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Thema: Fix und Foxi in Band 8 von PERLEN DER COMICGESCHICHTE

  1. #1
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    Fix und Foxi in Band 8 von PERLEN DER COMICGESCHICHTE

    Beim bsv ist in der Reihe PERLEN DER COMICGESCHICHTE als Band 8 ein Fix und Foxi -Band für Anfang 2020 geplant. (Anzeige im Info-Magazin Comics und mehr 92).
    Auf der Homepage ist noch nichts über den Inhalt erwähnt.

  2. #2
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    "Fix und Foxi" hat zweifellos Perlen der Comicgeschichte bei uns - teilweise erstmalig - veröffentlicht: Franquin, Peyo, Morris, Tillieux u. a.
    Ob aber Fix und Foxi Perlen der Comicgeschichte waren, wage ich zu bezweifeln.

  3. #3
    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    "Fix und Foxi" hat zweifellos Perlen der Comicgeschichte bei uns - teilweise erstmalig - veröffentlicht: Franquin, Peyo, Morris, Tillieux u. a.
    Ob aber Fix und Foxi Perlen der Comicgeschichte waren, wage ich zu bezweifeln.
    Definiere "Perlen". Zwar waren Fix und Foxi zu keiner Zeit "große Kunst", aber zumindest was Deutschland angeht, haben sie Generationen von Kindern geprägt und waren "Perlen" in ihren Herzen. Ja, sie waren Trivialliteratur. Aber die von dir Genannten haben auch nichts anderes als Trivialliteratur gemacht.

  4. #4
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    Mit dem Begriff "Trivialliteratur" kann ich nichts anfangen, vor allem, wenn ihm etwa "Hochliteratur" gegenübergestellt wird. Beide Begriffe implizieren Wertungen, die für mich sehr nach elitärem Gehabe klingen.

    "Perlen der Comicgeschichte" - darunter verstehe ich Comics, die aus der Vielzahl der Serien positiv herausragen, weil sie etwas Besonderes zu bieten haben. Häufig einhergehend mit einer doppelten Ebene: Geschichten und Zeichnungen, die zwar primär für Kinder gemacht sind, aber Erwachsene auf einer anderen Ebene sehr wohl auch ansprechen. Und das ist m. E. bei Serien wie Lucky Luke, den Schlümpfen, Harro und Platte/Jeff Jordan, Pit und Pikkolo/Spirou und Fantasio sehr wohl der Fall, nicht aber (na gut, meinetwegen: nur höchst selten) bei Fix und Foxi.

    Als Kind habe ich im Alter von 9 bis 13 Jahren die FF-Hefte oft gekauft (ca. 1967 bis 1971), aber vor allem wegen der genannten Lizenzserien. Die FF-Stories habe ich nur selten überhaupt gelesen. Und dass das offenbar nicht nur mir so gegangen ist, lässt sich an der späteren Veröffentlichungsgeschichte ablesen: während viele der frankobelgischen Lizenzserien heute zu internationalen Klassikern geworden sind, sind die Versuche, FF wiederzubeleben, allesamt schnell gescheitert. Selbst in der 35-bändigen Kauka-Reihe "Fix und Foxi Super Tip Top", die albenlange Stories damals in Heftform herausbrachte, tauchte die namensgebende Serie nicht auf! Das spricht doch, äh, Bände ...

  5. #5
    Mitglied Avatar von Raro
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    Ich fand die Lupoland Geschichte immer am besten, lese ich immer mal wieder, als Kind habe ich mir ausgemalt, wie es sein würde, auf dieser kleinen Scholle zu leben, ich war fünf Jahre alt und die ersten Geschichten, die man gelesen hat, gehen dann nicht aus dem Kopf. Wenn die enthalten wäre, würde ich den Band kaufen.

  6. #6
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    Wie gesagt, ich war bereits 9, als ich die Füchse kennenlernte. Grund war, dass ich ab 1967 Fahrschüler war und mir am Kiosk selbständig Comics kaufen konnte, was zuvor in unserem sehr kleinen Dorf nicht ging. Pauli sowie Tom und Biber gefielen mir übrigens etwas besser. War ich vielleicht schon zu alt für Fuxhausen? Wer diesen Beitrag liest, könnte genau das schlussfolgern:
    http://www.comicforum.de/showthread....FF-Geschichten

    Meine ersten Comics waren nicht von Kauka, sondern - als Geschenk - die "Tollsten Geschichten von Donald Duck" zwei Jahre vorher. Und im Rückblick kann ich sagen, dass mich diese als Kind fasziniert haben (Bände 2, 3 und 11) - wegen der originellen Stories und Zeichnungen (von Barks, wie heute jeder hier weiß). Wenn Donald wütend wurde, weil Tick, Trick und Track mal wieder Superhelden umjubelten, sprang er vor Wut waagerecht in die Luft, und man sah ihm überdeutlich an, wie zornig er war. Solche starken Karikaturen hat es in dieser Art und Weise bei der FF-Serie einfach nicht gegeben.

    Jenseits der Comics hat mich damals auch anderes schwer beeindruckt: etwa im Fernsehen die Augsburger Puppenkiste, der Hase Cäsar sowie Hanna-Barbera mit Hucky, Yogi Bär und anderen, noch in schwarzweiß oder aus dem Delphin-Verlag kleine Bilderbücher zu den vierbeinigen TV-Helden Lassie, Rin Tin Tin und Fury. Die habe ich allesamt (wieder) vorliegen und kann nachvollziehen, warum mich was begeistert hat seinerzeit.

    Wäre Fix und Foxi als Serie für Kinder im Grundschulalter in großer Zahl toll gewesen, würden sie heute ganz anders nachgefragt, gäbe es längst Gesamtausgaben oder ähnliches, wie wir es von anderen Serien kennen. Nein, ich bleibe dabei: zu den "Perlen" zählen die Fuxhausener nicht.

  7. #7
    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Mit dem Begriff "Trivialliteratur" kann ich nichts anfangen, vor allem, wenn ihm etwa "Hochliteratur" gegenübergestellt wird. Beide Begriffe implizieren Wertungen, die für mich sehr nach elitärem Gehabe klingen.
    Das ist ein äußerst komplexes Thema. Es hier zu diskutieren, dazu fehlt mir die Lust. Nur so viel: Trivialliteratur ist Schema-Literatur, die nach Schemata gestrickt ist. Handlung, Charaktere usw. funktionieren nach Schemata. Lucky Luke - Schemata über Schemata. Die Schlümpfe - Schemata über Schemata. Oder anders: letztlich immer das gleiche, stereotype Figuren, eine Handvoll ewiggleicher Handlungsverläufe.
    Natürlich gibt es anspruchsvolle, literarische, künstlerische Comics. Die von dir aufgezählten rechne ich nicht dazu. Was einem gefällt, ist übrigens eine ganz andere Frage. Ich für meinen Teil fasse diese pseudointellektuellen "Graphic Novels" nicht mit der Kneifzange an. Finde ich sterbenslangweilig. Aber gut gemacht sind sie zweifellos.

