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  1. #51
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    @Nante

    Gut habe ich nicht nur über die Hakims-Tochter geschrieben, die ich einfach zeichnerisch toll fand, aufgrund des sehr schönen Stils von Lona Rietschel. Bei den starken Frauen hatte ich an erster Stelle die Knödel-Fanny erwähnt, deren Rolle einfach zupackend und stimmig war, die sich Gefahren stellen musste etc. Genauso war das bei der Hakims-Tochter, bei Columbine und auch bei der Seherin aus der Griechenland-Ägypten-Serie. Das wollte ich da mit starken Persönlichkeiten ausdrücken, die selbst kämpften und sich durchs Leben schlugen.

    Und das die Frauenfiguren deutlich blasser werden von der Persönlichkeit her, hat ja Clarus/Clara genauso gezeigt, wie Ulrike, die erst gegen Ende der Serie wirklich andeuten konnte, was alles möglich gewesen wäre.

    Und weil du das hormonell eher aufgewühlte Alter ansprichst, ich hoffe da ist noch Leben in dir und du schätzt vielleicht auch eine weniger blasse Darstellung.

    Wir haben eine Südsee-Serie und die bisherigen Frauen sehen aus wie "Hertha" und "Queen Emma". Was ist mit den Südseeschönheiten? Ich meine mich zu erinnern, dass dafür die Südsee berühmt war und auf der Bounty haben sie, unter anderem, sogar deswegen gemeutert, damit sie auf Tahiti und bei den Schönen der Insel bleiben durften.

    Queen Emma hingegen hat einen persönlichen Diener, der ihr den Schirm reicht, einen Kühlschrank mit Eis auf der Barkasse, Bedienstete und jede Menge Land und Geld. Ich bin nicht wirklich begeistert von Figuren, die mit Geld oder Luxus oder Besitz sich definieren. Queen Emma hat tatsächlich vieles nicht nötig, wie du sagtest, aber das liegt eben daran, dass andere für sie diese Dinge erledigen. Nimm ihr das Geld weg, den Besitz und wir hätten eine ganz andere Figur. Dann hätte sie es vermutlich bitter nötig sich durchzusetzen.
    Geändert von SilverBlade (28.05.2020 um 09:27 Uhr)

  2. #52
    Mitglied Avatar von Nante
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    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    @Nante
    Queen Emma hingegen hat einen persönlichen Diener, der ihr den Schirm reicht, einen Kühlschrank mit Eis auf der Barkasse, Bedienstete und jede Menge Land und Geld. Ich bin nicht wirklich begeistert von Figuren, die mit Geld oder Luxus oder Besitz sich definieren. Queen Emma hat tatsächlich vieles nicht nötig, wie du sagtest, aber das liegt eben daran, dass andere für sie diese Dinge erledigen. Nimm ihr das Geld weg, den Besitz und wir hätten eine ganz andere Figur. Dann hätte sie es vermutlich bitter nötig sich durchzusetzen.

    Da die Frau ja eine historische Figur ist, werden wir nicht erleben, wie sie sich unter diesen Umständen schlägt. Aber auch so greift sie sehr wohl ein, wenn es sein muß: Sie hätte z.B. Abrax und Brabax auch sehr gut in ihr Unglück rennen lassen können.
    Und wenn ich ihre Bio auf Wiki mal so lese, ist ihr daß ja auch nicht alles in den Schoß gefallen.
    Es kommt eben immer auf die Situation an. Was wäre aus Columbine ohne die Gefangenschaft ihres Vaters oder aus Fatima ohne ihre Entführung geworden? Wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft "anständige" und hübsch angepaßte Ehefrauen.

    Vielleicht erleben wir ja noch ein paar nette Auseinandersetzungen mit Hr v. Oertzen. Typen wie er dürfte übrigens neben den Missionaren dafür verantwortlich sein, daß Du bis jetzt noch nicht so viele Südsee-Damen im MvHH-Stil gesehen hast. Seine Ambitionen verkündet er auf S.17 ja recht deutlich. (Um so passender die geniale Retourkutsche von Kupa auf S. 45)

    PS: Das die Dame ihr Geld lieber für einen Kühlschrank als ein prächtigeres Haus oder die modischsten Klamotten ausgibt, macht sie nicht nur Califax und Pitipak sondern auch mir sehr sympathisch. Sie setzt die Prioritäten richtig.
    Eine Krise kann jeder Idiot meistern. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.
    (angeblich) Anton Tschechow

  3. #53
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    @Nante

    Die Missionare sind in der Tat ein sehr interessanter Aspekt, der hoffentlich noch angedeutet oder sogar etwas ausführlicher berücksichtigt wird. Jetzt bloß keine fluchenden Mönche wie in der Hanse-Serie, sondern tatsächliche Missionare und ihr Einfluß auf die dortigen Kulturen. Vermutlich hat es halt nur noch Südsee-Damen in der Optik von "Hertha" und "Queen Emma" dort gegeben, die anderen sind mit den Meuterern von der Bounty hundert Jahre zuvor weggesegelt. Nein im Ernst, ein bißchen mehr Südsee-Flair auch in dieser Richtung würde den Heften sicher nicht schaden.

    Und weder bei Knödel-Fanny, Columbine oder der Hakims-Tochter kann ich mir Angepasstheit vorstellen. Aber wer weiß, vielleicht erleben wir ja auch mal weibliche Abenteuerinnen, die Südsee würde sich da doch durchaus anbieten.

    Auch wenn die Retourkutsche von Kupa sicher sehr stimmig ist, es war wohl eher so, dass man da recht ambitionierte Kolonialbeamte hingeschickt hat. Weil ich möchte nicht erleben, dass man so einen Satz als Ausrede für stümperhafte, trottelige und unfähige Kolonialbeamte benutzt. Überhaupt ist diese Gefahr recht groß, wenn ich an die Äußerungen von Kratzenstein und seines Vorgesetzten denke.

