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Thema: Erlangen 2002 - nun diskutiert mal schön

  1. #1
    Mitglied Avatar von LuG
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    Erlangen 2002 - nun diskutiert mal schön

    ERLANGEN 2002
    Überlegungen für einen Comic-Salon im 3. Jahrtausend

    Eines vorweg: Die beiden Verfasser dieses Manifests, Martin Budde und ich, Lutz Göllner, wollen mit diesem Text nicht die Leistungen der bisherigen Organisatoren, Mitarbeiter und Helfer in Zweifel ziehen. Im Gegenteil: das unermüdliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kulturamt der Stadt Erlangen hat wesentlich zur gewachsenen Akzeptanz des Comics in den letzten 20 Jahren beigetragen.

    Aber: Auch ein Festival muss sich weiter entwickeln, Programmpunkte ändern, alte Zöpfe abschneiden und neue Schwerpunkte setzen. Schon der Salon 2000 war im Vergleich mit früheren Veranstaltungen ein Festival ohne große Höhepunkte. Das ist nicht dramatisch, denn längst lebt der Salon aus seiner eigenen Geschichte: Er darf als etabliert gelten, mit großen Überraschungen oder umwälzenden Neuerungen muss niemand mehr rechnen. Die Irritation, die noch vor vier Jahren der unerwartete Ansturm auf die Sparte der neuen Superhelden auslöste, hat sich gelegt. Problematisch erscheinen vielmehr, bezogen auf den Salon, erste Anzeichen der Stagnation, die sich womöglich aus einem Gefühl der Routine, der Sättigung und dem Gewicht der eigenen Tradition speisen.

    Ferner ist der Erlanger Comic Salon nicht länger alleine, wenn es um einschlägige Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung geht: Da wäre zunächst - als inzwischen schon wieder eher harmlose Konkurrenz - die Comic Action im Rahmen der Essener Spiele-Messe. Hinzu gekommen sind aber auch die Faszination Comic der Buchmesse in Frankfurt und dazu das etwas kleinere Pendant der Leipziger Buchmesse, sowie diverse Special-Interest-Veranstaltungen rund um die Themen Manga und Anime. Zumindest die beiden Veranstaltungen des Börsenvereins zielen auf ein ähnliches Publikum wie der Erlanger Salon und können auch mit einem vergleichbaren kulturellen Rahmenprogramm aufwarten.

    Dabei war es ein langer Weg von der ersten Erlangen-Messe im Redoutensaal bis zu dem Publikumserfolg, der heute die Massen nach Franken zieht. Erlangen hat sich mit den Jahren entwickelt, ist größer und routinierter geworden. Unsere Kritik hat deshalb vor allen Dingen das Ziel, Strukturen so zu verändern, dass sie den aktuellen Anforderungen entsprechen. Im Jahr 2002 muss niemand mehr beweisen, dass Comics auch Kultur sind. Und Erlangen sollte mehr sein als "das kuscheligste Familientreffen der Szene", wie Dirk "Jochen" Baranek es mal süffisant formulierte. Die '98 erstmals heftig aufgeflammte und noch immer fortschwelende Dissonanz zwischen der Das-Gute-Comic-Album-Fraktion (mit ihrer Neigung zu Larmoyanz und Nickeligkeit) und der ungleich offensiveren wie kommerzielleren Fanboy- bzw. Manga-Kids-Szene birgt potenziellen Sprengstoff für die kommenden Jahre. Der Anspruch an den Comic-Salon, alle Partikularinteressen zu berücksichtigen und gleichermaßen zu bedienen, ist größer und dessen Einlösung schwieriger geworden. Das müssen alle konzeptionellen Überlegungen in Rechnung ziehen.


    1. Erscheinungsbild und Ablauf des Salons

    Beginnen wir nun mit dem äußeren Erscheinungsbild, so merkt man dem Salon immer wieder an, dass Programmpunkte mit der heißen Nadel gestrickt wurden. In der SciFi-Ausstellung 2000 etwa hingen tatsächlich Giger-Drucke, wie man sie in jeder Buchhandlung bekommt. Die Diskussionsforen sind noch viel schlechtere Kopien ohnehin schon zweifelhafter Fernsehsendungen oder werden mit einer (vorgeblichen) Beißlust geführt, die Außenstehende verwundert. Und auch bei den Podien erscheint vieles etwas hausbacken. Beispiel: Wäre es wirklich so schwer, zum Thema Superheldenheftchen einen der anwesenden Künstler nebst eines des Englischen halbwegs Mächtigen (zwecks Übersetzung) aufs Podium zu schleifen und ihm einen Verächter der Superhelden gegenüber zu setzen, anstatt nur so genannte Experten aus der Verlags- und Medienszene zu präsentieren? Live-Gespräche mit Zeichnern finden eh viel zu selten statt, zuletzt fast gar nicht mehr.