  8. #8
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    Zitat Zitat von fixundfertig Beitrag anzeigen
    Das ist ein äußerst komplexes Thema. Es hier zu diskutieren, dazu fehlt mir die Lust.
    Mir auch. Ich vermeide diese Begriffe.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    "Fix und Foxi" hat zweifellos Perlen der Comicgeschichte bei uns - teilweise erstmalig - veröffentlicht: Franquin, Peyo, Morris, Tillieux u. a.
    Ob aber Fix und Foxi Perlen der Comicgeschichte waren, wage ich zu bezweifeln.
    Das ist m. E. auch nicht der Punkt, ob Fix und Foxi Perlen der Comicgeschichte "waren". Es gibt aber zweifellos einige Geschichten mit Fix und Foxi, die solche Perlen sind, und das werden je nach individueller Erfahrung und Auffassung ganz unterschiedliche sein. Schließlich haben über einen langen Zeitraum gerade an Fix und Foxi sehr viele verschiedene Künstler gearbeitet, mit recht unterschiedlichen Ergebnissen. Und wie man dem Parallel-Thread zur "Qualität von FF-Geschichten" entnehmen kann, hat dazu jede Generation ihre eigenen Ansichten - FF in den 50ern unterscheidet sich ja auch deutlich von den 60ern oder den 70ern usw.

    Aber in diesen mutmaßlich unterschiedlichen Auffassungen liegt wiederum ein ganz eigener Reiz, und insofern bin ich zunächst mal auf die Auswahl gespannt. Ich muss allerdings zugeben: "Freistaat Lupoland" wäre imho schon ein guter Anfang.

    P.S.: Es hieß übrigens Fuxholzen. Und das auch erst zwölf Jahre nach Deiner Zeit...

  10. #10
    Liebe Leute,
    es gibt natürlich Veröffentlichungen, die einige „Perlen in FF“ anschaulich zeigen.
    So z. B. das Buch FIX & FOXI JUBILÄUMSAUSGABE 50 JAHRE, welches 2003 im Pabel-Moewig Verlag KG erschien.
    Da ich keine Bilder hochladen kann, verlinke ich einfach auf Ebay:

    https://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw...BE+50&_sacat=0

    Dieses Buch beinhaltet folgende Geschichten:
    Die Zaubermühle (1960) aus Fix und Foxi mit Schallplatte Nr. 4
    Die Nixenkönigin (1961) aus Fix und Foxi 287
    Die große Überraschung (1972) Sonderheft Ostern 1972
    Pauli - Der Schrecken der Prärie (1970) aus „Von Max und Moritz bis FF“
    Tom und Biberherz - Alles Rauch (1970) aus „Von Max und Moritz bis FF“
    Das Jubiläumsfest (1970) aus „Von Max und Moritz bis FF“
    Pfadkinderreien (FF 39/1976)
    Alles Gute zum Geburtstag (FF 30/1988)
    Freitag der 13. (FF 39/1985)
    Zurück in die Zukunft (2003 Erstveröffentlichung)

    Es wurden mehrere Comic-Freunde gefragt, wie Klaus Spillmann, Martin Budde, Ulrich Stampa und auch ich, wie das Buch mit welchen Geschichten gefüllt werden könnte.
    Was die anderen Fix-und-Foxi-Experten damals vorschlugen, weiß ich nicht.
    Ich gebe aber gerne nachfolgend bekannt, wie ich mich dort eingebracht habe.
    Am Anfang stand eine Anfrage von Peter Wiechmann im Mai 2003. Die Dialoge sind auf das Wesentliche gekürzt und gingen über mehrere Wochen.
    Sie sollen zeigen, wie schwer die Werdung dieses Werkes insgesamt war.

    (…) es geht darum, eine heikle Auswahl zu treffen und da möchte ich Dich gern mit im Boot wissen. Gesucht sind drei FF-Geschichten aus den späteren 50er... drei FF-Geschichten aus den 60er, drei FF-Geschichten aus den 70er und drei aus den 80/90er Jahren. Es sollen FF-Geschichten mit 8 bis 12 Seiten Umfang sein. Es sollen Geschichten sein, die Du für absolut typisch hältst.... aus der Sicht des engagierten, wissenden Lesers von einst und heute. Typisch für ihre jeweilige Epochen, typisch für die beiden Protagonisten, typisch für das FF-Heft. Es sollten Geschichten mit Schwerpunkt auf den Protagonisten Fix & Foxi und auch Lupo sein. Möglichst jahreszeitlich neutral - also nicht unbedingt Oster- oder Weihnachtsgeschichten.
    Gut von der Optik - gut vom Inhalt, der Aussage her. Es geht also bei dieser Liste so ungefähr um eine Selection im Sinne von "The Best of FF“. (…)
    6 Tage später schrieb ich:

    (…) Ich habe Deine Aufgabe sehr ernst genommen und recht aufwändig geforscht. Zusätzlich habe ich meine persönliche Auswahl noch etwas kommentiert. Leider war es unumgänglich auch Geschichten mit einem Umfang von 13 Seiten auszuwählen. Ich hoffe, daß dies Dein Konzept nicht zu arg durcheinander bringt. Eines noch: Wenn ich ganz typische FF-Geschichten auswählen sollte, die insgesamt in allen FF-Heften waren, müßte man den Qualitätsmaßstab ziemlich weit unten ansetzen. Das meiste an FF-Geschichten war nicht so toll und man hat eher den Eindruck von lieblos gestalteter Massenware! Ich habe mich deshalb nur auf die wirklichen Perlen konzentriert, die es zweifellos gab. An und für sich war es doch eine anstrengende wie spannende Zeitreise. Ich habe die FF’s schon öfters durchgesehen und auch diesmal habe ich mich an unzähligen Stellen festgelesen, sodaß eine Menge Zeit dafür draufgegangen ist. Lediglich die 80er + 90er Jahre waren mehr Zwang als Genuß. Es hat aber letztlich doch großen Spaß gemacht!
    Die 50er
    Anfangs lehnten sich die Figuren Fix und Foxi an die Fabel- und Sagenwelt der deutschen Märchen an. Und so waren auch die 50er Jahre geprägt. FF lernten ihr Umfeld und viele weitere Protagonisten kennen und zeigten den Lesern so langsam das kleine Universum rund um den Flecken „Grünwald“ - ein Name, der mehr als einmal als Wohnort von FF genannt wird. Die Figur des Lupo lebte das Böse vor und an dem letztlich erfolglosen Wolf konnte jegliche Moral anschaulich gezeigt werden. Siehe dazu STORY 1!
    Gleichzeitig wurde ein lang anhaltender Science Fiction Boom eingeleitet. Der Glaube an unbegrenztes Wachstum und unglaublichen Möglichkeiten artikulierte sich anhand der Eroberung des Weltenraumes. Siehe dazu STORY 2!
    Aktuelle Ereignisse, die die deutsche Öffentlichkeit damals beschäftigte, sowie die typischen Probleme des „kleinen Mannes von der Straße“, fanden seinen Niederschlag in den bodenständigen Geschichten. Dabei wurden allerdings auch Moralvorstellungen in den Comics transportiert. So z. B., daß man nur mit ehrlicher Arbeit Geld verdienen kann und jeder Betrug bestraft wird. So war es ein typischer Konflikt, daß Lupo sich den Fleiß der Fuchs-Zwillinge zu nutze machen, und mit krimineller Energie schnell zu Geld kommen wollte. Siehe dazu STORY 3!
    Aber durch die teils eigenartige Form der Seitenaufteilung (z. B. fünf Bildzeilen wirken unübersichtlich, sogar wimmelig), der Wechsel von farbig und s/w innerhalb einer Geschichte, unterschiedliches Lettering, den verschiedenen Zeichenstilen allgemein, den unausgegorenen Zeichnungen von Künstlern, die noch am Anfang ihrer Karriere standen, ergab sich doch ein uneinheitliches Gesamtbild der Fix und Foxi-Comics. Daher sind die 50er Jahre m. E. auch etwas „schwieriger“ zu konsumieren.
    1.: 99 (1957), Seite 4 bis 15 (12 Seiten) (Die gute Fee aus dem Märchenwald)
    2.: 107 (1958), Seite 4 bis 12 (9 Seiten) (Flug zum Mond)
    3.: 176 (1959), Seite 2 bis 8 (7 Seiten) (Fischfang)
    Die 60er
    Die 60er Jahre innerhalb der Fix und Foxi Hefte waren von umwälzenden Veränderungen geprägt und gelten wohl als das turbulenteste FF-Jahrzehnt. Die Kauka-Redaktion holte franco-belgische Comics in das Heft - von Pitt Pistol über Pit & Piccolo. Dann wanderten einige Zeichner ab zum Max und Molly-Projekt, sodaß das FF-Magazin lange Zeit von den gleichen Künstlern gestaltet wurde. Dadurch kehrte aber auch so etwas wie eine innere Ruhe ein und mancher Autor erreichte in dieser Zeit seine Höchstform. Hinzu kamen redaktionelle Beiträge (z. B. Ich weiß mehr), die das Heft füllten. Kulturell und gesellschaftlich wurde der (Beat-) Musik und dem Kinofilm ein
    breiterer Raum zugestanden. Ende der 60er Jahre kamen noch die Studentenunruhen hinzu! Es erfolgte insgesamt eine Ernüchterung nach dem Wirtschaftswunder und eine Zeit der (auch technischen) Aufklärung. Als erstes habe ich eine herzige Geschichte ausgewählt, die in der Tradition eines fantasievollen Märchens steht, so ursprünglich, wie es eigentlich anfangs für FF gedacht war. Eine stimmige, lustige, wie moralische Fabel - grafisch perfekt umgesetzt. Von Form und Inhalt ist diese Geschichte für mich die Beste aller Fix und Foxi-Abenteuer!!!!! Siehe dazu STORY 1!
    Die zweite Hommage geht an Ludwig Fischer, der über viele Jahre mit seinem kruden Humor und seinem eigenartigen Zeichenstil den FF-Inhalt beeinflußt hat. Fischer thematisiert in meiner Auswahl den beginnenden Starkult, der typisch für die neue begeisterungsfähige Jugend war. Siehe dazu STORY 2!
    Jedoch nur Ricardo Rinaldi hatte mit seinem unverwechselbaren Zeichenstil die Möglichkeit die Flower-Power-Manie grafisch kongenial umzusetzen. Daher gebührt ihm die Ehre der STORY 3!
    1. Heft 287 (1961), Seite 5 bis 17 (13 Seiten) (Der See im Zauberwald)
    2. Heft 500 (1965), Seite 5 bis 16 (12 Seiten) (Titel: „Das Lokalblatt“)
    3. Heft 16. Jg./ Nr. 29 (1968), Seite 3 bis 9 (6,5 Seiten) (Titel: „hippi, hippi…jeh“)
    Die 70er
    Die Schwerpunkte dieses Jahrzehntes lassen sich inhaltlich an der Abwanderung wertvoller Zeichner und den Umwälzungen durch den Verkauf des Verlages festmachen. Letztlich hatte das Hin und Her nicht nur eine Verflachung der Inhalte sondern auch eine einheitlichere + anspruchsvollere Grafik zur Folge. Eine echte aber untypische Perle ist STORY 1!
    Allerdings sank nachfolgend das Niveau auf das einer Sitcom. Unter Manfred Klinke scheint der Ton rüder zu werden und der Humor derber. Ständig prügeln sich die Grünwälder oder erfahren Mißgeschicke, die Beulen und blaue Augen nach sich ziehen. Siehe dazu STORY 2!
    Eine unübersehbare Hommage an „Max und Moritz“ (zeitgemäß mit Fix und Foxi-Mitteln aufgemotzt) ist das Highlight der STORY 3!
    1.: 18. Jg./ Nr. 20 (1970), Seite 3 bis 13 (11 Seiten) (Titel: „Die kleine Lokomotive“)
    2.: 24. Jg./ NNr. 39 (1976), Seite 5 bis 16 (12 Seiten) (Titel: „Pfadfkindereien“)
    2.: 27. Jg./ Nr. 21 (1979), Seite 3 bis 12 (8 Seiten) (Titel: „Lausbuben unter sich“)
    Die 80er + 90er
    Letztlich werden alle Charakter zu genau festgelegt und runter reduziert auf EINE Eigenschaft. So verwendet z. B. Lupo alle seine Energien ausschließlich um an Torten zu gelangen. Lupos schlachten um Backwerk verkommen immer mehr zu einem ermüdenden „running Gag“. Dabei hat er seine Boshaftigkeit zu Gunsten einer Doofheit abgelegt. Im gleichen Maße wie die Geschichten der 80er und 90er an Banalität gewannen, wurden aber die Mitglieder der FF-Familie stärker mit eingebunden. Ein echter Pluspunkt.
    1.: 29. Jg./ Nr. 11 (1981), Seite 34 bis 41 (8 Seiten) (Titel: „Theater mit dem Theater“)
    2.: 333. Jg./ Nr. 39 (1985), Seite 3 bis 11 (8 Seiten) (Titel: „Freitag, der 13.“)
    3.: 36. Jg./ Nr. 30 (1988), Seite 3 bis 9 (7 Seiten) (Titel: „Alles Gute zum Geburtstag“)