    Irgendwie ist die Abwesenheit von Polizeikräften, Militär etc. sehr verwunderlich. Das ist so alles in seliger Selbstverwaltung mit ein paar trotteligen Kolonialbeamten gestaltet und einigen cholerischen, trinkenden Deutschen, die aber gerade deshalb eigentlich auch unfähig sind. Das sind doch keine echten Gegenspieler. Die eigentliche Inselwelt sah da recht anders aus. Wenigstens mit Duk-Duk scheint man ja etwas besser umzugehen.

    Und gegen einen Kühlschrank hat bei den dortigen Temperaturen sicher niemand etwas. Und modische Klamotten machen für "Queen Emma" ja nicht wirklich Sinn - drei Ehemänner haben für ein gutes Leben und Auskommen gesorgt. Natürlich setzt sie ihre Prioritäten richtig und hat ihr kleines "Imperium" im Griff - da einige Auseinandersetzungen wären sicher spannend, aber die Abrafaxe entfernen sich ja mit jeder Insel mehr von Leuten wie Herrn von Oertzen.

    Falls es wirklich ein Insel-Hopping wird, dann müssen die Gegenspieler mitreisen - und das klappt vermutlich momentan nur mit dem gesunkenen spanischen Schiff als Aufhänger. Wodurch es unwahrscheinlich wird, dass sich da ein wirklicher Gegenspieler etabliert. Kraakmöller mit seinen Limonadetrinkern ist ja nun nicht wirklich aus der Abteilung Erzbösewicht. Leider.
    Geändert von SilverBlade (28.05.2020 um 11:07 Uhr)

  4. #54
    Mitglied Avatar von Nante
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    "Kraakmöller mit seinen Limonadetrinkern ist ja nun nicht wirklich aus der Abteilung Erzbösewicht.“

    Kann ja noch werden. Der Don war in den ersten Heften ja auch eher eine Witzfigur.

    Bei der Gelegenheit, weil ich das vorhin vergessen habe: Welcher Qualitätsunterschied liegt eigentlich zwischen Bösl und Grantiger und Wegel und Agerer? Die beiden Gendarmen sind doch eigentlich auch nur Deppen, die nur im Zusammenspiel mit Vierschroth (Der hat da wirklich schon ein anderes Kaliber!) Bedeutung erlangen.

    Was die „Abwesenheit von Polizeikräften, Militär etc….“ angeht, taucht sie ja vielleicht noch auf. Die „Schutztruppe“ war ja zahlenmäßig eher klein und wahrscheinlich nur auf einigen Stützpunkten stationiert. Verbal zumindest wird sie ja schon mal in Form des Kanonenbootes angekündigt.
    Und die Bemerkung von Kupa ist wohl vor allem eine Anspielung auf die Situation in den FNL zu Beginn der 90er.

    Und auch wenn ich mir jetzt auf ewig Thowi's Ungnade zuziehe: Irgendwie erinnert mich Herr Kratzenstein optisch an ihn. Vor allem auf dem Bild l.u.
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    (angeblich) Anton Tschechow

  5. #55
    Mitglied Avatar von Max schwalbe
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    Ich weiß nicht recht, ob ich es toll finden würde, wenn in der Südsee-Story ganz klischeehaft gleich in den ersten Heften hübsche Mädchen herumspringen. Das könnte schnell einen hässlichen Beigeschmack bekommen. Was aber nichts dran ändert, dass es wirklich schön wäre, im Mosaik mal wieder eine Frau zu erleben, die sowohl gutaussehend als auch wagemutig im positiven Sinne ist. Die Gefahr von Repetition ist hierbei gering - wann hat es so eine Figur zuletzt im Mosaik gegeben?

    Aus der jüngeren Vergangenheit in Ansätzen viell. Susanne aus der Barockserie, das wars oder?

    finde es aber schon etwas verklemmt, dass beispielsweise nur sehr dicke, ältere Frauen im Mosaik eine überdurschnittliche Oberweite haben... man muss die Realität doch nicht hölzerner machen als sie ist Fatima war da wirklich eine rare Ausnahme. Warum eigentlich. Wenn es stimmt, dass Fatima auf Drängen einer weiblichen Mosaik-Mitarbeiterin in die Handlung kam und auch von ihr gezeichnet wurde, wäre damit schon mal jeglicher Vorwurf entkräftet, ein Mann hätte da vulgäre Phantasien verwirklicht. Fatima sieht einfach richtig gut aus, nicht mehr und nicht weniger.
    Geändert von Max schwalbe (28.05.2020 um 12:34 Uhr)

  6. #56
    Mitglied Avatar von mutawakkel
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    Zitat Zitat von Max schwalbe Beitrag anzeigen
    ...wann hat es so eine Figur zuletzt im Mosaik gegeben?

    Aus der jüngeren Vergangenheit in Ansätzen viell. Susanne aus der Barockserie, das wars oder?
    Thusnelda aus der Rom-Serie fällt mir da noch ein...

    Ansonsten ist das hier schon eine "alte-weiße-Männer-Diskussion"

  7. #57
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    Lona Rietschel hatte sich da sehr vehement für die Figur der Hakims-Tochter eingesetzt. Ich wollte da auch weniger auf dauernd herumspringende Südseeschönheiten hinaus, sondern tatsächlich, wie der Schwalben-Max gesagt hat, das Klischee verdeutlichen, dicke Eingeborenenfrauen, schlanke Eingeborenenmänner. Das zieht sich durch alle drei Hefte bislang.

