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Thema: Digedags in der Zeitung

  1. #901
    Mitglied Avatar von Remory
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen

    Fazit, ich sehe das ganze als Farce, als "Dumm gelaufen", ob Hegen das nur ansatzweise begriffen hat, bezweifle ich immer mehr.
    Er hat schon bei seiner ersten Klage 1976 sich für "dumm" verkaufen lassen, nachdem eine "frische Verlagsfrei" ihn menschlich zur Seite stand.
    Da hätte er doch kämpfen können, Geld hatte er, Kontakte hatte er, einen super Rechtsanwalt, der das auch durchgezogen hätte, hatte er....
    Und nicht nur "DDR-Bildgeschichtenkenner aus dem Westen" sprachen von einem Plagiat!
    Nein auch namhafte Künstler in der DDR, die sicher auch was zu verlieren hatten!
    Ich bin selbst nicht glücklich mit der Ausstellung gewesen und stimme dir in vielen Punkten zu, auch wenn ich das jetzt nicht so krass formulieren würde. Was die Klage von 1976 betrifft bin
    ich aber anderer Meinung. Hegen hätte da keine Chance gehabt. Letztlich hat er den Zentralrat der FDJ verklagt unter deren Schirmherrschaft das Mosaik erschien. Er hätte da nur verlieren können und hat es in meinen Augen auch. Interessant wäre ja mal, ob die Stasi-Akte da was an Informationen hergibt.