    1.: 39. Jg./ Nr. 24 (1991), Seite 2 bis 13 (12 Seiten) (Titel: „Pink Spezi“)
    2.: 40. Jg./ Nr. 53 (1992), Seite 3 - 14 (12 Seiten) (Titel: „Warte, bis der Urahn kommt!“)
    3.: 42. Jg./ Nr. 11 (27.10.94!!!), Seite 4 bis 12 (9 Seiten) (Titel: „Die Pforte im Fels“)*
    * = Achtung: Mit dem Monat August des Jahrgangs 94 wurde von wöchentlich auf
    monatlich umgestellt und die Hefte mit dem jeweiligen Monat (August = 8 etc.) beziffert. Nach Nr. 30 (wöchentlich) folgte Nr. 8 (monatlich). Daher gibt es in diesem Jahrgang die Nummern 8 bis 11 doppelt!!!!
    Noch etwas ganz Wichtiges: Bitte informiere mich vorab über Deine Auswahl. Mir sind nämlich beim Studium der Fix und Foxi-Geschichten eine Menge Disney-Plagiate aufgefallen, die Du sicher nicht alle kennen kannst. Es wurde geklaut, nicht nur zu Kauka-Zeiten, sondern auch in den Pabel-Jahren.
    Wiechmann:

    (…) einfach Klasse, was Du da vorgelegt hast! Und dann gleich auch noch mit zeit- und auch sonst kritischen Kommentaren versehen. Wo bekommt man heute sowas noch? Jetzt muss ich noch die Geschichten lesen.... hoffentlich gibt es alle meinem gebundenen Archiv. Und dann stimme ich mit meinen ab und sende Dir die komplette Liste. Herr Spillmann schlug noch vor: FF 83 „FF in Afrika“ (Becker Kasch) und FF 99 „Die Fee Silberweiss“
    (Neugebauer). Afrika möchte ich eigentlich nicht mit aufnehmen, da mir FF mehr häuslich, heimisch ausgeprägt sein sollten. Ein Problem habe ich auch noch mit einer Mustergeschichte der ganz, ganz frühen Geschichten. Da gibts eine mit dem Onkel Nabob... aber die ist erstens zu lang (ZACK, zack...kürzen!!!!) und zweitens fehlt leider Lupo. Aber ich habe das Gefühl, dass eine aus dem kaukasischen Urschlamm mit dabei sein soll. Vielleicht nehme ich die gräßlich Story auf, in der Lupo noch LUBO heisst und die im Winterwald (Fallenstellen?) spielt.
    Ich:
    Auch ich finde, daß die eigentlichen FF-Geschichten in der Heimat spielen sollten, aber auch, wenn möglich, ihren typisch märchenhaften Touch bewahren sollten. Deshalb hatte ich bewußt die Reiseabenteuer ausgeklammert. Gerade Ludwig Fischer hat die FF's immer gerne auf Reisen geschickt - und das gekonnt!!
    Eine Zuordnung der Zeichner habe ich - soweit es mir möglich war - gemacht. Jedoch die 80er und 90er stellen mich vor echte Probleme. Da muß ich passen.
    FF 83 FF in Afrika hat 15 Seiten!
    FF 99 Die Fee Silberweiss (Neugebauer) Hier haben Klaus und ich den gleichen Geschmack. Auch ich favorisiere diese Märchengeschichte. Nur hat sie keinen Titel und Klaus und ich haben ihr eine gefühlsmäßige Überschrift gegeben, die sich etwas ähnelt. Witzig!!
    Als Urschlamm-Geschichte könnte sich ja die Segelboot-Geschichte aus Heft 25 eignen. Mit ihren 8 Seiten zeigt sie die unbeholfenen Anfänge aber nimmt auch gleichzeitig nicht zu viel Platz ein.
    Aber das soll mal Dein Problem sein (He, he!). Wer die Endauswahl bestimmt, sitzt bei den Fans und den Verantwortlichen immer zwischen den Stühlen. (…)
    Wiechmann:
    (…) kannst du mal ein ( prüfendes ) Auge auf die Anlage werfen?
    Es ist ein Witz: Tom Biber und Pauli.... das waren die eigentlichen Serien auf dem höchsten Niveau der Kauka-Produktion! Ist leider so! Aber leider gehts ja um Fix & Foxi… (…)

    Die 50er Jahre
    Eulenspiegel, Band Nr. 6 (Seiten 19 -24)
    Eulenspiegel, Band Nr. 11 (Seiten 14 -17)
    Eulenspiegel, Band Nr. 13 (Seiten 13 -23)
    Eulenspiegel, Band Nr. 14 (Seiten 19 -23)
    Fix & Foxi, Band Nr. 25 (Seiten 2 - 9) = Eulenspiegel-Sonderheft
    Fix & Foxi, Band Nr. 50 (Seiten 8 - 21)
    Fix & Foxi, Band Nr. 55 (Seiten 4 - 18)
    Fix & Foxi, Band Nr. 99 (Seiten 4 - 15)
    Fix & Foxi, Band Nr. 105 (Seiten 2 - 11)
    Fix & Foxi, Band Nr. 107 (Seiten 3 - 12)
    Fix & Foxi, Band Nr. 182 (Seiten 2 - 12)

    Die 60er Jahre
    Fix & Foxi mit Schallplatte Band Nr. 4 - (Seiten 2-14)
    Fix & Foxi, Band Nr. 184 (Seiten 18 - 19)
    Fix & Foxi, Band Nr. 219 (Seiten 14 - 21)
    Fix & Foxi, Band Nr. 287 (Seiten 5 - 17)
    Fix & Foxi, Band Nr. 500 "Das Lokalblatt"
    Fix & Foxi, 16. Jahrgang, Heft Nr. 3 "Hochverrat!”
    Fix & Foxi, 16. Jahrgang, Heft Nr. 8 "Kommt ein Vogel ..."
    Fix & Foxi, 16. Jahrgang, Heft Nr. 24 " Höhlenforscher"
    Fix & Foxi, 16. Jahrgang, Heft Nr. 29 "Hippi, hippi...jeh!"
    Fix & Foxi, 17. Jahrgang, Heft Nr. 5 "Wer den Pfenning nicht ehrt!"

    Die 70er Jahre
    Fix & Foxi, 19. Jahrgang, Heft 41 "Der Grosswildjäger" 6 S.
    Fix & Foxi, 19. Jahrgang, Heft 48, "Schwer auf Draht”, 2,5 S.
    FF-Oster-Sonderheft, 1972 "Die grosse Überraschung!”, 6,5 S.
    Fix & Foxi, 24. Jahrgang, Heft 39 "Pfadkindereien” 12 S.
    Fix & Foxi, 27. Jahrgang, Heft 21 "Lausbuben unter sich!” 8.S

    Die 80er und 90er Jahre
    Fix & Foxi, 29. Jahrgang, Heft 11 "Theater mit dem Theater”, 8S.
    Fix & Foxi, 33. Jahrgang, Heft 39 "Freitag der 13!”, 8 S.
    Fix & Foxi, 36. Jahrgang, Heft 30 "Alles Gute zum Geburtstag” 7 S.

