szmtag Schriftsteller als Beruf - Kann man davon leben? - Seite 5
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  1. #101
    Mitglied Avatar von Maunzilla
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    Um noch mal auf die Ausgangsfrage zu kommen:
    Im Grunde kann man die gar nicht beantworten, denn:

    1. Was ist ein Schriftsteller? (Jeder, der irgendwann mal etwas veröffentlicht hat, oder jemand der nebenher Geld verdient, oder hauptsächlich, oder ausschließlich?)

    2. Zählen nur die Einkünfte aus dem Verkauf der Bücher oder auch das Geld, das mit Literaturpreisen, Stipendien, Geschenken, Lesungen, Interviews und TV-Auftritten verdient wird? Bei vielen (vor allem den elitären) Autoren sind diese Nebenverdienste deutlich höher.

    3. Geht man von dem tatsächlichen oder dem möglichen Verdienst aus? (Wenn einer nur ein Buch pro Jahr schreibt, und nicht genug verdient, aber genau so gut fünf schreiben könnte, und dann genug Geld hätte.)

    4. Was heißt, davon leben können? Es gibt sehr viele Menschen, die von kaum 5€ in der Stunde leben müssen. Und deren Arbeit ist weit anstrengender, schmutziger und gefährlicher. Geht man vom Mindestlohn aus, vom Durchschnittslohn oder vom individuellen persönlichen Bedarf aus?

    Im Prinzip kann man mit allen Berufen reich werden. Mit Autofahren kann man hunderte Millionen verdienen (in der Formel-1, als Taxifahrer nicht), als Sänger auch (wenn man Popmusik macht, als Reklamesänger nicht). usw.

    Der Erfolg und somit der Verdienst eines Autors hängt nicht in erster Linie von der Qualität seiner Bücher, sondern von vielen Zufälligkeiten ab. Ich bin fest überzeugt, daß wenn z.B. "Harry Potter" zehn Jahre früher oder später erschienen wäre, nicht so viel Geld eingebracht hätte oder wenn die Bücher von einem Deutschen geschrieben worden wären, oder an einen Verlag verkauft worden wären, dessen Manager nicht so geschäftstüchtig sind.
    Ein Buch kann noch so gut oder unterhaltsam sein. Wenn keiner davon erfährt, kann er es nicht kaufen. Umgekehrt werden auch schlechte Bücher gekauft, wenn sie in der Zeitung oder im Fernsehen besprochen werden. Und sei es nur, weil die Leute darüber reden können wollen.
    Insofern ist der Buchmarkt völlig unberechenbar.

    @ Kageko: Ich bahaupte mal ganz provokant, daß Fleiß und handwerkliches Können im Bereich der Kunst heute völlig nebensächlich sind. Was ist mit all den literarischen Eintagsfliegen? Das sind Leute, die einmal einen Bestseller landen und später in der Versenkung verschwinden. Wenn sie wirklich gut wären und fleißig, dann müßten sie laufend neue gute Bücher produzieren. Oder die Maler, die reich werden, indem sie drei Farbkleckse auf die Leinwand schmieren oder ein Pfund ranzige Butter an die Wand klatschen, oder ein schwarzes Quadrat aus Pappe ausschneiden, usw.

    Fleiß und Geschick zählen nur da, wo es auf die Leistung ankommt, also im Bereich des Handwerks. Wer Kolportageromane schreibt und jede Woche ein Manuskript abgeben muß, der muß fleißig sein, oder wer Drehbücher für eine TV-Serie schreibt, der muß unter Termindruck gleichbleibende Qualität liefern. Das ist echte harte Arbeit. Und wohl auch die einzige Art, wie man als Schriftsteller auf Dauer zuverlässige, vorhersehbare Einkünfte generieren kann.
    Aber ich denke, diese Leute sehen sich nicht als Künstler, und die kennt auch kaum einer außerhalb ihrer Branche, auch wenn sie vielleicht mehrere hundert Werke verfaßt haben.

    Reklame ist gerade im Bereich der Belletristik sehr wichtig. Es gibt keine natürliche Nachfrage nach einem (bestimmten) Roman. Dafür aber zehntausende von Konkurrenten. In den Buchläden liegen auf hunderten Qaudratmetern stapelweise Bücher rum, die alle irgendwie gleich bunt ausschauen. Die Verlage haben kaum Mittel um Reklame zu machen, schon gar nicht für einen einzelnen Titel. Hinzu kommt, daß sie zwei Mal jährlich neue Programme herausbringen, so daß ständig neue Bücher den alten Konkurrenz machen. Daher müssen viele Autoren selber die Werbetrommel rühren. Und da kommt es dann auch auf Äußerlichkeiten an. Wer jung ist, gut aussieht, sympathisch und extrovertiert ist, und vor Publikum reden kann, hat es leichter, als einer, der aussieht wie Hans Maulwurf und verdruckst in seiner Ecke sitzt.
    Ich spreche da aus eigener Erfahrung: Letztes Jahr auf der Buchmesse habe ich ein absolutes Schrott-Buch gekauft, und zwar nur, weil die Autorin jung und hübsch und ich geil war.