    Dazu kommen Probleme mit der Raumsituation: die Kapazitäten sind ausgereizt, der Verlust der kleinen Halle für Diskussionsveranstaltungen war im Jahr 2000 ein klares Manko. Deshalb sollte die Suche nach Ausweichmöglichkeiten oberste Priorität haben. Vorschlag: ein Zelt auf dem Vorplatz, zur Not auch zwei (wie früher auf dem Schloßplatz). Dort könnten dann die Händler untergebracht werden (deren Vorteil: im Zelt freier Eintritt).

    Schließlich: Die Gründung einer Task Force wäre dringend geboten, die auf dem Salon für einen geregelten Ablauf sorgt, akute Fehlentwicklungen und Missstände ermittelt und nach Möglichkeit gleich Abhilfe schafft. Manche Probleme aber entstünden wohl auch gar nicht erst, wenn es zur Eintrittskarte einen Flyer mit Lageplan und Veranstaltungshinweisen des Tages gäbe.

    Zusätzliche Angebote: sind von grundsätzlicher Bedeutung! Früher gab es z.B. ein begleitendes Filmprogramm auf dem Salon mit raren Kinostücken. Vielleicht könnte man in diesem Zusammenhang ebenso ein Anime-Programm zusammenstellen, um jüngere Comicleser anzusprechen. Und ein Kinderkarussell irgendwo könnte auch nicht schaden - für die Allerjüngsten ist nämlich verdammt wenig los, sieht man vom Comickonsum ab. Spannend wäre womöglich eine Versteigerung von Originalen anwesender Künstler, evtl. zu einem guten Zweck. Und wer vor zwei Jahren in Erlangen war, dem fielen bestimmt die Werbeplakate auf, die überall in der Stadt für einen verkaufsoffenen Samstag eine Woche nach dem Salon warben. Warum eigentlich nicht am Wochenende während des Salons?!


    2. PR und Kommunikation

    Von der lokalen zur überregionalen Präsenz: Mit dem Max-und-Moritz-Preis wird der wichtigste Comicpreis Deutschlands verliehen - und kein Schwein merkts! Einerseits sollte man eine viel offensivere Medienpolitik betreiben, bestimmte Journalisten (z.B. TV und Spiegel) von vorn und hinten verwöhnen (Entschuldigung, aber man muss es so sagen: Journalisten sind samt und sonders besonders eitle Zeitgenossen und wollen hofiert werden, am Besten mit Exklusivinterviews mit den Preisträgern). Andererseits liegt die Preisverleihung am Samstag viel zu spät, um noch im Wochenend-Feuilleton erscheinen zu können. Die Berichterstattung über den Salon kommt meistens erst am Montag oder Dienstag darauf (gern kurz vorm Sportteil) bzw. eine Woche später, wenn sich niemand mehr um den Salon schert.

    In Angouléme dagegen, dem wichtigsten Comic-Festival Frankreichs, erfolgt die Preisverleihung schon am Donnerstag. Den Rest der Woche haben die Medienvertreter dann Zeit, Interviews mit den Preisträgern zu führen und ordentlich die Werbetrommel zu rühren für die Verleihung des Großen Preises am Wochenende! Unser Vorschlag: Der Preis für das Lebenswerk wird zum Großen Preis von Erlangen ernannt und wie bisher am Wochenende im Rahmen einer Gala verliehen. Alle übrigen aber sollten schon am Donnerstag Abend öffentlich bekannt gemacht werden, in einer noch zu bestimmenden Form.