    Fix & Foxi, 39 Jahrgang, Heft 24, "Pink Spezi" , 12 Seiten
    Fix & Foxi, 40. Jahrgang, Heft 53 "Warte bis der Urahn kommt!”, 12 S.
    Fix & Foxi, 42 Jahrgang, Heft 11 "Die Pforte im Fels”, 9 S.

    (…), hier mal die erweiterte Liste! Deshalb erweitert, weil nicht klar ist ob von der einen oder anderen Geschichte die Originale gefunden werden... oder nicht.
    O Jammer: "Die kleine Lokomotive” war schon in einem Jubiläumsband/Beilage (35 Jahre) Die wäre wirklich ein Highlight (Neugebauer!!!) gewesen. Hast du dafür eine andere, vergleichbare?
    Für die 80er/90er brauche ich noch jeweils zwei Alternativen: Hast Du welche? (Ich kann keine raussuchen, habe zu dieser Zeit keine Unterlagen... (Ein paar kürzere wären auch nicht schlecht.)
    (…) Ich sitze seit heute Morgen um 9.00 Uhr vor den Archivbänden und blättere im Staub der Jahrzehnte. Und es ist schon eine verfluchte Erfahrung, dass wirklich Klasse-Geschichten (a la Lokomotive) an den zehn Fingern abzuzählen sind...
    Ich:
    Aus verständlichen Gründen habe ich die Messlatte deutlich tiefer gelegt und folgende Geschichten ausgewählt:
    30. Jg./ Nr. 4 (1982), Seite 30 bis 33 (4 Seiten) (Titel: „Bergsteigen“)
    30. Jg./ Nr. 27 (1982), Seite 29 bis 31 (3 Seiten) (Titel: „So ein Schlag“)
    30. Jg./ Nr. 37 (1982), Seite 3 bis 11 (8 Seiten) (Titel: „Der Hypno-Lupo“)
    41. Jg./ Nr. 47 (1993), Seite 21 bis 24 (4 Seiten) (Titel: „Malerische Ansichten“)
    41. Jg./ Nr. 50 (1993), Seite 34 bis 45 (12 Seiten) (Titel: „Der Eintreiber“)
    (…)
    Bei all dem Aufwand mit den FF's fällt mir doch noch eine Frage ein. Bei Ehapa wurden ja mehrere Alben, die FF-Classics mit FF, Mischa und Pauli, veröffentlicht. Ich habe mich über den tollen Druck und die behutsame Bearbeitung gewundert. Vor allem, da sie so sorgfältig ausfiel. Hattest Du oder Dein spanisches Studio die Hände im Spiel? Und wenn ja, wie seid Ihr vorgegangen??
    Wiechmann:
    (…) bei der Aufarbeitung der Kauka-Classics bei Ehapa waren wir nicht mit im Spiel - aber ein paar deutsche Litho-Meister am Scanner. Und soviel ich mich erinnere: Meister Budde war mit von der Partie?!?! (Text??) Nee, sicher bin ich mir jetzt auch nicht. Aber irgendwer hat mir mal lange von sich und seiner Mitwirkung daran erzählt...
    Den gleichen Effekt - auf anderem Niveau - konnte man ja auch bei den Hethke-Nachdrucken beobachten: teilweise waren die Reprints besser als die Originale.
    Da alles wird beim Jubelbuch nicht der Fall sein: Ich hatte darauf gedrängt, alles behutsam hier bei Comicon neu zu colourieren. ZU TEUER! Nicht Comicon war zu teuer, sondern einfach so. Nun wird nur neu gelettert.... Und aus den geplanten 7 Bogen Umfang wurden dann schnell sechs... und nun ist man schon bei fünf. Ich kann das Inhaltsverzeichnis gar nicht so schnell schrumpfen lassen. Da hat es sich dann auch mit einer Auswahl a la "The best of 50 years”... Redaktionsseiten sollen schließlich auch nicht fehlen. Nein, das wird Stückwerk und Flickenteppich. Ich sah das Barks-Buch und schäme mich für das popelige Denkmal, was Rolf da gesetzt wird.
    Letztlich kam es dann zu der Auswahl, wie sie oben bereits gelistet wurde.
    Ich finde dennoch, daß das Jubiläumsbuch mit seinen 100 Seiten lesenswert ist und die eine oder andere PERLE beinhaltet.
    Herzliche Grüße
    nc

  11. #11
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    Nun ja, ich muss einräumen, dass mir der Gesamtüberblick über gut 4 Jahrzente des Fix-und-Foxi-Universums fehlt, aber meine zaghaften Versuche, später doch nochmal Zugang zu FuxHOLZEN zu finden, etwa mittels der Ehapa-Kauka-Classic-Bände Mitte der 90er oder der One-Pager in "tv-Hören und Sehen" Ende der 80er , brachten stets wieder das Gleiche hervor: nee, isses nich. Und die beiden letzten Beiträge bestätigen das doch zumindestens für weite Strecken der Serie.

    Dass einzelnen Lesern einzelne Geschichten gefallen haben, sagt allein noch nicht viel. Das dürfte nahezu für alle Comic-Serien gelten und die Auszeichnung "Perlen" wäre damit an dieser Stelle beliebig geworden. Da müsste schon konkreter gesagt werden, WORIN das Besondere, Hervorstechende dieser Stories bestand. Dann bin ich gerne bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen.

  12. #12
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    65
    Zitat Zitat von nc-schmitt Beitrag anzeigen
    Ich finde dennoch, daß das Jubiläumsbuch mit seinen 100 Seiten lesenswert ist und die eine oder andere PERLE beinhaltet.
    Na bitte, und dabei sind die Geschichten, die ich so im Sinn habe, noch gar nicht mal drin...

    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    Da müsste schon konkreter gesagt werden, WORIN das Besondere, Hervorstechende dieser Stories bestand. Dann bin ich gerne bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen.
    Dann will ich gern noch mal einen Versuch unternehmen: Das damals - und da sind wir nun wieder in der 2. Hälfte der 60er-Jahre - wirklich hervorstechende Merkmal der allermeisten Kauka-Comics auch & gerade im Unterschied zu denen aus dem Disney-Pool war, dass sie Figuren in den Mittelpunkt stellten, die eindeutig die Sichtweise von Kindern (& eines Jugendlichen: Lupo) einschließlich ihrer Träume und Wünsche widerspiegelten, unabhängig davon, dass sie z. B. Auto fahren können o. Ä. (ist ja ein Funny, und welches Kind träumte nicht davon?).