    Außerdem wurde bereits auf dem Einlege-Flyer im ersten Heft mit einer Südsee-Tänzerin geworben, gut die war nur so dahingeworfen und hätte schöner gezeichnet sein können, aber immerhin hat man das ja sozusagen als Teaser eingesetzt. In den Heften selbst dann "Hertha" und "Tante Emma". Die Frauen bekommen das viele Essen, die Männer sind drahtig und muskulös. Frauen und Küche - da hat man dann wieder das Klischee.

    Genau deshalb würde so eine Abenteuerin richtig gut passen. Muss ja nicht gleich ein Lara Croft - Verschnitt sein. Und so eine wagemutige Abenteurerin, also zeichnerisch bekommt man die sicher hin und ihr die Chance geben eine tolle Begleiterin der Abrafaxe zu werden, das wäre doch mal etwas.

    Und was so die Stärke der Polizei in den Südseekolonien angeht, lässt sich folgendes finden:

    Deutsch-Neuguinea

    19 deutsche Polizeimeister, 670 einheimische Polizisten in Neuguinea und auf den Inseln; ein einheimischer Polizeimeister

    Zur Ausübung der Verwaltung wurden bis Mai 1888 sogenannte Kompagniebeamte eingesetzt, die den Handels- und Plantagenbau-Niederlassungen der Neuguinea-Kompagnie vorstanden, als Zoll- und Steuerbeamte fungierten und richterliche Funktionen versahen. Höchster Beamter im Schutzgebiet war der Landeshauptmann.

    Und natürlich gab es auch eine gewisse Anzahl an männlichen und weiblichen Kolonisten.

    Die erwähnte SMS "Hyäne" war zumindest zwischen 1884 und 1886 in den Südsee-Gewässern mit immerhin 95 Mann Besatzung.

    Vielleicht entwickelt sich da ja noch was. Der Spannung wäre es sehr zuträglich. Und wenn da so knapp 700 Mann Polizeitruppe auf den Inseln sich verteilen, werden die ja sicher auch irgendwann mal sichtbar in den Heften.

  8. #58
    Mitglied Avatar von mutawakkel
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    das ist aber schon so eine Art Fetisch bei Dir, dass Du unbedingt Soldaten und Polizisten sehen willst ?!?

    Für mich sind da die bisherigen Andeutungen durchaus ausreichend, zumal ja nun doch verschiedenste Kolonialbeamte im Spiel sind.
    Also ich war von dem Heft doch angenehm überrascht, hatte ich doch nach den letzten beiden Heften schlimmeres befürchtet. Irgendwie scheint jetzt doch die Suche nach dem Schatzschiff in den Vordergrund zu geraten, zumindest wirft ja Kraakmöller alle seine Pläne über den Haufen, um nähere Informationen zu bekommen. Komisch zwar, dass offensichtlich jeder etwas über das Schiff weiß, sich aber noch keiner auf die Suche gemacht hat - naja...
    Ansonsten bin ich mit dem Heft ganz zufrieden, sehr schön der Duk-Duk und dass er auch gleich mal für private Zwecke "missbraucht" wird, fand ich schön. Pitipak nach wie vor nervig, aber nicht Zentrum des Heftes und somit verschmerzbar, ich vermute immer noch, dass diese Figur für die jüngeren Leser eingebaut wurde, damit das Thema Kolonien für die älteren ernsthafter dargestellt werden kann.
    Die zeichnerische Inkonsistenz ist natürlich auffällig, stört mich jetzt aber nicht gar so, ich würde das auch auf die derzeitigen Umstände schieben und habe somit auch Verständnis dafür...

  9. #59
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    Nein, ich habe da keinen Fetish mit Soldaten und Polizei am Laufen. Ehe man mir noch vorwirft, ich würde am liebsten die Hakims-Tochter in Polizeiuniform sehen.

    Aber im Ernst, die deutsche Kolonialregierung hat Duk Duk verfolgt, weil sie den Geheimbund für kriminelle Machenschaften verantwortlich machte. Von der Logik her müsste also, wenn auf der Insel die ganze Nacht die Trommeln zu hören sind und dann auch noch eine Hütte abgebrannt wird, doch wohl wenigstens mal der eine oder andere Polizist die Nase in die Angelegenheit stecken. Das hätte ja nicht erfolgreich sein müssen, aber so komplett alles ohne das da jemand seitens der Kolonialverwaltung drauf reagiert?

    Der gute Herr von Oertzen, welcher sich brav seinen Cognac bei Tante Emma, Queen Emma, im Laden kauft, hatte übrigens auch so einiges gegen Queen Emma und das hat man ziemlich stark verändert und auch da fehlt die Macht hinter Herrn von Oertzen, die dieser zweifellos besaß.

    "Im Mai 1885 erließ von Oertzen Regelungen, die es Einheimischen verboten, Waffen zu verkaufen, den Landerwerb genehmigungspflichtig machten und den Export von Arbeitskräften außerhalb deutscher Plantagen einschränkten. Bald kam es zu Streitigkeiten über vorher bestehende Landbesitzrechte von europäischen Kolonisten, besonders die 5000 ha Queen Emmas (Oertzen: „Schleichhändlerin“), Richard Parkinson und dem Belgier J. B. Octave Mouton."

    Jemanden als "Schleichhändlerin" zu bezeichnen, da hätte man einen interessanten Konflikt daraus gestalten können. Auch hier zeigt sich, dass die historischen Fakten richtig viel an Möglichkeiten bereithalten, welche keinen Eingang in die Hefte finden.

    Und was das Aussehen angeht, wenn man sich Queen Emma in einem Foto der damaligen Zeit anschaut (Wikipedia macht es möglich), dann hat das so gar keine Ähnlichkeit mit der korpulenten Dame, auf dem Bild dort ist sie sogar eher recht freizügig mit tief ausgeschnittenem Dekolleté und wirklich ausnehmend hübsch.

