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  1. #151
    Mitglied Avatar von Sinus_Cosinus
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    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Gozzeidank. Ich hielt mich selber schon für einen Katzenrassisten, weil ich meinen Kater „Tigger“ benamst habe. Nur aufgrund seiner Fellfarbe.
    Ich hatte erst "Fehlfarbe" gelesen und wollte dich schon tatkräftig bei deinem Miezengedisse unterstützen. Aber so.... leider nicht

    Das Heft fand ich für ein Auftaktheft durchaus gelungen. Hat mich weder gelangweilt, noch zu viel verraten. So lange Pitipak nicht zu einer Kleinkindnummer mutiert, ist alles gut soweit.

  2. #152
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von thowiLEIPZIG
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    Wenn man schon so lange als Zeichner arbeitet wie Thomas Schiewer, sieht auch das Schmierblatt richtig toll aus:


  3. #153
    Ste Schum
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    Zitat Zitat von thowiLEIPZIG Beitrag anzeigen
    Wenn man schon so lange als Zeichner arbeitet wie Thomas Schiewer, sieht auch das Schmierblatt richtig toll aus:


    Das ist doch kein Schmierblatt, eher die Abrafaxe hinter Schilf :-)

  4. #154
    Mitglied Avatar von Dekaranger
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    Im Heft gibt es ja einen Surfer zu entdecken. Das kam mir erst Spanisch vor. Ist aber nicht Spanisch sondern vielmehr Polynesisch. Die haben das Wellenreiten wohl tatsächlich erfunden. Wusste ich nicht. Verrückt.
    Tokusō Sentai Dekarenjā - Investigation Squadron Detective Ranger - S.W.A.T. Mode

  5. #155
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    Zitat Zitat von HptmF Beitrag anzeigen
    Anderes Thema: die Zeichnungen der Schiffe.

    Man möchte den Mosaikmachern zurufen: "Schaut euch doch mal die "Ghost" vom Seewolf an! Oder fahrt nach Hamburg auf die "Rickmer Rickmers"!"
    - Decksplanken verlaufen längs zur Kiellinie
    - ein Belegnagel wird mit dem Tau 8-förmig hoch und runter umschlungen (so wie gezeichnet macht es plopp und er fliegt nach oben raus - da sind nämlich ordentliche Zugkräfte drauf, naja einmal ist das zumindest richtig angedeutet)
    - Wanten sind nicht nur zum Aufentern da, sondern nehmen auch ordentlich Zugkräfte auf, die tackert man nicht einfach oben auf das letzte Brett vom Schanzkleid. Außerdem verlaufen sie schräger nach hinten, weil die Masten entsprechend der Windlast nach vorne drücken - genau diese Kräfte sind aufzunehmen
    - Die Bewegungen und Kräfte vom Steuerrad (Ruder) müssen ja irgendwie auf die Ruderanlage übertragen werden. Dafür benötigt man eine Mechanik, die in der gezeichneten "Steuerradhalterung" keinen Platz findet.
    - Länge des Bugsprietes im Verhältnis zum Schiff
    - Bugform (ok -hab ich 1x auch so gesehen, viel häufiger jedoch konkav oder als schräge Gerade).
    - Wie wird das "Deckshäuschen" vom Niedergang komplett geschlossen (Wenn offen, sieht man nur die Klappe oben)? Ist es üblicherweise Mittschiffs?
    Wo ist die Back, in die die Abrafaxe eingesperrt werden sollen?
    Siehe dazu das Interview von Gerd Lettkemann mit Lothar Dräger.
    In der vorletzten Antwort sagt Lothar Dräger, daß sich ein Autor von Büchern übern den Bau von Segelschiffen sehr lobend über die historischen Schiffsdarstellungen ausgesprochen hat.
    Ja, lang ist's her...