    Bei Disney hingegen stehen Erwachsene im Zentrum (Donald, Dagobert & auch der Spießbürger Micky), die Kinder Tick, Trick und Track sind in der Anfangsphase auf die Rolle als Rabauken und Rebellen fixiert, später als altkluge Besserwisser mit Medaillenfimmel unterwegs. So weit, so lustig, zumindest wenn von Carl Barks. ABER: Ich erinnere mich tatsächlich noch daran, dass mir als Achtjährigem diese Welt auf Dauer viel zu weit weg vorkam. Ich interessierte mich wenig für Donalds Schulden & noch weniger für Dagoberts Trilliarden, lieber zog ich z. B. mit Pauli durch den Wald, auf der Suche nach Abenteuern, wie ich sie mir beinah auch für mich selber ausmalen konnte.

    Das war der Schlüsselreiz bei der Wahl damals zwischen MM und FF, und hinzu kam noch, dass Ersteres in der Aufmachung kreuzbrav rüberkam, Letzteres deutlich chaotischer, aber auch bunter. Und ganz ehrlich: Die allermeisten Gegenüberstellungen MM-FF laufen immer auf Carl Barks gegen Kauka hinaus. MM damals war aber noch mehr, Tony Strobl z. B., der große böse Wolf oder "Klein Adlerauge". Und das war oft Biederkeit & Langeweile pur.

  13. #13
    Wie üblich bei Diskussionen im Web werden zu einem Thema ein Dutzend Aspekte angeschnitten, wird wenig begründet, kaum etwas näher ausgeführt (viel Text macht noch keine Gründe). Ich versuche ein paar Gedanken beizutragen, warum die Serie Fix und Foxi sich durchaus in die "Perlen der Comicgeschichte" einreihen darf.

    Ich beziehe mich dabei auf die 60er-Jahre, weil dies erstens "meine" Zeit gewesen ist und ich sie unabhängig davon als Blütezeit betrachte (Beleg: Auflagenhöhe).

    1) "Fix und Foxi" waren für mich das "Haus", in dem sich die Figuren tummelten, sich das FF-Universum entfaltete. Dieses bestand nicht nur aus dem später so genannten Fuxholzen, sondern auch aus Mischa, Tom und Biberherz, Pauli, Winnetou ... Die Lizenzserien wurden schon erwähnt, und ja, diese kann sich Kauka freilich nicht auf die eigene kreative Fahne heften. Ist aber auch nicht nötig, denn die genannten anderen Serien machen FF alleine zur Perle.

    2) Es gab ausgezeichnete Stories mit den Füchsen selbst, aber ja, mehr Qualität und beinahe durchgehend hohe Qualität gab es bei Mischa, Tom und Biber und Pauli. Und die Winnetou-Umsetzung war genial gemacht und folgte Karl May auf exzellente Weise.

    3) Vergleich mit Micky Maus: Wie in den FF-Geschichten war auch im MM-Heft der Namensgeber nicht der Liebling der Leser. Im FF war es Lupo (oder vielleicht Pauli o.a.), im MM war es Donald. Wie im FF gab es auch im MM "schlechte" Zeichner und mäßige Geschichten/Subserien. "Klein Adlerauge" wurde schon erwähnt. Auch der Zeichenstil im MM war nicht so genormt, wie hier behauptet wurde. Zwar habe ich als Kind darüber nie groß nachgedacht, aber dass Carl Barks herausstach, und zwar inhaltlich und zeichnerisch, hatte seine Gründe, und diese haben Kinder erkannt und gefühlt, wenn auch nicht eigentlich "verstanden". Wenn aber Barks "anders" war als die anderen, kann MM nicht "einheitlich" gewesen sein.

    4) Als Kind hat man sich mit dem FF-Heft einen Kosmos eröffnet mit verschiedenen dichten Welten, die Kopf und Herz sofort in Besitz nahmen. Da spielte es keine Rolle, ob diese Welt Fuxholzen oder Maulwurfshausen ist, der Weltraum oder der Wilde Westen. All das war Fix und Foxi. Jede dieser Welten hatte einen eigenen Charme und eigene Helden, die allein schon als Charaktere großes Identifikationspotential boten und in der Interaktion spannende Handlungsverläufe versprachen. Man denke an die vielen Streich-und-Rache-Geschichten von Lupo/FF, an die Hickhacks und Eifersüchteleien von Mischa und Connie, an Opa Nikodemus' Pädagogik der Blauen Bohnen oder an das klassische Rivalenpaar Pauli und Egon, wenn es um die Gunst Mimis ging. In allen diesen Welten war ein Element stark: Freundschaft und Bruderschaft (Fix und Foxi, auch Lupo und FF, Pauli und Mausi, Pauli und Mimi, Mischa und Connie, Tom und Biber, Winnetou und Old Shatterhand, in der Lizenserie Pit und Pikkolo). Welches Kind wünschte sich nicht einen solchen Bruder, Freund und Schwarm?

    5) Dass man gar nicht weiß, wo ansetzen in der Analyse und wie die Aspekte bewerten, zeugt von der Qualität der Serie und ihrer Welten und davon, dass die scheinbar einfachen Geschichten so einfach gar nicht waren. Des Rätsels Lösung: Nichts, was viele Tausend Leser hat, ist einfach gestrickt. Es ist vielleicht nicht notwendigerweise hohe Kunst, aber doch etwas, was man getrost als "Perle" bezeichnen kann.
    Geändert von fixundfertig (05.10.2019 um 08:02 Uhr)

  14. #14
    Ich stimme Dir in allen Punkten vorbehaltlos zu.
    Vor allem in diesem Punkt:
    Zitat Zitat von fixundfertig Beitrag anzeigen
    In allen diesen Welten war ein Element stark: Freundschaft und Bruderschaft (...)
    Herzliche Grüße
    nc

  15. #15
    Zitat Zitat von polte Beitrag anzeigen
    P.S.: Es hieß übrigens Fuxholzen. Und das auch erst zwölf Jahre nach Deiner Zeit...
    Diese 1979 eingeführte Namensgebung empfand ich immer als peinlich. Man kann nämlich Alliterationen auch übertreiben.
    Mir gefällt das ursprüngliche "Grünwald" wesentlich besser, da diese Bezeichnung auch gleichzeitig ein Synonym für eine heile und gesunde Umwelt ist.
    Herzliche Grüße
    nc

  16. #16
    Mitglied Avatar von HerrHase
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    Ich würde die FF-Serie auch nicht als Perle der Comicgeschichte bezeichnen. Dazu war sie doch zu sehr den standardisierten Produktionsabläufen unterworfen, eben das, was frühere Sachbuchautoren als "Massenzeichenware" bezeichneten. Das war (und ist) nun bei den Disney-Comics im Prinzip zwar nicht anders, es scheint mir aber drei entscheidende Unterschiede zu geben, die vielleicht erklären, warum letztere die Zeiten überdauert haben und FF eben nicht.