  2. #2
    Mitglied Avatar von LuG
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    3. Der Max-und-Moritz-Preis

    Kommen wir nun zum MM-Preis selbst. Es gibt zu viele Kategorien, klagt der Preisstifter Bulls Pressedienst immer wieder. Dem stimmen wir nur bedingt zu, aber: Die Kategorien sind unübersichtlich, über die Jahre organisch gewachsen. Bei den Nominierungen konnte man gut beobachten, wie es immer wieder zu unschönen Überschneidungen v.a. zwischen den Kategorien 2 (bester deutscher Künstler) und 3a (bestes deutsches Album - Eigenproduktion) kam. Das dürfte in erster Linie an der kleinen deutschsprachigen Comicszene liegen.

    Bisher sehen die Kategorien bekanntlich so aus:

    1a) Bester Zeitungsstrip oder Cartoon (international)
    1b) (NEU seit 2000) Bester Zeitungstrip oder Cartoon (deutschsprachig)

    2) Bester deutschsprachiger Künstler

    3a) Bestes Album Eigenproduktion
    3b) Bestes Album Import
    3c) Beste Sekundärveröffentlichung

    4) Bester Kindercomic

    5) Bester internationaler Szenarist

    6) Spezialpreis der Jury

    7) Preis fürs Lebenswerk

    Ein Vorschlag für eine Neuaufteilung der Kategorien wäre stattdessen:

    1a) Bester Zeitungsstrip oder Cartoon (international)
    1b) Bester Zeitungstrip oder Cartoon (deutschsprachig)

    2a) Bester Comic Import (Texter)
    2b) Bester Comic Import (Zeichner)

    3a) Bester Comic Eigenproduktion (Texter)
    3b) Bester Comic Eigenproduktion (Zeichner)

    4) Bester Kindercomic

    5) Spezialpreis der Jury (wird nach Bedarf vergeben)

    6) Preis fürs Lebenswerk

    Und schwups haben wir einen Preis weniger. Da in Deutschland lesenswerte Sekundärliteratur eher selten erscheint, könnte man diesen Posten bei Bedarf unter der Kategorie 5 laufen lassen. Bereits vor vier Jahren hatte die Jury große Schwierigkeiten bei der Nominierung für die Kategorie 3c und damals deshalb auch keinen Preis verliehen; keines der Sekundärwerke vermochte alle JurorInnen rückhaltlos zu überzeugen.

    Last but not least wollen wir aber auch noch mal das Diskussions-Dauer(reiz)thema Publikumspreis ansprechen: Als populäres Gegengewicht zur Allmacht der Max-und-Moritz-Jury wäre er wünschenswert und an der Zeit. Dazu gibt es durchaus Ideen, wie man diese Abstimmung bereits im Vorfeld online durchführen könnte, um so wirklich ein möglichst großes Publikum und nicht nur ein paar Fan-Lobbys zu erreichen.


    4. Die Jury

    Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Max-und-Moritz-Jury selbst: Wie die Erfahrung aus den Vorjahren lehrt, sollte man dafür auf gar keinen Fall Vertreter von Verlagen berufen. Die armen Leute werden sonst von ihren Interessenkonflikten aufgefressen. Aber auch die äußeren Umstände der Jurysitzung sind kritikwürdig. So erscheint eine effektive Arbeitszeit von acht Stunden (Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag) bei über 300(!) Vorschlägen einfach zu wenig. Vielleicht sollte man überlegen, ob man die Jurysitzungen nicht bis auf den Sonntag verlängert. Es entsteht sonst immer wieder Diskussionsbedarf, der aus Zeitmangel gekappt werden muss.

    Auch auf die Gefahr hin, dass es jetzt zu detailliert wird, aber: Doppelnominierungen wie zuletzt im Falle OL gilt es nach Möglichkeit zu vermeiden. Auch dass Peter Puck zum vierten Mal nominiert wurde und der Preis wieder an ihm vorbei ging, ist, zurückhaltend gesagt, eine grobe Unhöflichkeit. Außerdem wäre es mehr als fair, wenn alle Jurymitglieder die zur Abstimmung stehenden Alben wirklich gelesen hätten. Die Vorbereitung der Juroren lässt doch manchmal sehr zu wünschen übrig. Auch wenn es inzwischen zeitlich schon zu knapp ist für den Salon 2002 - in Zukunft sollte eine Fachjury bereits lange im Vorfeld ernannt werden und untereinander in Kontakt treten, um Favoriten zu benennen. Bei der eigentlichen Jurysitzung werden dann nur noch die Vorschläge aus dieser Vorauswahl sowie externe Nominierungen von Seiten der Verlage beraten und die Gewinner ermittelt.