    A Propos Schriftsteller: Normalerweise denkt man bei dem Wort ja in erster Linie an Romanautoren. Aber es gibt ja auch Leute, die Theaterstücke und Filmdrehbücher schreiben, also Literatur, die im Prinzip gar nicht gedruckt wird.
    Mich würde sehr interessieren, wie da die Bezahlung ist. Wird das nach Zuschauern im Theater abgerechnet oder nach den Einnahmen aus dem Kartenverkauf? Wie viel Geld bekommt man im Schnitt für eine Folge einer TV-Show (Marienhof, Lindenstraße, usw.) oder eines "Tatort"-Krimis oder dgl.?

    Ich weiß nur, daß man für ein Hollywood-Drehbuch über 100'000$ kriegen kann. (Für ein A-Movie, wie es bei irgend einem Monster-Film ausschaut, weiß ich nicht.)
    Geändert von Maunzilla (07.03.2008 um 00:09 Uhr)
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  2. #102
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    Zitat Zitat von Kageko Beitrag anzeigen
    Äh, ja... Aber wieviele (gute) gewillte Schriftsteller können denn von ihrem Beruf/ ihrer Berufung gut leben?
    Ich kann es, und ich habe ohne die allerkleinste Beziehung angefangen.
    »Gut« ist natürlich immer relativ. Ich habe kein eigenes Flugzgeug und keinen Landsitz in der Toskana, aber ich muß auch nicht hungern.
    Ich kenne einige, die von ihrer Schrifstellererei leben können - und mindestens ebensoviele, die trotz Hilfsangeboten nichts auf die Reihe gebracht haben.
    Auf mein Angebot der Kontaktvermittlung hat ja auch noch niemand reagiert.
    Zitat Zitat von Kageko Beitrag anzeigen
    Wäre Harry Potter nie als Buch erschienen, wäre die Autorin heute bestimmt nicht Millonen schwer.
    Gut eine Milliarde schwer, um genau zu sein. Ja, das nenne ich wirklich gut leben!
    Aber es gab auch jede Menge Verlage, die den »Potter« abgelehnt haben (18, glaube ich). Frau Rowling hat nicht aufgegeben und es immer weiter versucht. Ein kleiner Verlag hat sie dann genommen, der dank ihr einer der großen wurde.
    Schriftstellerei ist wie jeder selbständige Beruf nicht einfach. Wer darauf wartet, daß ihm die gebratenen Tauben ins Maul fliegen, bringt es definitiv zu nichts.

  3. #103
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    Ich bahaupte mal ganz provokant, daß Fleiß und handwerkliches Können im Bereich der Kunst heute völlig nebensächlich sind.
    ... was wohl daran liegt, dass sich Künstler früher als Handwerker verstanden haben. Je toller sie Jesus und Co. malen konnten, desto besser! Der Kunde war grundsätzlich König, was er nicht selten wirklich war.

    Heute ist Kunst eher eine "Philosophie". Jeder steht anders dazu.

    Ist im Literarischen nicht anders. Was sich da so für Gattungen herausgebildet haben... wenn ich so an Dada-Gedichte denke...

    Wenn sie wirklich gut wären und fleißig, dann müßten sie laufend neue gute Bücher produzieren.
    Das Problem ist wahrscheinlich auch die Erwartungshaltung der Leser.
    Ich glaube z.B. nicht, dass die HP-Autorin irgendwann noch einmal ein bekanntes und beliebtes Buch herausbringt... wie es bei Astrid Lindgren der Fall war. Was erwartet man von ihr? Sicher etwas ähnlich Bombastisches wie HP. Aber wenn sie die Idee aufgreift, rufen alle: "Kenn' wa schon!"
    Wenn sie mit etwas Neuem kommt, was dem Publikum eventuell nicht gefällt: "Eintagsfliege!"

    Bei vielen Künstlern, die Kleckse und sowas produzieren, geht es oft gar nicht mehr um dessen Werk, sondern um ihn selbst. Jeder will etwas von dem haben. Unikate. Was sonst niemand hat. Egal wie "gut" oder "schlecht".
    Guck allein auf die Modebranche. Wieso kostet ein Hugo Boss-Anzug 100x mehr als der eines chinesischen Designers, obwohl beide Anzüge in China hergestellt werden?

    oder wenn die Bücher von einem Deutschen geschrieben worden wären
    Ist ja wohl der Witz hoch 10! Es gibt auch erfolgreiche deutsche Autoren! HP hätte genauso gut von einem Deutschen stammen können.
    Michael Ende, Wolfgang Hohlbein und die Tintenherz-Autorin, um nur ein paar beliebte Fantasy-Autoren aus den letzten Jahrzehnten zu nennen. Die Tinten-Trilogie soll ja sogar verfilmt werden, wie ich das mitbekommen habe.