    Zum einen fehlten Kauka die genialen Zeichner und Autoren. Donald Duck wäre nie eine so dauerhaft erfolgreiche Comicfigur geworden, wenn es keinen Carl Barks gegeben hätte, aber es gab bei Disney eben auch nicht nur Barks, sondern schon vorher Gottfredson und Taliaferro bei den Zeitungsstrips, später Scarpa und Cavazzano bei den Taschenbuchcomics, noch viel später Don Rosa, der aus den Ducks fast einen Erwachsenencomic gemacht hat, usw. Kauka hatte nichts Vergleichbares, glaube ich, vor allem nicht bei den Autoren. Ich hab sowohl die Disney- als auch die Kauka-Ausstellungen im Schloss Oberhausen besucht und die Unterschiede zwischen den Eindrücken waren schon frappierend. Bei Disney sah man die zeitlosen Geschichten von Barks, Gottfredson, Rosa, bei Kauka hauptsächlich Comics aus den 60er Jahren, bei deren Texten der Fremdschämfaktor schon sehr hoch war. Aus den gezeigten Geschichten triefte billigster Moralismus oder platte Politikerschelte (in einem Comic, in dem Lupo für ein Amt kandidiert). Könnte man heute keinem mehr zumuten, weder einem Kind noch einem erwachsenen Leser.

    Zweitens waren die FF-Chraktere einfach viel simpler gestrickt als etwa die Hauptfiguren bei den Ducks. Von Lupo vielleicht mal abgesehen hatte da doch jede Figur im Grunde nur eine Charaktereigenschaft. Bei vielen Disney-Figuren ist das zwar auch so, aber eben nicht bei Donald, Dagobert, auch nicht bei TT&T. Donald ist eben nicht nur ein Pechvogel, sondern auch jähzornig, faul, leidet unter Selbstüberschätzung, ist oft feige, manchmal aber auch mutig, abenteuerlustig, ein sorgender Familien"vater" usw. Dagobert ist nicht nur geizig, sondern auch zäh, gewieft, altmodisch, durchsetzungsfähig, rechtschaffen (zumindest in Barks' endgültiger Charakterisierung), abenteuerlustig usw.

    Was drittens bei FF völlig fehlt, ist eine zweite Ebene, die die Geschichten auch noch für Erwachsene interessant machen würden. Viele Disney-Comics, aber auch frankobelgische Klassiker wie Spirou, Lucky Luke oder die Schlümpfe haben diese hingegen. Wahrscheinlich werden sie deshalb bis heute immer wieder neu aufgelegt und gelesen.

    Trotz der (in meinen Augen) minderen Qualität der FF-Geschichten im Vergleich zu Disney habe ich das FF-Heft in den 80ern gerne gelesen und würde es rückblickend in diesem Jahrzehnt sogar als dem MM-Magazin überlegen bezeichnen. Das lag aber eben weniger an den FF-Comics selbst, sondern vielmehr an den FB-Lizenzcomics. Für mich waren schon als Kind die Fortsetzungscomics, damals immer abwechselnd Sammy & Jack sowie Rambo & Zambo (d.i. King & Kong), die Highlights im Heft. Dazu kamen dann noch Bobo u.a. Das MMM bestand in jener Zeit abgesehen von gelegentlichen Barks-Nachdrucken und vielleicht noch Vicar eigentlich nur aus lieblosen Comics aus Egmont-Produktion. Außerdem hatte FF den besseren redaktionellen Teil: Ende der 80er gab es einen Basic-Programmierkurs zum Sammeln, außerdem Beiträge zu neuen Kinofilmen oder zu Popstars, dazu das eine oder andere entsprechende Poster.

  17. #17
    Zitat Zitat von Kaschi Beitrag anzeigen
    (...)Da müsste schon konkreter gesagt werden, WORIN das Besondere, Hervorstechende dieser Stories bestand. Dann bin ich gerne bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen.
    Das hieße über Geschmack zu streiten. Manchmal sind es tatsächlich nur Nuancen, die darüber entscheiden, ob etwas gefällt oder nicht.
    Ich mag z.B. die FF's von Julino. Große Kunst! Aber mancher mag diesen statischen Zeichenstil eben nicht - das muß man einfach akzeptieren.

    Vielleicht mag der eine oder andere Diskutant doch mal seine persönlichen Glanzlichter auflisten?
    Geändert von nc-schmitt (05.10.2019 um 10:56 Uhr) Grund: Klein- u. Großschreibung
    Herzliche Grüße
    nc

  18. #18
    @ HerrHase:

    Dass MM die Zeiten überdauert hat, FF nicht, hat viele Gründe, die gar nicht im Künstlerischen zu suchen sein müssen, oder wenigstens nicht nur. Zudem kann etwas sehr wohl den Titel "Perle" tragen, das heute nicht oder nicht mehr in dieser Form existiert.

    Die "besseren" Zeichner waren wohl bei Disney zu finden, ja. Es geht aber auch nicht darum, FF als die bessere Serie, ja nicht mal als ebenbürtige, zu qualifizieren, sondern als eine - von vielen - "Perlen" der Comicgeschichte. Wie bei den richtigen Perlen aus Perlmutt, gibt es auch unter den Comic-Perlen bessere und weniger gute Exemplare. Deshalb muss man nicht den weniger exzellenten Perlen absprechen, Perlen zu sein.

    Was den angeblich hohen Fremdschämfaktor bei den Texten angeht, den billigsten Moralismus und die platte Politikerschelte, finde ich diese Vorwürfe insofern nicht fair - wenigstens, was die 60er-Jahre angeht - als da heutige Einstellungen zurückprojiziert werden und man erwartet, dass Kauka bzw. die Macher so denken hätten sollen wie wir heute. (Ich erinnere an die Siggi-und-Babarras-Debatte.) Kinder von damals stießen sich sicher nicht an der Sprache. Außerdem fanden sich die "einfacheren" Dialoge nur in den FF-Geschichten (für die jüngeren Leser!), viel weniger dagegen bei Mischa, bei Pauli, Tom und Biber, Winnetou usw.

    Zugegeben, in Entenhausen leben die komplexeren Charaktere. Das heißt aber wiederum nicht, dass die eher eindimensionalen FF-Helden (Ausnahme sowieso: Lupo) aufgrund ihrer charakterlichen Vorhersehbarkeit die ganzen Geschichten langweiligmachen würden!

    Dass ein Comic, um den Titel "Perle" zu verdienen, auch Erwachsenen - und gar heutigen Erwachsenen - gefallen muss, ist ein Ansatz, den ich aber nicht teile. Was adelt denn einen solchen Comic? Oder anders: Was macht einen Comic, der "nur" für Kinder gedacht ist, schlechter? Übrigens ... die angesprochene Politikerschelte war nicht in Richtung Erwachsene, sondern für die kindlichen Leser gedacht?