    Schluss

    Natürlich ist uns klar, dass Erlangen ein anderes Festival werden würde, ließen sich all diese Änderungen realisieren. Ein großer Teil des Erlangen-Charmes kommt jedoch von der verträumten, kleinstädtischen Atmosphäre der Frankenmetropole, deshalb sollte man das Festival eher vorsichtig reformieren und nicht vollständig umkrempeln. Eine viel stärkere Professionalisierung ist allerdings unumgänglich. Das ist etwas, was die meisten Leute aus der Comicszene nicht verstehen, haben sie es sich doch in ihrer kleinen Ecke wunderbar gemütlich gemacht. So lange diese Professionalisierung nicht erreicht ist, so lange werden Comics auch nicht ernst genommen werden, weder im Feuilleton noch bei der breiten Leserschaft, und ihr Potenzial nicht entfalten können, künstlerisch wie kommerziell. Was wiederum alle betrifft, die mit Comics in der einen oder anderen Form zu tun haben. Dieses Papier möchten wir als Diskussionsanstoß verstanden wissen; welche Konsequenzen daraus gezogen werden, ist eine andere Geschichte.


    Lutz Göllner
    Martin Budde

  3. #3
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    Die Kategorie „Bester Deutscher Künstler“ muss bleiben!
    Das ist die einzige wirklich wichtige Max & Moritz-Kategorie.

  4. #4
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    Max & Moritz-Preis

    Der Preis „Bester Zeitungsstrip“ ist wohl wegen des Sponsors notwendig. (Übrigens: In dieser Kategorie traf die Jury in den letzten Jahren immmer die besten Entscheidungen.)

    Der „Preis fürs Lebenswerk“ geht an den wichtigsten Ehrengast auf dem Comicsalon, ist daher absolut notwendig.

    Ähnliches gilt für den Preis „Bester internationaler Szenarist“. Der soll für gute Laune bei den angereisten Comic-Autoren sorgen, die auf dem Salon mitansehen müssen, wie sich nur bei den Zeichnern lange Publikums-Schlangen bilden.
    Dieser Preis ist also auch notwendig.

    Völlig wertlos ist die Kategorie „Bestes Album - Import“.
    Dort wird über den besten Comic der Welt entschieden. Aber der Max & Moritz-Preis ist zu klein für solch eine Entscheidung. Das ist beinah so, als würde Robert de Niro den Ehrenpokal des Theatervereins Niederwiesenfeld bekommen.
    Weg mit dieser Kategorie!

    Weiss jemand, ob der „Max & Moritz-Preis fürs beste Kindercomic“ in der Pädagogen-Fachpresse irgendeine Beachtung findet?
    Wenn nicht - weg damit!

    LuG hat völlig recht: Die Kategorie „Beste Sekundärveröffentlichung“ sollte wegfallen.

    Und jetzt mein revolutionärer Vorschlag:

    Der „Max & Moritz-Preis für den besten deutschsprachigen Künstler“ wird ZWEIMAL vergeben: Für 2001 und für 2002!

    Dafür werden die Kategorien „Bestes Album - Eigenproduktion“ und „Bester deutschsprachiger Zeitungs-Strip“ gestrichen.

  5. #5
    Mitglied Avatar von LuG
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    ... und damit kappst du die zarte Pflanze "Deutsche Comics" bevor sie eine Blüte entwickeln kann. Nein, gerade die deutschen Kategorien sollen schon bleiben (schließlich habe ich vor zwei Jahren um den Strip-Preis wie ein Löwe gekämpft).

    Den Vergleich mit De Niro finde ich etwas ungerecht. Was mich an den Anguoleme-Preisen immer gestört hat, war, dass sie so nationalistisch vergeben werden. Immerhin im Bereich Internationalismus können wir den Franzmännern doch was vormachen...

    Und gerade der Kinderpreis sollte bleiben, schließlich darf man seine Ursprünge nicht vergessen!!!!

  6. #6
    Moderator Speed Comics Avatar von Der Letter-Man
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    Na, ich bin ja gespannt, wie dieser 5. Comic-Salon, den ich als Aktiver mitmachen werde, verlaufen wird... ob LuG dann wieder am Sonntag so ein Gesicht macht, wie sein Logo hier im Forum?