    Wer jung ist, gut aussieht, sympathisch und extrovertiert ist, und vor Publikum reden kann, hat es leichter, als einer, der aussieht wie Hans Maulwurf und verdruckst in seiner Ecke sitzt.
    Dann guck dir mal Wolfgang Hohlbein und seine Frau an. Die sind alles andere als ästhetisch, aber sie sind (oder waren) sehr beliebt.

    Ich spreche da aus eigener Erfahrung: Letztes Jahr auf der Buchmesse habe ich ein absolutes Schrott-Buch gekauft, und zwar nur, weil die Autorin jung und hübsch und ich geil war.
    Ich lese Bücher immer erst an.
    Aber was meinste, wieso auf Trivial-Romanen immer so hübsche Mädel in den Armen von jungen, attraktiven Männern liegen. Und dann guck dir mal die Leserschaft an! Die können sich voll damit identifizieren.

    [Edit: Haha, jetzt haste mich angesteckt mit den ganzen Wiederholungen... Und dann guck dir mal das an!
    Werd ich ausnahmsweise ma nicht korrigieren!]
    Geändert von Kageko (07.03.2008 um 22:34 Uhr)

  4. #104
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    Hohlbein habe ich nie gesehen. (Ich war dummerweise just an einem anderen Tag auf der Buchmesse, als an dem, wo er aufgetreten war.) Immerhin stammt Holhbein noch aus einer älteren Generation. Als er vor rund 25 Jahren anfing, war das Geschäft noch nicht so oberflächlich wie heute. Außerdem weiß ich nicht, wie seine Qualitäten als Redner sind. Vielleicht kann er das Publikum begeistern.
    Ich sage ja auch nicht, daß es allein auf das Äußere ankommt. Aber im Konkurrenzkampf kann es ebend den entscheidenden Ausschlag geben. Wenn es darum geht, jemanden in eine Talkshow einzuladen, dann spielt es eine Rolle wie die Person aussieht, und wie sie sich vor der Kamera verkaufen kann. Und wenn ein paar Millionen Leute die Sendung sehen, werden automatisch einige Tausend hinterher das Buch kaufen. Wenn es schlecht ist, dann war es dsa für den Autor, aber wenn es gut ist, dann werden diese Tausend Leute das ihren Freunden weitererzählen und auf einen Schlag werden dann zehntausend Bücher verkauft. Das gibt dann einen Domino-Effekt.

    Was HP anbelangt, ist es nun einmal so, daß die Deutschen gerne amerikanische/englische (überhaupt ausländische) Bücher lesen, umgekehrt aber nicht. Im deutschen TV werden ausschließlich amerikanische Serien gezeigt, im amerikanischen aber kaum deutsche. Deutsche Filme werden kaum nach Übersee verkauft. Auf der deutschen Bestseller-Liste stammen im Schnitt 7 von 10 Büchern aus dem Ausland, in Amerika ist es genau umgekehrt.
    Ich glaube Michael Ende war eine große Ausnahme. Und selbst er hat nicht einmal annähernd so viele Bücher verkauft wie die Rowling. Aber sonst kenne ich kaum deutsche Autoren, die im Ausland wirklich große Erfolge feiern können. Vielleicht ist es eine Frage des Stils und der Mentalität. Wahrscheinlich aber hat das auch politische und wirtschaftliche Gründe.

    Die Rowling kann eigentlich nur noch verlieren, weil sie den Riesenerfolg von HP nicht mehr toppen kann. Aber ich denke doch, daß sie auch in Zukunft gute und erfolgreiche Bücher schreiben kann. Nur wird ein Buch, daß "nur" noch 1 Mill. mal verkauft wird, im Vergleich zu HP wie ein Flop aussehen. Während jeder andere Schriftsteller schon glücklich wäre, wenn er nur 20'000 Stück an den Mann bringen könnte.
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  5. #105
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    Deutsche Filme werden kaum nach Übersee verkauft.
    Generell werden kaum Filme in die USA importiert. Die Amis verfilmen doch regelmäßig Fremdstoff. Massig französische Filme wurden nach Ami-Manier neu verfilmt. Sogar japanische Filme, wo in der Ami-Version einfach die japanischen Darsteller durch westliche ersetzt werden, der Film aber in Japan spielt...
    Wenn die Amis es könnten, würden sie bestimmt ebenso mit literarischen Werken so verfahren.

    Nein, ich glaube eher, dass Rowling nach HP richtig out sein wird. Vielleicht verkauft sich ihr erstes Buch nach HP noch ganz gut, aber danach wird sie sicher Kassengift produzieren.
    Wie dem auch sei. Die Dame braucht das nichts zu jucken. Sie hat ja, wie Hajo schon schrieb, Milliarden...