    Und was macht man in der Serie aus ihr? Der Schwalben Max hatte ja schon von der sehr dicken, älteren Frau gesprochen. Verwunderlich, dass man das so gestaltet hat, statt sich ans Original zu halten, weil Queen Emma tatsächlich eine Südseeschönheit war.

    "1893 wird sie Paul Kolbe heiraten, den Stationsvorsteher für den Bezirk Bismarckarchipel und die Salomoninseln. Sie gehörte zu den wohlhabendsten, aber auch skandalösesten Unternehmerinnen ihrer Zeit. Ihr gesellschaftlicher Aufstieg war beispielhaft."

    @Nante

    Wenn wir denselben Wiki-Artikel gelesen haben, dann zeigt sich doch, dass ihr eigentlich alles in den Schoß gefallen ist, in gewisser Weise. Sie wurde ja wegen ihres enormen Landbesitzes und ihrer herrischen Art „Queen Emma“ genannt. So ganz waren die Prioritäten von Queen Emma wohl doch nicht nur auf den Kühlschrank ausgerichtet.

    "Emma Kolbe ließ sich in Gunantambu bei Herbertshöhe in der Nähe der Hauptstadt Deutsch-Neuguineas, Rabaul, ein luxuriöses Anwesen errichten. 1910 verkaufte Emma Kolbe ihre gesamten Anteile an Plantagen (insbesondere Kopra) für eine Million US-Dollar an die „Hamburgische Südsee Aktien Gesellschaft“. Von einem Teil dieses Vermögens erwarb sie ein Appartement in Monte Carlo."

    Also Queen Emma hatte ihre Hände in vielen Dingen, auch dem Kopra-Handel. Sie nur als Besitzerin eines Tante-Emma-Ladens in den Kolonien darzustellen, greift da viel zu kurz. Und optisch wäre eine Orientierung an den alten Original-Fotografien tatsächlich wunderschön gewesen.
    Geändert von SilverBlade (29.05.2020 um 05:18 Uhr)

  10. #60
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    Zur Diskussion um die Südseeschönheiten: Wer sich schon mal auf Südseeinseln aufgehalten hat, dem wird aufgefallen sein, dass die meisten Südseeinsulaner tatsächlich körperliche Ausmaße haben, die denen von Hertha oder Queen Emma entsprechen oder teils weit darüber hinausgehen. Das trifft auf Männer ebenso zu. Wenn man im Internet schaut, findet man Nachrichten, die besagen, dass 80-90% aller Südseeinsulaner übergewichtig sind. Verantwortlich dafür ist wahlweise ein Gendefekt, moderne Ernährung oder beides. So könnte es möglich sein, dass schon zur Handlungszeit des Mosaik ein Teil der ursprünglichen Bevölkerung übergewichtig war, wenn er sich z.B. durch Ernährung mit Brot an die Europäer angepasst hat. Im Mosaik erscheinen mir bisher eher die melanesischen Männer etwas untypisch, da sie eher dünn und drahtig erscheinen. Ausserdem haben Melanesier oft rötliche oder blonde Haare, was man im Mosaik bisher nicht sieht.

  11. #61
    Mitglied Avatar von Nante
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    @SilverBlade
    So ganz "Tante-Emma-Laden"mäßig wird sie ja gar nicht dargestellt. Sie hat Niederlassungen auf anderen Inseln und zeigt keinen Respekt vor Herren der Obrigkeit.
    Was ihre Vergangenheit angeht, erfahren wir ja vielleicht noch mehr. (Würde ich mir zumindest wünschen.)
    Über die Äußerlichkeiten wollte ich jetzt eigentlich nicht reden, aber bitte:
    Wenn Du die Bildersuche für die Dame über Wiki hinaus ausdehnst, wirst Du auch noch andere Bilder finden, die der Mosaik-Emma eher entsprechen. Und wenn wir den relativ kurzen Aufenthalt von Hr.Oertzen zu Grunde legen (Wikipedia machts möglich), war sie damals ca.35. (Und die waren damals noch nicht das neue 25, in welchem Alter das von Dir gemeinte Bild wohl ja etwa entstand.)
    Und was die Polizisten angeht: Wenn Deine Angaben stimmen, wovon ich fest ausgehe; - Wahnsinn, fast 700(!) Polizisten in einem Gebiet von unzähligen Inseln, verteilt auf mehrere Tausend Km im Quadrat. Selbst die reine Festlandfläche war in etwa so groß wie die altes Bundesrepublik.
    Wirklich erstaunlich, daß wir nicht auf Schritt und Tritt auf unseren liebsten Freund und Helfer treffen.
    Ich denke allerdings, wir werden im nächsten Heft dieses Vergnügen haben; - und sei es nur der Wächter des Verwaltungsgebäudes.
    Eine Krise kann jeder Idiot meistern. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.
    (angeblich) Anton Tschechow

  12. #62
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    @Nante

    Zumindest im Heft wird sie ein wenig auf den Laden reduziert, auch wenn ihr Besitz erwähnt wird, das wurde ja auch nicht in Frage gestellt. Sie war aber keine Freiheitskämpferin und den mangelnden Respekt findet man in ihrer herrischen Art und ihrer Skrupellosigkeit begründet.

    Sie kaufte das Land von den Einheimischen auf und errichtete mit Unterstützung durch ihren Schwager ein gewaltiges Kokosnuss-Imperium mit großen Kokosnuss- und Kakao-Plantagen. Sie gab, unterstützt von ihren Nichten prächtige und überaus extravagante Parties, welche von den Kolonialbeamten und der High Society der Insel besucht wurden. Seitens der deutschen Kolonisten bekam sie eine Menge Neid und Mißgunst zu spüren.

