im Text der 1 Auflage.

    Die Bearbeitungen wie auch der Karl May Verlag sollten differenziert betrachtet werden. Wie gesagt, Karl May gibt es im Original wie in der Bearbeitung. Es wäre schön wenn die Menschen es kaufen würden.

    Nun noch einmal zum geschliffenen Diamanten. Hier ist der größte Eingriff - Winnetous Erben - sehr genau abgehandelt, genauer wie in anderen Publikationen.
    Geändert von beatleswerner (29.04.2012 um 00:27 Uhr)

  15. #65
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    Zitat Zitat von Manx cat Beitrag anzeigen
    Es spielt eigentlich keine Rolle, ob der KMV bearbeitet hat, oder Karl May selbst. Ich denke, wir alle können Beispiele genug nennen, in denen ein Urheber nicht gerade behutsam mit seinen Schöpfungen umgegangen ist, und der alte Karl MAy war nun einmal nicht der jungen Karl May. Und wenn ich (nur als Beispiel) das Werk des jungen Karl MAy schätze, das des alten aber nicht, dann werde ich mich mit späteren, auch autorisierten Umarbeitungen schwer tun.

    Ich habe eine große Sammlung von Bertelsmann KArl MAys geerbt. Old Surehand hat hier drei Bände, Winnetou vier. Auch "Im Reich des Silbenen Löwen" ist mehrteilig. Damit dürfte ich eine vernünftige Fassung des Hauptwerkes haben, oder?

    Großer Fan der überkandidelten Blattgold-Ausgabe war ich eh noch nie.
    Old Surehand II wurde bereits frühzeitig von vielen Lesern kritisiert da er die Handlung des ersten Bandes so gut wie nicht fortführte. Der Karl May Verlag gliederte diesen Band daher unter dem Titel "Kapitän Kaimann" aus. Vor wenigen Jahren wurde er von Bartsch durch eine Revision diverser Kurzgeschichtenbände wieder nahe an seine ursprüngliche Form zurückgebracht.

    Winnetou IV gehört zum Spätwerk und hat mit den ersten 3 Bänden recht wenig zu tun - Winnetous Erben ist daher der treffende Titel für einen Roman der wenn man ihn zeitlich anordnen würde rund 35 Jahre nach Winnetous Tod spielt.

    Der Silberlöwe hat das schreckliche Schicksal das er eine Mischung aus Mays abenteuerlicher dritten Schaffensphase - die sogenannten Reiseromane - und dem Alterswerk aus der 4 Schaffensphase ist. Bemüht versucht Karl May in seinen beiden allegotorischen Romanen einige Fäden der beiden vorherigen Abenteuerromane aufzugreifen, was ihm aber alles in allen nicht gelungen nicht. Daher ist es mehr als verständlich das diese Romane getrennt wurden.

    Interessanterweise hat kein Roman des Alterswerk so viele Bände verkauft wie die Neuschöpfung "In Mekka" die Franz Kandolf als Abschluß Band 25 "Im Jenseits" schrieb. Der Kölner Autor Peter Terrid, ein exellenter Kenner der Bücher Karl Mays äußerte sich mir gegenüber einmal mit den Worten das Karl May ab 1900 nur noch Rechtfertigungschriften verfasst habe. Ich denke das er hier Recht, egal ob es "Der Dankbare Leser", die juristischen Texte oder der Silberlöwe war May versuchte ab 1900 zwanghaft als Dichter der Hochliteratur angesehen zu werden und interpretierte daher auch bereits seine frühen Schriften als einen langwierigen "Masterplan". Nebenher schrieb er allerdings an seinen Verleger "und wenn es nicht mehr läuft dann schreiben wir halt anderes was läuft."
    Es lief aber nichts mehr und die Romane stappelten sich in Fehsenfelds Lager. Der Briefwechsel zwischen Fehsenfeld und May ist eine sehr interessante Lektüre, die uns vieles über das Denken und Handeln des Dichtes vermittelt. Bisher gibt es allerdings noch kaum Sekundärliteratur die diesen Aspekt behandelt hat.