  6. #156
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    Abrax kennt ihn.
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    Mit Heft 532 "Spuk unter Palmen" startet eine ganz neue Serie und statt Mittelalter und einer nie wirklich begeisternden Schatzsuche geht es jetzt in die Südsee. Ende des 19. Jahrhunderts, Kolonialgeschichte, atemberaubende Landschaften, Inselwelten und der weite Pazifische Ozean. Dazu noch spannende Abenteuer und als Leser ist man glücklich und freut sich, gerade in Corona-Zeiten auf eine schöne, neue Welt.

    Wobei der gute Aldous Huxley wenig mit dem Heft zu tun hat, aber auch das Titelbild hat wenig mit dem Inhalt zu tun und wenn man auf Seite 2 bereits liest, dass die Abrafaxe den legendären Schatz der Likedeeler gefunden haben - was genau war da legendär, fragt man sich, wo doch eigentlich nur ganz wenige, zumindest theoretisch in das Geheimnis eingeweiht sein durften?

    Doch das ist Ballast aus der 19. Hauptserie, wir springen mitten in die Jubiläums-Serie, die mittlerweile 20. Die neue Serie bekommt natürlich eine Menge Vorschusslorbeeren und ja das ist natürlich gefährlich weil man schnell enttäuscht sein kann. Und gleich das erste Heft zu kritisieren, aber mal schauen, vielleicht gibt es ja auch ganz viele positive Dinge zu vermelden.

    Auf Seite 3 erfahren wir - es ist wieder da. Nur um auf Seite 4 zu hören - er ist wieder da.

    Und dann haben wir Fiet und Piet, zwei Besatzungsmitglieder, bei denen die Schiffslaterne nicht ganz so hell brennt und die trotz ihres gesetzten Alters ein paar ziemliche Feignasen sind. Der Piet hüpft dem Fiet sogar in die Arme. Und ja irgendwie hat man das mulmige Gefühl da hat man Wegel und Agerer reloaded, nur ohne kleinkriminellen Hintergrund.

    Auftritt Kapitän - peng, peng - in der Handelsmarine oder sowas ähnlichem, wird gleich mal geschossen. Die beiden anderen Matrosen, die da auftauchen und auf Du und Du mit dem Kapitän sind und ihn Kappi nennen - was ihm nicht behagt - und das hin und her weil der Kapitän ihn Toki statt Tokinkin nennt und er sich mit Kappi statt Kapitän revanchiert - gääähn. Geschenkt.

    Aber ein Kapitän der noch nicht mal so viel Autorität hat eine richtige Anrede durchzusetzen ??? - ja die Meuterei auf der Bounty und der gute, alte Kapitän Bligh fanden zwar auch in der Südsee statt, aber halt hundert Jahre früher. Offenbar haben sich die Zeiten drastisch verändert und der Verlust jeglicher Autorität hat zugenommen.

    Und das ein Kapitän mit gezogenem Revolver dasteht und sich keiner wirklich darum schert was er damit tun könnte, obwohl er auf Zornesader-Level 10 zu sein scheint - macht die Szene recht absurd.

    Dann kommen wir helle Lichter vom Himmel herab - die Frage ob das was Lebendiges ist, erschließt sich zu keinem Zeitpunkt, aber vermutlich will man der weniger mit den Heften vertrauten Lesern erstmal klar machen, hey das könnten doch ja wohl die Abrafaxe sein. Überflüssig.

    Und seit wann können die Abrafaxe denn die Blitze mit denen sie transportiert oder teleportiert werden steuern und damit die Waffe des Kapitäns außer Gefecht setzen und den Kapitän gleich mit? Das wirkt sehr albern, als ob man nur den Effekt auf das Panel mit dem merkwürdigen Aaargh - Gesichtsausdruck erklären und erzeugen wollte, auf Seite 9. Schade. Sehr unlogisch.

    Dann werden die Abrafaxe, denn die sind tatsächlich im Wasser gelandet, gerettet und aufs Schiff geholt. Dabei muss man dann auch gleich verkünden, dass es sich um ein Geisterschiff handelt. Soviel Geister wie auf den ersten 12 Seiten erwähnt werden, dass macht die Lektüre nicht automatisch geistvoller. Wie toll wäre so ein Schiff mit düsteren Anklängen an Joseph Conrad und was bekommt man? Einen cholerischen Kapitän der die eigene Mannschaft nicht im Griff hat.