  2. #902
    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    … Uhrviech, ich weiß ja nun nicht, wo Du Dein unergründliches "Gott vertrauen" in dieses "Haus der Geschichte" hernimmst.
    Diese Stiftung ist, ich habe leider keinen Vergleich zu einer DDR-Institution, vielleicht noch den "Schwarzen Kanal", NUR darauf ausgelegt, den "Sieg der BRD Über die DDR" zu zelebrieren …
    Nun, erst einmal ist mir als Atheist ein „Gott vertrauen“ grundsätzlich fremd! Ich hege aber auch kein blindes Vertrauen in die Darstellung von Zeitgeschichte, insbesondere in die jüngere – ganz gleich wo und unter welchem System sie präsentiert wird. Ohne Frage kann und sollte man in diesem Zusammenhang vieles kritisch betrachten und hinterfragen. Das entscheidende aber ist, dass man dies nun auch als ExDDRler tun kann. Allein schon aus meiner eigenen Biografie kann ich schon recht gut einschätzen, welches Gesellschaftsmodell mir versucht hat am meisten Dreck ins Gehirn einzupflanzen, mich zu manipulieren und zu disziplinieren. Wer gut und halbwegs objektiv informiert sein wollte, durfte sich nie auf eine Quelle verlassen.
    Ehrlich gesagt, ich weiß nicht viel über die Strukturen und Menschen hinter der Fassade des Hauses der Geschichte. Als Ganzes betrachtet, also auch inkl. HdG Bonn, sieht das vermittelte Geschichtsbild schon wesentlich komplexer und ausgewogener aus, als du es durch deinen Tunnelblick offenbar wahrnimmst. Ob nun kritische Stimmen zur NS-Vergangenheitsbewältigung in der BRD, Notstandsgesetze, Studentenbewegung, Friedensbewegung (Ost+West) … diese Informationen, Zeitzeugen und Dokumente lassen sich auffinden. Das Ende der DDR ist neben dessen Entstehung für unsere Land nun einmal das einschneidenste geschichtliche Ereignis nach dem 2. Weltkrieg gewesen. Dieser Periode ein eigenes Museum zu widmen (ZGF Leipzig) halte ich schon für einen richtigen Ansatz. Und das es nicht speziell für Comicfans geschaffen wurde ist wohl auch klar. Aber was erwartest du eigentlich von solch einem Museum? Die Darstellung der täglichen Berichte zur Planübererfüllung, Plattenbau, Ernteberichte, DDR-Erfolgsgeschichte der Mikroelektronik, Bildung, Gesundheit, Sport …? Überall wo Licht war, gab es auch Schatten!
    Natürlich gab es viele Dinge, die nach dem Ende der DDR schmerzlich vermisst wurden und teilweise noch heute werden. Aber zu welchem Preis wurden sie erkauft und wie lange hätte dieser Preis noch bezahlt werden können? Ja, es ist schlimm bei Rückblenden unsere Städte zu sehen, als hätten nur noch Ruinen gestanden. Leider standen tatsächlich zu viele und es wurden jährlich mehr. Dass es auch anders ging, und was nach der Wende sonst noch perverser Weise auf der Strecke blieb sieht man in Berichten viel zu selten. Doch letztlich muss man auch mal einen Strich ziehen und kann dabei erkennen, dass im Großen und Ganzen beide Teile Deutschlands gewonnen haben, wenngleich nicht jeder einzelne von uns. Wir „Mosaiker“ wurden (mehr oder weniger ungefragt) in eine Gesellschaft katapultiert die uns zumindest wesensfremd – manchem sogar verhasst war. Andere sind dann später „aufgewacht“ und empfanden es als ein böses Erwachen, fühlten sich nicht gerade grundlos verkauft. Aber wer will denn heute schon tatsächlich zurück in die damaligen Zustände, politisch wie auch wirtschaftlich gesehen? Man kann ja leider nicht einmal sagen, dass damals der chronische Mangel an Rohstoffen unserer Umwelt zugutegekommen wäre. Moral und Ethik ordnen sich immer wieder der Macht und Gier unter, der Mensch befindet diesbezüglich noch im Embryonalstadium. Ich mag mir übrigens besser gar nicht vorstellen, wie bei verdrehtem Geschichtsverlauf der „Sieg der DDR über die BRD“ dargestellt – und kaum besser – zu erleben sein würde.
    Wie vermittelt man den nachfolgenden Generationen als diese Zeit in einem Museum? Durch Glorifizierung ausgesuchter positiver Effekte oder des humanistischen Grundgedankens bei geflissentlichem Verschweigen was dafür alles auf der Strecke bleiben musste? Die „Genossen“ haben es nun einmal schlichtweg versaut – und zwar alles was sich tatsächlich hätte besser als im westlichen Gesellschaftsmodell entwickeln können. Aber es waren nun einmal Stalinisten und nicht Marxisten, die die DDR an die Wand gefahren haben. Ein Experiment ist gescheitert – hauptsächlich weil „demokratisch“ im Begriff „DDR“ ein reiner Etikettenschwindel war. Aber so einiges konnten wir ja doch mit hinüberretten, so auch das Mosaik. Anderes wird wieder neu erkämpft werden müssen – das dauert zwar länger als wenn es übergestülpt wird, hat dafür aber auch einen längeren Bestand.
    Die Presselandschaft der DDR war eine einzige Katastrophe. Es gab wenige Druckerzeugnisse die man ohne Übelkeitsanfälle lesen konnte. Verdummen lassen kann man sich heute noch immer, aber es gibt auch echte Alternativen dazu. Das MvHH war auf seinem Gebiet eine positive Ausnahme und es gibt mehr als einen Grund, das Lebenswerk von Hannes Hegen in Ehren zu halten und vor der Vergessenheit zu bewahren. Ob Hannes Hegen tatsächlich, auch in Anbetracht seiner eigenen nicht ganz unkomplizierten Persönlichkeit, die Chance hatte mit seinem Nachlass anders umzugehen als er es tat, weiß ich nicht zu beurteilen.

    Doch ich habe es früher schon einmal geschrieben …., wenn jemanden (wie dir) die Zusammenhänge, Korruptionen, geschichtlichen Falschdarstellungen, die ganze von dir entlarvte „Propagandamaschinerie der BRD“ so am Herzen liegen wie sich es hier immer wieder darstellt, dann decke es auf – nicht nur im Digedags-Forum. Auch dafür bietet sich in dieser Gesellschaft eine Auswahl an Plattformen an in denen man das mehr im Detail darstellen und sich für Änderungen einsetzen kann. Was ich hier von dir immer wieder lese sind teilweise auch nur Worthülsen die ich (oder wir) nicht beurteilen können da mir (oder uns) gesicherte Hintergrundinformationen fehlen.