  6. #106
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    Finanziell wird es sie ganz sicher nicht jucken. Aber so manchem Künstler ist der Erfolg zu Kopf gestiegen und das spätere Ausbleiben desselben hat ihn ruiniert. Wenn ich an Leute wie Elvis Presley, Michael Jackson oder Britney Spears denke... Oder die vielen Schriftsteller, die sich totgesoffen haben.
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  7. #107
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    presley hatte keinen ausbleibenden erfolg. sondern nur einen zu hohen verbrauch und ein streitbares management.

    und autoren wie poe sind sicher auch nicht daran gestorben, daß ihre karariere abstürzte.

  8. #108
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    Zitat Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
    presley hatte keinen ausbleibenden erfolg. sondern nur einen zu hohen verbrauch und ein streitbares management.
    mooo-ho-ment mal, elvis´ karrieretief zwischen ende 60er und den vegasauftritten ...
    ach, sorry, hier ging´s ja ums schreiben ... weitermachen.

  9. #109
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    Zitat Zitat von Kageko Beitrag anzeigen

    Nein, ich glaube eher, dass Rowling nach HP richtig out sein wird. Vielleicht verkauft sich ihr erstes Buch nach HP noch ganz gut, aber danach wird sie sicher Kassengift produzieren.
    Wie dem auch sei. Die Dame braucht das nichts zu jucken. Sie hat ja, wie Hajo schon schrieb, Milliarden...
    Das weißt du nicht. Du kann man erst sagen, wenn man das neueste Werk von ihr gesehen hat.

    Zum Fleiß: Ich finde, das sollte man nicht unterschätzen. Der ist ganz entscheidend, sowohl in der PR als auch in der Produktion.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  10. #110
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    Zitat Zitat von Maunzilla Beitrag anzeigen
    Was ist ein Schriftsteller?

    Bei solch einer Fragestellung wird man wohl auf keinen Konsens kommen imo. Jeder, der als Absatzjunkie eigentlich Prosa schreibt, kann sich bspw. Dichter schimpfen. Ob dies dann aber so ist, bleibt Ansichtssache.

    Zitat Zitat von Maunzilla
    Das sind Leute, die einmal einen Bestseller landen und später in der Versenkung verschwinden. Wenn sie wirklich gut wären und fleißig, dann müßten sie laufend neue gute Bücher produzieren.

    Aber wer weiß, ob jene, die trotz Fleiß & Können im Nirvana der Gegenwartsliteratur unentdeckt bleiben, erst in vielen Jahren, Jahrzehnten ihre verdiente Anerkennung erlangen? (s. bspw. Baudelaire) Womöglich spielt ebenfalls die jeweilige Zeit bzw. der Zeitgeist eine tragende Rolle. Und das Beherrschen seines Handwerkes finde ich dennoch wichtig – es gibt auch Bestseller, die einfach nach dem 2., 3. Buch nicht mehr die Leistung erbringen wie früher. Sich evtl. auf ihren Preis & Namen ausgeruht haben. Who knows.

    Zitat Zitat von Maunzilla
    Oder die Maler, die reich werden, indem sie drei Farbkleckse auf die Leinwand schmieren oder ein Pfund ranzige Butter an die Wand klatschen.

    Anspielung auf Rothko und/oder Yves Klein? – Wieder der Zeitgeist.

    Zitat Zitat von Maunzilla
    Und da kommt es dann auch auf Äußerlichkeiten an. Wer jung ist, gut aussieht, sympathisch und extrovertiert ist, und vor Publikum reden kann, hat es leichter, als einer, der aussieht wie Hans Maulwurf und verdruckst in seiner Ecke sitzt.

    Davon bin ich nicht überzeugt. Lernte einen Dichter (und Musiker) kennen, der keineswegs Model werden könnte. War auch eher in sich gekehrt uä. Und ja, der lebt von Gedichten, Anthologien und Musik. Wie er es geschafft hat? Poetry Slams, allg. Wettbewerbe. Sprich, die Ausdauer, der Fleiß, das Talent und die Beziehungen sind m.M.n. entscheidend. Und das Alter spielt keine Rolle, denke ich.

    Zitat Zitat von Maunzilla
    Ich spreche da aus eigener Erfahrung: Letztes Jahr auf der Buchmesse habe ich ein absolutes Schrott-Buch gekauft, und zwar nur, weil die Autorin jung und hübsch und ich geil war.

    Das ist kein Argument, das ist ein klarer Fall von Korruption. Mich persönlich interessierte das Aussehen, die Vita eines Autors wenig – außer letzteres eröffnet ob der Interpretation mögliche Türen. Aber man soll ja das lyr. Ich vom Verfasser trennen, right right. *schmunzel*

    Zitat Zitat von Maunzilla
    Mich würde sehr interessieren, wie da die Bezahlung ist. […] oder eines "Tatort"-Krimis oder dgl.?