    Dann wird Kapitän Kraakmöller die Mütze gestohlen und seine Blutdruckwerte gehen durch die Decke. Als dann über den Geist erzählt wird, den die Abrafaxe sich erboten haben zu fangen, wir schnell klar, dass Kraakmöller ein Hygienefanatiker ist, so oft wie er seine Leute das Deck schrubben lässt. Entweder sind sie lausige Deckschrubber oder das Schiff funkelt nur so in der Sonne. Es ist tatsächlich etwas ermüdend, dass sich die "Strafen" des Kapitäns aufs Deckschrubben beschränken. Sehr fern der Realität auf damaligen Schiffen.

    Dann geht es nach 18 Seiten in die wohlverdiente Mittelteil-Pause. Danach ist man bestens informiert über Melanesien, Mikronesien und Polynesien, ist froh, dass es kein Makronesien gibt und vermisst ein wenig den Hinweis, warum die Spanier überhaupt so klamm waren, dass sie Inseln an Deutschland verkauft haben - ob das wohl mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 zusammenhing? Und wirklich, wenn man sich ein wenig mit der Geschichte auskennt, weiß man, dass der Deutsch-Spanische Vertrag 1899 geschlossen wurde. Und 16.598.373,14 Mark waren damals wohl ein Schnäppchen.

    Nachdem man über Kopra alles Wissenswerte erfahren hat, geht es zu den Leserbriefen, die für mich den skurrilsten Kommentar zur Hanse - Serie enthalten, den man sich ausdenken kann, weshalb er wohl auch abgedruckt wurde. "Seit Heft 525 lese ich das MOSAIK. Die Geschichte hat mir so gut gefallen, dass wir alle Hefte der Hanse-Serie nachbestellt haben." Wie viele Serien werden da erst nachbestellt, wenn mal eine richtig gute Serie gelesen wird?

    Dann gibt es einen sehr informativen und tollen Beitrag über die Riesenfroschschnecke. Auf Seite 35 geht es dann mit der Handlung weiter, wo man gleich erfährt das auch Letu wenig Respekt vor seinem "Kappi" hat. Sehr absurd und anachronistisch. Es wirkt fast, als ob der Kapitän keine Fähigkeiten hätte, die ihn zum Kapitänsein befähigen.

    Großartig ist dann allerdings die Szene zwischen Herrn Künzelmann und Kapitän Kraakmöller. Kolonialismus mit all seinen Abgründen und seiner Menschenverachtung in wenigen Bildern und Dialogen zusammengefasst. Hinter der Maske des biederen Künzelmann schlummert genau das deutsche Wesen, an dem damals die Welt genesen sollte, als das Deutsche Reich seinen "Platz an der Sonne" beanspruchte.

    Der Hinweis mit dem Schatzschiff klingt wie eine der schlimmen Angewohnheiten aus der letzten Serie - alles vorab ankündigen und es dann auch genauso umsetzen.

    Das "Hertha" Herrn Künzelmann duzen darf erschließt sich allerdings nicht und ist auch absolut unpassend für die Szene, weil die "Hertha" eben nicht als ebenbürtig von Künzelmann angesehen wird. Sich da von ihr Duzen zu lassen, widerspricht den damals recht strengen Sitten des Duzens im Kaiserreich. Eine Bedienstete, noch dazu eine Eingeborene hätte damals nie so einfach Du sagen können oder dürfen. Das passt leider nicht so ganz in diese ansonsten sehr gut gelungene und entwickelte Szene. Tatsächlich beinahe die einzige "erwachsene" Szene im ganzen Heft.

    Califax kommt überraschend aktiv und "intelligent" auf den nachfolgenden Seiten beim Fangen des Geistes herüber. Auch eine sehr angenehme Wahrnehmung beim Lesen des Heftes.