    Ich möchte abschließend anmerken, dass ich seit Jahren meinen Tag mit einer Story aus Entenhausen beginne. Was heißt das? Ja, heute gefallen mir die Disney-Geschichten besser, Inhalte, Charaktere und Zeichnungen sprechen mich mehr an. Dazu kommt, dass ich die FF-Geschichten aus "meiner" Zeit auswendig kenne, mich die späteren Jahre nie so besonders interessiert haben und es ja auch keine neuen Produktionen gibt. Dagegen gibt es viele Disney-Geschichten, die noch neu sind für mich - alte und aktuelle. Aber weil's heut' so ist, nimmt das den Welten des alten FF-Universums, die damals meine Welten waren, nichts von ihrem Wert. Sie sind für mich Perlen meiner Lebensgeschichte, sie sind verdienterweise Perlen auch der Comicgeschichte.

  19. #19
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    Zitat Zitat von fixundfertig Beitrag anzeigen
    Dass ein Comic, um den Titel "Perle" zu verdienen, auch Erwachsenen - und gar heutigen Erwachsenen - gefallen muss, ist ein Ansatz, den ich aber nicht teile. Was adelt denn einen solchen Comic? Oder anders: Was macht einen Comic, der "nur" für Kinder gedacht ist, schlechter? Übrigens ... die angesprochene Politikerschelte war nicht in Richtung Erwachsene, sondern für die kindlichen Leser gedacht?
    Nein, dieser Comic (ich glaube, aus Lupo modern) sollte sicher ältere Leser ansprechen (platt war er trotzdem, die Aussage so ungefähr: Politiker denken doch eh alle nur an sich selbst - das dürfte schon in den 1960ern keine besonders differenzierte Botschaft gewesen sein).

    Es gibt sicher auch sehr gute reine Kindercomics, Yakari fällt mir da spontan ein, eine Reihe, die ja auch bis heute fortgesetzt wird und bei Kindern nach wie vor sehr beliebt ist. Das mit der zweiten Ebene sollte nur eine Begründung dafür sein, warum manche klassische Comicserien heute noch nachgedruckt und auch von vielen Erwachsenen gelesen werden und andere eben nicht. Trotzdem wundere ich mich eigentlich darüber, dass es im Zuge des Gesamtausgaben-Booms nicht längst eine entsprechende Reihe mit ausgewählten FF-Comics gibt, sei es nun nach Subserien, Zeichnern, Jahrzehnten, Themen oder was auch immer. Um davon ca. 1500 Stück pro Buch zu verkaufen, müsste die Zielgruppe doch wirklich groß genug sein.

  20. #20
    Zitat Zitat von HerrHase Beitrag anzeigen
    Trotzdem wundere ich mich eigentlich darüber, dass es im Zuge des Gesamtausgaben-Booms nicht längst eine entsprechende Reihe mit ausgewählten FF-Comics gibt, sei es nun nach Subserien, Zeichnern, Jahrzehnten, Themen oder was auch immer. Um davon ca. 1500 Stück pro Buch zu verkaufen, müsste die Zielgruppe doch wirklich groß genug sein.
    So etwas hat Kauka selbst noch in den späten 90ern angefangen, mit den Kauka-Classics. Leider gab es nur 7 Alben, das letzte 1999. Möglicherweise hat Kaukas Tod die Fortsetzung der Reihe verhindert.

    "Der ganze Mischa" oder "Karas Pauli", in mehreren Bänden, das wäre schon was. Werden wir in diesem Leben aber nicht mehr sehen. Eine höhere Priorität hätten für mich bei den Nachdrucken übrigens die Hefte 51 bis 99 (was vielleicht längst passiert wäre, hätte Norbert Hethke noch ein paar Jahre länger gelebt).

  21. #21
    Mitglied Avatar von HerrHase
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    Zitat Zitat von fixundfertig Beitrag anzeigen
    So etwas hat Kauka selbst noch in den späten 90ern angefangen, mit den Kauka-Classics. Leider gab es nur 7 Alben, das letzte 1999. Möglicherweise hat Kaukas Tod die Fortsetzung der Reihe verhindert.
    Ja, ich weiß, aber das war ja als SC-Alben und ca. ein Jahrzehnt vor dem aktuellen Gesamtausgaben-Boom. Da war Ehapa offensichtlich zu früh dran. Heute, in dickeren HC-Bänden und mit ansprechendem Bonusmaterial würde ich einem ähnlichen Vorhaben größere Chancen einräumen.

  22. #22
    Mitglied Avatar von Horatio
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    Also grundsätzlich ist es mir Wurscht, ob Kaschi FF für Comic-Perlen hält oder nicht. Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

    Allgemein möchte ich nur sagen, dass wahrscheinlich auch z. B. die John-Wayne-Comics nicht für sich genommen Comic-Perlen sind. Es sind wohl zuvorderst Zeichner/Autor, die sie interessant und als "Perlen" aus der Versenkung zu holen wert macht. Ähnliches, wie z. B. ein bestimmter Zeichenstil, dürfte für weitere Bände dieser Reihe gelten.

    Bei Kauka, denke ich, gibt es auch mit z. B. Walter Neugebauer einen Künstler, dessen Qualitäten außer Frage stehen. Man kann leider nur spekulieren, wie seine Karriere verlaufen wäre, wenn er damals nicht Kaukas Angebot angenommen hätte. Leider wurde er von Kauka wohl eher verheizt und aus Kaukas Versprechungen einer richtigen Trickfilmproduktion wurde ja nie was. Insofern war Neugebauer sicher zunehmend frustriert und verärgert, dass er für Kauka dann auch noch weitgehend anonym arbeitete. Sein Potenzial wurde mMn bei Kauka nie wirklich ausgeschöpft. Aber: Einige seiner Kauka-Geschichten ragen sicher aus dem sonstigen Einerlei heraus und wären ein Wieder-Entdecken wert.

    Ähnliches gilt für Branko Karabajic und Vlado Magdic.

    Dies alles schreibe ich aber ohne jede Ahnung, was denn in besagtem bsv-Band überhaupt drin sein wird.
    Geändert von Horatio (06.10.2019 um 23:03 Uhr)
    Horatio

  23. #23

    Stochern im Nebel

    Zitat Zitat von Horatio Beitrag anzeigen
    Dies alles schreibe ich aber ohne jede Ahnung, was denn in besagtem bsv-Band überhaupt drin sein wird.
    Ich habe auch keine Ahnung aber spekulieren hat seinen Reiz.
    Der oben erwähnte Band "Fix und Foxi 50 Jahre Jubiläumsausgabe" hat 100 Seiten und die Bände "Perlen der Comicgeschichte" haben 100 Seiten...
    Geändert von Carl Cnolle (07.10.2019 um 18:01 Uhr)

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