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Ergebnis 1 bis 18 von 18
  1. #1
    Mitglied Avatar von Whoosher
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    Question Guter Comic - Schlechter Comic

    Hallo zusammen,

    ich lese zwar erst seit gut sieben Jahren (wieder) Comics, habe mich in dieser Zeit jedoch auch eingehend mit dem Medium beschäftigt und auch einiges investiert. Ich habe Vorlieben für Zeichner und Autoren, auch eine Vorstellung was (für mich) einen guten Comic ausmacht. Jedoch bin ich immer wieder erstaunt, auf welchen Ebenen hier im Forum teilweise diskutiert wird, insbesondere wenn es um Wiederauflagen von Klassikern geht - Blueberry mal als Beispiel genannt. Da geht es um Papiergewicht, Schwarztöne, Absaufen, Klebe- und Fadenbindungen etc etc - Und ich versteh fast nur Bahnhof.

    Ich habe mir zwar einmal vor einigen Jahren die wahrscheinlich typische Sekundärliteratur von Scott McCloud und Will Eisner durchgelesen - allerdings auch schon wieder einiges vergessen. Aber eine Frage, welche mich schon immer beschäftigte ist - Was macht denn einen Comic zu einem wirklich guten Comic? Einer, der auch nach Jahrzehnten noch in allen Köpfen drin ist, den alle kennen.

    Mir ist bewusst, daß vieles auch mit Nostalgie zu tun hat. Aber es muss ja Gründe geben, wieso es eben *diese* Comics gibt. Dabei geht es mir weniger um die Geschichte, vielmehr um eben genannte Techniken wie Farbe, Panelaufbau, Strich etc.

    Gibt es dazu auch Literatur, die man mal gelesen haben sollte, oder vielleicht Webseiten?

    Gerne natürlich auch Eure persönliche Meinung.

    Dank Euch.

  2. #2
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Mach dir keinen Kopf. Ein guter Comic ist jener, der dir gefällt. Was andere sagen, ist nicht wichtig. Und wenn ihn viele mögen, wird er halt erfolgreich. Bücher, die das durchleuchten, gibt's wie Sand am Meer. Und von wegen Bahnhof. Ich blick da auch nicht durch. Die kitzligen Kriterien der Papiersortenegozentriker haben mich nie interessiert.
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst
    Mit Bastei-Gruß,
    Euer Frank

    Ganz neu: Jetzt auch mit Lehning-Gruß!




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  3. #3
    Mitglied Avatar von amicus
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    @Whoosher

    Mir ist völlig wurscht, was die Fachpresse oder das Publikum ganz generell von diesen oder jenen Comic hält. Ausnahmen sind Leute, die einen ähnlichen Geschmack haben wie ich, wo ich denn auch einmal nachfrage. Frank hat schon recht. Gut ist, was dir gefällt.
    Der andere Komplex, Papiersorte, Bindung etc.etc. ist ausschließlich eine Frage deines persönlichen Anspruchs; kannst du deshalb auch nur für dich persönlich beantworten.

  4. #4
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Frank hat da schon den Nagel auf den Kopf getroffen. Bis auf das mit der Papierqualität! Für mich muss das in allen Punkten punkten... Okay, ich bin Handwerker und lieber gute Qualität und Haptik. Vielleicht auch nur ne Macke, aber meine Macke muss gepflegt werden!


    C_R
    VERKAUFE COMICS
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  5. #5
    Mitglied Avatar von Whoosher
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    Vielleicht mal zur Klarstellung. Es geht mir nicht darum, dass ich mich nach anderen Meinungen richten möchte. Mich interessieren die objektiven Kriterien, nach denen die Profis Ausschau halten. Ob das am Ende auch meine Meinung trifft ist irrelevant.

  6. #6
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Aber wer ist denn Profi? Ich lese seit 15 Jahren Comics. Streckenweise exzessiv, aber ich würde niemals sagen, dass ich Profi bin. Das Wissen, was ich mir da aneigne, ist halt mein Hobby...