    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    ... Da ich relativ von Anfang an, dort eingebunden war und wie "Bolle auf den Weihnachtsmann" mich gefreut hatte, dass das Archiv vom Hegen in so eine Einrichtung kommt. Was wurde nicht alles spekuliert, sogar ein Hegen-Symposium gemacht, Ausstellungen geplant, Filme etc. Die Hegen-Forschung angeschoben usw usf.
    Alles Schall und Rauch!
    An die Gegenstände kommt ein interessierte Student kaum ran, Veröffentlichungen werden sehr teuer. Ein Katalog, selbstfinanziert geht gar nicht, da Stiftung- und Mediales- und Verwaltungsrecht wie eine Mauer vor einem unbedarften "Macher" stehen!!!
    Du dachtest also, an was früher überhaupt gar nicht zu denken war, wäre heute ein Kinderspiel? Momentan geht es nicht einmal dem Tessloff-Verlag anders als dir. Vielleicht muss man ja auch zum „Macher“ geboren sein oder einen sehr langen Atem haben. Das mit dem langen Atem ist so eine Sache in unserem Alter und als Macher ist es noch schlimmer: Man muss nicht nur Knete haben, sondern auch über seinen eigenen Schatten springen können.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  3. #903
    Mitglied Avatar von gbg
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    Man könnte denken, ich lese eine "Staasbürgerkunde-Arbeit" in der BRD
    Jeder hat seine Sozialisation. Einzig was mich stört, und da dürften wir eine Gemeinsamkeit haben, die "feine Nase" für Ungereimtheiten zwischen Wort und Tat.
    Und diese BRD macht es eben auch nicht besser, sondern subtiler. Etikettenschwindel in anderer Form.
    Die Schlagzeilen sind voll davon.
    Was willst Du denn aufdecken? Ist doch alles schon geschrieben worden.

    Die DDR hatte schon ein großes Presseangebot, leider meist nur nicht zu bekommen. Schaue mal in die letzte Presseliste von 1988. Ob man da alles lesen musste, steht auf einem anderen Blatt.
    Interessant dabei, keine "Dopplungen" der Zeitschriften, also nicht "Abklatsch vom Abklatsch" heutiger Gazetten.
    Nimm diese Mehrfachzeitungen weg (z.B die hunderten Tv-Zeitungen"), dann hat die BRD wahrscheinlich weniger Titel im Angebot als die DDR. (Ich weiß steile These )

    Ich lese außer Mosaik praktisch keine Zeitung! Und an der Stelle sind wir beim Internet. Dort werden doch für alle Geschmäcker genug Filterblasen erzeugt, wozu braucht es da noch Zeitungen?
    Und sogenannte "freie Meinung", nun ja, da kannst Du Dir auch ein Bild von machen.
    Wie oben geschrieben, sagen kannst Du alles, ob Du dann über langwierige subtile "Angriffe" mundtot gemacht wirst, dass bekommst Du nicht mal mit!

    Um aufs Ausgangsthema zu kommen, sicher hat Hegen, wie wir es auch machen würden, bei dieser geballten Ladung "Staat" einfach keine Lust mehr gehabt. Geärgert hat ihn das zeitlebens.
    Geändert von gbg (17.02.2019 um 17:34 Uhr)

  4. #904
    Mitglied Avatar von gbg
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    Um auch mal wieder zum Thema zurückzukommen:
    http://gbg-monteverdi.de

    In der 2. Leipziger Bürgerauktion bot sich ein "Schnäppchen" an. Das ist praktisch die neue Zeit!

  5. #905
    Mitglied Avatar von gbg
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    Zitat Zitat von Remory Beitrag anzeigen
    ... ob die Stasi-Akte da was an Informationen hergibt.
    Welche Stasi-Akte?

    Auch auf mehrmaliger Anfrage von verschiednen Seiten, keine Info!!
    Lediglich Dräger Akte habe ich, dort aber K E I N Hinweis auf irgendwelche Aktionen seitens des Verlags, Hegen oder anderer möglicher "IMs".
    Querverweise zu anderen Dienststellen würden zumindest mit einem kryptischen Code angezeigt werden.
    Vermutung: Die waren vielleicht sauber?

