Eine Tagung über Schriftsteller als Ich-AG
Die Literatur erhob schon oft den Anspruch, Avantgarde zu sein. Doch jetzt, wo sie es tatsächlich einmal ist, sind die Literaten damit gar nicht so glücklich. Das neuerdings propagierte Modell des Kleinunternehmertums entspricht nämlich exakt den Bedingungen, unter denen der Schriftsteller schon immer gearbeitet hat. "Der Schriftsteller als Ich-AG" - so der Titel einer Tagung in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel - ist ein Freischaffender, der als sein eigener Chef und Angestellter unter großem Risiko mit noch größerer Selbstausbeutung ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietet.
(...) Noch immer gilt das Paradoxon: Von Büchern können viele leben - Drucker, Verleger, Buchhändler und neuerdings Agenten -, komischerweise nur die Autoren oft nicht.
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