    Und ja, ich habe mir auch die späteren Bilder angesehen, aber erst bei ihrer dritten Heirat mit Herrn Kolbe 1893 (Korrektur nach Hinweis von Nante. Ich hatte zuerst 1913 geschrieben, aber sie heiratete Paul Kolbe 1893 und verstarb 1913 in Monte Carlo) hatte sie dann den entsprechenden Umfang etc. Immerhin wurde sie als Lola Montez der Südsee bezeichnet, was für die erwähnte Schönheit spricht.

    Und in den nachfolgenden Jahren sagte man ihr auch nach, dass sie so umfangreich geworden war, dass sie während einer Party, wo sie sich zurückzog um sich auf den Nachttopf zu setzen, selbigen durch ihr Gewicht zerbrach und die Porzellansplitter sich in ihren Allerwertesten bohrten. Außerdem bezeichnete man sie als "Kannibalen-Prinzessin", es gab da eine Menge übler Nachrede. Einer ihrer früheren Ehemänner , James Farrell, verdiente sein Geld übrigens mit Sklavenhandel.

    Frühere Bilder aber zeigen tatsächlich eine Schönheit und nicht alle Bilder wurden aufgenommen als sie 25 war. Auch spätere Aufnahmen künden noch von ihrer Schönheit. Aber eigentlich geht es ja um das generelle Erscheinungsbild der einheimischen Damen im Heft, wie schon der Schwalbe-Max erläutert hat.

    Übrigens wurde ihr Leben auch verfilmt. "Emma - Königin der Südsee (Queen of the South Seas) / Abenteuer-Zweiteiler mit Hal Holbrook und Barbara Carrera "

    Allerdings ist das eher ein Film, der wenig mit ihrem tatsächlichen Leben zu tun hatte, sondern relativ frei gestaltet wurde.

    Das Verwaltungsgebäude, gut das du es ansprichst, da sollte es durchaus eine Wache geben, aber wie gesagt, ich habe ja nur angemerkt, dass es so gar keine Ordnungshüter gibt in den Heften bislang. Und wie gesagt Duk-Duk wurde verfolgt und galt als kriminelle Vereinigung. Also ich brauche nicht auf jeder Seite des Hefts einen Polizisten, was ich damit viel eher ausdrücken und beschreiben wollte, ist dieses völlig losgelöste, sich selbst überlassene Bild, welches da entsteht in den Heften. Vermutlich war es so, dass die Einheimischen durchaus friedlich waren, aber es ging um wirtschaftliche Interessen und die Arbeit auf den Plantagen etc. wurde sicher von Aufsehern etc. überwacht und generell war das bestimmt nicht alles gechilled und entspannt.

    Immerhin gab es da sowohl die Privatarmeen der Neuguinea-Kompanie, als auch später die stattlichen Kolonialtruppen. Gustav von Oertzen machte sich übrigens für eine Polizeitruppe aus ehemaligen deutschen Landsturmmännern stark. Grundsätzlich wurden aber auch zur Bestrafung "unbotmäßiger Einheimischer" auf die Landungskorps der in der Südsee kreuzenden Kriegsschiffe zurückgegriffen. Was spannend wird, wenn die SMS "Hyäne" im Heft erscheint.

    Was auch recht witzig ist, dass der militärische Dienst der angeheuerten Söldner aus Kostengründen auf zwei Stunden am Vormittag beschränkt war, wo sie von beurlaubten deutschen Offizieren und Unteroffizieren ausgebildet wurden. Die restliche Zeit mussten sie für die Gesellschaft Straßen und Gebäude bauen oder auf den Plantagen arbeiten.

    Spannend wäre übrigens auch zu erfahren wie "Unserdeutsch." geklungen hat. Immerhin die einzig jemals existierende deutsche Kreolsprache weltweit. Das wird hoffentlich noch in den Heften auftauchen, zumindest vielleicht ja im immer glänzend recherchierten Mittelteil.
    Geändert von SilverBlade (30.05.2020 um 10:07 Uhr)

  13. #63
    Mitglied Avatar von Nante
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    Offenbar verwenden wir zwei unterschiedliche Wikis. Nach "meinem" war die Hochzeit mit Paul Kolbe 1893 und 1913 ist sie gestorben. Über eine eventuelle Gewichtszunahme danach möchte ich lieber nicht nachdenken.
    Ansonsten gilt für mich weiterhin, daß Ozeanien eine Gegend ist, wo ich historisch nicht so beschlagen bin und mich deshalb gerne weiter unterhaltend "weiterbilden" lasse.
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    (angeblich) Anton Tschechow

  14. #64
    Mitglied Avatar von Blue-Cosmos
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    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Nein, ich habe da keinen Fetish mit Soldaten und Polizei am Laufen. Ehe man mir noch vorwirft, ich würde am liebsten die Hakims-Tochter in Polizeiuniform sehen.
    Es kommt anders. Das nächste Heft trägt den Titel "Der Fetish". Das Cover wird schon viel über den Inhalt verraten: Herr von Oertzen trägt heimlich Emmas Kleidung... Bei der Anprobe wird er von Abrax erwischt. Er redet sich raus, sieht sich in Gefahr und entführt Abrax kurzerhand, damit sein Geheimnis gewahrt bleibt. :-O

  15. #65
    Moderator Digedags Forum Avatar von Tangentus
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    Hab mir nochmal das Video https://www.youtube.com/watch?v=hcwkpGHfsJo angesehen, hier sind auch wieder Parallelen zum aktuellen Heft zu finden.
    Außerdem sehr interessant: https://www.youtube.com/watch?v=tRGFQYETjT0 über von Oertzen
    www.Tangentus.de
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  16. #66
    Junior Mitglied Avatar von Naturreisflöckchen
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    Nach meinem rant über das letzte Heft und dem dramaturgisch allgemein eher bedauerlichen Zustands des Mosaik, welchen ich aufgrund meiner momentan chronischen Mosaik-Lese-Unlust erst 30 Tage später und dann lieber in der Plauderecke abgelassen habe, war auch hier beim Anblick des Covers Schlimmstes zu befürchten. Aber ich bin nun etwas milder gestimmt. Und bereue nicht, es heute gleich frisch aus dem Kasten durchgelesen zu haben.