    Zahlen kenne ich keine. Ob man allein von Theaterstücken oder Drehbüchern (über)leben kann…bestimmt. Schau dir Felix Huby an – der schreibt Romane, Theaterstücke & Drehbücher (Tatort; Bienzle). Und wenn selbst die Schreiber für GZSZ noch nicht verhungert sind…*zwinker*

  11. #111
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    Also ich fand die fünf Seiten sehr interessant.

    Ich hab auch zeitlebens geschrieben. In der frühen Jugend Tagebuch. Später für die Schülerzeitung, im Studium für die Unizeitung.
    Jetzt, nach drei Jahren Auslandsaufenthalt habe ich mich entschlossen einen Roman zu schreiben.

    Ich stimme in zwei Punkten mit Hajo überein.

    Ohne Recherche geht nichts.


    Als Beispiel möchte ich gerne Terry Pratchet und die Scheibenwelt - Romane anführen. Das ist pure Fantasy in einer eigenen Welt, die unserer aber bei genauem Hinschauen gar nicht so unähnlich ist. Das sich sein Universum durch alle Romane durchzieht hat er sicher nicht einer "Ich setz mich hin und schreib drauf los - Haltung" zu verdanken.
    Tolkien und der Herr der Ringe ist ein weiteres Werk, dass sich auf eine Welt stützt die der Autor erst erschaffen hat bevor er die Romane schrieb. Das Simarilion und die anderen Geschichten um Herr der Ringe zeugen davon.

    Natürlich war bei Beiden sicher erst die Idee da, aber nachdem die kreative Schaffung einer Vision und der umfassenden Idee stand, hatten Beide sicher alle Hände voll zu tun eine Welt zu erschaffen, die in sich stimmig ist und ihren Helden gerecht wird.

    Nehmen wir an ich würde einen Roman über die Zukunft schreiben wollen. Nennen wir es Mal High sci-fi, dann muß ich, um einen stimmiges Bild zu erschaffen, mich wohl oder übel mit Physik, Weltraumforschung und so weiter auseinandersetzen. Nicht um dann Naturgesetze 1:1 übernehmen oder eine möglichst realistische Welt nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben zu erschaffen, sondern um die neue Welt die man erschafft möglichst real erscheinen zu lassen, so verrückt sie am Ende auch sein mag.

    Wer glaubt sich einfach hinsetzen zu können und einen Roman von mehreren hundert Seiten aus dem Nichts schreiben zu können, der ist entweder das Genie des Jahrhunderts oder aber er erschafft etwas in sich nicht stimmiges, das dann dem Leser/Lektor unbehaglich aufstößt.

    Zu mir selber und diesem Punkt.
    Mein Deutschabitur hab ich über Die Novelle von Goethe geschrieben. In 6 Stunden hab ich 30 DIN A 4 Seiten auf Papier gebracht ohne zu unterbrechen. Das ging aber nur, weil ich vorher, als dieses Thema im Unterricht behandelt wurde, mehr als jeder Andere recherchiert hatte. Diese Novelle gefiel mir nach dem ersten Lesen so gut, dass ich mir eben besonders gewidmet hatte. Ich war praktisch vorbereitet die 30 Seiten auf Papier zu bringen.

    Meine Diplomarbeit in der Biologie umfasste 150 Seiten Verhaltens- und Territorialbiologie. Sie war von Vorn bis Hinten ein stimmiger Guss, den ich in 5 Tagen niederschrieb. Dem Voraus ging aber fast ein Jahr intensive Forschungsarbeit und Literatur-Recherche mit Skizzen und Exposés einzelner Kapitel

    Und so sehe ich das eben auch bei einem Roman. Ich hatte immer schon ein Faible für historisch Angehauchtes und bin im Moment am ersten Umsetzen einer Vision die ich hatte. Hier geht gar nichts ohne Recherche. Wenn ich übers Mittelalter schreibe, dann bin ich vom Umfeld in dem der Protagonist sich bewegt gebunden. Was aber der Protagonist in seinem Umfeld erlebt, sein persönliches Schicksal, die Herausforderungen denen er sich gegenüber sieht - das Alles kann ich selber frei bestimmen, solange es in seine Zeit passt.
    Aber um ihm seinen Lebensraum zu schaffen bedarf es intensiver Recherche.


    Ohne Fleiß kein Preis

    Ich fand das Drehbank-Beispiel so drollig. Bevor ich auf meinen Auslandstrip gegegangen bin, habe ich ein halbes Jahr am Fließband eines großen Autoherstellers gearbeitet. Weil ich fleißig war haben sich sowohl mein Capo, als auch der Werksleiter, sowie der Personalchef der mich damals einstellte, an mich erinnert und ich könnte dort jederzeit wieder anfangen.
    Hätte ich damals nach der Norm gearbeitet, wäre ich nicht aufgefallen.