    [Aber was soll das bitte mit Pittipak? Jetzt ernsthaft? "Ich fahre mit dem großen Schiff! Ganz allein!" Ein eingeborenes kleines Kind, welches Deutsch - und das muss ja die vorherrschende Sprache an Bord sein - bei Kapitän Mümmelmann - nein Kraakmöller und Fiete und Niete - Fiet und Piet natürlich - perfekt spricht? Auch die beiden eingeborenen Matrosen scheinen das Deutsch hervorragend zu sprechen. Erstaunlich.]

    (NACHTRÄGLICHE ERGÄNZUNG: Wie von Nante und Diplomat absolut richtig angemerkt, ist es eine Eigenheit des Mosaik, dass jeder jeden versteht. Insofern ein Kritikpunkt der dann natürlich zu vernachlässigen ist.)

    Aber Pittipak, die Bezüge zu Pittiplatsch, Kobold der eine, Geist der andere, lohnen sich nicht zu ziehen, kann hervorragend Deutsch und ist in der Lage eine komplette Crew an der Nase herumzuführen. Das wirkt einfach nur für Zielgruppe unter fünf Jahren konzipiert. Dumm nur, dass die das noch gar nicht lesen können.

    Dann wurde diese Szene auch noch komplett durch den Weichspüler gejagt, der Kapitän bekommt den vermutlich zweihundertsten Tobsuchtsanfall im Heft (gefühlt) und kann sich mal wieder nicht durchsetzen, seine Mannschaft sagt ihm wie er sich zu verhalten hat, wo er zu weit geht - das passt leider so gar nicht zur Schiffsführung eines damaligen Handelsschiffs. Das ist eher Inkompetenz a la Traumschiff, aber nicht die raue Wirklichkeit der Südsee am Ende des 19. Jahrhunderts.

    Inseln die der König von Belgien für sich haben wollte - genau der Typ der im Kongo so schreckliche Massaker anrichten ließ und die dann ans Deutsche Reich gingen, welches auch nicht für seine behutsame und fürsorgliche Art mit den Eingeborenen umzugehen bekannt war - wurden nicht so verwaltet als Schutzgebiete, dass man den Kapitän einfach "Kappi" nannte, eine Insubordination, welche vermutlich äußerst übel für den Eingeborenen ausgegangen wäre.

    Es liegt natürlich eine Menge Potential in der Serie, doch wenn man daraus Platschquatsch mit Pittipak daraus macht und eigentlich nur die tollen Südseebilder überzeugen, statt der Handlung, dann wird das eine sehr zähe Serie, die vom Niveau her die Hanse-Serie um Längen unterbieten wird.

    Warum gibt es nicht ein Mosa-Bummi oder sowas für die Zielgruppe unter 5? Malen und Basteln und Handlung in einfacher Sprache. Das Mosaik wusste immer mit Zitaten, Wortwitz und sprachlich hoher Qualität und auch mal durchaus schwierigen Sätzen zu überzeugen. Mittlerweile fährt Pittipak alleine auf dem großen Schiff.

    Hoffen wir, dass die Serie dadurch nicht sehr rasch Schiffbruch erleidet. Pittipak sollte schnellstens nach Hause gebracht werden und dann eine Handlung angestrebt werden, die deutlich spannender und interessanter daher kommt, weil die aktuellen Geschehnisse in diesem Heft noch nicht mal Fünfjährige herausfordern.

    Fast möchte man auf die nächsten Leserbriefe im Heft wetten die Pittipak-Zeichnungen enthalten und ihn zum "Helden" der Serie hochstilisieren. Dabei ist er als Begleiter der Abrafaxe denkbar ungeeignet. Besonders wenn er dann eventuell sogar als Reiseleiter durch die Inselwelt fungieren würde. Das wäre dann absolutes Absurdistan.