    Der Reihe nach:

    Das Cover macht genau da weiter, wo die, wirklich vermasselte, letzte Seite aus Heft 533 aufhörte. Da sind die einzigen einigermaßen in Gefahr schwebenden, weil offenbar vom bösen Duk Duk entführten, Protagonisten, und die befinden sich schon auf der Titelseite in Freiheit, wobei der eine gerade im Begriff ist, freudestrahlend einem monströsen Reptil in die weit aufgerissene Futterluke hineinzuspringen. Na, so gefährlich kann das nächtliche Happening mit dem Duk Duk für die beiden dann wohl doch nicht gewesen sein. Spannung, was dieses kurze Intermezzo angeht, nun auch gleich nochmal im neuen Heft vergeigt. Dass der Titel mal so gar nicht zum Bild passt, Schwamm drüber.

    Die Ähnlichkeit mit dem noch gar nicht vor so langer Zeit erschienenen Cover aus "Die verlorene Truhe" , fiel mir allerdings auch sofort auf. Und auch da wussten wir nach wenigen Panels: Alles halb so wild. Wie wahr, wie wahr...

    Über die unterschiedlichen Zeichenstile der Faxe bin ich indes zwiegespalten. Einerseits erfrischend, mal neue Gestiken und Mimiken zu sehen, andererseits: Was zum Teufel hat Brabax da auf S. 46 inhaliert oder in sich hineingeschüttet, um dermaßen leicht debil wirkend und honigkuchen-grinsend der scheidenden Queen Emma hinterherzuwinken?!

    Ansonsten, ja ich gebe es zu, ... zeichnerisch finde ich Piti zum knuddeln süß und niedlich. Als Aufhänger für den Rest der Serie brauche ich ihn bitte nicht.

    Aber da gibt es Hoffnung: Das mal kurz an den Duk Duk durch das Doppelleben des Letu entführte Logbuch der Heiderose, das mögliche Aufeinandertreffen deutscher und englischer Seeleute und Kolonialbeamten, gepaart mit einer wahrscheinlichen Schatzsuche (die man ja nicht zwingend so eitrig-zäh dahinfließen lassen muss wie in der Hanseserie) haben mir, zusammen mit dem zeichnerisch wieder tollem Südsee-Flair, Freude beim Lesen dieses Heftes beschert.

    Das neue Heft kann kommen.
    Geändert von Naturreisflöckchen (29.05.2020 um 19:53 Uhr)

  17. #67
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von thowiLEIPZIG
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    Kaine! zum aktuellen Heft:


  18. #68
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    @Nante

    Mea Culpa, mea culpa, mea maxima culpa. Du hast völlig recht, Klar Queen Emma heiratete Paulchen 1893 und starb 1913. Irgendwie hatte ich da einige englischsprachige Artikel nebenher recherchiert und gelesen und beim Schreiben dann wohl einige Zahlen vermischt.

    Es ist dasselbe Wikipedia, die Schuld liegt ganz bei mir. Und auch ich bin vom Mosaik angeregt mehr über die Geschichte in Ozeanien zu lesen. Das Mosaik schafft diese Neugier auf die jeweilige Zeit immer in mir zu erzeugen, was tatsächlich ein magischer Effekt zu sein scheint, weil das Mosaik immer neugierig auf vergangene Zeiten und die aufgesuchten Orte macht. Ich werde das natürlich in meinem Beitrag #62 auch korrigieren.

    Sehr aufmerksam von dir und so prägt sich sowas hoffentlich bei den anderen Lesern nicht falsch ein, bei denen ich mich auch für meine nicht korrekte Recherche und Wiedergabe entschuldige. Und es macht tatsächlich große Freude sich über solche historischen Aspekte auszutauschen, danke für deine Beiträge und den Gedankenaustausch.
    Geändert von SilverBlade (30.05.2020 um 10:02 Uhr)

  19. #69
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    Und wen Queen Emma interessiert, der findet Material in einem Roman von Annette Dutton mit dem Titel "Die verbotene Geschichte". Auf den Seiten des Verlags findet sich die Geschichte hinter dem Roman und da tauchen Namen auf, die man schon im Mosaik gelesen hat:

    Emma Kolbe, besser bekannt unter dem Namen Queen Emma, wurde 1850 auf Samoa geboren. Sie war die Tochter der samoanischen Prinzessin Le'utu Talelatale Malietoa und des amerikanischen Walfängers Jonas Myndersse Coe, der 1837 als Schiffbrüchiger nach Samoa kam, dort sechs Ehen schloss und achtzehn Kinder zeugte. Seine Tochter Emma besuchte zunächst eine katholische Missionsschule und verbrachte einen Teil ihrer Schulzeit in Sydney und San Francisco. Sie war sehr ehrgeizig und arbeitete sich nach ihrer Rückkehr auf die Insel in das Handelsunternehmen ihres Vaters ein. Von deutschen Händlern auf Samoa bekam Emma den Hinweis, dass es auf den fruchtbaren Inseln östlich Neuguineas billiges Land gäbe. Mit ihrem damaligen Geliebten und späteren Mann, dem australischen Kapitän Thomas Farrell, machte sie sich 1878 auf die dreieinhalbtausend Kilometer weite Reise.