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  7. #7
    Mitglied Avatar von Huckybear
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    @Whoosher

    Das Thema ist einfach zu sehr emotional behaftet und hat auch mit eigenen evtl. wirtschaftlichen Interessen, Politisch, Lebenslauf, Alter oder persönlicher Bekanntschaft, Nostalgie usw. zu tun
    Sicher wird es gemachte Standards geben , aber neben wissenschaftlichen, historischen, künstlerischen und moneytären Gründen hat ja auch die unterhaltende Wegwerfunterhaltung ihren Zweck und Grund

    Vielleicht hilft dir ja dein Gefühl weiter, ohne das man versucht etwas mühsam durch andere als standdartisierte Regel und Schublade von aussen zu erklären oder es auszusprechen, man weiss oder ahnt es einfach.
    Bestes Beispiel :
    Als Kind haben nahezu alle von diesem einem besonderen Zeichnungen und Storys als "guten" Disneyzeichner gesprochen und geschwärmt , der immer irgendwie "besser" war als andere Storys und Zeichnungen.
    Es gab keine Erklärung, nur das Gefühl.
    Keiner wusste wie er heisst und ob das ein anderer war als Kind.
    Man "fühlte" es einfach und nahm einfach nur etwas übergreifend wahr
    Ich behaupte jeden ist das für sich als Kind oder später so oder so ähnlich irgendwo und wann bei etwas mal aufgefallen. Etwas ist anders oder besser (?), bzw. löst etwas in einem auch qualitativ aus was der andere nicht tut ...
    Später wusste man das es sich beim Beispiel Disney um einen gewissen Carl Barks handelt.
    Ähnlich in Deutschland für mich Kind bei Bastei Heften mit Buffalo Bill , wo sich Wäscher und glaube ein Spanischer Zeichner abgewechselt haben in den Heften.
    Ich kannte Wäscher nicht, würde auch nicht behaupten das das ein guter Comic für sich ist, trotzdem erschien mir und meinen Freunden im Monat wenn dieser dran war, alles immer homogener, inniger, menschlicher, wertiger, näher dran und tja..einfach für mich in dem Augenblick "besser" (?)

    Gerade wo Florian Schneider von Kraftwerk gestorben ist, wird ja immer erwähnt wie wichtig neben Elvis Presley, The Beatels, Kraftwerk und Nirvana all diese für jeweils indem Moment ihre späteren Einflüsse und stilbringende weitreichenden Revolutionen jeweils gerade Historisch von Kritikern betrachtet waren.
    Geändert von Huckybear (10.05.2020 um 16:36 Uhr)
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  8. #8
    Mitglied Avatar von HerrHase
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    Zitat Zitat von Huckybear Beitrag anzeigen
    Als Kind haben nahezu alle von diesem einem besonderen Zeichnungen und Storys als "guten" Disneyzeichner gesprochen und geschwärmt , der immer irgendwie "besser" war als andere Storys und Zeichnungen.
    Es gab keine Erklärung, nur das Gefühl.
    Keiner wusste wie er heisst und ob das ein anderer war als Kind.
    Man "fühlte" es einfach und nahm einfach nur etwas übergreifend war
    Wobei es mir nicht nur mit den Barks-Comics in den MM-Heften so ging, sondern z.B. auch mit vor allem einem Zeichner in den LTBs. Da wurden ja in den 80ern auch die Namen der Zeichner noch nicht genannt, aber bestimmte Geschichten sind mir einfach als herausragend in Erinnerung geblieben. Später habe ich dann gemerkt, dass diese Comics fast alle von Scarpa gezeichnet (und meistens auch geschrieben) waren. Deshalb halte ich auch diese immer wieder von Verlagsvertretern vorgebrachte Argumentation, Kinder würden keine Qualitätsunterschiede erkennen, für Quatsch.

  9. #9
    Mitglied Avatar von Stefan
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    Naja, Whoosher, es gibt schon bis zu einem gewissen Grad eine akademische Behandlung des Feldes Comic. Aber suchst du wirklich nach so etwas?:
    https://www.comicgesellschaft.de/
    https://www.slm.uni-hamburg.de/imk/f...tren/argl.html

  10. #10
    Mitglied Avatar von JRN
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    Zitat Zitat von Whoosher Beitrag anzeigen
    Mich interessieren die objektiven Kriterien, nach denen die Profis Ausschau halten.
    @Whoosher :