    Doch mehr darüber erfahren wir dann am 29. April 2020 im zweiten Heft der Serie welches dann "Die Abenteuer des Pittipak" heißt und die Befürchtungen zu bestätigen scheint, dass man Pittipak mehr Aufmerksamkeit widmet, als er bekommen sollte, zumindest wenn man nach dem Titel geht.
    Geändert von SilverBlade (26.04.2020 um 12:12 Uhr)

  7. #157
    Mitglied Avatar von Nante
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    @SilverBlade
    Ich weiß auch noch nicht so recht, wie ich zu der neuen Serie stehen soll. Aber diesen Kritik-Punkt solltest Du vielleicht löschen.
    "Ein eingeborenes kleines Kind, welches Deutsch - und das muss ja die vorherrschende Sprache an Bord sein - bei Kapitän Mümmelmann - nein Kraakmöller und Fiete und Niete - Fiet und Piet natürlich - perfekt spricht? Auch die beiden eingeborenen Matrosen scheinen das Deutsch hervorragend zu sprechen. Erstaunlich."
    Im Mosaik versteht immer jeder jeden sofort. Das ist keine Besonderheit dieser Serie.

  8. #158
    Mitglied Avatar von Diplomat
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    Ja ,die Sprache muß man nicht hervorheben. Im Mosaik sprechen schon immer alle die selbe Sprache. Selbst auf dem Neos auch wenn das schon wieder eine andere Forumsgeschicht ist.

  9. #159
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von thowiLEIPZIG
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  10. #160
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    @ Nante @ Diplomat

    Danke für den Hinweis. Habe ich sehr gerne ergänzt im Text.

  11. #161
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    Das Duzen von Künzelmann durch Hertha war für mich ganz eindeutig ein Zeichen, daß die beiden was miteinander haben. Nach außen, vor anderen Weißen, ist sie die untergebene Hausangestellte. Wenn sie alleine sind, duzt sie ihn und nennt ihn Peterchen. Also sogar eine sehr erwachsene Szene. Für mich war das stimmig.

  12. #162
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    @ Anaxagoras

    Ich stimme dir zu, was die Andeutung der "erwachsenen" Szene angeht. Nur bedeutet das nicht automatisch das sie ihn deshalb duzen darf.

    Wenn man eine "heile" Gedankenwelt zugrunde legt, wäre das natürlich vorstellbar, aber die Kolonialwelt war nicht so heil und schön.

    Die weiblichen Eingeborenen waren leider eher "Freiwild" für die Herren Kolonisten. Der Widerspruch liegt eben darin, dass Künzelmann, eben weil er durch und durch auf die Eingeborenen herabsieht, sich niemals von einer Eingeborenen Peterchen nennen oder sich duzen lassen würde.

    Das ist die selbe Problematik wie beim Kapitän Kraakmöller. Auch hier ist das Kappi ja respektlos und das ist genauso unstimmig, dass er sich das gefallen lässt - wo bleibt da seine Lieblingsstrafe das Deckschrubben? - wie auch das Künzelmann sich von "Hertha", der er halt irgendeinen Namen gegeben hat, weil er nicht das Interesse hat sich ihren richtigen zu merken, duzen oder Peterchen nennen lässt. Deshalb ist das halt so "verharmlosend" und über die Sprache falsch transportiert. Kann ja nicht so schlimm gewesen sein damals, wenn sie alle per Du sind und Kappi und Peterchen genannt werden.

    War es leider doch.

    Ich verstehe natürlich, dass es nicht explizit transportiert werden kann im Heft, wie grausam das damals war, aber es komplett zu verniedlichen etc. ist leider nicht stimmig.

    Ich verweise da einfach nochmal auf den Kongo oder das heutige Namibia und die schlimmen Untaten dort. Und wenn man Zeitungen jener Zeit liest, erkennt man schnell wie respektlos und herabwürdigend das Bild des Eingeborenen war.

    Wenn also Peterchen mit "Hertha" wirklich in der Hängematte liegt - dann ist das sicher so, da liegst du richtig, aber Peter Künzelmann würde sich nicht von einer Eingeborenen duzen lassen oder Peterchen nennen. "Faules Volk", "Trödelliese", er hat da eine sehr klare Meinung über "Hertha" und er schreit nach der Limonade etc.