    Und das gilt auch fürs Schreiben. Wer eben nur Mal eben einen Roman aufs Blatt pinselt, weil ihm danach ist, wird kein Meisterwerk herstellen, das sich am Ende gut verkauft.
    Wer sich aber mit Fleiß an die Recherche hinter seinem Roman macht, sich ein durchdachtes Konzept erstellt und dann dieses mit Leben füllt der hat auch Spaß, wenn es dann darum geht einen komplett durchdachten und geplanten Roman auf Papier zu bringen.
    Wer dann nebenher noch fleißig Kontakte knüpft - übers Internet, auf Messen, mit kleinen Buchläden der Region etc - der wird am Ende auch belohnt werden, da bin ich mir sehr sicher.


    Zum Thema Exposé

    Ich erkenne die Idee hinter dem Erstellen eines Exposés als Auftakt des Schreibprozesses, meine Art ist das nicht. Bei mir geht das viel lebhafter zu und eine erste Zusammenfassung wird nur ein Teil des kreativen Prozesses sein, der der Recherche gegenübersteht.
    Ich diskutiere meine Ideen mit ausgesuchten Freunden. Ich las irgendwo auf den letzten 5 Seiten, dass Familie und Freunde das eigene Werk immer für gut empfinden und es besser dastehen lassen als es eigentlich ist.
    Ich finde das nicht richtig.
    Wenn man in der Familie und bei seinen engsten Freunden um eine ehrliche Einschätzung und um gnadenlose Kritik bittet, bekommt man die auch. Wenn man natürlich mit der Erwartungshaltung hingeht: "Ich habe einen Roman geschrieben - lobt mich gefälligst!", dann wird man dieses Lob auch bekommen, gerechtfertigt oder nicht.
    Mein Kreis an Eingeweihten, also die, die wissen, dass ich vorhabe einen Roman zu schreiben, ist klein. Meine Familie und 2 Freunde. Der Austausch ist aber umso reger.
    Ich weiß aus Erfahrung (Diplomarbeit), dass diese Auserwählten - oder um es mit dem Schlagwort einer Forderung, die hier auch auftauchte zu beschreiben - dass dieser Literaturzirkel gnadenlos sein wird, wenn ich ihnen den ersten Teil des Werkes zustellen werde. Durch diese Kritik werde ich aber angeregt noch fleißiger zu sein, kreativer zu werden und meine Recherche zu vertiefen.
    Meine Exposés von der ersten Idee bis zum ersten Wort in meinem Roman setzen sich aus Diskussionsnotizen und Email-Verläufen zusammen.


    Fazit

    Wer nur ebenso im Vorbeigehen einen Roman hinwirft, darf sich nicht wundern, wenn er von Verlagen abgelehnt wird und kein Geld damit verdient.

    Wer sich anstrengt und mit Fleiß und handwerklichem Geschick an sein Buch herangeht und dann das Quäntchen Talent und Kreativität mitbringt, der gibt sich zumindest die Chance als Schriftsteller Geld zu verdienen.

  12. #112
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    Trotzdem brauchst du auch das Quäntchen Glück, um bei einem Verlag unterzukommen.

    Ich würde nicht so stolz immer auf die Länge der Arbeiten verweisen, schließlich ist Masse nicht gleich Klasse. Und bei einigen Büchern würde ich mir wünschen, dass jemand das Buch etwas zusammenstreichen würde. Nicht jedes Buch muss ein Wälzer von 500 Seiten sein.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  13. #113
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    Ich würde nicht so stolz immer auf die Länge der Arbeiten verweisen, schließlich ist Masse nicht gleich Klasse.
    Haha, das hab ich auch die ganze Zeit gedacht!

    Wolfgang Hohlbein schreibt ja derzeit nur noch quantitativ Romane, die man auf 100 Sätzen erzählen kann und der Rest ist bloß blabla.

  14. #114
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    Zitat Zitat von Maunzilla Beitrag anzeigen
    Oder die Maler, die reich werden, indem sie drei Farbkleckse auf die Leinwand schmieren oder ein Pfund ranzige Butter an die Wand klatschen, oder ein schwarzes Quadrat aus Pappe ausschneiden, usw.
    Und was ist mit den Malern, die Reich werden, indem sie "drei Farbklekse" auf die Leinwand bringen oder ein Pfund Butter in die Ecke klatschen und über ihren Tod hinaus immer noch als zentrale Persönlichkeitn der zeitgenössischen Kunst gelten?