    Ich ahne, was Du hier sagen willst ... aber "objektive" Kriterien gibt es nicht.
    Kritik ist, was einige hier ja auch schon gesagt haben, immer subjektiv. "Objektivität" ist eine abstrakte Kategorie. Sie kann angestrebt werden, wird aber nie erreicht. [Wie "Unendlichkeit", für die wir auch einen Begriff haben, obwohl wir sie nicht erfahren oder ermessen können.]
    Ein "Profi" wird immer versuchen, seine oder ihre Methodik und seinen oder ihren Kriterienkatalog zu "verobjektivieren", aber selbst diejenigen, denen dies weitgehend gelingt, entwickeln am Ende immer nur einen subjektiven Kanon, der zwar in sich stimmig sein mag [und dem Publikum des Kritikers dann gute Dienste als Leitstern leisten kann], der aber natürlich von keinem anderen Kritiker übernommen werden muss.

    Gehört zum Beispiel der "Unterhaltungswert" zu meinem Kriterienkatalog?
    Möchte ich, dass meine Neugier befriedigt wird?
    Ist die Frage, ob ein Verlag sein Publikum im Auge hat oder nicht, ein relevantes Kriterium?

    Ich persönlich habe, als ich in einem anderen Leben in der Rraah!-Tops'n'Flops-Jury gesessen habe, für mich eine 25 Punkte umfassende "Checkliste" erarbeitet, nach der ich jeden mir vorgelegten Band "befragt" habe.
    Selbst wenn damals alle meine Kolleginnen und Kollegen die gleichen 25 Kriterien an die gleichen Bände angelegt hätten ... und selbst wenn sie alle ungefähr die gleiche Punktzahl in allen 25 Kategorien verteilt hätten, so wäre doch die Frage, wo genau die Grenze zwischen zum Beispiel "Note 3" und "Note 4" gezogen wird, immer noch von jeder und jedem individuell gezogen worden - mit dem Ergebnis, dass einige nur äußerst selten oder nie eine "Note 6" ["phänomenal"] vergeben hätten, während bei anderen jeder fünfte Band eine Spitzenwertung erzielt hätte.
    Außerdem habe ich meine Kriterien unterschiedlich "gewichtet" [mein Wert für "Buchbinderische Verarbeitung, Realisation" wurde zum Beispiel jeweils mit 7 multipliziert, der Wert für im Comic enthaltene "Botschaft" dagegen nur mit 2 (die kleinstmöglich erreichbare Gesamtpunktzahl wäre bei diesem System übrigens "100" gewesen, die maximale Punktzahl "600")] ... und auch hier hättest Du wieder einen nicht grade kleinen Spielraum für subjektive Vorlieben gehabt.

    Mir persönlich war damals wichtig, dass ein Comic, dem ich im Jahr 2003 eine "Note 4" vergeben hätte, sicher einem anderem Comic gleichwertig gewesen wäre, dem ich im Jahr 1993 eine "Note 4" vergeben hatte - nach meinen subjektiven Kriterien.

    Und da Dich jetzt sicher meine 1993 aufgestellten Kriterien interessieren, kopiere ich sie nachstehend einfach mal hier rein:
    [Da, wo jetzt die Auslassungspunkte sind, waren im Originaldokument Doppelpfeile.]