    Das ist nicht nur Außenwirkung sondern gelebter Kolonialismus - jovial nach außen, aber ansonsten knallhart und weit von oben herabblickend auf die Eingeborenen.
    Geändert von SilverBlade (26.04.2020 um 13:20 Uhr)

  13. #163
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    Um einen kleinen Einblick in die wirklich schlimme Kolonialwelt zu geben, seinen nachfolgende Auszüge beigefügt. Natürlich kann das Mosaik so etwas nicht explizit darstellen etc., das versteht sich von selbst, aber bis auf die Antwort von "Hertha" hat man in der Szene zwischen Künzelmann und Kraakmöller sehr gut dargestellt, wie es damals aussah. Und das war eben leider eher so:

    "...Die Eingeborenen seien "hoffnungslos für jede Kultur unzugänglich", schrieben die Einwanderer, "der in kindlicher Albernheit und blödem Stumpfsinn dahin dämmernde Neger wird durch nichts dem civilisierten Menschen näher gebracht werden können, als durch ernste Arbeit", urteilte die Kolonial-Zeitung. Im Reich wurden "Hottentotten" auf Jahrmärkten und im Zirkus vorgeführt.

    Rassistisches Gedankengut führte in den Kolonien oft in Brutalität und Gewalttätigkeit gegenüber den angeblich „rassisch unterlegenen“ Menschen. Besonders deutlich wird dieses Verhalten bei Carl (auch Karl) Peters (1856 – 1918). Er war ein deutscher Politiker, Kolonialist und Afrikaforscher mit stark ausgeprägter rassistischer Einstellung. Peters hatte sich afrikanische Mädchen als Geliebte gehalten. Als er entdeckte, dass seine Geliebte ein Verhältnis mit seinem Diener hatte, ließ er beide öffentlich aufhängen und ihre Heimatdörfer zerstören..."

    Deshalb ist das Verniedlichen durch das Duzen und "Kappi" und "Peterchen" leider nicht stimmig. Das ist genau die Schwierigkeit die entsteht wenn man die Handlung und die Sprache auf für unter Fünfjährige scheinbar drücken will, sich aber gleichzeitig eines sehr problematischen und grausamen Themas widmet, wie die der deutschen Kolonialzeit in der Südsee. Hier muss man eben sehr genau schauen, dass nichts verharmlost oder verniedlicht wird.

    Grundsätzlich finde ich es toll, dass das Mosaik diese Zeit, diese Thematik und diese Örtlichkeit in der Südsee aufgreift, aber dann bitte in den nächsten Heften sich auch sprachlich und handlungsmäßig wieder an einer etwas älteren Zielgruppe orientieren.

    Gerade hier kann das Mosaik auf großartige Weise, neben dem geschichtlichen Schulstoff, sehr viel an Wissen über diese Zeit vermitteln, indem man es nicht brutal, aber trotzdem stimmig, nicht verharmlosend oder nicht verniedlichend darstellt. Das wäre ein toller Beitrag zum Homeschooling.

  14. #164
    Mitglied Avatar von Max schwalbe
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    Zitat Zitat von Diplomat Beitrag anzeigen
    Ja ,die Sprache muß man nicht hervorheben. Im Mosaik sprechen schon immer alle die selbe Sprache. Selbst auf dem Neos auch wenn das schon wieder eine andere Forumsgeschicht ist.
    Das ist doch völlig ok, ist selbst bei Raumschiff Enterprise nicht anders. Ich finde die Variante, irgendwelche unverständlichen Sprachen einzubauen, eher wenig sinnvoll. Es ist zwar realistischer, bringt am Ende aber rein gar nichts weil man die Geschichte ja liest um sie zu verstehen und nicht um sich anzuhören, wie unbekannte Sprachen klingen. Die Abrafaxe sind unterwegs, um Fremdes kennenzulernen. Die Fähigkeit, alle Sprachen zu verstehen, sehe ich in einer konsistenten Linie mit den Fähigkeiten, nicht zu altern, Zeitsprünge zu machen und an scheinbar jeden beliebigen Ort reisen zu können.