    In einem früheren Jahrbuch rief ein Mitglied der Karl May Gesellschaft dazu auf das es seiner Meinung nach auch eine historisch-wissenschaftliche Edition der Bearbeitungen geben müsste. Das ist sicherlich kein schlechter Gedanke, dürfte aber in Buchform an der Masse des vorhandenen Material scheitern, das viele Verlage im Laufe der Zeit zusammengetragen haben.

    Die Bertelmannausgabe von 1963 beurteilte Arno Schmidt wie folgt: "Was Bertelsmann vorlegt, ist eine weitere, die Mansukriptlage nich mehr verwirrende Bearbeitung". Tatsächlich griff Bertelsmann z.B. bei der Bearbeitung von "Der Schatz im Silbersee" auf eine Ausgabe des Karl May Verlags aus dem Jahr 1937 zurück. Weiteres bei Hoffmann, ab Seite 278.
    Eine vernünftige Ausgabe hast du allenfalls mit der Bertelsmannausgabe aus den 80/90er Jahren. Aber auch diese würde ich für forschungsrelevante Zwecke nicht verwenden - ich habe sie auch noch nie zitiert gesehen -, sondern eher zu den Reprints des Karl May Verlags oder wenn es um die Zeitschriftenabdrucke geht zu denen der Karl May Gesellschaft greifen. Eine Historisch-Kritische Ausgabe - in einer Miniauflage von 1.000 Exemplaren, das bedeutet das noch nicht einmal alle Mitglieder der KMG diese beziehen - ist am entstehen.
    Geändert von beatleswerner (29.04.2012 um 00:35 Uhr)

  16. #66
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Zitat Zitat von beatleswerner Beitrag anzeigen
    Die Originalausgabe bezieht sich nicht auf den Inhalt - hat sie auch nie erhoben - sondern alleine auf die Aufmachung.
    Diese Behauptung ist natürlich eine besondere Dreistigkeit des KMV. Glaubst du ernsthaft, ein Käufer, der sich eine ausdrückliche "Originalausgabe" kauft, will tatsächlich ernsthaft einen massiv verfälschten Text mit Original-Umschlag?!?!

    Nicht einmal wenn dem so wäre, würde es stimmen - die Fehsenfeld-Bände hatten eine völlig andere Titelbildgestaltung mit dem Titelschriftzug im Bild.

    Meine wichtigste Frage wurde übrigens nicht beantwortet - wenn die Bearbeitungen so toll sind, warum wurden sie in den Hauptwerken kürzlich großteils zurückgenommen und man orientiert sich wieder an der von May autorisierten Fehsenfeld-Fassung?! Will man kein Geld mehr verdienen, wenn man plötzlich die "ungeschliffenen Diamanten" publiziert? Hat man die Jugend aufgegeben? Fragen über Fragen...

    Den zweiten Old Surehand-Band auszugliedern war übrigens eine der goldrichtigen Entscheidungen des KMV - sicherlich auch im Sinne Mays, der diese Kurzgeschichtensammlung wohl nur unter Zeitdruck hineingebastelt hat. Wenn man allerdings immer nur die (durchaus vorhandenen!) sinnvollen redaktionellen Eingriffe erwähnt, und die Entstellenden stets vornehm "vergisst", dann ist das eben nur die halbe Wahrheit - und die wiederum ist eben leider eine ganze Lüge.

    Zitat Zitat von beatleswerner Beitrag anzeigen
    Die Bertelmannausgabe von 1963 beurteilte Arno Schmidt wie folgt: "Was Bertelsmann vorlegt, ist eine weitere, die Mansukriptlage nich mehr verwirrende Bearbeitung".
    Gutes Argument. Zu der Version des Karl May Verlags hat Arno Schmidt übrigens auch einen Kommentar abgegeben. Ich zitiere aus dem Spiegel: "Vor Jahren schon spottete Arno Schmidt über die "literarische Unbefangenheit" Schmidscher Redigierkunst, "bei der einem die Haare zu Berge stehen". " (Anm.: Schmid = Inh. d. KMV, nicht zu verwechseln mit Schmidt)