    Bewertungsschema

    01: ERSTER EINDRUCK, COVER [Gelungenes Layout, originelle Gestaltung, hoher Wiedererkennungswert ... unauffällig, unscheinbar]
    02: BUCHBINDERISCHE VERARBEITUNG, ANSPRUCH [Edle, besondere Ausgabe ... (Standard-HC = 4) ... (SC = 3) ... hingekotzte Dutzendware]
    03: BUCHBINDERISCHE VERARBEITUNG, REALISATION [Solide, optimale Verarbeitung ... Bruch]
    04: VERHÄLTNIS: PRÄSENTATIONSANSPRUCH / INHALTSABSICHT [Angemessen ... Widersprüchlich]
    05: EDITORISCHE BETREUUNG, KLAPPENTEXTE etc. [Informativ, erhellend, inspirativ ... lieblos, kontraproduktiv]
    06: DRUCKQUALITÄT [Technisch optimal, inhaltsangemessen ... technisch und medial mangelhaft]
    07: SCHLUSSREDAKTION [Fehlerlose Schrift-/Bildbearbeitung ... stümperhafte Betreuung]
    08: LETTERING [Inhaltsangemessen, lesbar und gleichmässig ... lektürebehindernd]
    09: QUANTITATIVES VERHÄLTNIS VON SCHRIFT UND BILD IN RELATION ZUR HANDLUNG [Ausgewogen, auf den Handlungsverlauf abgestimmt ... störend]
    10: SPRACHNIVEAU (SCHRIFT) [Abwechslungsreich, inhaltangemessen, auf "Aussagen" und "aussagende Figuren" bezogen ... stereotyp, undialogisch, verkrampft]
    11: SEITENLAYOUT [Handlungsunterstützend, sinnhaft ... unmotiviert]
    12: KOLORIERUNG [Technisch fehlerlos, handlungsunterstützend ... unmotiviert, unangemessen, im Widerspruch zur Zeichnung stehend]
    13: ZEICHNUNG [Originell, ausgereift, handlungsbezogen ... krude, flach]
    14: STIL [Ausgereift, eigen ... unsicher, epigonal]
    15: TYPISIERUNG [Gelungen, im Komplexitätsgrad handlungsangemessen ... überbordend barock, chaotisch, ohne Wiedererkennungswert]
    16: ORIGINALITÄT DES ARTWORKS [Augenfällig ... nicht vorhanden]
    17: FORM-INHALT-RELATION [Harmonisch ... kontraproduktiv, lustfeindlich]
    18: HEURISTIK [NARRATIONSILLUSION DURCH BILDAUSSCHNITTE, EINSTELLUNGEN ...] [Klar, ausgereift klassisch oder virtuos barock ... kein heuristisches Konzept erkennbar]
    19: ORIGINALITÄT DER HANDLUNG [Reizend ... langweilig, ärgerlich]
    20: ESPRIT DER HANDLUNG [Witziger Funny, spannender Krimi etc. ... belanglos]
    21: FLUSS [Hineinziehend ... abstossend, kein Interesse an der Lektüre weckend]
    22: MESSAGE [Ambitioniert (auch in Bezug auf den Umgang mit Genrekonventionen) ... leer]
    23: KOMPLEXITÄTSANSPRUCH [Vorhanden ... nicht vorhanden]
    24: KOMPLEXITÄTSREALISATION [Gelungen, nachvollziehbar, spannend oder metaphorisch ... gescheitert]
    25: WERT, STATUS [Wertvoll, nötig, wichtig ... überflüssig, unsäglich, kein Comic]

    Bewertungsschlüssel:

    100 - 199 Punkte = 1 (mies)
    200 - 299 Punkte = 2 (lau)
    300 - 399 Punkte = 3 (nicht übel)
    400 - 499 Punkte = 4 (gut)
    500 - 549 Punkte = 5 (sehr gut)
    550 - 600 Punkte = 6 (phänomenal)

    JRN, 09-12-1993



    Du hattest gefragt ...



    Mit 1000 Grüßen,
    JRN
    [knapp 27 Jahre später]
    Geändert von JRN (10.05.2020 um 17:49 Uhr)

  11. #11
    Mitglied Avatar von JRN
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    @Stefan :

    Vielen Dank für das Raussuchen des Links zur ArGL.



    Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch die andere [und ältere] wissenschaftliche Einrichtung nachgetragen, die sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland mit Comics beschäftigt oder beschäftigt hat:
    Das Institut für Jugendbuchforschung, Frankfurt

    Frankfurt scheint immer noch mehr Primärliteratur zu haben, dafür hat Hamburg aufgrund eines eigenen Anschaffungsetats die umfangreichere Sammlung an internationaler Sekundärliteratur. Wer also forschen will, muss reisen ...

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN
    Geändert von JRN (10.05.2020 um 18:04 Uhr)

  12. #12
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Stefan Beitrag anzeigen
    Naja, Whoosher, es gibt schon bis zu einem gewissen Grad eine akademische Behandlung des Feldes Comic. Aber suchst du wirklich nach so etwas?:
    https://www.comicgesellschaft.de/
    https://www.slm.uni-hamburg.de/imk/f...tren/argl.html
    Die forschen aber nicht, ob ein Comic gut oder schlecht ist, sondern ob da korrekt gegendert wird.
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  13. #13
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    Geht es dir um die Schaffenden?