  7. #7
    Moderator Speed Comics Avatar von Der Letter-Man
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    natürlich... nur wegen der langen Nächte und der vielen Sitzungen und Podiumsdiskussionen

  8. #8
    Mitglied Avatar von Guerillero
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    hm, viele gucken rein, aber keiner sagt was!

    ich finde die Punkte von LuG sehr gut und wichtig, ein Salon von der Wichtigkeit erlangens kann es sich gar nicht erlauben zu stagnieren - und besonders an der öffentlichkeitsarbeit muss gearbeitet werden - meine nicht-comic-lesende Bekanntschaft bekommt nie etwas von dem Salon mit, während man auch als nicht-film-freak zb an den berliner filmfestspielen kaum vorbeikommt.

    interessant wird diese diskussion aber wirklich erst, wenn sich mal jemand von den verantwortlichen hierher traut!

  9. #9
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    so wie lutz???

    immerhin ist er jury-mitglied...

  10. #10
    Moderator Splitter Forum Avatar von Yellowsam
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    Lightbulb Erlangen

    Ich kann Lutz da auch nur in allen Punkten zustimmen.
    Besonders wichtig für eine Öffentlichkeitswahrnehmung ist die Preisverleihung am 1. spätestens 2.Tag, damit die Presse einen Aufhänger hat über das Ereignis zu berichten.

    Dirk

  11. #11
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    Wink

    @l.n.: interessant, dass DU dich hier meldest...
    schliesslich bist du doch einer dieser verwöhnt-werden-wollenden schreiberlinge! schonmal positiv oder wenigstens aufmerksamkeitsheischend über den salon berichtet?

  12. #12
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    nö.

  13. #13
    Mitglied Avatar von Guerillero
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    @Muhr:
    Ich meinte eigentlich einen der Veranstalter, aber du als verwöhnter journalist weißt das wahrscheinlich eh schon.

  14. #14
    Mitglied Avatar von adventurer_killy
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    Ich bin halbwegs bewandert in der Problematik der organisation insbesondere des letzten CS (vielleicht sagt euch der Name Ivanovic was) aber doch muss ich sagen das einige der Vorschläge die gemacht wurden schlichtweg nicht realisierbar sind (es sei denn in der Stadtverwaltung tut sich eine grundlegene Neuerung); Die Podiumsdiskussionen auf ein so hohes Niveau zu heben ist schwierig, schon Herr Giger war nicht leicht zu überzeugen nach Erlangen zu kommen. Das begleitende Kinoprogramm kann auch nur insoweit weiter realisiert werden, wie es die maßgeblich beteiligten Kinos für möglich halten, da hat auch die Stadt wenig Einfluss. Die Pressearbeit der Zuständigen Beamten ist eine Sache für sich, große Zeitungen und Zeitschriften wie Spiegel etc.. nehmen sich nur selten die Zeit einen so "unbedeutenden" Event ernst zu nehmen. Allerding hoffe ich das wenigstens einige der Punkte 2002 doch realisiert werden können (insbesondere die "Task-Force") und hoffe das niemand deswegen gefrustet zu diesem Ereigniss erscheint!

  15. #15
    Moderator Inkplosion Forum Avatar von Michael Vogt
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    Offensichtlich sind wir uns ja alle einig, dass ein paar Änderungen nottun. Und wenn der Wille da ist, einige davon auch umzusetzen, stimmt das schon mal positiv.

    Auch so, finde ich, ist Erlangen eh das Comicevent, auf das ich mich alle zwei Jahre tierisch freue! Und es kann ja nur besser werden.

    Gruß
    Michael

  16. #16
    Mitglied Avatar von LuG
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    @ adventurer_killy (war das nicht mal ein französischer Ski-Sportler, der bei Olympia beschissen hat?): Ist mir schon klar, dass unsere Vorschläge viel zu viel des Guten sind. Aber einige unser Ideen werden doch hoffentlich angenommen. So denke ich, dass gerade die Diskussionsrunden in diesem Jahr erheblich spannender werden.