    Schon mal daran gedacht das Fleis und Handwerkliches Geschick sich auch bei diesen Personen durchaus bemerkbar gemacht hat, nur dass sie eben aus verschiedenen Gründen sich dagegen entschlossen haben sich auf etwas banales (und teilweise sogar nicht mehr vertretbares) wie figürliche Malerei zu konzentrieren? Und um noch einen ziemlich provokantes Faktum hier in die Runde zu schmeißen: Jackson Pollok war ein verdammt guter Zeichner! (Nur musste man ihn bei der Arbeit filmen und diese Filme anschließend digitalisierd Bild für Bild in der näheren Vergangenheit analysieren, um das Festzustellen.)
    Die Hölle, das sind die anderen.
    (Sartre)

  15. #115
    Mitglied Avatar von Maunzilla
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    Ich kenne Bilder, die von Schimpansen gemalt wurden und die denen jener "zentralen Persönlichkeiten" in nichts nachstehen. Aber ich will mich hier nicht über entart... äh, ich meine abstrakte, Kunst auslassen.
    Das sind doch ohnehin nur noch reine Spekulationsgüter, wie Aktien oder Goldbarren. Wenn wirklich jemand aus rein ästhetischen Gründen, einen Fettfleck oder Farbklecks an der Wand haben wollte, könnte er ihn für 2,50€ selber herstellen und bräuchte nicht ein Vermögen dafür auszugeben. Solche "Kunstwerke" werden nur gekauft, um damit anzugeben und weil man hofft, sie in ein paar Jahren für ein Vielfaches wieder verscherbeln zu können.

    Ich gehöre ohnehin zu den Leuten, für die einzig das Werk als solches maßgeblich ist. Die Person des Urhebers ist m.E. völlig irrelevant. Daher interessieren mich Künslterbiographien auch nicht. Leider ist es heutzutage genau umgekehrt. Bei Büchern ist nicht selten der Name des Verfassers viel größer und plakativer auf dem Umschlag abgebildet als der Titel. Anscheinend ist die Marke wichtiger als der Inhalt. Aber das ist ja bei den meisten Produkten so.

    Ich habe folgenden interessanten Artikel zum Thema "Was verdienen Autoren?" gefunden. Es geht da um eine groß angelegte Studie in Großbritannien und Deutschland.
    http://www.golem.de/0707/53512.html
    "Was ist das denn für ein Tier?" - "Das ist ein Maunzilla. Beachten Sie es nicht weiter."

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  16. #116
    Mitglied Avatar von Hajo F. Breuer
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    Ist es nicht interessant?

    Auf mein Angebot der Kontakt- bzw. Auftragsvermittlung ist genau ein Mitglied dieses Forums eingegegangen. Es wird demnächst seinen ersten professionellen Roman verfassen und dafür ein angemessenes Honorar erhalten.

    Angesichts der Klagen über mangelnde »Beziehungen« hatte ich mit wesentlich mehr Reaktionen gerechnet.

    Da ich nicht weiß, ob das Mitglied die frohe Botschaft hier im Forum schon vor Veröffentlichung des Buches am 10. 9. 2008 verkünden möchte oder nicht, stelle ich es dem Mitglied anheim, sich hier zu äußern oder auch nicht.

  17. #117
    Mitglied Avatar von Maunzilla
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    Zitat Zitat von Hajo F. Breuer Beitrag anzeigen
    Angesichts der Klagen über mangelnde »Beziehungen« hatte ich mit wesentlich mehr Reaktionen gerechnet.
    Falls das auf mich gemünzt ist: Ich bin nur Hobby-Autor. Ich habe gar nicht die Absicht, meinen aktuellen Roman einem Verleger anzubieten, oder Berufsschriftsteller zu werden. Auftragsarbeiten und feste Abgabetermine liegen mir ohnehin nicht.
    Das einzige, was ich mir allenfalls vorstellen könnte, ist eines Tages einige meiner alten Manuskripte zu verkaufen (falls die überhaupt jemand haben wollte). Die eigentliche Befriedigung liegt für mich im Erfinden und Aufschreiben meiner Geschichten. Die fertigen Romane sind dann gewissermaßen nur die "Abfallprodukte" meines Hobbies.

    Alles, was ich mir erhoffe, ist, daß ein paar Leute meine Geschichten lesen und mir eine ehrliche konstruktive Kritik zukommen lassen, damit ich meine Technik verbessern und mich weiter entwickeln kann.

    Doch ich bin auch neugierig, zu erfahren, wer der glückliche Nachwuchsschriftsteller ist, und um was für eine Art von Roman es sich handelt.

    Hat übrigens einer von euch, die o.g. Studie gelesen? (Ihr müßt die pdf-Datei auf der Seite runterladen). Es ist doch bemerkenswert, daß englische Schriftsteller fast doppelt so viel verdienen, wie deutsche.
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  18. #118
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    Hat übrigens einer von euch, die o.g. Studie gelesen? (Ihr müßt die pdf-Datei auf der Seite runterladen). Es ist doch bemerkenswert, daß englische Schriftsteller fast doppelt so viel verdienen, wie deutsche.
    Ich hab sie ansatzweise gelesen. Ne schockierende Neuigkeit ist das ja nicht, wenn man bedenkt, dass "künstlerische" Berufe in Deutschland sowieso eher weniger angesehen sind. Hier zählt nach wie vor eine fundierte klassische Ausbildung mit einem Stapel an 1a Zeugnissen, um woanders als innerhalb der "künstlerischen" Szene Anerkennung zu finden.