    Auch da ist es schwierig, weil es eben nicht den einen Weg gibt.
    Eher klassisch, traditionell mit Waffeleisensystem, bedeutet viele kleine Panels, oder wie Superhelden mit ganzseitigen Splaspages zwischendrin? Eher illustratorisch wie Bilal oder Toppi, oder Panel-to-Panel Erzähler wie Kriegstein, Toth, Barks?
    Ich halte das wie Frank, wenn es dir gefällt ist es eben so ein Gefühl. Da behaupte ich mal ist auch die Qualität egal. Meine ersten Barks kamen in den LTBs, abwechselnd farbig und schwarz-weiß. Oder Spiderman, damals grottig übersetzt bei Condor. Dennoch erinnere ich mich an Kravens Last Hunt oder ein Art Adams Annual.

    Ich vergleiche das mal so ein wenig als ob jemand sich seinen idealen Partner beschreiben müsste.

    Wenn du z.B. auf üppige Blondinen stehst und ich auf untersetzte Bauarbeiter ist es eben so, dass man da auch nicht objektiv was analysieren kann. Oder sagen wir mal, man könnte, aber ob was bei rumkommt.

  14. #14
    Mitglied Avatar von Whoosher
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    Vielen Dank Euch allen für die Beiträge. Scheint ja doch sehr viel weniger kompliziert zu sein als zunächst gedacht.

    Zitat Zitat von Comic_Republic Beitrag anzeigen
    Aber wer ist denn Profi? Ich lese seit 15 Jahren Comics. Streckenweise exzessiv, aber ich würde niemals sagen, dass ich Profi bin. Das Wissen, was ich mir da aneigne, ist halt mein Hobby...
    Auf die Waage gelegt ist ein Profi natürlich nur derjenige, der auch Geld damit verdient. Vom Wissen her sind die Grenzen oftmals verschwommen.

    Zitat Zitat von Huckybear Beitrag anzeigen
    Vielleicht hilft dir ja dein Gefühl weiter, ohne das man versucht etwas mühsam durch andere als standdartisierte Regel und Schublade von aussen zu erklären oder es auszusprechen, man weiss oder ahnt es einfach.
    Das scheint mir tatsächlich als Faustregel der eingfachste Weg zu sein.. Aber dennoch muss es Kriterien geben, die viele dazu verleitet, ein Album als Meisterwerk zu bezeichnen...

    Zitat Zitat von Stefan Beitrag anzeigen
    Naja, Whoosher, es gibt schon bis zu einem gewissen Grad eine akademische Behandlung des Feldes Comic. Aber suchst du wirklich nach so etwas?:
    https://www.comicgesellschaft.de/
    https://www.slm.uni-hamburg.de/imk/f...tren/argl.html
    Zumindest wird ein wenig Sekundärliteratur aufgelistet, die ich noch nicht kannte

    Zitat Zitat von JRN Beitrag anzeigen
    Und da Dich jetzt sicher meine 1993 aufgestellten Kriterien interessieren, kopiere ich sie nachstehend einfach mal hier rein:
    Finde ich wirklich interessant und zeigt, was man neben "Tollem Artwork", "Tolle Story" und "Tolle Panels" noch alles berücksichtigen kann. Danke dafür.

    Zitat Zitat von JRN Beitrag anzeigen
    Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch die andere [und ältere] wissenschaftliche Einrichtung nachgetragen, die sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland mit Comics beschäftigt oder beschäftigt hat:
    Das Institut für Jugendbuchforschung, Frankfurt
    Noch was gelernt. Wenn ich jedoch dem weiterführenden Link zu http://sammlungen.uni-frankfurt.de/s...buchforschung/ folge, finde ich weder Besprechungen noch eine Möglichkeit, die Sammlung zu durchsuchen.

    Zitat Zitat von dino1 Beitrag anzeigen
    Geht es dir um die Schaffenden?

    Auch da ist es schwierig, weil es eben nicht den einen Weg gibt.
    Eher klassisch, traditionell mit Waffeleisensystem, bedeutet viele kleine Panels, oder wie Superhelden mit ganzseitigen Splaspages zwischendrin? Eher illustratorisch wie Bilal oder Toppi, oder Panel-to-Panel Erzähler wie Kriegstein, Toth, Barks?
    Tatsächlich hatte ich auch an etwas in der Art gedacht. Z.b. welche Wirkung soll denn mit diesen Techniken erzielt werden, oder gibt es sogar Regeln?