    Aus einem Brief Arno Schmidts an den Karl May-Verlag, zitiert aus einem Text Hans Wollschlägers, zu finden auf den Seiten der Karl May-Gesellschaft: "Vielleicht gelingt es mir auch, nach 1962 [dem Ablauf der urheberrechtlichen Schutzfrist, H. W.] einen Verleger für einen Neuabdruck der Ausgaben letzter Hand zu interessieren und zu gewinnen: was meinen Sie, mit welch aufrichtiger (und unanfechtbarer) Entrüstung man Ihnen dann sagen und nachweisen wird, daß es wahrlich endlich an der Zeit war, Ihnen den Text aus den Händen zu nehmen!" Weitere Arno Schmidt-Beurteilungen der Bearbeitungen (siehe selber Link): "plumpe und gefühllose Verballhornungen", "der Text nicht nur >bearbeitet< sondern sogar >zugerichtet<", etc. etc....
    Geändert von Zyklotrop (29.04.2012 um 03:25 Uhr)

  17. #67
    Mitglied Avatar von Manx cat
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    Zitat Zitat von beatleswerner Beitrag anzeigen
    Die Bertelmannausgabe von 1963 beurteilte Arno Schmidt wie folgt: "Was Bertelsmann vorlegt, ist eine weitere, die Mansukriptlage nich mehr verwirrende Bearbeitung".
    "Nicht mehr" wäre schön. "Noch mehr" ist es leider nicht.

    Dann habe ich wohl leider mit meiner 63er Bertelsmann-Sammlung nicht gerade den großen Wurf. Schade.

  18. #68
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    Ich denke Originalausgabe läßt schon einiges an Interpretation zu - anders wäre es mit der Formulierung "Originaltexte". Diese hat der Karl May Verlag in seiner 100 jährigen Geschichte jedoch nicht verwendet.

    Die Gründe für die erneute Bearbeitung und die Verwendung eines Textes den Hans Wollschläger formuliert hat erfährst du am besten bei Herrn Haug, Lektor des Karl May Verlages. Ich nehme an das der Karl May Verlag auf diese Texte zurückgegriffen hat nachdem sich sein Verhältnis zu Wollschläger entkrampft hatte. Verfasst hat Wollschläger diese Bearbeitung bereits in den 50er Jahren. Also war bereits zu diesem Zeitpunkt dieser Text für eine weitere Ausgabe angedacht und wurde jetzt mit jahrzehntelanger Verspätung veröffentlicht. Gut Ding will Weile haben.

    Arno Schmidt hätte selber gerne beim Karl May Verlag das Alterswerk Karl Mays bearbeitet. Jedoch kam er aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Zuge. Ob er sich tatsächlich Anfang der 60er Jahre um einen Verleger für das Alterswerk bemüht hat ist nicht belegt. Bis heute hat sich ebenfalls kein Verlag an eine aufwendige Aufarbeitung des Alterswerk herangewagt. Somit können wir leider nicht die Leistung eines möglichen Bearbeiters Arno Schmitt beurteilen. Schmidt der in die Karl May Forschung mit seinem sehr umstrittenen Buch "Sitara und der Weg dorthin" war ein großer Karl May Fan, der sich auch nicht scheute schon in frühen Jahren Beiträge für das Karl May Jahrbuch zu schreiben. Eine Arbeit für den Karl May Verlag wäre für ihn wohl gleichbedeutend mit der Berufung in die Nationalmannschaft gewesen.

    Wie gefällt dir denn die Leistung des Kritikers der Bearbeitungen Hans Wollschläger und des Bearbeiters Hans Wollschläger. Frage doch einmal beim Karl May Verlag nach ob du in seine dortige Korrespondenz bezüglich Vorschlägen zur Bearbeitung einsteigen kannst. Sicherlich sind auch die Vorschläge von Herrn Hoffmann - Kritiker nach Ablehnung sehr interessant.
    Geändert von beatleswerner (29.04.2012 um 11:59 Uhr)

  19. #69
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    Noch einmal zum Karl May Verlag. Ein Verlag ist ja nun nicht statisches. Im Laufe der Geschichte haben wir es dort mit unterschiedlichen Menschen zu tun. Zudem ist es legitim das diese Menschen ihre Bücher verkaufen wollen. Daher gibt es wohl auch schon einmal die ein oder andere Änderung und der Sammler ist hierdurch angesprochen sich einen bekannten Band mit einem neuen Cover oder einen neuen Text zu kaufen. So funktioniert eine kapitalistische Gesellschaft.