    Sie landeten auf Mioko, einer winzigen Insel, die zur Gruppe der Duke of York Islands zwischen New Britain und New Ireland gehört. Das Paar ließ sich dort nieder und kaufte Plantagenland. Weder die Tatsache, dass man Emmas ersten Ehemann, den Briten James Forsayth, zu diesem Zeitpunkt noch nicht für tot erklärt hatte, noch dass Farrell in Australien verheiratet war, störte die elf europäischen Bewohner der Insel. Die hatten mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Zwei von ihnen waren gerade erst von Kannibalen getötet und verspeist worden, den Rest plagten Tropenkrankheiten. Der desolate Haufen stellte für Emmas ambitionierte Ziele keinerlei Konkurrenz dar, und als fünf Jahre später auf den Inseln die deutsche Reichsflagge gehisst wurde, stellte der deutsche Reichskommissar Gustav von Oertzen verwundert fest, dass sich der größte Teil des fruchtbaren Landes im Besitz einer gewissen Emma Forsayth-Coe befand.

    In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts siedelte Emma auf die bedeutend größere Insel New Britain um, wo sie nahe des Amtssitzes der deutschen Verwaltung in Herbertshöhe eine weitläufige Residenz, Gunantambu, errichten ließ. Ihre Villa wurde schnell zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der deutschen Kolonie. Die „Queen“ galt wegen ihres enormen Reichtums als unantastbar und schuf sich ihre eigenen Gesetze. Sie rauchte wie ein Mann, trank täglich zwei Flaschen Champagner. Gleichzeitig spielte sie hervorragend Klavier und verblüffte die Deutschen, wenn sie aus dem Stegreif Goethe zitierte. Sie nahm sich Liebhaber, wie es ihr gefiel, die Moralvorstellungen der Deutschen kümmerten sie dabei nicht.

    Emmas letzter Mann war der Deutsche Paul Kolbe, leitender Angestellter der Neuguinea-Kompagnie, mit dem sie fast zwei Jahrzehnte lang verheiratet war. Bevor der Erste Weltkrieg ausbrach, verkaufte Emma hellsichtig ihre Plantagen für die damals astronomisch hohe Summe von einer Million US-Dollar. Die Kolbes brachen ihre Zelte in Neuguinea ab und reisten über Sydney nach Europa, wo beide im Juli 1913 kurz hintereinander in Monte Carlo unter ungeklärten Umständen ums Leben kamen. Emmas Urne wurde nach Neuguinea überführt und auf dem Familienfriedhof in Gunantambu beigesetzt.

  20. #70
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    Ich hoffe ja immer noch sehr, dass Kaine auch mal wieder Videos ausschließlich zu den Mosaiks macht - jetzt sind drei Hefte erschienen, würde sich doch glatt anbieten sozusagen ein Video über alle drei und seine Sicht auf die Geschichte zu drehen.

    Offensichtlich macht ihm die neue Serie ja Spaß und man spürt, dass er da gerne drüber erzählt. Und so in einem großen Video versteckt von ungefähr Minute 15 an für noch nicht mal zwei Minuten, ist das echt schade, dass da nicht mehr und ausführlicher darüber berichtet wird.

    Also ich wäre ganz klar für Mosaik-Videos, vielleicht lässt sich Kaine da ja überzeugen. Wäre toll! Besonders eben weil er da ja auch sowas wie ein Botschafter für das Mosaik online sein kann und mit seinen Videos auf großartige Weise von seinen Leseerlebnissen berichtet.

  21. #71
    Mitglied Avatar von Diplomat
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    So, Heft bekommen und gelesen. Es ist eigentlich recht gut. Es kommt Spannung mit den Duk Duk auf aber leider kommt zwischendurch Piti und die Spannung ist weg. Er ist m.M.n. ein Fremdkörper der zu sehr in den Vordergrund steht. Es wäre sicher nicht so schlimm wenn er nicht so Kleinkindhaft dargestellt würde, sondern etwas älter. Ich kann Fliegen... also nee, geht gar nicht. Diese Szene hätte man wirklich dramatisch halten müssen,aber wie beim Hai -alles Weichgespült-schade. Der Rest des Heftes ist gute Unterhaltung, die Galeone wird nicht vergessen,gefällt mir. Das zeichnerische ist auf einigen Seiten leider zum wegradieren aber geht ja nicht. Warum nicht mal Niels Bülow die Faxe zeichnet ist mir schleierhaft, an meiner Wand hängt ein Brabax und der sieht 10x besser aus als die Pasda-faxe . Die angesprochene fehlende Weiblichkeit der Frauen im Mosaik ist seit einiger Zeit tatsächlich merkwürdig. Immer seltsame konturlose Körper geben ein zu Denken. Und ja die Südseeschönheiten waren sogar bei Hegen anzutreffen, hier- Fehlanzeige. Und bei ihm waren es die 50iger !!!! Also Fazit( zum 3. x?)- Piti nach Hause und es läuft eine gute Serie!

  22. #72
    Mitglied Avatar von Nante
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    Bei der ganze Diskussion um die Südseedamen fällt mir gerade ein:
    Ist bei der Umfrage, die Thowi zur Sexyness von Stine und den beiden anderen Stralsunder Grazien gestartet hat, eigentlich was raus gekommen?
    Eine Krise kann jeder Idiot meistern. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.
    (angeblich) Anton Tschechow

  23. #73
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    Neulich beim Lesen und Stöbern in den Mosaik-Sammelbänden habe ich festgestellt:

    Irgendwie erinnert mich Pittipak ein wenig an Tenka (Katerina Iwanowa Karamasowa) aus der Weltreise - Serie. Vermutlich auch, weil sie im begleitenden Text des Sammelbandes als "hyperaktive Nervensäge" * bezeichnet wird. So ganz lässt sich das bei Pittipak auch nicht von der Hand weisen.