    Zitat Zitat von dino1 Beitrag anzeigen
    Wenn du z.B. auf üppige Blondinen stehst und ich auf untersetzte Bauarbeiter ist es eben so, dass man da auch nicht objektiv was analysieren kann. Oder sagen wir mal, man könnte, aber ob was bei rumkommt.
    Weder noch

  15. #15
    Mitglied Avatar von JRN
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    @Whoosher :

    Ja. Frankfurt, das war mehr oder weniger eine One-Man-Show. Und seit Bernd Dolle-Weinkauff im Unruhestand ist, wird die Sammlung möglicherweise nur noch verwaltet, aber nicht mehr gepflegt.
    Wir in der ArGL hatten immer den Vorteil, viele zu sein. Nicht nur viele "Forscher", sondern, was womöglich wichtiger ist, auch viele fest angestellte Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Eine Sammlung von mehreren zehntausend "bibliothekarischen Einheiten" macht sich schließlich nicht von allein digital recherchierbar.

    Bibliothekarinnen und Bibliothekare haben übrigens noch einmal ganz andere Kriterien dafür, was "gute" oder "schlechte" Comics sind ...
    "Schlechte" Comics werden von ihnen manchmal aufgebunden. Danach sind auch die dann "gute" Comics...



    Mit 1000 Grüßen,
    JRN
    Geändert von JRN (12.05.2020 um 17:45 Uhr)

  16. #16
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Whoosher Beitrag anzeigen
    Zumindest wird ein wenig Sekundärliteratur aufgelistet, die ich noch nicht kannte
    Findet man am besten hier:
    https://www.bobc.uni-bonn.de/
    Siehe auch Interview mit Joachim Trinkwitz im COMIC!-Jahrbuch 2018.


    Zitat Zitat von JRN Beitrag anzeigen
    Ja. Frankfurt, das war mehr oder weniger eine One-Man-Show. Und seit Bernd Dolle-Weinkauff im Unruhestand ist, wird die Sammlung möglicherweise nur noch verwaltet, aber nicht mehr gepflegt.
    Bernds Nachfolger ist Dr. Felix Giesa, ein Comicforscher (hat auch schon fürs COMIC!-Jahrbuch geschrieben). Die Pflege ist allerdings von der Anzahl (und Fähigkeit) der studentischen Hilfskräfte abhängig.
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  17. #17
    Mitglied Avatar von JRN
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    @Mick Baxter :

    Danke für die Info. Gut zu wissen, dass die Frankfurter Sammlung bisher nicht magaziniert wurde. Das hatten ein paar Planer hier in Hamburg auch mal vor: digitalisieren und wegschließen ... inzwischen haben sie gemerkt, dass niemand Comics am Rechner studieren will [und sich darüber die Nutzungszahlen der Seminarbibliothek erhöhen lassen, was wiederum ein Kriterium für die Mittelzuweisung ist]. Ich drück' die Daumen, dass auch Felix Giesa eines Tages in den Genuss von fest angestellten Fachkräften kommen wird ...

    @Whoosher :

    Hier noch ein [mich selbst überraschender] Lektüretipp:
    Anfang Februar hat mir die Wissenschaftliche Buchgesellschaft im Rahmen der "Besonderen Wissenschaftlichen Reihe" [die ich seit Jahrzehnten abonniert habe] den Band Marcel Reich-Ranicki - Kritik für alle von Gunter Reus zugeschickt, um den ich, ehrlich gesagt, wegen seines scheinbaren Gegenstands erst einmal einen Bogen gemacht habe ...
    Inzwischen hab' ich ihn dann doch gelesen ... und ich kann das Buch empfehlen. Weil es dem Autor vor allem darum geht, auf verständliche Weise die Grundlagen von Literaturkritik herauszuarbeiten und zu präsentieren. Reich-Ranicki dient ihm sozusagen nur als "Beispiel", als "herausragender Vertreter" seines Fachs, an dem sich viel verdeutlichen lässt. In dem Band findet sich unter anderem ein vollständiger Kriterienkatalog zur Beurteilung der Arbeit von Literaturkritikern ... der eine weitere Antwort auf Deine ursprüngliche Frage, mit welchen Kriterien "die Profis" arbeiten, sein könnte.

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  18. #18
    Mitglied Avatar von Whoosher
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    Uff.. Das ist dann aber ne Keule.. Da muss ich noch 2-87 Mal drüber schlafen

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