    Bei den Bearbeitungen von Wollschläger kommt der Faktor hinzu das das Verhältnis zwischen dem Verlag und seinem ehemaligen Angestellten jahrelang nicht das beste war. Dies ist bekannt, nicht bekannt nicht wer sich von beiden Partner einen Abdruck der erneuten Bearbeitung verbat. Erst in den 90er Jahren kam es zu einer Annäherung von Wollschläger und dem Karl May Verlag. Gemeinsam mit Ziska Schmitt brachte Wollschläger im Karl May Verlag die Erstveröffentlichung der Handschrift von "Ardistan und Dschinnistan" heraus, auch eine bedeutende Publikation des Karl May Verlages. Ob hier mehr in Planung war und durch Wollschlägers Tod beendet wurde entzieht sich meiner Kenntnis.

  20. #70
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    Daß aus Arno Schmidt als "Bearbeiter" nichts wurde, da kann man ja nur dem lieben Gott danken. Bei dem Manne war mehr als nur eine Schraube locker.

    Daß Wollschlägers Rückbearbeitungen erst jetzt Eingang in die GW fanden, ist freilich ein Jammer. Denn die sind eine durchaus gute Kompromißlösung zwischen Original- und Bearbeitungsverfechtern. Während man sich nun bei Bd. 1-9 weitgehend am Original orientiert, sind durchaus gelungene Kandolf-Szenen (wie die Fort Niobrara-Episode) weiterhin enthalten. Der KMV ist hier auf dem richtigen Weg! So gut wie heute waren die GW noch nie.

    Schade allerdings, daß man es dabei belassen will. Bei einigen weiteren Bänden mit völlig mißglückten Bearbeitungen (Zepter und Hammer!!!) wäre eine Revision dringend nötig.

  21. #71
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    Das Problem bei Zepter und Hammer ist das nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft wohl auf dem Postweg etwas verloren gegangen ist.

  22. #72
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    Das verwechselst du mit der Juweleninsel. Bei Zepter und Hammer ist nur was beim KMV verlorengegangen. Einer meiner Lieblingsromane im Original.

  23. #73
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    Stimmt

  24. #74
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    Tag,
    ich habe früher mal die 5 KMV Bände Schloß Rodriganda ff. gelesen.
    Eigentlich wollte ich die gern noch mal lesen, bin aber u.a. auf diese Diskussion gestoßen.
    Jetzt würde ich doch eher "Das Waldröschen" im "Original" lesen, und bin auf die Mohlberg und Benu Ausgabe gestoßen.
    Die orientieren sich ja am gleichen Alt-Text.
    Wieso können zwei gleiche TB Ausgaben so nebeneinander existieren?
    Von Robert Kraft erscheinen auch die gleichen Titel in beiden Verlagen.

    Ich bin verwirrt - könnt Ihr mich aufklären?

  25. #75
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    Auf der Mohlberg-Seite ist das Benu-Titelbild abgebildet, also bietet man wohl deren Variante an. Allerdings kostet ein May-Band da 16,90, während die Bücher direkt über Benu nur 12,90 kosten. Was hier genau vor sich geht, ist mir auch unklar. Aber ich schätze mal, der Mohlberg-Shop bietet die Benu-Ausgaben von May und Kraft an. Ich besitze diese Ausgaben allerdings nicht. (Bei Kraft werde ich aber wohl zugreifen...)

    Da die Originaltexte gemeinfrei sind und jeder sie umsonst drucken darf, sind auch 100 verschiedene Ausgaben parallel möglich, nur wird da jeder dieser hoffnungsvollen Jungverleger in diesem Fall wohl nicht viel Freude dran haben.

    Auf jeden Fall ist die Originalfassung sehr zu empfehlen (auch und gerade, wenn man die KMV-Version schon kennt!), in welcher Form auch immer.
    Geändert von Zyklotrop (20.06.2012 um 06:19 Uhr)

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