    Mir ist auch klar, dass wir unsere Vorschläge viel zu spät niedergeschrieben haben. Eigentlich hätte die Diskussion schon im letzten Jahr anfangen sollen. Naja, mein Fehler. Ich bin ja schon mit kleinen Ergebnissen zufrieden.

    Aber gerade die Darstellung des Salons nach außen muss m.E. viel aggresiver werden, dann achtet der "Spiegel" (oder das Fernsehen) auch auf uns. Und damit ist auch die "Umschichtung" der Preise gemeint. Es macht doch wenig Sinn, die Gewinner der Preise bis Samstag abend geheim zu halten, danach will eh keiner mehr Interviews mit ihnen.

    Jetzt bin ich erstmal froh, dass bei den Kommunalwahlen in Erlangen die CSU gewonnen hat (dass ich so was mal sagen würde, hätte ich auch nie gedacht), unter einer SPD/Grünen-Stadtregierung wäre der Salon garantiert wieder gefährdet. Wenn es das Großereignis CS 2004 noch geben sollte, werden hoffentlich noch mehr unserer Vorschläge zur Kenntnis genommen.

  17. #17
    Junior Mitglied Avatar von Belze
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    ...

  18. #18
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    kurz und knapp:
    preisverleihung vorziehen (und den dazugehörigen unterhaltungsteil auf max. 20 min. reduzieren).
    die zeltidee gefällt mir auch ausnehmend gut, platzmangel ist mmn eines der hauptprobleme des salons. so wurden z.b. diskussionen abgebrochen, gerade als sie interessant wurden, nur weil der raum für die nächste sitzung gebucht war.

  19. #19
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    Diskussionen bringen nicht viel, wenn man sich nicht selbst in die Vorbereitungen zum Salon einbringt. Und da sind bereits einige Entscheidungen gefallen. Macht euch ein Bild, was euch in Erlangen erwartet. Unter http://www.comic.de/erlangen haben wir eine erste Infoseite im Netz, die ständig aktualisiert wird. Da wir die "offizielle" Berichterstattung machen, kann ich den Salon nicht kommentieren.

    eckrt

  20. #20
    Moderator Image Rules/Comicgate Forum Avatar von Sascha Thau
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    Original geschrieben von adventurer_killy
    Die Pressearbeit der Zuständigen Beamten ist eine Sache für sich, große Zeitungen und Zeitschriften wie Spiegel etc.. nehmen sich nur selten die Zeit einen so "unbedeutenden" Event ernst zu nehmen.
    Uhmm, cool. Da wird mal wieder die Flinte ins Korn geworfen, bevor man richtig angefangen hat.

    Im Endeffekt profitieren Szene und Stadt doch gleichermaßen wenn man den Salon etwas aggressiver bekannt machen würde, aber zu sagen: Nö, das funktioniert doch eh nicht... dann funktioniert's halt auch nicht.

    bye Sascha

  21. #21
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    Max-und-Moritz-Preis

    Original geschrieben von Hate
    Weiss jemand, ob der „Max & Moritz-Preis fürs beste Kindercomic“ in der Pädagogen-Fachpresse irgendeine Beachtung findet?
    Wenn nicht - weg damit!
    Ich habe jetzt etwas recherchiert und kann an zwei Beispielen den geringen Stellenwert des Max-und-Moritz-Preises bei Kinderbuch-Illustratoren belegen:

    1986 erhielt der Schweizer Illustrator Jörg Müller den Max-und-Moritz-Preis für seine Comicversion von Serge Prokofieffs „Peter und der Wolf“, mit Texten von Loriot.

    Hier sind zwei biografische Angaben aus dem Internet:
    Jörg Müller, geboren 1942 in Lausanne, arbeitete als Werbegrafiker in Paris, Zürich und Bern. Mit seiner ersten Bildermappe »Alle Jahre wieder saust der Preßlufthammer nieder« wurde er 1973 auf Anhieb bekannt. Seine Werke wurden u.a. mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Deutschen Jugendliteraturpreis 1990, der internationalen Hans-Christian-Andersen-Medaille 1994 und dem Bologna Ragazzi Award 1997 ausgezeichnet.
    Jörg Müller wurde am 11. Oktober 1942 in Lausanne/Schweiz geboren, besuchte von 1960 bis 1964 die Fachklasse an der Kunstgewerbeschule in Biel und arbeitete anschließend für verschiedene Werbeagenturen als Grafiker in Paris und Biel. Daneben war er als Kinder- und Jugendbuchillustrator tätig und wurde durch seine 1970 bis 1972 entstandene Bildserie über die Veränderung einer Landschaft „Alle Jahre wieder saust der Preßlufthammer nieder“ bekannt. 1974 erhielt er den Sonderpreis des Premio Grafico Fiera di Bologna sowie den Deutschen Jugendbuchpreis, 1978 den Europäischen Bilderbuchpreis.
    Kein Wort vom Max-und-Moritz-Preis.