    Ok, es kann Situationen geben wo es explizit gewollt ist, die unverständliche Sprache als Eigenheit einer Figur oder Gruppe darzustellen, was aber allenfalls bei Hörspielen oder eben Videos wirklich zur Wirkung kommt.

    Der Widerspruch liegt eben darin, dass Künzelmann, eben weil er durch und durch auf die Eingeborenen herabsieht, sich niemals von einer Eingeborenen Peterchen nennen oder sich duzen lassen würde.
    Wenn man dran denkt, wie Ritter Runkel ausgetickt war, als Dig (oder war es Dag) ihn mal geduzt hatte ^^

    Wenn ich richtig informiert bin, hatten sich damals selbst Eheleute mitunter nicht geduzt.
    Geändert von Max schwalbe (30.04.2020 um 10:15 Uhr)

  15. #165
    Mitglied Avatar von Nante
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    Zitat Zitat von Max schwalbe Beitrag anzeigen
    Wenn man dran denkt, wie Ritter Runkel ausgetickt war, als Dig (oder war es Dag) ihn mal geduzt hatte ^^

    Wenn ich richtig informiert bin, hatten sich damals selbst Eheleute mitunter nicht geduzt.
    Da ging es nicht ums Duzen, sondern weil sie ihn "Runkelchen" genannt hatten, - OK, "liebes Runkelchen".*

    Und was Künzelmann angeht, sollten wir vielleicht erst mal abwarten, wie er sich weiter entwickelt (wenn er überhaupt noch mal auftaucht). Vielleicht hat er ja zwei Gesichter, einmal für die Besuche aus der Heimat und ein Gesicht für den Alltag auf der Insel.

    * Gerade noch mal nachgeschaut. Es war "nur" Runkelchen.
    Aber der anschließende Dialog ist einer der besten im ganzen Mosaik.
    Geändert von Nante (01.05.2020 um 08:07 Uhr) Grund: Ergänzung

  16. #166
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    Ich hatte auch den Eindruck, dass die beiden etwas miteinander haben und Künzelmann sich nur Landsleuten gegenüber 'gesichtswahrend' verhalten hat.

  17. #167
    Junior Mitglied Avatar von Havlitschek
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    Bei der Lektüre von Silverblades Rezension musste ich deutlich mehr schmunzeln, als beim Heft. Danke dafür. Die Szenerie in der Südsee gefällt mir gut und passt auch gut zum Abschalten vom Coronaalltag. Mir gefiel die schroffe Art von Kraakmöller und der dramarurgische Einsatz einer Waffe, da es für mich eine härtere Gangart in der Serie andeuten könnte. Leider haben die beiden Leichtmatrosen und Pittipak die Hoffnung etwas gedämpft.

  18. #168
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Zitat Zitat von kiro Beitrag anzeigen
    Ich hatte auch den Eindruck, dass die beiden etwas miteinander haben und Künzelmann sich nur Landsleuten gegenüber 'gesichtswahrend' verhalten hat.
    Ja, natürlich. Das ist doch offensichtlich. Frage mich, wie man das anders lesen kann. Ist übrigens meine Lieblingsszene im Heft.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  19. #169
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    Natürlich haben Peter Künzelmann und "Hertha" etwas miteinander. Das Problem ist nur, dass es so dargestellt wird, als wäre "Hertha" auf einer Augenhöhe mit dem Herrn Künzelmann. Die Szene ist tatsächlich sehr "erwachsen" angelegt und gut gestaltet, weil sie eben die Gedanken von Künzelmann offenlegt, so sprach man eben untereinander über die Eingeborenen und eben auch über "Hertha". Deshalb ist es ja so schade, dass man den Schluss der Szene weichgespült hat und "Hertha" auf einmal "duzen" und "Peterchen" sagen darf.