    Noch aufschlussreicher sind dann nachfolgende Zeilen:

    "...ihr offenes Wesen lässt sie, je länger die Reise dauert, immer sympathischer werden. Ihre absolute kindliche Unschuld..."*

    (Bleibt zu hoffen, dass man da nicht drauf baut, dass es bei Pittipak ähnlich sein könnte.)

    "Mit der Figur Tenka schafft es Autor Jens U. Schubert, einer Reihe von dramatischen Situationen ihre Brisanz zu nehmen, ohne dabei Spannung zu verlieren. Zudem ist sie einer der glaubwürdigsten Charaktere...Dadurch kann ihre Neugierde manchmal die Handlung glaubwürdiger vorantreiben, als es mit einer der erwachsenen Figuren möglich gewesen wäre. In der Summe hat sich Tenka damit überraschenderweise viel positiver im Laufe der Geschichte entwickelt, als die ersten Hefte erwarten ließen."*

    (*Alle Zitate aus Mosaik Sammelband 88: Stürmische Zeiten, Welt der Abrafaxe - Teil VIII)

    Also auch hier sind Parallelen sehr frappierend. Nur kann Pittipak keine Brisanz nehmen und Spannung geht massiv verloren, sie ist manchmal sogar überhaupt nicht mehr vorhanden in den ersten Heften. Was aber besonders erstaunt ist der Satz, dass die Figur sich überraschenderweise viel positiver im Laufe der Geschichte entwickelt - also wenn es den Autoren überrascht, ist das schon besorgniserregend. Der sollte wissen, was er mit seinen Figuren beabsichtigt und gestalten will.

    Auf Pittipak übertragen, würde das bedeuten, dass man hier sich erzählerisch wiederholt und versucht mit einer Kinderfigur Brisanz aus Situationen zu nehmen - wie gesagt, dafür müsste erstmal Brisanz da sein und wenn man so eine Figur wie Pittipak nimmt, ist man eben sehr sehr schnell beim Bummi und im Teletubbie-Südsee-Paradies.

    @Max Schwalbe, @Nante

    Und weil wir das Thema Südsee-Schönheiten hatten, während der Weltreise-Serie gelangen die Abrafaxe ja auch nach Hawaii - auf der letzten Seite von "Spion an Bord", Heft 352, wird eine üppige, sehr leicht bekleidete, eigentlich trägt sie nur Pflanzen und Blumen, Südsee-Schönheit gezeigt. Da wurde sogar beim Betreten der Insel schon die Inselschöne sehr klischeehaft präsentiert.
    Geändert von SilverBlade (04.06.2020 um 13:08 Uhr)

  24. #74
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    Mich lässt diese Serie bislang kalt. Wir hatten hier im Naturkundemuseum letztes Jahr eine Südsee-Ausstellung auch mit nem Abstecher zum Thema deutsche Kolonien, was hat naheliegend ist, weil viele Ausstellungsstücke natürlich aus dem Zusammenhang stammen. Ich würde erwarten, dass wenigstens in 1-2 Heften mal das Thema Tanzen reingenommen wird.

    Ich weiß einfach im Moment nicht wie das für Kinder spannend sein soll. Selbst mein Kleiner findet Pittipak langweilig/nervig. Wir freuen uns am ehesten darauf, wenn die Matrosen auftauchen, die immerhin als Charaktere ein bisschen was drauf haben, weil sie sich graduell unterscheiden. Der eine eher dem Kapitän hörig und der andere eher kritisch. Über die moderne Filterzigarette des Kapitäns haben sich selbst meine Kinder geärgert. Warum nicht ne fette Zigarre?

    Ich frage mich momentan wo der Bösewicht herkommen soll. Krakmöller ist bislang als Figur ja ganz OK. Aber 3/4 der Mannschaft würden ja eh nicht zu ihm halten, wenn er mal etwas verbocken sollte. Ein Bösewicht muss doch auch einen gewissen Hintergrund haben. Sonst ist er nicht ernst zu nehmen.
    Für mich sieht die Serie bislang eher nach einer Art Traumschiff - Rumgegurke unter Palmen - aus. Schöne Handlungsorte, aber null Spannung. Pittipak bringt sich in hanebüchene Situationen und übersteht alles dank Schutzengel. Die Abrafaxe braucht es da garnicht, die sich faktisch nur durch ihn selber in Gefahren bringen (Hai, nächtlicher Ausflug). Die einzige Bedrohung, die mir bislang einfiele wäre, dass sich die Abrafaxe nicht ausweisen können und das eben schon quasi in der Moderne. Sehen aus wie die Lütten von den Kolonialherren, gehören aber zu niemandem dazu. Das kann wie bei der Ägyptenreihe auch spannend sein, aber das sehe ich noch nicht.

    Zeichnerisch finde ich die Serie in Ordnung, auch wenn die "Heiderose" als häufiger Handlungsort etwas arg simplifiziert dargestellt ist. Aber die Koggen haben auch in der Hanse-Serie weder mir noch meinen Kids gefallen. Da brauchte man nichtmal nen Fachwissen oder im Internet nachschauen. Bei JEDEM Jungen, der ein bisschen was dafür übrig hat, steht vielleicht ein Buch (altes Was-ist-was oder so) rum, wo man sieht wie Koggen in echt aussahen.

  25. #75
    Mitglied Avatar von Singongo
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    @Tangentus: ich bin Deinem link gefolgt und habe mir den Film auch angesehen. Der Bau einer WUP ist tatsächlich Männersache, wie man dort erneut lernen konnte.
    ...und nicht zuletzt diese fast vergessene Art, deutsch zu sprechen... ...UNSERDEUTSCH... ...nie gehört!
    Ich will da auch hin!
    Geändert von Singongo (28.06.2020 um 16:40 Uhr)
    ...und wenn du wüllst, dann geh ich down on my knees... Hans Hölzel

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