    Ähnlich ist es mit „Detektiv John Chatterton“ von Yvan Pommaux (1996 mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet):
    Yvan Pommaux wurde 1946 in Vichy geboren. Er studierte Kunst und arbeitet seit 1972 als Autor und Illustrator.
    Auszeichungen (Auswahl):
    1985 Grand Prix der Stadt Paris,
    1995 Deutscher Jugendliteraturpreis
    Ich glaube daher, man kann auf die Max-und-Moritz-Preis-Kategorie „Beste deutschsprachige Comic-Publikation für Kinder und Jugendliche“ verzichten.

  22. #22
    Mitglied Avatar von LuG
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    @ [email protected]: Naja, sooo viel ist da ja noch nicht rauszuziehen. Aus Gesprächen mit den Leuten aus der Kulturverwaltung weiß ich, dass da noch einiges offen ist. So möchte man z.B. noch gerne eine Manga-Ausstellung auf die Beine stellen und ich würde es - nach dem doch recht beeindruckenden Medienecho, den die Arctus-Leute in Amerika hatten - ganz interessant finden, die Israelis noch mal in Franken zu sehen.

    Aber das sind ja alles schon Detailfragen. Sehr viel wichtiger ist m.E. die Diskussion um die Preisverleihung und die Medienarbeit. Noch mal: Wir müssen uns aggresiver und offener darstellen, wenn wir ernstgenommen werden wollen. Hates Recherche über die ehemaligen Preisträger sagt da schon viel aus (auch wenn ich immer noch für den Kinderpreis bin).

  23. #23
    Moderator Speed Comics Avatar von Der Letter-Man
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    Original geschrieben von LuG
    Jetzt bin ich erstmal froh, dass bei den Kommunalwahlen in Erlangen die CSU gewonnen hat (dass ich so was mal sagen würde, hätte ich auch nie gedacht), unter einer SPD/Grünen-Stadtregierung wäre der Salon garantiert wieder gefährdet. Wenn es das Großereignis CS 2004 noch geben sollte, werden hoffentlich noch mehr unserer Vorschläge zur Kenntnis genommen.

    ...... ich staune. Erstens über diese "Sympathie" (harhar!) und zweitens: warumwiesoweshalb soll denn der CS 2004 nicht mehr stattfinden? Außer wegen Geld von der Kommune? Das Ding - wiewohl ich nichts von hinter den Kulissen weiß (vielleicht is das auch besser so???) - ist doch wohl allseits (also Macher, Käufer, Hoteliers, Bar & Kneipenbesitzer) akzeptiert und erwünscht. Oder sollte etwa der Herr Voscherau daran schuld sein, daß wir uns nicht mehr alle zwei Jahre "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" rumtreiben?

  24. #24
    Mitglied Avatar von LuG
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    Nun ja, Sozis und Kultur, das waren schon immer zwei Sachen, die sich gegenseitig wenig zu sagen hatten .

    Der Tod auf Raten, den Hamburg in den 90ern gestorben ist, hat m.E. eher damit zu tun, dass man solche Großveranstaltungen nicht in einer Großstadt aufziehen kann (wie der Comicgarten letztes Jahr in Berlin wieder mal bewiesen hat). Es hat schon seinen Grund, dass die Salons in Frankreich und den USA in Angouleme und San Diego (beides nicht gerade Horte des urbanen Lebensgefühls) stattfinden.

  25. #25
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    In Hamburg hatte die Wirtschaftbehörde (!) für drei Veranstaltungen Geld gegeben. Der (die) Veranstalter hatten also dreimal Gelegenheit, am Salon zu verdienen. Ob darüber hinaus noch irgendwelche Motivationen bestanden, wage ich zu bezweifeln.

    eckrt

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