    Gleiches gilt für die "Hakenkreuz-Affäre" in einer Beilage. Wäre sie außerhalb der Räume der Waldowallee erfolgt, hätte mit Sicherheit was in den Unterlagen des FDJ-Archivs gestanden. Ich denke dieses DY-Archiv ist das meist gelesene. Vielleicht tauchen ja noch unbekannte Aktenbestände auf, aber in den Verfügbaren, war dazu nichts zu finden.
    Auch die Zeichner konnten sich an diese Episode kaum erinnern, ich denke das war Drägers Geschichte. Er wollte auch mal ein "Held" sein
    Geändert von gbg (17.02.2019 um 17:44 Uhr)

  6. #906
    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    ... Die DDR hatte schon ein großes Presseangebot, leider meist nur nicht zu bekommen. Schaue mal in die letzte Presseliste von 1988. Ob man da alles lesen musste, steht auf einem anderen Blatt.
    Interessant dabei, keine "Dopplungen" der Zeitschriften, also nicht "Abklatsch vom Abklatsch" heutiger Gazetten.
    Nimm diese Mehrfachzeitungen weg (z.B die hunderten Tv-Zeitungen"), dann hat die BRD wahrscheinlich weniger Titel im Angebot als die DDR. (Ich weiß steile These ) ...
    also mal echt, hast du denn in den 80'er Jahren auch bereits keine Zeitung gelesen? Nach 86 hatte ich neben dem Eulenspiegel, der Weltbühne auch nur noch den Sputnik. Und da du gerade das Stichwort 1988 bringst, in diesem Jahr wurde diese Zeitschrift aus dem PZV gestrichen ... kannst ja mal nachlesen warum. Jetzt bekomme ich nur noch die Eule.
    Aber ich bezog mich gedanklich auch mehr auf die Tageszeitungen, die für mich irgendwann unerträglich wurden. Ansonsten gebe ich dir schon recht, Fach- und Hobbyzeitschriften gab es ausreichend.

    Da dir nachträglich noch der "Staatsbürgerkunde-Gag" eingefallen ist: Vielleicht gehört das ja tatsächlich zu meiner Sozialisation. Aber bis zu deiner These "HdG=Propagandazentrale" hätte ich nicht daran gedacht die offizielle Geschichtsschreibung der BRD einmal in "Schutz" nehmen zu müssen. Zu viel stinkt diesbezüglich auch mir. Aber mein Gedächtnis reicht momentan schon noch 30 und mehr Jahre zurück.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  7. #907
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von thowiLEIPZIG
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    Um auch mal wieder zum Thema zurückzukommen:
    http://gbg-monteverdi.de

    In der 2. Leipziger Bürgerauktion bot sich ein "Schnäppchen" an. Das ist praktisch die neue Zeit!
    Begreife ich nicht. Das ist für einen guten Zweck und beide Bücher sind ja toll. Und der Preis geht ebenfalls in Ordnung.
    Sag mal, kann es sein, dass da der Neid aus dir spricht?

  8. #908
    Mitglied Avatar von gbg
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    #thowi, der pure Neid, vielleicht so gar schlimmeres. Es wird mich mein ganzes restliches Leben der Depression näher bringen...

    Tränen überströmen meine Wangen, so ist es!

    PS: es ging auch nicht um die Bücher, sondern um eine Auktion, wo man den Meister "mieten" konnte, damit er den unbedarften Gewinner die "Feuerstellen" Hannes Hegens in Leipzig zeigen kann.
    Das fand ich echt "reichlich komisch". Vor nicht mal 8 Jahren wusste er noch gar nicht dass Hegen überhaupt in Leipzig wohnte.
    Geändert von gbg (17.02.2019 um 22:00 Uhr)

  9. #909
    Mitglied Avatar von gbg
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    #Uhrviech, das meinte ich, wir sollten doch die Propaganda der beiden Systeme erkennen.
    Und nein, ich las auch keine DDR-Tageszeitungen, ab und an die Wochenpost.

    Ergänzung: Gestrichen wurden keine Zeitungen, Zeitschriften, nur nicht mehr ausgeliefert, sind alle noch hübsch und fein verzeichnet.
    Geändert von gbg (17.02.2019 um 21:53 Uhr)

  10. #910
    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    ... Gestrichen wurden keine Zeitungen, Zeitschriften, nur nicht mehr ausgeliefert, sind alle noch hübsch und fein verzeichnet.
    Ich weiß, aber diese feine Nuance hat für mich keinen Unterschied gemacht. Es war schlicht und einfach Zensur weil die Genossen Angst vor dem frischen, antistalinistischen Wind aus der UdSSR hatten. Insgesamt sind wir doch weiter als wir damals waren - aber noch lange nicht da wo wir hinwollen. Vielleicht können wir uns auf diese Formel einigen.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  11. #911
    Mitglied Avatar von gbg
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    Kein Problem mit der Formel.

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