  19. #119
    Mitglied Avatar von Hajo F. Breuer
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    Das hat damit wenig zu tun. Englischsprachige Schriftsteller verdienen mehr, weil der Markt für englischsprachige Literatur weit mehr als doppelt so groß wie der deutsche ist. Und der Großteil eines Schriftstellereinkommens besteht eben aus Tantiemen, den anteiligen Zahlungen für verkaufte Bücher.

    Setzt man die Einkommen in Bezug zur Größe des Marktes, verdienen deutschsprachige Schriftsteller sogar mehr als ihre englischen Kollegen.

    @ Maunzilla: Mein Beitrag bezog sich nicht gezielt auf Dich. Im übrigen gilt mein Wort: Es steht dem Mitglied frei, sich hier zu äußern oder auch nicht.
    Geändert von Hajo F. Breuer (21.03.2008 um 14:26 Uhr)

  20. #120
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    Das hat damit wenig zu tun. Englischsprachige Schriftsteller verdienen mehr, weil der Markt für englischsprachige Literatur weit mehr als doppelt so groß wie der deutsche ist.
    Naja, aber ist ja ne Lizenzfrage, dachte ich. Nur weil ein Buch auf Englisch ist, heißt es nicht, dass die Lizenz dann schneller gekauft wird, oder? Folglich ist der Markt nur genauso groß wie "Marktbereiche" bereit sind, Geld für Lizenzen auszugeben...

  21. #121
    Mitglied Avatar von Maunzilla
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    Ja, aber die Deutschen lesen lieber ausländische Bücher als einheimische; zumindest, was Bestseller betrifft.
    hinzu kommt, daß es in Deutschland eine verhältnismäßig große Verlagsdichte gibt und proportional zur Bevölkerung sehr viele Titel produziert werden. Dadurch verringert sich der Marktanteil des einzelnen entsprechend.
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  22. #122
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Kageko Beitrag anzeigen
    Naja, aber ist ja ne Lizenzfrage, dachte ich. Nur weil ein Buch auf Englisch ist, heißt es nicht, dass die Lizenz dann schneller gekauft wird, oder? Folglich ist der Markt nur genauso groß wie "Marktbereiche" bereit sind, Geld für Lizenzen auszugeben...
    Im englischsprachigen Raum müssen Bücher ja nicht lizenziert werden. Da lesen die Leute einfach die Originale. Schweizer und österreichische Bücher werden bei uns ja auch nicht lizenziert.

  23. #123
    Mitglied Avatar von Maunzilla
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    Das kann man nicht so ganz vergleichen. Die Verbreitungsrechte werden können durchaus für die Länder einzeln vergeben werden. Nur macht das bei einem winzigen Markt wie der (Deutsch)-Schweiz oder Österreich keinen Sinn, wenn ein Verlag nur im Inland verkaufen dürfte. Bei den Engländern hingegen wäre es durchaus denkbar, daß ein Buch in Australien oder Kanada in einem anderen Verlag erscheint als in GB oder USA.
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  24. #124
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    Im englischsprachigen Raum müssen Bücher ja nicht lizenziert werden. Da lesen die Leute einfach die Originale. Schweizer und österreichische Bücher werden bei uns ja auch nicht lizenziert.
    Ach, stimmt! *sich vor die Rübe hau*
    Ich hatte jetzt auch gedacht, dass sich andere Verlage Verkaufrechte sichern für ihr Land (z.B. GB von den USA).

    Ich dachte ähnlich wie Maunzilla. Nur leider fehlt mir das Wissen, um jetzt irgendwtwas anderes als Behauptungen aufstellen zu können.

  25. #125
    Mitglied Avatar von Hajo F. Breuer
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    Zitat Zitat von Kageko Beitrag anzeigen
    Naja, aber ist ja ne Lizenzfrage, dachte ich. Nur weil ein Buch auf Englisch ist, heißt es nicht, dass die Lizenz dann schneller gekauft wird, oder? Folglich ist der Markt nur genauso groß wie "Marktbereiche" bereit sind, Geld für Lizenzen auszugeben...
    Es gibt 300 Millionen US-Amerikaner, 50 Millionen Engländer, dazu Kanadier, Australier, Neuseeländer, englische Südafrikaner - sie alle haben Englisch als Muttersprache. Darüberhinaus wird Englisch praktisch weltweit unterrichtet, und die Einfachheit dieser Sprache macht es auch Nicht-Muttersprachlern leicht, Bücher in Englisch zu lesen.

    Deutsche Muttersprachler hingegen gibt es maximal 120 Millionen, und das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache ist schwierig.

    Man kann also davon ausgehen, daß der Markt für englischsprachige Literatur mindestens viermal größer ist als der für deutschsprachige.

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