  20. #170
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    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Natürlich haben Peter Künzelmann und "Hertha" etwas miteinander. Das Problem ist nur, dass es so dargestellt wird, als wäre "Hertha" auf einer Augenhöhe mit dem Herrn Künzelmann. Die Szene ist tatsächlich sehr "erwachsen" angelegt und gut gestaltet, weil sie eben die Gedanken von Künzelmann offenlegt, so sprach man eben untereinander über die Eingeborenen und eben auch über "Hertha". Deshalb ist es ja so schade, dass man den Schluss der Szene weichgespült hat und "Hertha" auf einmal "duzen" und "Peterchen" sagen darf.
    Eben weil sie was miteinander haben, darf sie so mit ihm reden - solange niemand dabei ist.
    Bitte beachtet meinen Verkaufsthread.

  21. #171
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    So sehe ich das auch und finde es eigentlich ganz schön, dass durch diese kleine Szene zum Schluss das ganze koloniale Gehabe der beiden Herren fein konterkariert wird. In diese Kategorie fällt für mich auch das "Kappi" als Symbol, dass die Eingeborenen die Kolonialherren eben nicht so recht ernst nehmen... (dass die Wirklichkeit anders aussah wissen wir ja, aber ich finde die Umsetzung fürs Mosaik doch recht gelungen)

  22. #172
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Zitat Zitat von mutawakkel Beitrag anzeigen
    So sehe ich das auch und finde es eigentlich ganz schön, dass durch diese kleine Szene zum Schluss das ganze koloniale Gehabe der beiden Herren fein konterkariert wird.
    Exakt. Und ich finde das im Gegensatz zu SilverBlade auch ganz und gar vorstellbar. Deswegen "Lieblingsszene". Es soll übrigens auch hierzulande Chefs geben, die lassen ebendiesen gegenüber der Sekretärin raushängen, so lange andere dabei sind.

    Aber sind sie allein ...
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  23. #173
    Mitglied Avatar von Nante
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    Zitat Zitat von mutawakkel Beitrag anzeigen
    So sehe ich das auch und finde es eigentlich ganz schön, dass durch diese kleine Szene zum Schluss das ganze koloniale Gehabe der beiden Herren fein konterkariert wird. In diese Kategorie fällt für mich auch das "Kappi" als Symbol, dass die Eingeborenen die Kolonialherren eben nicht so recht ernst nehmen... (dass die Wirklichkeit anders aussah wissen wir ja, aber ich finde die Umsetzung fürs Mosaik doch recht gelungen)
    Vielleicht sollte man auch mal berücksichtigen, daß Künzelmann wohl der einzige "Weiße" auf der Insel ist. Und das vermutlich an 95% aller Tage. Entweder dreht man da voll auf oder man versucht, sich zu arrangieren. Das Kobra kommt ja schließlich auch nicht von allein von den Bäumen.
    Und der gute Mann macht nicht den Eindruck, als ob er sich noch große Sprünge auf der Karriereleiter erwartet. Eher wie ein "Aussteiger" (allerdings einer, der trotzdem gern sein gehalt bezieht.)

  24. #174
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    Sprünge auf der Karriereleiter muß er ja auch nicht mehr machen, bedenkt man, wie und vor allem wo er lebt.

    Und schließlich hat Hertha sein Lieblingsgericht Königsberger Klopse mit melanesischen Gewürzen verfeinert. Das hat ihn umgehauen und ihn überzeugt, lieber dolce vita zu machen als auf Despot.
    Die Klopse bekommt er jetzt jeden zweiten Sonntag und eine extra große Portion an Kaisers Geburtstag und am Sedantag.

  25. #175
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    Abrax kennt ihn.
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    @ Anaxagoras

    "Die Klopse bekommt er jetzt jeden zweiten Sonntag und eine extra große Portion an Kaisers Geburtstag und am Sedantag."

    You made my day!!! Großartig!!!
    Genau der richtige Humor und die passende Antwort zur Causa Künzelmann und "Hertha".

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